LEMMINKAINEN

Deutsch von Torsten Schwanke



PROLOG


In Urzeiten erging sich eine Jungfrau 

Die wunderschöne Tochter des Äthers

Für Ewigkeiten in ihrer Existenz

In der Weite des Himmels 

Über den Prärien die noch umhüllt waren

Müde wurde die Jungfrau 

Ihre Existenz traurig und hoffnungslos

So allein für Ewigkeiten zu leben

In den unendlichen Weiten

Der Luft über dem Meerschaum

In den weit ausgestreckten Räumen

In der Einsamkeit des Äthers

So stieg sie zum Ozean hinab

Winkte dem Trainer und winkte dem Kissen

Daraufhin fliegt der aufsteigende Sturmwind 

Heftig aus dem Osten

Peitscht den Ozean in Wellen

Schlägt die Sterne mit Schaum des Ozeans

Bis die Wellen weiß vor Inbrunst sind

Hin und her werfen sie das Mädchen 

Das von einem Sturm umgebene 

Unglückliche Mädchen

Mit ihrem Sport die rollenden Wogen

Mit ihrem Spiel die Sturmwindkräfte

Auf dem blauen Rücken des Wassers 

Spielen auf den weiß bekränzten 

Wellen des Ozeans

Die Kräfte des Salzmeeres

Mit der einsamen hilflosen Jungfrau

Bis endlich in voller Konzeption

In Union jetzt von Kraft und Schönheit

Versinken die Sturmwinde in Schlaf

Überlastet jetzt kann das Mädchen

Nicht über die Oberfläche steigen

Siebenhundert Jahre lang wanderte sie

Neun Jahre alt 

Schwamm den Ozean hierher dorthin

Konnte sich nicht über das Wasser erheben

Nur ihrer Not bewusst

Siebenhundert Jahre lang arbeitete sie

Bevor ihr Erstgeborener geboren wurde

So schwamm sie als Wassermutter 

Nach Osten und auch nach Süden 

Nach Westen und auch nach Norden

Schwamm das Meer in alle Richtungen

Erschrocken über den Sturmwind

Schwamm in Not schwamm unaufhörlich

Bevor ihr Erstgeborener befreit wurde


Dann begann sie sanft zu weinen

Sprach diese Verse mit schwerem Herzen

Wehe mir mein Leben ist hart

Wehe mir in dieser meine Not

In was bin ich jetzt gefallen

Wehe mir dass ich unglücklich bin

Mein Zuhause war in subtilem Äther

Ich kam um inmitten des Meeresschaums zu wohnen

Um von rollenden Wogen geworfen zu werden

Um von Winden und Wasser geschaukelt zu werden

Auf den weit ausgestreckten Gewässern

In den fernen Weiten des Salzmeeres

Nur Schmerz und Ärger zu kennen

Besser weit für mich o Ukko

Wäre ich Jungfrau im Äther

Als in diesen Ozeanräumen

Um eine Wassermutter zu werden

Dieses ganze Leben ist kalt und trostlos

Schmerzhaft ist hier jede Bewegung

Wie ich im Wasser verweile

Wie ich durch den Ozean wandere

Ukko du o Gottheit da oben

Du die Herrscherin der Himmel

Komm her du wirst gebraucht

Komm her ich flehe dich an

Um mich aus Schwierigkeiten

Zu befreien um mich aus Not zu retten

Komm ich bitte dich beeile dich beeile dich

Mehr als du brauchst beeile dich

Und hilf dieser hilflosen Jungfrau


Als sie mit ihrem Flehen aufhörte

Vergeht kaum ein Moment 

Bevor eine schöne Ente herabsteigt

Hastig auf die Wassermutter zukommt

Hierher fliegt dorthin fliegt

Sich einen Platz zum Nisten sucht

Fliegt sie nach Osten fliegt sie nach Westen

Kreisend nach Norden kreisend nach Süden

Kann keinen grasbewachsenen Hügel finden

Nicht das kleinste Stück Grün

Kann keinen geschützten Ort finden

Kann keinen geeigneten Ort finden

Wo sie ihr Nest in Sicherheit bringen kann

Sie fliegt langsam und schaut sich um

Sie erkennt keinen Platz zum Ausruhen 

Sie denkt laut und lange debattierend

Und ihre Worte lauten wie folgt

Baue ich in den Winden meine Wohnung

Auf den Fluten meinen Nistplatz

Sicher würden die Winde es zerstören 

In der Ferne würden die Wellen es waschen


Dann hob die Tochter des Äthers

Jetzt die unglückliche Wassermutter

Ihre Schultern aus dem Wasser

Hob ihre Knie über den Ozean 

Damit die Ente ihre Wohnung bauen könnte 

Ihren Nistplatz in Sicherheit bauen könnte

Daraufhin fliegt die Ente in Schönheit 

Fliegt langsam schaut sich um

Späht die Schultern der Jungfrau aus

Sieht die Knie von des Äthers Tochter

Jetzt die unglückliche Wassermutter

Denkt sie seien grasbewachsene Hügel

Auf dem blauen Rücken des Ozeans

Von dort fliegt sie und schwebt langsam

Leicht auf dem Knie setzt sie sich

Findet einen geeigneten Nistplatz

Wo kann sie ihre Eier in Sicherheit legen

Hier baut sie ihre bescheidene Wohnung

Legt ihre Eier nach Belieben 

Sechs die goldenen Eier die sie dort legt

Dann ein Siebtes ein Ei aus Eisen

Setzt sich auf ihre Eier um sie auszubrüten

Und wärmt sie schnell auf der Kniescheibe

Der unglücklichen Wassermutter

Brütet einen Tag dann einen zweiten

Dann einen dritten Tag schlüpft es aus

Wärmer wird das Wasser um sie herum 

Wärmer ist ihr Bett im Ozean

Während ihr Knie mit Feuer entzündet wird

Und auch ihre Schultern brennen

Feuer in jeder Ader fließt

Schnell bewegt die Jungfrau ihre Schultern

Schüttelt ihre Glieder nacheinander

Schüttelt das Nest von seinem Fundament

Und die Eier fallen in den Ozean 

Stürzen in Stücke auf dem Boden

Von den tiefen und grenzenlosen Gewässern

Im Sand sterben sie nicht

Nicht die Stücke im Ozean

Aber verwandelt in wundersamer Schönheit

Alle Fragmente kommen zusammen 

Und bilden zwei Teile

Eines oben eines unten

Gleich dem einen gleich dem anderen

Aus einer Hälfte des Eies der unteren

Wächst das Untergewölbe der Erde

Aus der verbleibenden Hälfte

Wächst das obere Gewölbe des Himmels

Aus dem weißen Teil kommen die Mondstrahlen

Aus dem gelben Teil der Sonnenschein

Aus dem bunten Teil das Sternenlicht

Aus dem dunklen Teil wächst die Trübung

Und die Tage rasen schnell voran

Schnell fliegen die Jahre vorbei

Vom Schein der neuen Sonne

Vom Licht des Vollmonds


Noch immer die Tochter des Äthers

Schwimmt durch das Meer als Wassermutter

Mit den Fluten vor ihr

Und hinter ihr Himmel und Ozean

Schließlich etwa im neunten Jahr

Im Sommer des zehnten Jahres

Hebt sie ihren Kopf über die Oberfläche

Hebt ihre Stirn aus dem Wasser

Und beginnt endlich ihre Arbeit

Jetzt beginnt ihre Kreation

Auf den azurblauen Wasserrippen

Auf der mächtigen Verschwendung vor ihr

Wo ihre Hand sie im Wasser drehte

Entstand ein fruchtbarer Hügel

Wo sie ihren Fuß hatte 

Ruhte sie sich aus 

Dort machte sie ein Loch für Fische

Wo sie unter Wasser tauchte 

Fielen die vielen Tiefen des Ozeans

Wo sie sich auf ihre Seite drehte

Dort sind die ebenen Ufer gestiegen

Wo ihr Kopf nach dem Land gerichtet war

Erschienen weite Buchten und Fjorde

Als sie vom Ufer aus eine Strecke schwamm

Und sich auf ihrem Rücken ausruhte

Dort die Felsen die sie gemacht und geformt hatte

Und die verborgenen Riffe die geschaffen wurden

Wo die Schiffe so oft zerstört wurden

Wo so viele Leben umgekommen sind


So entstanden die Inseln

Felsen wurden im Ozean befestigt

Säulen des Himmels wurden gepflanzt

Felder und Wälder wurden geschaffen

Karierte Steine in vielen Farben

Im silbernen Sonnenlicht glänzend

Alle Felsen standen gut etabliert

Aber der Sänger Wainamoinen

Hatte den Sonnenschein noch nicht gesehen 

Hatte das goldene Mondlicht nicht gesehen 

Und blieb immer noch unbefriedigt

Wainamoinen alt und vertrauenswürdig

Verweilt in seinem Verlies 

Insgesamt dreißig Sommer

Und von Wintern auch dreißig

