DER KÖRPER DER FRAU

LEHRGEDICHT VON TORSTEN SCHWANKE


FÜR DIE GYNÄKOLOGIN SUSANNE



AUGEN


Zwei Spiegel, die im Antlitz ruh’n, 

erzählen mehr, als Worte tun. 

Sie leuchten hell, wenn Freude spricht,

und dämpfen sanft das grelle Licht.


Im Blick, so tief wie stilles Meer,

liegt Mut, liegt Zweifel, manchmal mehr.

Die Iris – farbiges Gedicht –

fängt jede Regung, jedes Licht.


Die Lider wachen Tag und Nacht,

behüten sanft, was Sehnsucht macht.

Ein Wimpernschlag, so kurz, so fein,

kann Trost, Verlockung, Warnung sein.


Doch lehren Augen uns zugleich:

Kein Blick ist je dem andern gleich.

Sie zeigen, was im Innern wohnt,

was schweigt, was kämpft, was leise lohnt.


Drum achte stets den stillen Blick, 

er führt zur Wahrheit Stück für Stück.

Denn wer die Augen lesen kann,

versteht den Menschen irgendwann.



NASE


Die Nase, zart und doch so klar, 

zeigt still, wer sie im Innern war. 

Sie atmet Welt in jedem Zug,

gibt Kraft, gibt Ruhe, Mut genug.


Der Bogen, fein wie Linienkunst,

verrät Balance und Lebenslust.

Sie prüft den Duft, der Nähe schafft,

und warnt zugleich mit stiller Kraft.


Im Atem liegt ein leises Lied,

das durch den Körper weiterzieht.

Ein Rhythmus, der uns täglich trägt,

der stärkt, beruhigt, manchmal regt.


So lehrt die Nase uns zugleich: 

Der Weg zum Leben ist nicht weich.

Doch wer bewusst zu atmen lernt,

hat schon die halbe Welt entfernt.



MUND


Der Mund, ein Tor, das Worte webt, 

das schweigt, das lacht, das tröstet, lebt. 

Er formt Gedanken in Gestalt,

mal sanft, mal stark, mal kühn, mal kalt.


Die Lippen – weich wie Morgenrot –

sind Bote, Brücke, Heimat, Lot.

Sie schmecken Welt in jedem Kuss,

in jedem Nein, in jedem Muss.


Die Stimme, die aus Tiefe steigt,

zeigt, was das Herz im Innern zeigt.

Ein Satz kann wärmen wie ein Kleid,

ein Wort kann heilen, macht bereit.


So lehrt der Mund uns jeden Tag: 

Sprich achtsam, was dein Innres mag.

Denn jedes Wort, das du verschenkst,

ist Spiegel dessen, was du denkst.



OHREN


Zwei Muscheln, fein vom Klang durchdrungen, 

die leise Welt in sich verschlungen. 

Sie hören Töne, hart und sacht,

bewahren Worte, Tag und Nacht.


Der Bogen, zart wie Frühlingswind,

zeigt, wie wir offen wirklich sind.

Denn wer zuhört, statt laut zu sein,

lässt andre nicht im Schweigen allein.


Im Ohr wohnt Rhythmus, Klang und Zeit,

ein Echo voller Zärtlichkeit.

Es prüft, was nah ist, was entfernt,

und zeigt, was man durchs Hören lernt.


So lehren Ohren uns zugleich: 

Geduld macht jedes Urteil weich.

Wer achtsam hört, versteht viel mehr

als jeder, der nur spricht und wehrt.



STIRN


Die Stirn, ein stilles, klares Feld, 

auf dem sich jede Regung stellt. 

Sie zeigt, was Denken leise schreibt,

was bleibt, was zweifelt, was vertreibt.


Die Linien, die sich manchmal ziehn,

erzählen, was wir fühlen, wie wir fliehn.

Ein Runzeln spricht von Konzentration,

ein Glätten von Entspannung schon.


Sie trägt die Last von Tag und Zeit,

von Sorge, Mut und Heiterkeit.

Ein Ort, an dem die Wahrheit ruht,

der zeigt, was Stärke wirklich tut.


So lehrt die Stirn uns jeden Tag: 

Gedanken formen, was man mag.

Denn was im Innern Sinn gewinnt,

zeichnet sich außen immerhin.



WANGEN


Die Wangen, weich wie Abendlicht, 

erzählen still ihr eigenes Gedicht. 

Sie glühen warm bei Freude sacht,

und färben rot bei Scham und Macht.


Ein Lächeln, das sich dort entfaltet,

zeigt, wie das Innere gestaltet.

Es hebt die Züge, macht sie klar,

zeigt Nähe, Mut und wer man war.


