VUN TORSTEN SCHWANKE
Den Dag, an den ik boren wurr, un de Nacht, in de vun en empfangenen Jungen de Rede weer, de lat undööchd blieven. Mööt disse Dag Finsternis sien, mööt Gott in de Höögd nich doröver nakamen, mööt keen Licht dorop skinen. Mööt Finsternis un Düüsternis, as de Dood dat för sik beanstrucht, Wulken hangen doröver, Finsternis störte dorop dal. Kiek! Lat de Düüsternis op em warken, ut de Dage van dat Johr lat em utsluten, bet de Afreken vun de Maanden ehr Weg finnt. Un mööt disse Nacht steriell sien, ahn irgendwelke Freudenschree! Lat em vun de verflucht sien, de bestimmte Dage verflucht un bereit sünd, Leviathan to wecken. Düüsternis sünd de Stiern vun sien Morgen, lat em vergeevs op Licht töven un nienich de opgahn Wimpern vun de Morgenrööd sehn. Da he nich de Döör vun den Mummel-Lief för mi sluten wull, üm Kummer för mine Ogen to verbergen.
Worum bin ik nich dod boren oder worum bin ik nich storven, as ik den Mummel-Lief verlaten hebbt? Worum geev dat Knie, üm mi to empfangen, Brüöst, damit ik doran sög? Nu schull ik liggen in Freden, in en erholsamen Sleep hüllt, mit de Königen un Hochwesiren vun de Eerd, de ehr Hüüs an verlatene Öörd boot hebbt, oder mit Fürsten, de en Mengde Gold un Sülver in ehr Graver hebbt; oder ik harr nich existeren schullen, as ik as en Kind wegsteckt worrn warr, dat nich dat Licht erblick. Da unnen is keen böös Treiben mehr, da is för de Möden Ruh. Fangene, alle in Freden laten, höört dor de Schree vun den Ünnerdrücker nich mehr. Hoch un Deep sünd dor tosamen, un de Sklav is freet vun sien Herr.
Worum en Mann vun de Trauer Licht schenken? Worum den Bitteren dat Leven gäben, de sehnt sik na en Dood, de nienich kummt, un jagd mehr dorna as na en vergraven Schatz? He schull sik freun, den Gravehügel to sehn, un för Freud schreen, wenn he dat Grav recken schull. Worum jemals Licht gäben, de sien Weg nich siet, den Gott ganz alleen inslucht?
Min eenzig Essen is Seufzen, un min Stönen ergeet sik as Water. Wat immer ik forcht, warrt wohr, wat immer ik forcht, dröpt mi. För mi gäw dat keen Ruhe, keen Freden; mine Qualen verbann de Ruhe. Wenn blot min Elend wogen un alle mine Leiden op de Waag leggt warrn kunn! Aber se öberwiegt den Sand vun de Meern: Wat wunnert mi dan, wenn mine Wöör wild sünd?
De Piel vun Shaddai steken düüb in mi, min Geist absorbiert ehr Gift, Gottes Schrecken stahn gegen mi Parade. Schreit en wild Esel, wenn he Gras hett, of en Ochse, wenn sien Föder in Riekwied is? Is Essen nich fett, ahn Salt gäten, smückt dat na Eiweet? Aber genau dat, woröver sik min Appetit opregt, is nu min Ernährung in de Krankheet.
Warrt niemand min Gebet höörn, warrt nich Gott sülvst mine Hoffen gäben? Mööt dat Gott gefallen, mi to zermalmen, sien Hand freespielen to laten un mi to beseitigen! Zumindest de Gedanken schull mi Trost spenden, en Jubel öber unerbittlichen Schmerz, dat ik nienich gegen de Dekrete vun den Hilligen rebelliert hebbt. Aber heff ik de Kraft, wieder to töven? Un worum schull man geduldig sien, wenn dit to Scheitern verurdeelt is? Is min de Kraft vun den Steen, is min Fleesch ut Bronze? Kann ik mi op nichts stützen? Hett nich alle Hülp mi verlaten?
Verweigert dien Nächsten de treue Leev, un du verlåsst de Furcht vun Shaddai. As de Stroom hebbt sik mine Brüder as täuschend erwiesen, as flüchtig Strööm, de flööt: dat Eis maakt heur Water sprudelnd, wenn de Snee öber heur smölt, aber in den brennenden Summer versiegen se un verschwinn in de Hitt vun de Sünn. Karawanen verlaat den Pad, üm se to finnen, gahn düüb in Ödland un sünd verloren. De Karawanen vun Teman schuun op se un op se boot Sabas Konvois ehr Hoffen. Ehr Vertruun bringt blot Verlegenheet, se recken se blot, üm vereitelt to warrn.
Un so hannerlt ji mi nu, erschrocken bi min Anblick, erschreckt ji. Heff ik juuch secht: Gäv mi wat, maakt mi op egene Kosten en Geschenk, schnappt mi ut den Griff vun en Ünnerdrücker, mit Lösegeld ut den Griff vun en gewalttätigen Mann? Bringt mi in Ordnung, un ik warr nichts mehr seggen; wies mi, wo ik schüldig weer. En fairer Kommentar kann ahn Ressentiments dragen warrn, aber worop richt ji juuch? Gäv ji, bloot Wöör verdänt Tadel, verzweifelte Rede, de de Wind verweht? Bald warrt ji den Pries för seltne Leiden gäben un feilschen dorüm, un ehr Fründ to sehr günstigen Pries to verköffen!
Kumm, ik bitte juuch, seet mi an: Mann to Mann, ik warr nich lügen. Dan warrt keen Schaden anricht. Gäv dan na, da ik gerecht is. Is dat Böös op mine Lippen to finnen? Kann ik dat Unglück nich erkennen, wenn ik dat schmeckt? Is dat minscheliche Leven op de Eerd nich blot Wehrplicht? Leew wi nich dat Leven vun en Mieter? As en Sklav, de na den Schatten seufzt oder sik blot um sien Lohn kümmert, hebbt ik Maanden vun Vergeblichheet tostüürd kregen, Nächte vun Leiden sünd min Los. Im Bedd liggen, fraag ik mi: Wann kummt den Dag? Kaam opstahn: Wann kummt den Abend? Un vun verrüchte Gedanken bin ik besett, bet de Dämmerung herinkummt.
Ungeziefer un widerliche Krusten deckt min Körper; mine Haut is rissig, un Eiter sickert. Snellet as en Weber-Schiffchen sünd mine Dage verleden un verschwunnen, ahn ene Hoffen to hinterlaten. Denk daran, dat min Leven is blot en Hauch, un dat mine Ogen warrt nienich wieder sehn de Wonn. Dat Oog, dat mi einmal sehn hett, warrt mi nich mehr ankieken, dine Ogen warrt sik op min Weg wenden, aber ik warr nich mehr da sien. En Wulk lööst sik op un is verschwunnen, so dat niemand, de to den Sheol dalstigt, jemals wieder herupstigt. Kummt immer wieder na Huus, sien Huus kennt disse Person nich mehr.
