Das finnische National-Epos
Auswahl
Deutsch von Torsten Schwanke
ERSTER TEIL
LEMMINKAINEN
PROLOG
In Urzeiten erging sich eine Jungfrau
Die wunderschöne Tochter des Äthers
Für Ewigkeiten in ihrer Existenz
In der Weite des Himmels
Über den Prärien die noch umhüllt waren
Müde wurde die Jungfrau
Ihre Existenz traurig und hoffnungslos
So allein für Ewigkeiten zu leben
In den unendlichen Weiten
Der Luft über dem Meerschaum
In den weit ausgestreckten Räumen
In der Einsamkeit des Äthers
So stieg sie zum Ozean hinab
Winkte dem Trainer und winkte dem Kissen
Daraufhin fliegt der aufsteigende Sturmwind
Heftig aus dem Osten
Peitscht den Ozean in Wellen
Schlägt die Sterne mit Schaum des Ozeans
Bis die Wellen weiß vor Inbrunst sind
Hin und her werfen sie das Mädchen
Das von einem Sturm umgebene
Unglückliche Mädchen
Mit ihrem Sport die rollenden Wogen
Mit ihrem Spiel die Sturmwindkräfte
Auf dem blauen Rücken des Wassers
Spielen auf den weiß bekränzten
Wellen des Ozeans
Die Kräfte des Salzmeeres
Mit der einsamen hilflosen Jungfrau
Bis endlich in voller Konzeption
In Union jetzt von Kraft und Schönheit
Versinken die Sturmwinde in Schlaf
Überlastet jetzt kann das Mädchen
Nicht über die Oberfläche steigen
Siebenhundert Jahre lang wanderte sie
Neun Jahre alt
Schwamm den Ozean hierher dorthin
Konnte sich nicht über das Wasser erheben
Nur ihrer Not bewusst
Siebenhundert Jahre lang arbeitete sie
Bevor ihr Erstgeborener geboren wurde
So schwamm sie als Wassermutter
Nach Osten und auch nach Süden
Nach Westen und auch nach Norden
Schwamm das Meer in alle Richtungen
Erschrocken über den Sturmwind
Schwamm in Not schwamm unaufhörlich
Bevor ihr Erstgeborener befreit wurde
Dann begann sie sanft zu weinen
Sprach diese Verse mit schwerem Herzen
Wehe mir mein Leben ist hart
Wehe mir in dieser meine Not
In was bin ich jetzt gefallen
Wehe mir dass ich unglücklich bin
Mein Zuhause war in subtilem Äther
Ich kam um inmitten des Meeresschaums zu wohnen
Um von rollenden Wogen geworfen zu werden
Um von Winden und Wasser geschaukelt zu werden
Auf den weit ausgestreckten Gewässern
In den fernen Weiten des Salzmeeres
Nur Schmerz und Ärger zu kennen
Besser weit für mich o Ukko
Wäre ich Jungfrau im Äther
Als in diesen Ozeanräumen
Um eine Wassermutter zu werden
Dieses ganze Leben ist kalt und trostlos
Schmerzhaft ist hier jede Bewegung
Wie ich im Wasser verweile
Wie ich durch den Ozean wandere
Ukko du o Gottheit da oben
Du die Herrscherin der Himmel
Komm her du wirst gebraucht
Komm her ich flehe dich an
Um mich aus Schwierigkeiten
Zu befreien um mich aus Not zu retten
Komm ich bitte dich beeile dich beeile dich
Mehr als du brauchst beeile dich
Und hilf dieser hilflosen Jungfrau
Als sie mit ihrem Flehen aufhörte
Vergeht kaum ein Moment
Bevor eine schöne Ente herabsteigt
Hastig auf die Wassermutter zukommt
Hierher fliegt dorthin fliegt
Sich einen Platz zum Nisten sucht
Fliegt sie nach Osten fliegt sie nach Westen
Kreisend nach Norden kreisend nach Süden
Kann keinen grasbewachsenen Hügel finden
Nicht das kleinste Stück Grün
Kann keinen geschützten Ort finden
Kann keinen geeigneten Ort finden
Wo sie ihr Nest in Sicherheit bringen kann
Sie fliegt langsam und schaut sich um
Sie erkennt keinen Platz zum Ausruhen
Sie denkt laut und lange debattierend
Und ihre Worte lauten wie folgt
Baue ich in den Winden meine Wohnung
Auf den Fluten meinen Nistplatz
Sicher würden die Winde es zerstören
In der Ferne würden die Wellen es waschen
Dann hob die Tochter des Äthers
Jetzt die unglückliche Wassermutter
Ihre Schultern aus dem Wasser
Hob ihre Knie über den Ozean
Damit die Ente ihre Wohnung bauen könnte
Ihren Nistplatz in Sicherheit bauen könnte
Daraufhin fliegt die Ente in Schönheit
Fliegt langsam schaut sich um
Späht die Schultern der Jungfrau aus
Sieht die Knie von des Äthers Tochter
Jetzt die unglückliche Wassermutter
Denkt sie seien grasbewachsene Hügel
Auf dem blauen Rücken des Ozeans
Von dort fliegt sie und schwebt langsam
Leicht auf dem Knie setzt sie sich
Findet einen geeigneten Nistplatz
Wo kann sie ihre Eier in Sicherheit legen
Hier baut sie ihre bescheidene Wohnung
Legt ihre Eier nach Belieben
Sechs die goldenen Eier die sie dort legt
Dann ein Siebtes ein Ei aus Eisen
Setzt sich auf ihre Eier um sie auszubrüten
Und wärmt sie schnell auf der Kniescheibe
Der unglücklichen Wassermutter
Brütet einen Tag dann einen zweiten
Dann einen dritten Tag schlüpft es aus
Wärmer wird das Wasser um sie herum
Wärmer ist ihr Bett im Ozean
Während ihr Knie mit Feuer entzündet wird
Und auch ihre Schultern brennen
Feuer in jeder Ader fließt
Schnell bewegt die Jungfrau ihre Schultern
Schüttelt ihre Glieder nacheinander
Schüttelt das Nest von seinem Fundament
Und die Eier fallen in den Ozean
Stürzen in Stücke auf dem Boden
Von den tiefen und grenzenlosen Gewässern
Im Sand sterben sie nicht
Nicht die Stücke im Ozean
Aber verwandelt in wundersamer Schönheit
Alle Fragmente kommen zusammen
Und bilden zwei Teile
Eines oben eines unten
Gleich dem einen gleich dem anderen
Aus einer Hälfte des Eies der unteren
Wächst das Untergewölbe der Erde
Aus der verbleibenden Hälfte
Wächst das obere Gewölbe des Himmels
Aus dem weißen Teil kommen die Mondstrahlen
Aus dem gelben Teil der Sonnenschein
Aus dem bunten Teil das Sternenlicht
Aus dem dunklen Teil wächst die Trübung
Und die Tage rasen schnell voran
Schnell fliegen die Jahre vorbei
Vom Schein der neuen Sonne
Vom Licht des Vollmonds
Noch immer die Tochter des Äthers
Schwimmt durch das Meer als Wassermutter
Mit den Fluten vor ihr
Und hinter ihr Himmel und Ozean
Schließlich etwa im neunten Jahr
Im Sommer des zehnten Jahres
Hebt sie ihren Kopf über die Oberfläche
Hebt ihre Stirn aus dem Wasser
Und beginnt endlich ihre Arbeit
Jetzt beginnt ihre Kreation
Auf den azurblauen Wasserrippen
Auf der mächtigen Verschwendung vor ihr
Wo ihre Hand sie im Wasser drehte
Entstand ein fruchtbarer Hügel
Wo sie ihren Fuß hatte
Ruhte sie sich aus
Dort machte sie ein Loch für Fische
Wo sie unter Wasser tauchte
Fielen die vielen Tiefen des Ozeans
Wo sie sich auf ihre Seite drehte
Dort sind die ebenen Ufer gestiegen
Wo ihr Kopf nach dem Land gerichtet war
Erschienen weite Buchten und Fjorde
Als sie vom Ufer aus eine Strecke schwamm
Und sich auf ihrem Rücken ausruhte
Dort die Felsen die sie gemacht und geformt hatte
Und die verborgenen Riffe die geschaffen wurden
Wo die Schiffe so oft zerstört wurden
Wo so viele Leben umgekommen sind
So entstanden die Inseln
Felsen wurden im Ozean befestigt
Säulen des Himmels wurden gepflanzt
Felder und Wälder wurden geschaffen
Karierte Steine in vielen Farben
Im silbernen Sonnenlicht glänzend
Alle Felsen standen gut etabliert
Aber der Sänger Wainamoinen
Hatte den Sonnenschein noch nicht gesehen
Hatte das goldene Mondlicht nicht gesehen
Und blieb immer noch unbefriedigt
Wainamoinen alt und vertrauenswürdig
Verweilt in seinem Verlies
Insgesamt dreißig Sommer
Und von Wintern auch dreißig
Friedlich auf der Verschwendung von Wasser
Auf dem nachgebenden Busen des Meeres
Gut reflektierend lange überlegend
Wie ungeboren zu leben und zu gedeihen
In den in Dunkelheit gehüllten Räumen
in unangenehmen Grenzen
Wo er das Mondlicht nicht gesehen hatte
Hatte den silbernen Sonnenschein nicht gesehen
Daraufhin werden diese Worte ausgesprochen
Ließ sich auf diese Weise hören
Nimm o Mond ich bitte dich nimm mich
Nimm mich du Sonne über mir
Nimm mich du Bärin des Himmels
Aus dieser Dunkelheit und trostlosem Gefängnis
Von diesen unpassenden Portalen
Von diesem engen Ort der Ruhe
Von dieser dunklen und düsteren Wohnung
Lass mich auf dem Ozean wandern
Auf den Inseln wandeln
Auf dem trockenen Land wandeln und wandern
Wie ein alter Held wandern
Gehen an die frische Luft und atmen
So um den Mond am Abend zu sehen
So um das silberne Sonnenlicht zu sehen
So um die Bärin im Himmel zu sehen
Damit ich die Sterne betrachten kann
Da der Mond sich weigerte ihn zu befreien
Und die Sonne ihn nicht retten wollte
Noch die Große Bärin Hilfe leistete
Er seiner Existenz müde wurde
Und sein Leben nur ein Ärger war
Brach er dann die äußeren Portale
Seiner dunklen und düsteren Festung
Mit seinem starken aber unbenannten Finger
Öffnet er das Schloss das Widerstand leistet
Mit den Zehen am linken Fuß
Mit den Fingern seiner rechten Hand
Kriecht er durch die nachgebenden Portale
Bis zur Schwelle seiner Wohnung
Auf den Knien über die Schwelle
Wirft er sich mit dem Kopf nach vorne
Stürzt vorwärts in die Tiefen des Ozeans
Stürzt hierher stürzt dorthin
Dreht mit seinen Händen das Wasser
Schwimmt er nach Norden schwimmt er nach Süden
Schwimmt er nach Osten schwimmt er nach Westen
Studiert seine neue Umgebung
So erreichte unser Held das Wasser
Ruhte fünf Jahre im Ozean
Sechs lange Jahre und sogar sieben Jahre
Bis zum Herbst des achten Jahres
Als er endlich das Wasser verlässt
Stoppt auf einem Vorgebirge
An einer Küste ohne Grün
Auf seinen Knien verlässt er den Ozean
Auf dem Land pflanzt er seinen rechten Fuß
Auf dem festen Boden seinen linken Fuß
dreht schnell seine Hände um sich
Steht aufrecht um den Sonnenschein zu sehen
Steht um das goldene Mondlicht zu sehen
Damit er sehen kann die Große Bärin
Damit er die Sterne betrachten kann
So wurde unser Held Wainamoinen
So wurde der wunderbare Zauberer
Von seiner Mutter erlöst
Ilmatar Tochter des Äthers
ERSTER GESANG
Dies ist die Zeit um von Ahti
Dem Sohn von Lempo von Kaukomieli
Auch bekannt als Lemminkainen zu singen
Ahti war der König der Inseln
Wuchs inmitten der Inselwohnungen
An der Stelle seiner lieben Mutter
An den Grenzen des Ozeans
An den Spitzen der Vorgebirge
Ahti ernährte sich vom Lachs
Ernährte sich vom Wittling des Ozeans
So wurde er ein mächtiger Held
In seinen Adern floss das Blut der Jahrhunderte
Aufrecht und formte ihn gebieterisch
Das Wachstum von Geist und Körper war perfekt
Aber leider er hatte seine Fehler
In der Tat war schlecht sein Herz und seine Moral
An unwürdigen Orten herumlaufend
Tage und Nächte in Sequenzen bleibend
In den Häusern fröhlicher FreudenMädchen
Bei den Tänzen der Jungfrauen
Bei den Mädchen der geflochtenen blonden Locken
Oben in Sahri lebte eine Jungfrau
Lebte die schöne und siegreiche Kulli
Schön wie eine Sommerblume
Von einem königlichen Haus hergekommen
Zu perfekter Form und Schönheit gewachsen
Lebte in der Hütte ihres Vaters
Der Heimat vieler alter Helden
Schön war sie und Königin
In ganz Estland gelobt
Von weitem kamen Männer um sie zu umwerben
Zum Geburtsort der Jungfrau
Zum Haushalt ihrer Mutter
Für seinen Sohn umwirbt der Tagesstern sie
Aber sie wird nicht ins Sonnenland gehen
Wird nicht neben dem Tagesstern leuchten
In seiner Eile den Sommer zu bringen
Für ihren Sohn umwirbt der helle Mond sie
Aber sie wird nicht ins Mondland gehen
Durch den hellen Mond wird sie nicht schimmern
Wird nicht durch den grenzenlosen Äther laufen
Für seinen Sohn umwirbt der Nachtstern sie
Aber sie wird nicht ins Sternenland gehen
Wird nicht im Sternenlicht funkeln
Durch die trostlosen Nächte im Winter
Liebhaber kommen aus dem fernen Estland
Andere kommen aus dem fernen Ingern
Aber sie können das Mädchen nicht gewinnen
Dies ist die Antwort die sie ihnen gibt
Vergeblich sind eure Lobpreisungen
Vergeblich ist euer angebotenes Silber
Reichtum und Lob sind keine Versuchung
Niemals werde ich gehen nach Estland
Niemals werde ich rudern
Auf den Gewässern des Ingern
Werde nicht die SahriGewässer überqueren
Niemals den Fisch von Estland essen
Niemals das EstlandFleisch schmecken
IngerLand wird mich niemals sehen
Werde nicht auf ihren Flüssen rudern
Werden nicht in ihre Grenzen treten
Dort sind Armut und Hunger
Holz fehlt Treibstoff fehlt
Weder Wasser Weizen noch Gerste
Auch Roggen ist nicht reichlich vorhanden
Lemminkainen von den Inseln
Der kriegerische Held Kaukomieli
Verpflichtet sich die Jungfrau zu gewinnen
Zu werben und die SahriBlume zu gewinnen
Eine Braut zu gewinnen die so hoch geehrt ist
Das Mädchen mit goldenen Locken zu gewinnen
Die SahriMaid der Schönheit zu gewinnen
Aber seine Mutter warnt ihn
Nein antwortet seine grauhaarige Mutter
Umwerbe nicht mein geliebter Sohn
Eine Jungfrau eines höheren Standes
Sie wird dich niemals mit ihrer Abstammung
Von Sahri glücklich machen
Sprach der Held Lemminkainen
Dies sind die Worte von Kaukomieli
Sollte ich von einem niedrigen Stand kommen
Obwohl mein Stamm nicht der höchste ist
Werde ich um meine Phantasiefrau werben
Werben die Jungfrau schön und lieblich
Wählen eine Frau von Wert und Schönheit
Dies ist die Antwort der besorgten Mutter
Lemminkainen geliebter Sohn
Höre auf mütterlichen Rat
Geh nicht in die Ferne nach Sahri
Zu ihrem Stamm vieler Zweige
Alle Mädchen dort werden dich verspotten
Alle Frauen werden dich verspotten
Lemminkainen wenig hörend antwortet
Auf das Plädoyer seiner Mutter
Ich werde immer noch den Spott der Frauen verspotten
Alle Verspottungen der Mädchen zum Schweigen bringen
Ich werde ihre hochmütigen Brüste zerquetschen
Die Hände und Wangen von Säuglingen schlagen
Dies wird sicherlich ihre Beleidigungen überprüfen
Passend ist das ein Ende der Verspottung
Dies ist die Antwort der Mutter
Wehe mir mein geliebter Sohn
Wehe mir mein Leben ist schwer
Solltest du die SahriTöchter verspotten
Oder die Mägde der Tugend beleidigen
Solltest du sie zum Spott auslachen
Wird sich erheben eine große Auseinandersetzung
Heftig die Schlacht die folgen wird
Alle Heerscharen von SahriFreiern
Die zu Tausenden bewaffnet sind
Werden dich angreifen
Und werden dich für deine Torheit töten
Nicht hörend Lemminkainen
Die Warnung seiner Mutter nicht beachtend
Führte sein Kriegspferd aus den Ställen
Hängte schnell die feurige Waffe an
Fuhr flott auf seiner Reise
Zum fernen SahriDorf
Dort die SahriBlume zu umwerben
Dort zu gewinnen die Braut der Schönheit
Alle alten SahriFrauen
Alle jungen und liebenswerten Mädchen
Die lachten den kommenden Fremden verachtend
Unvorsichtig durch die Gassen fahrend
Wild durch den Hof fahrend
Jetzt im Tor störend
Einen Schacht brechend und Schande den Läufern
Dann schüttelte der furchtlose Lemminkainen
Mit schiefem Mund und faltigem Gesicht
Seine Zobellocken und antwortete
Niemals in meiner Erinnerung
Habe ich eine solche Behandlung gehört oder gesehen
Niemals wurde ich so verspottet
Ich habe niemals solchen Spott von Frauen erlitten
Ich habe niemals solche Verachtung von Jungfrauen erlitten
Nicht in meiner unsterblichen Lebenszeit
Gibt es einen angemessenen Ort
Auf den SahriEbenen und Weiden
Wo man Lieder und Tänze mitmachen kann
Gibt es hier einen Saal zum Vergnügen
Wo die SahriMädchen verweilen
Fröhliche Mädchen mit geflochtenen blonden Locken
Daraufhin antworteten die SahriMädchen
Von ihrem Vorgebirge aus
In Sahri ist genug Platz
Raum auf den SahriWeiden
Raum für Vergnügungshallen und Tänze
Singe und tanze auf unseren Wiesen
Sei ein Hirte auf den Bergen
HirtenJungen haben Platz zum Tanzen
Träge sind die SahriKinder
Aber die Hengste sind fett und munter
Wenig fürsorglich Lemminkainen
Trat dort als Hirte in den Dienst
Tagsüber auf den Weiden
Abends fröhlich
Bei den Spielen lebhafter Mädchen
Bei den Tänzen mit den Jungfrauen
Bei den Mädchen mit geflochtenen blonden Locken
So war es dass Lemminkainen
So der Hirte Kaukomieli
Das Lachen der Frauen schnell unterdrückte
Die Verspottungen der Mädchen schnell löschte
Ihre Verspottung schnell zum Schweigen brachte
Alle Damen und SahriTöchter feierten
Bald Lemminkainen
An seiner Seite tanzten und verweilten sie
Es gab nur eine unter ihnen
Eine unter den SahriJungfrauen
Die weder Liebe noch Werber beherbergte
Begünstigte weder Götter noch Helden
Dies ist die schöne Magd Kyllikki
Dies ist die schönste Blume der Sahri
Lemminkainen voller Vergnügen
Der hübsche Held Kaukomieli
Ruderte hundert Boote in Stücke
Brach tausend Ruder in Fragmente
Während er die Magd der Schönheit umwarb
Versuchte die schöne Kyllikki zu gewinnen
Schließlich spricht die schöne Jungfrau
Die schönste Tochter des Nordlandes
Lemminkainen an
Warum bleibst du hier du Schwacher
Warum murmelst du an diesen Grenzen
Warum kommst du mich an meinem Kamin zu umwerben
Umwirbst mich im Kupfergürtel
Habe keine Zeit dazu verziehe dich
Gib diesem Stein lieber seine Politur
Eher würde ich den Stößel
In dem Sandsteinmörser drehen
Setze dich lieber neben meine Mutter
In die Wohnungen meines Vaters
Niemals werde ich deine Werbung beachten
Weder Wichte noch Schneemänner mir wichtig sind
Eher habe ich einen schlanken Ehemann
Da ich einen schlanken Körper habe
Möchte dass er eine gute Figur hat
Da ich sehr gut geformt bin
Ich möchte ihn groß und stattlich haben
Denn meine Form ist wahrhaft königlich
Verschwende niemals deine Zeit damit
Um Sahris Magd und bevorzugte Blume zu werben
Die Zeit war nur wenig vergangen
Kaum ein Monat war vergangen
Als an einem fröhlichen Abend
Wo sich die Mädchen zum Tanzen trafen
Im Tal hinter der Wiese
Auf einem ebenen Stück Grün
Zu früh die Magd Kyllikki kam
Sahris Stolz die Magd der Schönheit
Schnell folgte Lemminkainen
Mit seinem Hengst stolz tänzelnd
Schnellster Renner des Nordlandes
Flott jagt über die Wiese hinaus
Wo sich die Jungfrauen zum Tanzen treffen
Schnappt sich schnell die Magd Kyllikki
Auf den Sitz setzt er die Jungfrau
Zieht schnell die Lederhülle über sie
Und passt sie an die Querstange
Peitscht seinen Renner zum Galopp
Mit einem Ansturm und Brüllen und Rasseln
Beschleunigt er nach Hause wie der Sturmwind
Spricht diese Worte zu denen die zuhören
Niemals niemals ängstliche Mädchen
Müsst ihr die Information geben
Dass ich Kyllikki zu meinem entfernten Zuhause
Verschleppt habe und genommen
Wenn ihr diesen Befehl nicht beachtet
Werdet ihr als Jungfrauen schlecht abschneiden
Ich werde singen um eure Freier zu kriegen
Sie unter Speer und Breitschwert singen
Dass ihr für Monate Jahre und Ewigkeiten
Niemals ihre Gesichter sehen werdet
Hören niemals ihre fröhlichen Stimmen
Niemals werden sie diese Hochländer betreten
Niemals werden sie sich diesen Tänzen anschließen
Niemals werden sie diese Hochstraßen fahren
Traurig das Wehklagen von Kyllikki
Traurig die weinende Blume von Sahri
Höre auf ihr tränenreiches Flehen
Gib o gib mir meine Freiheit zurück
Befreie mich von den Folgen der Frechheit
Lass diese Jungfrau nach Hause wandern
Lass mich auf einem Fußweg
Zu meinem Vater wandern der trauert
Zu meiner Mutter die weint
Lass mich gehen oder ich werde dich verfluchen
Wenn du mir keine Freiheit geben willst
Willst du mich nicht nach Hause wandern lassen
Wo meine Lieben auf mein Kommen warten
Habe ich sieben tapfere Brüder
Sieben Söhne des Bruders des Vaters
Sieben Söhne der MutterSchwester
Die den Spuren von Rotwild nachjagen
Jagen den Hasen auf dem Heidekraut
Sie werden dir folgen und dich töten
So werde ich meine gewünschte Freiheit erlangen
Lemminkainen sie wenig beachtet
Würde die Wünsche der Jungfrau nicht erfüllen
Würde ihre Bitte um Gnade nicht beachten
Sprach noch einmal die wartende Jungfrau an
Der Stolz und die Schönheit des Nordlandes
Freudig war ich mit meiner Verwandtschaft
Freudig geboren und sanft gepflegt
Lustig verbrachte ich meine Kindheit
Glücklich ich in Jungfrauenfreiheit
In der Wohnung meines Vaters
Am Bett meiner Mutter
Mit meiner Abstammung in Sahri
Aber leider ist alle Freude verschwunden
Alle mein Glück ist verschwunden
Alle meine jungfräuliche Schönheit schwindet
Seit ich deinem bösen Geist begegnet bin
Schamloser Held der Schande
Grausamer Kämpfer der Inseln
Gnadenlos im Bürgerkrieg
Sprach der Held Lemminkainen
Dies sind die Worte von Kaukomieli
Liebste Jungfrau schöne Kyllikki
Meine süße Erdbeere von Pohya
Immer noch deine Qual hör auf zu weinen
Sei frei von Sorge und Trauer
Niemals werde ich dir Böses tun
Niemals werde meine Hände dich misshandeln
Niemals werden dich meine Arme missbrauchen
Niemals wird meine Zunge dich beschimpfen
Niemals wird mein Herz dich täuschen
Sag mir warum du diese Qual hast
Warum du diese bittere Trauer hast
Warum dieses Seufzen und Wehklagen
Warum dieses Wehklagen der Traurigkeit
Verbanne alle deine Sorgen und Kümmernisse
Trockne deine Tränen und lindere deine Qual
Ich habe Vieh Essen und Schutz
Ich habe ein Zuhause und Freunde und Verwandte
Bekannte auf den Ebenen und im Hochland
In den Sümpfen Beeren reichlich
Erdbeeren auf den Bergen
Kühe die nicht gemolken werden müssen
Hübsche Kühe die keine Fütterung brauchen
Schön wenn nicht gar sehr gut
Brauchen nicht am Abend gebunden zu werden
Brauchen nicht am Morgen befreit zu werden
Du brauchst nicht zu jagen musst sie nicht füttern
Brauchst ihnen nicht Salz noch Wasser geben
Denkst du meine Rasse ist niedrig
Glaubst du ich bin unedel geboren
Ist meine Abstammung dir zuwider
Wurde ich nicht in einer hohen Stellung geboren
Von einem Stamm edler Helden
Von einer würdigen Rasse die herabgekommen ist
Aber ich habe ein Schwert der Inbrunst
Und einen Speer mit Mut gefüllt
Sicherlich von guter Abstammung sind diese
Wurden von Heldenrassen geboren
Gespitzte vom mächtigen Hisi
Von den Göttern geschmiedet
Deshalb will ich dir geben die Größe
Die Großartigkeit meiner Rasse und Nation
Mit meinem Breitschwert voller Inbrunst
Mit meinem Speer voller Mut
Ängstlich spricht die seufzende Jungfrau
Lemminkainen an
O Ahti Sohn von Lempo
Willst du diese vertrauende Jungfrau nehmen
Als deine treue Lebensgefährtin
Nimm mich unter deinen Schutz
Sei mir ein treuer Ehemann
Schwöre mir einen Eid von Ehre
Dass du nicht in die Schlacht ziehst
Wenn du dich nach Gold sehnst
Wenn du Gold und Silber wünschst
Dies ist Lemminkainens Antwort
Ich werde einen Eid der Ehre schwören
Dass ich niemals in den Kampf ziehen werde
Wenn ich mich nach Gold sehne
Wenn ich mir Gold und Silber wünsche
Schwöre du auch auf deine Ehre
Du wirst nicht ins Dorf gehen
Wenn das Verlangen nach Tanz dich antreibt
Ich werde keine Dorftänze besuchen
So legten die beiden gemeinsam einen Eid ab
Registrierten ihre Gelübde im Himmel
Schworen vor der allweisen Ukko
Nimmer in den Krieg zu ziehen gelobte Ahti
Niemals zum Tanz Kyllikki
Lemminkainen voller Freude schnappte
Seine Peitsche über seinen Renner
Peitschte seinen Rennfahrer in einen Galopp
Und diese Worte sagte der Held
Geht es euch gut ihr SahriWiesen
Tannenwurzeln und Birkenstümpfe
Das ich wanderte im Sommer hindurch
dass ich im Winter reise
Wo oft in der Regenzeit
In der Abendstunde verweilte ich
Als ich versuchte die Jungfrau zu gewinnen
Wollte die Maid der Schönheit gewinnen
Schönste der SahriBlumen
Geht es euch gut ihr SahriWälder
Meere und Ozeane Seen und Flüsse
Täler und Berge Inseln und Buchten
Einst die Heimat der schönen Kyllikki
Schnell galoppierte der Renner nach Hause
Galoppierte weiter entlang der Hochstraße
In Richtung der Wiesen von Wainola
Zu den Ebenen von Kalevala
Als sie sich den AhtiWohnungen näherten
Sprach Kyllikki traurig
Kalt und trostlos ist dein Häuschen
Das wie ein verlassener Ort erscheint
Wem kann diese düstere Hütte gehören
Wem die so wenig geehrte
Sprach der Held Lemminkainen
Diese Worte Ahti aussprach
Trauere nicht um meine Hütte
Kümmere dich nicht um meine Gemächer
Ich werde dir andere Wohnungen bauen
Ich werde sie viel besser gestalten
Balken und Pfosten und Schwellen und Sparren
Aus dem heiligen Birkenholz gefertigt
Jetzt erreichen sie das Haus von Ahti
Lemminkainens Haus und Geburtsort
Betreten das Haus seiner Mutter
Dort begegnen sie seiner alten Mutter
Dies sind die Worte die die Mutter verwendet
Lange bist du abwesend gewesen
Lange in fremden Ländern bist du gewandert
Lange in Sahri hast du verweilt
Dies ist Lemminkainens Antwort
Alle Heerscharen von SahriFrauen
Alle keuschen und liebreizenden Mädchen
Alle Mädchen mit geflochtenen blonden Locken
Haben gut bezahlt für ihre Verspottung
Für ihre Verachtung und für ihr Lachen
Dass sie sich auf mich stürzten
Ich habe die Beste unter ihnen
In meinem Schlitten in dein Haus gebracht
Nun ich habe sie in meine Pelzmäntel gewickelt
Hielt sie warm in Bärenfell gehüllt
Brachte sie in die Wohnung meiner Mutter
Als meine treue Lebensgefährtin
So bezahlte ich die verächtlichen Mädchen
Bezahlte sie gut für ihren Spott
Geschätzte Mutter meines Wesens
Ich habe das lang ersehnte Juwel gefunden
Ich habe die Maid der Schönheit gewonnen
Bedecke unsere Couch mit feinstem Leinen
Gib für unsere Köpfe die weichsten Kissen
Auf unserem Tisch seltenste Lebensmittel
Damit ich darin wohnen kann mit Lust
Mit meiner Ehepartnerin der Braut der Ehre
Mit dem Stolz des fernen Sahri
Dies ist die Antwort der Mutter
Sei gepriesen o Ukko voll der Gnade
Laut gepriesen o Schöpferin
Da du mir eine Tochter gibst
Ahtis Braut meine zweite Tochter
die am Abend das Feuer schüren kann
Mir am besten weben kann Stoffe
Die kann die nützliche Spindel drehen
Die kann meine seidenen Bänder waschen
Die kann die reichsten Kleidungsstücke füllen
Geliebter Sohn preise deine Schöpferin
Denn der Gewinn dieser Jungfrau
Dem Stolz und der Freude des fernen Sahri
Verdankst du in der Tat deiner Schöpferin
Der allweisen allwissenden Ukko
Rein ist der Schnee auf den Bergen
Reiner noch deine Braut der Schönheit
Weiß ist der Schaum auf dem Meer
Weißer noch ihr jungfräulicher Geist
Anmutig auf den Seen der weiße Schwan
Noch anmutiger deine Begleiterin
Schön die Sterne im Himmel
Noch schöner Kyllikki
Größer mach unser bescheidenes Häuschen
Breiter bau die Türen und Fenster
Gestalte die Decken höher
Schmücke die Wände in Schönheit
Jetzt wo du eine Braut genommen hast
Von einem Stamm höheren Standes
Die reinste Jungfrau der Schöpfung