Die Rundung, sanft und doch bestimmt,

verrät, was tief im Herzen stimmt.

Sie tragen Spuren jeder Zeit,

von Jugendglanz bis Heiterkeit.


So lehren Wangen uns zugleich: 

Gefühl macht jeden Menschen reich.

Denn was im Innern leise klingt,

ist oft das, was nach außen dringt.



KINN


Das Kinn, so schlicht und doch so klar, 

zeigt Haltung, Kraft und wer sie war. 

Es rahmt das Wort, das weiterzieht,

und trägt den Mut, der selten flieht.


Ein sanfter Schwung, ein fester Zug,

erzählt von Zweifel, Stolz und Fug.

Es hebt sich, wenn die Seele spricht,

senkt sich bei Last und Pflichtgewicht.


Im Kinn wohnt Wille, still und fein,

ein leiser Trotz kann auch dort sein.

Es zeigt, wie sehr ein Mensch besteht,

wenn Sturm und Zweifel um ihn weht.


So lehrt das Kinn uns jeden Tag: 

Standfestigkeit ist, was man mag.

Denn wer den Kopf nicht sinken lässt,

hat schon die halbe Welt gefasst.



KEHLE


Die Kehle, zart und doch so stark, 

ein Klangweg, warm und unverzagt. 

Durch sie steigt jede Regung auf,

nimmt Form und Richtung, Sinn und Lauf.


Der Atem streicht durch ihren Raum,

wie Wind, der flüstert durch den Baum.

Er trägt die Stimme, hell und rein,

lässt Schmerz entweichen, Mut hinein.


Die Kehle spannt sich, wenn man ringt,

entspannt sich, wenns dem Herz gelingt.

Sie zeigt, wie tief Gefühle ziehn,

bevor sie in die Worte fliehn.


So lehrt die Kehle uns zugleich: 

Nur wer sich öffnet, wird auch weich.

Denn Stimme wird erst dann zur Kraft,

wenn man sie mutig hörbar macht.



NACKEN


Der Nacken, zart wie Morgengrau, 

trägt still die Last, vertraut und schlau. 

Er hält den Kopf, der weiterblickt,

und sanft die Welt nach vorne rückt.


Die Sehnen spannen, wenn sie strebt,

entspannen, wenn sie leise lebt.

Ein Bogen, der in Ruhe ruht,

und zeigt, wie viel die Haltung tut.


Dort sammelt sich, was niemand sieht:

Ein Tag, der drückt, ein Wort, das zieht.

Doch auch die Wärme, die befreit,

wenn Nähe durch die Muskeln gleit.


So lehrt der Nacken uns zugleich: 

Stolz hält uns aufrecht, macht uns weich.

Denn wer sich trägt mit stiller Kraft,

bewahrt, was innre Stärke schafft.



SCHULTERN


Die Schultern einer Frau, so still, so klar, so fein, 

sie tragen Lasten, die oft unsichtbar erscheinen.


Sie lehren Kraft, die nicht nach außen drängt,

die still im Innern wirkt, die hebt, die lenkt.


Sie zeigen: Stärke muss nicht laut sein, 

ein sanfter Bogen kann ein Fels zugleich sein.


Sie tragen Wärme, Nähe, Trost zugleich,

und machen Herzen weit, nicht eng und bleich.


Sie lehren Haltung – nicht nur im Körper, auch im Geist, 

dass man aufrecht bleibt, selbst wenn das Leben beißt.


Und wenn sie sinken, müde, schwer,

dann sagen sie: „Auch Ruhe braucht der Mensch – und mehr.“


So spricht die Schulter, leise, ohne Wort: 

„Trag nur, was deins ist – und leg den Rest dort fort.“



SCHLÜSSELBEINE


Die Schlüsselbeine zeichnen, zart und klar, 

zwei Linien, die erzählen, wer sie war.


Sie lehren Leichtigkeit, ein stilles Gleichgewicht,

ein Rahmen, der den Atem hebt und bricht.


Sie zeigen Offenheit, wenn Haltung sich entfaltet, 

und wie der Körper Würde still verwaltet.


Ein feiner Bogen, der vom Herzen spricht,

von Mut, der wächst, und Last, die man durchbricht.


Sie mahnen: Trag dich selbst mit sanfter Kraft, 

denn Schönheit wohnt in dem, was Haltung schafft.


Und wenn sie schimmern, hell im Sonnenlicht,

dann sagen sie: „Vergiss dein inneres Strahlen nicht.“



BRUSTKORB


Der Brustkorb einer Frau, ein schützendes Gehäus’, so fein, 

er birgt das Herz, das schlägt für Welt und Sein.