Friedlich auf der Verschwendung von Wasser

Auf dem nachgebenden Busen des Meeres

Gut reflektierend lange überlegend

Wie ungeboren zu leben und zu gedeihen

In den in Dunkelheit gehüllten Räumen

in unangenehmen Grenzen

Wo er das Mondlicht nicht gesehen hatte

Hatte den silbernen Sonnenschein nicht gesehen

Daraufhin werden diese Worte ausgesprochen

Ließ sich auf diese Weise hören

Nimm o Mond ich bitte dich nimm mich

Nimm mich du Sonne über mir

Nimm mich du Bärin des Himmels

Aus dieser Dunkelheit und trostlosem Gefängnis

Von diesen unpassenden Portalen

Von diesem engen Ort der Ruhe

Von dieser dunklen und düsteren Wohnung

Lass mich auf dem Ozean wandern

Auf den Inseln wandeln

Auf dem trockenen Land wandeln und wandern

Wie ein alter Held wandern

Gehen an die frische Luft und atmen

So um den Mond am Abend zu sehen

So um das silberne Sonnenlicht zu sehen

So um die Bärin im Himmel zu sehen 

Damit ich die Sterne betrachten kann


Da der Mond sich weigerte ihn zu befreien

Und die Sonne ihn nicht retten wollte

Noch die Große Bärin Hilfe leistete

Er seiner Existenz müde wurde

Und sein Leben nur ein Ärger war

Brach er dann die äußeren Portale

Seiner dunklen und düsteren Festung

Mit seinem starken aber unbenannten Finger

Öffnet er das Schloss das Widerstand leistet

Mit den Zehen am linken Fuß

Mit den Fingern seiner rechten Hand

Kriecht er durch die nachgebenden Portale

Bis zur Schwelle seiner Wohnung

Auf den Knien über die Schwelle

Wirft er sich mit dem Kopf nach vorne 

Stürzt vorwärts in die Tiefen des Ozeans

Stürzt hierher stürzt dorthin 

Dreht mit seinen Händen das Wasser

Schwimmt er nach Norden schwimmt er nach Süden

Schwimmt er nach Osten schwimmt er nach Westen

Studiert seine neue Umgebung


So erreichte unser Held das Wasser

Ruhte fünf Jahre im Ozean

Sechs lange Jahre und sogar sieben Jahre

Bis zum Herbst des achten Jahres

Als er endlich das Wasser verlässt

Stoppt auf einem Vorgebirge

An einer Küste ohne Grün 

Auf seinen Knien verlässt er den Ozean

Auf dem Land pflanzt er seinen rechten Fuß

Auf dem festen Boden seinen linken Fuß

dreht schnell seine Hände um sich

Steht aufrecht um den Sonnenschein zu sehen

Steht um das goldene Mondlicht zu sehen 

Damit er sehen kann die Große Bärin 

Damit er die Sterne betrachten kann

So wurde unser Held Wainamoinen

So wurde der wunderbare Zauberer

Von seiner Mutter erlöst

Ilmatar Tochter des Äthers



ERSTER GESANG


Dies ist die Zeit um von Ahti 

Dem Sohn von Lempo von Kaukomieli

Auch bekannt als Lemminkainen zu singen 

Ahti war der König der Inseln

Wuchs inmitten der Inselwohnungen

An der Stelle seiner lieben Mutter

An den Grenzen des Ozeans

An den Spitzen der Vorgebirge

Ahti ernährte sich vom Lachs 

Ernährte sich vom Wittling des Ozeans

So wurde er ein mächtiger Held

In seinen Adern floss das Blut der Jahrhunderte 

Aufrecht und formte ihn gebieterisch 

Das Wachstum von Geist und Körper war perfekt

Aber leider er hatte seine Fehler 

In der Tat war schlecht sein Herz und seine Moral

An unwürdigen Orten herumlaufend 

Tage und Nächte in Sequenzen bleibend

In den Häusern fröhlicher FreudenMädchen

Bei den Tänzen der Jungfrauen

Bei den Mädchen der geflochtenen blonden Locken


Oben in Sahri lebte eine Jungfrau

Lebte die schöne und siegreiche Kulli 

Schön wie eine Sommerblume

Von einem königlichen Haus hergekommen

Zu perfekter Form und Schönheit gewachsen 

Lebte in der Hütte ihres Vaters

Der Heimat vieler alter Helden

Schön war sie und Königin

In ganz Estland gelobt

Von weitem kamen Männer um sie zu umwerben

Zum Geburtsort der Jungfrau

Zum Haushalt ihrer Mutter


Für seinen Sohn umwirbt der Tagesstern sie

Aber sie wird nicht ins Sonnenland gehen

Wird nicht neben dem Tagesstern leuchten

In seiner Eile den Sommer zu bringen

Für ihren Sohn umwirbt der helle Mond sie

Aber sie wird nicht ins Mondland gehen

Durch den hellen Mond wird sie nicht schimmern

Wird nicht durch den grenzenlosen Äther laufen


Für seinen Sohn umwirbt der Nachtstern sie

Aber sie wird nicht ins Sternenland gehen 

Wird nicht im Sternenlicht funkeln

Durch die trostlosen Nächte im Winter


Liebhaber kommen aus dem fernen Estland

Andere kommen aus dem fernen Ingern

Aber sie können das Mädchen nicht gewinnen

Dies ist die Antwort die sie ihnen gibt

Vergeblich sind eure Lobpreisungen

Vergeblich ist euer angebotenes Silber

Reichtum und Lob sind keine Versuchung

Niemals werde ich gehen nach Estland

Niemals werde ich rudern

Auf den Gewässern des Ingern 

Werde nicht die SahriGewässer überqueren

Niemals den Fisch von Estland essen

Niemals das EstlandFleisch schmecken

IngerLand wird mich niemals sehen

Werde nicht auf ihren Flüssen rudern

Werden nicht in ihre Grenzen treten 

Dort sind Armut und Hunger

Holz fehlt Treibstoff fehlt

Weder Wasser Weizen noch Gerste

Auch Roggen ist nicht reichlich vorhanden


Lemminkainen von den Inseln

Der kriegerische Held Kaukomieli 

Verpflichtet sich die Jungfrau zu gewinnen

Zu werben und die SahriBlume zu gewinnen 

Eine Braut zu gewinnen die so hoch geehrt ist

Das Mädchen mit goldenen Locken zu gewinnen 

Die SahriMaid der Schönheit zu gewinnen

Aber seine Mutter warnt ihn

Nein antwortet seine grauhaarige Mutter

Umwerbe nicht mein geliebter Sohn

Eine Jungfrau eines höheren Standes

Sie wird dich niemals mit ihrer Abstammung 

Von Sahri glücklich machen


Sprach der Held Lemminkainen

Dies sind die Worte von Kaukomieli

Sollte ich von einem niedrigen Stand kommen

Obwohl mein Stamm nicht der höchste ist 

Werde ich um meine Phantasiefrau werben

Werben die Jungfrau schön und lieblich

Wählen eine Frau von Wert und Schönheit 

Dies ist die Antwort der besorgten Mutter

Lemminkainen geliebter Sohn

Höre auf mütterlichen Rat

Geh nicht in die Ferne nach Sahri

Zu ihrem Stamm vieler Zweige

Alle Mädchen dort werden dich verspotten

Alle Frauen werden dich verspotten


Lemminkainen wenig hörend antwortet 

Auf das Plädoyer seiner Mutter

Ich werde immer noch den Spott der Frauen verspotten 

Alle Verspottungen der Mädchen zum Schweigen bringen

Ich werde ihre hochmütigen Brüste zerquetschen

Die Hände und Wangen von Säuglingen schlagen

Dies wird sicherlich ihre Beleidigungen überprüfen

Passend ist das ein Ende der Verspottung

Dies ist die Antwort der Mutter

Wehe mir mein geliebter Sohn

Wehe mir mein Leben ist schwer

Solltest du die SahriTöchter verspotten

Oder die Mägde der Tugend beleidigen

Solltest du sie zum Spott auslachen

Wird sich erheben eine große Auseinandersetzung

Heftig die Schlacht die folgen wird

Alle Heerscharen von SahriFreiern 

Die zu Tausenden bewaffnet sind 

Werden dich angreifen

Und werden dich für deine Torheit töten


Nicht hörend Lemminkainen 

Die Warnung seiner Mutter nicht beachtend

Führte sein Kriegspferd aus den Ställen

Hängte schnell die feurige Waffe an

Fuhr flott auf seiner Reise

Zum fernen SahriDorf

Dort die SahriBlume zu umwerben

Dort zu gewinnen die Braut der Schönheit


Alle alten SahriFrauen

Alle jungen und liebenswerten Mädchen 

Die lachten den kommenden Fremden verachtend