Von den Wiesen von Sahri
Von den oberen Ufern vom Nordland
ZWEITER GESANG
Lemminkainen kunstvoller Ehemann
Rücksichtsloser Held Kaukomieli
Ständig neben seiner jungen Frau
Er verbrachte sein Leben in süßer Zufriedenheit
Und die Jahre vergingen schnell vorwärts
Ahti dachte nicht an die Schlachten
Noch Kyllikki an die Tänze
Es war einmal dass der Held
Lemminkainen am frühen Abend
Auf dem See fischte
Und nicht zu Hause war
Als die grausame Nacht hereinbrach
In das Dorf ging Kyllikki
Zum Tanz der fröhlichen Mädchen
Wer wird die böse Geschichte erzählen
Wer wird die Informationen
An den Ehemann Lemminkainen weitergeben
Ahtis Schwester erzählt die Geschichte
Und der Name der Schwester war Ainikki
Bald verbreitet sie die grausame Botschaft
Geradewegs gibt sie die Information
Von Kyllikkis verlobter Ehre
Dies sind die Worte die Ainikki ausspricht
Ahti mein geliebter Bruder
Zum Dorf ging Kyllikki
In die Halle vieler Fremder
Zu den Theaterstücken und Dorftänzen
Mit den jungen Männern und den Mädchen
Mit den Mädchen der geflochtenen blonden Locken
In die Hallen der Freude und des Vergnügens
Lemminkainen sehr niedergeschlagen
Gebrochenes Herz vor Wut errötet
Sprach diese Worte mit gemessenen Akzenten
Liebe Mutter meine grauhaarige Mutter
Willst du sofort meine Wäsche
Im Blut von Giftschlangen waschen
Im schwarzen Blut der Störche
Ich muss in den Kampf eilen
An die Lagerfeuer des Nordlandes
Auf die Schlachtfelder von Lappland
In das Dorf ging Kyllikki
Zum Spiel der fröhlichen Mädchen
Zu den Spielen und Dorftänzen
Zu den Mägden von geflochtenen blonden Locken
Sofort spricht die Frau Kyllikki
Mein geliebter Ehemann Ahti
Ziehe nicht in den Krieg ich bitte dich
Abends lag ich schlafend
Schlummernd sah ich im Traumland
Feuer aus dem Schornstein schießen
Flammen aufsteigen himmelwärts steigen
Aus den Fenstern dieser Wohnung
Von den Gipfeln dieser Sparren
Durchbohren unsere oberen Kammern
Brüllen wie der Fall des Wassers
Springen von Boden und Decke
Von den Hallen und Türen schießend
Aber der zweifelnde Lemminkainen
Gibt Kyllikki diese Antwort
Ich glaube nicht an Träume oder Frauen
Habe kein Vertrauen in Gelübde von Mädchen
Treue Mutter meines Seins
Bringe meine Rüstung aus Kupfer
Starkes Verlangen regt sich in mir
Nach dem Pokal des tödlichen Kampfes
Nach dem Met der KampfEroberung
Dies ist die Antwort der flehenden Mutter
Lemminkainen geliebter Sohn
Ziehe nicht in den Krieg ich bitte dich
Wir haben reichlich schäumendes Bier
In unseren Gefäßen Gerstenbier
In Fässern von Eichenzapfen gehalten
Trinke dieses Bier des Friedens und der Lust
Lass uns trinken zusammen davon
Sprach der Held Lemminkainen
Ich werde das Fleisch nicht mehr schmecken
In der Heimat der falschen Kyllikki
Eher würde ich das Wasser
Von den bemalten Spitzen der Birkenruder trinken
Weit süßer ist mir das Wasser
Als das Getränk der Schande
Bei meiner Mutter zu Hause und am Kamin
Hierher bring meine Rüstung
Bring mir jetzt das Schwert des Kampfes
Bring das Ehrenschwert meines Vaters
Ich muss ins oberer Nordland gehen
Zu den Schlachtfeldern Lapplands
Dort mir Gold und Silber zu gewinnen
Dies ist die Antwort der besorgten Mutter
Mein geliebter Kaukomieli
Wir haben Gold in großer Fülle
Gold und Silber im Lagerraum
Vor kurzem auf dem Hochland
In den frühen Morgenstunden
Arbeiteten die Arbeiter auf den Kornfeldern
Pflügten die mit Schlangen gefüllten Wiesen
Als der Pflugschar den Deckel
Von einer Truhe aus Gold und Silber hob
Da war unzähliges Gold freigelegt
Versteckt unter der grasbewachsenen Wiese
Dies ist der Schatz den ich dir gebracht habe
Nimm das unzählige Gold zur Begrüßung
Sprach der Held Lemminkainen
Wünsche deinem Haushalt kein Silber
In den Kriegen werde ich mein Silber verdienen
Gold und Silber aus dem Kampf
Sind für mich von größerem Wert
Als der Reichtum den du entdeckt hast
Bring mir jetzt meine schwere Rüstung
Bring mir auch meinen Speer und mein Breitschwert
Zum Nordland muss ich mich beeilen
Zu den blutigen Kriegen Lapplands
Dorthin treibt mich mein Stolz an
Dorthin wendet sich mein Herz
Ich habe eine Geschichte über Lappland gehört
Einige glauben an die wundersame Geschichte
Dass eine Maid in Pimentola lebt
Die sich nicht um Freier kümmert
Sich nicht um bärtige Helden kümmert
Dies ist die Antwort der alten Mutter
Kriegerischer Athi geliebter Sohn
In deinem Haus hast du Kyllikki
Die schönste Frau aller Inseln
Seltsam zwei Frauen zu sehen
Die bei nur einem Ehemann wohnen
Sprach der Held Lemminkainen
Zum Dorf läuft Kyllikki
Lass sie zu Dorftänzen laufen
Lass sie in anderen Wohnungen schlafen
Mit der Dorfjugend finden Vergnügen
Mit den Mädchen mit geflochtenen blonden Locken
Versucht die Mutter ihn festzuhalten
Also die besorgte Mutter antwortet
Geh nicht mein Sohn Geliebter
Das sind Ignoranten von PohyaHexerei
In den fernen Häusern vom Nordland
Bis du die Kunst der Magie hast
Bis ich eine kleine Weisheit habe
Gehe nicht zu den Schlachtfeldern
Zu den Feuern der Kinder vom Nordland
Zu den Schlachtfeldern von Lappland
Bis in der Magie du Meister bist
Dort werden dich die Mädchen
Von Lappland bezaubern
TuryaLeute werden dich verzaubern
Singen dein Antlitz zu Holzkohle
Kopf und Schultern zum Ofen
In Asche singen sie deinen Vorderarm
Ins Feuer lenken sie deine Schritte
Sprach der kriegerische Lemminkainen
Zauberer haben mich oft verzaubert
Und die faszinierenden Schlangen
Lapplands Zauberer drei an der Zahl
An einem Vorabend im Sommer
In der Dämmerung auf einem Felsen sitzend
Kein Kleidungsstück um sie zu beschützen
Einmal verzauberten sie mich mit ihrer Magie
So viel haben sie mir genommen
Dies ist die Summe aller meiner Verluste
Was das Kriegsbeil aus Feuerstein gewinnt
Was die Schnecke aus Granit bohrt
Was die Ferse vom Eisberg abplatzt
Und was der Tod aus Grabsteinen entwendet
Schrecklich drohten die Zauberer
Versuchten mich mit ihrer Magie zu versenken
Im Wasser der Sümpfe
In Schlamm und tückischem Treibsand
Bis zu meinem Kinn in Sumpf und Wasser
Aber auch ich wurde als Held geboren
Als Held und Magier geboren
War nicht von ihrer Magie beunruhigt
Sofort begann ich zu singen
Sang die Bogenschützen mit ihren Pfeilen
Sang die Speermänner mit ihren Waffen
Sang die Schwertkämpfer mit ihrer Wehr
Sang die Sänger mit ihrem Gesang
Sang die Zauberer mit ihrer Magie
Sang zu den Stromschnellen der Flüsse
Zu dem höchsten Wasserfall
In den alles verschlingenden Strudel
In die tiefsten Tiefen des Ozeans
Wo die Zauberer noch schlafen
Schlafen bis das Gras nach oben schießt
Durch die Bärte und faltigen Gesichter
Durch die Locken der Zauberer
Wie sie schlafen unter den Wogen
Bittet immer noch die besorgte Mutter
Bittet Lemminkainen immer noch
Den Helden zu bleiben
Während Kyllikki um Vergebung bittet
Dies ist die Sprache der Mutter
Geh nicht mein geliebter Sohn
In die Dörfer vom Nordland
Nicht an die kalten Grenzen Lapplands
Düsteres Unglück wird dich treffen
Der Stern des Bösen siedelt sich an
Lemminkainens Ende und Zerstörung
Könntest du in hundert Zungen sprechen
Ich könnte dir nicht glauben
Dass du durch die Magie deines Gesangs
Die Söhne Lapplands
Auf den Grund des Ozeans verzaubern kannst
Du kennst die TurySprache nicht
Kannst nur die Sprache sprechen von Suomi
Kannst nicht durch witzlose Magie gewinnen
Lemminkainen rücksichtsloser Held
Auch bekannt als Kaukomieli
Stand neben seiner Mutter
Kämmte seine Zobellocken aus und überlegte
Bürstete seinen Bart ab und debattierte
Standhaft noch in seiner Entscheidung
Schleuderte schnell seinen Pinsel in Wut
Schleuderte ihn gegen die Wand gegenüber
Gibt seiner Mutter die endgültige Antwort
Dies sind die Worte die Ahti verwendet
Das Unglück wird mich treffen
Ein trauriges Schicksal wird mich einholen
Das Böse kommt zu Lemminkainen
Wenn das Blut aus dieser Haarbürste fließt
Wenn Blut aus diesen Borsten sickert
So geht der kriegerische Lemminkainen
Nach Lappland
Ohne auf die Warnung seiner Mutter zu achten
Noch auf ihr Verbot
So rüstet sich der Held Kaukomieli
Schnell für die Kriegsführung aus
Auf seinem Kopf ein Kupferhelm
Auf seinen Schultern Kupferkappen
Auf seinem Körper Eisenpanzer
Stahl der Gürtel um seinen Körper
Während er sich für den Kampf gürtet
Spricht Ahti so
Stark der Held in seiner Rüstung
Stark in der Tat in einem Kupferhelm
Mächtig in der Rüstung aus Eisen
Stärker als jeder Held
An den düsteren Ufern Lapplands
Braucht keine Angst vor ihren weisen Zauberern zu haben
Ich brauche ihre stärksten Fohlen nicht zu fürchten
Ich brauche keinen Krieg mit Zauberern zu fürchten
Er ergriff dann das Schwert der Schlacht
Ergriff fest das schwere Breitschwert
Das Tuoni geschliffen hatte
Das die Götter geschärft hatten
Stieß es in die Lederscheide
Band die Scheide an seine Rüstung
Wie schützen sich Helden vor Gefahren
Wie schützen sie sich vor dem Bösen
Helden bewachen ihre Häuser und Kamine
Bewachen ihre Türen und Dächer und Fenster
Bewachen die Pfosten die die Fackeln beleuchten
Bewachen die Straßen zum Hof
Bewachen die Enden aller Tore
Helden schützen sich vor Weibern
Vorsichtig sind sie vor fröhlichen Mädchen
Wenn dabei ihre Stärke fehlt
Fallen leicht die Helden als Opfer
In die Fallen der Zauberer
Außerdem sind Helden wachsam
Gegenüber den Stämmen kriegerischer Riesen
Wo die Hochstraße doppelt abzweigt
An den Grenzen des blauen Felsens
An den Sümpfen voller Bösem
In der Nähe des mächtigen Wasserfalls
In der Nähe des Kreises des Strudels
In der Nähe der feurigen Quellen und Stromschnellen
Sprach das dicke Herz Lemminkainen
Erhebt euch Helden des Breitschwerts
Ihr die ewigen Helden der Erde
Aus den Tiefen ihr Sichelträger
Aus den Bächen ihr Armbrustschützen
Komm du Wald mit deinen Bogenschützen
Komm du Dickicht mit deinen Armeen
Berggeister kommt mit euren Kräften
Komm Hisi mit deinem Schrecken
Wassermutter mit deinen Gefahren
Komm Wellamo mit deinen Meerjungfrauen
Kommt ihr Mädchen aus den Tälern
Kommt ihr Nymphen von gewundenen Flüssen
Beschützt diesen Helden
Seid seine TagundNachtBegleiter
Leibwache für Lemminkainen
Also die Speere von Assistenten abzustumpfen
Also abzustumpfen ihre spitzen Pfeile
Dass die Speere der Zauberer
Dass die Pfeile der Bogenschützen
Dass die Waffen der Feinde
Können nicht diesem bärtigen Helden schaden
Sollte diese Kraft nicht ausreichen
Kann ich andere Mächte anrufen
Ich kann die Götter über mir rufen
Die große Gottheit des Himmels rufen
Die den Wolken ihren Lauf gibt
Die durch grenzenlosen Äther regiert
Die den Marsch lenkt der Sturmwinde
Ukko du Gottheit über mir
Du die Mutter der Schöpfung
Die die durch den Donner spricht
Du deren Waffe der Blitz ist
Du deren Stimme vom Äther getragen wird
Gib mir jetzt dein mächtiges Feuerschwert
Gib mir deine brennenden Pfeile
Blitzpfeile für meinen Köcher
So beschütze mich vor aller Gefahr
Schütze mich vor den Tücken der Hexen
Bewahre meine Füße vor jedem Übel
Hilf mir die Zauberer zu erobern
Hilf mir sie aus dem Nordland zu vertreiben
Die vor mir stehen im Kampf
Die die Reihen hinter mir füllen
Die um mich herum die über mir
Die unter mir hilf mir zu verbannen
Mit ihren Messern und Schwertern und Armbrüsten
Mit ihren Speeren von schärfstem Temperament
Mit ihren Zungen böser Magie
Hilf mir diese LapplandZauberer
In die tiefsten Tiefen des Ozeans zu jagen
Um dort mit Wellamo zu ringen
Dann pfiff der rücksichtslose
Lemminkainen laut nach seinem Hengst
Rief den Renner von den Hürden
Rief sein braunes Ross von der Weide
Warf das Geschirr über den Renner
Koppelte den Fuß an den Schneeschlitten
Sprang auf die höchste Querbank
Knallte seine Peitsche über dem Renner
Und das Ross fliegt schnell weiter
Bindet den Schlitten auf seiner Reise
Und die goldene Ebene hallt wieder
Reist einen Tag dann einen zweiten
Reist den ganzen nächsten Tag nach Norden
Bis der dritte Tag ihn
In ein trauriges Dorf in Nordland bringt
An den düsteren Ufern Lapplands
Hier fuhr der Held Lemminkainen
Auf der untersten Straße
Durch die Straßen entlang der Grenze
Zu einem Hof im Weiler
Und fragte einen in der Tür stehenden Mann
Gibt es einen in dieser Wohnung
Der den Brustpanzer meines Hengstes nehmen kann
Der kann seinen schweren Kragen heben
Dass diese Pfeile sich richtig senken können
Auf dem Boden spielte ein Baby
Und das kleine Kind gab diese Antwort
Es gibt niemanden in dieser Wohnung
Der den Brustpanzer deines Hengstes nehmen kann
Der seinen schweren Kragen anheben kann
Dass sich die Pfeile richtig senken können
Lemminkainen nicht entmutigt
Peitscht seinen Renner zum Galopp
Eilt durch das Dorf vorwärts
Mitten auf den Hochstraßen
Zum Hof in der Mitte
Fragt einen der auf der Schwelle steht
Und sich auf die Türpfosten des Hauses stützt
Gibt es hier jemanden der das Zaumzeug
Meines Hengstes ausrutschen lässt
Der seine ledernen Brustgurte nehmen kann
Der meinen königlichen Renner pflegen kann
Vom Kamin aus sprach ein Zauberer
Von ihrer Bank aus antwortete die Hexe
Du kannst einen in dieser Wohnung finden
Der das Zaumzeug deines Renners ausrutschen lässt
Der seinen schweren Brustpanzer nehmen kann
Der deinen königlichen Renner pflegen kann
Es gibt hier tausend Helden
Die dich nach Hause eilen lassen
Die dir Hengste geben können
Die dich in dein Land heim jagen können
Rücksichtsloser Schlingel und Magier
Zu deinem Haus und zu anderen Minnesängern
Zu den Hochländern deines Vaters
Zu den Hütten deiner Mutter
Zur Werkbank deines Bruders
Zur Molkerei deiner Schwester
Bevor der Abendstern aufgegangen ist
Bevor sich die Sonne zurückzieht um zu schlummern
Lemminkainen wenig ängstlich
Gibt dem Zauberer diese Antwort
Ich sollte dich für deine Sachlichkeit töten
Damit dein Klappern zum Schweigen gebracht wird
Dann peitschte er sein feuriges Ross
Und das Ross flog schnell weiter
Oben auf den Hochstraßen
Zum Hof auf dem Gipfel
Als sich der rücksichtslose Lemminkainen
Dem oberen Hof genähert hatte
Sprach er die folgenden Worte aus
O du Hisi stopfe diesem Wachhund Lempo
Stopfe seine Kehle und Nasenlöcher
Schließe den Mund dieses wilden Marktschreiers
Zügele des Bösartigen Eckzahn
Damit der Beobachter schweigt
Während der Held an ihm vorbeigeht
Dann trat er in den Saal des Hofes
Mit seiner Peitsche schlug er auf den Boden
Vom Boden stieg ein Dampf auf
Im Nebel erschien ein Schweinchen
Das den königlichen Renner abkoppelte
Von seinem Rücken entfernte es das Geschirr
Es schenkte dem müden Ross Aufmerksamkeit
Dann trat der Held Lemminkainen
Vorsichtig vor und hörte zu
Niemand sah den seltsamen Zauberer
Niemand hörte seine vorsichtigen Schritte
Er hörte Lieder in der Wohnung
Durch die moosgefüllten Ritzen hörte er Stimmen
Durch die Wände ließ er sie singen
Durch die Türen das Gelächter dringen
Dann spähte er in die Hofsäle
Lauerte schlau im Flur
Fand die mit Sängern gefüllten Hofsäle
An den Wänden saßen Saitenspieler
In der Nähe der Türen schwebten die Weisen
Geschickte saßen auf den Bänken
In der Nähe der Feuer die bösen Zauberer
Alle sangen Lieder aus Lappland
Lieder von dem bösen Hisi
Jetzt ändert der Minnesänger Lemminkainen
Sowohl seine Form als auch seine Statur
Geht durch die inneren Türen
Betritt den geräumigen Hofsaal
Und diese Worte sagt der Held
Fein der Gesang endet schnell
Gut dass das Lied schnell aufhört
Besser deine Weisheit zu bewahren
Als sie von den Hausdächern zu singen
Kommt die Gastgeberin von Pohyola
Eilt flüchtig durch die Tür
In die Mitte des Hofsaals
Und spricht so den Fremden an
Früher lag da ein Hund und beobachtete
War ein eiserner Köter
Ein Fleischliebhaber ein KnochenVerschlinger
Liebte es das Blut von Fremden zu lecken
Wer bist du denn von den Helden
Wer von allen Heerscharen von Helden
Dass du in meinen Hofsälen bist
Dass du zu meiner Wohnung kommst
Wurdest nicht außerhalb meiner Portale gesehen
Wurdest nicht von meinen Wachhunden gerochen
Sprach der rücksichtslose Lemminkainen
Glaube nicht dass ich hierher komme
Ich habe weder Witz noch Weisheit
Habe weder Kunst noch Macht
In Ahnenwissen bin ich reich
In der Klugheit der Väter
Damit deine Wachhunde mich nicht verschlingen
Meine hingebungsvolle Mutter wusch mich
Als ein zartes und sanftes Baby
Dreimal in den Nächten des Sommers
Neun Mal in den Nächten des Herbstes
Dass auf meinen Reisen nach Norden
Ich könnte die alte Weisheit singen
Mich also vor der Gefahr zu schützen
In meinem Zuhause singe ich so weise
Wie die Minnesänger deines Weilers
Dann begann der Sänger Lemminkainen
Alter Held Kaukomieli
Schnell seine Beschwörungsformeln
Sang sofort die Lieder der Hexerei
Aus seinem Pelzmantel schießt der Blitz
Flammen schießen aus seinen Augäpfeln
Aus der Magie seines Gesangs
Aus seiner wunderbaren Verzauberung
Sang die allerbesten Sänger
Bis zu den schlimmsten Minnesängern
Füllte seinen Mund mit Staub und Asche
Stapelte die Felsen auf seine Schultern
Stillte die besten Hexen Lapplands
Stillte die Zauberer und Magier
Dann verbannte er alle ihre Helden
Verbannte alle ihre stolzen Minnesänger
Diesen hierhin diesen dorthin
In das arme Grünland
Zu den unproduktiven Hochländern
Zu den Ozeanen zu den Wittlingen
Zu den Wasserfällen von Rutya
Zu dem heißen und brennenden Strudel
Zu den mit Meerschaum bedeckten Gewässern
Zu Feuer und kochendem Wasser
Zu ewiger Qual
Dann sang der Held Lemminkainen
Die Fohlen mit ihren Breitschwertern
Sang die Helden mit ihren Waffen
Sang die Ältesten sang die Jüngsten
Sang die Mittleren verzaubert
Nur einer verließ seine Sinne
Er war ein armer wehrloser Hirte
Alt und blicklos hart und elend
Und der Name des alten Mannes war Nasshut
Sprach der elende Hirte
Du hast alt und jung verzaubert
Du hast alle unsere Helden verbannt
Warum hast du diesen elenden Hirten verschont
Dies ist Lemminkainens Antwort
Darum habe ich dich nicht verzaubert
Du bist alt und blind und elend
Schwachsinnig und harmlos
Abscheulich ohne meine Magie
Du hast in deiner besseren Lebenszeit
Als ein Hirte sich mit Bosheit füllte
Alle Beeren deiner Mutter ruiniert
Deine Schwester unwürdig gemacht
Das ganze Vieh deines Bruders ruiniert
Die Hengste deines Vaters zu Tode getrieben
Durch die Sümpfe über die Wiesen
Durch das Tiefland über die Berge
Den Rat deiner Mutter nicht beachtend
Daraufhin wurde der elende Nasshut ärgerlich
Und schwor Rache
Er humpelte sofort durch die Tür
Humpelte über den Hof hinaus
Über die Wiesen und Weiden
Zum Fluss des Todeslandes
Zum heiligen Strom und Strudel
Zum Königreich Tuoni
Zu den Inseln Manala
Dort hat er auf Kaukomieli gewartet
Hat lange auf Lemminkainen gehört
Dachte er müsse diesen Fluss passieren
Auf seiner Reise in sein Land
Auf die Hochstraße zu den Inseln
Von den oberen Ufern von Pohya
Von der trostlosen Sariola
DRITTER GESANG
Spricht der alte Lemminkainen
Zu der Gastgeberin von Pohyola
Gib mir deine schöne Tochter
Bring mir jetzt deine siegreiche Jungfrau
Bring die beste Jungfrau Lapplands
Die schönste Jungfrau des Nordlandes
Louhi Gastgeberin von Pohyola
Antwortete dem wilden Zauberer
Ich werde meiner Tochter niemals geben
Niemals meine schönste Jungfrau geben
Nicht die beste noch die schlechteste
Nicht die größte noch die kleinste
Du hast jetzt eine Frau als Begleiterin
Du hast daher eine Gastgeberin genommen
Die von der schönen Kyllikki getragen wurde
Dies ist Lemminkainens Antwort
In mein Haus nahm ich Kyllikki
In mein Häuschen auf der Insel
Zu meinen Eingangstoren und Verwandten
Jetzt wünsche ich mir eine bessere Gastgeberin
Bringe sofort deine schönste Tochter
Die würdigste aller Jungfrauen
Die schönste Magd mit Zobelsträhnen
Die Gastgeberin von Pohyola sprach
Niemals werde ich meine Tochter
Einem falschen und wertlosen Helden geben
Einem vergeblichen Minnesänger und bösen
Darum bete du für meine Jungfrau
Darum werbe um die Blume mit dem süßen Gesicht
Wenn du mir den wilden Elch
Von den HisiFeldern und Wäldern bringst
Da schnitzte der kunstvolle Lemminkainen
Geschickt seine Speere
Machte schnell seine lederne Bogenschnur
Und bereitete seinen Bogen und seine Pfeile vor
Und soliloquisierte wie folgt
Jetzt sind meine Speere bereit
Alle meine Pfeile sind auch bereit
Und mein EichenBogen gebeugt
Aber meine Schneeschuhe sind nicht gebaut
Wer macht mir würdige Schneeschuhe
Lemminkainen ernst und nachdenklich
Hat lange nachgedacht wohlüberlegt
Wo die Schneeschuhe hergestellt werden könnten
Wer der Künstler der sie herstellen könnte
Beeilt sich zur KauppiSchmiede
Zur Schmiede von Lylikki
So sprach der Schneeschuhkünstler
O du geschickter Woyalander
Kauppi fähigster Schmied von Lappland
Mach mir schnell zwei würdige Schneeschuhe
Glätte sie gut und mache sie robust
Dass ich in Tapio den wilden Elch
Der durch die HisiWälder streift
Als Mitgift für ihre Tochter fangen
Und zu Louhi bringen darf
Da antwortete Lylikki
Kauppi gab diese sofortige Entscheidung
Lemminkainen rücksichtsloser Minnesänger
Du wirst vergeblich den wilden Elch jagen
Du wirst nur Schmerz und Folter finden
In den HisiMooren und Wäldern
Wenig das beachtend Lemminkainen sprach
Diese Worte zu Lylikki
Mach mir die würdigen Schneeschuhe
Arbeite schnell und mache sie fertig
Ich werde gehen und fangen den blauen Elch
Wo er in Tapio stöbert
In den HisiWäldern und Schneefeldern
Dann Lylikki Schneeschuhhersteller
Der alte Kauppi Meisterkünstler
Schnitzte im Herbst seine Schneeschuhe
Glättete sie an den Winterabenden
Arbeitete eines Tages an den Läufern
Machte den ganzen nächsten Tag Stockringe
Bis endlich die Schuhe fertig waren
Und die Verarbeitung war perfekt
Dann befestigte er die Schuhgurte gut
Glatt wie die Haut des Storches
Weich wie Fuchspelz waren die Stockringe
Geölt hatte er gut seine wundersamen Schneeschuhe
Mit dem Talg des Rentiers
Als er so soliloquisierte
Dies sind die Akzente von Lylikki
Gibt es in Lappland eine Jugend
Einen in dieser Generation
Der in diesen Schneeschuhen reisen kann
Der kann die unteren Bereiche bewegen
Sprach der rücksichtslose Lemminkainen
Voller Hoffnung Leben und Kraft
Sicher gibt es einen in Lappland
In dieser aufstrebenden Generation
Der kann in diesen Schneeschuhen reisen
Kann das rechts und links schaffen
An seinen Rücken band er den Köcher
Legte den Bogen auf seine Schulter
Ergriff mit beiden Händen seinen Schneestock
Und sprach unterdessen folgende Worte
Es gibt nichts in den Wäldern
Nichts in der Welt von Ukko
Nichts unter dem Himmel
Im Hochland im Tiefland
Nichts in den Schneefeldern läuft
Kein Flottenhirsch des Waldes
Der könnte nicht mit den Schneeschuhen
Von Lylikki überholt werden
Mit den Schritten von Lemminkainen
Der böse Hisi hörte diese Worte
Juutas hörte auf ihre Echos
Sofort rief Hisi den Wildelch
Jutas formte bald ein Rentier
Und der Kopf bestand aus Punkholz
Die Hörner aus nackten Weidenzweigen
Die Füße wurden von den Binsen geliefert
Und die Beine von Schilf im Wasser
Die Adern wurden aus verdorrten Gräsern
Die Augen aus Gänseblümchen der Wiesen
Die Ohren waren aus Wasserblumen geformt
Und die Haut aus gelbbrauner Tannenrinde
Aus saftigem Holz die Muskeln
Schön und flott das magische Rentier
Jutas weist dem wilden Elch an
Dies sind die Worte des bösen Hisi
Flieh weg du Elch von Jutas
Flieh weg du HisiRentier
Wie die Winde du schneller Renner
Zu den Schneehäusern des Waldläufers
Zu den Gebirgskämmen
Zu den schneebedeckten Hügeln Lapplands
Damit dein Jäger erschöpft ist
Dein Verfolger gequält wird
Lemminkainen erschöpft ist
Daraufhin rannte das HisiRentier
Der JutasElch mit verzweigtem Geweih
Flott durch Moor und Wald
Über Lapplands Hügel und Täler
Durch die offenen Felder und Höfe
Durch die WohnhausTüren und Tore
Drehte Wasserwannen um
Warf die Kessel von der Feuerstange
Und verärgerte das Geschirr beim Kochen
Dann kam ein furchtbarer Aufruhr auf
In den Höfen von Pohyola begannen
Lappländische Hunde zu bellen
Lappländische Kinder weinten vor Schrecken
Lappländische Frauen brüllten vor Lachen
Und die lappländischen Helden schrien
Fleißig folgte Lemminkainen
Folgte schnell und folgte schneller
Eilte hinter dem wilden Elch her
Über Sümpfe und durch die Wälder
Über weite und weglose Schneefelder
Über hohe aufständische Berge
Feuer von seinen Läufern schießt
Rauch entsteht aus seinem Schneestock
Er konnte den wilden Elch nicht hören
Konnte den fliehenden flotten Fuß nicht sehen
Gleitet weiter durch Feld und Wald
Gleitet über Seen und Flüsse
Über Land jenseits des glatten Meeres
Durch die Wüstenebenen von Hisi
Gleitet über die Ebenen von Kalma
Durch das Königreich Tuoni
Bis zum Ende von Kalmas Reich
Wo die Rachen des Todes offen stehen
Wo sich das Haupt von Kalma senkt
Bereit den Fremden zu verschlingen
Den wilden Lemminkainen zu verschlingen
Aber Tuoni kann ihn nicht erreichen
Kalma kann ihn nicht überholen
Ferne Wälder sind noch nicht befahren
Weit entfernt steht ein Wald
Von Kaukomieli nicht erforscht
In den ausgedehnten Grenzen des Nordens
Im Reich des trostlosen Lapplands
Nun eilt der Held mit seinen Schneeschuhen
In die fernen Wälder
Um dort die Elche von Piru zu jagen
Als er sich dem Wald nähert
Bringt er einen schrecklichen Aufruhr
Von den fernen Grenzen des Nordlands
Von den trostlosen Feldern Lapplands
Hört die Hunde bellen
Hört die Kinder laut schreien
Hört das Lachen der Frauen
Hört das Geschrei der Helden
Daraufhin stürmt der wilde Lemminkainen
Hastig auf seinen Schneeschuhen vorwärts
Zu dem Ort an dem die Hunde bellen
Zu den fernen Wäldern Lapplands
Als sich der rücksichtslose Kaukomieli
Dieser HisiEcke genähert hatte
Begann er sofort zu fragen
Warum dieses Lachen oder die Frauen
Warum das Schreien der Kinder
Warum das Schreien der Helden
Warum dieses Bellen der Wachhunde?