Er lehrt, wie Leben atmet – weit und frei,

wie jeder Atemzug ein stilles „Hier bin ich“ sei.


Er wölbt sich wie ein Tor, das Mut bewahrt, 

das Stärke formt, die sich in Ruhe offenbart.


Er zeigt, dass Schutz nicht hart sein muss,

dass Sanftheit selbst ein mächtiger Kompass ist.


Und wenn er hebt und senkt im Rhythmus der Natur, 

dann spricht er: „Finde deinen Takt – und halte deine Spur.“


So lehrt der Brustkorb, still und ohne Wort:

Bewahre, was dich trägt – und trag dich selbst fort.



BRÜSTE


Die Brüste einer Frau, zwei Bögen sanfter Rundung, 

sie lehren Nähe, Wärme, Trost in stiller Stunde.


Sie sind kein Schmuck, kein bloßes äußeres Zeichen,

sie tragen Ursprungskraft, die Zeiten überreichen.


Sie lehren Fürsorge, die nährt und Leben hält, 

ein Urvertrauen, das die Welt zusammenstellt.


Und doch sind sie auch Teil der eignen Kraft,

ein Zentrum, das Identität und Haltung schafft.


Sie zeigen: Weiblichkeit ist mehr als Form und Schein, 

sie ist ein Raum, in dem Stärke und Sanftmut vereint sein.


Und wenn sie heben, senken, atmen mit dem Herz,

dann sprechen sie: „Bewahre dich – und lind’re deinen Schmerz.“


So lehren Mammae, still und voller Sinn:

Wert wohnt im Innern – dort, wo alle Kräfte sind.



RÜCKEN


Der Rücken einer Frau, ein stiller, weiter Pfad, 

er trägt, was niemand sieht, und was sie dennoch hat.


Er lehrt Beständigkeit, die sich nicht laut erklärt,

ein Fundament, das hält, auch wenn der Sturm sich mehrt.


Die Wirbel wie Perlen, geordnet und doch frei, 

erzählen von Beweglichkeit und innerer Geschmeidigkeit dabei.


Er zeigt, wie Haltung wächst – von innen nach außen,

wie Stärke sich entfaltet, ohne sich zu brausen.


Und wenn er sich beugt, ermüdet von der Last, 

dann flüstert er: „Lass los, was du nicht tragen musst.“


Doch richtet er sich wieder auf, im Atemzug der Zeit,

dann sagt er: „Aufrecht gehen ist ein stiller Akt von Freiheit.“


So lehrt der Rücken, ruhig und voller Sinn:

Stärke ist ein Weg – und du selbst bist mittendrin.



WIRBELSÄULE


Die Wirbelsäule einer Frau, ein Turm aus stillem Sein, 

sie hält den Körper aufrecht – und die Seele obendrein.


Sie lehrt Balance zwischen Beugen und Bestehen,

wie man sich neigt, doch niemals ganz vergeht im Wehen.


Wirbel für Wirbel, fein gefügt und klug gebaut, 

ein Meisterwerk, das trägt, vertraut und aufwärts schaut.


Sie zeigt, dass Stärke nicht im Starrsein liegt,

sondern im geschmeid’gen Schwung, der durch den Alltag wiegt.


Und wenn sie schmerzt, weil Lasten schwerer sind als Licht, 

dann mahnt sie: „Teile, was dich drückt – trag alles nicht.“


Doch richtet sie sich wieder auf, im Atemzug der Zeit,

dann spricht sie: „Aufrecht bleiben ist ein stiller Akt von Freiheit.“


So lehrt die Wirbelsäule, ruhig und voller Sinn:

Flexibilität ist Kraft – und du selbst bist mittendrin.



ARME


Die Arme einer Frau, zwei Wege hin zur Welt, 

sie halten, was zerbricht, und was zusammenfällt.


Sie lehren Zuwendung, die ohne Worte spricht,

ein Streicheln, das beruhigt, ein Halt im Gegenlicht.


Sie zeigen Kraft, die nicht nach Größe strebt, 

die hebt, was schwer ist, und im Stillen weiterlebt.


Sie öffnen Räume, laden ein, verbinden,

sie können schützen, tragen, lösen, finden.


Und wenn sie müde sinken, leer vom Tag, 

dann sagen sie: „Auch du brauchst Ruhe, frag nur nach.“


Doch heben sie sich wieder, leicht im Morgenlicht,

dann flüstern sie: „Beginne neu – verzage nicht.“


So lehren Arme, ruhig und voller Sinn:

Stärke ist Berührung – und beginnt stets von innen.