Unvorsichtig durch die Gassen fahrend

Wild durch den Hof fahrend

Jetzt im Tor störend

Einen Schacht brechend und Schande den Läufern


Dann schüttelte der furchtlose Lemminkainen 

Mit schiefem Mund und faltigem Gesicht

Seine Zobellocken und antwortete

Niemals in meiner Erinnerung

Habe ich eine solche Behandlung gehört oder gesehen

Niemals wurde ich so verspottet

Ich habe niemals solchen Spott von Frauen erlitten 

Ich habe niemals solche Verachtung von Jungfrauen erlitten

Nicht in meiner unsterblichen Lebenszeit

Gibt es einen angemessenen Ort 

Auf den SahriEbenen und Weiden

Wo man Lieder und Tänze mitmachen kann

Gibt es hier einen Saal zum Vergnügen

Wo die SahriMädchen verweilen

Fröhliche Mädchen mit geflochtenen blonden Locken


Daraufhin antworteten die SahriMädchen 

Von ihrem Vorgebirge aus

In Sahri ist genug Platz

Raum auf den SahriWeiden

Raum für Vergnügungshallen und Tänze

Singe und tanze auf unseren Wiesen

Sei ein Hirte auf den Bergen

HirtenJungen haben Platz zum Tanzen

Träge sind die SahriKinder

Aber die Hengste sind fett und munter


Wenig fürsorglich Lemminkainen

Trat dort als Hirte in den Dienst 

Tagsüber auf den Weiden

Abends fröhlich

Bei den Spielen lebhafter Mädchen

Bei den Tänzen mit den Jungfrauen

Bei den Mädchen mit geflochtenen blonden Locken

So war es dass Lemminkainen

So der Hirte Kaukomieli

Das Lachen der Frauen schnell unterdrückte

Die Verspottungen der Mädchen schnell löschte 

Ihre Verspottung schnell zum Schweigen brachte

Alle Damen und SahriTöchter feierten

Bald Lemminkainen

An seiner Seite tanzten und verweilten sie

Es gab nur eine unter ihnen

Eine unter den SahriJungfrauen 

Die weder Liebe noch Werber beherbergte

Begünstigte weder Götter noch Helden

Dies ist die schöne Magd Kyllikki

Dies ist die schönste Blume der Sahri

Lemminkainen voller Vergnügen

Der hübsche Held Kaukomieli

Ruderte hundert Boote in Stücke

Brach tausend Ruder in Fragmente

Während er die Magd der Schönheit umwarb 

Versuchte die schöne Kyllikki zu gewinnen


Schließlich spricht die schöne Jungfrau

Die schönste Tochter des Nordlandes

Lemminkainen an

Warum bleibst du hier du Schwacher

Warum murmelst du an diesen Grenzen

Warum kommst du mich an meinem Kamin zu umwerben

Umwirbst mich im Kupfergürtel

Habe keine Zeit dazu verziehe dich

Gib diesem Stein lieber seine Politur

Eher würde ich den Stößel

In dem Sandsteinmörser drehen 

Setze dich lieber neben meine Mutter

In die Wohnungen meines Vaters

Niemals werde ich deine Werbung beachten

Weder Wichte noch Schneemänner mir wichtig sind

Eher habe ich einen schlanken Ehemann

Da ich einen schlanken Körper habe

Möchte dass er eine gute Figur hat

Da ich sehr gut geformt bin

Ich möchte ihn groß und stattlich haben

Denn meine Form ist wahrhaft königlich

Verschwende niemals deine Zeit damit

Um Sahris Magd und bevorzugte Blume zu werben


Die Zeit war nur wenig vergangen 

Kaum ein Monat war vergangen

Als an einem fröhlichen Abend

Wo sich die Mädchen zum Tanzen trafen

Im Tal hinter der Wiese

Auf einem ebenen Stück Grün

Zu früh die Magd Kyllikki kam

Sahris Stolz die Magd der Schönheit

Schnell folgte Lemminkainen

Mit seinem Hengst stolz tänzelnd

Schnellster Renner des Nordlandes

Flott jagt über die Wiese hinaus

Wo sich die Jungfrauen zum Tanzen treffen

Schnappt sich schnell die Magd Kyllikki

Auf den Sitz setzt er die Jungfrau 

Zieht schnell die Lederhülle über sie

Und passt sie an die Querstange

Peitscht seinen Renner zum Galopp

Mit einem Ansturm und Brüllen und Rasseln

Beschleunigt er nach Hause wie der Sturmwind

Spricht diese Worte zu denen die zuhören

Niemals niemals ängstliche Mädchen

Müsst ihr die Information geben

Dass ich Kyllikki zu meinem entfernten Zuhause 

Verschleppt habe und genommen

Wenn ihr diesen Befehl nicht beachtet

Werdet ihr als Jungfrauen schlecht abschneiden

Ich werde singen um eure Freier zu kriegen

Sie unter Speer und Breitschwert singen 

Dass ihr für Monate Jahre und Ewigkeiten

Niemals ihre Gesichter sehen werdet

Hören niemals ihre fröhlichen Stimmen

Niemals werden sie diese Hochländer betreten

Niemals werden sie sich diesen Tänzen anschließen

Niemals werden sie diese Hochstraßen fahren


Traurig das Wehklagen von Kyllikki

Traurig die weinende Blume von Sahri

Höre auf ihr tränenreiches Flehen

Gib o gib mir meine Freiheit zurück

Befreie mich von den Folgen der Frechheit

Lass diese Jungfrau nach Hause wandern

Lass mich auf einem Fußweg

Zu meinem Vater wandern der trauert

Zu meiner Mutter die weint

Lass mich gehen oder ich werde dich verfluchen

Wenn du mir keine Freiheit geben willst 

Willst du mich nicht nach Hause wandern lassen

Wo meine Lieben auf mein Kommen warten 

Habe ich sieben tapfere Brüder

Sieben Söhne des Bruders des Vaters

Sieben Söhne der MutterSchwester

Die den Spuren von Rotwild nachjagen

Jagen den Hasen auf dem Heidekraut

Sie werden dir folgen und dich töten

So werde ich meine gewünschte Freiheit erlangen


Lemminkainen sie wenig beachtet

Würde die Wünsche der Jungfrau nicht erfüllen

Würde ihre Bitte um Gnade nicht beachten

Sprach noch einmal die wartende Jungfrau an

Der Stolz und die Schönheit des Nordlandes

Freudig war ich mit meiner Verwandtschaft

Freudig geboren und sanft gepflegt

Lustig verbrachte ich meine Kindheit

Glücklich ich in Jungfrauenfreiheit

In der Wohnung meines Vaters

Am Bett meiner Mutter

Mit meiner Abstammung in Sahri

Aber leider ist alle Freude verschwunden

Alle mein Glück ist verschwunden 

Alle meine jungfräuliche Schönheit schwindet

Seit ich deinem bösen Geist begegnet bin

Schamloser Held der Schande

Grausamer Kämpfer der Inseln

Gnadenlos im Bürgerkrieg 


Sprach der Held Lemminkainen

Dies sind die Worte von Kaukomieli

Liebste Jungfrau schöne Kyllikki

Meine süße Erdbeere von Pohya

Immer noch deine Qual hör auf zu weinen

Sei frei von Sorge und Trauer

Niemals werde ich dir Böses tun

Niemals werde meine Hände dich misshandeln 

Niemals werden dich meine Arme missbrauchen

Niemals wird meine Zunge dich beschimpfen

Niemals wird mein Herz dich täuschen


Sag mir warum du diese Qual hast

Warum du diese bittere Trauer hast

Warum dieses Seufzen und Wehklagen

Warum dieses Wehklagen der Traurigkeit

Verbanne alle deine Sorgen und Kümmernisse

Trockne deine Tränen und lindere deine Qual

Ich habe Vieh Essen und Schutz

Ich habe ein Zuhause und Freunde und Verwandte

Bekannte auf den Ebenen und im Hochland

In den Sümpfen Beeren reichlich

Erdbeeren auf den Bergen 

Kühe die nicht gemolken werden müssen

Hübsche Kühe die keine Fütterung brauchen

Schön wenn nicht gar sehr gut 

Brauchen nicht am Abend gebunden zu werden

Brauchen nicht am Morgen befreit zu werden

Du brauchst nicht zu jagen musst sie nicht füttern

Brauchst ihnen nicht Salz noch Wasser geben


Denkst du meine Rasse ist niedrig 

Glaubst du ich bin unedel geboren 

Ist meine Abstammung dir zuwider

Wurde ich nicht in einer hohen Stellung geboren

Von einem Stamm edler Helden

Von einer würdigen Rasse die herabgekommen ist

Aber ich habe ein Schwert der Inbrunst