Diese Antwort war prompt gegeben
Dies ist der Grund für diesen Aufruhr
Frauen lachen Kinder schreien
Helden schreien Wachhunde bellen
Hisis Elche rannten hierher hierher
Kamen die PiruRentiere hierher
Kamen sie mit silbernen Hufen
Durch die offenen Felder und den Hof
Durch die PenthouseTüren und Tore
Wannen oder Wasser umdrehend
Warfen die Kessel vom Feuerpfahl
Und das Geschirr beim Kochen verärgernd
Dann nahm der Held Lemminkainen sofort
Seinen ganzen Mut zusammen
Schob seine mächtigen Schneeschuhe voran
Schnell wie Addierer in den Stoppeln
Ebene Büsche in den Sümpfen
Wie die schnellen und feurigen Schlangen
Sprach diese magischen Worte
Hielt das Gleichgewicht mit sein Schneestab
Komm du lappländischer Held
Bring mir den Elch von Juutas
Komm du Stärke der LapplandFrauen
Und bereite den kochenden Kessel vor
Komm du von den lappländischen Kindern
Bring Feuer und Treibstoff zusammen
Komm du Stärke der lappländischen Kessel
Hilf die HisiWildelche zu kochen
Dann eilte Lemminkainen mit mächtiger Kraft
Und Mut vorwärts schlug
Rückwärts und schoss vorwärts
Mit einem langen Schwung seines Schneeschuhs
Verschwand der Held aus dem Blickfeld
Mit dem zweiten der weiter schoss
War der Jäger nicht mehr zu hören
Mit dem dritten glitt der Held
Auf den Schultern des wilden Elches
Nahm eine Stange aus dickstem Eichenholz
Nahm einige Rindenschnüre von der Weide
Um den Elchhirsch zu binden
Band ihn an seine Eichenhürde
Zu dem Elch sprach er wie folgt
Hier bleib du Elch von Juutas springe herum
Mein springender Renner
In meinem Hürdensprung und tolle herum
Gefangen von den Feldern von Piru
Aus den HisiTälern und Bergen
Dann streichelte er den gefangenen Wildelch
Klopfte ihm auf die Stirn und
Sprach erneut mit gemessenen Akzenten
Ich möchte eine Weile verweilen
Ich würde gerne einen Moment
In der Hütte meiner Jungfrau ruhen
Mit meiner Jungfrau jung und lieblich
Da wurde der HisiElch wütend
Stampfte mit den Füßen und schüttelte sein Geweih
Sprach diese Worte zu Lemminkainen
Wahrlich Lempo wird dich bald bekommen
Solltest du neben der Jungfrau sitzen
Solltest du bei der Jungfrau verweilen
Jetzt stampft und rauscht der wilde Elch
Zerreißt die Weidenbänder in zwei Teile
Bricht die Eichenholzstange in Stücke
Und hebt die Hürde des Jägers auf
Springt schnell von seinem Entführer
Springt mit Kraft der Freiheit davon
Über Hügel und über Tiefland
Über Sümpfe und über Schneefelder
Über Berge in Heide bekleidet
Dass das Auge sehe ihn nicht
Auch nicht das Ohr des Helden ihn erkenne
Daraufhin wird der mächtige Jäger
Zornig und ist sehr entmutigt
Beginnt erneut den Elch zu fangen und
Gleitet hinter dem Renner davon
Mit seiner Macht stürzt er vorwärts
Beim Rist bricht sein Schneeschuh
Bricht die Läufer in Fragmente
Auf den Reittieren bricht sein Speer
In der Mitte bricht sein Schneestab
Und der Elch springt vor ihm weiter
Durch die HisiWälder und Schneefelder
Weg von Lemminkainen nicht zu erreichen
Dann sah der rücksichtslose Kaukomieli
Mit gebeugtem Kopf schlecht gelaunt
Nacheinander auf die Fragmente
Er sprach Worte alter Weisheit
Nordlandjäger niemals niemals
Geh trotzig in deine Wälder
In den HisiTälern und Bergen um
Dort zu jagen der Elch von Juutas
Wie dieser sinnlose rücksichtslose Held
Ich habe meine magischen Schneeschuhe zerstört
Auch meinen nützlichen Schneestab ruiniert
Und meine Speere habe ich gebrochen
Während der wilde Elch in Sicherheit
Durch die HisiFelder und Wälder rennt
VIERTER GESANG
Lemminkainen sehr entmutigt
Hat tief nachgedacht und lange überlegt
Was zu tun ist welcher Kurs zu befolgen ist
Ob man den Wildelch am besten
In den Wildnissen von Hisi zurücklässt
Und nach Kalevala zurückkehrt
Oder ein drittes Mal den Waldläufer jagt
In der Hoffnung ihn gefangen zu nehmen
So kehre endlich als Sieger
In das Waldhaus von Louhi zurück
Zur Freude aller deiner Töchter
Zum glücklichen Kamin der Waldnymphe
Mut fassend Lemminkainen
Sprach diese flehenden Worte
Ukko du Gott über mir
Du Schöpfer des Himmels
Ordne meine Schneeschuhe gut
Und versorge sie beide mit Schnelligkeit
Damit ich schnell über Sümpfe
Über Schneefelder reisen kann
Über Tiefebene über Hochland
Durch das Reich des bösen Hisi
Durch die fernen Ebene von Lappland
Durch die Wege der Lempo der Wildelches
In den WaldHügel von Juutas
Zu den Schneefeldern soll ich reisen
Lass die Helden in die Wälder
Auf dem Weg nach Tapiola
In Tapios wilde Behausungen
Gruß bringe ich in die Berge
Gruß in die Täler und das Hochland
Grüße euch Höhen mit bewaldeten Wäldern
Grüße euch immergrüne Tannen
Grüße euch weißliche Espenhaine
Grüße euch die mich grüßen
Felder und Bäche und Wälder Lapplands
Bringt mir Gunst Bergwälder
Lapplandwüsten zeigt mir Güte
Mächtiger Tapio sei gnädig
Lass mich durch deine Wälder wandern
Lass mich an deinen Flüssen entlang gleiten
Lass diesen Jäger deine Schneefelder suchen
Wo die Wildelchherden in Menge leben
Wo das springende Rentier verweilt
O Nyrikki Bergheld
Sohn vom Tapio der Wälder
Held mit der scharlachroten Kopfbedeckung
Kerben mache auf dem Weg
Wahrzeichen nach oben in die Berge
Damit dieser Jäger nicht wandert
Nicht fällt und im Schnee umkommt
In den Feldern deines Königreichs
Auf Jagd nach den Elchen von Hisi
Der Mitgift vom Stolz von Nordland
Herrin des Waldes Mielikki Waldmutter
In Schönheit geformt
Lass dein Gold reichlich fließen
Lass dein Silber weiter wandern
Für den Helden der nach
Dem wilden Elch deines Königreichs sucht
Bring mir hier deine Schlüssel von Silber
Aus dem goldenen Gürtel um dich
Öffne Tapios reiche Kammern
Und schließe die Waldfestung auf
Während ich hier auf die Beute warte
Während ich den Elch von Lempo jage
Sollte dieser Dienst zu niederträchtig sein
Gib deinen Dienern den Befehl
Sende sofort deine Dienstmädchen
Und befehle es deinem Volk
Du wirst niemals eine Gastgeberin sein
Wenn du nicht in deinem Dienst bist
Mädchen zu Hunderten sind bereit
Tausende die auf dein Gebot warten
Die deine Herden beobachten und pflegen
Kümmern sich um das Spiel deiner Herrschaften
Große und schlanke Waldjungfrau
Tapios geliebte Tochter
Schlag jetzt deine HonigflötenNoten
Spiel auf deiner Waldpfeife
Für das Hören deiner Geliebten
Für deine bezaubernde Waldherrin
Lass sie dein süßes Spiel hören
Damit sie aus dem Schlaf hervorgeht
Sollte deine Herrin nicht erwachen
Rufe beim Ruf deiner Flötennoten
Noch einmal und spiele unaufhörlich
Lass die goldene Zunge widerhallen
Der wilde und gewagte Lemminkainen
Standhaft betet auf seiner Reise
Ruft die Götter zum Beistand auf
Eilt durch Felder und Moore
Geht durch grausames Buschholz
Zur Zeche von Hisi
Zu den brennenden Feldern von Lempo
Glitt einen Tag dann einen zweiten
Glitt den ganzen nächsten Tag weiter
Bis er zum GroßenSteinBerg kam
Auf seinen felsigen Gipfel kletterte
Seine Blicke nach Nordwesten richtete
In Richtung der Moore und Sümpfe des Nordlandes
Dort erschien die TapioVilla
Alle Türen waren goldfarben und
Leuchteten im Sonnenlicht
Durch das Dickicht der Berge
Durch die fernen Felder von Nordland
Lemminkainen sehr ermutigt
Hastete von seiner Station weiter
Durch das Tiefland über das Hochland
Über weite und leere Schneefelder
Unter schneebedeckten Tannen und Espen
Hastete vorwärts glücklich
Erreicht schnell Tapios Höfe
Slyly bleibt draußen
An Tapios Fenstern stehen
Und schaut in ihre Villa
Spion vor einigen freundlichen Frauen
Vor ihm ausgestreckte Walddamen
Alle sind in spärliche Gewänder gekleidet
Sie sind in schmutzige Bettwäsche gekleidet
Sprach der Fremde Lemminkainen
Warum sitzt ihr Waldmütter
In euren alten und einfachen Kleidern
In eurer verschmutzten und zerlumpten Wäsche?
Ihr seid zu unordentlich seid zu unordentlich
Zu unansehnlich euer Aussehen
In euren zerlumpten Kleidern
Als ich im Wald lebte
Gab es drei Bergburgen
Eine aus Horn und eine aus Elfenbein
Und die dritte aus Holz
In ihren Wänden waren goldene Fenster
Sechs Fenster in jedem Schloss
Durch diese Fenster entdeckte ich das
Ganze Heer von Tapios Herrenhaus
Sah seine schöne und stattliche Gastgeberin
Sah die schöne Tochter des großen Tapio
Sah Tellervo in ihrer Schönheit
Mit ihrem Zug charmanter Mädchen
Alle waren in goldene Kleidung gekleidet
Alle in Gold und Silber
Dann die königliche Gastgeberin des Waldes
Immer noch die Gastgeberin dieser Wälder
An ihren Armen trug sie goldene Armbänder
Goldene Ringe an ihren Fingern
In ihren Haaren funkelten Juwelen
An ihren Perlen waren goldene Netze
In ihren Ohren waren goldene Ohrringe
An ihrem Hals eine Perlenkette
Und ihre Zöpfe mit Silber geziert
Schöne Gastgeberin des Waldes
Metsolas bezaubernde Geliebte
Wirf deine hässlichen Strohschuhe beiseite
Wirf die Schuhe aus Birkenrinde weg
Zieh dein schmutziges und zerlumptes Leinen aus
Zieh dein Kleid aus schäbigem Stoff aus
Zieh das helle und festliche Gewand an
Das Kleid der Fröhlichkeit
Während ich innerhalb deiner Grenzen bleibe
Während ich meine Waldbeute suche
Jage den Elch des bösen Hisi
Hier wird mein Besuch lästig sein
Hier wird dein Gast schlecht gelaunt sein
Auf deinen Feldern warten und in den Wäldern
Jage ich hier den Elch von Lempo
Finde nicht den HisiWaldläufer
Solltest du mir keinen Genuss geben
Soll ich keine Freude noch Ruhe finden
Lang der Vorabend der kein Vergnügen bereitet
Lang der Tag der keine Beute bringt
Zobelbärtiger Gott der Wälder
In deinem Hut und Mantel aus Hermelin
In deiner Robe mit feinsten Fasern
Deck deine Haine mit reichsten Stoffen
Gib den Tannenbäumen Silber glänzend
Deck mit Gold die schlanken Balsambäume
Gib den Fichten Kupfergürtel
Und die silbernen Gürtel den Tannen
Gib den Birken goldene Blumen
Deck ihrer Stiele mit SilberArbeit
Diese war ihre Tracht in früheren Zeiten
Als die Tage und Nächte waren heller
Als die Tannen leuchteten wie Sonnenlicht
Und die Birken wie die Mondstrahlen
Honig atmete durch den Wald
Siedelte sich in den Tälern und Hochländern an
Mit Gewürzen in den Wiesenrändern
Aus dem Tiefland austretendem Öl
Waldtochter schöne Jungfrau
Goldene Jungfrau schöne Tulikki
Zweite der TapioTöchter
Führe das Spiel innerhalb dieser Grenzen
Zu diesen weit ausgedehnten Schneefeldern
Sollte das Rentier zu träge sein
Sollte sich der Elchhirsch auch bewegen
Schneide eine Birkenrute aus dem Dickicht
Peitsche ihn in seiner Schönheit hierher
Treibe den wilden Elch zu meiner Hürde
Treibe die lang ersehnte Beute hierher
Zu dem Jäger der zuschaut und
In den HisiWäldern wartet
Wenn das Spiel hierher begonnen hat
Halte sie auf der richtigen Bahn
Halte deine magischen Hände vor ihnen
Bewache sie gut auf beiden Straßenseiten
Damit der Elch dir nicht entkommt
Er darf nicht auf einem Nebenweg herumspringen
Vielleicht wandern die Elchhirsche
Durch einen Waldweg
Nimm ihn an den Ohren und am Geweih
Hierher führt der Stolz von Lempo
Wenn der Weg mit Buschholz gefüllt ist
werfen Sie das Buschholz zum Straßenrand
wenn die Äste seinen Weg kreuzen
brechen Sie die Äste in Fragmente
sollte ein Zaun aus Tanne oder Erle
den Weg kreuzen der ihn hierher führt
machen Sie eine Öffnung darin
öffne neun versperrende Zäune
wenn der Weg von Bächen gekreuzt wird
wenn der Weg von Flüssen gestoppt wird
mache eine Brücke aus Seidenstoff
webe scharlachrote Netze
fahre die Hirschherde sanft darüber
führe sie sanft über das Wasser
über die Flüsse deiner Wälder
über die Ströme deiner Herrschaft
Du der Wirt von Tapios Herrenhaus
liebenswürdiger Wirt von Tapiola
zobelbärtiger Gott der Wälder
goldener Herr der Wälder von Nordland
du oh Tapios würdige Gastgeberin
Königin der verschneiten Wälder Mielikki
alte Dame in himmelblauem Gewand
FenlandQueen in scharlachroten Bändern
komme ich um mein Silber auszutauschen
um mein Gold und Silber auszutauschen
Gold habe ich so alt wie Mondlicht
Silber des Zeitalters des Sonnenscheins
in den ersten Jahren wurde gesammelt
in der Hitze und im Schmerz von Schlacht
es wird in meinen Beuteln rosten
bald wird es sich abnutzen und zugrunde gehen
wenn es nicht für den Handel verwendet wird
Lange glitt der Jäger Lemminkäinen
durch das Moor und den Wald
sang seine Lieder durch die Wälder
sang durch drei Gebirgstäler sie
sang die Waldhostess freundlich
sang er auch Tapio freundlich
freundlich alle Waldjungfrauen
alle von Metsolas schönen Töchtern
Jetzt gründen sie die Herden von Lempo
starten den wilden Elch aus seinem Schutz
im Reich des bösen Hisi
Tapios höchster Bergregion
jetzt fahren sie den Waldläufer nach Hause
zu den offenen Höfen von Piru
zu dem Helden der wartet
auf die Jagd nach den Elchen von Juutas
Als die Herde die Burg erreicht hatte
warf Lemminkäinen sein Lasso
über das Geweih des Blauelches
und ließ sich auf Hals und Schultern
des mächtigen Elches von Hisi nieder
Dann streichelte der Jäger Kaukomieli
in Sicherheit den Hals seines Gefangenen
denn der Elch war gut eingesperrt
Daraufhin sprach der kühne Lemminkäinen
voller Freude wie folgt
Stolz der Wälder Königin der Wälder
Metsolas verzauberte Gastgeberin
schöne Walddame Mielikki
Mutterspenderin der Berge
nimm das Gold das ich versprochen habe
komm und nimm das Silber weg
verbreite dein Kopftuch gut vor mir
verbreite hier deinen seidenen Halswickel
unter dem goldenen Schatz
unter dem glänzenden Silber
damit es sich nicht auf der Erde niederlässt
verstreut im Schnee des Winters
Dann ging der Held ein Sieger
zu den Wohnungen von Pohjola
und richtete diese Worte an Louhi
Ich habe den Elch von Hisi gefangen
in den MetsolaHerrschaften
gib oh Gastgeberin gib deine Tochter
gib mir deine schönste Jungfrau
meine Braut soll im Jenseits sein
Louhi die Gastgeberin des Nordlandes
gab dem Freier diese Antwort
Ich werde dir meine Tochter geben
für deine Frau meine schönste Jungfrau
wenn du für mich ein Zaumzeug
auf das brennende Pferd von Hisi
den schnellen Boten von Lempo legst
auf den HisiEbenen und Weiden
Nichts eingeschüchtert
eilt Lemminkäinen vorwärts
um Louhis zweiten Test der Helden zu erreichen
auf dem Kulturland
auf den heiligen Feldern und Wäldern
Überall suchte heilen sie den Rennfahrer
suchte den feuerlöschenden Hengst
Feuer schoss aus seinen Nasenlöchern
Lemminkäinen furchtloser Jäger
der sein Zaumzeug im Gürtel trug
auf seinen Schultern Zügeln und Halfter
suchte einen Tag und dann einen zweiten
schließlich am dritten Tag
ging er zum HisiBerg
kletterte und kämpfte sich zum Gipfel
nach Osten wandte er seine Blicke
warf seinen Blick auf den Sonnenaufgang
dort sah er den flammenden Renner
auf der Heide zwischen den fernen Bäumen
Lempos feuerlöschender Hengst –
Feuer und vermischter Rauch
schossen aus seinem Mund
seinen Augen und seinen Nasenlöchern
Sprach das gewagte Lemminkäinen
dies ist das Flehen des Helden
Ukko du Gott über mir
du der du alle Gewitterwolken regierst
öffne das Gewölbe des Himmels
öffne Fenster durch den Äther
lass den eisigen Regen fallen
schwebe die schweren Hagelkörner
auf das brennende Pferd von Hisi
auf den feuerlöschenden Hengst
Ukko der gütige Schöpfer
hörte das Gebet von Lemminkäinen
brach die Kuppel des Himmels auseinander
zerriss die Höhen des Himmels
sandte den eisernen Hagel in Duschen
kleiner als die Köpfe von Pferden
größer als die Köpfe von Helden
auf das flammende Ross von Lempo
auf den feuerlöschenden Hengst
auf den Terror des Nordlandes
Lemminkäinen näher tretend
betrachtete das Ross mit Sorgfalt
dann sprach er die Worte die folgen
WunderRoß von mächtigen Hisi
von Lempos Berg flammendes Pferd
bring deinen Mund aus Gold zustimmend
sanft dein Haupt Silber platzieren
in diesem hellen und goldenen Halfter
in diesem silbernen Zaumzeug
Ich werde dich niemals hart behandeln
lass dich niemals zu flott fliegen
auf dem Weg nach Sariola
auf den Spuren von langer Dauer
zur Gastgeberin von Pohjola
zu ihren magischen Höfen und Ställen
werde dich nicht auf deiner Reise festzurren
ich werde dich sanft vorwärts führen
treibe dich mit den Zügeln der Güte
bedecke dich mit seidenen Decken
Dann legte das feuerhaarige
Ross von Juutas
flammendes Pferd des mächtigen Hisi
seine Perle aus glänzendem Silber
in den hellen und goldenen Perlenstand
in den silbernen Zaum
So zügelt der Held Lemminkainen
zähmt Lempos Hengst
flammendes Pferd des bösen Piru
legt die Teile in seinen Feuermund
auf seinen silbernen Kopf das Halfter
besteigt den feuerlöschenden Renner
schwingt seine Weidenpeitsche
eilt auf seiner Reise vorwärts
springt über die Hügel und Berge
stürzt durch die Täler nach Norden
über die schneebedeckten Hügel Lapplands
zu den Höfen von Sariola
Dann trat der Held der schnell abstieg
in den Hof von Louhi
und wandte sich so an die Gastgeberin von Nordland
Ich habe Lempos Feuerpferd gezügelt
ich habe den HisiRennfahrer gefangen
den feuerlöschenden Hengst gefangen
in den Ebenen und Weiden von Piru
ihn in deinen Grenzen geritten
ich habe den Elch von Lempo gefangen
habe getan was du forderst
Gib ich bitte dich jetzt deine Tochter
gib deine schönste Jungfrau
meine Braut für immer zu sein
Louhi Wirtin von Pohjola
machte diese Antwort auf die Werber
Ich will dir nur meine Tochter geben
um dir meine schönste Jungfrau zu geben
die Braut deines für immer zu sein
für mich wenn du den Schwan tötest
im Fluss von Tuoni
schwimmend im schwarzen Todesfluss
im heiligen Strom und im Strudel
du kannst nur eine Armbrust probieren
und einen Pfeil von deinem Köcher
Dann trotzte der rücksichtslose Lemminkäinen
hübscher Held Kaukomieli
der dritten Prüfung des Helden
begann den Wildschwan zu jagen
jagte den langhalsigen anmutigen Schwimmer
in Tuonis kohlschwarzem Fluss
in Manalas unteren Regionen
Schnell reiste der mutige Jäger
eilte mit furchtlosen Schritten davon
zum Fluss Tuoni
zum heiligen Strom und Whirlpool
mit seinem Bogen auf der Schulter
mit seinem Köcher und einem Pfeil
Nasshut blinder und verkrüppelter Hirte
elender Hirte von Pohjola
stand neben dem Fluss des Todeslandes
in der Nähe des heiligen Baches und des Strudels
bewachte Tuonelas Wasser
wartete dort auf Lemminkäinen
hörte dort auf Kaukomieli
wartete lange auf das Kommen des Helden
Schließlich hört er die Schritte des Helden
auf seiner Reise
hört die Schritte von Lemminkäinen
während er näher näher
zum Fluss Tuoni reist
zum Katarakt des Todeslandes
zum heiligen Strom und zum Whirlpool
Schnell schickt der elende Hirte Nasshut
aus dem Todesstrom eine Schlange
wie einen Pfeil von einer Armbrust
zum Herzen von Lemminkäinen
durch die Lebenspunkte des Helden
Lemminkäinen wenig bei Bewusstsein
wusste kaum dass er verletzt war
Er sprach diese Maßnahmen als er starb
Ah Unwürdig ist mein Verhalten
ah Unklug habe ich gehandelt
dass ich meine Mutter nicht beachtet habe
ihren guten Rat nicht befolgt habe
ihre magischen Worte nicht gelernt habe
Oh ich gebe drei Worte für meine Mutter
wie man lebt und sich verneigt um zu leiden
in dieser Zeit des schrecklichen Unglücks
wie man die Stiche der Schlangen erträgt
die Qualen des Schilfs des Wassers
aus dem Strom von Tuonela
Alte Mutter die mich geboren hat
die mich von meiner Kindheit an erzogen hat
lerne ich bitte dich wo ich verweile
wo leider dein Sohn lügt
wo dein rücksichtsloser Held leidet
Komm ich bitte dich treue Mutter
komm du schnell du wirst gebraucht
komm befreie mich von der Folter
von den Todeskiefern von Tuoni
von dem heiligen Strom und dem Whirlpool
Nordlands alter und elender Hirte
Nasshut der verachtete Beschützer
der Herden von Sariola
wirft den sterbenden Lemminkäinen
wirft den Helden der Inseln
in Tuonelas Fluss
in den schwärzesten Strom des Todeslandes
in den schlimmsten tödlichen Strudel
Lemminkäinen wild und gewagt
hilflos fällt er auf das Wasser
schwebt die kohlschwarze Strömung hinunter
durch den Katarakt und die Stromschnellen
zu den Gräbern von Tuonela
Dort schneidet der blutbefleckte Sohn des Todeslandes
dort Tuonis Sohn und Held
Lemminkäinen in Stücke
hackt ihn mit seinem mächtigen Beil
bis die geschärfte Axt Feuersteinfunken
von den Felsen in seiner Kammer schlägt
zerhackt den Helden in Fragmente
in fünf ungleiche Teile
wirft jeden Teil zu Tuoni
in Manalas unterstem Königreich
und spricht diese Worte wenn er geendet hat
Schwimm dort wilder Lemminkäinen
fließe weiter in diesem Fluss
jage für immer in diesen Gewässern
mit deiner Armbrust und deinem Pfeil
schieße den Schwan in diesem Reich
schieße unsere Wasservögel willkommen
So stirbt der Held Lemminkäinen
so stirbt der hübsche Kaukomieli
der unermüdliche Verehrer
im Fluss Tuoni im Todesreich Manala
FÜNFTER GESANG
Lemminkäinens gealterte Mutter
in Angst streift über die Inseln
ängstliche Wunder in ihren Gemächern
was das Schicksal von Lemminkäinen
warum ihr Sohn so lange verweilt hat
denkt dass ihrem Helden
in Pohjola etwas Krankes passiert ist
Traurig in der Tat die Qual der Mutter
Wie vergebens wartet sie auf sein Kommen
wie vergebens stellt sie die Frage
wo ihr gewagter Sohn umherstreift
ob zum Tannenberg
ob zum fernen Heideland
oder auf dem Breitseekämme
auf den Fluten und rollenden Gewässern
zu den kämpfenden Armeen des Krieges
zu der Hitze und dem Lärm der Schlacht
durchtränkt von Blut tapferer Helden
Hinweise auf tödliche Kriegsführung
Täglich schaut sich die Frau Kyllikki
in ihrer leer stehenden Kammer um
im Haus von Lemminkäinen
am Hof von Kaukomieli
schaut auf den Abend schaut auf den Morgen
schaut vielleicht auf seine Haarbürste
sieht – leider – die Blutstropfen
die aus den goldenen Borsten sickerten
und die Blutstropfen waren scharlachrot
Dann sprach die schöne Frau Kyllikki
diese Worte in tiefer Angst
Tot oder verwundet ist mein Ehemann
oder bestenfalls voller Ärger
vielleicht verloren in den Wäldern von Nordland
in einem Tal das Helden unbekannt ist
da leider das Blut aus der Bürste
von Lemminkäinen zu fließen scheint –
rote Tropfen aus den Borsten
Daraufhin schaut die besorgte Mutter
auf die blutende Haarbürste
und beginnt dieses Wehklagen
Wehe mir mein Leben ist hart
wehe mir alle Freude ist vergangen
Leider Mein Sohn und Held
tapferer Held der Inseln
Sohn der Not und des Unglücks
Ein trauriges Schicksal hat
mein unglückliches Lemminkäinen überholt
Blut fließt aus seiner Haarbürste
sickert aus ihren goldenen Borsten
und die Tropfen sind scharlachrot
Schnell umklammert sie den Saum ihres Gewandes
auf ihren Arm wirft sie ihre langen Roben
fliegt flott auf ihrer Reise
mit ihrer Kraft eilt sie nach Norden
Berge zittern aus ihren Fußstapfen
Täler erheben sich und Höhen werden gesenkt
Hochland wird bald zu Tiefland
alle Hügel und Täler werden geebnet
Bald gewinnt sie das Dorf Nordland
und fragt schnell nach ihrem Helden
Dies sind die Worte die die Mutter sagt
O du Gastgeberin von Pohjola
wo hast du mein Lemminkäinen?