HÄNDE


Die Hände einer Frau, zwei leise sprechende Gesten, 

sie formen Welt, sie trösten, schaffen, segnen, lesen.


Sie lehren Feinheit, die im Detail beginnt,

ein Fühlen, das erkennt, bevor das Denken stimmt.


Sie zeigen Mut, der sich in Taten offenbart, 

in jedem Griff, der hält, in jedem Werk, das sie bewahrt.


Sie tragen Spuren – Arbeit, Zeit und Sein,

und machen aus dem Alltäglichen ein kleines Stückchen Fein.


Und wenn sie ruhen, warm gefaltet, still, 

dann sagen sie: „Auch du darfst lassen, was nicht bleiben will.“


Doch öffnen sie sich wieder, weich im Morgenlicht,

dann flüstern sie: „Gestalte neu – verzage nicht.“


So lehren Hände, ruhig und voller Sinn:

Berührung ist Begegnung – und beginnt stets von innen.



FINGER


Die Finger einer Frau, so fein und doch so klar, 

sie tasten durch die Welt, als wär sie immer nah.


Sie lehren Sensibilität, die im Verborg’nen wohnt,

ein Spüren, das erkennt, was niemand sonst betont.


Sie zeigen Präzision in jedem kleinen Tun, 

im Schreiben, Halten, Formen, im Schaffen wie im Ruh’n.


Sie können trösten, heilen, führen,

sie können schweigen – oder sanft berühren.


Und wenn sie zittern, müde von der Last, 

dann sagen sie: „Du musst nicht alles schaffen, was du fasst.“


Doch strecken sie sich wieder, wach im Morgenlicht,

dann flüstern sie: „Gestalte weiter – verzage nicht.“


So lehren Finger, ruhig und voller Sinn:

Feinheit ist Stärke – und beginnt stets von innen.



BAUCH


Der Bauch der Frau, ein stiller Hort,

bewahrt das Leben fort und fort.

Er dehnt sich, wenn die Zeit es will,

und ruht in Stärke, warm und still.


Er trägt die Spuren jeder Nacht,

von Lachen weich, von Sorgen sacht.

Ein runder Mond, ein weiser Ort,

ein Zentrum Kraft — im Süden fort.


Drum ehre ihn, den weichen Grund,

denn Schönheit wohnt nicht nur im Rund.

Er ist ein Tempel, stark und schlau —

der wunderbare Bauch der Frau.



TAILLE


Die Taille der Frau, ein sanfter Schwung,

ein Übergang von Brust zu Lunge.

Sie formt den Körper, leicht und fein,

ein stiller Bogen, zart und rein.


Sie trägt den Atem, hebt ihn sacht,

hält Haltung, Würde, stille Macht.

Ein Mittelstück, das Balance baut,

auf dem der ganze Körper traut.


Drum achte sie, die schlanke Bahn,

die Kraft und Eleganz erspahn.

Sie zeigt, wie Form und Funktion bau’n —

die schöne, starke Taille der Frau.



BECKEN


Das Becken der Frau, ein tragend’ Haus,

aus Knochen stark, doch weich voraus.

Es hält, was steht, es trägt, was ruht,

und formt den Gang mit stillem Mut.


Es wiegt die Organe, schützt sie fein,

lässt Muskeln wurzeln, kräftig sein.

Ein Scharnier des Lebens, tief und rund,

ein Ursprungskraft in jedem Grund.


Und wenn das Leben weiterzieht,

ist’s oft das Becken, das es wiegt.

Drum ehre diesen starken Bau —

das weise, stille Becken der Frau.



HÜFTEN


Die Hüften der Frau, ein weiter Schwung,

sie leiten Schritte, leicht und jung.

Ein Drehpunkt, der den Körper trägt,

der Gleichgewicht in Alltag legt.


Sie formen Haltung, Stand und Gang,

sind kräftig, weich und lebenslang.

Ein Rahmen, der das Becken hält,

ein Übergang zur Muskelwelt.


Drum achte sie, die runde Bahn,

die Kraft und Anmut einen kann.

Sie zeigen Stärke — still und schlau —

die tragenden Hüften der Frau.



PO


Der Po der Frau, ein kräft’ger Teil,

gebaut für Haltung, Gang und Weil.

Zwei Muskeln, stark wie Fels im Grund,

sie machen Schritte weich und rund.


Er stützt die Wirbelsäule mit,

gibt jedem Schritt den rechten Tritt.

Ein Polster, das beim Sitzen schützt,

und Form und Gleichgewicht stützt.


Drum ehre ihn, den runden Bau,

so nützlich, stark — der Po der Frau.

Er zeigt, wie Kraft und Schönheit ruh’n

in jedem Teil, der Körper tun.



