RECHTFERTIGUNG

von Torsten Schwanke


dem lutherischen Pastor Andreas gewidmet




Einst, im Morgengrauen der Reformation, schlug ein Herz so stark, 

Ein Gedanke, rein und hell, entzündete den Lichtschein: 

Die Gnade, die uns rettet, ist das Zentrum, der tiefste Mark, 

Der Anker, der die Seelen hält, das höchste Sein.


Diese Wahrheit, wie ein Fels in der Brandung jener Zeit, 

Stand mutig der anderen Deutung gegenüber, die ebenfalls verteidigt ward. 

So zogen Mauern hoch, ein schmerzlicher Streit, 

Und Urteile fielen, die die Gemeinschaft hart gespalten. 

Die Wunden dieser Trennung schmerzen uns bis heut.


Doch in der Seele Luthers Erbe blieb dies Licht so klar, 

Und so begann die Reise, das Gespräch der Herzen weit,

Zwischen den Erben des Römischen und jenen, die einst standen bar 

Vor Gott, getragen nur vom Glauben und der Ewigkeit.


Es flossen Worte, Briefe, Berichte über Jahr und Tag, 

Geduldige Hände legten Stein auf Stein des Verstehens Grund.

Man sah, wie sich der alte Schmerz langsam verzog, 

Und eine tiefere Melodie in beiden Lehren wurd' uns kund.


Nun ist die Zeit gekommen, wo wir das Netz zusammenziehn, 

Die Essenz dieser Gespräche, den reichen Fang zu schaun. 

Diese Erklärung will in Kürze uns die Wahrheit ziehn, 

Damit die Kirchen neu und eins sich wieder traun.


Wir singen hier ein neues Lied vom Trost der Gnad', 

Ein gemeinsames Verständnis, das die Seele freut. 

Es ist nicht alles Wissen, das der Mensch je hatt', 

Doch es ist der Kern der Wahrheit, der die Fehde nun zerstreut.

Die alten Bannflüche verlieren ihre Macht, ihr Gift.


Wir ersetzen nicht die Quellen, nein, wir bauen auf den Grund,

Der in den Büchern liegt, die fleißig wurden geschrieben. 

Wir sind getragen von dem Wissen, das der Herr uns kund 

Tut in der Geschichte, die wir neu durchleben. 

Es ist kein leichtes Spiel, die eigenen Wege ganz zu meiden, 

Doch neue Sicht wird uns geschenkt, und so muss uns dies Licht 

Führen, die Trennungen der Väter neu zu schauen und zu scheiden.


So lauschen wir gemeinsam auf der Schrift tiefen Klang, 

Und hören das Evangelium, das Herz und Seele füllt: 

Von Gott, der die Welt umarmte mit langem Sehnen und Drang,

Seinen Sohn dahingab, dass jeder, der glaubt, ewiges Leben hält.


Es ist die Kunde von der Menschheit dunklem Schatten und dem Fall, 

von Sünde und dem Ungehorsam in den tiefsten Tälern. 

Und doch, der Glanz der Gerechtigkeit ruft über Berg und Wall,

Ein Richter kommt in Macht, doch auch ein Retter mit Strahlen.


Das Neue Testament, ein vielstimmiger Chor, 

Singt von Gerechtigkeit, doch nicht mit Einem Ton. 

Matthäus, Johannes, der Hebräerbrief – sie alle führen uns empor,

Doch Paulus lässt das Licht der Gnade scheinen voller Sohn.


Er malt die Rettung aus in Farben vielerlei: 

Sie ist der Flug zur Freiheit aus der Ketten Schmerz; 

Die Hand der Versöhnung, die den Streit vorbei 

Legt und Frieden schafft in unserem Herz.


Ein Neuanfang wird es, eine Schöpfung ganz rein, 

Ein Leben für Gott in Christus' hellem Schein. 

Doch über allem steht das Wort, so tief und allein: 

Rechtfertigung des Sünders, Geschenk der Gnad, Glaube soll's sein. 