Erzähl mir von meinem Sohn und Helden
Louhi die Gastgeberin des Nordlandes
gibt der Mutter diese Antwort
Ich weiß nichts über deinen Helden
über den Helden der Inseln
Wo dein Sohn sein mag weiß ich nicht
ich kann die Informationen nicht verleihen
Sobald ich deinem Sohn einen Renner gab
hängte den Renner an seinen Schneeschlitten –
dies ist das letzte von Lemminkäinen
möge ertrunken sein in Wuhne
gefroren im eisigen Ozean
gefallene Beute von Wölfen im Hunger
in einer Bärenhöhle möglicherweise umgekommen
Lemminkäinens Mutter antwortet
Du sprichst nur Unwahrheiten
NordlandWölfe können uns nicht verschlingen
noch töten die Bären Kaukomieli
er kann die Wölfe von Pohya
mit den Fingern seiner linken Hand töten
Bären von Nordland würde er
mit der Magie seines Gesangs zum Schweigen bringen
Gastgeberin von Pohjola sag mir
wohin du meinen Helden geschickt hast
ich werde deine vielen Sammler platzen lassen
werde den magischen Sampo zerstören
wenn du mir nicht wirklich sagst
wo ich mein Lemminkäinen finden kann
Die Gastgeberin von Pohjola sprach
Ich habe deinen Helden gut behandelt nun
mein Hof hat ihn unterhalten
ihm meine seltensten Lebensmittel gegeben
ihn an meinen gut gefüllten Tischen gefüttert
ihn in ein Kupferboot gesetzt
um so zu schwimmen stromab –
dies ist das letzte von Lemminkäinen
kann nicht sagen wohin er gewandert ist
ob im Schaum des Wassers
ob im kochenden Strom
ob im ertrinkenden Whirlpool
Lemminkäinens Mutter antwortet
Du sprichst wieder falsch
sag mir jetzt die Wahrheit ich bitte dich
mach Schluss mit deiner Täuschung
Wo ist jetzt mein Lemminkäinen?
Wohin hast du meinen Helden geschickt
den jungen und gewagten Sohn Kalews?
Wenn du ein drittes Mal täuschst
werde ich dir Seuchen senden nicht nummeriert
ich werde dir gefallene Zerstörung senden
der sichere Tod wird dich überholen
Sprach die Gastgeberin von Pohjola
Dies ist das dritte Mal dass ich antworte
Dies ist die Wahrheit die ich dir sage
Ich habe den KalewHelden
zu den HisiFeldern und Wäldern geschickt
um dort die Elche von Lempo zu jagen
Schickte ihn dann um das Feuerpferd zu fangen
fange den feuerlöschenden Hengst
auf den fernen Ebenen von Juutas
im Reich der grausamen Hisi
Dann sandte ich ihn zum Todesstrom
im Königreich Tuoni
mit seinem Bogen und nur einem Pfeil
um den Schwan als Mitgift
für meine beste und schönste Tochter zu erschießen
habe nichts von deinem Helden gehört
seit er nach Tuonela gegangen ist
möge das Elend gefallen sein
mag in Manala umgekommen sein
ist nicht gekommen um meine Tochter zu fragen
ist nicht gekommen um das Mädchen zu umwerben
seit er gegangen ist um den Todesschwan zu jagen
Jetzt sucht die Mutter ihren Verlorenen
für ihren Sohn weint und zittert sie
wie der Wolf springt sie durch Moorlandschaften
wie der Bär durch Walddickicht
wie das Wildschwein durch die Sümpfe
wie der Hase entlang der Meeresküste
zum Meeresspiegel wie der Igel
wie die Wildente das Wasser schwimmt
wirft den Müll von ihrem Weg
tritt mit Füßen gegen das Buschholz
hält auf ihrer Reise vor nichts
sucht lange nach ihrem Helden
sucht und sucht und findet ihn nicht
Jetzt ist sie die die Bäume die Frage stellt
und der Wald gibt diese Antwort
Wir haben Kümmern schon genug
denken nicht über deine Sache
grausame Schicksale haben wir im Kampf
pitiful unser eigenes Unglück
Wir sind gefällt und in Stücke gehackt
cut in Blöcke für Heldenfantasie
wir werden als Treibstoff verbrannt
niemand kümmert sich darum wie sehr wir leiden
Jetzt wandert die Mutter wieder
sucht wieder ihren längst verlorenen Helden
sucht und sucht und findet ihn nicht
Wege entstehen und kommen ihr entgegen
und sie hinterfragt so die Wege
Wege der Hoffnung die Gott geschaffen hat
habt ihr meine Lemminkäinen gesehen
ist mein Sohn und goldener Held
durch eure vielen Königreiche gereist?
Traurig die vielen Wege antworten
Wir selbst haben genügend Sorgen
können deinen Sohn und Helden nicht beobachten
elend sind die Leben der Wege
tief in der Tat unser eigenes Unglück
wir werden von den Rotwild
von den Wölfen und Bären betreten und Rehböcken
angetrieben von schweren Karrenrädern
durch die Füße von Hunden getreten werden
unter Füßen von Helden getreten Fußwege
für kämpfende Armeen
Sucht wieder die verzweifelte Mutter
sucht ihren längst verlorenen Sohn und Helden
sucht und sucht und findet ihn nicht
findet den Mond in seiner Bahn
fordert den Mond in flehenden Maßnahmen
Golden Moon der Gott stationiert hat
in dem Himmel der Sonne Begleiter
sich hat mein Kaukomieli gesehen
hat sich mein silberner Apfel gesehen
überall in deinen Herrschaften?
So der goldene Mond antwortet
Ich habe Probleme genug
kann deinen gewagten Helden nicht beobachten
Lange die Reise die ich reisen muss
Traurig dass mir das Schicksal widerfahren ist
Mitleidig mein eigenes Unglück
Ganz allein die Nächte um zu wandern
leuchten Sie allein ohne Aufschub
im Winter immer zuschauen
im Sommer sinken und umkommen
Noch immer sucht und wandert die Mutter
sucht und findet ihren Helden nicht
sieht die Sonne am Horizont
und die Mutter fleht ihn so an
Silberne Sonne die Gott geschaffen hat
du der Wärme und Trost gibt
hast du kürzlich meinen Helden gesehen
hast du meine Lemminkäinen gesehen
die in deinen Herrschaften umherwanderten?
So antwortet die Sonne in Güte
Wahrlich dein Held ist umgekommen
um ein Opfer undankbar zu machen
Lemminkäinen starb und verschwand
in Tuonis tödlichem Fluss
in den Gewässern von Manala
in dem heiligen Strom und Whirlpool
in den Katarakten und Stromschnellen
versank in der ertrinkenden Strömung
in das Reich von Tuonela
in die unteren Regionen von Manala
Lemminkäinens Mutter weint
jammert in den Tiefen der Angst
trauert um das Schicksal von Kaukomieli
hasst zur Schmiede in Nordland
zur Schmiede von Ilmarinen
das sind die Worte die die Mutter sagt
Ilmarinen Metallkünstler
du der du vor langer Zeit geschmiedet hast
schmiede Erde eine konkave Hülle
gestern war es ein Wunder
schmiede du jetzt unsterblicher Schmied
schmiede einen Rechen mit Kupferschaft
schmiede die Zähne aus stärkstem Metall
Zähne in der Länge hundert Faden
und fünfhundert lang den Griff
Ilmarinen tut wie verboten
macht den Rechen in voller Perfektion
Lemminkäinens besorgte Mutter
nimmt den magischen Rechen und eilt
zum Fluss Tuoni und betet
zur Sonne wie folgt
Du oh Sonne von Gott erschaffen
du der du auf deinen Schöpfer strahlst
strahle für mich in der Hitze der Magie
gib mir Wärme und Stärke und Mut
strahle ein drittes Mal voller Kraft
lulle um das böse Volk zu schlafen
still das Volk von Manala
beruhige das ganze Tuoni-Reich
Daraufhin fliegt die Sonne von Ukko
das liebste Kind des Schöpfers
durch die Haine von Nordland
sitzt auf einer geschwungenen Birke
leuchtet ein wenig in Begeisterung
leuchtet wieder in größerem Eifer
leuchtet ein drittes Mal voller Kraft
lullt zu Schlafen sie die bösen Menschen
in der Heimat und im Königreich Manala
immer noch die Helden mit ihren Breitschwertern
lässt die Lanzenträger stehen und wackeln
Stillt den stärksten der Speermänner
stillt Tuonis schreckliches Reich
Jetzt zieht sich die Sonne magisch zurück
schwebt hier und da einen Moment
über Tuonis unglücklichen Schläfern
eilt nach oben zu seiner Station
zu seiner Heimat und seinem Königreich in Jumala
Lemminkäinens treue Mutter
nimmt den Rechen von magischen Metallen
harkt den Grund des TuoniFlusses
harkt den Katarakt und den Whirlpool
harkt den schnellen und kochenden Strom
des heiligen Stroms des Todeslandes
in der Heimat und im Königreich Manala
Harkt sucht lange nach ihrem längst verlorenen Helden
und findet nichts
Jetzt watet sie den Fluss tiefer
bis zu ihrem Gürtel in Schlamm und Wasser
tiefer tiefer harkt den Todesstrom
harkt die tiefsten Höhlen des Flusses
harkt die Strömung auf und ab
bis sie endlich seine Tunika findet schwerherzig
findet seine Jacke
harkt wieder und harkt unaufhörlich
findet die Schuhe und Strümpfe des Helden
sehr beunruhigt findet diese Stützen
jetzt watet sie den Fluss tiefer
harkt die ManalaUntiefen und Untiefen
harkt die Tiefen in jedem Winkel
als sie den Rechen zum dritten Mal
von den Ufern und Gewässern der Tuoni zieht
findet sie im Rechen den Körper
ihres längst verlorenen Lemminkäinen
in den Metallzähnen verwickelt
im Rechen mit Kupfergriff
So wurde der rücksichtslose Lemminkäinen
also der Sohn von Kalevala
vom Grund des Sees und des Flusses Manala geborgen
Es fehlten viele Fragmente
der halbe Kopf eine Hand ein Vorderarm
viele andere kleinere Teile
vor allem das Leben fehlte
Dann sprach die Mutter gut nachdenklich
diese Worte in bitterem Weinen
Aus diesen Fragmenten werde ich
mit meiner Magie meinen Helden zum Leben erwecken
Als der Rabe dies hörte antwortete er
sprach der Mutter diese Maßnahmen
In diesen ist kein Held
du kannst diese Fragmente nicht wiederbeleben
Aale haben sich von seinem Körper ernährt
auf seinen Augen haben sich der Wittling ernährt
wirf die Toten auf die Wasser
auf den Bächen von Tuonela
lass ihn dort ein Walross
oder ein Seehund oder ein Wal
oder ein Schweinswal werden
Lemminkäinens Mutter
wirft die Toten nicht auf das Wasser
auf den Bächen von Tuonela
sie beginnt wieder mit Hoffnung und Mut
harkt den Fluss in Längsrichtung quer
durch die ManalaTeiche und Höhlen
harkt den halben Kopf einen Vorderarm
findet eine Hand und die Hälfte des Rückgrats
viele andere kleinere Teile
formt ihren Sohn aus allen Fragmenten
formt ihres Lemminkäinen neu
Fleisch zu Fleisch mit Geschick das sie platziert
gibt den Knochen ihre richtigen Stationen
bindet ein Mitglied an das andere
verbindet die Enden abgetrennter Gefäße
zählt die Fäden aller Venolen
strickt die Teile in Apposition
dann bietet die Mutter dieses Gebet an
Suonetar du schlanke Jungfrau
Göttin der Adern der Helden
geschickte Spinnerin der Gefäße
mit deiner schlanken silbernen Spindel
mit deinem Spinnrad aus Kupfer
in Rahmen aus geschmolzenem Silber gesetzt
komm her du wirst gebraucht
bringen Sie die Instrumente zum Ausbessern
stricken Sie die Venen fest zusammen
am Ende verbinden Sie die Venolen gut
in den Wunden die noch offen sind
in den verletzten Gliedern
Sollte diese Hilfe ineffizient sein
es lebt im Äther
in einem mit Silber angereicherten Boot
in einem Kupferboot eine Jungfrau
die dir Hilfe bringen kann
Komm oh Jungfrau aus dem Äther
Jungfrau aus dem Gürtel des Himmels
reihe in diesen Adern o Jungfrau
reihe durch alle diese leblosen Mitglieder
durch die Kanäle der langen Knochen
reihe um jede Form von Gewebe
stellen Sie die Gefäße auf ihren Plätzen
lay das Herz in der richtigen Position
nehmen Sie die Impulse schlagen Sie zusammen
verbinden Sie die kleinste der Venen
und vereinigen Sie mit Geschick die Sehnen
Nehmen Sie jetzt eine schlanke Nadel
Seidenfaden in seiner Öse
die silberne Nadel vorsichtig auftragen
die Wunden sorgfältig zusammennähen
Sollte diese Hilfe ineffizient sein
du o Gott der alles weiß
komm und gib uns deine Hilfe
nutze deinen flottesten Rennfahrer
rufe um deinem stärksten Rennfahrer zu helfen
Komm in deinem scharlachroten Schlitten schnell
fahren Sie durch alle Knochen und Kanäle
fahren Sie durch diese leblosen Gewebe
fahren Sie Ihren Courser durch jedes Gefäß
binden Sie Fleisch und Knochen sicher
in die Gelenke legen Sie feinstes Silber
reinstes Gold in alle Risse
Wo die Haut aufgebrochen ist
wo die Venen auseinandergerissen sind
bessere diese Verletzungen mit Magie
wo das Blut den Körper verlassen hat
gibt es reichlich neuen Blutfluss
wo die Knochen grob gebrochen sind
setze die Teile in voller Vollkommenheit
wo das Fleisch gequetscht und gelockert ist
berühre die Wunden mit magischem Balsam
lass keinen Teil unvollkommen
Knochen und Vene und Nerv und Sehne
Herz und Gehirn und Drüse und Gefäß
Heile wie du allein heilen kannst
Dies sind die Mittel die die Mutter benutzt
so schließt sie sich den leblosen Mitgliedern an
so heilt sie die todesähnlichen Gewebe
so stellt ihr Sohn und Held
sein früheres Leben und Gleichnis wieder her
Alle seine Adern sind miteinander verbunden
alle ihre Enden sind fest verbunden
alle Teile in der Apposition
das Leben kehrt zurück aber die Sprache fehlt
taub und stumm und blind und sinnlos
Jetzt spricht die Mutter wie folgt
Wo kann ich den Balsam beschaffen
wo die Tropfen magischen Honigs
um meinen Sohn und Helden zu salben
um so meine Lemminkäinen zu heilen
damit sein Monat wieder beginnt
möge wieder sein Gesang beginnen
wieder sprechen in Worten des Staunens
wieder seine Beschwörungsformeln singen?
Kleine Biene du Honigvogel
Herr aller Waldblumen
flieg weg und sammle Honig
bring mir die Waldsüße
gefunden in Metsolas reichen Gärten
und in Tapios duftenden Wiesen
aus den Blütenblättern der Blumen
aus den blühenden Kräuter und Gräser
so um die Qual meines Helden zu heilen
so um seine Wunden des Bösen zu heilen
Daraufhin fliegt der Honigvogel
auf Flügeln der Schnelligkeit weg
in Metsolas reiche Gärten
in Tapios Blumenwiesen
sammelt Süße von den Wiesen
destilliert mit der Zunge den Honig
aus den Tassen mit sieben Blumen
aus der Blüte unzähliger Gräser
schnell von Metsola zurückkehrend
fliegend summend vorwärts schießend
mit seinen Winglets honigbeladen
mit dem Vorrat an süßesten Gerüchen
zur Mutter bringt er den Balsam
Lemminkäinens besorgte Mutter
nimmt den Balsam der magischen Tugenden
und salbt den verletzten Helden
heilt seine Wunden und beruhigt seine Angst
aber der Balsam ist ineffizient
denn ihr Sohn ist taub und sprachlos
Dann spricht die Mutter wieder
Kleine Biene mein Honigvogel
flieg weg in eine Richtung
flieg über die sieben Ozeane
im achten eine magische Insel
wo der Honig verzaubert ist
zu den fernen TuriSchlössern
zu den Kammern von Palwoinen
dort ist der Honig wirksam
dort der wundertätige Balsam
Dies kann den verwundeten Helden heilen
bring mir diese magische Salbe
damit ich seine Augenlider salben kann
kann seine verletzten Sinne wiederherstellen
Daraufhin flog der Honigvogel
über sieben Ozeane
zur alten verzauberten Insel
fliegt eines Tages und dann eines zweiten
auf dem Grün setzt sich nicht ab
ruht nicht auf den Blumen
fliegt einen dritten Tag flott weiter
bis ihn ein dritter Tag abends
auf die Insel im Ozean bringt
auf die Wiesen die reich an Honig sind
auf den Katarakt und den Feuerfluss
auf den heiligen Strom und den Whirlpool
Dort bereitete sich der Honig vor
dort destillierte der magische Balsam
in den winzigen irdenen Gefäßen
in den brünierten Kupferkesseln
kleiner als der Fingerhut eines Mädchens
kleiner als die Fingerspitzen
Treu sammelt das beschäftigte Insekt
den verzauberten Honig
aus den magischen TuriCuplets
in den Kammern von Palwoinen
Die Zeit war nur wenig vergangen
bevor die Biene laut summte
fliegend flott honigbeladen
in seinen Armen befanden sich sieben Gefäße
sieben die Gefäße auf jeder Schulter
alle waren mit Honigbalsam gefüllt
mit dem Balsam magischer Tugenden
Lemminkäinens unermüdliche Mutter
salbt schnell ihren sprachlosen Helden
mit dem magischen TuriBalsam
mit dem Balsam von sieben Tugenden
neun Mal wenn sie ihn
mit dem Honig von Palwoinen salbt
mit dem wundertätigen Balsam
aber der Balsam ist ineffizient
denn der Held ist immer noch sprachlos
Dann spricht die Mutter wieder
Honigbiene du Äthervogel
flieg ein drittes Mal auf deiner Reise
flieg weg zum hohen Jumala
flieg du zum siebten Himmel
Schatz dort wirst du reichlich
Balsam des höchsten Tugend finden
nur vom Schöpfer benutzt
nur aus dem Atem von Ukko gemacht
Gott salbt seine treuen Kinder
mit dem Honig seiner Weisheit
wenn sie die Schmerzen der Trauer spüren
wenn sie den Mächten des Bösen begegnen
Tauche deine Winglets in diesen Honig
tränke dein Gefieder in seiner Süße
hierher bringe den alles ausreichenden
Balsam des großen Schöpfers
dies wird immer noch die Qual meines Helden sein
dies wird seine verwundeten Gewebe heilen
dies wird seine lange verlorene Vision wiederherstellen
Die Hügel von Nordland werden
mit der Magie seines Gesangs wiedergegeben
mit seiner wunderbaren Verzauberung
So antwortete die Honigbiene
Ich kann niemals in den Himmel fliegen
in den siebten Himmel
in die ferne Heimat von Ukko
mit diesen Flügeln von geringer Tugend
Lemminkäinens Mutter antwortete
Du kannst sicher in den Himmel fliegen
zum siebten Himmel
über den Mond unter dem Sonnenschein
durch das trübe und ferne Sternenlicht
Am ersten Tag wenn du nach oben fliegst
wirst du in der Nähe des Mondes eintauchen Himmel
fächere die Stirn von Kootamoinen auf
am zweiten kannst du dich
auf den Schultern von Otava ausruhen
am dritten Tag höher fliegend
ruhe auf den sieben Sternchen
auf den Köpfen von Hetewanè
Kurz die Reise die dir übrig bleibt
unbeträchtlich die Entfernung
zur Heimat des mächtigen Ukko
zu den Wohnungen der Seligen
Daraufhin erhebt sich die Biene
die von der Erde schnell nach oben fliegt
eilt mit anmutiger Bewegung weiter
durch ihre winzigen Flügel die himmlisch getragen werden
auf den Pfaden goldener Mondstrahlen
berührt die hellen Grenzen des Mondes
fächert die Stirn von Kootamoinen
ruht auf Otavas Schultern
hastet zu den sieben Sternchen
zu den Köpfen von Hetewanè
fliegt zum Schloss des Schöpfers
zu der Heimat des großzügigen Ukko
findet das Heilmittel vorbereiten
findet den Balsam des Lebens destillieren
in den silberfarbenen Kesseln
in den reinsten goldenen Kesseln
auf der einen Seite herzberuhigender Honig
auf der zweiten Seite Balsam der Freude
auf der dritten Seite lebensspendender Balsam
Hier wählt die magische Biene
den süßen lebensspendenden Balsam aus
sammelt auch herzzerreißenden Honig
schwer beladen eilt nach Hause
Die Zeit war ein Stück weit gereist
bevor die beschäftigte Biene summend
zu der ängstlichen Mutter kam die wartete
In seinen Armen hundert Becher
und tausend andere Gefäße
gefüllt mit Honig gefüllt mit Balsam
gefüllt mit dem Balsam des Schöpfers
Lemminkäinens Mutter
nimmt sie schnell auf die Zunge und testet sie
findet einen Balsam der völlig ausreicht
Dann sprach die Mutter wie folgt
Ich habe den lang ersehnten Balsam gefunden
das Heilmittel von Ukko gefunden
wo mit Gott sein Volk salbt
ihnen Leben und Glauben und Weisheit gibt
ihre Wunden heilt und ihre Qual stillt
macht dass sie stark gegen Versuchungen sind
und schützen sie vor den Übeltätern
Nun gut die Mutter salbt
heilt ihren Sohn den Zaubersänger
Augen und Ohren und Zunge und Tempel
bricht und schneidet und näht salbt
berührt und die Lebensblutzentren
spricht diese Worte von Magie Import
to der schlafende Lemminkäinen
Wach auf erhebe dich aus deinem Schlaf
aus den schlimmsten Bedingungen
aus deinem Zustand des schrecklichen Unglücks
Langsam weckt der Sohn und Held
erhebt sich aus den Tiefen des Schlummers
spricht wieder in magischen Akzenten
dies sind die ersten Worte des Sängers
Lange habe ich tatsächlich geschlafen
lange unbewusst von Existenz
aber mein Schlaf war voller Süße
Süße den Schlaf in Tuonela
wisse weder Freude noch Trauer
Dies ist die Antwort seiner Mutter
Längere noch ich habe schlummert
wäre es nicht für mich deine Mutter
Sag mir nun mein geliebter Sohn
mir sagen dass ich dich gut hören kann
Wer hat mich zu Manala gelockt
zum Fluss von Tuoni
zum tödlichen Strom und Whirlpool?