Und einen Speer mit Mut gefüllt

Sicherlich von guter Abstammung sind diese 

Wurden von Heldenrassen geboren

Gespitzte vom mächtigen Hisi

Von den Göttern geschmiedet 

Deshalb will ich dir geben die Größe

Die Großartigkeit meiner Rasse und Nation

Mit meinem Breitschwert voller Inbrunst

Mit meinem Speer voller Mut


Ängstlich spricht die seufzende Jungfrau 

Lemminkainen an

O Ahti Sohn von Lempo

Willst du diese vertrauende Jungfrau nehmen

Als deine treue Lebensgefährtin

Nimm mich unter deinen Schutz

Sei mir ein treuer Ehemann

Schwöre mir einen Eid von Ehre

Dass du nicht in die Schlacht ziehst

Wenn du dich nach Gold sehnst

Wenn du Gold und Silber wünschst

Dies ist Lemminkainens Antwort

Ich werde einen Eid der Ehre schwören

Dass ich niemals in den Kampf ziehen werde

Wenn ich mich nach Gold sehne 

Wenn ich mir Gold und Silber wünsche

Schwöre du auch auf deine Ehre

Du wirst nicht ins Dorf gehen

Wenn das Verlangen nach Tanz dich antreibt

Ich werde keine Dorftänze besuchen


So legten die beiden gemeinsam einen Eid ab

Registrierten ihre Gelübde im Himmel

Schworen vor der allweisen Ukko

Nimmer in den Krieg zu ziehen gelobte Ahti

Niemals zum Tanz Kyllikki


Lemminkainen voller Freude schnappte

Seine Peitsche über seinen Renner 

Peitschte seinen Rennfahrer in einen Galopp

Und diese Worte sagte der Held

Geht es euch gut ihr SahriWiesen 

Tannenwurzeln und Birkenstümpfe

Das ich wanderte im Sommer hindurch

dass ich im Winter reise 

Wo oft in der Regenzeit

In der Abendstunde verweilte ich

Als ich versuchte die Jungfrau zu gewinnen 

Wollte die Maid der Schönheit gewinnen

Schönste der SahriBlumen

Geht es euch gut ihr SahriWälder

Meere und Ozeane Seen und Flüsse

Täler und Berge Inseln und Buchten

Einst die Heimat der schönen Kyllikki


Schnell galoppierte der Renner nach Hause

Galoppierte weiter entlang der Hochstraße

In Richtung der Wiesen von Wainola

Zu den Ebenen von Kalevala


Als sie sich den AhtiWohnungen näherten

Sprach Kyllikki traurig

Kalt und trostlos ist dein Häuschen

Das wie ein verlassener Ort erscheint

Wem kann diese düstere Hütte gehören

Wem die so wenig geehrte


Sprach der Held Lemminkainen

Diese Worte Ahti aussprach

Trauere nicht um meine Hütte

Kümmere dich nicht um meine Gemächer

Ich werde dir andere Wohnungen bauen

Ich werde sie viel besser gestalten

Balken und Pfosten und Schwellen und Sparren

Aus dem heiligen Birkenholz gefertigt


Jetzt erreichen sie das Haus von Ahti

Lemminkainens Haus und Geburtsort

Betreten das Haus seiner Mutter

Dort begegnen sie seiner alten Mutter

Dies sind die Worte die die Mutter verwendet

Lange bist du abwesend gewesen

Lange in fremden Ländern bist du gewandert

Lange in Sahri hast du verweilt

Dies ist Lemminkainens Antwort

Alle Heerscharen von SahriFrauen

Alle keuschen und liebreizenden Mädchen

Alle Mädchen mit geflochtenen blonden Locken

Haben gut bezahlt für ihre Verspottung

Für ihre Verachtung und für ihr Lachen

Dass sie sich auf mich stürzten

Ich habe die Beste unter ihnen

In meinem Schlitten in dein Haus gebracht

Nun ich habe sie in meine Pelzmäntel gewickelt

Hielt sie warm in Bärenfell gehüllt

Brachte sie in die Wohnung meiner Mutter

Als meine treue Lebensgefährtin

So bezahlte ich die verächtlichen Mädchen

Bezahlte sie gut für ihren Spott


Geschätzte Mutter meines Wesens

Ich habe das lang ersehnte Juwel gefunden

Ich habe die Maid der Schönheit gewonnen

Bedecke unsere Couch mit feinstem Leinen

Gib für unsere Köpfe die weichsten Kissen

Auf unserem Tisch seltenste Lebensmittel

Damit ich darin wohnen kann mit Lust

Mit meiner Ehepartnerin der Braut der Ehre

Mit dem Stolz des fernen Sahri

Dies ist die Antwort der Mutter

Sei gepriesen o Ukko voll der Gnade

Laut gepriesen o Schöpferin

Da du mir eine Tochter gibst 

Ahtis Braut meine zweite Tochter

die am Abend das Feuer schüren kann 

Mir am besten weben kann Stoffe

Die kann die nützliche Spindel drehen

Die kann meine seidenen Bänder waschen

Die kann die reichsten Kleidungsstücke füllen


Geliebter Sohn preise deine Schöpferin

Denn der Gewinn dieser Jungfrau

Dem Stolz und der Freude des fernen Sahri

Verdankst du in der Tat deiner Schöpferin

Der allweisen allwissenden Ukko

Rein ist der Schnee auf den Bergen

Reiner noch deine Braut der Schönheit

Weiß ist der Schaum auf dem Meer

Weißer noch ihr jungfräulicher Geist

Anmutig auf den Seen der weiße Schwan

Noch anmutiger deine Begleiterin

Schön die Sterne im Himmel

Noch schöner Kyllikki

Größer mach unser bescheidenes Häuschen

Breiter bau die Türen und Fenster 

Gestalte die Decken höher

Schmücke die Wände in Schönheit

Jetzt wo du eine Braut genommen hast

Von einem Stamm höheren Standes

Die reinste Jungfrau der Schöpfung

Von den Wiesen von Sahri

Von den oberen Ufern vom Nordland




ZWEITER GESANG


Lemminkainen kunstvoller Ehemann

Rücksichtsloser Held Kaukomieli

Ständig neben seiner jungen Frau 

Er verbrachte sein Leben in süßer Zufriedenheit

Und die Jahre vergingen schnell vorwärts

Ahti dachte nicht an die Schlachten

Noch Kyllikki an die Tänze


Es war einmal dass der Held 

Lemminkainen am frühen Abend

Auf dem See fischte 

Und nicht zu Hause war

Als die grausame Nacht hereinbrach

In das Dorf ging Kyllikki

Zum Tanz der fröhlichen Mädchen


Wer wird die böse Geschichte erzählen

Wer wird die Informationen

An den Ehemann Lemminkainen weitergeben

Ahtis Schwester erzählt die Geschichte

Und der Name der Schwester war Ainikki


Bald verbreitet sie die grausame Botschaft

Geradewegs gibt sie die Information

Von Kyllikkis verlobter Ehre

Dies sind die Worte die Ainikki ausspricht

Ahti mein geliebter Bruder

Zum Dorf ging Kyllikki

In die Halle vieler Fremder

Zu den Theaterstücken und Dorftänzen

Mit den jungen Männern und den Mädchen

Mit den Mädchen der geflochtenen blonden Locken

In die Hallen der Freude und des Vergnügens


Lemminkainen sehr niedergeschlagen

Gebrochenes Herz vor Wut errötet 

Sprach diese Worte mit gemessenen Akzenten

Liebe Mutter meine grauhaarige Mutter

Willst du sofort meine Wäsche

Im Blut von Giftschlangen waschen 

Im schwarzen Blut der Störche

Ich muss in den Kampf eilen

An die Lagerfeuer des Nordlandes

Auf die Schlachtfelder von Lappland

In das Dorf ging Kyllikki

Zum Spiel der fröhlichen Mädchen

Zu den Spielen und Dorftänzen

Zu den Mägden von geflochtenen blonden Locken

Sofort spricht die Frau Kyllikki

Mein geliebter Ehemann Ahti

Ziehe nicht in den Krieg ich bitte dich

Abends lag ich schlafend

Schlummernd sah ich im Traumland

Feuer aus dem Schornstein schießen

Flammen aufsteigen himmelwärts steigen 

Aus den Fenstern dieser Wohnung

Von den Gipfeln dieser Sparren

Durchbohren unsere oberen Kammern

Brüllen wie der Fall des Wassers

Springen von Boden und Decke

Von den Hallen und Türen schießend


Aber der zweifelnde Lemminkainen 

Gibt Kyllikki diese Antwort

Ich glaube nicht an Träume oder Frauen

Habe kein Vertrauen in Gelübde von Mädchen

Treue Mutter meines Seins

Bringe meine Rüstung aus Kupfer

Starkes Verlangen regt sich in mir 