Deshalb kann ik nich ruhig blieven: In minen Qualen Geist warr ik in miner Bitterkeit seggen, mine Seele warr klagen. Bin ik dat Meer oder en Seeungeheuer, dat du mi bewachen schullt? Wenn ik seeg: Min Bedd warrt mi trösten, min Sofa warrt mine Beschwerden lindern, dan erschreckst du mi mit Trööm un erschreckst du mi mit Visionen, so dat Erdrosselung warrt willkommen im Vergleich schinen, ja, de Dood vorzieht dem, wat ik leide. Ik verliere, min Leven is nich endlos; so lat mi, denn mine Dage sünd blot en Hauch.
Wat sünd Minsche, dat du se so ernst nehmen schullt, se unterteihn diner Prüfen, an dissen Morgen na de Nacht schullt du se überprüfen un in elkeen Augenblick se erforschen? Wörst du mi nienich lang nug ut de Ogen laten, üm min Spuck to slucken? Angenommen, ik hebbt süntigt, wat hebbt ik di andan, du unermüdlicher Beobachter vun de Menschheet? Worum wählst du mi as Ziel? Worum schull ik di zur Last fallen? Kann du mine Sünd nich dulden, mine Schuld nich översehn? Denn bald schull ik liggen in den Staub, du wörst mi söken, un ik warr nich mehr da sien.
Ik weet, wo ji segt: Wo kan iemand behaupten, vör Gott gerecht to sien? Wör mit em streiten wull, kunn em nich ene vun dusend Antworten gäben. Wör kan sik dan unner de Weisesten un Hartnäckigsten erfolgreich gegen em behaupten? He versett de Bargen, obschons se dat nich weet; he wirpt se dal, wenn he wüütig is. He erschütttert de Eerd un bewegt se vun sin Platz, so dat alle heur Säulen zittern. De Sünn lät he op sin Befehl nich opgahn, un op de Stiern sett he en Siegel. He un keen anner hett den Himmel utstreckt un is op den Rücken vun den Meer treden. He hett den Groten Bär un den Orion, de Plejaden un de Stiern vun den Süden maakt. Sîne Warken sünd groot un unergründlich, un sine Wunner kunnen nich zellt warrn.
Wenn he an mi vorbeigeih, seeg ik em nich; he schlüpft unmerklich an mi vorbei. Wenn he sin Beut schnappt, wör warrt em uphollen of dat wagen to fraagen: Wat maak du? Gott verzicht nich op sin Zorn. Unner em lääg Rahabs Diener immer noch am Boden. Un hier bin ik, üm mi to verteidigen un mine Argumente gegen em to wählen! Selbst wenn ik gerecht bin, welk Sinn hett dat, em to antworten? Ik kann blot min Richter um Gnade bitten! Un wenn he min Zitåt nich antworten kunn, kunn ik nich glöven, dat he op dat höörn wull, wat ik seggt, de mi zerquellt för en Haar, de ahn Grund wieder Wunden slaagt, nich eens lät he mi min Atem wieder, mit so völ Bitterkeit füll he mi!
Schull ik Gewalt versuchen? Schaut, wo stark he is! Of vör Gericht gahn? Aber wör warrt em herrupen? Wenn ik mi as gerecht erwiese, kan sin Mund mi verordelen, selbst wenn ik unschüldig bin, kan he mi pervers nöömen. Aber bin ik unschüldig? Ik bin mi nich mehr sicher. Un dat Leven sülvst veracht ik! Dat is alles eens, un deshalb segg ik künn: He zerstört Unschüldige un Schüldige gleichermaßen. Wenn en plötzliche tödliche Geißel herabkummt, lacht he öber de Notlage vun de Unschüldigen. Wenn en Land in de Gewalt vun de Gottlosen fallt, verhüll he de Gesichter siner Richter. Of wenn nich he, wör sonst?
Mine Dage vergeiht: Snellet as en Lööper fleiht se, ahn en Anflug vun Glück, se gleit vorbei as en Schilfkanu, as en Adler, de op sin Beut stört. Wenn ik beschluut, min Klagen to ünnerdrücken, dat Gesicht to wennen un en lächeln Gesicht to dragen, Angst packt mi dan bi den Gedanken an alle mine Leiden, denn ik weet, dat du mi nich as unschüldig betrachtest. Un wenn ik mi geirrt hebbt, worum schull ik unbruukbar sien? Wenn ik mi in smulten Snee wash, reinige mine Hände mit Soda, du wörst mi in den Mist stürzen, bet mine Kleider sik vun mi zurücktreckt!
Denn he is nich minschelich as ik. Dat is mi onmööglicher, em to antworten of neben em vör Gericht to erscheinen. Dat is keen Schiedsrichter unner uns, de sin Hand op beide leggt, üm sin Rute of sin entmutigenden Schrecken vun mi fernzuhollen. Trotzdem, ahn Angst vör em, warr ik seggen: Da ik mi gar nich so seeg! Da ik jeglichen Geschmack am Leven verloren hebbt, warr ik miner Klage freien Loop laten; warr mine verbitterte Seele seggen laten. Ik warr to Gott seggen: Verdammt mi nich, seg mi, wat din Vorworf gegen mi is. Is dat richtig, dat du mi angreifst, in Veracht vun dat, wat du sülvst daan hett, un so de Pläne vun de Gottlosen befolgst? Sünd dine Ogen bloot minscheliche Ogen, sieht du, wo Minsche sieht? Bist du sterblich as Minsche? Vergeiht dine Johre as minscheliche Dage? Du, de du mine Fehler un mine Sünden unnerstuuchst, du weet sehr good, dat ik unschüldig bin un dat niemand mi ut din Griff retten kan. Dine Hände hebbt mi formt un erschaffen, nu änderst du dine Meinung un meinst, mi to zerstören!
Naafrool du mi moakt hest, denk daran, wo du mi ut Lehm knet hest, nu wullt du mi weer in Staub verwanneln! Heff du mi nich utsloot as Melk un mi verdickt as Quark? Bekleedt mi mit Haut un Fleesch un wov mi ut Knaken un Sehnen? In din Leev hest du mi Leven gäben, un in din Fürsorg hest du över min Atem wacht. Un doch harrst du de hele Tied en geheimen Plan: Ik weet, dat du di Tied nummen hest, üm to sehn, ob ik süntig, un mi dan mine Fehler nich freetospreken. Weh mi, wenn ik schüldig bin; selv wenn ik gerecht bin, waag ik dat nich, min Kopp to heven, so beschämt un vör Schmerz drunken bin ik!
Stolz as en Lööw jagst du mi un vermehrst din Heldentaten op mine Kosten, greipst mi immer weer an, din Wut gegen mi warrt immer grötter, dine Truppen greipst mi Welle för Welle an. Worum hest du mi ut den Mummel-Lief hervörbrocht? Ik harr da umkummen schullen, vör keen Oog sehn, en Wesen, dat nienich wesen harr, üm vun Mummel-Lief to Grav dragen to warrn.