Dann gab der Held Lemminkäinen
seiner Mutter diese Antwort
Nasshut der heruntergekommene Hirte
der Herden von Sariola
blind und halt und arm und elend
und dem ich einen Gefallen getan habe
aus dem Schlummerland von Neid
sandte Nasshut mich nach Manala
zum Fluss Tuoni
sandte eine Schlange aus dem Wasser
sandte einen Addierer aus dem Todesstrom
durch das Herz von Lemminkäinen
Ich erkannte die Schlange nicht
konnte die Schlangensprache nicht sprechen
tat nicht kennen den Stich der Addierer
Sprach noch einmal die alte Mutter
O du Sohn kleiner Einsicht
sinnloser Held Narrenmagier
du hast dich zwischen deiner Magie gerühmt
um die weisen Zauberer zu verzaubern
An den düsteren Ufern Lapplands
hast du gedacht Helden
von den Grenzen Pohyolas zu verbannen
Wusstest nicht den Stich der Schlangen
kannstest nicht das Schilf des Wassers
noch den magischen Wortschützer
Lerne den Ursprung der Schlangen
woher das Gift des Addierers stammt
In den Fluten wurde die Schlange geboren
aus dem Mark der grauen Ente
aus dem Gehirn der Meeresschwalben
Suoyatar hatte Speichel gemacht
warf ihn auf die Wellen des Ozeans
Strömungen trieben ihn nach außen weiter
leuchtete sanft die Sonne darauf
durch Winde sanft geschaukelt
sanft durch Wind und Wasser gesäugt
von den Wellen wurde landeinwärts getrieben
gelandet von den wogenden Wellen
So die Schlange was von Übel
füllend die ganze Welt mit Mühe
in dem erstellt wurde Wasser
geboren aus Suoyatar seinem Schöpfer
Dann wiegte die Mutter des Helden
ihren Sohn um sich auszuruhen und zu trösten
wiegte ihn zu seinem früheren Wesen
zu seinem früheren Leben und Geist
zu größeren magischen Kräften
klüger schöner als je zuvor
wuchs der Held der Inseln
Aber sein Herz war voller Schwierigkeiten
und seine Mutter immer wachsam
fragte nach der Ursache seiner Niedergeschlagenheit
Dies ist Lemminkäinens Antwort
Dies ist die Ursache all meiner Trauer
In die Ferne wandert mein Herz
alle meine Gedanken wandern für immer
zu den blühenden Jungfrauen des Nordlands
zu den Mädchen der geflochtenen Locken
Nordlands hässliche Gastgeberin Louhi
wird mir ihre Tochter nicht geben
die schönste Jungfrau von Pohjola
bis ich den Schwan des Manas töte
mit meinem Bogen und nur einem Pfeil
im Fluss von Tuoni
Lemminkäinens Mutter antwortet
im heiligen Strom und im Whirlpool
Lassen Sie den Schwan in Sicherheit weiter schwimmen
geben Sie dem Wasservogel seine Freiheit
im Fluss von Manala
im Strudel von Tuoni
lassen Sie die Jungfrau im Nordland
mit ihrem Charme und ihrer verblassenden Schönheit
mit ihrer liebevollen und treuen Mutter
Geh auf einmal nach Kalevala
zu deinen nativen Feldern und Brachen
rühme deinen Vermögen alles ausreichend
lob vor allem deinen Schöpfer
Ukko gab dir Hilfe wenn nötig
wärst du von deinem Schöpfer gerettet
von deinem langen und hoffnungslosen Schlummer
in den Gewässern von Tuoni
in den Kammern von Manala
Ich konnte dich ohne Hilfe nicht retten
konnte nicht die geringste Hilfe geben
Gott allein der allwissende Ukko
der erste und letzte der Schöpfer
kann die Toten und Sterbenden wiederbeleben
kann sein würdiges Volk
vor den Gewässern von Manala schützen
aus dem tödlichen Strom und Whirlpool
im Königreich Tuoni
Lemminkäinen erfüllt von Weisheit
mit seiner liebevollen und treuen Mutter
beeilte sich sofort auf seiner Reise
zu seiner fernen Heimat und Verwandtschaft
zu den WäinöläFeldern und Wiesen
zu den Ebenen von Kalevala
*
Hier verlasse ich mein Kaukomieli
verlasse meinen Helden Lemminkäinen
lange lasse ich ihn von meinem Gesang ab
wende mein Lied anderen Helden zu
sende es auf andere Wege
singe eine andere goldene Legende
ZWEITER TEIL
KULLERVO
ERSTER GESANG
In der Antike schlüpfte eine Mutter
Und zog einige Schwäne und Hühner auf
Platzierte die Hühner im Reisig
Platzierte ihre Schwäne auf dem Fluss
Kam ein Adler ein Falke und ein Milan
Zerstreute alle ihre Schwäne und Hühner
Einer wurde nach Karyala gebracht
Und ein zweiter nach Estland
Ein dritter in Pohya war zu Hause
Und der nach Estland gebracht wurde
Wurde bald ein blühender Kaufmann
Der nach Karyala reiste
Blühte und hieß Kalervo
Der sich in Pohya versteckte
Nahm den Namen Untamoinen an
Blühte zum Leid seines Vaters auf
Zum Herzschmerz seiner Mutter
Untamoinen legte seine Fischnetze
In die Gewässer von Kalervo
Kullerwoinen sieht die Fischnetze
Nimmt den Fisch in seinem Korb mit nach Hause
Dann wurde Untamo böse gesinnt
Ärgerlich und seufzte vor Rache
Ergriff seine Finger für den Kampf
Entblößte seine mächtigen Arme für den Kampf
Für den Diebstahl seines Lachses
Für den Raub seiner Fischnetze
Lange kämpften sie heftigen Kampf
Keiner konnte den Sieg beweisen
Sollte einer den anderen heftig schlagen
Wurde er selbst heftig geschlagen
Dann trat ein zweites Problem auf
Am zweiten und dritten Tag
Säte Kalerwoinen in der Nähe
Der Scheunen von Untamoinen etwas Gerste
Untamoinens Schafe im Hunger
Aßen die Ernte von Kullerwoinen;
Kullerwoinens Hund in Bosheit
Riss Untamos Schafe in Stücke
Dann drohte Untamo schmerzlich
Das Volk seines Bruders Kalerwoinen
Zu vernichten sein Stammesvolk auszurotten
Die Jungen und Alten zu vernichten
Seine Rasse und sein Königreich auszurotten
Beschwört Männer mit umgürteten Breitschwertern
Für den Krieg gestaltet er Helden
Modejugend mit angepassten Speeren
Tragen Äxte auf ihren Schultern
Er beschwört so eine mächtige Armee
Beeilt sich eine Schlacht zu beginnen
Beginnt einen Krieg gegen seinen Bruder
Kalerwoinens Frau in Schönheit
Saß neben ihrem Kammerfenster und schaute
Die Hochstraße entlang
Er sprach diese Worte verwundert
Sehe ich Rauch aufsteigen
Oder vielleicht eine schwere Sturmwolke
Nahe der Waldgrenze
Nahe dem Ende der Prärie
Es war kein Rauch
Noch eine schwere Sturmwolke
Es waren Untamoinens Soldaten
Die zum Ort der Schlacht marschierten
Krieger von Untamoinen
Kamen mit Speeren und Pfeilen ausgerüstet
Töteten das Volk von Kalervo
Töteten seinen Stamm und alle seine Verwandten
Verbrannten viele Wohnungen zu Asche
Richteten viele Höfe und Hütten hin
Nur ließen Kalervos Tochter übrig
Mit ihrem ungeborenen Kind
Überlebende der Schlacht von Untamo
Und sie führte die feindliche Armee
Zu den Hallen und der Villa ihres Vaters
Fegte die Räume und machte sie fröhlich
Gab den Helden häusliche Aufmerksamkeit
Die Zeit war nur wenig vergangen
Ehe ein Junge in Magie geboren wurde
Von der Jungfrau Untamala
Von einer Mutter die voller Probleme war
Ihm dem Mann namens Kullervo
Perle des Kampfes sagte Untamo
Dann legten sie das Kind des Staunens
Vaterlos das magische Kind
In die Wiege der Aufmerksamkeit
Um geschaukelt und gefüttert zu werden
Aber er wiegte sich vor Vergnügen
Bis seine Locken standen
Bewegte sich ein Tag und dann einen zweiten
Den dritten von morgens bis mittags
Aber bevor der dritte Tag zu Ende ging
Tritt der Junge mit magischer Kraft
Vorwärts rückwärts aufwärts abwärts
Tritt in Wunder der Macht auf
Voller Macht platzen seine Windeln
Unter seinen Decken hervor
Klopfen seine Wiege in Fragmente
Tränen zerreißen all seine Kleidung
Es schien dass er ein Held werden würde
Und seine Mutter Untamala dachte
Das wäre wenn er in voller Statur wäre
Wenn er fand seine Stärke und Vernunft
Würde ein großer Magier werden
Erster unter tausend Helden
Drei Monate nachdem der Junge gediehen war
Begann er wie folgt zu sprechen
Wenn meine Gestalt in voller Statur ist
Wenn diese Arme stark und robust werden
Dann werde ich den Mord
An Kalervo und seinem Volk rächen
Untamoinen trägt das Sprichwort
Spricht diese Worte über ihn
Meinem Stamm bringt er Zerstörung
In ihm wächst ein neuer Kalervo heran
Dann überlegten die Helden gut
Und die Frauen gaben ihren Rat
Wie man das magische Kind tötet
Damit ihr Stamm in Sicherheit lebt
Es schien als würde der Junge gedeihen
Schließlich stimmten sie alle zu
Er wurde in einen Korb gelegt
Und mit fest befestigten Weiden
In das Schilf und die Binsen gebracht
In das tiefste Wasser gesenkt
In seinem Korb um dort zu sterben
Als drei Nächte vergangen waren
Wollten die Gesandten von Untamoinen sehen
Ob er in seinem Korb im Wasser umgekommen war
Aber das Wunderkind lebte
Er war nicht in der Eile umgekommen
Er hatte seinen Weidenkorb verlassen
Saß triumphierend auf einer Woge
In seiner Hand ein Kupferstab
Auf dem Stab eine goldene Fischschnur
Nach dem silbernen Wittling fischend
Die Tiefen unter ihm messend
Im Meer war wenig Wasser
Kaum würde es drei Maß füllen
Untamoinen überlegte dann
Dies ist die Sprache des Zauberers
Wohin sollen wir dieses Wunderkind bringen
Dieses Wunderkind des Bösen legen
Damit die Zerstörung ihn überführt
Wo der Junge sinken und umkommen wird
Dann befahl er seinen Boten
Getrocknete Reisigstangen
Birken mit ihren hundert Zweigen
Kiefern voller Pech und Harz zu sammeln
Er befahl einen Scheiterhaufen zu bauen
Damit der Junge eingeäschert werde
Damit Kullervo zugrunde gehe
Hoch stapelten sie die Zweige
Getrocknete Glieder von der heiligen Birke
Zweige von hundert Tannen
Knoten und Zweige voller Resignation
Gefüllt mit Rinde tausend Schlitten
Gewürzte Eiche hundert Maße
Das Reisig auf die Baumwipfel gestapelt
Den Jungen auf den Gipfel gesetzt
Den Reisighaufen in Brand gesteckt
Einen Tag verbrannt und einen zweiten
Verbrannt den dritten von morgens bis abends
Untamo seine Herolde sandte
um den Scheiterhaufen zu inspizieren
Um zu erfahren ob der junge Kullervo
Zu Staub und Asche verbrannt worden war
Dort sahen sie den Jungen
Auf einer Pyramide aus Glut sitzen
In seinen Banden ein Stab aus Kupfer
Der Kohlen harkte in dem Feuer um ihn
Um seine Hitze und Kraft zu erhöhen
Kein Haar wurde verbrannt oder verletzt
Kein Ringelchen versengt oder geschrumpft
Dann wandte sich Untamo böse gelaunt
An seine vertrauten Herolde
Wohin soll der Junge gebracht werden
An welchen Ort dieses böse Ding
Damit die Zerstörung ihn überführt
Damit der Junge sinkt und zugrunde geht
Dann hängten sie ihn an eine Eiche
Kreuzigten ihn in den Zweigen
Damit der Zauberer dort umkam
Als drei Tage und Nächte zu Ende waren
Sprach Untamoinen wie folgt
Es ist Zeit meine Herolde zu schicken
Um die mächtige Eiche zu inspizieren
Um dort zu erfahren ob der junge Kullervo
Zwischen den Zweigen lebt oder stirbt
Daraufhin sandte er seine Diener
und die Herolde brachten diese Botschaft
Der junge Kullervo ist nicht umgekommen
Ist nicht zwischen den Zweigen der Eiche gestorben
An der wir ihn aufgehängt haben
In der Eiche macht er Bilder
Mit einem Zauberstab zwischen seinen Fingern
Bilder hängen an allen Zweigen
Geschnitzt und bemalt von Kullervo
Und die Helden dick wie Eicheln
Mit ihren Schwertern und Speeren
Füllen die Zweige der Eiche
Jedes Blatt wird ein Soldat
Wer kann dem Grab helfen Untamo
Töte den Jungen der das Böse bedroht
Für Untamos Stamm und Land
Da er weder durch Wasser
Noch durch Feuer oder Kreuzigung sterben wird
Schließlich wurde entschieden
Dass sein Körper unsterblich war
weder Tod noch Folter erleiden konnte
In Verzweiflung Untamoinen
So sprach den Jungen Kullervo an
Willst du ein Leben führen das immer wird
Ehre mein Volk immer
Soll ich dich in meiner Wohnung behalten
Solltest du die Pflicht eines Dieners behalten
Dann wirst du deinen Lohn erhalten
Und ernten was auch immer du säst
Du kannst den goldenen Gürtel tragen
Oder die Zunge der Kritik ertragen
Als der Junge ein wenig gewachsen war
An Stärke und Statur zugenommen hatte
Wurde ihm ein Beruf gegeben
Er wurde dazu gebracht ein Kind zu pflegen
Die Wiege des Kindes zu schaukeln
Dies sind die Worte von Untamoinen
Schau oft auf das kleine Kind füttere es gut
Und hüte es vor Gefahren
Wasche seine Wäsche im Fluss
Gib dem Kind gute Aufmerksamkeit
Der junge Kullervo der böse Zauberer
Pflegt einen Tag dann einen zweiten
Am Morgen des dritten Tages
Gibt er dem Kind grausame Behandlung
Macht seine Augen blind und bricht ihm die Finger
Und als sich abendliche Schatten sammeln
Tötet er das kleine Kind während es schlummert
Wirft seinen Körper ins Wasser
Zerbricht und verbrennt die Wiege des Kindes
Untamoinen überlegte also
Niemals wird dieser Kullervo fallen
Sei eine würdige Amme für Kinder
Kann ein Baby nicht in Sicherheit wiegen
Ich weiß nicht wie ich ihn gebrauchen kann
Welche Beschäftigung kann ich ihm geben
Dann sagte er dem jungen Zauberer
Er müsse den stehenden Wald fällen
Und Kullervo gab diese Antwort
Nur ein Held werde ich sein
Wenn ich das magische Beil trage
Ich bin jung und schön und mächtig
Viel schöner als andere
Habe die Fähigkeit von sechs Magiern
Daraufhin suchte er den Schmied auf
Dies war der Befehl von Kullervo
Hör zu du Metallkünstler
Schmiede für mich eine Axt aus Kupfer
Schmiede die mächtige Axt der Helden
Womit ich den Wald fällen kann
Die Birke und die Eiche und die Espe
Dies befiehlt der Schmied zu ehren
Schmiedet ihm eine Axt aus Kupfer
Wunderbar die Klinge die er schmiedet
Kullerwoinen schärft sein Beil
Schärft seine Klinge von morgens bis abends
Und macht am nächsten Tag den Griff
Dann eilt er zum Wald
Zum aufsteigenden Berg
Zur höchsten der Birken
Zu den mächtigsten Eichen
Dort schwingt er seine Axt aus Kupfer
Schwingt seine Klinge mit magischer Kraft
Schneidet mit geschärfter Kante die Espe
Mit einem Schlag fällt er die Eiche
Mit einem zweiten Schlag die Linde
Viele Bäume sind schnell gefallen
Durch das Kriegsbeil von Kullervo
Dann sprach der Assistent wie folgt
Dies ist die richtige Arbeit von Lempo
Lass Diri-Hisi den Wald fällen
In der Birke versenkte er sein Beil
Aufruhr war in den Wäldern
In Tönen laut gerufen vom Donner
Pfiff zu den fernen Bergen
Bis sie zu seiner Berufung zurückkehrten
Als Kullervo wie folgt sprach
Möge der Wald im Kreis sein
Wo meine Stimme klingt
Gefällt und zugrunde geht
In der Erde für immer verloren
Möge kein Baum uneben bleiben
Mögen im Frühling keine Setzlinge wachsen
Niemals während das Mondlicht schimmert
Wo Kullervos Stimme widerhallt
Wo der Wald meine Berufung hört
Wo der Boden mit Samen gepflanzt wird
Und das Getreide wird sprießen und gedeihen
Möge es niemals zur Reife kommen
Mögen die Ähren gesprengt werden
Als der starke Mann Untamoinen
Am frühen Abend nachschaute
Wie Kullervo Fortschritte machte
In seiner Arbeit im Wald
Wenig war die geleistete Arbeit
War eines Mannes hier nicht würdig
Untamoinen dachte so
Der junge Kullervo ist nicht geeignet
Für die Arbeit der Waldrodung
Verschwendet das Beste von allem Holz
In mein Land bringt er Zerstörung
Ich werde ihn Zäune bauen lassen
Dann begann die Jugend mit dem Bau
Eines Zauns für Untamoinen
Nahm die Stämme stattlicher Tannen
schnitt sie mit seiner Klinge für Zaunpfosten
Schnitt die höchsten in den Wäldern
Für das Geländer seiner Zäune
Machte die kleineren Stangen und Querstangen
Aus der längsten der Linden
Machte den Zaun ohne Durchgang
Machte kein Geflecht in seinen Zäunen
Und Kullervo sprach über diese Maßnahmen
Wer sich nicht als Adler erhebt
Segelt nicht auf Flügeln durch den Äther
Kann Kullervos Schagbaum nicht überqueren
Noch die Zäune die er gebaut hat
Untamoinen verließ seine Villa
Um die Arbeiten des Jungen zu inspizieren
Sah sich die Zäune von Kullervo an
Sah den Zaun ohne Durchgang
Kein Geflecht in seinen Zäunen
Von der Erde erstreckte sich der Zaun
Bis zu den höchsten Wolken des Himmels
Dies sind die Worte von Untamoinen
Für dieses Werk ist nicht geeignet
Nutzlos ist der so gebaute Zaun
Ist so hoch dass niemand ihn überqueren kann
Und es gibt keinen Durchgang durch ihn
Er soll Roggen und Gerste dreschen
Der junge Kullervo der sich schnell vorbereitete
Er machte einen Eichen-Dreschflegel zum Dreschen
Drosch den Roggen zu feinstem Pulver
Drosch die Gerste in Atome
Und den Strohhalm in wertlose Fragmente
Untamoinen ging am Abend
Ging zu Kullervos Dreschplatz
Sah die Arbeit von Kullerwoinen
Gefunden wurde der Roggen zu Pulver gemahlen
Gerstenkörner zu Atomen zerkleinert
Und das Stroh zu wertlosem Müll
Untamoinen wurde dann wütend
Sprach diese Worte mit bitteren Akzenten
Kullerwoinen als Arbeiter
Ist ein elender Fehler
Was auch immer er berührt
Wird durch seine Hexerei ruiniert
Ich werde ihn in Estland ruinieren
In Karyala werde ich ihn
An den Schmied Ilmarinen verkaufen
Um den schweren Hammer zu schwingen
Untamoinen verkauft Kullervo
Tauscht ihn im fernen Karyala
An den Schmied Ilmarinen
An den Meister der Metalle
Dies ist die Summe die als Zahlung erhalten wurde
Sieben abgenutzte und wertlose Sicheln
Drei alte Kessel schlimmer als nutzlos
Drei alte Sensen und Hacken und Äxte
Belohnung in der Tat ausreichend
Für einen Jungen der nicht
Zum Wohl seines Arbeitgebers arbeiten wird
ZWEITER GESANG
Kullerwoinen Assistent und Diener
Des Schmieds Ilmarinen
Gekaufter Sklave von Untamoinen
Der Magie Sohn mit himmelblauen Strümpfen
Mit einem Kopf der goldenen Löckchen
In seinen Schuhen von Marder-Leder
Abwartend wenig fragte den Schmied
Fragte den Wirt nach der Arbeit am Morgen
Fragte die Gastgeberin am Abend
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Gib mir Arbeit am frühen Morgen
Am Abend Arbeit die
Deines Dieners würdig ist
Dann die Frau von Ilmarinen
Einst die Jungfrau des Regenbogens
Die lang und lange darüber nachdachte
Wie man der Jugend eine Beschäftigung gibt
Wie der gekaufte Sklave arbeiten kann
Schließlich machte sie ihn zu einem Hirten
Machte ihn zum Hüter ihrer Weiden
Aber die verächtliche Gastgeberin,
Backte einen Keks für den Hirten
Backte einen Laib von wundersamer Dicke
Backte die untere Hälfte von Hafermehl
Und die obere Hälfte von Gerste
Backte einen Feuerstein in die Mitte
Goss herum flüssige Butter
Dann gab sie es dem Hirten
Nahrung um den Hunger des Hirten zu stillen
So gab sie der Jugend Anweisungen
Iss das Brot nicht in Hunger
Bis die Herde im Wald ist
Dann die Frau von Ilmarinen
Schickte ihr Vieh auf die Weide
Also mit Adressierung an Kullerwoinen
Treibe die Kühe dort in die Lauben
Zu den Birken und Espen
Dass sie dort futtern und sich mästen können
Gib bitte Milch und Butter
In der offene Waldweide
Auf den fernen Hügeln und Bergen
In den Tälern zwischen den Birken
Im Tiefland mit den Espen
In den goldenen Kiefernwäldern
In den mit Silber beladenen Dickichten
Beschütze sie du gütige Schöpferin
Schütze sie allgegenwärtige Ukko
Schütze sie vor jeder Gefahr
Und beschütze sie vor allem Bösen
Damit sie nicht wollen
Von den Pfaden des Friedens
Und des Überflusses weg wandern
Wie zu Hause hast du sie beschützt
In den Schutzräumen und den Hürden
Bewache sie jetzt unter dem Himmel
Schütze sie auf Waldweiden
Damit die Herden leben und gedeihen können
Zur Freude der Gastgeberin von Nordland
Und gegen den Willen von Lempo
Wenn sich mein Hirte als unwürdig erweist
Wenn die Hirtenmädchen böse erscheinen
Lass die Weiden ihre Hirten sein
Lass die Erlen das Vieh bewachen
Mach die Birke zu ihrer Beschützerin
Lass die Weide sie nach Hause treiben
Bevor die Gastgeberin sie sucht
Bevor die Milchmädchen warten
Und sich Sorgen machen
Sollte die Birke sie nicht beschützen
Noch die Espe Hilfe leisten
Noch die Linde ihre Hüterin sein
Noch die Weide sie nach Hause treiben
Willst du ihnen bessere Hirten geben
Lass die schönen Töchter der Schöpfung
Ihre gütigen Hirtinnen sein
Du hast viele schöne junge Mädchen
Viele Hunderte die dir gehorchen
In den weiten Kreisen des Äthers
Schöne Töchter der Schöpfung
Die Sommertochter die magische Jungfrau
Die südliche Mutter der Wälder
Die Kiefer-Tochter Kateyatar
Pihlayatar von der Espe die Erlenjungfrau
Tapios‘ Tochter die Tochter des Tals Millikki
Und die Bergmaid Tellervo
Von meinen Herden seid ihr die Beschützerinnen
Haltet sie von dem Bösen fern
Schützt sie in Sommertagen
In Zeiten duftender Blumen
Während die zarten Blätter flüstern
Während die Erde mit Grünpflanzen beladen ist
Sommertochter bezaubernde Jungfrau
Südliche Mutter der Wälder
Verbreite deine Gewänder der Sicherheit im Ausland
Verbreite deine Schürze über den Wald
Lass sie mein ganzes Vieh bedecken
Und beschütze die Ungeschützten
Damit ihnen keine bösen Winde schaden
Sie nicht von den Gewitterwolken leiden
Vor jeder Gefahr meine Herde schütze
Sie aus den Händen des Wildtieres befreie
Halte sie von den Sümpfen mit sinkenden Bahnen fern
Von den Quellen da Blasen Probleme bereiten
Vor den schnell fließenden Gewässern
Vor dem tiefstem der Strudel
Damit sie kein Unglück finden
Nicht zur Zerstörung wandern
Nicht in den Sümpfen versinken und zugrunde gehen
Obwohl gegen der Göttin beste Absichten
Obwohl gegen den Willen von Ukko
Bringe aus der Ferne ein Signalhorn
Bringe ein Hirtenhorn vom Himmel
Bringe die Honigflöte von Ukko
Spiele die Musik der Schöpfung
Blase die Flöte des Magiers
Spiele die Blumen im Hochland
Bezaubere die Hügel und Täler und Berge
Bezaubere die Grenzen des Waldes
Fülle die Waldbäume mit Honig
Fülle die Brunnenränder mit Gewürzen
Denn meine Herden geben Nahrung und Schutz
Füttere sie alle auf Honigweiden
Gib ihnen Getränk an Honigbrunnen
Füttere sie auf deinen goldenen Gräsern
Auf den Blättern silberner Setzlinge
Aus den Quellen des Lebens und der Schönheit
Aus dem fließenden Kristallwasser
Von den Wasserfällen von Rutya
Von den Höhen grün und golden
Aus dem angereicherten Quell in Silber
Grabe mir auch goldene Brunnen
An den vier Seiten der Weide
Dass die Kühe in Süße trinken können
Und ihre Euter überquellen mit Honig
Dass ihre Milch kann in Bächen fließen
Die Milch soll in Gefäßen gefangen werden
Das Geschenk der Kuh soll nicht verschwendet werden
Manala darf nicht gegeben werden
Viele sind die Söhne des Bösen
Die zum Mana ihre Melkungen nehmen
Ihre Milch den Übeltätern geben
Sie in Tuonis Reich verschwenden
Es gibt nur wenige und sie sind die Würdigen
Die die Milch aus dem Mana bekommen können
Niemals mein altes Mütterchen
Bat im Dorf um Rat
Niemals vor Gericht um Weisheit
Sie erhielt ihre Milch aus Mana
Sie nahm die Sauermilch von den Händlern
Süßmilch aus größerer Entfernung
Aus dem Königreich Manala
Von Tuonis Feldern und Weiden
Sie ward in der Dämmerung des Abends gebracht
Durch die Nebenwege in der Finsternis
Dass die Schlechten es nicht wissen sollen
Dass sie nicht Zerstörung finden soll
Dies ist die Sprache meiner Mutter
Und diese Worte wiederhole ich auch
Wohin wandert das Geschenk der Kuh
Wohin ist die Milch gegangen
Ist sie gegangen um die Fremden zu ernähren
Verbannt in das ferne Dorf
Gegangen um den Weiler-Liebhaber zu ernähren
Oder vielleicht den Wald zu ernähren
Verschwunden in den Wäldern
Verstreut über die Hügel und Berge
Vermischt mit den Seen und Flüssen
Sie wird nie zu Mana gehen
Geht nie den Fremden zu füttern
Niemals zu den Dorf-Liebhabern
Weder soll sie den Wald ernähren
Noch auf den Bergen verloren gehen
Weder in den Wäldern besprengt werden
Noch mit dem Wasser vermischt werden
Sie wird für unsere Tische benötigt
Als würdiges Essen für alle unsere Kinder
Sommertochter Magd der Schönheit
Südländische Tochter der Schöpfung
Gib Suotikki zartes Futter
Watikki gib reines Wasser
Hermikki-Milch reichlich Tuorikki-Milch reichlich
Frische Vorräte Tuorikki frische Vorräte
Von Mairikki die Milch fließen lass
Frischmilch von meinen Kühen reichlich
Von den Grasspitzen kommend
Von den zarten Kräutern und Blättchen
Von den honigreichen Wiesen
Von der Mutter des Waldes
Von den süß tropfenden Wiesen
Von den beerenbeladenen Zweigen
Von der Heide der Blumenmädchen
Von dem Grün der Jungfrau der Laube
Aus den Wolken der Milchversorgerinnen
Aus der Jungfrau des Himmels
Damit die Milch reichlich fließt
Von den Kühen die ich
Zur Haltung Kullervo gegeben habe
Erhebe dich Jungfrau des Tals
Aus den Quellen erhebe dich in Schönheit
Erhebe dich Jungfrau des Brunnens
Schöne erhebe dich im Äther
Nimm das Wasser aus den Wolken
Und meine streifenden Herden besprenkle
Damit meine Kühe trinken und gedeihen können
Sei bereit für das Kommen
Der Hirtin des Abends
O Millikki Wald-Gastgeberin
Mutter der Herden auf der Weide
Sende den größten deiner Diener
Sende die besten deiner Assistenten
Damit meine Herden
In den angenehmen Sommertagen bewacht werden
Die uns unsere Schöpferin gegeben hat
Schöne Jungfrau der Wälder
Tapios bezauberndste Tochter
Schöne Tellervo Waldjungfrau
Sanft gekleidet in seidene Kleidung
Schön in goldenen Locken
Gibst du meinen Herden Schutz
In den Metsola-Herrschaften
Auf den Hügeln von Tapiola
Schütze sie streichle sie
Mit deinen Händen der Schönheit
Sanft mit deinen Fingern
Gib ihnen einen goldenen Glanz
Lass sie wie Lachsflossen leuchten
Züchte ihnen Roben
Die so weich wie Hermelin sind
Wenn der Abendstern Dunkelheit bringt
Wenn die Stunde des Zwielichts erscheint
Sende mein niederes Vieh nach Hause
Milch in ihren Gefäßen fließe
Wasser auf dem Rücken in Seen
Wenn die Sonne im Ozean untergegangen
Wenn der Abendvogel singt
So sprich meine Viehherden an
Ihr die Hörner tragen eilt jetzt
Zu den Schuppen von Ilmarinen
Ihr angereichert mit Milch geht nach Hause
Zu der Gastgeberin die jetzt wartet
Zuhause ist der bessere Ort zum Schlafen
Waldbetten sind voller Gefahr
Wenn der Abend in der Dunkelheit kommt
Sofort reist zu den Milchmädchen
Gebäudefeuer sind da um den Weg zu beleuchten
Auf dem mit Honig angereicherten Rasen
Auf den mit Beeren beladenen Weiden
Du o Tapios Sohn Nyrikki
Waldsohn in Purpur gehüllt
Schneide die Tannen auf den Bergen
Schneide die Kiefern mit Zapfen der Schönheit
Lege sie über die Bäche als Brücken
Bedecke gut die Schlämme von Treibsand
In den Sümpfen und in den Niederungen
Dass meine Herde in Sicherheit passieren kann