Nach dem Pokal des tödlichen Kampfes 

Nach dem Met der KampfEroberung

Dies ist die Antwort der flehenden Mutter

Lemminkainen geliebter Sohn

Ziehe nicht in den Krieg ich bitte dich

Wir haben reichlich schäumendes Bier

In unseren Gefäßen Gerstenbier

In Fässern von Eichenzapfen gehalten

Trinke dieses Bier des Friedens und der Lust

Lass uns trinken zusammen davon

Sprach der Held Lemminkainen

Ich werde das Fleisch nicht mehr schmecken

In der Heimat der falschen Kyllikki

Eher würde ich das Wasser

Von den bemalten Spitzen der Birkenruder trinken 

Weit süßer ist mir das Wasser

Als das Getränk der Schande

Bei meiner Mutter zu Hause und am Kamin


Hierher bring meine Rüstung

Bring mir jetzt das Schwert des Kampfes

Bring das Ehrenschwert meines Vaters

Ich muss ins oberer Nordland gehen

Zu den Schlachtfeldern Lapplands

Dort mir Gold und Silber zu gewinnen

Dies ist die Antwort der besorgten Mutter

Mein geliebter Kaukomieli

Wir haben Gold in großer Fülle

Gold und Silber im Lagerraum

Vor kurzem auf dem Hochland

In den frühen Morgenstunden

Arbeiteten die Arbeiter auf den Kornfeldern 

Pflügten die mit Schlangen gefüllten Wiesen

Als der Pflugschar den Deckel

Von einer Truhe aus Gold und Silber hob 

Da war unzähliges Gold freigelegt

Versteckt unter der grasbewachsenen Wiese

Dies ist der Schatz den ich dir gebracht habe

Nimm das unzählige Gold zur Begrüßung

Sprach der Held Lemminkainen

Wünsche deinem Haushalt kein Silber

In den Kriegen werde ich mein Silber verdienen

Gold und Silber aus dem Kampf

Sind für mich von größerem Wert

Als der Reichtum den du entdeckt hast

Bring mir jetzt meine schwere Rüstung

Bring mir auch meinen Speer und mein Breitschwert

Zum Nordland muss ich mich beeilen

Zu den blutigen Kriegen Lapplands

Dorthin treibt mich mein Stolz an

Dorthin wendet sich mein Herz


Ich habe eine Geschichte über Lappland gehört

Einige glauben an die wundersame Geschichte

Dass eine Maid in Pimentola lebt 

Die sich nicht um Freier kümmert 

Sich nicht um bärtige Helden kümmert

Dies ist die Antwort der alten Mutter

Kriegerischer Athi geliebter Sohn

In deinem Haus hast du Kyllikki 

Die schönste Frau aller Inseln

Seltsam zwei Frauen zu sehen

Die bei nur einem Ehemann wohnen

Sprach der Held Lemminkainen

Zum Dorf läuft Kyllikki

Lass sie zu Dorftänzen laufen

Lass sie in anderen Wohnungen schlafen

Mit der Dorfjugend finden Vergnügen

Mit den Mädchen mit geflochtenen blonden Locken


Versucht die Mutter ihn festzuhalten

Also die besorgte Mutter antwortet

Geh nicht mein Sohn Geliebter

Das sind Ignoranten von PohyaHexerei

In den fernen Häusern vom Nordland 

Bis du die Kunst der Magie hast

Bis ich eine kleine Weisheit habe

Gehe nicht zu den Schlachtfeldern

Zu den Feuern der Kinder vom Nordland

Zu den Schlachtfeldern von Lappland

Bis in der Magie du Meister bist

Dort werden dich die Mädchen 

Von Lappland bezaubern

TuryaLeute werden dich verzaubern

Singen dein Antlitz zu Holzkohle

Kopf und Schultern zum Ofen

In Asche singen sie deinen Vorderarm

Ins Feuer lenken sie deine Schritte

Sprach der kriegerische Lemminkainen

Zauberer haben mich oft verzaubert

Und die faszinierenden Schlangen

Lapplands Zauberer drei an der Zahl

An einem Vorabend im Sommer 

In der Dämmerung auf einem Felsen sitzend

Kein Kleidungsstück um sie zu beschützen

Einmal verzauberten sie mich mit ihrer Magie

So viel haben sie mir genommen

Dies ist die Summe aller meiner Verluste

Was das Kriegsbeil aus Feuerstein gewinnt

Was die Schnecke aus Granit bohrt

Was die Ferse vom Eisberg abplatzt 

Und was der Tod aus Grabsteinen entwendet


Schrecklich drohten die Zauberer

Versuchten mich mit ihrer Magie zu versenken

Im Wasser der Sümpfe

In Schlamm und tückischem Treibsand

Bis zu meinem Kinn in Sumpf und Wasser

Aber auch ich wurde als Held geboren 

Als Held und Magier geboren

War nicht von ihrer Magie beunruhigt


Sofort begann ich zu singen

Sang die Bogenschützen mit ihren Pfeilen

Sang die Speermänner mit ihren Waffen

Sang die Schwertkämpfer mit ihrer Wehr

Sang die Sänger mit ihrem Gesang

Sang die Zauberer mit ihrer Magie

Sang zu den Stromschnellen der Flüsse

Zu dem höchsten Wasserfall

In den alles verschlingenden Strudel

In die tiefsten Tiefen des Ozeans

Wo die Zauberer noch schlafen

Schlafen bis das Gras nach oben schießt

Durch die Bärte und faltigen Gesichter

Durch die Locken der Zauberer

Wie sie schlafen unter den Wogen


Bittet immer noch die besorgte Mutter

Bittet Lemminkainen immer noch

Den Helden zu bleiben

Während Kyllikki um Vergebung bittet

Dies ist die Sprache der Mutter

Geh nicht mein geliebter Sohn

In die Dörfer vom Nordland

Nicht an die kalten Grenzen Lapplands 

Düsteres Unglück wird dich treffen

Der Stern des Bösen siedelt sich an

Lemminkainens Ende und Zerstörung


Könntest du in hundert Zungen sprechen

Ich könnte dir nicht glauben 

Dass du durch die Magie deines Gesangs

Die Söhne Lapplands

Auf den Grund des Ozeans verzaubern kannst 

Du kennst die TurySprache nicht

Kannst nur die Sprache sprechen von Suomi

Kannst nicht durch witzlose Magie gewinnen


Lemminkainen rücksichtsloser Held

Auch bekannt als Kaukomieli

Stand neben seiner Mutter 

Kämmte seine Zobellocken aus und überlegte 

Bürstete seinen Bart ab und debattierte

Standhaft noch in seiner Entscheidung

Schleuderte schnell seinen Pinsel in Wut

Schleuderte ihn gegen die Wand gegenüber

Gibt seiner Mutter die endgültige Antwort

Dies sind die Worte die Ahti verwendet

Das Unglück wird mich treffen

Ein trauriges Schicksal wird mich einholen 

Das Böse kommt zu Lemminkainen

Wenn das Blut aus dieser Haarbürste fließt

Wenn Blut aus diesen Borsten sickert


So geht der kriegerische Lemminkainen

Nach Lappland

Ohne auf die Warnung seiner Mutter zu achten 

Noch auf ihr Verbot

So rüstet sich der Held Kaukomieli 

Schnell für die Kriegsführung aus

Auf seinem Kopf ein Kupferhelm

Auf seinen Schultern Kupferkappen

Auf seinem Körper Eisenpanzer

Stahl der Gürtel um seinen Körper

Während er sich für den Kampf gürtet

Spricht Ahti so

Stark der Held in seiner Rüstung

Stark in der Tat in einem Kupferhelm

Mächtig in der Rüstung aus Eisen

Stärker als jeder Held

An den düsteren Ufern Lapplands

Braucht keine Angst vor ihren weisen Zauberern zu haben

Ich brauche ihre stärksten Fohlen nicht zu fürchten

Ich brauche keinen Krieg mit Zauberern zu fürchten


Er ergriff dann das Schwert der Schlacht

Ergriff fest das schwere Breitschwert

Das Tuoni geschliffen hatte

Das die Götter geschärft hatten 

Stieß es in die Lederscheide

Band die Scheide an seine Rüstung


Wie schützen sich Helden vor Gefahren 

Wie schützen sie sich vor dem Bösen

Helden bewachen ihre Häuser und Kamine 

Bewachen ihre Türen und Dächer und Fenster 

Bewachen die Pfosten die die Fackeln beleuchten 

Bewachen die Straßen zum Hof

Bewachen die Enden aller Tore

Helden schützen sich vor Weibern

Vorsichtig sind sie vor fröhlichen Mädchen

Wenn dabei ihre Stärke fehlt

Fallen leicht die Helden als Opfer

In die Fallen der Zauberer

Außerdem sind Helden wachsam 

