VON TORSTEN SCHWANKE
Die Menschheit, durch des Teufels Neid gefallen,
Vom Schöpfer weg, der Himmelsgaben schenkt,
Ist in zwei Reiche, fremd und fern von allen,
Durch ihre Wahl der Geister nun gelenkt.
Die eine Seite folgt dem Ruf der Gnaden,
Die andre sucht, was Wahrheit stetig stört;
Die Kirche Christi will den Geist beladen
Mit Tugend, die zu Gott allein gehört.
Das Reich des Satans baut auf Eigennutzen,
Verachtet Gott, führt Krieg im dunklen Licht.
Zwei Städte, wie Augustinus sie beschützen,
Verfechten, was das andre Herz zerbricht.
Die Liebe Gottes gegen Selbstbegehren,
So stehen sie in ewigem Gefecht;
Doch nun vereint sich, was will uns zerstören,
Die Freimaurer, die brechen Gottes Recht.
Sie treten offen gegen Gott nun an,
Verfolgen frech der Kirche heil’gen Stand.
Der Papst warnt ernst, seit dieser Wahn begann,
Und fordert Schutz für unser Vaterland.
Seit Clemens warnte, riefen viele Stimmen,
Dass diese Sekte Unheil nur gebracht;
Die Päpste sahen, wie die Feinde glimmen,
Und haben stets den Irrtum laut bewacht.
Denn List und Tücke waren ihre Waffen,
Um Glieder tief in Staat und Macht zu säen.
Was Vorsicht konnte, wollt' das Werk nicht straffen,
Man ließ die Gefahr zu schnell nun auferstehen.
Drum nehm’ ich nun, als Hüter dieses Erbes,
Den Kampf auf, den mein Amt von mir verlangt,
Gegen die Saat, des bösen Geistes Werbes,
Bevor die Welt in ihren Netzen bangt.
Sie bilden viele Bünde, doch im Kern,
Sind sie vereint zu einem Schlangenhals.
Sie zeigen sich zwar öffentlich nun gern,
Doch blieb das „Geheimnis“ doch des Übels Falls.
Die innersten Beschlüsse, fern von Blicken,
Die Namen jener, die das Netz gespannt,
Sie wollen uns im Dunkeln nun berücken,
Durch List und Macht in jedem Menschenland.
Der Eid, der an die Führer sie nun bindet,
Zum Schweigen zwingt, bei Strafe höchster Not,
Ist jene List, die man bei Feinden findet,
Die heimlich wirken gegen Gottes Gebot.
Sie schmücken sich mit Wohltun, klugen Worten,
Verbergen tief ihr wahres, giftig’ Ziel;
Die Wahrheit bleibt verschlossen an den Orten,
Wo sie betreiben ihr verrucht’ Spiel.
Der Naturrecht-Wahn, der den Geist soll leiten,
Verleugnet, was uns Gott als Licht geschenkt;
Sie wollen nur durch menschliches Bestreiten
Das Maß bestimmen, das den Menschen lenkt.
Die Kirche, die die Wahrheit treu bewahret,
Wird nun zum Hauptziel ihres wilden Zorns;
Die Trennung, die der Staat nun wohl erfahret,
Dient dem Verfall des christlichen Dorns.
Die Rechte werden Stück um Stück beschnitten,
Das Klerus-Leben durch Gesetze schwer;
Die Orden sind vom Schicksal nun gelitten,
Das Papsttum selbst begehren sie nicht mehr.
Sie träumen von der Tilgung der Gewalten,
Die durch das Wort des Schöpfers ewig stehn;
Sie wollen selbst die neue Welt gestalten,
Um in Natur das eigne Heil zu sehn.
Doch sei gesagt: Nicht jeder, der dort weilet,
Kennt schon das Ende dieses dunklen Pfads;
Manch einer ist, der dort das Leid nicht teilet,
Und ahnt noch nicht das Maß des schnöden Vats.
Doch wie der Baum, so sind auch seine Früchte,
Die Lehre selbst bestimmt, was daraus wird;
Man muss entlarven diese freche Dichte,
Damit kein Seelenheil im Dunkeln irrt.
Sie lehren nun, dass jede Wahl der Glauben
Gleichgültig sei, ein moderner Trug;
Sie wollen uns den einen Gott nun rauben,
Das ist der Sekte listiger Betrug.
Da ihre Lehre stets die Wahrheit bricht,
Und jeden Glauben gleich nur werden lässt,
Verlöscht für uns das wahre Lebenslicht,
Und schwächt der Kirche unerschütterlich’ Fest.
Die Leugnung Gottes führt ins bodenlose,
Wenn man das Maß der Vernunft nur noch kennt;
Verloren geht der Wahrheit helles Große,
Weil man sich bloß auf eigne Kraft nun rennt.
Ob Gott wohl ist, das soll die Sekte lassen,
Als freie Wahl, ganz ohne festen Sinn;
So lernen sie den Unglauben zu fassen,
Und geben jedes göttliche Gebot dahin.
Wenn der Schöpfer aus dem Denken schwindet,
Dann stürzt das Ganze, was auf Ordnung baut;
Kein Mensch mehr wahre Moralität erfindet,
Wenn er dem ewigen Ziel nicht mehr vertraut.
Die „bürgerliche Sitte“ lehren sie den Kleinen,
Ganz ohne Gott, als frei und unabhängig bloß;
Doch sieht man die verfaulten Früchte scheinen,
Der Sittenfall ist nun in aller Schoß.