Auf ihrer langen und düsteren Reise
Um zu den Rauchwolken zu eilen
Wo die Milchmädchen warten dass sie kommen
Wenn die Kühe diesen Befehl nicht befolgen
Nicht beschleunige sie Abends nach Hause
Dann o Himbeeren-Jungfrau
Schneide eine Birkenrute aus dem Wald
Vom Wacholder eine Rute
In der Nähe von Tapios geräumigem Herrenhaus
Stehend auf dem Eschenberg
Geh meinen Weg vorwärts wegen des Viehs
In Metsolas breite Milchhöfe
Wenn der Abendstern aufgeht
Du o Otso Waldapfel Waldbär
Mit honigfarbenen Fingern
Lass uns einen dauerhaften Vertrag schließen
Ein Gelübde für zukünftige Zeitalter ablegen
Dass du mein Vieh nicht tötest
Meine Milchversorger nicht essen wirst
Dass ich meine Jäger nicht sende
Um dich und deine Verwandten zu vernichten
Niemals in den Sommertagen
Der wärmsten Jahreszeit der Schöpferin
Hörst du die Töne von Kuhglocken
Hörst den Ruf der Signalhörner
Reitest auf der Wiese
Versinkst auf dem Rasen im Schlaf
Begräbst deine beiden Ohren in Klee
Duckst dich in einem Erlen-Dickicht
Kletterst zwischen den moosigen Felsvorsprüngen
Besuchst eine felsige Höhle
Fliehst in andere Berge
Bis du die Kuhglocken
Und den Ruf der Hirten nicht mehr hörst
Höre Otso der Wälder
Heiliger Bär mit honigfarbenen Fingern
Sich der Viehherde zu nähern
Dir ist nicht verboten
Aber deine Zunge Zähne und Finger
Dürfen meine Herde im Sommer nicht berühren
Dürfen meinen harmlosen Kreaturen nicht schaden
Geh zu den duftenden Wiesen
Um zu schlendern durch die milchigen Weiden
Von den Tönen der Glocken und Hirten
Die Herde auf dem Berg sein sollte
Geh du schnell zu den Sümpfen
Treibe mein Vieh durch die Niederungen
Danach schlafe du dann im Dickicht
Sollten sie sich vom Hochland ernähren
Musst du dich ins Tal beeilen
Sollten die Herden am Boden grasen
Musst du dich vom Gipfel ernähren
Wandere wie der goldene Kuckuck
Wie die Taube von silberner Helligkeit
Wie ein kleiner Fisch im Ozean
Reite deine Krallen an deinem haarigen Fuß
Schließe deine bösen Zähne in der Dunkelheit
Damit meine Herde nicht erschrocken wird
Sich nicht denken muss in Gefahr
Lass meine Kühe in Frieden und Fülle
Lass sie nach Hause reisen
Durch die Täler und Nebenstraßen der Berge
Über Ebenen und durch den Wald
Verletze nicht meine harmlosen Kreaturen
Erinnere dich an deine früheren Zusagen
Am Fluss Tuoni in der Nähe
Des Wasserfalls und des Strudels
In den Ohren unserer Schöpferin
Dreimal wurde es Otso gewährt
Sich im Sommer dem Land der Kuhglocken zu nähern
Wo die Stimmen der Hirten widerhallen
Aber dir wurde es nicht gewährt
Otso hatte nie die Erlaubnis
Eine böse Handlung zu versuchen
Ein Werk des Bösen zu beginnen
Sollte das blendende Ding der Bosheit
In deinen Streifzügen über dich kommen
Sollten deine blutigen Zähne Hunger verspüren
Wirf deine Bosheit in die Berge
Und deinen Hunger auf die Kiefern
Spüle deine Zähne in den Espen
In den toten Gliedern der Birken
Schneide die Stängel von den Weiden ab
Sollte dich dein Hunger noch antreiben
Geh du zum Beerenberg
Iss den Pilz des Waldes
Füttere deinen Hunger auf den Ameisenhügeln
Iss die roten Wurzeln des Bärenbaums
Metsolas reiche Honigkuchen
Nicht das Gras meine Herde würde ernähren
Oder wenn Metsolas reicher Honig
Vor dem Essen gären sollte
Auf den Hügeln von goldener Farbe
Auf den mit Silber gefüllten Bergen
Es gibt andere Nahrung für den Hunger
Andere Getränke für den durstigen Otso
Ewiges wird das Essen sein
Und das Getränk wird niemals fehlen
Lass uns jetzt zu Ehren zustimmen
Und einen dauerhaften Vertrag abschließen
Damit unser Leben in Lust endet
Möge es im Sommer fröhlich sein
Beide genießen den Wald gemeinsam
Obwohl unser Essen unverwechselbar sein muss
Solltest du immer noch Lust haben
Gegen mich zu kämpfen
Lass unsere Wettbewerbe im Winter sein
Lass unsere Kriege auf den Schneefeldern sein
Sümpfe werden in Sommertagen auftauen
Warm ist das Wasser in den Flüssen
Darum solltest du diesen Vertrag brechen
Solltest du kommen wo goldenes Vieh
Diese Wälder durchstreift Hügel und Täler
Wir werden dich mit unseren Armbrüsten töten
Sollten unsere Pfeilmänner abwesend sein
Haben wir hier einige Bogenschützenfrauen
Und unter ihnen ist die Gastgeberin
Die kann die tödliche Waffe benutzen
Die kann dich zur Zerstörung bringen
So werden die Tage der Not enden
Die du unserem Volk bringst
Gegen den Willen von Ukko
Ukko Herrscherin im Himmel
Leihe meiner Bitte ein Ohr
Verwandle mein ganzes Vieh verwandle sie
Durch die mächtige Kraft der Magie
In Stümpfe und Steine
Wenn der Feind wandern sollte
In der Nähe meiner Herde in Sommertagen
Wenn ich als Otso geboren worden wäre
Würde ich niemals zu Füßen
Alter Weiber schreiten und schlendern
Anderswo gibt es Hügel und Täler
Weiter sind Honigweiden,
Wo der faule Bär wandern kann
Wo der Träge verweilen kann
Schleichen weg zu jenem Berg
Damit dein zartes Fleisch nachlässt
In den tiefen Nischen des blauen Tals
In den Bärendickichten des Waldes
Kannst du dich durch Eichelfelder bewegen
Durch den Sand und die Kieselsteine des Ozeans
Dort wird für dich verfolgt ein Weg
Durch die Wälder an der Seeküste
Bis zu den äußersten Grenzen des Nordlandes
Bis zu den düsteren Ebenen Lapplands
Es ist gut für dich zu rumpeln
Dort zu leben wird eine Lust sein
Im Sommer ohne Schuhe
Um im Sommer spazieren zu gehen
An Herbsttagen ohne Strümpfe
Auf dem blauen Rücken des Berges
Durch die Sümpfe und das fruchtbare Tiefland
Wenn du nicht dorthin reisen kannst
Kannst du die Lappland-Straße nicht finden
Beeile dich in einiger Entfernung
Auf dem Bärenweg der nach Norden führt
Zum Hain von Tuonela
Zu den Honigebenen von Kalma
Sümpfe in denen es gut zu wandern ist
Heide in der man sich nach Belieben bewegen kann
Es gibt Kiryos es gibt Karyos
Und unzählige Tieren
Mit ihren eisenstarken Fesseln
Die sich im Wald mästen
Seid gnädig ihr Haine und Berge
Voller Gnade du dunkles Dickicht
Frieden und Heil meinem Vieh
Durch die angenehmen Sommertage
Die wärmste Jahreszeit der Schöpferin
Knippana o König der Wälder
Du der graue Bart der Wälder
Beobachte deine Hunde in Moor und Brache
Lege einen Schwamm in ein Nasenloch
Und eine Eichel in das andere
Damit sie mein Vieh nicht riechen
Binde ihre Augen mit seidenen Netzen
Damit sie meine Herden nicht sehen
Mein Vieh nicht weiden sehen
Sollte all dies ineffizient erscheinen
Vertreibe deine bellenden Kinder
Lass sie in andere Wälder rennen
Lass sie in anderen Sümpfen jagen
Von diesen grünen Wiesenstreifen
Von diesen weit ausgestreckten Grenzen
Verstecke deine Hunde in deinen Höhlen
Binde deine Kinder fest die jaulen
Binde sie mit deinen goldenen Fesseln
Mit deinen Ketten geschmückt mit Silber
Dass sie mich nicht beschädigen
Möglicherweise mit einer Tat von Unheil
Mögest all dies beweisen als ineffizient
Du o Ukko Königin des Himmels
Weise Regisseurin voller Barmherzigkeit
Höre die goldenen Worte die ich ausspreche
Höre eine Stimme die Zuneigung atmet
Aus der Erle mache einen Maulkorb
Für jeden Hund im Zwinger
Sollte sich die Erle als zu schwach erweisen
Wirf ein Band aus reinstem Kupfer
Sollte sich das Kupfer als fehlerhaft erweisen
Schmiede ein Band aus hartem Eisen
Sollte das Eisen auseinander brechen
In jeder Nase einen kleinen Ring
Aus geschmolzenem Gold und Silber befestige
Kette deine Hunde in Waldhöhlen an
Damit meine Herde nicht verletzt wird
Dann öffnete die Frau von Ilmarinen
Die Lebensgefährtin des Schmieds
Alle ihre Höfe und Ställe
Führte ihre Herde über die Wiese
Und stellte sie in die Obhut des Hirten
In die Obhut von Kullerwoinen
DRITTER GESANG
Daraufhin legte der Junge Kullervo
Sein Mittagessen in seinen Korb
Trieb die Herde auf Bergwiesen
Über die Hügel und durch die Sümpfe
Zu ihren Weiden in den Wäldern
Und sprach als er sorglos umherwanderte
Von Jugend an bin ich der Ärmste
Ein unglücklicher Junge und voller Ärger
Das Unglück ist mir widerfahren
Ich muss leider müßig
Über die Hügel und durch die Täler wandern
Als Wachhund für das Vieh
Dann setzte er sich auf das Grün
An einem ausgewählten sonnigen Ort
Sang und sang folgende Worte
Scheine o Sonnenschein du Sonne des Himmels
Wirf deine Strahlen du Feuer von Ukko
Auf den Hirten des Schmieds
Auf den Kopf von Kullerwoinen
Auf diesem armen und glücklosen Hirten
Und nicht in Ilmarinens Schmiede
Noch in die Wohnungen seines Volkes
Gut ist der Tisch der Gastgeberin
Sie schneidet das Beste aus Weizenkeks
Honigkuchen schneidet sie in Scheiben
Verteilt jeden mit goldener Butter
Nur trockenes Brot hat der Hirte
Isst vor Schmerz die Haferbrotkrusten
Gefüllt mit Spreu der Keks
Er ernährt sich vom schlimmsten Strohbrot
Von Kiefernrinde er sich ernährt
Wasser aus der Birkenrinde schlürfend
Aus den Grasspitzen trink ich
Geh o Sonne und geh o Gerste
Eile weg du Licht von Ukko
Verstecke dich in den Bergkiefern
Geh o Weizen zu jenem Dickicht
Zu den Bäumen der purpurnen Beeren
Zu den Wacholderbüschen und Erlen
Führe den Hirten sicher nach Hause
Zu dem Keks mit der goldenen Butter
Zu den honigfarbenen Kuchen
Und zu den leckeren süßen Lebensmitteln
Während der Hirtenjunge
Kullerwoinens Lied und Echo sang
Schlemmte Ilmarinens Frau
Am süßesten Brot von Nordland
An den knusprigen Gerstenkuchen
An den reichsten Vorräten
Nur etwas Rosenkohl beiseite legend
Für den Hirten Kullerwoinen
Sie stellte einige verschwendete Reste hin
Die Überreste der Hunde beim Abendessen
Für den Hirten der nach Hause zurückkehrt
Aus dem Wald kam ein Vogel geflogen
Sang dieses Lied zu Kullerwoinen
Es ist die Zeit für das Waldessen
Für den vaterlosen Gefährten der Herden
Um seine Lebensmittel zu essen
Iss die guten Dinge aus deinem Korb
Kullerwoinen hörte den Sänger
Schaute auf den langen Schatten der Sonne
Und sprach sofort die folgenden Worte
Richtig ist das Singen des Singvogels
Es ist in der Tat Zeit zum Schlemmen
Zeit mein Korbessen zu essen
Daraufhin rief Kullerwoinen seine Herde
Um sich in Sicherheit auszuruhen
Setzte sich auf einen grasbewachsenen Hügel
Nahm seinen Korb von den Schultern
Nahm das Haferbrot davon
Drehte es in seinen Fingern
Prüfte sorgfältig den Laib
Sprach diese Worte der ewigen Weisheit
Viele Brote sind gut anzusehen
Außen wirken sie köstlich
Innen Spreu und braune Rinde
Dann zog Kullerwoinen sein Messer
Um sein Haferbrot zu schneiden
Schnitt den harten und trockenen Keks
Schnitt gegen einen eingebackenen Stein
In der Mitte gut eingebettet
Bricht sein altes Messer in Stücke
Als der Hirtenjunge Kullervo sah
Dass sein magisches Messer zerbrochen war
Weinte er und sprach wie folgt
Diese Klinge die ich heilig nenne
Dies ist die einzige Sache die ich ehre
Relikt des Volkes meiner Mutter
Auf dem Stein in diesem Haferbrot
Auf diesem Betrugskuchen der Gastgeberin
Habe ich mein kostbares Messer zerbrochen
Wie soll ich diese Beleidigung zurückzahlen
Wie die Bosheit dieser Frau rächen
Was sei der Lohn für diese Täuschung
Von einem Baum antwortete der Rabe
O du kleine silberne Schnalle
Einziger Sohn des alten Kalervo
Warum bist du in bösem Humor
Warum traurig in deinem Benehmen
Nimm einen jungen Trieb aus dem Dickicht
Nimm eine Birkenrute aus dem Tal
Treibe deine Herde durch das Tiefland
Durch den Treibsand der Sümpfe
Zu den Wölfen lass eine Hälfte wandern
Zu den Bärendickichten führe die andere
Singend rufe die Waldwölfe zusammen
Singend rufe die Bären von den Bergen herab
Rufe die Wölfe deine kleinen Kinder
Und die Bären deine Standartenträger
Treibe sie wie eine Kuhherde nach Hause
Treibe sie nach Hause wie geflecktes Vieh
Treibe sie zu den Milchhöfen deines Herrn
So wirst du der Gastgeberin
Ihre Bosheit und ihren Spott zurückzahlen
Darauf antwortete der Zauberer
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Warte ja warte du Braut von Hisi
Trauere ich um das Relikt meiner Mutter
Trauere um den Bergfrieden
Den du gebrochen hast
Du sollst so traurig trauern
Wenn deine Kühe nach Hause kommen am Abend
Vom Baum schneidet er einen Birkenstab
Vom Wacholder eine Rute
Treibt die Herde über das Tiefland
Durch den Treibsand der Sümpfe
Zu den Wölfen lässt eine Hälfte wandern
Zu den Bärendickichten führt er die andere
Nennt die Wölfe seine kleinen Kinder
Nennt die Bären seine Fahnenträger
Verwandelt seine ganze Rinderherde
Durch Magie in Wölfe und Bären
Im Westen scheint die Sonne
Und sagt dass die Nacht kommt
Schnell der Zauberer Kullerwoinen
Wandert über den Kiefernberg
Eilt durch den Wald nach Hause
Treibt die Wölfe und Bären vor sich
Zu den Milchhöfen der Gastgeberin
Zu der Herde spricht er wie folgt
Während sie zusammen weiterreisen
Zerreißt und tötet die böse Gastgeberin
Zerreißt ihr schuldiges Fleisch in Stücke
Wenn sie kommt um ihr Vieh zu sehen
Wenn sie sich bückt um zu melken
Dann macht der Zauberer Kullerwoinen
Aus einem Ochsenknochen ein Signalhorn
Macht es aus Tuonikkis Kuhhorn
Macht eine Flöte aus Kiryos Schienbein
Spielt ein Lied auf seinem Signalhorn
Bläst auf seiner magischen Flöte
Dreimal auf dem Hügelland
Sechsmal in der Nähe der Tore
Ilmarinens Frau die Gastgeberin
Lange hatte sie auf das Kommen
Ihrer Herde mit Kullerwoinen gewartet
Am Abend auf die Milch gewartet
Auf die neu hergestellte Butter gewartet
Die Schritte auf dem Kuhweg gehört
Auf der Heide das Treiben gehört
Diese gesprochenen freudigen Begrüßungsworte
Sei gepriesen o Ukko voll der Gnaden
Dass meine Herde nach Hause zurückkehrt
Aber ich höre ein Signalhorn erklingen
Es ist das Spiel meines Hirten
Der auf einem magischen Kuhhorn spielt
Dass alle unsere Ohren von Musik platzen
Kullerwoinen der näher kam
Sprach zu der Gastgeberin wie folgt
Ich fand das Signalhorn in den Wäldern
Und die Flöte unter den Binsen
Alle deine Herden sind im Gang
Alle deine Kühe innerhalb der Hürden
Dies ist die Zeit im Lager aufzubauen das Feuer
Dies ist die Zeit zum Melken
Ilmarinens Frau die Gastgeberin
Sprach einen alten Diener an
Geh du Alter zum Melken
Kümmere dich um mein Vieh
Bitte nicht um meine Hilfe
Denn ich muss den Keks kneten
Kullerwoinen sprach wie folgt
Immer tut die würdige Gastgeberin recht
Immer tut die Weisheitsmutter recht
Geh selbst und melke
Kümmere dich um die Kühe innerhalb der Hürden
Dann machte die Frau von Ilmarinen
Ein Feldfeuer im Gang
Ging um ihre wartenden Kühe zu melken
Sah verwundert auf ihre Herde
Sprach diese fröhlichen Grußworte
Schön meine Viehherde
Glitzernd wie die Häute von Luchsen
Haare so weich wie Hermelinfell
Friedlich auf den Milcheimer wartend
Auf dem Milchhocker sitzt die Gastgeberin
Melkt einen Moment dann einen zweiten
Dann ein drittes Mal melkt sie und hört auf
Als sich die blutigen Wölfe verkleiden
Greifen sie schnell die melkende Gastgeberin an
Und die Bären helfen
Zerreißen und verstümmeln ihren Körper
Mit ihren Zähnen und geschärften Fingern
Kullerwoinen grausamer Zauberer
So zahlte er der bösen Gastgeberin zurück
So zahlte sie ihre böse Behandlung zurück
Schnell schrie die Frau von Ilmarinen
In bitterer Angst laut
So sprach sie den Jungen Kullervo an
Böser Sohn du verdammter Hirte
Du hast mir Wölfe in Bosheit gebracht
Getriebene Bären in meine Hürden
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Habe ich böse als Hirte getan
Schlimmer war das Verhalten der Gastgeberin
Einen Stein in meinen Haferkuchen gebacken
Auf der Innenseite waren Stein und braune Rinde
Auf dem Stein war mein Messer zerbrochen
Der Schatz des Haushalts meiner Mutter
Gebrochen die Tugend meines Volkes
Ilmarinens Frau antwortete
Edler Hirte Kullerwoinen
Ändere ich bitte dich deine Meinung
Nimm deine Beschwörungsformeln weg
Von den Bären und Wölfen befreie mich
Rette mich vor dieser Folter
Ich werde dir bessere Kleidung geben
Gebe das Beste aus Milch und Butter
Gebe dir den süßesten Tisch
Du sollst mir willkommen heißen
Du brauchst keine Arbeit zu tun
Für deinen Aufenthalt
Wenn du mich nicht schnell befreist
Diesen Zauber der Magie nicht durchbrichst
Werde ich in das Todesland versinken
Werde nach Tuonela zurückkehren
Dies ist Kullerwoinens Antwort
Es ist am besten dass du zugrunde gehst
Lass die Zerstörung dich einholen
Es gibt viel Platz im Mana
Platz für alle Toten in Kalma
Dort muss der Würdigste schlummern
Dort muss der Gute und der Böse ruhen
Ilmarinens Frau antwortete
Ukko du Göttin im Himmel
Spanne die stärkste deiner Armbrüste
Prüfe die Waffe durch deine Weisheit
Lege einen aus Kupfer geschmiedeten Pfeil
Auf die Armbrust deiner Schmiede
Ziele mit Recht mit deinem Flammen-Pfeil
Mit deiner Magie schleudere die Rakete
Schieße diesem Zauberer durch die Lebenspunkte
Durchbohre das Herz von Kullerwoinen
Mit dem Blitz des Himmels
Mit deinen Pfeilen mit Kupferspitzen
Kullerwoinen betet wie folgt
Ukko Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit
Töte nicht deinen magischen Diener
Töte die Frau von Ilmarinen
Töte in ihr die schlimmste Frau
In diesen Hürden lass sie zugrunde gehen
Damit sie nicht von nun an in Freiheit wandert
Um ein anderes Unheil zu begehen
Tut eine größere Tat der Bosheit
Blitzschnell fiel die Gastgeberin
Schnell fiel die Frau von Ilmarinen
Und starb in den Hürden
Auf dem Boden vor ihrer Hütte
So der Tod von Nordlands Gastgeberin
Der geschätzten Frau von Ilmarinen
Einst die Jungfrau des Regenbogens
Umworben und viele Sommer lang beobachtet
Stolz und Freude von Kalevala
VIERTER GESANG
Kullerwoinen junger Zauberer
In seinen wunderschönen goldenen Locken
In seinen magischen Schuhen aus Hirschhaut
Verließ das Haus von Ilmarinen
Auf seiner Reise ging er weiter
Bevor der Schmied die Nachricht
Vom grausamen Tod und der Folter
Seiner Frau und Freude hörte
Damit kein blutiger Kampf folgt
Kullerwoinen verließ die Schmiede
Blies auf seinem magischen Signalhorn
Freudig verließ er das Land von Ilma
Blies munter auf der Heide
Ließ die fernen Hügel widerhallen
Ließ die Sümpfe und Berge zittern
Ließ die Heideblüten
Auf seine Musik antworten
In ihrem wilden Nachhall
Zur Magie seines Spiels
In der Schmiede waren Lieder zu hören
Und der Schmied blieb stehen und hörte zu
An Tür und Fenster gehängt
An den offenen Hof gehängt
Ob er vielleicht herausfinden könnte
Wer in dem Heidekraut spielte
Wer durch den Wald klang
Schnell lernte er die grausame Geschichte
Er lernte die Ursache der Freude
Sah die Gastgeberin tot vor sich
Wusste dass seine schöne Frau umgekommen war
Sah wie sich die leblose Gestalt ausdehnte
Im Hof seiner Wohnung
Daraufhin verfiel der Metallkünstler
In bittere Tränen und Klagen
Er weinte durch die trostlose Nacht
Tief in der Trauer die sich über ihn legte
Schwarz wie die Nacht seine dunkle Zukunft
Er konnte seine Tränen der Trauer nicht aufhalten
Kullerwoinen eilte weiter
Streunend streifend hierhin dorthin
Wanderte weiter durch Feld und Wald
Über die Hisi-Ebenen und durch die Wälder
Als sich die Dunkelheit über ihm niederließ
Als der Vogel der Nacht flatterte
Saß der Vaterlose am Abend
Der Verlassene saß und ruhte
Auf einem Hügel des Waldes
So murmelte er schweren Herzens
Warum wurde ich – leider! - erschaffen
Warum wurde ich so schlecht gezeugt
Seit Monaten und Jahren wandere ich
Verloren zwischen den Ätherräumen
Andere haben ihre Häuser zum Wohnen
Andere beeilen sich zu ihren Kaminen
Wenn sich der Abend um sie versammelt
Aber mein Zuhause ist im Wald
Und mein Bett in dem Heidekraut
Und mein Badezimmer ist die Regenwolke
Niemals hast du o Göttin der Barmherzigkeit
Niemals im Laufe der Jahrhunderte
Ein Kind unklug geboren
Warum wurde ich dann geschaffen ohne Vater
Um im Äther herumzulaufen
Ohne Mutter und einsam zu wandern
Du o Ukko bist meine Mutter
Du hast mir Form und Merkmal gegeben
Wie der Möwe auf dem Ozean
Wie der Ente auf dem Wasser
Der Sonne auf die Schwalbe scheint
Wie hell sie auf den Spatz scheint
Das Lied und die Freude der Freudenvögel
Ich bin unglücklich
Niemals wird mir das Sonnenlicht scheinen
Niemals wird das Mondlicht
Auf diesem unglücklichen Sohn
Und Waisenkind schimmern
Ich kenne meinen Heldenvater nicht
Kann nicht sagen wer meine Mutter war
Am Ufer ließ mich vielleicht
Die graue Ente im Sand fallen
Jung war ich und kleinwüchsig
Als meine Mutter mich verwaist ließ
Tot mein Vater und tot meine Mutter
Tot mein geehrter Stamm der Helden
Schuhe die sie mir hinterlassen haben
Schuhe die eisig sind und Strümpfe
Die mit Frost von Jahrhunderten gefüllt sind
Lass mich auf die eiskalten Eisebenen fallen
Um in der Binse umzukommen
Von den schwindelerregenden Höhen der Berge
Lass mich in die Zerstörung stürzen
O du weise und gute Schöpferin
Warum meine Geburt
Und was soll mein Dienst
Ich werde niemals fallen und vergehen
Auf den Eis-Ebenen in den Sümpfen
Nie auf einer Brücke in Sumpfland
Nicht während ich die Waffen der Tugend trage
Das kann meiner geehrten Verwandtschaft dienen
Dann dachte Kullervo daran
In das Dorf Untamo zu reisen
Den Mord an seinem Vater zu rächen
Die Folterung seiner Mutter zu rächen
Und die Probleme seines Stammesvolkes
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Warte ja warte du Untamoinen
Du Zerstörer meines Volkes
Wenn ich dich im Kampf treffe
Werde ich dich und deine Verwandten töten
Ich werde eure Häuser zu Asche verbrennen
Kam eine Frau auf der Hochstraße
Blau gekleidet
Sprach die alte Mutter zu Kullervo wie folgt
Wohin gehst du Kullerwoinen
Wohin geht der eigensinnige Held
Kullerwoinen gab diese Antwort
Ich habe gedacht dass ich
In die Ferne reisen würde
Aus dem Land der Fremden
In das Dorf Untamo
Um den Mord an meinem Vater zu rächen
Um die Folterung meiner Mutter zu rächen
Und die Probleme meines Stammesvolkes
So antwortete die grauhaarige Frau
Wahrlich du bist im Irrtum
Denn dein Stamm ist nie umgekommen
Und deine Mutter lebt immer noch
Mit deinem Vater im Nordland
Und mit dem alten Kalervo
O du alte geliebte Dame
Würdige Mutter der Wälder
Sag mir wo mein Vater lebt
Wo meine liebende Mutter wohnt
Dort drüben lebt dein gealterter Vater
Und deine liebende Mutter mit ihm
Am äußersten Ufer von Nordland
An der langen Spitze des Fischsees
Sag mir du Waldmutter
Wie ich zu meinem Volk reise
Wie ich mein geehrtes Stammesvolk finde
"Leicht ist der Weg für Fremde
Du musst durch den Wald reisen
Dich zur Flussgrenze beeilen
Einen Tag reisen dann einen zweiten
Und den dritten von morgens bis abends
Nach Nordwesten musst du reisen
Wenn der Berg dir entgegen kommt
Geh um den nahen Berg herum
Nach Westen kühn nimm deine müde Reise
Bis du zu einem Fluss kommst
Zu deiner Rechten fließt er gen Osten
Reise zur Flussgrenze
Wo dich drei Wasserfälle begrüßen werden
Wenn du kommst zu einer Landzunge
An dem Punkt wirst du ein Häuschen sehen
In dem sich die Fischer versammeln
In diesem Häuschen ist dein Vater
Mit deiner Mutter und ihren Töchtern
Schön deine Mädchenschwestern
Kullerwoinen der Zauberer
Hastete auf seiner Reise nach Norden
Geht einen Tag und dann einen zweiten
Geht den dritten von morgens bis abends
Im Nordwesten geht Kullervo
Bis ein Berg ihm entgegenkommt
Er geht um den nahenden Berg herum
Nach Westen nach Westen geht seine Reise
Bis er einen Fluss kommen sieht
Er eilt zur Flussgrenze
Geht entlang der Bäche und Stromschnellen
Bis ihn drei Wasserfälle ansprechen
Reisend bis er auf eine Landzunge trifft
Auf dem Punkt erspäht er ein Häuschen
In dem sich die Fischer versammeln
Schnell reist er zur Hütte
Schnell geht er durch die Portale
Der Hütte auf der Landspitze
Wo er seine lange verlorene Verwandtschaft findet
Niemand kennt den Jugendlichen Kullervo
Niemand weiß woher der Fremde kommt
Wo sein Zuhause und wohin er geht
Dies sind die Worte des jungen Kullervo
Kennst du mich nicht meine Mutter
Kennst du mich nicht mein Vater
Ich bin der unglückliche Kullerwoinen
Den die Helden von Untamo
In ihr fernes Land trugen
Als meine Größe nur eine Handbreite war
Schnell antwortet die hoffnungsvolle Mutter
O mein würdiger Sohn mein Lieb
O meine kostbare Silberschnalle
Bist du mit deinem Geist der Magie
Durch die Felder von Nordland gewandert
Auf der Suche nach deinem Zuhause
Und deiner Verwandtschaft
Als einen Toten habe ich dich lange
In Manala betrauert hatte dich angenommen
Sobald ich zwei Söhne und Helden hatte
Hatte ich zwei gute und schöne Töchter
Zwei davon waren lange abwesend
Der ältere Sohn und die ältere Tochter
Zum Krieg reiste mein Sohn ab
Während meine Tochter sich verirrte und umkam
Als mein Sohn nach Hause zurückkehrt
Und meine Tochter immer noch abwesend ist
Fragte Kullerwoinen seine Mutter
Wohin ist meine Schwester gewandert
In welche Richtung ist sie gereist
Dies ist die Antwort der Mutter
Dies ist die Geschichte deiner Schwester
Sie ging für Beeren in die Wälder
In die Berge ging meine Tochter
Wo die schöne Jungfrau verschwand
Wo meine hübsche Beere umkam
Einen Tod starb den ich nicht kenne
Namenlos ist der Tod den sie erlitten hat
Wer trauert um die Tochter
Niemand trauert um sie als ihre Mutter
Sie geht und wandert trauert und sucht
Ihr schönstes Kind ihre schönste Tochter
Darum wanderte die Mutter und suchte
Nach deiner schönen Schwester
Wie der Bär durchstreifte sie den Wald
Lief durch die Schluchten wie der Storch
Suchte einen Tag und dann einen zweiten
Suchte den dritten von morgens bis abends
Bis sie den Berggipfel erreichte
Dort rief sie und hat ihre Tochter gerufen
Bis die fernen Berge antworteten
Nach ihr gerufen die gegangen war
Ach wo bist du meine schöne Jungfrau
Komm meine Tochter zu deiner Mutter
So rief ich und suchte deine Schwester
Dies war die Antwort der Berge
So hallten die Hügel und Täler wider
Ruf nicht mehr du weinende Mutter
Weine nicht mehr um die Verstorbene
