TRISTAN UND ISOLDE

EIN GEDICHT VON TORSTEN SCHWANKE



I


In alter Zeit, man glaubt es kaum,

Wuchs Liebe wie ein wilder Baum.

Tristan, ein Ritter kühn und frei,

War seinem König Marke treu.

Er segelt übers weite Meer,

Bringt eine Braut dem Onkel her.


Isolde hieß die schöne Maid,

Doch war ihr Herz voll Zorn und Leid.

Sie hasst den Ritter, der sie holt,

Hätt’ ihm am liebsten Tod gezollt.

Ein Gifttrank sollte alles enden,

Und ihr Geschick zum Schweigen wenden.


Doch ach, die Zofe – welch Versehen! –

Lässt einen andren Trank geschehen.

Der Liebestrank, so süß und schwer,

Macht ihre Herzen sehnsuchtsleer

Für alles, was nicht Liebe ist;

Ein Zauber, der die Welt vergisst.


Nun brennt ein Feuer, heiß und wild,

Das niemals ihren Hunger stillt.

Sie lieben sich bei Nacht und Tag,

Was König Marke nicht behag’.

Verrat und Argwohn ziehn im Land,

Die Liebe hält sie fest gebannt.


Am Ende bleibt nur Schmerz und Tod,

Ein Abschied in der Abendrot.

Zwei Reben aus dem Grabe steigen,

Sich eng verschlungen zueinander neigen.

So lehrt uns diese alte Mär:

Gegen die Liebe hilft kein Wehr.



II


Ich, König Marke, Herr im Land,

Hielt Ehre stets in meiner Hand.

Mein Neffe Tristan, mir so nah,

War’s, den ich als den Besten sah.

Ich schickt’ ihn aus mit gutem Mut,

Zu holen mir die Braut so gut.


Isolde kam, von Stolz erfüllt,

In Seide und in Gold gehüllt.

Ich dachte mir: „Was hab ich Glück!“,

Doch blickte sie nie recht zurück.

Sie starrte Tristan an so bang,

Als ob in ihr die Welt versank.


Dann kamen Flüstern, Neid und Spott,

Man lachte mein vor Mensch und Gott!

Im Garten, unterm Baum versteckt,

Hab ich die beiden dann entdeckt.

Kein Gift, kein Schwert, nur dieser Trank,

Der ihren Geist und Sinn umschlang.


Mein Herz ist schwer, mein Thron ist leer,

Ich hab den Freund und Weib nicht mehr.

Vergeben hab ich ihnen zwar,

Doch bleibt mein Haupt nun silbergrau.

Ein König bin ich, reich an Land,

Doch Liebe hielt ich nie in Hand.



III


In einer Flasche, wohlverwahrt,

Lag eine Kraft von selt’ner Art.

Isoldes Mutter mischt’ es an,

Damit die Braut den Ehemann,

Den König Marke, herzlich liebt

And niemals and’re Gunst vergibt.


Doch auf dem Schiff, die Kehle trocken,

Lassen die beiden sich verlocken.

Sie dachten: „Wein! Ein kühler Schluck!“,

Und ahnten nicht den schweren Druck.

Kaum war der Becher leergeleert,

Hat sich ihr Schicksal umgekehrt.


Es war kein Trinken, es war Brennen,

Sie konnten sich nicht mehr getrennen.

Nicht freier Wille, nicht Verstand,

Nur dieser Trank knüpft nun das Band.

Die Ehre sank, die Pflicht entwich,

„Ich liebe dich“ – und nur noch „ich“.


So ward aus Treue bitterer Hohn,

Der Tod war ihrer Liebe Lohn.

Wer aus dem falschen Becher trinkt,

Im Meer der Leidenschaft versinkt.



IV


Auf hohem Meer, der Wind weht sacht,

Wird still der falsche Trank gebracht.

Sie ahnen nichts von Schicksals Lauf,

Und nehmen froh den Becher auf.


Tristan, der Ritter, kühn und rein,

Schenkt Iseult, der Schönen, den „Wein“.