Dieser Ruf, im Sturm der Zeit, ward Leitstern und Gewissheit.


Paulus fühlt die Kraft des Wortes, die aus Gott entspringt, 

Die den gefallenen Menschen aus der Schattenmacht befreit. 

Die Gerechtigkeit Gottes ist's, die in den Glauben dringend

Erzählt wird, ein Geschenk in der Verlorenheit.


Christus selbst ist unsere Gerechtigkeit geworden, 

Er trug das Urteil und ergriff das Licht des neuen Tags. 

In Tod und Auferstehung ist die Rettung uns beschieden worden,

Er gab sich hin für unser Unrecht, brach den Sünden-Schlag.


Wir alle sündigten, verloren Gottes Herrlichkeit, 

Ein Jeder braucht das Licht, die Gnade, die ihn trägt.

Wie Abraham, der glaubte in uralter Zeit, 

So wird der Glaube uns angerechnet, der das Herz bewegt.


Der aus Glauben Gerechte wird leben, so steht es geschrieben,

Gottes Kraft für jeden, der dem Sohn vertraut. 

Er machte ihn zur Sühne mit dem Blut, dem tief Geliebten, 

Ein Geschenk aus Gnade, nicht aus Werken aufgebaut.


Rechtfertigung – das ist der Kuss der Vergebung rein, 

Die Befreiung von der Macht, die uns im Dunkel hält. 

Es ist die Annahme in Gottes Licht und Sein, 

Vereinigt mit dem Auferstandenen, der Ketten fällt.


Im Wasser der Taufe nimmt der Geist uns auf in seinen Schoß, 

All dies allein von Gott, durch Christus uns geschenkt, 

Aus Gnade, nur durch Glauben, der das Kreuz umfasst so groß.

Ein Neues Sein ist's, das uns heilt und lenkt.


Die Gerechtfertigten leben von dem Wort, das sie belehrt, 

Der Glaube, der in Liebe wirkt, die Frucht des Heiligen Geists.

Doch innere Anfechtung ist's, die immer wieder kehrt, 

Und manchmal fällt die Seele, wo sie sich am sichersten preist.


Drum müssen wir stets hören auf die göttliche Verheißung rein,

Die Sünden nennen, bekennen, mit Scham und doch mit Hoffnung groß. 

Am Tisch des Herrn gestärkt, sollen wir gerecht sein. 

Der Apostel flüstert: Wirkt euer Heil, denn Gott lässt euch nicht los.


Die Botschaft aber bleibt, wie ein Stern in tiefer Nacht: 

Für alle, die in Christus sind, ist die Verdammnis vorbei. 

Sein gerechtes Tun hat uns Gericht und Leben gebracht, 

Ein Strom der Gnade, der ewig und frei.


Paulus fühlt die Kraft des Wortes, die aus Gott entspringt, 

Die den gefallenen Menschen aus der Schattenmacht befreit. 

Die Gerechtigkeit Gottes ist's, die in den Glauben dringend

Erzählt wird, ein Geschenk in der Verlorenheit.


Christus selbst ist unsere Gerechtigkeit geworden, 

Er trug das Urteil und ergriff das Licht des neuen Tags. 

In Tod und Auferstehung ist die Rettung uns beschieden worden,

Er gab sich hin für unser Unrecht, brach den Sünden-Schlag.


Wir alle sündigten, verloren Gottes Herrlichkeit, 

Ein Jeder braucht das Licht, die Gnade, die ihn trägt. 

Wie Abraham, der glaubte in uralter Zeit, 

So wird der Glaube uns gerechnet, der das Herz bewegt.


Der aus Glauben Gerechte wird leben, so steht es geschrieben,

Gottes Kraft für jeden, der dem Sohn vertraut. 

Er machte ihn zur Sühne mit dem Blut, dem tief Geliebten, 

Ein Geschenk aus Gnade, nicht aus Werken aufgebaut.


Rechtfertigung – das ist der Kuss der Vergebung rein, 

Die Befreiung von der Macht, die uns im Dunkel hält. 