Nie mehr in deinem ganzen Leben
Nie im Verlauf des Alters
Sie wird sich wieder einfinden
Am Landungsplatz ihres Bruders
In ihrer bescheidenen Wohnung des Vaters
FÜNFTER GESANG
Kullerwoinen jugendlicher Zauberer verweilte fortan
In seinen blauen und scharlachroten Strümpfen
Bei seinen Eltern
Aber er konnte seine Natur nicht ändern
Konnte keine höhere Weisheit erlangen,
Konnte kein besseres Urteil gewinnen
Als Kind war er schlecht ernährt
Früh wiegte er sich in dummen Wiegen
Von einer Amme mit vielen Torheiten
Von einem Minister des Bösen
Zu seiner Arbeit ging Kullerwoinen
Strebte seine Arbeit würdig zu machen
Zuerst ging Kullervo angeln
Warf seine Fischernetze in den Ozean
Kullerwoinen sprach mit den Händen
Über die Reihen der Locken wie folgt
Soll ich mit all meinen Kräften ziehen
Mit der Kraft jugendlicher Helden ziehen
Oder mit der Schwäche der Alten
Aus dem Heck erhob sich ein grauer Bart
Und er antwortete Kullervo so
Zieh mit all deiner jugendlichen Kraft
Solltest du mit magischer Kraft rudern
Könntest du dieses Schiff nicht zerstören
Könntest dieses Boot nicht in Fragmente brechen
Daraufhin ruderte der Junge Kullervo
Mit all seiner jugendlichen Kraft
Mit der mächtigen Kraft der Magie
Ruderte er die Bindungen aus dem Gefäß
Wacholderrippen zerschmetterte er
Ruderte die Espenruder in Stücke
Als der alte Herr Kalervo
Die Arbeit von Kullerwoinen sah
Richtete er seinen Sohn wie folgt
Das verstehst du nicht das Rudern
Du hast die Bande zerborsten
Banden von Wacholder und Weide
Mein Espen-Boot in Stücke gerudert
Um die Fischnetze treiben die Lachse
Vielleicht passt das besser zu dir
Daraufhin beeilte sich der Sohn Kullervo
Der an seine verbotene Arbeit gehetzt war
Den Lachs zu den Fischnetzen zu treiben
Er sprach unschuldig wie folgt
Soll ich mit meiner jugendlichen Kraft
Den Lachs zu den Fischnetzen schrecken
Oder mit ein wenig magischer Kraft
Ich jage sie zu ihrer Gefangennahme
Sprach der Herr der Fischnetze
Das wäre nur Arbeit von Frauen
Solltest du nur wenig Kraft einsetzen
Um den Lachs zu erschrecken
Kullerwoinen tut wie geboten
Erschreckt den Lachs mit den Kräften
Seiner mächtigen Arme und Schultern
Rührt mit der Kraft der Jugend und Magie
Das mit schwarzer Erde dicke Wasser
Schlägt das Schreckensnetz in Stücke
In Fruchtfleisch zerschlägt er den Lachs
Als der gealterte Vater Kalervo
Das Werk von Kullerwoinen sah
Sagte er zu seinem Sohn diese Worte
Du verstehst diese Arbeit nicht
Für dieses Werk bist du nicht geeignet
Kannst Barsch und Lachs nicht schrecken
Zu deinen Fischnetzen
Du hast alle meine Fischnetze ruiniert
Mein Schreckensnetz in Trümmer zerrissen
Den Wittling zu Brei zerrissen
Meine Netzstützen in Fragmente zerrissen
Meine Keile in Stücke geschlagen
Überlasse das Fischen einem anderen
Schau ob du bezahlen kannst den Tribut
Zahle du meinen jährlichen Beitrag
Sieh ob du besser reisen kannst
Zeige auf dem Weg ein besseres Urteilsvermögen
Daraufhin sammelte sich der Sohn Kullervo
Der unglückliche Jugendliche in Purpur-Gewändern
In seinen magischen Schuhen aus Hirschhaut
In seinen goldenen Locken um die Steuern zu zahlen
Den Tribut für sein Volk
Als der Jugendliche den Tribut gezahlt hatte
Den jährlichen Beitrag bezahlte kehrte er zurück
Um sich dem Schneeschlitten anzuschließen
Nahm seinen Platz auf der Querbank ein
Schnappte seine Peitsche über dem Renner
Und begann seine Heimreise
Auf der Hochstraße rasselte er weiter
Gemessen, als er weiter
Über Wainamoinens Hügel und Täler galoppierte
Und seine Felder im Anbau
Kam eine goldene Maid um ihn zu treffen
Auf ihren Schneeschuhen kam eine Jungfrau
Über die Hügel von Wainamoinen
Über sein kultiviertes Tiefland
Schnell überprüfte der Zauberersohn Kullervo
Die Bewegung seines Rennfahrers
Und sprach so das charmante Mädchen an
Komm süßes Mädchen zu meinem Schneeschlitten
In meinen Pelzroben ruhe und verweile
Während sie rannte antwortete die Jungfrau
Lass die Todesmagd neben dir sitzen
Ruhe dich aus
Und verweile in deinen Pelzroben
Daraufhin schnappte der Junge Kullervo
Mit seiner Peitsche über den Renner
Flott wie Wind galoppiert er nach Hause
Stürzt die Hochstraße hinunter
Mit dem Rauschen des fallenden Wassers
Er galoppiert weiter weiter weiter
Über den breiten Rücken des Ozeans
Über die eisigen Ebenen Lapplands
Kommt eine siegreiche Maid um ihn zu treffen
Goldhaarig und mit Schneeschuhen
Auf den weit ausgestreckten Eisebenen
Schnell überprüft der Zauberer seinen Rennfahrer
Spricht das Mädchen charmant an und singt
Sorgfältig diese Verse
Komm du Schönheit zu meinem Schneeschlitten
Komm her und ruhe dich aus und verweile
Verspottend antwortete das Mädchen
Bring Tuoni zu deinem Schneeschlitten
An deiner Seite lass Manalainen
Bei dir sitzen und ruhen und verweilen
Schnell schlug der Zauberer Kullerwoinen
Seinen feurigen tänzelnden Rennfahrer
Mit der Birkenpeitsche seines Vaters
Wie der Blitz flog der flotte Fuß
Galoppierte auf der Hochstraße nach Hause
Über die Hügel sprang der Schneeschlitten
Und die kommenden Berge zitterten
Kullerwoinen wilder Magier
Misst auf seiner Heimreise
Die weit ausgedehnten Grenzen von Nordland
Und die fruchtbaren Ebenen von Pohya
Kommt eine schöne Maid um ihn zu treffen
Mit einem Zinnstift am üppigen Busen
Auf dem Heidekraut von Pohyola
Über den Pohya-Hügeln und Moorlandschaften
Schnell hält der Zauberersohn Kullervo
Das Zaumzeug seines Renners
Intoniert diese Verse auf charmante Weise
Komm schöne Jungfrau zu meinem Schneeschlitten
In diesen Pelzroben ruhe und verweile
Iss mit mir die goldenen Äpfel
Iss die Haselnuss vor Freude
Trink mit mir das köstliche Bier
Iss die Leckereien die ich dir gebe
Dies ist die Antwort der Jungfrau
Mit dem Zinnstift an ihrem üppigen Busen
Ich habe es verachtet
In deinen Schneeschlitten zu kommen
Verachtung für dich du böser Zauberer
Kalt ist es unter deinen Pelzroben
Und dein Schlitten ist kalt und freudlos
Daraufhin zog der Jugendliche Kullervo
Der böse Zauberer des Nordlandes
Zog die Jungfrau zu seinem Schneeschlitten
Zog sie zu einem Platz neben ihm
Schnell in seine Pelze hüllt er sie
Und die mit Zinn Geschmückte antwortete
Dies sind die Akzente der Jungfrau
Löse mich von deiner magischen Kraft
Lass mich sofort deine Gegenwart verlassen
Damit ich nicht mit bösen Akzenten spreche
Damit ich nicht das Gebet des Bösen sage
Befreie mich jetzt ich befehle dir
Oder ich zerreiße deinen Schlitten
Werfe diese Pelzroben in den Nordwind
Sofort der böse Kullerwoinen
Böser Zauberer und Hexenmeister
Öffnet alle seine Schatzkisten
Zeigt der Jungfräulichen Gold und Silber
Zeigt seidene Schönheitswickel
Seidenschlauch mit goldenen Rändern
Goldene Gürtel mit silbernen Schnallen
Schmuck der die Sicht trübt
Stumpft das Gewissen der Jungfrau ab
Silber führt zur Zerstörung
Gold lockt aus der Aufrichtigkeit
Kullerwoinen böser Zauberer schmeichelt
Der Jungfrau liebevoll
Eine Hand auf den Zügeln aus Leder
Eine auf der Schulter der Jungfrau
So reisen sie durch den Abend
Verbringen die Nacht in fröhlicher Stimmung
Als der Tagesstern den Morgen herauf führte
Als der zweite Tag anbrach
Sprach die Maid Kullervo an
Und fragte den bösen Zauberer
Von welchem Stamm stammst du ab
Von welcher Rasse dein Heldenvater
Erzähl deine Abstammung und Verwandtschaft
Dies war Kullervos wahrheitsgemäße Antwort
Bin nicht aus einer mächtigen Nation
Nicht der größten noch der kleinsten
Aber meine Abstammung ist würdig
Bin Kalervos Sohn der Torheit
Bin ein Kind der Widersprüche
Unglücklicher Sohn des kalten Unglücks
Erzähl mir von deiner Heldenrasse
Erzähle deinen Ursprung und deine Verwandtschaft
Dies ist die Antwort der Jungfrau
Kam nicht aus einer Urzeit
Nicht die größte noch die kleinste
Aber meine Abstammung ist würdig
Bin Kalervos elende Tochter
Bin sein längst verlorenes Kind des Irrtums
Bin eine Magd der Widersprüche
Unglückliche Tochter des Unglücks
Als Kind lebte ich reichlich
In den Wohnungen meiner Mutter
In den Wald ging ich für Beeren
Ging für Himbeeren ins Hochland
Sammelte Erdbeeren auf Bergen
Sammelte einen Tag dann einen zweiten
Aber leider am dritten Tag
Konnte ich den Weg nach Hause nicht finden
Fern hin die Straßen führten mich
Alle Fußwege zu den Wäldern
Lange saß ich in bitterem Weinen
Weinte einen Tag und dann einen zweiten
Weinte den dritten von morgens bis abends
Dann stieg ich einen hohen Berg
Dort rief ich klagende Akzente
Und die Wälder gaben diese Antwort
So hallten die fernen Hügel wieder
Ruf nicht mehr dumme Jungfrau
Alle deine Rufe und Tränen sind nutzlos
Es gibt niemanden der dir antworten könnte
Weit weg dein Zuhause und dein Volk
Am dritten und am vierten Tag
Am fünften sechsten und siebten
Versuchte ich ständig zu sterben
Aber vergebens waren alle meine Bemühungen
Konnte nicht auf den Bergen sterben
Wenn diese elende Magd umgekommen wäre
In dem Sommer des dritten Jahres
Sie hätte die Vegetation der Erde gefüttert
Sie hätte wie eine Blume geblüht
Und wüsste weder Schmerz noch Trauer
Kaum hatte die Jungfrau gesprochen
Als sie vom Schneeschlitten sprang
Stürzte in den rollenden Fluss
Zum Aufruhr des Katarakts
Zum feurigen Strom und Strudel
So eilte Kullervos reizende Schwester
Zu ihrer eigenen Zerstörung
Bis zu ihrem Tod durch Feuer und Wasser
Fand sie ihren Frieden in Tuonela
Im heiligen Strom des Manas
Da fiel der böse Kullerwoinen
Weinend schmerzlich beunruhigt
Heulend und weinend und schweren Herzens
Sprach diese Worte in bitterer Trauer
Wehe mir mein Leben ist schwer
Ich habe meine jungfräuliche Schwester getötet
Die Tochter beschämt meiner Mutter
Wehe dir mein alter Vater
Wehe dir meine grauhaarige Mutter
Warum wurde ich geboren und gesäugt
Warum die Existenz dieses unglücklichen Kindes
Ein gutes Schicksal Kullerwoinens
Hat noch nie das Tageslicht gesehen
Oder wenn geboren wäre er doch nie gediehen
In diesen traurigen Tagen des Bösen
Der Tod hat seine Pflicht nicht erfüllt
Das Übel sündigte im Vorbeigehen an mir
Hätte mich in der Wiege töten sollen
Als der siebte Tag zu Ende war
Daraufhin zieht er den Kragen
Seines tänzelnden königlichen Rennfahrers aus
Hebt den silberköpfigen flotten Fuß
Galoppiert wie der Blitz nach Hause
Galoppiert nur für einen Moment
Als er seinen schäumenden Renner
In der Kabine seines Vaters anhält
Im Hof die Mutter stand
Also der böse Sohn sprach sie an
Treue Mutter lieb und zärtlich
Du hast mich getötet als Kleinkind
In der Kammer mein Leben geräuchert
In einem Leichentuch mich weg geworfen
In die Katarakte und Strudel
Im Feuer hatte meine Wiege gestanden
Nach sieben Nächten
Wäre vollendet dein Dienst gewesen
Hätten dich die Dorfmädchen gefragt
Wo ist jetzt die kleine Wiege
Warum ist das Badezimmer leer
Dies wäre eine würdige Antwort gewesen
Ich habe die Wiege des Zauberers verbrannt
Warf das Kind zu den Feuerwehrhunden
Im Badezimmer sprießt Mais
Aus der Gerste braue ich Malzbier
Daraufhin stellt die alte Mutter
Ihrem Zauberersohn folgende Fragen
Was ist mit meinem Helden passiert
Welches neue Schicksal hat dich überwunden
Kommst du aus Tuoni
Aus den Burgen von Manala
Dies war Kullervos Geständnis
Ungeheuer die Geschichte die ich bringe
Mein Geständnis Unehre ist
Auf dem Weg ich ein Mädchen traf
Traf deine lange verschollenen
Widerspenstige Tochter
Hab meine Schwester nicht erkannt
Fatal war die Sünde begangen
Als die Steuern waren abgerechnet worden
Als der Tribut gesammelt worden war
Kam eine unvergleichliche Maid mich zu treffen
Die ich geistlos zur Trauer führte
Dies ist die lange verlorene Tochter meiner Mutter
Als sie in mir ihren Bruder sah
Schnell sprang sie vom Schneeschlitten
Eilte zum tosenden Wasser
Zum Aufruhr des Katarakts
Zum feurigen Strom und Strudel
Eilte zu ihrer vollen Zerstörung
Nun leider muss ich bestimmen
Jetzt muss ich einen geeigneten Ort finden
An dem dein sündiger Sohn umkommen kann
Sag mir allverzeihende Mutter
Wo ich mein Leben voll Schwierigkeiten beenden soll
Lass mich das Heulen des schwarzen Wolfs stoppen
Lass mich befriedigen den Hunger
Des bösartigen Bären von Nordland
Lass den Hai oder den hungrigen Seehund
Meinen Wohnort im Jenseits sein
Dies ist die Antwort der Mutter
Geh nicht um das Heulen
Des hungrigen Wolfes von Nordland zu stoppen
Beeile dich nicht den Schwarzbären
Der in seiner Waldhöhle knurrt still zu halten
Lass weder Hai noch bösartigen Seehund
Deine Wohnung sein im Jenseits
Geräumig sind die Räume von Suomi
Grenzenlos die Sawa-Grenzen
Groß genug um Übertretungen zu verbergen
Die Missetaten des Menschen
Um sich für Ewigkeiten zu verstecken
Mit seinen Sünden und bösen Handlungen
Sechs lange Jahre liegen die Sünden des Menschen
Im Grenzland von Kalma verborgen
Sogar neun Jahre für magische Helden
Bis die Jahre Trost bringen
Bis sie all seine Trauer beruhigen
Kullerwoinen böser Zauberer antwortet
So seiner trauernden Mutter
Ich kann mich niemals vor Trauer verstecken
Kann nicht vor meinem Fehlverhalten fliehen
Zu den Kiefern des Todes beeile ich mich
Zu den offenen Höfen von Kalma
Zu den Jagdgebieten von Pohya
Zu den Schlachtfeldern der Helden
Untamoinen lebt noch
Ungestört streifen die Bösen
Ungerächt die Beschwerde meines Vaters
Ungerächt die Folterung meiner Mutter
Ungerächt das Unrecht das ich erleide
SECHSTER GESANG
Kullerwoinen böser Zauberer bereitet sich
In seinen purpurnen Strümpfen auf den Kampf vor
Schleift lange an seinem Breitschwert
Schärft gut seine vertrauenswürdige Waffe
Und seine Mutter spricht wie folgt
Geh nicht mein geliebter Sohn
Geh nicht in den Krieg mein Held
Kämpfe nicht mit feindlichen Speeren
Wer zieht in den Krieg
Niemand unternimmt einen furchtbaren Kampf
Unternimmt ein fatales Problem
Die ohne Grund Krieg führen
Werden für ihre Torheit geschlachtet
Leichte Beute für Pfeil und Bogen
Geh mit einem Ziegenbock in den Kampf
Solltest gehen um gegen den Rehbock zu kämpfen
Der Ziegenbock der besiegt werden wird
Und der Rehbock werden geschlachtet
Auf einem Frosch wirst du nach Hause reisen
Victoria mit großer Ehre
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Ich werde nicht durch die Sümpfe reisen
Nicht auf die Heide sinken
Auf das Heimatland der Raben
Wo die Adler schreien bei Tagesanbruch
Wenn ich mein Leben für immer gebe
Werde ich tapfer im Kampf fallen
Auf dem Feld der Herrlichkeit fallen
Schön ists in der Rüstung zu sterben
Und das Klappern und Aufeinandertreffen von Armeen
Schön der Kampf um die Eroberung
So wird Kullervo bald
Zum Königreich Tuoni eilen
Zum Reich der Verstorbenen
Unverformt durch die Krankheit
Dies ist die Antwort der Mutter
Wenn du im Konflikt stirbst
Wer wird bleiben
Um deinen Vater zu beschützen
Wer wird deinen Vater beschützen
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Lass ihn auf dem Hof sterben
Und sein Leben voller Trauer verschlafen
Wer wird dann deine Mutter beschützen
In Zeiten der Gefahr ihr Schild sein
Lass sie im Stall sterben
Oder in der Hütte in der sie verweilt
Wer wird dann deinen Bruder verteidigen
Ihm in schwierigen Zeiten helfen
Lass ihn im Wald sterben
Verschlafen sein Leben unbeachtet
Wer wird dann deine Schwester trösten
Wer wird ihr in Bedrängnis helfen
Lass sie unter Wasser sinken
Umkommen im Kristallbrunnen
Wo der Bach in Schönheit weiterfließt
Wie eine silberne Schlange
Die sich durch das Tal zum Ozean windet
Daraufhin eilt der wilde Kullervo
Von seinem Zuhause in die Schlacht
Zu seinem Vater spricht er und geht
Geht es dir gut mein gealterter Vater
Willst du um mich weinen deinen Helden
Wenn du hörst dass ich umgekommen bin
Für immer von deinem Stamm gefallen
Umgekommen auf dem Feld der Herrlichkeit
So antwortet der Vater
Ich werde niemals um den Untergang
Meines bösen Sohnes Kullervo trauern
Ich werde nicht weinen wenn du umgekommen bist
Ich werde einen zweiten Helden zeugen
Der mir einen besseren Dienst leistet
Der in Weisheit denken und handeln wird
Kullerwoinen gibt diese Antwort
Ich werde auch nicht um deinen Untergang trauern
Werde nicht weinen wenn du umgekommen bist
Ich werde einen zweiten Vater machen
Den Kopf aus Lehm und Sandstein machen
Die Augen aus Sumpflandbeeren machen
Den Bart aus verdorrtem Seegras machen
Die Füße aus Weidenwurzeln machen
Die Form aus Birkenholzpilz machen
Daraufhin spricht der Jüngling Kullervo
Zu seinem Bruder wie folgt
Geht es dir gut mein Bruder
Willst du um mich weinen bin ich gegangen
Solltest du hören dass ich umgekommen bin
Auf dem Schlachtfeld gefallen
Dies ist die Antwort des Bruders
Ich werde niemals um den Untergang
Meines Bruders Kullerwoinen trauern
Ich werde nicht weinen wenn du umgekommen bist
Ich werde einen zweiten Bruder finden
Finden einen Würdigeren und Klügeren
Dies ist Kullerwoinens Antwort
Ich werde auch nicht um deinen Untergang trauern
Werde nicht weinen wenn du umgekommen bist
Ich werde einen zweiten Bruder bilden
Mache den Kopf aus Staub und Asche
Mache die Augen aus Perlen des Ozeans
Mache den Bart aus verdorrtem Grün
Mache die Form aus Brei aus Birkenholz
Zu seiner Schwester spricht Kullervo
Geht es dir gut geliebte Schwester
Wahrlich du wirst um meinen Untergang trauern
Weine um mich wenn ich umgekommen bin
Wenn du hörst dass ich in der Hitze
Und im Lärm des Kampfes gefallen bin
Für immer von deiner Rasse gefallen
Aber die Schwester antwortet
Niemals werde ich um deinen Untergang trauern
Werde nicht weinen wenn du zugrunde gegangen
Ich werde einen zweiten Bruder suchen
Einen Bruder suchen reiner besser
Einen der seine Schwester nicht beschämen wird
Kullerwoinen antwortet also
Ich werde auch nicht um dich trauern
Nicht weinen wenn du umgekommen bist
Ich werde eine zweite Schwester bilden
Den Kopf aus weißem Marmor machen
Die Augen aus goldenen Mondstrahlen
Die Locken aus dem Regenbogen
Die Ohren aus Ozeanblumen
Und ihre Form aus Gold und Silber
Geht es dir gut geliebte Mutter
Mutter schön und treu
Willst du weinen wenn ich umgekommen bin
Auf dem Feld der Herrlichkeit gefallen
Für immer von deiner Rasse gefallen
So spricht die Mutter als Antwort
Ich kann die Liebe mütterlicherseits nicht ergründen
Sie kann ihre Zuneigung nicht ersticken
Bitter werde ich um deinen Untergang trauern
Ich würde weinen wenn du umkommen solltest
Solltest du meine Rasse für immer verlassen
Ich würde auf dem Hof oder in der Kammer weinen
Besprenkeln all diese Felder mit Tränentropfen
Weinen große Flüsse ins Meer
Weinen um den Schnee von Nordland zu schmelzen
Mache die Hügel grün vor Weinen
Weine am Morgen weine am Abend
Weine drei Jahre in bitterer Trauer
Über den Tod von Kullerwoinen
Daraufhin freute sich der böse Zauberer über den Kampf
In Freude am Krieg eilte er
Über die Felder Moore und Brachen
Schrie laut auf dem Heidekraut
Sang über die Hügel und Berge
Raste durch die Täler und Wälder
Blies Krieg auf seinem Signalhorn
Die Zeit war nur wenig vergangen
Als ein Bote auftauchte
Sprach Kullerwoinen diese Worte
Siehe dein gealterter Vater ist umgekommen
Für immer von deiner Rasse gefallen
Beeile dich nach Hause und mach ihm Ehre
Lege ihn in den Schoß von Kalma
Kullerwoinen gab diese Antwort
Ist mein gealterter Vater umgekommen
Es gibt zu Hause einen Zobelhengst
Der ihn in seinen Schlaf bringen wird
Ihn legen ihn in den Schoß von Kalma
Dann reiste Kullervo weiter
Blies auf seinem Signalhorn den Krieg
Bis ein Bote auftauchte
Er brachte Kullerwoinen dieses Wort
Siehe auch dein Bruder ist umgekommen
Er liegt tot im Wald
Manalainens Trompete rief ihn
Zur Heimkehr Rückkehr und Ehre
Lege ihn in den Schoß von Kalma
Kullerwoinen antwortet so
Ist mein Bruder umgekommen
Da ist ein Zobelhengst zu Hause
Der ihn in seinen Schlaf bringt
Der legt ihn in den Schoß von Kalma
Der Junge Kullervo reiste weiter
Über Tal und über Berg
Spielt auf dem Schilf der Schlacht
Bis ein Boten erschienen
Diese Botschaft dem Krieger gebracht
Siehe deine Schwester ist untergegangen
Versunken im Kristallbrunnen
Wo das Wasser in Schönheit fließen
Wie eine silberne Schlange schlängelt sich
Durch das Tal zum Ozean
Heimkehr Rückkehr und Ehre
Lege sie in den Schoß von Kalma
Dies sind die Worte von Kullerwoinen
Ist meine schöne Schwester umgekommen
Für immer von meiner Rasse gefallen
Es gibt ein Zobelfohlen
Das sie zu ihrer Ruhe bringt
Legt sie in den Schoß von Kalma
Noch immer reiste Kullervo weiter
Durch das Moor freute er sich
Er ließ Krieg auf seinem Signalhorn erklingen
Bis ein Bote auftauchte
Brachte ihm diese traurigen Worte
Siehe auch deine Mutter ist umgekommen
In Angst gestorben
Mit gebrochenem Herzen
Heimkehr Rückkehr und Ehre
Lege sie in den Schoß von Kalma
Dies sind die Verse von Kullervo
Wehe mir mein Leben ist hart
Dass auch meine Mutter umgekommen ist
Sie die mich in meiner Wiege pflegte
Machte meine Couch zu einer goldenen Decke
Wirbelte für mich die Spule und Spindel
Ach Kullervo war nicht anwesend
Als das Leben seiner Mutter verschwand
Sie mag auf den Bergen gestorben sein
Dort vor Kälte und Hunger umgekommen
Lass die tote Gestalt meiner Mutter
Im kristallklaren Wasser fließen
Wickelt sie in die Roben aus Hermelin
Bindet ihre Hände mit einem seidenen Band
Bringt sie zum Grab der Ewigkeit
Legt sie in den Schoß von Kalma
Begrabt sie mit Trauerliedern
Lasst die Sänger meine Trauer singen
Ich kann die Schlachtfelder nicht verlassen
Während Untamo ungestraft bleibt
Von ihm ist mein Volk zerstört worden
Kullerwoinen reiste weiter
Immer noch freudig zum Kampf
Sang diese Lieder flehend
Ukko mächtigste Herrscherin
Leih mir dein Schwert des Kampfes
Gib mir deine unvergleichliche Waffe
Und gegen tausend Armeen werde ich
Krieg führen und alle erobern
Ukko gab dem Jugendlichen
Ihr Breitschwert und gab
dem Zauberer Kullerwoinen
Ihre Klinge der magischen Kräfte
So ausgerüstet tötete der mächtige Held
Das Volk von Untamo
Und verbrannte seine Dörfer zu Asche
Nur die Steine und Öfen
Und die Schornsteine ihrer Weiler blieben übrig
Dann wandte der Eroberer Kullervo
Seine Schritte seinem Heimatland zu
Der Hütte seines Vaters
Seinen alten Feldern und Wäldern
Leer fand er die Hütte
Und die Wälder waren verlassen
Niemand kam um ihn zu begrüßen
Niemand um willkommen zu heißen
Er legte seine Finger auf den Ofen
Aber er fand ihn kalt und leblos
Dann wusste er mit Zufriedenheit
Dass seine Mutter nicht mehr lebte
Er legte seine Hand auf den Kamin
Kalt und leblos waren die Herdsteine
Da wusste er mit Zufriedenheit
Dass seine Schwester umgekommen war
Dann suchte er die Landeplätze
Fand keine Boote auf den Rollen
Da wusste er mit Zufriedenheit
Dass sein Bruder umgekommen war
Dann schaute er auf die Fischnetze
Und fand sie zerrissen und verheddert
Und er wusste mit Zufriedenheit
Dass sein Vater umgekommen war
Bitter weinte und murmelte er
Weinte einen Tag und dann einen zweiten
Am dritten Tag sprach er wie folgt
Treue Mutter liebevoll und zärtlich
Warum hast du mich hier gelassen
Um in dieser Wildnis der Not zu trauern
Aber du hörst meine Rufe nicht
Obwohl ich mit magischen Akzenten singe
Obwohl meine Tränen klagend sprechen
Obwohl mein Herz deine Abwesenheit beklagt
Aus ihrem Grab erwacht die Mutter
Zu Kullervo spricht sie diese Verse
Du hast noch den Hund übrig
Er wird dich in den Wald führen
Folge dem treuen Wächter
Lass ihn dich in die Wälder führen
Zur äußersten Waldgrenze
Zu den Höhlen der Waldnymphen
Kullerwoinens Sieg und Tod
Dort verweilen die Waldmädchen
Sie werden dir Nahrung und Schutz geben
Geben meinem Helden freudige Küsse
Kullerwoinen mit seinem Wachhund
Hastet weiter durch den Wald
Reisend weiter durch Felder und Brachen
Reisend nur ein kleines Stück
Bis er auf den Gipfel kommt
Wo er seine lange verlorene Schwester traf
Findet dass der Rasen selbst weint
Findet das mit Trauer gefüllte Holz des Tales
Findet das Heidekraut das Tränentropfen vergießt
Findet die Wiesenblumen
Über der Ruine seiner Schwester
Kullerwoinen böser Zauberer
Greift nach dem Griff seines Breitschwerts
Und stellt der Klinge diese einfache Frage
Sag mir meine Ehrenklinge
Möchtest du mein Lebensblut trinken
Das Blut von Kullerwoinen trinken
So antwortet sein treues Schwert
Nun er errate meine Absichten
Warum sollte ich nicht dein Lebensblut trinken
Das Blut des schuldigen Kullerwoinen
Da ich mich an den Würdigen weide
Trinke das Lebensblut der Gerechten
Daraufhin hebt der Junge Kullervo
Der böse Zauberer des Nordlands
Das mächtige Schwert von Ukko
Und verabschiedet sich von der Erde
Stößt den Griff fest ins Heidekraut
Auf sein Herzen richtet er die Waffe
Wirft sein Gewicht auf sein Breitschwert
Er schüttet sein böses Lebensblut aus
Bevor er nach Manala reist
So findet der Zauberer die Zerstörung
Dies ist das Ende von Kullerwoinen
Geboren in Sünde und gepflegt in Torheit
Wainamoinen der alte Minnesänger
Als er die freudige Botschaft hört
Den Tod des gefallenen Kullervo erfährt
Spricht diese Worte der ewigen Weisheit
O ihr vielen ungeborenen Nationen
Pflegt immer eure Kinder
Gebt sie niemals an Fremde
Vertraut sie niemals den Törichten an
Wenn das Kind nicht gut genährt wird
Nicht unerschüttert und untadelig geführt
Obwohl er Jahre der Männlichkeit erreicht
Trägt einen starken und wohlgeformten Körper
Wird er nie mit Diskretion wissen
Zu essen das Brot der Ehre
Nie trinken den Becher der Weisheit
DRITTER TEIL
MARIATTA
Mariatta, Kind der Schönheit,
Wuchs im Nordland auf als Jungfrau
In dem Hause ihres Vaters,
In der Kammer ihrer Mutter,
Goldne Locken, Silbergürtel,
Glitzernd um die Brust gezogen,
Trug sie auf des Vaters Schwelle
Die Gewänder, lange Kleider.