Sein Blick ist ernst, doch voller Ruh,

Er reicht ihr das Gefäß nun zu.


Iseult, in Blau und Gold gekleidet,

Nimmt hin, was manchem Herz bereitet

Ein jähes Ende, Liebesqual,

In diesem einen gold’nen Schal.


Ein Schluck – das Herz schlägt wild und laut,

Kein König Marke sie mehr traut!

Vom Zauber nun für immer blind,

Als Opfer sie der Liebe sind.



V


Man fragt sich oft: Ist’s wahr geschehn?

Hat man die beiden echt gesehn?

Die Spur führt uns ins Keltenland,

Wo mancher Held sein Schicksal fand.

Drustanos hieß ein Krieger dort,

Ein Name, rau wie sein Geburtsort.


In Piktland und in Cornwalls Gischt,

Hat sich Geschichte mit dem Mythos vermischt.

Ein König gab es, Mark genannt,

Der herrschte über jenen Strand.

Man fand sogar ’nen alten Stein,

Der Tristans Denkmal könnte sein.


Doch war’n es erst der Franzosen Lieder,

Die schrieben all die Wunder nieder.

Béroul und Thomas gaben Schwung,

Hielten die alte Mär in Schwung.

Sie machten aus dem rauen Streit

Ein Fest der Höfischen Liebe-Zeit.


So ward aus keltisch wildem Mut

Ein Ritterspiel mit Minneglut.

Ob’s wirklich war, das weiß man nicht,

Doch lebt die Wahrheit im Gedicht.



VI


Im Keltenland, am wilden Meer,

Da wog die Liebe doppelt schwer.

Da zählt das Herz, der Rausch, die Glut,

Es kocht der Trank im jungen Blut.

Die Frau ist frei, sie wählt den Mann,

Den sie am besten lieben kann.

Ein Zauber band sie, wild und weit,

Es herrscht die pure Sinnlichkeit.


Der Germane schaut mit ernstem Blick,

Er denkt an Pflicht und an Geschick.

Bei ihm steht Treue ganz obenan,

Vom Knappen bis zum Edelmann.

Den König Marke zu betrügen,

Das passt nicht in die Ehre-Zügen.

Dort gilt das Wort, der Eid, der Bund,

Nicht nur der Kuss auf rotem Mund.


Doch Gottfried, der von Straßburg kam,

Sich beide Welten dankbar nahm.

Er mischt’ den keltisch’ Zaubersaft

Mit höfisch-deutscher Dichterkraft.

So ward aus wilder Heiden-Mär

Ein ritterliches Tränenmeer.

Das Schicksal bricht die starre Pflicht,

Wenn Liebe durch die Rüstung bricht.



VII


Im Keltenland, da war’s Geschick,

Dass Frauen lenkten manchen Blick.

Nicht nur zum Sticken, Stillen, Schweigen,

Sie konnten stolz ihr Antlitz zeigen!

Isolde, herrschend über Tränke,

Bestimmte selbst die Liebeslenke.


Sie kannten Kräuter, Gift und Segen,

Und wussten sich zur Wehr zu legen.

Wird ein Versprechen nicht gehalten,

Lassen sie Zorn und Rache walten.

Ein „Nein“ war dort ein echtes Wort,

An manchem rauen Küstenort.


Ob Kriegerin wie die Scáthach wild,

Die hielt das Schwert und nicht das Schild,

Ob Königin mit eigen’m Land,

Sie hielten fest das Schicksalsband.

Nicht Sitte oder Kirchenbann,

Verbot ihr Herz dem Liebsten-Mann.


So ist Isoldes freier Mut,

Ein Erbe keltisch’ Herzensblut.

Sie bricht den Eid, sie bricht die Pflicht,

Weil Liebe aus ihr selber spricht.



VIII


In Irlands Westen, wild und rauh,

Regiert’ eine ganz besond’re Frau.

Medb war ihr Nam’, ihr Wille Stahl,

Sie war des Volkes erste Wahl.