De Dage vun min Leven sünd wenig nug: Wende dine Ogen af, lat mi en beten Freud, ehr ik to den Ort ahn Wiederkehr gah, in dat Land vun de Finsternis un des Schattens, dunkel as de Dood, wo Dunkelheit un Unordnung herrscht un dat Licht sülvst as in de Nacht is.
Ohne Zweifel, ji sünd de Stimmen vun dat Volk, un wenn ji stervt, de Weisheit warrt mit juuch sterven! Aber ik hebbt en Gehirn as ji, ik bin juuch in kheen Wies unnerlegen, un wör weet dat alle överhaupt nich? Elkeen warrt sin Frünn to Gespött, wenn he to Gott schriet un en Antwort verwacht. De Lüüd lakt över elkeen, de Integrität hett un gerecht is. Beleidigt den Verletzt, denkt de Wohlhabenden, slaagt den Kerl nu, da he taumelt! Un doch blievt de Zelte vun de Rövers in Freden: Wör Gott provoziert, wohnt seker, un wör ut sin Fist en Gott maakt!
Ji mööt blot dat Vieh bitten, damit dat juuch unnerricht, un de Vögels vun den Himmel, damit se juuch informeiert. De kriechenden Dinge vun de Eerd warrt juuch Lektionen ertheelen, un de Fischen vun den Meern warrt juuch en Erklärung gäben: Dat gäv kheen solche Kreatur, aber se warrt wetaen, dat de Hand Gottes solche Dinge arrangiert hett! In sin Hand is de Seele aller Lebewesen un de Atem aller Minsche!
Kann dat Oog den Wert vun dat Gesegget nich unnerscheiden, so as dat Gaum en Essen vör den annern unnerscheiden kann? Weisheit is bi de Olen to finnen, un Diskretion is mit hohen Oold verbunnen. Aber in em is Weisheit un Macht un guden Raat nich weniger as Diskretion. Wat he zerstört, kan niemand weer upbauen; wen he inslucht, den kan niemand freelatem. Gibt dat en Dörr? He hett dat Water trüchholt. Speelt se Chaos op Eerd? He hett se loslaten.
In em is Kraft, in em Einfallsreichtum, Verführer un Verführte sünd sin. He beraubt de Ratgeber vun en Land heur Verstand, maakt Richter to Narren. He löst de Gürtel vun de Königen un knotet en Seil um heur Taille. He lät de Priester barfuß gahn un stört de festgestellten Kräfte. He maakt de sicheren Redner stummen un beraubt ole Minsche heur Diskretion. He veracht de Edlen un öffnet den Gürtel vun de Starken. He enthüll de Tiefen vun de Dunkelheit un bringt den Licht en dunken Schatten as Dood. He baut Nationen up, ruiniert se, lät Völker wachsen un unnerdrückt se. He entzölt de Föhrer vun en Land heur Urteil un lät se in en spurlose Wüste umherwandern, in unbeleuchteter Dunkelheit tappen, as drunken hin un her torkeln.
Ik hett dat alle mit egene Ogen sehn, mit egene Ohren höört un verstan. Wat ok immer ji weet, ik weet dat ok; ik bin juuch in kheen Wies unnerlegen. Aber mine Wöör sünd för Shaddai bestimmt; ik meen, Gott gegenüber to protestieren. Ji sünd blot Scharlatane, alle as Ärzte wertlos! Niemand warrt juuch lehren, leise to sien, de einzige Weisheit, de juuch gäben warrt!
Höört fründlich op mine Anschuldigungen un wend juuch Aufmerksamkeit op de Art un Wies, wo ik fleen warr. Wölt ji Gott verteidigen, indem ji em verharmlost un unehrlich argumentiert, un nehmt ji sin Partei in un ernennt juuch to sin Anwälten? Wies warrt dat juuch ergehen, wenn he juuch hinterfragen wull? Kan he getüüscht warrn, as Sterbliche getüüscht warrn? He wör juuch en harde Zurechtweisung för heur verborgene Befangenheit tofügen. Bekümmert ji sin Majestät nich? Overwinnt juuch nich sin Schrecken? Eure empfangenen Ideen sünd Maximen vun de Asch, eure Gedanken Retorten ut Lehm.
Seid ruhig! Bitte lat mi redder, mi passiere, wat mag. Ik legg min Fleesch bi mine Teeth, ik nehmt min Leven in de Hänn; lat em mi töden, wenn he wille; ik hebbt kheen anner Hoffen, as min Verhalt in sin Ogen to rechtfertigen. Un dat warr mi retten, denn de Gottlose wör dat nich wagen, vör em auftauchen.
Höört geend op mine Wöör un achtet dorop, wat ik seggen warr. Ji seet, ik warr durchgahn de Form vun den Gesett, woll wissend, dat ik gerecht bin. Wör wille min Fall anfechten? Vörus bin ik damit einverstanden, to schweig beraubt un sterven! Gäv mi blot twee Zugeständnisse, dan warr ik mi nich vör din Angesicht verstecken. Entfernt dine Hand, de so swaar op mi liggt, un lat mi nich länger vör din Entsetzen trüchschrecken. Dan roop mi an, un ik warr antworten, oder beter seggt, ik warr seggen, un du wörst antworten.
Wand völ Fehler un Verbrechen hebbt ik begahn? Segg mi, wat min Missetat weer, wat min Sünd? Worum versteckst du din Gesicht un siehst mi as din Feind an? Möchtest du en vör den Wind verweht Bladt einschüchtern, möchtest du en trockenen Strohhalm nachjagen? Du, de bittere Anschuldigungen gegen mi erhoben un mi mit de Fehler miner Jugend bestraft hest, un leggst mine Füöt in den Block; du unnersuchst mine Schritte un misst mine Fußabdrücke nacheinander!
He sinerseits zerfallt as morsches Holt oder as en mottenfresen Kleidungsstück, en minschelich Wesen, boren vun en Fro, heur Leven kort, maar voller Schwierigkeiten. As en Blad blüht un verdorrt solches, flüchtig as en Schatten, vergänglich. Un dit is de Kreatur, op de du din Blick richtest un de du vör di verurteilst!
Maar warrt iemand den Reinen ut den Unreinen hervorbringen? Niemand kan dat! Da sin Dage abgemessen sünd, da sin Monatsgeschichte vun di afhangt, da du em Grenzen zuweist, de kan he nich überschreiten. Wende dine Ogen vun em af, lat em in Ruhe as en Lohnarbeiter, üm sin Dag in Freden to beenden.