Gegenüber den Stämmen kriegerischer Riesen

Wo die Hochstraße doppelt abzweigt

An den Grenzen des blauen Felsens

An den Sümpfen voller Bösem

In der Nähe des mächtigen Wasserfalls 

In der Nähe des Kreises des Strudels

In der Nähe der feurigen Quellen und Stromschnellen

Sprach das dicke Herz Lemminkainen

Erhebt euch Helden des Breitschwerts

Ihr die ewigen Helden der Erde

Aus den Tiefen ihr Sichelträger

Aus den Bächen ihr Armbrustschützen

Komm du Wald mit deinen Bogenschützen

Komm du Dickicht mit deinen Armeen

Berggeister kommt mit euren Kräften

Komm Hisi mit deinem Schrecken

Wassermutter mit deinen Gefahren

Komm Wellamo mit deinen Meerjungfrauen

Kommt ihr Mädchen aus den Tälern

Kommt ihr Nymphen von gewundenen Flüssen

Beschützt diesen Helden

Seid seine TagundNachtBegleiter

Leibwache für Lemminkainen

Also die Speere von Assistenten abzustumpfen

Also abzustumpfen ihre spitzen Pfeile

Dass die Speere der Zauberer

Dass die Pfeile der Bogenschützen

Dass die Waffen der Feinde

Können nicht diesem bärtigen Helden schaden


Sollte diese Kraft nicht ausreichen

Kann ich andere Mächte anrufen

Ich kann die Götter über mir rufen 

Die große Gottheit des Himmels rufen

Die den Wolken ihren Lauf gibt

Die durch grenzenlosen Äther regiert

Die den Marsch lenkt der Sturmwinde


Ukko du Gottheit über mir

Du die Mutter der Schöpfung

Die die durch den Donner spricht

Du deren Waffe der Blitz ist

Du deren Stimme vom Äther getragen wird

Gib mir jetzt dein mächtiges Feuerschwert 

Gib mir deine brennenden Pfeile

Blitzpfeile für meinen Köcher

So beschütze mich vor aller Gefahr

Schütze mich vor den Tücken der Hexen

Bewahre meine Füße vor jedem Übel

Hilf mir die Zauberer zu erobern

Hilf mir sie aus dem Nordland zu vertreiben

Die vor mir stehen im Kampf

Die die Reihen hinter mir füllen

Die um mich herum die über mir

Die unter mir hilf mir zu verbannen

Mit ihren Messern und Schwertern und Armbrüsten

Mit ihren Speeren von schärfstem Temperament

Mit ihren Zungen böser Magie

Hilf mir diese LapplandZauberer

In die tiefsten Tiefen des Ozeans zu jagen

Um dort mit Wellamo zu ringen


Dann pfiff der rücksichtslose

Lemminkainen laut nach seinem Hengst

Rief den Renner von den Hürden

Rief sein braunes Ross von der Weide

Warf das Geschirr über den Renner

Koppelte den Fuß an den Schneeschlitten

Sprang auf die höchste Querbank 

Knallte seine Peitsche über dem Renner

Und das Ross fliegt schnell weiter

Bindet den Schlitten auf seiner Reise

Und die goldene Ebene hallt wieder

Reist einen Tag dann einen zweiten

Reist den ganzen nächsten Tag nach Norden

Bis der dritte Tag ihn

In ein trauriges Dorf in Nordland bringt 

An den düsteren Ufern Lapplands


Hier fuhr der Held Lemminkainen

Auf der untersten Straße

Durch die Straßen entlang der Grenze

Zu einem Hof im Weiler 

Und fragte einen in der Tür stehenden Mann

Gibt es einen in dieser Wohnung 

Der den Brustpanzer meines Hengstes nehmen kann

Der kann seinen schweren Kragen heben

Dass diese Pfeile sich richtig senken können


Auf dem Boden spielte ein Baby

Und das kleine Kind gab diese Antwort

Es gibt niemanden in dieser Wohnung 

Der den Brustpanzer deines Hengstes nehmen kann 

Der seinen schweren Kragen anheben kann

Dass sich die Pfeile richtig senken können


Lemminkainen nicht entmutigt

Peitscht seinen Renner zum Galopp

Eilt durch das Dorf vorwärts

Mitten auf den Hochstraßen

Zum Hof in der Mitte

Fragt einen der auf der Schwelle steht 

Und sich auf die Türpfosten des Hauses stützt

Gibt es hier jemanden der das Zaumzeug 

Meines Hengstes ausrutschen lässt 

Der seine ledernen Brustgurte nehmen kann 

Der meinen königlichen Renner pflegen kann


Vom Kamin aus sprach ein Zauberer

Von ihrer Bank aus antwortete die Hexe

Du kannst einen in dieser Wohnung finden 

Der das Zaumzeug deines Renners ausrutschen lässt

Der seinen schweren Brustpanzer nehmen kann 

Der deinen königlichen Renner pflegen kann

Es gibt hier tausend Helden

Die dich nach Hause eilen lassen 

Die dir Hengste geben können 

Die dich in dein Land heim jagen können

Rücksichtsloser Schlingel und Magier

Zu deinem Haus und zu anderen Minnesängern

Zu den Hochländern deines Vaters

Zu den Hütten deiner Mutter

Zur Werkbank deines Bruders

Zur Molkerei deiner Schwester

Bevor der Abendstern aufgegangen ist

Bevor sich die Sonne zurückzieht um zu schlummern


Lemminkainen wenig ängstlich

Gibt dem Zauberer diese Antwort

Ich sollte dich für deine Sachlichkeit töten 

Damit dein Klappern zum Schweigen gebracht wird


Dann peitschte er sein feuriges Ross

Und das Ross flog schnell weiter

Oben auf den Hochstraßen

Zum Hof auf dem Gipfel

Als sich der rücksichtslose Lemminkainen

Dem oberen Hof genähert hatte

Sprach er die folgenden Worte aus

O du Hisi stopfe diesem Wachhund Lempo 

Stopfe seine Kehle und Nasenlöcher

Schließe den Mund dieses wilden Marktschreiers

Zügele des Bösartigen Eckzahn 

Damit der Beobachter schweigt

Während der Held an ihm vorbeigeht 


Dann trat er in den Saal des Hofes

Mit seiner Peitsche schlug er auf den Boden

Vom Boden stieg ein Dampf auf

Im Nebel erschien ein Schweinchen

Das den königlichen Renner abkoppelte

Von seinem Rücken entfernte es das Geschirr 

Es schenkte dem müden Ross Aufmerksamkeit

Dann trat der Held Lemminkainen

Vorsichtig vor und hörte zu

Niemand sah den seltsamen Zauberer

Niemand hörte seine vorsichtigen Schritte

Er hörte Lieder in der Wohnung

Durch die moosgefüllten Ritzen hörte er Stimmen

Durch die Wände ließ er sie singen

Durch die Türen das Gelächter dringen


Dann spähte er in die Hofsäle

Lauerte schlau im Flur

Fand die mit Sängern gefüllten Hofsäle

An den Wänden saßen Saitenspieler

In der Nähe der Türen schwebten die Weisen

Geschickte saßen auf den Bänken

In der Nähe der Feuer die bösen Zauberer

Alle sangen Lieder aus Lappland

Lieder von dem bösen Hisi


Jetzt ändert der Minnesänger Lemminkainen 

Sowohl seine Form als auch seine Statur

Geht durch die inneren Türen

Betritt den geräumigen Hofsaal

Und diese Worte sagt der Held

Fein der Gesang endet schnell

Gut dass das Lied schnell aufhört

Besser deine Weisheit zu bewahren

Als sie von den Hausdächern zu singen


Kommt die Gastgeberin von Pohyola

Eilt flüchtig durch die Tür

In die Mitte des Hofsaals

Und spricht so den Fremden an

Früher lag da ein Hund und beobachtete

War ein eiserner Köter

Ein Fleischliebhaber ein KnochenVerschlinger

Liebte es das Blut von Fremden zu lecken

Wer bist du denn von den Helden

Wer von allen Heerscharen von Helden

Dass du in meinen Hofsälen bist

Dass du zu meiner Wohnung kommst

Wurdest nicht außerhalb meiner Portale gesehen

Wurdest nicht von meinen Wachhunden gerochen

Sprach der rücksichtslose Lemminkainen

Glaube nicht dass ich hierher komme 

Ich habe weder Witz noch Weisheit 

Habe weder Kunst noch Macht

In Ahnenwissen bin ich reich

In der Klugheit der Väter 

Damit deine Wachhunde mich nicht verschlingen


Meine hingebungsvolle Mutter wusch mich

Als ein zartes und sanftes Baby

Dreimal in den Nächten des Sommers