Kein Mann durft’ neben ihr besteh’n,

Der nicht konnt’ durch das Feuer geh’n.


Sie sprach zu ihrem Gatten stolz:

„Ich bin geschnitzt aus eig’nem Holz!

Mein Gold, mein Vieh, mein weites Land,

Halt’ ich allein in meiner Hand.

Wer mir nicht gleicht an Macht und Pracht,

Wird von mir schleunigst ausgelacht!“


Doch als sie sah, der Gatte hat

Ein’ Stier mehr auf dem Weideblatt,

Da rüstet’ sie zum großen Krieg,

Sie wollt’ den Stier, sie wollt’ den Sieg!

Den Braunen von Cooley wollt’ sie rauben,

An ihre Stärke sollt’ man glauben.


Mit Streitwagen und Speer bewährt,

Hat sie das ganze Land belehrt:

„Ich nehme mir, was mir gefällt,

Und wär’s das Ende dieser Welt!“

Ein Vorbild keltisch’ Frauenkraft,

Die sich den Platz am Throne schafft.



IX


Isolde blickt zum Horizont,

Wo Liebe in den Herzen thront.

Sie kämpft mit Trank und Zauberkraft,

Die Leiden in den Seelen schafft.

Ihr Sieg ist still, ein bitt’rer Kuss,

Der alles Alte brechen muss.

Sie opfert Thron und Ehre gern,

Für ihren einen Stern und Herrn.


Doch Medb, die steht im Streitwagen,

Lässt keine weichen Fragen zu!

Sie zählt ihr Gold, sie zählt das Vieh,

Und beugt vor keinem Mann das Knie.

Will sie den Stier, dann zieht sie aus,

Und brennt dem Feind das stolze Haus.

Die Liebe ist für sie ein Spiel,

Nur Macht ist ihr das wahre Ziel.


Isolde stirbt am Liebesleid,

In ihrer blauen Seidenkleid.

Medb aber lacht dem Tode ins Gesicht,

Und beugt sich einem Schicksal nicht.

Die eine wählt den Opfertod,

Die and’re bringt die Welt in Not.

Doch beide zeigen uns ganz klar:

Die keltisch’ Frau war wunderbar!



X


Vom Hofe fern, im tiefen Tann,

Wo keine Späher lauern kann,

Da bauten sie ihr eigen Reich,

Dem Paradiese fast schon gleich.

Kein Bett aus Gold, kein seid’ner Prall,

Nur Moos und Farn im Felsenschall.

Die Minnegrotte, kühler Ort,

Hielt jeden fremden Kummer fort.


Dort draußen mag die Welt vergehn,

Sie lassen nur die Liebe stehn.

Ein Blick, ein Kuss, ein Händedruck,

Ist ihnen mehr als Prunk und Schmuck.

Sie brauchen weder Brot noch Wein,

Um selig in dem Licht zu sein.

Die Nacht, sie deckt mit sanftem Flor,

Was Gott für sie allein erkor.


Doch Tristan, stets auf Ehre bedacht,

Hat eine List sich ausgedacht:

Damit kein Argwohn sie befällt,

Hat er sein Schwert dazwischen gestellt.

Ein kalter Stahl auf weichem Moos,

Trennt ihre Leiber, liebeslos?

Ach nein, es war nur Schein und Trug,

Der Marke später tief betrug.


Denn als der König sie dort fand,

Vom Sonnenstrahl das Licht gebannt,

Sah er das Schwert und dachte rein:

„Sie müssen wohl noch unschuldig sein!“

Er ahnte nicht im Morgengrau:

Die Nacht gehört’ dem Ritter und der Frau.



XI


Tief im Wald, im grünen Grund,

Wölbt sich ein Bau, gar glatt und rund.

Kein Maurer hat die Wand gesetzt,

Kein Steinmetz hat den Fels gehetzt.

Aus Kristall ist die Schwelle rein,

Lässt nur die wahren Herzen ein.


Die Wände weiß wie Elfenbein,

Strahlen im hellen Sonnenschein.