Es ist die Annahme in Gottes Licht und Sein, 

Vereinigt mit dem Auferstandenen, der Ketten fällt.


Im Wasser der Taufe nimmt der Geist uns auf in seinen Schoß, 

All dies allein von Gott, durch Christus uns geschenkt, 

Aus Gnade, nur durch Glauben, der das Kreuz umfasst so groß.

Ein Neues Sein ist's, das uns heilt und lenkt.


Die Gerechtfertigten leben von dem Wort, das sie belehrt, 

Der Glaube, der in Liebe wirkt, die Frucht des Heiligen Geists.

Doch innere Anfechtung ist's, die immer wieder kehrt, 

Und manchmal fällt die Seele, wo sie sich am sichersten preist.


Drum müssen wir stets hören auf die göttliche Verheißung rein,

Die Sünden nennen, bekennen, mit Scham und doch mit Hoffnung groß. 

Am Tisch des Herrn gestärkt, sollen wir gerecht sein. 

Der Apostel flüstert: Wirkt euer Heil, denn Gott lässt euch nicht los.


Die Botschaft aber bleibt, wie ein Stern in tiefer Nacht: 

Für alle, die in Christus sind, ist die Verdammnis vorbei. 

Sein gerechtes Tun hat uns Gericht und Leben gebracht, 

Ein Strom der Gnade, der ewig und frei.


Einst, im kalten Jahrhundert sechzehn, riss ein tiefer Graben das Abendland entzwei. 

Zwei Schwestern, Kirchen genannt, standen sich fern, 

die Deutung der göttlichen Annahme trieb sie auseinander, 

und ihre Worte wurden zu Verurteilungen, hart wie Stein.


Um diesen Riss zu heilen, wieder eins zu werden, 

muss neu das Lied der rechten Tiefe klingen;

ein Faden, der in dunklen, stillen Erden 

zur Versöhnung will die Herzen zueinanderbringen. 


Nach langen Jahren seit des Konzils Erwachen, 

durch stilles Forschen, Hören, gutes Wagen, 

begann in Gesprächen ein neues mildes Lachen;

was einst entzweit war, fand Versöhnung in den Tagen. 


Die alten Anklagen, längst verweht im Licht, 

verloren ihren Stachel in den neuen Tönen; 

nun kann man sagen: Ein gemeinsamer Kern bricht 

in Klarheit auf, um Friedensworte zu versöhnen.


Im Lauschen auf die frohe, leise Kunde

wurden Stimmen hell, die lange fern geblieben; 

ein Atmen stieg empor aus tiefer Herzensstunde, 

die Brüder, Schwestern wieder froh zu lieben. 


Der Kern ist eins; die Zier der Worte mag sich trennen, 

doch ungebrochen bleibt das Licht der Gnade; 

es führt uns heim, lässt jeden Bruder neu erkennen, 

dass Eintracht wächst auf Gottes heil’gem Pfade. 


Gemeinsam singen wir: Die Rechtfertigung ist sein Werk, 

des dreifaltigen Lichts, das sanft uns umwoben; 

der Ursprung der Liebe, des Herzens heiligster Berg, 

sandte das Kind als Heil für die tief Getobten. 


Sein Werden als Mensch, sein Leiden, sein Erhöhen — 

das ist der Grund, der unser Sein verwandelt; 

aus diesen Flammen dürfen wir erlöst auferstehen, 

vom Odem selbst zu neuem Licht gehandelt. 


Er ist die Reinheit, die wir frei empfangen, 

vom heiligen Atem, der uns trägt und hebt; 

nur durch die Güte, nicht durch unser Bangen,

sind wir geliebt — von dem, der ewig lebt. 


Der Geist erneuert, stärkt uns zu guten Wegen; 

er ruft uns mild in seines Friedens Tun; 

in seinem Licht darf jede Seele sich bewegen, 

und still im Glauben neue Kräfte ruh’n. 


Alle sind eingeladen in das Licht der Gnade; 

der Glaube selbst ein Funke aus dem Himmelgrund, 

ein Ruf, der selbst die tiefsten Narben bade, 

und Seelen hebt zur Ewigkeit, gesund. 