BEINE


Die Beine der Frau, zwei Säulen klar,

sie tragen Wege Jahr für Jahr.

Vom Hüftgelenk bis hin zum Fuß

vollbringen sie in Stille Gruß.


Sie halten Schritt, sie springen weit,

sie geben Kraft und Wendigkeit.

Mit Muskeln, Sehnen, fest und fein,

sind sie ein Werk der Formerein.


Sie lehren uns, wie Stärke geht,

wie Stand und Haltung sicher steht.

Drum würdige sie ohne Grau —

die treuen Beine der Frau.



FÜSSE


Die Füße der Frau, zwei leise Paar,

sie tragen Wege Jahr um Jahr.

Mit Knochen fein und Sehnen stark

vollbringen sie so manchen Mark.


Sie halten Stand auf jedem Grund,

sind fest und flink, sind weich und rund.

Sie dämpfen Schritte, führen weit,

und schenken Halt in jeder Zeit.


Drum ehre sie, die stillen Zwei,

denn ohne sie wär’ nichts dabei.

Sie tragen Leben — treu und schlau —

die wandernden Füße der Frau.



ZEHEN


Die Zehen der Frau, fünf kleine Reih’n,

sie geben Halt auf groß und klein.

Sie tasten Böden, fühlen Spur,

und halten Schritt in sanfter Tour.


Sie greifen leicht, wenn’s Gleichgewicht

im Stehen oder Gehen bricht.

So unscheinbar, doch klug gebaut,

ein Wunderwerk, das selten schaut.


Drum würdige die kleinen Zehn,

die oft verborgen ihren Dienst verseh’n.

Sie tragen Wege — still und schlau —

die zarten Zehen der Frau.



VULVA


Die Vulva, äuß’rer Körperteil,

zeigt Vielfalt – niemals nur ein Teil.


Die Schamlippen, außen, innen,

sind weich, in Form und Farb’ verschieden.


Die Klitoris, ein Sinnesort,

liegt gut geschützt an ihrem Ort.

Ihr sichtbarer Kitzler klein,

doch innen kann sie größer sein.


Der Harnröhren‑Eingang liegt

darunter, wo der Urin fliegt.


Die Vaginalöffnung sodann

führt in den Körper weiter ran.


Die Vorhaut überm Kitzler ruht,

schützt Nerven reich und tut ihr gut.


So zeigt die Vulva – wunderbar –

wie unterschiedlich Körper war’n 

und sind und immer bleiben dar.



VENUSHÜGEL


Der Venushügel, sanft und rund,

liegt oberhalb des Schamhaargrund.


Ein Polster aus Gewebe fein,

soll dämpfen, schützen, warm auch sein.


Er zeigt – wie jeder Körper tut –

in Form und Größe seine Glut.


Ob flacher Wölbung, weich und breit:

Die Vielfalt ist Normalität.


Ein Teil des Körpers, schlicht und klar,

so unterschiedlich, wie der Mensch nun war.



SCHAMLIPPEN


Die Schamlippen, paarig, weich und fein,

umrahmen, was im Innern sein.


Die äußeren Labien bilden Schutz,

aus Fettgewebe, warm und nutz’.


Die inneren Labien, dünn und zart,

sind farblich vielfältig – ganz apart.


Sie können länger sein, mal klein,

gefaltet, glatt – all das ist fein.


Sie schützen Eingang, Haut und Raum,

sind Teil des Körpers, nicht ein Traum.


So zeigt die Vielfalt dieser Form:

Normal ist jede Labien‑Norm.



KLITORIS


Die Klitoris, so klein sie scheint,

ist mehr, als man von außen meint.


Der Kitzler, sichtbar, winzig, rund,

ist nur die Spitze – kaum ein Pfund.


Denn innen liegt ein Astwerk fein,

aus Schenkeln, Wurzeln, Höhlenbein.


Voll Nerven, reich an Sensibilität,

ein Organ, das Vielfalt trägt.


Sie ruht geschützt im Hautrevier,

die Vorhaut legt sich sanft zu ihr.


So zeigt die Klitoris – klar und schlicht –

wie viel im Körper unsichtbar spricht.



VAGINA


Die Vagina, innen, warm und weich,

ein Muskelkanal, elastisch, reich.


Sie dehnt sich, wenn der Körper will,

und zieht sich wieder sanft zurück, ganz still.


Sie führt vom Eingang weiter rein,

zum Muttermund, dem Tor hinein.


Ihr Gewebe passt sich klug und fein,

kann wachsen, halten, tragen sein.


Sie reinigt sich durch eigenes Tun,

braucht selten Hilfe, darf in Ruhe ruh’n.