Kein Fenster gibt es, das uns stört,

Nur oben, wo man Vögel hört,

Drei kleine Löcher in der Wand,

Senden das Licht mit sanfter Hand.

Güte, Demut, Zuversicht –

So nennt der Dichter dieses Licht.


Der Boden glatt wie grüner Glas,

Drauf wächst kein Unkraut und kein Gras.

In der Mitte steht ein Bett aus Stein,

Dort schlafen sie im Mondenschein.

Doch ist der Stein nicht hart und kalt,

Wenn Liebe ihm die Form gestaltet.


Kein Prunk, kein Gold, kein lauter Schrei,

Hier sind die beiden endlich frei.

Die Grotte schützt vor Wind und Neid,

In Ewigkeit und Seligkeit.



XII


Der König reitet durch den Wald,

Sein Herz ist grimmig, leer und kalt.

Ein Jäger flüstert ihm ins Ohr:

„Hier liegen sie, wie nie zuvor!

In einer Grotte, fern und rund,

Treibt es das Paar ganz ungesund.“


Marke schleicht zum kleinen Loch,

Er zittert, zweifelt, hofft ja noch.

Doch was er sieht im Sonnenstrahl,

Beendet jäh der Eifersucht Qual.

Da liegen sie auf hartem Stein,

Doch zwischen ihnen – blitzend rein –


Liegt Tristans Schwert, die scharfe Klinge,

Als ob sie Trennung für sie bringe.

„Ach Gott“, denkt Marke, tief gerührt,

„Hab ich die Unschuld nur beschmiert?

Wer so mit nacktem Eisen schläft,

Hat keine Sünd' im Leib bekräft'!“


Er ahnt nicht, dass der kalte Stahl,

Nur war der Täuschung letzte Wahl.

Er legt sein Laub auf das Gesicht,

Damit sie blendet die Sonne nicht,

Und geht von dannen, sanft und still,

Weil er die Wahrheit nicht mehr will.



XIII


Tristan liegt in weiter Fern’,

Verlangt nach seinem Abendstern.

„Isolde!“, ruft sein letzter Hauch,

Das Gift im Blute brennt ihn auch.

Er wartet auf das weiße Segel,

Doch Lügen brechen alle Regel.

Ein schwarzes Tuch am Mast erscheint,

Da stirbt er, von der Welt verweint.


Isolde eilt vom Schiff an Land,

Hält Tristans kalte, bleiche Hand.

Kein Schrei, kein Klagen füllt die Luft,

Nur Liebe, die zum Ende ruft.

Sie legt sich sanft an seine Seite,

Und sucht mit ihm die Ewigkeit-Weite.

Ein Kuss noch, und ihr Herz steht still,

Weil sie ohn’ ihn nicht leben will.


König Marke kommt in Reue,

Bestattet sie in tiefer Treue.

Er pflanzt ein’ Weinstock und ’ne Rose,

Damit die Liebe niemals lose.

Die Ranken wachsen hoch und wild,

Ein Bild, das jeden Abschied stillt.

Sie schlingen sich so fest inein’,

Dass niemand sie kann mehr befrei’n.



XIV


In Tintagel, am Felsenrand,

Ruhen sie nun im fremden Land.

Zwei Gräber hat man aufgestellt,

Wo Brandung an die Steine prellt.

Ein König gab den letzten Befehl,

Vergab der Sünd’, vergab dem Hehl.


Aus Tristans Grab ein Weinstock sprießt,

Der Säfte in die Erde gießt.

Ein starker Stamm, ein kühner Wuchs,

Verschmäht jeden fremden Zuspruch.

Er rankt empor zum Bogendach,

Dem and’ren Grabe immer nach.


Aus Isolds Grab wächst eine Rose,

Ganz zart, ganz rein, ganz makellose.

Sie öffnet ihre Blüten rot,

Dem Liebsten, auch im kargen Tod.

Ihre Wurzeln suchen tief und sacht,

Das Herz, das sie zur Ruh' gebracht.


Sie treffen sich im Deckenbogen,

Vom Wind und Regen unverbogen.