Neun Mal in den Nächten des Herbstes

Dass auf meinen Reisen nach Norden 

Ich könnte die alte Weisheit singen

Mich also vor der Gefahr zu schützen

In meinem Zuhause singe ich so weise

Wie die Minnesänger deines Weilers


Dann begann der Sänger Lemminkainen

Alter Held Kaukomieli

Schnell seine Beschwörungsformeln

Sang sofort die Lieder der Hexerei

Aus seinem Pelzmantel schießt der Blitz 

Flammen schießen aus seinen Augäpfeln

Aus der Magie seines Gesangs

Aus seiner wunderbaren Verzauberung 

Sang die allerbesten Sänger

Bis zu den schlimmsten Minnesängern

Füllte seinen Mund mit Staub und Asche

Stapelte die Felsen auf seine Schultern

Stillte die besten Hexen Lapplands

Stillte die Zauberer und Magier

Dann verbannte er alle ihre Helden

Verbannte alle ihre stolzen Minnesänger

Diesen hierhin diesen dorthin

In das arme Grünland

Zu den unproduktiven Hochländern

Zu den Ozeanen zu den Wittlingen

Zu den Wasserfällen von Rutya

Zu dem heißen und brennenden Strudel

Zu den mit Meerschaum bedeckten Gewässern 

Zu Feuer und kochendem Wasser 

Zu ewiger Qual


Dann sang der Held Lemminkainen 

Die Fohlen mit ihren Breitschwertern

Sang die Helden mit ihren Waffen

Sang die Ältesten sang die Jüngsten

Sang die Mittleren verzaubert

Nur einer verließ seine Sinne

Er war ein armer wehrloser Hirte

Alt und blicklos hart und elend

Und der Name des alten Mannes war Nasshut

Sprach der elende Hirte

Du hast alt und jung verzaubert

Du hast alle unsere Helden verbannt

Warum hast du diesen elenden Hirten verschont

Dies ist Lemminkainens Antwort

Darum habe ich dich nicht verzaubert

Du bist alt und blind und elend

Schwachsinnig und harmlos

Abscheulich ohne meine Magie

Du hast in deiner besseren Lebenszeit

Als ein Hirte sich mit Bosheit füllte

Alle Beeren deiner Mutter ruiniert

Deine Schwester unwürdig gemacht 

Das ganze Vieh deines Bruders ruiniert

Die Hengste deines Vaters zu Tode getrieben

Durch die Sümpfe über die Wiesen

Durch das Tiefland über die Berge

Den Rat deiner Mutter nicht beachtend


Daraufhin wurde der elende Nasshut ärgerlich

Und schwor Rache 

Er humpelte sofort durch die Tür

Humpelte über den Hof hinaus 

Über die Wiesen und Weiden

Zum Fluss des Todeslandes 

Zum heiligen Strom und Strudel

Zum Königreich Tuoni

Zu den Inseln Manala

Dort hat er auf Kaukomieli gewartet

Hat lange auf Lemminkainen gehört 

Dachte er müsse diesen Fluss passieren

Auf seiner Reise in sein Land

Auf die Hochstraße zu den Inseln

Von den oberen Ufern von Pohya

Von der trostlosen Sariola




DRITTER GESANG


Spricht der alte Lemminkainen

Zu der Gastgeberin von Pohyola

Gib mir deine schöne Tochter

Bring mir jetzt deine siegreiche Jungfrau

Bring die beste Jungfrau Lapplands 

Die schönste Jungfrau des Nordlandes


Louhi Gastgeberin von Pohyola

Antwortete dem wilden Zauberer

Ich werde meiner Tochter niemals geben

Niemals meine schönste Jungfrau geben

Nicht die beste noch die schlechteste

Nicht die größte noch die kleinste

Du hast jetzt eine Frau als Begleiterin

Du hast daher eine Gastgeberin genommen 

Die von der schönen Kyllikki getragen wurde


Dies ist Lemminkainens Antwort

In mein Haus nahm ich Kyllikki

In mein Häuschen auf der Insel

Zu meinen Eingangstoren und Verwandten

Jetzt wünsche ich mir eine bessere Gastgeberin

Bringe sofort deine schönste Tochter

Die würdigste aller Jungfrauen

Die schönste Magd mit Zobelsträhnen

Die Gastgeberin von Pohyola sprach

Niemals werde ich meine Tochter

Einem falschen und wertlosen Helden geben 

Einem vergeblichen Minnesänger und bösen

Darum bete du für meine Jungfrau

Darum werbe um die Blume mit dem süßen Gesicht 

Wenn du mir den wilden Elch

Von den HisiFeldern und Wäldern bringst 


Da schnitzte der kunstvolle Lemminkainen 

Geschickt seine Speere 

Machte schnell seine lederne Bogenschnur

Und bereitete seinen Bogen und seine Pfeile vor

Und soliloquisierte wie folgt

Jetzt sind meine Speere bereit

Alle meine Pfeile sind auch bereit

Und mein EichenBogen gebeugt

Aber meine Schneeschuhe sind nicht gebaut

Wer macht mir würdige Schneeschuhe


Lemminkainen ernst und nachdenklich

Hat lange nachgedacht wohlüberlegt 

Wo die Schneeschuhe hergestellt werden könnten

Wer der Künstler der sie herstellen könnte

Beeilt sich zur KauppiSchmiede

Zur Schmiede von Lylikki

So sprach der Schneeschuhkünstler

O du geschickter Woyalander

Kauppi fähigster Schmied von Lappland

Mach mir schnell zwei würdige Schneeschuhe

Glätte sie gut und mache sie robust 

Dass ich in Tapio den wilden Elch

Der durch die HisiWälder streift

Als Mitgift für ihre Tochter fangen 

Und zu Louhi bringen darf 


Da antwortete Lylikki

Kauppi gab diese sofortige Entscheidung

Lemminkainen rücksichtsloser Minnesänger

Du wirst vergeblich den wilden Elch jagen

Du wirst nur Schmerz und Folter finden

In den HisiMooren und Wäldern


Wenig das beachtend Lemminkainen sprach

Diese Worte zu Lylikki

Mach mir die würdigen Schneeschuhe

Arbeite schnell und mache sie fertig

Ich werde gehen und fangen den blauen Elch

Wo er in Tapio stöbert

In den HisiWäldern und Schneefeldern


Dann Lylikki Schneeschuhhersteller

Der alte Kauppi Meisterkünstler

Schnitzte im Herbst seine Schneeschuhe 

Glättete sie an den Winterabenden 

Arbeitete eines Tages an den Läufern 

Machte den ganzen nächsten Tag Stockringe

Bis endlich die Schuhe fertig waren

Und die Verarbeitung war perfekt

Dann befestigte er die Schuhgurte gut

Glatt wie die Haut des Storches

Weich wie Fuchspelz waren die Stockringe

Geölt hatte er gut seine wundersamen Schneeschuhe

Mit dem Talg des Rentiers

Als er so soliloquisierte 

Dies sind die Akzente von Lylikki

Gibt es in Lappland eine Jugend 

Einen in dieser Generation

Der in diesen Schneeschuhen reisen kann 

Der kann die unteren Bereiche bewegen


Sprach der rücksichtslose Lemminkainen

Voller Hoffnung Leben und Kraft

Sicher gibt es einen in Lappland

In dieser aufstrebenden Generation

Der kann in diesen Schneeschuhen reisen

Kann das rechts und links schaffen


An seinen Rücken band er den Köcher 

Legte den Bogen auf seine Schulter

Ergriff mit beiden Händen seinen Schneestock 

Und sprach unterdessen folgende Worte

Es gibt nichts in den Wäldern

Nichts in der Welt von Ukko

Nichts unter dem Himmel 

Im Hochland im Tiefland

Nichts in den Schneefeldern läuft

Kein Flottenhirsch des Waldes

Der könnte nicht mit den Schneeschuhen 

Von Lylikki überholt werden 

Mit den Schritten von Lemminkainen


Der böse Hisi hörte diese Worte

Juutas hörte auf ihre Echos

Sofort rief Hisi den Wildelch 

Jutas formte bald ein Rentier

Und der Kopf bestand aus Punkholz 

Die Hörner aus nackten Weidenzweigen

Die Füße wurden von den Binsen geliefert

Und die Beine von Schilf im Wasser

Die Adern wurden aus verdorrten Gräsern

Die Augen aus Gänseblümchen der Wiesen

Die Ohren waren aus Wasserblumen geformt

Und die Haut aus gelbbrauner Tannenrinde

Aus saftigem Holz die Muskeln

Schön und flott das magische Rentier


Jutas weist dem wilden Elch an

Dies sind die Worte des bösen Hisi

Flieh weg du Elch von Jutas 

Flieh weg du HisiRentier