Ein Teil des Körpers – klar und schlicht –

der oft verborgen seine Arbeit spricht.



MUTTERMUND


Der Muttermund, ein Tor so klein,

führt in die Gebärmutter hinein.


Er öffnet sich nur Stück für Stück,

meist fest geschlossen – das ist sein Glück.


Sein Zervixschleim verändert sich,

mal dünn, mal zäh – ganz unterschiedlich.


Er schützt vor Keimen, Tag und Nacht,

und hält die inn’re Ordnung sacht.


Bei Schwangerschaft bleibt er stabil,

geschlossen, stark – das ist sein Ziel.


Erst unter Wehen öffnet er,

Zentimeterweit – und langsam mehr.


So zeigt der Muttermund im Licht:

Ein kleines Tor – doch voller Pflicht.



GEBÄRMUTTER


Die Gebärmutter, warm und rund,

ein Hohlorgan im Beckenbund.


Ihr Fundus wölbt sich oben sacht,

der Muttermund hält unten Wacht.


Die Wand aus Muskeln, kräftig, fein,

kann dehnen, tragen, schützend sein.


Die Schleimhaut wächst in jedem Monat neu,

wird abgestoßen – rhythmisch, treu.


Bei Schwangerschaft wird sie zum Raum,

in dem ein Leben wächst – kaum zu glauben kaum.


Und nach der Geburt zieht sie sich ein,

wird wieder kleiner, stark und rein.


So zeigt die Gebärmutter schlicht:

Ein stilles Kraftwerk – voller Pflicht.



ZYKLUS


Der Zyklus folgt in jedem Jahr

dem gleichen Muster – wunderbar.


Die Periode macht den Start,

die Schleimhaut löst sich, mild und zart.


Dann wächst erneut das Endometrium,

Schicht um Schicht – ein Aufbau drum.


Im Eierstock reift still ein Ei,

der Follikel wächst – geduldig, frei.


Der Eisprung kommt zur Mitte hin,

das Ei zieht weiter, hat ein Ziel im Sinn.


Die Gelbkörperphase folgt sodann,

Progesteron tritt seine Arbeit an.


Wird keine Schwangerschaft erreicht,

fällt alles ab – der Kreis ist leicht.


So dreht der Zyklus, Tag für Tag,

ein stiller Rhythmus, den der Körper mag.



EIERSTÖCKE


Die Eierstöcke, links und rechts,

zwei Organe, klein und echt.


In ihnen ruht von Anfang an

ein Vorrat, den kein Mensch ersann.


Follikel wachsen Monat für Monat,

ein stiller Rhythmus, niemals chaot.


Ein Eisprung löst sich, wenn es passt,

der Körper folgt dem Hormonast.


Östrogen steigt, baut Schleimhaut auf,

Progesteron folgt später drauf.


So steuern Ovarien fein

den Zyklus – klug und ganz allein.


Zwei kleine Drüsen, stark und klar,

die zeigen, wie komplex der Körper war.



WEIBLICHE HORMONE


Östrogen steigt im Zyklus an,

baut Schleimhaut auf – so fängt es an.


Es stärkt die Knochen, Haut und Geist,

zeigt, wie der Körper sich verleiht.


Dann folgt Progesteron im Spiel,

nach Eisprung hat es ein bestimmtes Ziel:


Es macht die Schleimhaut weich und dicht,

bereitet vor – doch still und schlicht.


FSH lässt Follikel reifen,

hilft, dass Hormone richtig greifen.


LH setzt den Eisprung frei,

ein kurzer Peak – und schon vorbei.


Auch Testosteron, wenn auch gering,

beeinflusst Lust und Antriebssinn.


So wirkt ein Netzwerk, fein und klar,

das zeigt, wie klug der Körper war.



HERZ


Im warmen Brustkorb, still und leis,

schlägt Herz der Frau im Lebenskreis.

Ein Muskel, stark und doch so fein,

pumpt Kraft in jedes Aderlein.


Es wiegt kaum mehr als eine Hand,

doch hält es Welten fest gebannt.

Mit Rhythmus, der nie Pause kennt,

wird Blut durch alle Wege send’t.


Die linke Kammer drückt mit Macht,

die rechte hält behutsam Wacht.

Vier Klappen öffnen, schließen sacht,

damit der Strom nie Unheil macht.


Und schneller schlägt es, wenn sie lacht,

und ruhiger, wenn Nacht erwacht.

Es passt sich an, ob Sturm, ob Ruh –

ein treuer Takt, der bleibt im Nu.


So lehrt das Herz, was Leben heißt:

dass Kraft und Sanftmut sich vereint.