Dat gäv immer Hoffen för en Boom: Wenn he gefällt warrt, kan he sin Leven weer annehmen. De Triebe keimt wieder. Vielleicht sünd sin Wurzeln in de Eerd oold geworden, sin Boomstumpf verfault in de Eerd. Aber dat riekt na Water, un Knospen kummt, un he streckt Zweige ut as en neu entdeckte Plant. Maar en minschelich Wesen? He stervt, un dod blievt he, atmet sin lesten Atemzug, un woor is he dan?
Dat Water vun den Meern warrt verschwinnen, de Flüsse höört op to flöten un versiegen: En Minscht, de einmal zur Ruhe legt worrn is, warrt nienich weer auferstehen, der Himmel warrt sik abnutzen, ehr he upsteet oder ut den Sleep erwacht. Versteckt mi niemand in den Sheol un schützt mi dor, bet din Zorn vörüber is, un setzt en bestimmten Dag fest, op den he mi to den Nachroop ropt? Kunnt de Toten weer to den Leven erweckt warrn? Dag för Dag will ik op mine Erleichterung töven. Dan wörst du ropen, un ik warr antworten, du wörst noch einmal sehn wolen, wat du moakt hest.
Nu zählst du elkeen Schritt, den ik makt, un höörst nich op, mine Sünd auszuspuonen. Du mögest min Verbrechen in en Tasch verschluten un mine Schuld bedecken. Ach! So as de Barg irgendwann fallt, bewegt sik den Steen vun sin Platz, Water zermürbt de Steine, der Wolkenbruch erodiert den Boden; so zerstörst du elke Hoffen, de en Minscht hett. Du zermalmst em een för allemal, un he is weg; eerst entstellst du em, dan entlässt du em. Sin Kinner mööt sik to Ehr erheben, he weet dat nich; se kunnten in de Welt umkummen, dat is em egal. He verspürt kheen Schmerzen außer sin eegen Körper, beklag sik nich außer över sin eegen Ich.
Wie oft hebbt ik dat alle schun höört! Wat för traurige Tröster ji sünd! Wann warrt disse windigen Auseinandersetzungen vörüber sien? Of nochmal: Welk Krankheit dreift di an, di to verteidigen? Oh ja! Ik kunn ok so reden as ji, wenn ji an miner Stäw wärt; ik kunn juuch mit Reden overweldigen, min Kopp över juuch schütten un sprechen Wöör der Ermutigung un hebbt dan nichts mehr to seggen. Wenn ik sprech, höört min Leiden nich op; wenn ik nichts segg, is dat dan in irgendeiner Wies reduziert?
Un nu dreift dat mi to de Ablenkung; du hest mine hele Bekanntschap mit Entsetzen slahn, nu is dat an mi, min Verleumder is Zeuge geworden, he tritt gegen mi up un beschüldigt mi von Angesicht to Angesicht; sin Zorn zerritt mi un jagd mi mit knirschende Teeth. Mine Feinde seht mi mit Dolchen an un offene klaffende Backen. Ir Grinsen slaht mi as Ohrfeigen; un se setten sik alle op eenmal op mi.
Ja, Gott hett mi den Gottlosen übergeban un mi in de Hände der Gottlosen worpen. Ik leev in Freden, bet he mi zum Wanken bröcht un mi am Hals packt, üm mi to zertrümmern. He hett mi as sin Ziel sett: He schüt mit sin Pfeile von alle Sieden op mi, durchbohrt unbarmherzig mine Lenden un schütt sin Galle op den Boden. Bruch um Bruch durchfährt he mi un greift mi an as en Krieger.
Ik hett en Sack över mine Haut neht un mine Stirn in den Staub worpen. Min Gesicht is rot vör Tränen un de Schatten dunkel as de Dood mine Augenlider deckt. Trotzdem sünd mine Hände frei vun Gewalt un min Gebet is rein. Bedeckt nich min Bloot, o Eerd, un lat min Schrei ahn Unterlass upsteigen!
Vördan heff ik en Tüügnes in den Himmel, min Verteidigerr is dor in de Höögd. Interpretiert mine Gedanken dor vör Gott, vör den mine Tränen flött, lat mine Angst die Saak vun en Mann vertrreden, de sik mit Gott auseinandersetzt, so as en Mann sin Gefährt verteidigen kunn. Denn de Johre vun min Leven sünd zellt, un ik gah op den Pad ahn Wiederkehr. Mine Atem warrt swäker un de Totengräber sammelt sik för mi.
Spötter sünd mine einzigen Begleiter, heur Hart verfolgt mine Nächte. Also mutt du för mi sülvst Kaution zahlen, för wem vun jem is dat wichtig, sin Hand op mine to klatschen? Denn du hest heur Härten den Verstand verschlussen, darum warrt kheen Hand erhoben. Genauso is dat mit en Mann, de sin Frünn inlandt, sin Eigentum to delen, während de Ogen siner eigenen Kinner schmachtet.
Ik bin en Inbegriff unner de Utlänner un en Kreatur, op deren Gesicht man spucken darf, da ik vör Trauer fast blind bin un mine Gliedmaßen in en Schatten verwanneln sünd. Elkeen ehrlicher Minsch is entsett över den Anblick, de Unschüldige empört sik över den Sünder. Elkeen, de uprecht steit, warrt Schritt för Schritt starker, un elkeen, dessen Hände sauber sünd, warrt immer kräftiger! Kommt schon, ji alle, to den Angriff! Ik warr kheen weisen Minsch unner juuch finnen!
Mine Dage sünd vörbei, mine Pläne ok, min Hart is broken; un doch möcht man mi glöven laten, dat de Nacht de Dag is, dat dat Licht, üm de Dunkelheit to zerstreuen, na is, wenn ik eigentlich blot in den Sheol un in disse Dunkelheit wohnen möcht, üm min Bedd dor to maken! To den Grav roop ik: Du büst mine Modder! – to den Wurm: Du büst min Vader, du min Bröör!
Woor is denn mine Hoffen? Wör kan Glück för mi sehn, wenn se nich mit mi in den Sheol kommt un wi alle tosamen in den Staub sinkt? Wie lang warrt ji mi noch quälen un mi dörch eure Reden zermalmen? Ji hett mi schun teinmal beleidigt: Schamt ji juuch nich, mi to misshanneln? Selbst wenn ik in de Irr gahn weer, weer min Fehler immer noch mine eigene Angelegenheit. Aber während ji disse överlegen Haltung einnehmt un behauptet, dat mine Schand mine eigene Schuld is, ik seg juuch, dat Gott mi Unrecht daan un mi in sin Nett gehüllt hett.
Wenn ik gegen solche Gewalt protestiert, warr ik nich anhört, wenn ik dagegen Berufung einleeg, warr kheen Urteil gefällt. He hett en unüberwindliche Mauern över min Pad boot un min Pad mit Dunkelheit bedeckt. He hett mi sin Herrlichkeit beraubt un de Kron vun min Haupt nahm. He greipt mi ut alle Richtungen an, üm mi verschwinnen to laten; he entwurzelt mine Hoffen as en Boom. He entzünd Zorn gegen mi, he hät mi för sin Feind. Sin Truppen sünd in Kraft treden un richt heur Vormarsch op mi. Se lagert nu om min Zelt.