Wir glauben fest: Es weist auf Gottes Tun, 

das uns, die Fehlenden, ins Leben hebt; 

sein Erbarmen lässt das Herz zu neuem Ruhn,

ein Geschenk, das nie nach Mühe strebt. 


So ist die Lehre nicht ein kleines Steinchen nur, 

sie trägt das Ganze, misst die Wege aus; 

sie richtet stetig auf des göttlichen Lichtes Spur, 

und hält der Kirche rein das innere Haus. 


Wer das Maß betont, verliert die Fülle nicht, 

und wer die Vielfalt sieht, vergisst die Kraft nicht zarter; 

denn beide folgen doch demselben Angesicht, 

dem einen Herrn, dem Mittler und dem Vater. 


In allem ihn zu bekennen, bleibt das Ziel, 

dem wir vertrauen, ganz und ohne Fragen; 

durch ihn allein kommt Gottes Gnade zum Profil,

und teilt uns neu das Leben aller Tage. 


Gemeinsam lauschen wir dem Klang der Heilsbotschaft tief, 

Die lutherischen Stimmen und der römische Chor, sie klingen ein.

Ein Konsens ward gefunden, ein Bund so tief, 

Die feinen Unterschiede stören den Gesang nicht mehr, es darf so sein.


Wir glauben fest: Die Rechtfertigung ist Gottes Dreifaltigkeit Tat!

Der Vater sandte den Sohn in die Welt der Finsternis, 

Christi Menschsein, Kreuz und Sieg sind Grund und Start. 

Er selbst ist unsere Gerechtigkeit, uns zugewandt, gewiss.


Wir bekennen gemeinsam den Ruf, der uns befreit: 

Allein aus Gnade, durch den Glauben an Christi Werk vollbracht,

Werden wir angenommen in der Gottes-Zeit. 

Der Heilige Geist schenkt uns ein neues Herz in dieser heiligen Nacht, 

Und ruft uns auf zu Taten, die der Liebe entspringen.


Alle Menschen sind gerufen in das Licht des Herrn. 

Nur durch Christus werden wir gerecht, im Glauben dies Geschenk empfangen. 

Der Glaube selbst ist Gottes Gabe, wie ein Stern 

In der Gemeinschaft der Gläubigen, wo die Wahrheit uns umfangen.


Wir wissen: Diese Botschaft führt uns zur Mitte hin, 

Zu Gottes Barmherzigkeit, die vergibt und neu erschafft. 

Wir sind Sünder, und unser neues Leben hat nur einen Sinn: 

Es ist Geschenk, das wir empfangen, nicht durch eigene Kraft.


Darum ist die Rechtfertigungslehre mehr als nur ein Teil, 

Sie ist der Schlüssel, der alle Türen der Lehre öffnet weit. 

Sie ist der Maßstab, der Christus bringt zum Ziel und Heil.


Die Lutheraner halten diesen Kern in Ehren hoch und frei, 

Die Katholiken schauen auf die vielen Lichter der Wahrheit klar.

Doch beide wollen Christus bekennen, den einen Mittler in Zwei.

Ihm allein vertrauen wir, der uns erfüllt mit Gaben wunderbar.


Wir bekennen gemeinsam: Der Mensch ist hilflos und klein 

Vor dem Rettungswerk Gottes, das ihn übersteigt. 

Die irdische Freiheit ist nicht frei für das göttliche Sein, 

Denn als Sünder ist er der Gottesfremdheit geneigt.


Er kann nicht von sich aus zum Retter hin sich wenden, 

Er kann nicht mit eigener Kraft die Gnade verdienen, so rein.

Allein aus Gnade muss sich das Licht in seine Seele senden. 

Weil wir dies gemeinsam wissen, darum wird die Eintracht sein:


Sagt der katholische Bruder: Er muss mitfühlen, mitgehen, 

Wenn die Gnade ihn berührt, wenn er sein Ja dem Licht schenkt.