Rührte die bemalten Balken
An mit ihren seidnen Bändern,
Rührte an die goldnen Säulen
Mit der Zärtlichkeit der Finger,
Rührte an den Birkenboden
Mit den Füßchen in den Schuhen.
Mariatta, Kind der Schönheit,
Voll Magie der junge Körper,
Gut bewachte ihre Tugend,
Ihre Ehrlichkeit und Würde.
Ward geleitet sie von Wittling
Zu der Rinde weißer Birken,
Zu dem zarten Fleisch des Lammes.
Als sie an dem Abend eilte
Zu dem Melken in die Hürden,
Sprach sie dieses voller Unschuld:
Niemals wird die weiße Jungfrau
Melken Kühe des Gemeinen!
Als sie übers Schneefeld zogen,
Da saß neben ihr der Vater,
Sie sprach dieses voller Reinheit:
Nie von dem gemeinen Hengste
Lass ich ziehen meinen Schlitten!
Mariatta, Kind der Schönheit,
Lebt als Jungfrau mit der Mutter,
Eine hochgeehrte Jungfrau,
Voller Unschuld, voller Schönheit,
Herden führte sie zur Weide,
Wandernd mit den sanften Lämmchen.
Wenn das Lamm bestieg die Berge,
Auf den Gipfeln Lämmer spielten,
Trat die Jungfrau auf die Wiese,
Schlüpfte durch den Hain der Linden,
Hörte rufen sie den Kuckuck,
Goldner Töne voll der Sänger.
Mariatta, Kind der Schönheit,
Sah sich um und lauschte sorgsam,
Saß auf einer Beeren-Wiese,
Saß ein Weilchen, meditierte
Auf der Höhe an dem Waldrand,
Und sie sagte diese Worte:
Nenne mir, du goldner Kuckuck,
Singe, Nordlands frommer Vogel,
Sing, du Silberreiher-Sänger,
Sprich, du Erdbeerfrucht von Estland,
Bleib ich unvermählt auf Erden
Als verschmähte arme Hirtin,
Schlendernd über diese Berge,
Durch das Moor und durch das Brachland?
Sag mir, Kuckuck aus den Wäldern,
Singe mir, wie viele Sommer
Muss ich ohne Gatten leben
Als verschmähte arme Hirtin?
Mariatta, Kind der Schönheit,
Lebte als ein Hirtenmädchen,
Als ein Mädchen mit der Mutter.
Elend ist der Fische Leben,
Elender der Jungfrau Leben,
Herden hütend auf den Bergen.
Schlangen kriechen in den Mooren,
Auf dem Rasen flitzen Echsen,
Doch die Schlange kann nicht singen,
Unberufen ist die Echse.
Doch der Erdbeerstrauch des Berges
Sprach zum Mädchen, das war einsam:
Komm, o Jungfrau, mich zu pflücken,
Komm, nimm mich an deinen Busen.
Nimm mich, Silberreiher-Jungfrau,
Steck mich in den Kupfergürtel,
Ehe die Schnecke noch verschlingt mich,
Eh ich Würmerfutter werde.
Hunderte unachtsam schreiten,
Tausende vorüber gehen.
Junge Erdbeer-Mädchen schwärmen,
Kinder kommen, ungezählte,
Aber keiner will mich sammeln,
Komme du und pflück die Beeren.
Mariatta, Kind der Schönheit,
Hörte seine sanfte Bitte,
Ging zur Beere, sie zu pflücken
Zärtlich mit geschickten Fingern.
Lachend stand der Strauch im Grase,
Erdbeer-Schmack in allen Beeren.
Aber Jungfrau Mariatta
Konnte pflücken nicht den Fremden,
Schnitt sich eine Wünschelrute,
Drückte ab die roten Beeren,
Stieg er wie mit Zauberhänden
Über ihre Zobelschuhe,
Über ihren Kupfergürtel
Zu den süßen Mädchenbrüsten.
Er sprang auf der Jungfrau Schulter,
Ruhte an des Kinnes Grübchen,
Thronte kurz auf ihren Lippen,
Seine Zunge sich beeilte,
Wogte hin und her, erstarrte,
Eilte weiter auf der Reise
Und verblieb im Schoß der Jungfrau.
Mariatta, Kind der Schönheit,
Also ward zur Braut gestempelt,
Braut ward sie des Erdbeerstrauches,
Blieb im Zimmer bis zum Morgen,
Saß am Mittag in dem Dunkel,
Abends lag sie auf dem Sopha,
Ihre Mutter wachsam fragte:
Was geschah der Maid Maria,
Unsrer Jungfrau Mariatta,
Wirft beiseite sie den Gürtel,
Schüchtern rutscht durch Flur und Kammer,
Bleibt am Morgen in dem Zimmer,
Lagert abends auf dem Sopha,
Sitzt am Mittag in dem Dunkel?
Auf dem Boden spielt ein Baby,
Gab das kleine Kindlein Antwort:
Das geschah der Maid Maria,
Unsrer Jungfrau Mariatta,
Dieses Leid geschah dem Mädchen,
Sie verweilte in den Wiesen,
Spielte lange mit dem Lämmchen,
Speiste von dem Erdbeerstrauche.
Lange wartend sah die Jungfrau,
Ängstlich zählte sie die Tage,
Wartend in der Not auf morgen,
Schließlich frug sie ihre Mutter,
Dieses Wort sprach Mariatta:
Fromme Mutter, lieb und zärtlich,
Mutter, die ich lieb und schätze,
Mach mir eine rechte Stätte,
Wo mein Leid verringert werde
Und erleichtert meine Lasten.
Dies die Antwort war der Mutter:
Wehe dir, du Hisi-Jungfrau,
Du bist eine Braut nicht würdig,
Nur vermählt sollst du entehrt sein!
Mariatta, Kind der Schönheit,
Gab in Wahrheit diese Antwort:
Ich bin keine Magd der Hisi,
Ich bin keine Braut unwürdig,
Mich entehrt auch keine Ehe!
Bin als Schäferin gewandert
Mit den Lämmlein durch die Wälder,
Auf den Beeren-Berg gewandert,
Wo die Erdbeern waren reif schon,
Eilig wie Gedanken pflückt ich,
Auf die Zunge sanft sie legend.
Hin und her die Beere wiegt sich,
Fiel auf meinen großen Busen!
Dies die Quelle meiner Nöte,
Dies die Ursach meiner Schande. -
Unerbittlich war die Mutter,
Frug das Mädchen nach dem Vater,
Dies der Jungfrau-Mutter Flehen:
O mein Vater voller Mitleid,
Quelle du von Gut und Böse,
Gib mir eine gute Stelle,
Mein Problem sollst du verkleinern,
Schwere Lasten mir erleichtern!
Dies die Antwort war des Vaters,
Unversöhnlich war der Vater:
Geh, du böses Kind der Hisi,
Kind der Sünde und der Leiden,
Bist vermählt nur zu entehren,
Geh zum großen Bärenfelsen
Mit der Höhle voll des Brummens,
Der wird dein Problem verkleinern,
Schwere Lasten dir erleichtern.
Mariatta, Kind der Schönheit,
Antwort gab sie ihrem Vater:
Ich bin nicht ein Kind der Hisi,
Bin als Braut nicht ohne Würde,
Bin vermählt nicht zu entehren,
Ich bin voll des edlen Helden,
Will den ewgen Sohn gebären,
Der der Herrscher ist der Herren,
Fürst der alten Wainamoinen. -
Daraufhin die Jungfrau-Mutter
Wandert hier hin, wandert dort hin,
Sucht den Ort, gemäß dem Stande,
Sucht den würdigen Geburtsort
Für den ungebornen Helden.
Schließlich sprach sie diese Worte:
Pilti, du mein jüngstes Mädchen,
Du die treuste meiner Mägde,
Suche du den Ort im Dorfe,
Stell dich an den Bach von Sara,
Für die arme Mariatta,
Kind von Traurigkeit und Unglück! -
Daraufhin das junge Mädchen
Pilti dieses gab zur Antwort:
Wen soll ich um Hilfe bitten,
Wer wird seine Hilfe leihen?
Darauf sagte Mariatta:
Geh und bitte den Ruotus,
Wo der Schilfbach in den Strom fließt.
Daraufhin das Mädchen Pilti
Stets bereit und voller Hoffnung
Eilt, der Herrin zu gehorchen,
Brauchte gar nicht die Ermahnung,
Eilte wie die schnellen Flüsse,
Wie der Rauch der Schlacht des Krieges
Eilte Pilti zum Ruotus.
Als sie ging, die Berge bebten,
Wenn sie lief, die Berge wankten,
Blätter auf der Weide tanzten,
Steine sprangen auf der Heide,
Als das Mädchen Pilti eilte
Zu der Wohnung des Ruotus.
Dort am Tisch in seinem Jagdhaus
Saß Ruotus, essend, trinkend,
In dem schlichten Leinen-Mantel.
Ellenbogen auf dem Tische
Sprach der Zauberer voll Staunen:
Warum bist du, Magd des Bösen,
Hierher in mein Haus gekommen?
Was erhebst du denn als Meldung?
Darauf sprach das Mädchen Pilti,
Gab die Antwort auf die Frage:
Such den Ort, gemäß dem Stande,
Such den würdigen Geburtsort,
Für ein Kind im Schoß der Mutter,
Suche nah beim Sara-Bächlein,
Wo der Schilfbach in den Strom fließt. -
Kam die Frau an des Ruotus,
Stemmt die Arme in die Hüften,
Sagte dies zum Mädchen Pilti:
Wer ist sie, die Hilfe bittet,
Wer entehrt denn so ein Mädchen?
Nenn den Namen, die Verwandtschaft! -
Frau, ich komm für Mariatta,
Für die reine Jungfrau-Mutter!
Also sprach die Frau Ruotus,
Üblen Sinnes, grausam-herzig:
Sind belegt die Kammern alle,
Alle unsre Badezimmer
Nahe liegen an dem Schilfbach,
In dem Feuer stehen Sofas,
Unser Stall ist in dem Walde
Für die Feuerpferde Hisis,
In dem Stall ist eine Krippe
Zum Geburtsort für den Helden
Von der Frau des kalten Unglücks,
Sofa weich für Mariatta!
Daraufhin das Mädchen Pilti
Schnell zur bangen Herrin eilte,
Sagte alles, voll Bedauern.
Nicht ein Ort, gemäß dem Stande,
Ist am Silberbach von Sara.
Also sprach die Frau Ruotus:
Sind belegt die Kammern alle,
Alle unsre Badezimmer
Nahe liegen an dem Schilfbach,
In dem Feuer stehen Sofas,
Unser Stall ist in dem Walde
Für die Feuerpferde Hisis,
In dem Stall ist eine Krippe
Zum Geburtsort für den Helden
Von der Frau des kalten Unglücks,
Sofa weich für Mariatta! -
Daraufhin die Jungfrau glücklos,
Jungfrau-Mutter Mariatta,
Bittre Tränen weinte, murmelnd,
Dieses sprach in tiefer Trauer:
Ich soll ausgestoßen werden,
Schlendern wie ein Tagelöhner,
Wie ein Diener ohne Ehre,
Eilen auf den Berg des Feuers,
Eilen in den Stall im Walde,
Dort mein Bett ist eine Krippe
Nah den Feuerpferden Hisis! -
Schnell die Jungfrau-Mutter glücklos
Floh von ihres Vaters Wohnung,
Fließende Gewänder sammelnd,
Nahm den Birkenzweige-Besen,
Die in Schmerz und Leid beeilte
Sich zum Stalle in den Wäldern,
Auf den Höhen von Tapio,
Diese Worte sprach sie betend:
Komm, ich bitte dich, mein Schöpfer,
Der allein in Not ein Freund ist,
Komm zu mir und bringe Schutz mir,
Deinem Kind, der Jungfrau-Mutter,
Deinem Mädchen Mariatta,
In der Stunde der Bedrängnis,
Komm zu mir, o Vater Ukko,
Du nur Zuflucht, du nur Hoffnung,
Sonst dein Kind verloren ginge
In dem Tode ohne Würde! -
Als die Jungfrau Mariatta
War im Stalle angekommen
Bei dem Feuerpferde Hisi,
Sprach zum Pferd sie diese Worte:
Atme, liebes Pferd aus Feuer,
Hauch mich an, die Jungfrau-Mutter,
Gib mir deinen feuchten Atem,
Mich umgebe deine Wärme
Wie der Dampf der Morgenröte,
Lass du diese reine Jungfrau
Finden Zuflucht in der Krippe! -
Daraufhin das Pferd voll Mitleid
Atmet Feuchtigkeit der Nase
Auf den schönen Leib der Jungfrau,
Wickelt sie in Dampfgewölke,
Gab ihr Wärme, gab ihr Tröstung,
Der Bedrängten gab es Hilfe,
Trost der Jungfrau Mariatta.
Nun das Kind geboren wurde
Und gewiegt in einer Krippe
Von der Jungfrau Mariatta,
Rein wie Perlentau des Morgens,
Heilig wie die Himmelssterne.
Mutter wickelte ihr Kindlein,
Wickelte das Kind in Windeln,
Legt ihn in die Leinen-Robe,
Stillte mütterlich den Säugling,
Hütete den Vielgeliebten,
O das goldne Kind der Schönheit,
Edelstein- und Silber-Kindlein.
Ach, das Kindchen ist verschwunden,
Da die Mutter lag im Schlummer!
Mariatta, einsam, elend,
Weinte mit gebrochnem Herzen,
Suchte eilig nach dem Kindlein.
Überall die Mutter suchte,
Ach, ihr goldnes Kind der Schönheit,
Liebling und Juwel von Silber,
Suchte eifrig unterm Mühlstein
Und vergeblich in dem Schlitten,
Suchte unterhalb des Siebes,
Suchte in dem Weidenkorbe,
Bei den Bäumen, in den Gräsern
Suchte sie den goldnen Säugling,
Sucht ihn auf dem Tannenberge,
Tal und Hügel, in der Heide,
Klumpen Lehm und bunten Blumen,
Untersuchte jedes Dickicht,
Hob Wacholder auf und Weide,
Hob die Zweige hoch der Erle.
Und ein Stern kam, sie zu treffen,
Und das Sternbild sie besuchte.
O du Leitstern von dem Nordland,
Gottgeschaffner Stern der Hoffnung,
Weißt du, möchtest du mir sagen,
Wohin wanderte mein Knabe,
Wo verborgen liegt mein Baby? -
Gab der Stern vom Nordland Antwort:
Wüsst ichs, würde ichs nicht sagen,
Denn dein Kind hat mich geschaffen,
Pflanzte mich, der Nacht zu leuchten,
In der kalten Nacht zu leuchten,
In der Dunkelheit zu funkeln. -
Kommt der Goldmond, sie zu treffen,
Zu dem Goldmond sprach sie flehend:
Goldner Mond, geformt von Ukko,
Hoffnungsglück der Kalevala,
Weißt du, möchtest du mir sagen,
Wohin wanderte mein Knabe,
Wo verborgen liegt mein Baby? -
Gab der goldne Mond die Antwort:
Wüsst ichs, würd ichs dir nicht sagen,
Denn dein Kind hat mich geschaffen,
In der Dunkelheit zu wandern,
Einsam abendlich zu wandern
Auf der trostlos kalten Reise,
Schlafend nur am hellen Tage,
Glänzend für das Wohl der Andern. -
Daraufhin die Jungfrau-Mutter
Wieder fällt in bittres Weinen,
Schleunig geht sie durch die Wälder,
Suchen ging sie nach dem Baby.
Trifft sie nun die Silber-Sonne,
Und sie spricht zur Silber-Sonne:
Silber-Sonne, Werk des Schöpfers,
Licht und Leben du dem Nordland,
Weißt du, möchtest du mir sagen,
Wohin wanderte mein Knabe,
Wo verborgen liegt mein Baby? -
Also gab die Sonne Antwort:
Deines Babys Herrschaft kenn ich,
Weiß, wo schläft dein Knabe heilig,
Wo Wainolas Licht verborgen,
Denn dein Kind hat mich geschaffen,
König er von All und Erde,
Dass mich Mond und Stern besuchen,
Pflanzt mich, dass ich mittags glänze,
Lässt zum Schlaf mich gehen abends.
Drüben ist dein goldnes Kleinkind,
Dort im Schlummer liegt dein Baby,
Mit dem Gürtel in dem Wasser
Sich versteckts in Schilf und Binsen. -
Mariatta, Kind der Schönheit,
Jungfrau-Mutter von dem Nordland,
Sucht ihr Kindlein in dem Moore,
Findet ihn in Schilf und Binsen,
Legt das Kindchen an die Brüste,
Geht zur Wohnung ihres Vaters.
Wuchs das Kind in Geist und Schönheit,
Voller Kraft und Licht und Weisheit,
Drüber staunten alle Finnen.
Welchen Namen soll man geben?
Nannte ihn die Mutter Blume,
Andre aber Sohn der Schmerzen,
Und die Jungfrau Mariatta
Rief den Priester, ihn zu taufen.
Kam der alte Wirokannas,
Brachte das geweihte Wasser,
Gab dem Knaben seinen Segen,
Und es murmelte der Graubart:
Nein, ich taufe keinen Sklaven,
Segne keinen schwarzen Zaubrer
Mit geweihtem Wasser Gottes.
Prüfe man das kleine Kindlein,
Lass uns wissen, ob er würdig,
Ob er Sohn ist einer Hexe. -
Nun der alte Wirokannas
Rief die alte Wainamoinen,
Alte Sängerin der Weisheit,
Schaut sie an das Kleinkind-Wunder,
Ob er gut sei oder böse.
Wainamoinen, treue Alte,
Untersucht das Kindchen sorgsam,
Gab die Antwort seinem Volke:
Dieser ist ein Ausgestoßner,
Ist geboren in der Krippe,
Vater ist ihm eine Beere.
Lasst ihn auf der Heide liegen,
Lasst ihn in dem Schilfe schlafen,
Lasst ihn auf den Bergen leben,
Bringt das Kindlein in die Sümpfe,
Schlagt den Kopf an eine Birke! -
Doch das Kind der Mariatta,
Vierzehn Tage alt, gab Antwort:
O du alte Wainamoinen,
Ungerechtigkeit und Torheit,
Dumme Heldin du vom Nordland,
Falsches Urteil hast gefällt du.
Langes Leben, große Torheit,
Große Sünden und Verbrechen,
Nicht zu Unrecht wirst bestraft du!
Notvoll deine frühern Jahre,
Da du deinen Bruder fort gabst
Für das Lösegeld voll Selbstsucht,
Dich vorm Untergang zu retten,
Du warst nicht geschickt ins Sumpfland,
Dort in deiner Torheit sterbend.
Traurig deine frühern Jahre,
Als war Aino umgekommen
In dem grenzenlosen Blaumeer,
Der Verfolgung zu entgehen,
Da man dich nicht schlecht behandelt
Und das Volk dich nicht verbannte. -
Drauf der alte Wirokannas
Als der Herrscher dieser Wildnis
Gab dem Kind geweihtes Wasser,
Gab dem Knaben seinen Segen,
Gab ihm Recht der Königserbschaft,
Frei zu leben wie die Helden,
Stark ein Herrscher-Herr zu werden,
König, Herr von Karyala.
Mit den Jahren Wainamoinen
Merkte ihre Kräfte schwinden,
Leerer Hände, schweren Herzens,
Sang ein Abschiedslied an Nordland,
Für die Menschen in Wainola,
Sang herbei ein Boot aus Kupfer,
Mit Magie stabile Borke,
Saß der Zauberer am Ruder
Bei der Sängerin der Weisheit.
Westwärts segelte der Held nun
Übers blaue blaue Wasser,
Singend, dann vorbei Wainola,
Dieses Klagelied dem Echo:
Sonnen steigen über Finnland,
Steigen über die Geschlechter,
Lernt erst Norden meine Lehre,
Lauschend meinen Weisheitssprüchen,
Hungrig nach dem wahren Glauben.
Dann nach Finnland muss ich kommen
In der Dämmerung des Morgens,
Dass ich ihnen Liebe bringe,
Bring der Harfe tiefe Freuden,
Bring zurück den goldnen Mondschein,
Bring zurück die Silber-Sonne,
Glück und Frieden in das Nordland. -
So die alte Wainamoinen
In dem Kupferboot verlassen
Hat die Heimat Kalevala,
Segelnd über sanfte Wogen,
Segeln in Azurgewölke,
Segelnd durch den Abenddämmer,
Segelnd zu der Feuersonne,
Landete in den Regionen
An dem tiefsten Rand des Himmels,
Hat den Horizont gewonnen,
Kam zum purpurfarbnen Hafen.
Fest verankert ward das Boot nun,
Ruhend sie im Boot aus Kupfer,
Und mit der Magie der Harfe
Und mit Lied und Weisheitssprüchen
Hat verlassen sie die Heimat.
Freude kehrte ein in Finnland.