He hett mine Brüder vun mi entfremdet, mine Verwandten achtet dorop, mi to meiden, mine intimen Frünn sünd fortgahn un de Gaste in min Huus hett mi vergätten. Mine Sklavinnen holt mi för en Eindringling, för en Fremden. Min Knecht antwortet nich, wenn ik em rop, ik bin verpflichtet, em um en Gefallen to bitten! Min Atem is unerträglich för mine Fro, min Gestank för mine eigenen Brüder. Ok de Kinner schuun op mi, wenn ik upstaahn, se beginn, mit mi höhnisch to reden. Alle mine lieben Frünn wiekt vör Schrecken vör mi trüch: De, de ik am leefsten harr, hett sik gegen mi gewandt. Min Fleisch verfault unner mine Haut, mine Knaken ragt hervör as Teeth. Tut mi leev, tut mi leev, mine Frünn, denn ik bin vun Gottes Hand trefft worn. Müsst ji mi as Gott verfolgen un min Körper keen Freden gäben?
Wördt niemand mine Wöör aufzeichnen laten, dat se op en Denkmal stah, mit Eisenmeißel un Gravierwarktüüg, för immer in den Felschnitten? Ik weet, dat ik en lebendigen Verteidigerr hett un dat he sik zuletzt över den Staub der Erde erheben warr. Na min Erwachen warr he mi stellen in sin Naatschap, un in min Fleisch warr ik Gott schuun. De, den ik sehn warr, warr min Deil übernehmen; mine Ogen warrt op keen Fremden richtet sien. Min Hart sinkt in mi.
Wenn ji seet: Wo kunnen wi em verwirrte? Welk Vörwand kunnen wi gegen em entdecken? Ji sünd sülvst am besten dat Schwert nahm, da de Zorn bricht in Flammen över böse Taten herein, un dan warrt ji erfahren, dat dat in der Tat en Urteil gäbt! Höört good op mine Wöör; lat dit den Trost sien, den ji mi erlaabt. Erlaabt mi, abwechselnd to sprechen; ji dürft höhnen, wenn ik sprochen hett.
Geiht dat in mine Klage blot om en Sterblichen? Ik hett gude Gründe, anhört to warrn! Schenkt mi eure Aufmerksamkeit; ji warrt verblüfft sien un de Hand op den Mund leggen. Ik sülvst bin entsett över dissen Gedanken, un min Fleisch schlich sik hinweg.
Wörum leevt de Gottlosen immer noch, un heur Macht nimmt mit zunehmen Oold to? Se seht heur Nachkommenschaft gesichert un heur Nachkommen vör heur Ogen geborgen. De Freden heur Hüüs hett nichts to befürchten, de Rute, de Gott föhrt, is nich för jem. Kein Missgeschick mit heur Bullen zur Brutzeit un keine Fehlgeburt mit heur Kuh beim Kalben. Se liet heur Kinner as Lämmer herumtollen, heur Kinner as Hirsche tanzen. Se singt to Tamburin un Harf un freut sik över den Klang der Flöt. Se beendt heur Leven in Glück un gaht in Freden to den Sheol hinab.
Dit sünd aber dejenigen, de to Gott seet: Geh weg! Wi wolt dine Wege nich lernen. Wat bringt dat uns, Shaddai to dienen? Wat kunnen wi dörch dat profitieren, wenn wi to em bet? Sicher hett se heur eigenen Wohlstand erlangt, da Gott so wiet vun heur Pläne entfernt is? Seht wi doch oft dat Licht der Gottlosen, oder seht wi etwa die Katastrophe, die him überkommt, oder die Vergeltung Gottes, ihre Besitztümer zu zerstören? Oder de Wind blöst se weg as en Strohhalm, oder en Wirbelwind trägt se weg as Spreu?
Also sammelt Gott Straf för des Gottlosen Kinner? Aber de Böse sülvst sollt bestraft warrn un dat weten! He sülvst sollt Zeuge siner eigenen Verderbnis sien un sülvst den Zorn Shaddais drinken. Welk Freud kan he vun sin Familie hebben, wenn he fort is, wenn de Anzall siner Maande abgelaufen is? Wör aber kan Gott Weisheit lehren? Wör is de Richter över den Hohen?
Un wieder: En Person stervt in de Fülle der Kraft, in allem möglichen Glück un Leichtigkeit. Sine Oberschenkel sünd mit Fett gepolstert un dat Knochenmark good un feucht. En anner stervt mit bitteren Hart, ahn dat Glück je gekostet to hebben. Se liegt tosamen in den Staub un de Würmer deckt se beide.
Oh, ik weet, wat in eure Gedanken is, wat ji so boshaft över mi denkt! Wat is ut dat Huus des großen Herrn worrn, seet ji, woor is dat Zelt, in dem de Gottlosen leevt hebben? Hebbt ji noch nie Lüüd befragt, die reisen? Versteht ji nich dat Tüügnes, dat se gäbt? Am Dag der Katastrophe warrt de Gottlose verschont, am Dag der Vergeltung warrt he in Sicherheit bracht? Un wör is dan da, üm em sine Taten vörtworfen un em dat trüchtozahlen, wat he daan hett? He warrt to den Friedhof tragen, un en Wach warrt an sin Grav bewahrt. De Klumpen der Schlucht liegt op em licht, un de hele Bevölkerung geiht hinderher. Welchen Sinn hät eure leere Trost? Eure Antworten sünd Überbleibsel der Untreue!
Mine Klage is immer noch rebellisch; trotz min Stönen is sin Hand noch genau so swaar. Kan mi niemand helpen, wo ik to sin Wohnung komm? Ik sollt em min Fall darlegn un en beliebige Anzahl vun Beschwerden vortragen. Dan kunn ik sin Verteidigend lernen, elk Woort dorvun, alles notierend, wat he to mi sagg. Würde he all sin Kraft in disse Debatte mit mi stecken? Ne, he würde sin Aufmerksamkeit op mi richten, üm sin Gegner as gerecht to erkennen, un so sollt ik min Fall för immer winnen.
Wenn ik na Oosten gah, is he nich da; oder im Westen kan ik em immer noch nich sehn. Wenn ik em in den Noorden söök, is he nich to finnen, wie immer is he unsichtbar, wenn ik mich na Süden wend. Un doch kennt he elkeen Schritt, den ik mak! Lat em mich in den Tiegel prüfen: Ik warr reines Gold hervorbringen. Mine Schritte sünd in sin Fußstapfen getreten, ik bin in sin Fußstapfen getreten, ahn auszuweichen; ik hett dat Gebot siner Lippen nich vernachlässigt, un in min Hart hett ik de Wöör siner Mund geschätzt.