Doch dieses Ja selbst ist nicht aus eigenem Stehen, 

Es ist der Atem der Gnade, der in seiner Seele denkt. 

Zustimmung ist Geschenk, kein eigener stolzer Schritt.


Der Lutheraner sieht den Sünder, der sich wehrt und dreht, 

Aktiv gegen das Licht, das ihn von den Schatten ruft. 

Er sagt: Der Mensch kann nur empfangen, still und unbewegt,

Denn jede Tat von ihm verströmt den Staub der Gottesluft. 

Doch Empfangen heißt nicht Leere, kein Stein, der nur liegt,

Sondern das Herz, das im Glauben die Gabe der Gnade kriegt. 

Der Glaube ist die Teilhabe, tief und ganz und wahr, 

Gewirkt vom Wort, das ihn anspricht, klar und wunderbar.


Wir bekennen gemeinsam: Die Gnade ist wie eine Brücke, 

Gott vergibt die Schuld, die uns auf die Knie zwingt. 

Und in derselben Tat löst er die Knechtschaft der Blicke, 

Die uns an die Sünde fesselt, und das neue Leben schwingt!


Wer an Christus glaubt, wird in sein Wesen hineingezogen, 

Die Sünde wird nicht mehr gezählt, wie Schatten, die verwehn.

Und in uns wirkt tätige Liebe, vom Geist neu gewogen. 

Diese zwei Hälften des Gnadenwerks dürfen nicht auseinandergehn.


Sie sind eins, wie die Rechnung und das neue Sein im Licht.

Christus ist unsere Gerechtigkeit, vollendet und ganz. 

Er schenkt Vergebung, und zugleich, was das Dunkel bricht: 

Die heiligende Gegenwart Gottes, die uns in Liebe tanzt.


Der lutherische Gesang: Er sagt: Christi Gewand ist unser einziges Kleid.

Wenn die Vergebung kommt, ist das das ganze Geschehn. 

Gottes Gnade ist reine Gunst, die die Schuld verzeiht, 

Sie ist die Liebe, die uns anblickt, frei und schön. 

Die Erneuerung im Leben, sie blüht, das ist wahr, 

Doch sie ist nicht der Anker, nicht der Grund, der uns hält,

Sondern ein Echo der Gnade, die immerfort klar 

Als Geschenk vom Himmel fällt, das die Seele erhellt. 

Kein Beitrag, kein Wirken macht uns vor Gott rein.


Die katholische Weise: Sie betont: Wenn die Gnade eintritt, erneuert sie ganz. 

Die Seele wird verwandelt, im Inneren neu geschenkt. 

Die vergebende Flut ist immer auch ein Tanz 

Mit dem neuen Leben, das der Geist in uns lenkt. 

Dieses neue Sein muss in tätiger Liebe scheinen. 

Doch sie stimmt zu: Die Gabe Gottes, sie kommt ohne Preis, 

Sie hängt nicht ab vom Tun, vom Mühen und vom Meinen, 

Das Geschenk der Gerechtigkeit bleibt frei, rein und weise.


Wir bekennen gemeinsam: Die Seele wird nur gerecht, 

Durch den Glauben an die Tat, die das Göttliche vollbracht. 

Dieses Heil ist ein Fundament, das uns die Taufe flechtet, 

Ein Morgenlicht für das Leben, in das der Mensch erwacht.


Dieser Glaube ist mehr als nur ein Gedanke, ein Wort, 

Er ist Vertrauen auf die Zusage, die niemals verweht, 

In ihm ist die Hoffnung verborgen, und die Liebe am Ort, 

Die zum Himmel aufblickt und ihn im Herzen versteht.


Dieser Glaube muss Liebe sein, die in Taten sich zeigt, 

Der Christ kann nicht stumm bleiben, nicht ohne Werk vergehn.

Doch alle Mühe und das Tun, das sich vor und nach ihm neigt,

Kann niemals den Grund legen, der uns vor Gott lässt stehn. 