Ein Wunderwerk, das stetig spricht:

„Bewahr die Mitte, brich sie nicht.“



BLUTGEFÄSSE


Im Körper ziehn in feinem Lauf

die Blutgefäße kunstvoll auf und auf.

Ein Netz, das still und doch so klar

den Weg des Lebens macht erfahr.


Arterien tragen, hell und rot,

den Sauerstoff, der Leben bot.

Sie pulsen kräftig, warm und frei,

und halten stets den Strom dabei.


Venen, dunkel, kühl und sacht,

bringen das Blut zurück bei Nacht.

Mit Klappen, die den Rückfluss hüten,

damit die Ströme sicher glühten.


Kapillarnetz, hauchzart, fein,

lässt Stoff und Atem wandern ein.

Hier tauscht der Körper, leis und klug,

was jede Zelle brauchen tut.


So lehrt das Netz aus Röhren zart,

dass Ordnung Leben offenbart.

Ein stilles Wunder, eng verwoben,

vom Fuß bis hin zum Herzen oben.



EINGEWEIDE


Tief innen, wo kein Blick mehr reicht,

wirkt Eingeweidewerk, verborgen, weich.

Ein Reich aus Organ, Gewebe, Kraft,

das still das tägliche Leben schafft.


Der Magen knetet, warm und rund,

zersetzt die Nahrung Stück für Stund.

Er lehrt Geduld, denn jedes Sein

beginnt oft klein und endet fein.


Der Darm, gewunden, lang und klug,

zieht Nährstoff aus dem Speisenflug.

Er arbeitet in stillem Lauf

und baut die Lebensbausteine auf.


Die Leber prüft mit strengem Blick,

was gut ist – und was muss zurück.

Sie reinigt Blut, bewahrt die Ruh,

und schafft dem Körper neue Zu.


Die Milz, so leise, kaum gesehn,

hilft Abwehrkräften beizustehn.

Sie filtert, schützt und hält bereit,

was stärkt in Krankheit und in Zeit.


So wirkt im Bauch ein stilles Heer,

koordiniert und doch nicht schwer.

Es zeigt, dass Stärke oft entsteht,

wo niemand sie im Außen seht.



LUNGE


In weiter Brust, doch federleicht,

ruht Lunge, die den Atem reicht.

Ein Doppelwerk aus zartem Bau,

versorgt mit Luft den Leib der Frau.


Sie füllt sich, wenn der Morgen naht,

mit Sauerstoff, der Kräfte hat.

Die Rippen heben, senken sacht—

ein Rhythmus, der das Leben macht.


Bronchien teilen, Ast für Ast,

bis jede Zelle atmen lasst.

In Alveolen, winzig klein,

strömt frischer Atem leise ein.


Und mit dem Ausatmen entweicht

das, was der Körper nicht mehr braucht.

So reinigt sie in stetem Gang

den Lebensstrom ein Leben lang.


Die Lunge lehrt in ihrem Tun,

dass Ruhe wirkt wie tiefes Ruhn.

Sie zeigt, wie wichtig Atem sei—

ein stilles Wunder, frei und treu.



NERVEN


Durch ihren Körper, fein verzweigt,

zieht Nervengewebe, das alles zeigt:

Ein Funkenflug, so schnell, so klar,

der macht, was Denken einstens war.


Vom Hirn hinab durchs Rückenmark

läuft jeder Reiz, ob hell, ob stark.

Ein Netz, das Botschaften versendet,

und jede Regung klug vollendet.


Die Sinnesnerven, hell und wach,

melden Berührung, warm und sacht.

Sie tragen Düfte, Klang und Licht

ins Innere—wo Erkenntnis spricht.


Motorisch wirkt ein zweites Heer,

es lenkt die Muskeln hin und her.

Ein Wille reicht, ein kleiner Hauch—

schon folgt der Körper seinem Brauch.


Autonom, im Hintergrund versteckt,

ein drittes Netz, das leis’ entdeckt,

was Herz und Organe brauchen nun—

es lässt sie still und stetig tun.


So lehren Nerven, fein und klug,

dass Leben ständ’ger Austausch trug.

Ein Funkenreich, das niemals ruht,

und jede Regung möglich tut.



SKELETT


Im Innern trägt, ganz still und fest,

das Skelett ihr ganzes Nest.

Ein Bau aus Knochen, stark und klar,

der Form und Halt seit jeher war.


Der Schädel schützt mit hartem Schild

das Denken, das die Welt erfüllt.

Die Wirbelsäule, biegsam, fein,

lässt Kraft und Haltung einsam sein.


Die Rippen wölben sich im Rund,

bewahren Herz und Lunge gesund.