Aber wör kan dat ändern, wenn he sik einmal entscheidsen hett? Wat immer he vörhät, dat föhrt he uut. Zweifellos, he warrt min Urteil vollstrecken, wie so viele andere Dekrete, die er erlassen hat. Darum förcht ik mich vör em, un je mehr ik denk, desto größer warrt mine Furcht vör em. Gott hett min Mut untergraben, Shaddai hett mi mit Furchtüllt. De Dunkelheit hett dat nich schuunt, mi to zerstören, un ik bin vun em trüch in de Dunkelheit stürzt!
Wörum gäbt Shaddai de von ihm festgelegten Zeiten nich bekannt? Warum seht sine Gläubigen niemals sine Dage? De Gottlosen entfernt heur Grenzmarkierungen un trägt Herde un Hirten davor. Se vertrückt den Esel des Waisenkindes, als Sicherheit nimmt se den Ochsen der Witwe. Bedürftige müsst ut den Weg gahn, de arme Landbevölkerung müsst sik ut den Blickfeld holn. As wilde Wüsten-Esel, gaht se zur Arbeit, von der Morgendämmerung an auf der Suche nach Nahrung, und am Abend für etwas, von dem ihre Kinder sich ernähren können. Se erntet op den Feld eines Schurken und stehlen in den Weinbergen der Gottlosen. Se verbringt de Nacht nackt, ahn Kleidung un ahn Schutz vör de Kält. Regenstürme dörchschneidt se ungeschützt un se umarmt de Felsen. Das Waisenkind wird von der Brust gerissen, das Kind der Armen wird als Pfand angesehen. Se gaht nackt umher, ahn Kleidung, un verhungert, während se die Garben tragen. Zwei kleine Mauern, deren Unterschlupf gegen Mittag ist; se sünd verdurstet un müsst de Weinpresse treten.
Aus den Städten kommt das Stöhnen der Sterbenden un das Keuchen der Verwundeten, die um Hilfe schreien. Dennoch bleibt Gott dem Gebet taub! Im Gegensatz dazu gäbt dat diejenigen, die das Licht ablehnen: Die nichts über sine Wege wissen un sine Wege nich gaan. Wenn alles dunkel is, verlässt der Mörder sin Bedd, um die Armen und Bedürftigen zu töten. Während der Nacht geht der Dieb op de Suche, Das Auge des Ehebrechers wacht über das Zwielicht: Niemand wird mich sehen, murmelt er, während er sin Gesicht maskiert. Tagsüber bleiben diese Menschen außer Sicht, die das Licht nicht kennen wollen. Er bricht in Häuser ein, solange die Dunkelheit währt. För se alle is de Morgen eine Zeit des dunklen Schattens wie der Tod, denn dan wet se, wat Angst is.
He is nich mehr as en Strohhalm, de op dat Water swimmt, sin Gut is in dat hele Land verflucht, niemand geiht in de Näisch vun sin Weinberg. As Dörr un Hitt den Schnee verschwinnen lat, so tut de Sheol mit den, de süntigt hett. De Leif, de em formt hett, vergit em un sin Naam warrt nich mehr erinnert. So warrt de Bosheit sprengt, wenn en Boom slahn warrt.
He pfleg de kinderlose Fro schlecht to behandeln un der Witwe kheen Freundlichkeit to erweisen. Wer sik aber mächtig an Tyrannen festhält, erhebt sik, üm en Leven to nehmen, dat seker scheint. He hofft op falsche Sicherheit, behielt aber elkeen Schritt in den Oog, den he deit. He harr sin Tied der Herrlichkeit, nu verschwindt he, welkt as dat Salzkraut, wenn dat gepflückt is, un welkt as en Kornähre. Is dat nich so? Wör kan mi en Lüg nachweisen oder wiesen, dat mine Wöör kheen Substanz hebbt?
För jemanden, de so swak is, wat för en Hülp ji sünd, för den Arm, der machtlos is, wat för Retter! Welchen exzellenten Ratschlag ji den Ungelernten gebt, för einen hilfreichen Vorschlag sünd ji immer bestens gerüstet! För wem sünd eure Wöör bestimmt un woher kummt de Witz, den ji nu zeigt?
De Schatten zittern unner de Eerd, dat Water un sin Bewohner hebbt Angst. De Sheol is kahl vör sine Ogen, der Abgrund sülvst is aufgedeckt. He weer dat, de den Noorden över de Leere verbreit un de Eerd op dat Nichts ausgerichtet hett. He vermehr dat Water in sine Wolken, ahn dat de Wolken unner sin Gewicht nachgibt. He bedeckt dat Gesicht des Vollmonds un verteilt sine Wolke doröver. He hett en Ring op der Oberfläche des Wassers an der Grenze zwischen Hell un Dunkel gezogen. Die Säulen des Himmels zittern vor Ehrfurcht vor sinen Drohungen. Durch sine Kraft hett he dat Meer slahn, durch sin Geschick hett he Rahab zermalmt. Sin Atem hett den Himmel erleuchtet, sine Hand hett die fliehende Schlange gebannt. Dit is blot en Bruchteil dessen, wat he daan hett, un alles, wat wi dorvun höört, is dat leiseste Echo. Aber wör kan sik den Donner siner Macht vorstellen?
Ik schwör bei dem lebendigen Gott, de mi Gerechtigkeit verweigert, bei Shaddai, de mi mit Bitterkeit füll hett, dat, solange en Hauch vun Leven in mi blievt un de Atem Gottes in mine Nasenlökers atmet, mine Lippen nienich böös sprechen warrt, un mine Zung warrt nienich lügen. Ik gifft nich to, dat ji in den Recht sünd, sondern warr mine Integrität bis zu meinem Todestag bewahren. Ik setzt mi op mine Aufrichtigkeit, ik warr mi nich rühren; in min Hart brauk ik mi miner Dage nich to schämen. Lat min Feind dat Schicksal des Bösen treffen, min Widersacher, die Menge der Übeltäter! Welchen Hoffnung hat de Gottlose, wenn he bet un sine Seele to Gott erhebt? Wört Gott sine Schreie höörn, wenn de Katastrophe över em hereinbricht? Hat he sik an Shaddai so sehr freut, dat he em bei jeder Gelegenheit anriep? Aber ik zeig juuch, wie Gott wirkt, und macht aus Shaddais Entwürfen keen Geheimnis. Un wenn ji se alle verstan hätt, hätt ji euren Atem nich mit leeren Wöör verschwendet.