Nicht verdient ist das Heil, es ist die Gnade allein, 

Die uns im Glauben hält, damit wir rein und ganz können sein.


Der Lutheraner sagt: Christi Gewand ist unser einziges Kleid.

Wenn die Vergebung kommt, ist das das ganze Geschehn. 

Gottes Gnade ist reine Gunst, die die Schuld verzeiht, 

Sie ist die Liebe, die uns anblickt, frei und schön. 


Die Erneuerung im Leben, sie blüht, das ist wahr, 

Doch sie ist nicht der Anker, nicht der Grund, der uns hält,

Sondern ein Echo der Gnade, die immerfort klar 

Als Geschenk vom Himmel fällt, das die Seele erhellt. 

Kein Beitrag, kein Wirken macht uns vor Gott rein.


Die Kirche betont: Wenn die Gnade eintritt, erneuert sie ganz. 

Die Seele wird verwandelt, im Inneren neu geschenkt. 

Die vergebende Flut ist immer auch ein Tanz 

Mit dem neuen Leben, das der Geist in uns lenkt. 

Dieses neue Sein muss in tätiger Liebe scheinen. 

Doch sie stimmt zu: Die Gabe Gottes, sie kommt ohne Preis, 

Sie hängt nicht ab vom Tun, vom Mühen und vom Meinen, 

Das Geschenk der Gerechtigkeit bleibt frei, rein und weise.


Wir bekennen gemeinsam: Die Seele wird nur gerecht, 

Durch den Glauben an die Tat, die das Göttliche vollbracht. 

Dieses Heil ist ein Fundament, das uns die Taufe flicht, 

Ein Morgenlicht für das Leben, in das der Mensch erwacht.


Dieser Glaube ist mehr als nur ein Gedanke, ein Wort, 

Er ist Vertrauen auf die Zusage, die niemals verweht, 

In ihm ist die Hoffnung verborgen, und die Liebe am Ort, 

Die zum Himmel aufblickt und ihn im Herzen versteht.


Dieser Glaube muss Liebe sein, die in Taten sich zeigt, 

Der Christ kann nicht stumm bleiben, nicht ohne Werk vergehn.

Doch alle Mühe und das Tun, das sich vor und nach ihm neigt,

Kann niemals den Grund legen, der uns vor Gott lässt stehn. 


Nicht verdient ist das Heil, es ist die Gnade allein, 

Die uns im Glauben hält, damit wir rein und ganz können sein.


Der lutherische Herzschlag sagt: Allein der Glaube ist der Weg.

Durch ihn vertraut die Seele ihrem Schöpfer ganz. 

Gott selbst legt uns dieses Vertrauen in den Steg, 

Sein schöpferisches Wort beginnt den neuen Tanz.


Denn diese Tat ist Schöpfung, ein Neubeginn im Kern, 

Sie ergreift den ganzen Menschen, macht ihn neu und weit. 

Ein Leben aus Hoffnung, ein Leuchten, wie ein Stern, 

Ein Dasein in der Liebe, das die Seele befreit.


Die Erneuerung im Wandel, die daraus erwacht, 

Ist unterschieden, doch niemals getrennt von dem Gericht: 

Sie ist die Frucht, die die Gerechtigkeit uns gebracht, 

Ein Beweis, dass das Licht der Gnade in uns spricht. 

Aus der göttlichen Liebe, die dem Menschen geschenkt, 

Fließt das neue Leben, das sich liebend zu anderen lenkt.


Die katholische Weise spricht: Der Glaube, einst gepflanzt 

Im heiligen Quell, als uns die Taufe hat umfangen, 

Wird durch die Rechtfertigung mit neuer Kraft ertanzt, 

Gefestigt und vertieft, damit die Zweifel nicht gelangen.


Der Glaube, der im Anfang als Fundament bereitstand, 

Wird nicht beiseite gelegt, wenn die Gnade uns berührt. 

Nein, er wird voller, reicher, nimmt das Herz in seine Hand, 

Ein Weg der Liebe, der uns tiefer in die Wahrheit führt.