Ein Korb aus Bögen, kunstvoll leicht,

der tief ins Innre Sicherheit reicht.


Die Arme, Schultern, filigran,

geben Beweglichkeit sodann.

Im Becken ruht, in sanfter Form,

der Schwerpunkt, sicher, weich und warm.


Die Beine tragen, Schritt für Schritt,

den Körper durch das Leben mit.

Vom Oberschenkel bis zum Zeh

wirkt jedes Glied im Gleichgewicht—oh weh.


So lehrt das Skelett, was Stärke meint:

dass Festigkeit sich mit Bewegung eint.

Ein Rahmen, der das Leben hält,

und doch im Tanz die Form erhellt.



MUSKELN


Im Körper, stark und doch so fein,

wirkt Muskelkraft in jedem Sein.

Ein Gewebe, das mit stiller Macht

Bewegung, Wärme, Haltung macht.


Die Skelettmuskeln, fest gespannt,

führen den Körper durch das Land.

Ein Wille reicht, ein kleiner Zug—

schon folgt der Arm dem Lebensflug.


Die glatten Muskeln, leis’ und still,

tun vieles ganz von selbst, aus Will’.

Sie lenken Atem, Darm und Blut,

und halten Rhythmus, der uns gut.


Der Herzmuskel, ein Sonderkind,

schlägt unermüdlich, treu und lind.

Er treibt das Leben, Schlag für Schlag,

und trägt uns durch den hellen Tag.


So lehren Muskeln, stark und klar,

dass Kraft nicht nur im Äußeren war.

Sie zeigen, wie im Gleichgewicht

Bewegung unser Leben schlicht.



HAUT


Auf ihrem Körper, zart und weit,

liegt Hautgewebe wie ein Kleid.

Ein Mantel, warm und doch so fein,

der schützt und lässt sie fühlend sein.


Die Oberhaut, so dünn und klar,

wehrt Wind und Sonne wunderbar.

Sie bildet Schilde Tag für Tag,

damit kein Fremdes eindringen mag.


Die Lederhaut, ein kräft’ger Grund,

macht Wärme fühlbar, Schmerz und Rund.

Hier liegen Nerven, dicht und klug,

die melden, was der Körper trug.


Die Unterhaut, weich, warm und mild,

speichert Energie als stilles Schild.

Sie polstert, schützt und hält bereit,

was Kraft verleiht in jeder Zeit.


So lehrt die Haut, was Nähe meint:

dass Schutz und Fühlen sich vereint.

Ein Wunderwerk, das täglich zeigt,

wie sehr uns äuß’re Welt erreicht.



GEHIRN


Im Schädel, still und wunderbar,

ruht Gehirngewölbe, klar und wahr.

Ein Organ, das mit Gedankenlicht

die Welt in ihr zum Leben bricht.


Der Cortex, Falten reich und fein,

lässt Sprache, Logik, Träume sein.

Hier wächst, was sie im Leben lernt,

und was sie liebt, was sie entfernt.


Das Limbensystem, warm und tief,

bewahrt, was sie im Innern rief:

Gefühl und Mut, Erinnerung—

ein leiser Strom in Schwingung.


Im Hirnstamm wacht ein altes Sein,

das atmen lässt und Rhythmus rein.

Es hält den Körper Tag und Nacht

in stiller, treuer Lebenswacht.


Das Kleinhirn, rund und kunstvoll dicht,

lenkt Haltung, Gleichgewicht und Pflicht.

Es führt den Körper, fein und klar,

damit ihr Tun vollendet war.


So lehrt das Gehirn, was Denken meint:

dass Geist und Körper sich vereint.

Ein Wunderwerk aus Strom und Zeit,

das sie durchs ganze Leben leitet.



SEELE


Kein Organ und doch so wahr,

leuchtet Seelenkraft in ihr ganz klar.

Ein Funken, der im Innern ruht,

und still das ganze Leben tut.


Sie ist der Ort, wo Denken schweigt,

wo leise sich das Fühlen zeigt.

Wo Freude wächst und Trauer zieht,

wo Mut entsteht und Angst verfliegt.


In ihr erklingt ein stiller Ton,

der trägt durch Zeit und Illusion.

Ein Kompass, der im Dunkeln bleibt

und dennoch sicher Wege schreibt.


Die Seele ist ein weites Meer,

mal ruhig, tief, mal stürmisch schwer.

Doch immer trägt sie, sanft und sacht,

den Menschen durch die Tag- und Nacht.


So lehrt die Seele, zart und rein,

dass wir mehr als nur Körper sein.

Ein Licht, das in der Tiefe wohnt

und uns im Innersten belohnt.