IN DEUTSCHEN VERSEN
Von Torsten Schwanke
CONFITEOR
Ich beuge mich vor Gottes Licht,
dem Herrn, der alle Schatten bricht.
Vor Maria, die in reinem Sein
uns Mutter ist im Gnadenschein;
vor Michael, dem starken Schild,
der uns in dunkler Stunde gilt;
vor Johannes, des Rufes Klang,
der wie ein Feuer Gottes rang;
vor Petrus, Fels in Meeresnot,
vor Paulus, Bote früh und tot;
vor allen Heil’gen nah und fern
und dir, o Vater, in dem Herrn,
und dir, o Vater, dienstbereit –
bekenn’ ich Schuld in dieser Zeit.
In Wort und Werk, in Herz und Sinn
glitt ich zu leicht dem Guten hin.
Durch meine Schuld, so schwer und groß,
durch meine Schuld, die endlos bloß,
durch meine Schuld, die mich beschwert,
sei mir ein neuer Weg gewährt.
Drum bitt’ ich: Mög Maria rein,
der Engel Michael mit ein’,
Johannes, der im Wasser stand,
die Apostel, Gottes starke Hand,
und alle Heil’gen nah und fern
und du, o Vater in dem Herrn,
und du, o Vater, treu und fromm,
für mich zu Gott, dem Herrn, euch wenden –
auf dass er Licht in Finsternis vollende.
KYRIE
Kyrie, eleison — o Herr, in Nacht und Licht,
erbarme dich der Seelen, die dein Verlangen bricht.
Wie Morgennebel sinkt die Schuld auf unser Herz,
doch deine Gnade atmet Trost in jeden Schmerz.
Christe, eleison — du Wort aus Ewigkeit,
erbarme dich der Welt in ihrer Dunkelheit.
Wo Menschen fallen, richte du sie still empor,
und öffne uns in Liebe deines Friedens Tor.
Kyrie, eleison — o Herr, du Atem meiner Zeit,
erbarme dich der Suche, die nach Vollendung schreit.
Du bist das Licht, das jede ferne Weite teilt,
der Ruf, der bleibt, der führt, der heilt.
GLORIA
Ehre sei Gott in Höhn' erkoren,
und Frieden sei den Menschenschar’n,
den guten Willens neu geboren,
die ihn im offnen Herz empfah‘n.
Wir loben dich in heil'gem Beben,
wir preisen dich in Dankbarkeit,
wir beten an aus ganzem Leben,
verherrlichen dich allezeit.
Wir sagen Dank für deine Gnade,
für deine Herrlichkeit so groß;
o Herr und Gott, du Himmelsjade,
allmächt’ger Vater, ew’ger Schoß.
Herr Jesus Christus, eingeboren,
des Vaters Sohn, o Gottes Lamm,
der du der Welt die Schuld verloren,
erbarme dich, o nimm uns an.
Der du die Sünden Welten trägst,
nimm gnädig an, was wir erflehn;
der du zur Rechten thronend pflegst,
erbarme dich und lass uns sehn.
Denn du allein bist Heil und Leben,
allein du Herr in Ewigkeit;
du Höchster, dem wir Ehre geben,
o Christus, Gott in Herrlichkeit.
Mit Heil’gem Geist in einem Bunde,
in Gottes Glanz, der nie verrinnt —
so stimmet ein mit Herz und Munde:
Amen, das ewig wahr beginnt.
CREDO
Ich glaub an Gott, den Einen, klar,
den Vater, der vor Zeiten war,
der Himmel, Erd’ und Weltenraum
erschuf aus Licht und ew‘gem Traum.
An alles Sichtbar glaub ich dann,
und was kein sterblich Aug’ erschaun kann.
An Jesus Christus glaub ich fest,
den Einen, der uns Herr genannt,
Gottes Sohn, den niemand misst,
vom Vater her vor aller Zeit,
aus seinem Herzen ewig geweiht.