Die Gabe wächst im Wirken, der Mensch wird mehr bewohnt 

Von jenem göttlichen Licht, das ihm die Schuld verzieh. 

Das erste Geschenk wird stetig reicher, wird belohnt 

Mit einem inneren Wachstum in die neue Harmonie.


Die Gnade küsst uns im Tauftag, ein Licht, das uns mit Christus vereint.

Wir werden neu, wie ein Blatt, das sich der Sonne zuneigt. 

Doch selbst in diesem neuen Sein sind wir Reisende auf wankendem Grund, 

denn die alte Macht des Schattens sucht uns heim, jede Stund'.


Die Sünde ist ein Flüstern, das uns lockt vom rechten Pfad, 

ein selbstsüchtiges Begehren, das uns keine Ruh' mehr tat. 

Täglich müssen wir die Vergebung flehen, wie ein Brot, das wir begehren, 

zur Umkehr sind wir stets gerufen, damit unser Geist kann lehren.


Wir sind Gerechte, ganz und gar, denn Gott spricht uns frei, 

hüllt uns ein in Christi Mantel, der uns rein macht und neu. 

Er vergibt, nimmt unsere Schuld, wie einen Mantel, schwer und alt, 

gibt uns Gerechtigkeit im Glauben, die vor ihm Bestand behalt.


Doch schauen wir in unser Herz, erkennen wir den tiefen Riss,

dass die Sünde noch in uns weilt, im Innern und ganz gewiss. 

Die Liebe, die wir Gott schenken, ist oft geteilt und klein, 

immer wieder neigen wir zu falschen Bildern und zum Schein.


Doch Christi Sieg ist stärker, die Macht der Finsternis ist blind.

Die Sünde herrscht nicht mehr, sie ist nur noch ein Wind, 

den wir mit Gerechtigkeit durchwandern, Stück für Stück auf dieser Erd'. 

Der Gerechte bleibt mit Gott verbunden, weil ihm Vergebung gewährt.


Die Gnade löscht das Schlimmste, die Schuld, die uns trennt von Gott, 

doch eine Neigung bleibt im Menschen, ein Zittern ohne Spott.

Nicht jede dunkle Regung ist die Tat, die uns verdammt und bricht, 

doch sie ist eine Abweichung vom ursprünglichen Licht.


Sie ist der Stoff, aus dem der Kampf des Lebens täglich neu beginnt, 

doch sie trennt uns nicht von Gott, weil Christus uns als Kind gewinnt. 

Wenn wir uns aber willentlich von ihm entfernen und vergehen,

brauchen wir das Wort des Trostes, das uns wieder lässt erstehen.


Wir sind gerechtfertigt allein durch Glauben an das helle Wort,

unabhängig von Taten, die wir bringen an den Ort.

Christus hat das Gesetz erfüllt, es ist nicht mehr der Weg zur Heiligkeit, 

doch seine Gebote bleiben uns als Richtschnur in der Zeit.


Das Gesetz ist ein Spiegel, der uns zeigt, wo wir Sünder sind,

damit wir uns ganz der Gnade neigen, wie ein liebes Kind. 

Die Botschaft der Erlösung hat den alten Weg nun überwunden,

doch Christi Wollen ist uns Anweisung in allen Stunden.


Wir dürfen vertrauen auf die Gnade und das feste Wort von Gottes Hand, 

auch wenn unser Glaube schwankt, wie ein Boot im Gischt am Strand. 

Durch Christi Tod und Auferstehung ist die Zusage wirksam, wahr. 

Wir können uns der Gnade sicher sein, das macht die Seele klar.


Schau nicht auf deine Schwäche, schau nur auf Christus, seinen Schrein. 

Im Vertrauen auf seine Zusage bist du dir deines Heils gewiss und rein, 

auch wenn du, auf dich selbst blickend, die Unsicherheit spürst so sehr. 

Dein Heil ist in ihm geborgen, es ist kein flüchtiges Meer.