Dit is dat Schicksal, dat Gott den Gottlosen zuteilt, dat Erbe, dat die Gewalttätigen von Shaddai aufbewahrt wird. Obwoohl he vele Kinner hett, is dat blot för den Schwert; sine Nachkommen warrt nienich gench to eeten hebben. De Pest warrt die begraben, de he zurücklät, un eure Witwen warrt kheen Chance hebben, um sie to trauern. He sammelt Silber an as Staub un sammelt feine Kleider as Lehm. Lat em sammeln! En guden Mann warrt se tragen, während sin Silber unner den Gerechten deelt warrt. He hett sik blot en Spinnennetzt boot un dat zur Hütte eines Wächters maakt. He geiht reich ins Bedd, aber kriegt dat nienich weer: He wacht op un stellt fest, dat alles weg is. Terror greift em am helllichten Dag an, un nachts fegt em en Wirbelwind weg. En Ostwind holt em ab un schleppt em von sinem Gehöft. Erbarmungslos warrt he zum Ziel un mutt vor den Händen fliehen, die ihn bedrohen. Sin Untergang warrt mit Beifall begrüßt, he warrt ausgezischt, wohin he geiht. He harr sin Tied der Herrlichkeit, nu verschwindt he, welkt as dat Salzkraut, wenn dat gepflückt is, un welkt as en Kornähre.
Dat Silber hät sine Minen un dat Gold einen Ort zum Raffinieren. Eisen warrt ut der Erde gewonnen, de geschmolzenen Gesteine ergeben Kupfer. De Minsch maakt der Finsternis ein Ende, durchgräbt den schwarzen Felsen bis zum äußersten Ende im Schatten, der dunkel is as de Dood. Ausländer bohrten sik an seltenen Orten in Schluchten ein und schwangen sik weit entfernt von Menschen. De Eerd, vun der dat Brot kummt, warrt vom Feuer unterirdisch verwüstet. Dor hebbt die Felsen Saphir-Adern un ihr Staub enthält Gold. Dit is en Weg, den der Milan nich kennt un den keen Geier sehen kann, en Weg, den die herrschenden Tiere nich beschritten hebben, op den noch keen Löwe gewandert is.
De Minsch greift den Feuerstein an un reißt die Berge an ihren Wurzeln empor. He schneidet Kanäle durch den Felsen, auf der Suche nach etwas Kostbarem. He erforscht die Quellen von Flüssen un bringt verborgene Dinge ans Licht.
Woher kummt Sophia? Wo is ihre Intelligenz to finnen? Keen Minsch kennt den Weg to zu ihr, se is nich op de Eerd to finnen, wo se leevt. Se is nich in mi, sprokt de Abgrund. Noch is se hier, antwortet das Meer. Se kan nich mit hartem Gold gekauft oder mit Silber bezahlt werden, noch gegen Gold von Ophir, Achat oder Saphir getauscht werden. Weder Gold noch Glas sünd mit ihr vergleichbar, denn selv en Vase aus feinem Gold wäre für sie kein Tausch, geschweige denn Korallen oder Kristall: Fische lieber nach Sophia als nach Perlen! Topas von Kusch ist im Vergleich wertlos, und Gold, selv wenn es raffiniert is, ist wertlos. Woher kummt Sophia? Wo is ihre Intelligenz to finnen? Se kan von keinem Lebewesen gesehen werden, se is vor den Vögeln des Himmels verborgen. Abgrund und Tod sagen beide: Wi hebbt blot Gerüchte över se höört. Gott allein versteht ihren Weg un weiß, wo se to finnen is. Denn he siet to den entlegensten Teilen der Erde un beobachtet alles, was unter dem Himmel liegt. Als he dem Wind Gewicht geben wollte un das Wasser mit einer Mess-Schnur maß, als he dem Regen ein Gesetz auferlegte und einen Weg für Donnerschläge festlegte, da sah und bewertete he se, sah se durch und durch, beurteilte se. Un he sprokt to den Menschen: Sophia? Dat is Furcht vor dem Herrn; ihre Intelligenz? Vermeidung des Bösen.
Niemand warrt mi de vergangenen Monate un de Dage trüchbringen, als Gott min Beschützer war, als seine Lampe über minem Kopf leuchtet un sin Licht min Führer in der Dunkelheit war. Werde ich mine Tage der Ernte jemals weer sehn, als Gott min Zelt beschützte? Als Shaddai noch bei mi wohnt un mine Kinner um mi wäin; als mine Füöt in Milch gebadet worn un Ölströme aus den Felsen strömten? Als ik zum Stadttor hinausging, als ik op den Marktplatz Platz nahm, sobald ik erschien, traten die jungen Männer zur Seite, und auch die alten Männer standen op. Bemerkenswerte Männer brachen ihre Reden ab un legten die Hände auf den Mund; de Stimmen der Herrscher wurden zum Schweigen gebracht, un ihre Zungen blieben still im Mund.
Als de Lüüd mi höört, gratulierten se mi, als se mi sahn, drängten se mi nach, weil ik de Armen in Not un de Waisenkinder, die keinen Helfer hatten, befreit habe. Der Segen der Sterbenden ruhte op mi un ik gab der Witwe allen Grund zur Freude. Gerechtigkeit war es, die ik als Gewand trug, gerechtes Urteilsvermögen war min Mantel und min Turban. Ik had Augen für Blinde und Füöt für Lahme. Wer außer mi war Vater der Armen? Der Fall des Fremden fand seine Anhörung bei mi. Ik habe de Zähne der Gottlosen zerbrochen und ihnen ihre Beute aus ihren Kiefern gerissen.
Un ik pfleg to zeggen: Ik warr wie der Phönix sterven, nach Tagen, de so zahlreich sünd wie der Sand. Mine Wurzeln können das Wasser erreichen, der Nachttau setzt sich op mine Blätter. Mine Herrlichkeit warrt für immer neu un der Bogen in miner Hand für immer stark sein. Se warteten gespannt op mi un höört schweigend to, wat ik to zeggen harr. Als ik fertig war, widersprach niemand, mine Wöör fielen nacheinander op sie herab. Se warteten op mi wie op Regen, mit offenem Mund wie auf einen späten Schauer. Wenn ik se anlächelt, war es zu schön, um wahr zu sein, se beobachteten min Gesicht und achteten op das geringste Anzeichen von Huld. Als ihr Häuptling sagt ik ihnen, welchen Weg sie einschlagen sollten, wie ein König, der unter seinen Truppen lebte, und führte sie, wohin ich wollte.
Und nu bin ik dat Gespött der Menschen, die jünger sind als ich und deren Väter ik nicht gern mit den Hunden zusammengebracht hätte, die mine Herde bewachen. Und was nützte mir die Stärke ihrer Hände? geschwächt wie sie waren, von Not und Hunger erschöpft, denn sie haben die Wurzeln des durstigen Bodens zernagt, diesen Ort der Trübsal, des Verderbens und der Verwüstung. Früher pflücht se Salzkraut im Busch und machten ihre Mahlzeiten aus Wurzeln. Geächtet von der menschlichen Gesellschaft, ertönt en Schrei gegen se, wie gegen Diebe, se machten ihre Häuser an den Seiten von Schluchten, in Löchern in der Erde oder in Felsspalten. Man konnte se aus den Büschen schreien höörn, als se sich in den Disteln zusammenkauerten. Kinder von Schurken, schlimme, namenlose Männer, die Ausgestoßenen der Gesellschaft!