Gott von Gott und Licht vom Licht,
wahrhaft Gott – nicht nur ein Gesicht;
gezeugt, nicht geschaffen, mit Gott vereint,
durch den der Welt Gebälk erscheint.
Für uns, die wir im Staube stehn,
aus Liebe ist er nah uns geschehn;
vom Himmel stieg er nieder sacht,
vom Geist erfüllt, von Macht bedacht,
und aus Maria, rein und klar,
ward Mensch er, wahrhaft offenbar.
Gekreuzigt hat man ihn für uns,
Pilatus sprach das harte Urteil aus;
er litt, er starb, sank still hinab,
und lag im schweigenden Grab.
Am dritten Tag jedoch erstand
er, wie die Schrift es längst benannt.
Zum Himmel steigt er, freut sich neu,
sitzt rechts des Vaters, hoch und treu.
Und wieder kommt er – Glanz in Blick –
zu richten Welt und Augenblick;
kein Ende je sein Reich mehr kennt,
das in die Ewigkeit sich brennt.
Ich glaub an Geist, den heil’gen Hauch,
der weht in Herz und Welt zugleich,
der mit dem Vater, Sohn zugleich,
in gleicher Ehr’ und Herrlichkeit,
von Ewigkeit zu Ewigkeit,
durch Propheten Mund beredt,
das Wort in unsre Seelen sät.
Ich glaub die eine Kirche, heilig, rein,
apostolisch, katholisch soll sie sein.
Ein einzig Bad der Gnade nenn ich mein,
das Schuld vergibt – erfüllt von Licht allein.
Die Toten einst erstehn – ich harre drauf,
wenn neues Leben blüht im Weltenlauf;
und was noch kommt in Gottes Zeit:
Ein Leben ohne Endlichkeit.
SANCTUS
Heilig! Heilig! Dreimal heilig,
Herr der Heere, ewig heilig!
Himmel wölbt sich licht und klar,
deiner Herrlichkeit gewahr.
Alles Erdreich, weit und breit,
kündet deine Herrlichkeit.
Hosianna, himmelweit,
klingt der Ruf in Ewigkeit.
BENEDICTUS
Benedictus, Heil gesendet,
der im Namen Gottes endet
unsre Sehnsucht, unsre Pein:
Hochgelobt sollst du nun sein.
Der da kommt in Gottes Namen,
segne Herz und Haus und Amen.
Führ uns heim, du stiller Stern,
im heiligen Licht des Herrn.
Hosanna – Klang der Himmelschöre,
steigt empor zur Höchsten Höhe.
Ewigkeit wird Lied und Preis:
Hosanna in excelsis.
AGNUS DEI
Du Gotteslamm, das still und mild
die Schuld der ganzen Welt erfüllt,
erbarme dich, o Herr, uns Dein,
lass uns in deiner Gnade sein.
Du Gotteslamm, das allzeit trägt,
was uns in Dunkelheit bewegt,
neig dich zu uns in Leid und Pein,
erbarme dich, o Herz ganz rein.
Du Gotteslamm, das Schuld versöhnt,
das Frieden in die Wunden tönt,
schenk uns den Frieden, stark und sacht—
den Frieden, der das Herz bewacht.
COMMUNIO
Dreimal erhebt mein Herz die bittend’ Klage:
O Herr, ich bin nicht würdig, klein und schwach.
Doch still wird’s in der Seele dieser Tage,
denn sprich nur ein Wort — und Licht erfüllt mein Dach.
Es schwindet jede Furcht und jedes Beben,
der Friede kehrt in meine Tiefen ein;
ein Hauch von Ewigkeit berührt mein Leben,
und deine Nähe macht die Wunde rein.
Selig, gerufen an des Lammes Tische,
wo Liebe wie ein Hochzeitsbanner weht;
dort wird das Dunkel hell in deinem Lichte,
wer dich empfängt, der wahrhaft lebend steht.
ITEM MISSA EST
Nun die Messe endet,
geht! Ihr seid gesendet!