Es mögen Seelen wandern, suchend nach dem festen Grund,

im Lauschen reift ein Ahnen, das im tiefsten Innern klingt;

im Wunsch, dass Gottes Wort uns trägt in jedem Herzensbund,

weil es als ew’ge Zusage das reine Licht uns bringt.


Fort von den eignen Schatten, die im Zeitenstrom verwehn,

fort von des Spiegels Mahnen, das nur Mangel uns beschrieb;

den Weg der Gnade suchend, wollen wir vor Gott bestehn,

weil Er uns führt und trägt und heilt, weil Er in Wahrheit liebt.


Der wahre Glaube ist das tiefe, ganze Ja im Sein,

ein stilles Sich-Vertrauen auf das göttliche Gesicht;

Er weckt uns aus der Finsternis, aus Tod und Schuld hinein,

und flüstert uns das ew’ge Sein in Gottes mildes Licht.


Wie könnte man vertrauen, und doch meinen, dass zerbricht,

was Güte spricht und segnet, was aus ew’ger Liebe stammt?

Wenn Zweifel nagen wollen, such im Himmel nur das Licht,

denn Heil ist, was Er schenkt, und was die Seele frei gemacht.


Die Taten unsres Lebens, Frucht von Liebe, Glaube, Hoffen,

sind wie ein Lenz nach Regen, der die Erde neu erhellt;

wenn Seelen neu geboren, wird die Gnade ihnen offen,

und Gottes Wirken formt die Hand, die stille Güte hält.


Doch Pflicht ist solches Tun auch, ein Ringen im Geleit,

ein Kampf im Tag der Erde, der die Seele prüfend hebt;

drum wird uns zugesprochen: Wandle in Barmherzigkeit,

und handle aus dem Geist der Liebe, der dich trägt und lebt.


Für manche Seelen heißt dies Tun ein Wachsen Schicht um Schicht,

ein Halten der Gemeinschaft mit dem göttlichen Bestand;

sie sprechen vom Verdienst und meinen doch nur Himmelslicht,

den Lohn, die Krone, die in Gottes Herrlichkeit entstand.


Es ist des Menschen Pflicht in Gnade, nicht sein eigner Stand;

denn Rettung bleibt ein Geschenk, das uns in Liebe gilt.

So ruht in uns ein Wissen, das uns hebt aus Erdenbrand,

und uns mit Frieden krönt, wenn Gottes Treue uns erfüllt.


Andere Seelen sehn Gerechtigkeit als reinen Schein,

als Mantel, der vollkommen uns vor Gottes Blick bekleidet;

doch kann ihr mildes Wirken täglich größer noch gedeihn,

wenn Gnade Spuren setzt, die sich im Alltag still verbreitet.


Die guten Werke sind kein Lohn, der neu die Schuld erleichtert,

sie sind ein Leuchten nur, ein Zeichen unsrer Wandelfahrt;

und dennoch bleibt das Ziel das Leben, das sich ewig heitert,

der unverdiente Lohn, der uns im Himmel offenbart.


Was wir nun schauten, diese Sicht auf Gottes Gnadenakt,

sie zeigt die tiefe Einheit, die im Grundgesang sich regt;

die Stimmen klingen anders, jede sprachlich anders takt,

doch Wahrheit ist ein Kern, der alle Herzen still bewegt.


Die alten Urteile, die man in fernsten Zeiten sprach,

sie fallen in ein Licht, das neu die Seele nun versteht;

was einst als Strenge galt, war Warnung, ernst und wach,

doch zielt nicht mehr auf heute, da das Band der Einheit steht.


Die Harmonie gefunden, soll nun Tat im Leben sein,

im Wirken unsrer Gemeinden, die den Geist in Händen tragen;

noch stehen dünne Schleier über Wort und heil’gem Schein,

die Fragen stellen still, die uns durch alle Zeiten fragen.


Doch unsre große Sicherheit ist fester Grund und Pflicht:

gemeinsam weitergehen, was der Gnade sich erschloss;

und tragen in die Welt das neu gefundne helle Licht,

das unserm heil’gen Weg den Frieden schenkt und Trost.