Die Dornen halten fest den Wein,

Sie können nicht mehr trennen sein.

Verwoben in ein einzig Band,

Das niemand mehr am Grabe fand.


So lehrt uns dieser alte Baum:

Die Liebe ist kein flücht'ger Traum.

Was Gott am Ende fest vereint,

Hat selbst der Tod nicht mehr verneint.



XV


Der Argwohn wuchs an Markes Hof,

Man nannte Tristan einen Doof,

Der seine Ehre längst verlor,

Und flüsterte dem König vor:

„Isolde lügt! Sie bricht die Treu!

Gott zeige uns das Urteil neu!“

Ein Eisen, glühend heiß und rot,

War nun der Königin Gebot.


Doch Isolde, klug und fein,

Dacht’ sich: „Ich wasche mich doch rein!“

Als sie zum Ufer kam geschwommen,

Hat sie ein Bettler fest genommen,

Um sie zu tragen durch den Schlamm,

Damit kein Schmutz ans Kleide kam.

Der Bettler – Tristan im Gewand! –

Hielt fest die Königin in Hand.


Vor Gott und Zeugen rief sie laut:

„Ich schwöre hier als Markes Braut:

Kein Mann hat mich je angerührt,

Kein fremder Leib hat mich verführt –

Außer dem Bettler dort im Dreck,

Der trug mich grad vom Ufer weg!“

Sie griff das Eisen, heiß und wild,

Und blieb von Brand und Schmerz geschildt.


Gott sah die List, doch schwieg er still,

Weil er die Liebenden so will.

Die Hand blieb heil, das Wunder geschah,

Weil sie die Wahrheit sprach – beinah.

Ein Urteil, das uns heute lehrt:

Die Minne ist der List auch wert.



XVI


Die Welt der Menschen ist nun weit,

Sie traten ein in Ewigkeit.

Kein König Marke, kein Gericht,

Kein Tag, der ihre Träume bricht.

Wo Raum und Zeit zusammenfließen,

Darf ihre Liebe nun entsprießen.


Sie brauchen keinen Trank mehr trinken,

Um tief in Seligkeit zu sinken.

Was auf der Erd’ war Schmerz und Not,

Besiegten sie durch ihren Tod.

Sie sind nun Licht, sie sind nun Wind,

Die ineinander fließend sind.


Kein Eisen brennt, kein Schwert mehr trennt,

Was Gott als „wahre Minne“ kennt.

In einem Garten, ewig grün,

Wo Rosen ohne Dornen blühn,

Da wandeln sie, Hand in der Hand,

Durch das verheiß’ne Liebesland.


Ihr Name lebt in jedem Lied,

Das durch die fernen Zeiten zieht.

Solange noch ein Herz entbrennt,

Und man den Namen „Tristan“ kennt,

Solange wird ihr Geist bestehen,

Und niemals ganz von uns vergehen.



XVII


Nun sind sie frei von irdisch' Band,

Im paradiesisch’ Minneland.

Kein Schwert, kein Trank, kein König Marke,

Nur Frieden, den das Herz bestarke.

Wo Licht und Blüte sanft verschwimmen,

Und Engel leise Lieder stimmen.


Die Gräber sind nun längst vergangen,

Die Rosen, die sie einst umfangen,

Blüh’n hier im Glanz, ganz ohne Dornen,

Von keinem Zweifel mehr verschwornen.

Zwei Quellen fließen ineinander,

Wie Tristan und Isolde wandern.


Sie gehen Hand in Hand spazieren,

Ohn’ Angst, einander zu verlieren.

Ihr Blick ist klar, ihr Herz ist rein,

Sie leben nun im Sonnenschein.

Was auf der Erd’ war Schmerz und Qual,

Ist hier ein ewig’ Liebesmahl.


Verschmolzen sind sie, Geist und Leib,

Kein Mann, kein Ritter und kein Weib.

Nur eine Flamme, ewig brennend,

Und keine Sünde mehr erkennend.

So endet nun der alte Streit,

In ewig’ Ruh’ und Seligkeit.