Und das sind diejenigen, die nu Lieder över mi erfinden und mich als Spottvers verwenden! Voller Ekel holt se Abstand, seht mi und spucken aus ohne Zurückhaltung. Und da Gott min Bogen gelöst un mich geplagt hät, werfen auch se den Zügel in miner Gegenwart ab. Ihre Kinder schießen zu miner Rechten vorwärts, um zu sehen, wann ich ein wenig Frieden habe, und schreiten mit drohenden Schritten op mi zu. Se haben alle Mittel der Flucht abgeschnitten, um die Chance zu ergreifen, mich zu zerstören, und niemand hät se aufgehalten. Se ziehen ein wie durch eine weite Lücke, und ich stolpere unter den Trümmern. Der Terror schießt op mi, min Selbstvertrauen zerstreut sich wie vom Wind, mine Hoffnung op Sicherheit verschwindet wie eine Wolke.
Und nu rieselt das Leben in mir dahin, Tage der Trauer haben mi gepackt. Nachts nagt die Krankheit an meinen Knochen, und Wunden fressen an mi, die niemals schlafen. Heftig hat he mi in meinen Kleidern gefangen, hat mi am Kragen des Mantels gepackt. He hat mi in den Schlamm geworfen; ik bin nicht mehr als Staub und Asche. Ik wein to di, und du gibst mi keine Antwort; ik steh vor di, du beachtest es nicht. Du bist mir grausam geworden, und deine starke Hand quält mich unbarmherzig. Du trägst mich rittlings op dem Winde und zerschmetterst mich im Sturm.
Ja, ik weet, dat du mi in den Dood föhrst, to den gemeinsamen Treffpunkt aller Lebenden. Heff ik den Armen jemals de Hand verweigert, as se in dat Unglück na Gerechtigkeit ropt? Heff ik nich geweint um de, deren Leven hart is, un Mitleid mit den Mittellosen empfunden? Ik hoff op Glück, aber Kummer kam; ik söök na Licht, aber dat weer dunkel. Min Magen schmerzt, is nie still, Dage des Leidens haben mi trefft. Düster geiht ik, un doch tröstet mi niemand, un wenn ik mi in den Raat erhebe, erheb ik mi zum Weinen.
Ik bin Bröör des Schakals un Gefährt des Straußenweibchens worrn. Mine Haut is swart worrn, mine Knaken sünd von Fieber verbrannt. Mine Harp is op Klagelieder stimmt, mine Flöt auf die Stimme der Trauernden. Ik harr en Vereinbarung mit mine Ogen, nich zum Verweilen auf einer Jungfrau, maakt.
Nun, welk Deil teilt Gott von oben zu, welk Schicksal teilt Shaddai von seinem Himmel aus zu? Wenn nich de Katastrophen, die den Gottlosen und den Übeltätern angemessen sind? Aber he siet doch, wie ik mi verhalt, zählt er nicht alle mine Schritte? War ik en Mitreisender mit Falschheit oder habe ich mine Schritte in Richtung Betrug beschleunigt? Lat em mich wiegen op genauer Waag: Dan he, Gott, warr mine Integrität erkennen!
Wenn mine Füöt von rechten Weg abgewandert sünd oder wenn mine Ogen min Hart in de Irr führt hebben oder wenn mine Hände von Flecken befleckt sünd, lat iemand anner eeten, wat ik sesat hebbt, un lat mine jungen Triebe alle verdorren. Wenn min Hart von einer Fro verführt worrn is, oder wenn ik an de Dör minen Nächten lauert habe, lat mine Fro gahn un für jemand anner mahlen, lat anner Verkehr mit ihr hebben! Denn ik harr en Sünd der bösen Lust begahn, en Verbrechen, das durch das Gesetz bestraft wird, in der Tat ist das ein Feuer, das alles im Abgrund verbrennen würde, das mine gesamten Einnahmen verschlungen hät.
Wenn ik jemals de Rechte eines Sklaven oder einer Sklavin in gerichtlichen Schritten verletzt habe, wat sollt ik tun, wenn Gott upsteht? Wat sollt ik seggen, wenn he sin Rücken mi zuwendet? Hat he se nich wie ik im Mutterleib erschaffen, un derselbe Gott hat uns im Mutterleib geformt? War ik unempfindlich gegenüber den Bedürfnissen der Armen oder ließ ik de Ogen einer Witwe trüb werden? Heff ik min Brot allein gesssen, ohne es mit den Waisenkindern zu teilen? Ik, der ich se von Kindesbeinen an wie en Vader gepflegt un führt habe, seit se den Leib ihrer Mutter verlassen haben, heff ik jemals en armen Mann sehn, der auf Kleidung angewiesen war, oder en Armen, der nichts zu tragen hatte, ohne dass ihm Ursache worrn weer, mich aus ganzem Herzen zu segnen, als er de Wärme des Vlieses von meinen Lämmern gefühlt?
Heff ik mine Hand gegen en Waisenkind erhoben, wobei ik an de Pforte davon weg gegangen bin? Wenn ja, lat mine Schulter aus der Fassung fallen, lat min Arm am Ellbogen abbrechen! Denn de Schrecken Gottes würde auf mi fallen, un ik könnte mich dann nicht vor seiner Majestät behaupten.
Heff ik min Vertrauen ins Gold gesetzt, zum Feingold gesagt: Du min Glücksbringer? Heff ik mich jemals über meinen großen Reichtum oder den Wohlstand, den mine Hände gewonnen haben, gefreut? Oder hat der Anblick der Sonne in ihrer Herrlichkeit, oder der Schein des Mondes, als er über den Himmel ging, heimlich min Hart gestohlen, so dass ich ihnen en Kuss blies? Auch das wäre en Straftat, den höchsten Gott verleugnet zu haben.
Heff ik mich über das Unglück meines Feindes gefreut oder habe ich mich gefreut, als ihn eine Katastrophe überfiel? Ik, der meine Zunge nicht sündigen ließ und sein Leben nicht unter einen Fluch legen wollte. De Lüüd in minem Zelt sagen: Werd jemand eine Person nennen können, die er nicht mit Fleisch gesättigt hat? Keen Fremder musste jemals draußen schlafen, meine Tür stand dem Reisenden immer offen.
Heff ik jemals meine Übertretung vor anderen verborgen oder meine Schuld in meiner Brust geheim gehalten? Heff ik jemals Angst vor Klatsch und Tratsch gehabt oder die Verachtung meiner Familie gefürchtet und so geschwiegen, ohne mich ins Freie zu wagen? Werd mir niemand Gehör verschaffen? Ik habe min letztes Wort gesagt; nu lat Shaddai antworten! Wenn min Gegner sin Schreiben gegen mich verfasst hat, warr ik es auf meiner Schulter tragen und es wie einen königlichen Turban um meinen Kopf binden. Ik erzähle ihm von jedem minen Schritte und gehe kühn wie en Prinz, um ihm zu begegnen.
Enn vun de Wöör Hiobs.