Sie leugnen gar die Erbsünd’ in der Mitte,
Der Mensch sei gut, der Zügel gar nicht wert;
So weiten sie die Zügellosigkeit, die Sitte,
Dass jedes Leid durch Leidenschaft vermehrt.
Die Bühne, Presse, Kunst im falschen Lichte,
Sie locken sanft in den moralischen Verfall;
Man macht das Volk zu einer Sklavenschichte,
Durch Laster, das sie lenken überall.
Die Ehe, einst ein Bund von Gottes Gnaden,
Wird zum Vertrag, den man nach Lust zerbricht;
Die Scheidung führt den Menschen in den Schaden,
Wenn man die Heiligkeit des Eides bricht.
Der Jugend Bildung wollen sie erobern,
Dass kein Priester mehr die Wahrheit lehrt;
Sie wollen selbst den jungen Geist versilbern,
Mit Weltanschauung, die den Glauben wehrt.
Die Lehre, dass das Volk allein regiere,
Dass jedes Recht im Menschenwillen ruht,
Dass keine Macht die Ordnung je führe,
Als nur das Maß, das aus dem Volke tut;
So wird der Staat ein leeres, gottlos’ Haus,
Wo jede Religion den gleichen Rang erstrebt.
Man schließt die Wahrheit Gottes nun ganz aus,
Und lässt, was wahr ist, in der Welt nicht mehr bebt.
Die Lehre, dass man alles Maß vergisst,
Und gleiche Güter für den Pöbel fordert,
Ist jener Weg, der uns das Sein vermisst,
Weil er die Ordnung der Natur ermordert.
Sie wollen stürzen, was seit langem steht,
Die Hierarchie, den Rang, das feste Recht;
Ein Sturmwind, der durch alle Reiche weht,
Und macht das stolze Volk zum Sklavengeschlecht.
Die Heiden selbst, trotz ihres dunklen Blicks,
Verstanden noch, dass Gott der Stadt den Grund;
Wer heute meint, man bilde nur ein Glück,
Wenn Gott nicht weilt im staatlichen Verbund,
Der irrt sich schwer, wie es die Zeit beweist,
Denn ohne Gott zerfällt der feste Bau.
Die Lehre, die den Glauben nun entreißt,
Erstickt die Ordnung in des Zweifels Tau.
Die Macht ist Gabe, die von oben kommt,
Ein Diener Gottes muss der Herrscher sein;
Wer dies missachtet, der die Welt verdammt,
Und lädt sich selber alle Laster ein.
Die Gleichheit, die sie falsch nun propagieren,
Missachtet die Verschiedenheit der Glieder;
Denn nur im Ganzen kann das Volk florieren,
Wenn jeder Platz bestimmt ist, immer wieder.
Die Kirche dient dem Frieden, nicht dem Streit,
Sie lehrt Gehorsam, doch mit festem Sinn;
Sie zeigt der Herrschaft, was die Gerechtigkeit
Bedeuten muss, mit gottesfürcht’gem Gewinn.
Wer gegen sie, die Mutter, nun agiert,
Und sich mit jenen Sekten fest verbindet,
Der ist es, der die Zukunft nun verliert,
Weil er die Tugend im Verrat entzündet.
Drum lerne man am Baum, was er uns gibt,
Die Früchte sind das Maß für jeden Geist;
Wer nicht den Herrn und Seine Ordnung liebt,
Den führt der Irrweg, den der Feind verheißt.
Die Kirche mahnt, den Blick auf Gott zu lenken,
Bevor das Chaos alles Leben bricht;
Denn nur wer Ihm will seine Treue schenken,
Erblickt der wahren Freiheit helles Licht.
Die Pflicht nun ruft, den Schaden abzuwenden,
Die Maske ab, die dieses Wirken deckt;
Wir müssen uns mit Eifer nun verwenden,
Dass man die List der falschen Lehre schreckt.
Kein Christ darf, wenn er Heil im Himmel suchet,
Sich binden an den Bund, der Gottes Recht
Mit heimlich’ Ränken und mit List verfluchchet,
Denn er wird Knecht, wo er vermeint gerecht.
Der Klerus soll durch Bildung nun erstarken,
Die Laien, treu zur Kirche und zum Land,
Sollen das Licht der Wahrheit kräftig marken,
Vereint durchs Wort, geleitet durch die Hand.
Der Orden von Franziskus, voller Güte,
Sei unser Vorbild, Tugend zu entfalten;
Dass wahre Freiheit in der Brust erblühe,
Und Gott allein soll uns im Geist gestalten.
Die Zünfte, die den Arbeiter beschützen,
Sie sind der Schutz vor dieser falschen Macht;
Sie helfen uns, dem Armen beizunützen,
Wenn man die Liebe in den Dienst gebracht.
Die Jugend, unsre Hoffnung, sei geschützet,
Vor Schulen, die den Geist mit Gift durchdringen;
Damit der Glaube in der Seele blitzet,
Und sie den Sieg des Heils mit uns erringen.
Wir flehen nun zu Gott mit festem Herzen,
Dass Er uns helfe in der großen Not;
Dass Er den Schmerz lindert bei allen Schmerzen,
Und führt zurück aus diesem Glaubenstod.
Mit Maria, Michael und Josef an der Seite,
Den Aposteln, die den Glauben uns bewahrt,
Erwarten wir den Sieg im letzten Streite,
Bevor der Mensch sich rettet, unentart.