Wie die Winde du schneller Renner

Zu den Schneehäusern des Waldläufers

Zu den Gebirgskämmen

Zu den schneebedeckten Hügeln Lapplands 

Damit dein Jäger erschöpft ist 

Dein Verfolger gequält wird

Lemminkainen erschöpft ist


Daraufhin rannte das HisiRentier 

Der JutasElch mit verzweigtem Geweih

Flott durch Moor und Wald

Über Lapplands Hügel und Täler

Durch die offenen Felder und Höfe

Durch die WohnhausTüren und Tore 

Drehte Wasserwannen um

Warf die Kessel von der Feuerstange

Und verärgerte das Geschirr beim Kochen

Dann kam ein furchtbarer Aufruhr auf

In den Höfen von Pohyola begannen

Lappländische Hunde zu bellen

Lappländische Kinder weinten vor Schrecken

Lappländische Frauen brüllten vor Lachen

Und die lappländischen Helden schrien


Fleißig folgte Lemminkainen

Folgte schnell und folgte schneller

Eilte hinter dem wilden Elch her

Über Sümpfe und durch die Wälder

Über weite und weglose Schneefelder

Über hohe aufständische Berge

Feuer von seinen Läufern schießt

Rauch entsteht aus seinem Schneestock

Er konnte den wilden Elch nicht hören

Konnte den fliehenden flotten Fuß nicht sehen

Gleitet weiter durch Feld und Wald

Gleitet über Seen und Flüsse

Über Land jenseits des glatten Meeres

Durch die Wüstenebenen von Hisi

Gleitet über die Ebenen von Kalma

Durch das Königreich Tuoni

Bis zum Ende von Kalmas Reich

Wo die Rachen des Todes offen stehen

Wo sich das Haupt von Kalma senkt

Bereit den Fremden zu verschlingen 

Den wilden Lemminkainen zu verschlingen

Aber Tuoni kann ihn nicht erreichen

Kalma kann ihn nicht überholen


Ferne Wälder sind noch nicht befahren

Weit entfernt steht ein Wald

Von Kaukomieli nicht erforscht

In den ausgedehnten Grenzen des Nordens

Im Reich des trostlosen Lapplands

Nun eilt der Held mit seinen Schneeschuhen 

In die fernen Wälder

Um dort die Elche von Piru zu jagen

Als er sich dem Wald nähert

Bringt er einen schrecklichen Aufruhr

Von den fernen Grenzen des Nordlands

Von den trostlosen Feldern Lapplands

Hört die Hunde bellen

Hört die Kinder laut schreien

Hört das Lachen der Frauen

Hört das Geschrei der Helden

Daraufhin stürmt der wilde Lemminkainen 

Hastig auf seinen Schneeschuhen vorwärts

Zu dem Ort an dem die Hunde bellen

Zu den fernen Wäldern Lapplands


Als sich der rücksichtslose Kaukomieli

Dieser HisiEcke genähert hatte

Begann er sofort zu fragen

Warum dieses Lachen oder die Frauen

Warum das Schreien der Kinder

Warum das Schreien der Helden

Warum dieses Bellen der Wachhunde?

Diese Antwort war prompt gegeben

Dies ist der Grund für diesen Aufruhr

Frauen lachen Kinder schreien

Helden schreien Wachhunde bellen

Hisis Elche rannten hierher hierher

Kamen die PiruRentiere hierher

Kamen sie mit silbernen Hufen

Durch die offenen Felder und den Hof

Durch die PenthouseTüren und Tore

Wannen oder Wasser umdrehend

Warfen die Kessel vom Feuerpfahl

Und das Geschirr beim Kochen verärgernd


Dann nahm der Held Lemminkainen sofort

Seinen ganzen Mut zusammen

Schob seine mächtigen Schneeschuhe voran

Schnell wie Addierer in den Stoppeln 

Ebene Büsche in den Sümpfen

Wie die schnellen und feurigen Schlangen

Sprach diese magischen Worte

Hielt das Gleichgewicht mit sein Schneestab

Komm du lappländischer Held

Bring mir den Elch von Juutas

Komm du Stärke der LapplandFrauen

Und bereite den kochenden Kessel vor

Komm du von den lappländischen Kindern

Bring Feuer und Treibstoff zusammen

Komm du Stärke der lappländischen Kessel

Hilf die HisiWildelche zu kochen


Dann eilte Lemminkainen mit mächtiger Kraft 

Und Mut vorwärts schlug

Rückwärts und schoss vorwärts

Mit einem langen Schwung seines Schneeschuhs

Verschwand der Held aus dem Blickfeld

Mit dem zweiten der weiter schoss

War der Jäger nicht mehr zu hören

Mit dem dritten glitt der Held

Auf den Schultern des wilden Elches

Nahm eine Stange aus dickstem Eichenholz

Nahm einige Rindenschnüre von der Weide

Um den Elchhirsch zu binden 

Band ihn an seine Eichenhürde

Zu dem Elch sprach er wie folgt

Hier bleib du Elch von Juutas springe herum

Mein springender Renner 

In meinem Hürdensprung und tolle herum

Gefangen von den Feldern von Piru

Aus den HisiTälern und Bergen


Dann streichelte er den gefangenen Wildelch 

Klopfte ihm auf die Stirn und

Sprach erneut mit gemessenen Akzenten

Ich möchte eine Weile verweilen

Ich würde gerne einen Moment

In der Hütte meiner Jungfrau ruhen

Mit meiner Jungfrau jung und lieblich


Da wurde der HisiElch wütend

Stampfte mit den Füßen und schüttelte sein Geweih

Sprach diese Worte zu Lemminkainen

Wahrlich Lempo wird dich bald bekommen

Solltest du neben der Jungfrau sitzen

Solltest du bei der Jungfrau verweilen


Jetzt stampft und rauscht der wilde Elch

Zerreißt die Weidenbänder in zwei Teile 

Bricht die Eichenholzstange in Stücke

Und hebt die Hürde des Jägers auf

Springt schnell von seinem Entführer 

Springt mit Kraft der Freiheit davon

Über Hügel und über Tiefland

Über Sümpfe und über Schneefelder

Über Berge in Heide bekleidet

Dass das Auge sehe ihn nicht

Auch nicht das Ohr des Helden ihn erkenne


Daraufhin wird der mächtige Jäger 

Zornig und ist sehr entmutigt

Beginnt erneut den Elch zu fangen und

Gleitet hinter dem Renner davon

Mit seiner Macht stürzt er vorwärts

Beim Rist bricht sein Schneeschuh

Bricht die Läufer in Fragmente

Auf den Reittieren bricht sein Speer

In der Mitte bricht sein Schneestab

Und der Elch springt vor ihm weiter

Durch die HisiWälder und Schneefelder

Weg von Lemminkainen nicht zu erreichen


Dann sah der rücksichtslose Kaukomieli

Mit gebeugtem Kopf schlecht gelaunt

Nacheinander auf die Fragmente 

Er sprach Worte alter Weisheit

Nordlandjäger niemals niemals

Geh trotzig in deine Wälder

In den HisiTälern und Bergen um

Dort zu jagen der Elch von Juutas

Wie dieser sinnlose rücksichtslose Held

Ich habe meine magischen Schneeschuhe zerstört

Auch meinen nützlichen Schneestab ruiniert

Und meine Speere habe ich gebrochen

Während der wilde Elch in Sicherheit

Durch die HisiFelder und Wälder rennt



VIERTER GESANG


Lemminkainen sehr entmutigt

Hat tief nachgedacht und lange überlegt

Was zu tun ist welcher Kurs zu befolgen ist

Ob man den Wildelch am besten 

In den Wildnissen von Hisi zurücklässt

Und nach Kalevala zurückkehrt

Oder ein drittes Mal den Waldläufer jagt 

In der Hoffnung ihn gefangen zu nehmen

So kehre endlich als Sieger

In das Waldhaus von Louhi zurück

Zur Freude aller deiner Töchter

Zum glücklichen Kamin der Waldnymphe


Mut fassend Lemminkainen

Sprach diese flehenden Worte

Ukko du Gott über mir

Du Schöpfer des Himmels

Ordne meine Schneeschuhe gut

Und versorge sie beide mit Schnelligkeit 

Damit ich schnell über Sümpfe 

Über Schneefelder reisen kann

Über Tiefebene über Hochland

Durch das Reich des bösen Hisi

Durch die fernen Ebene von Lappland

Durch die Wege der Lempo der Wildelches

In den WaldHügel von Juutas

Zu den Schneefeldern soll ich reisen

Lass die Helden in die Wälder

Auf dem Weg nach Tapiola

In Tapios wilde Behausungen


Gruß bringe ich in die Berge

Gruß in die Täler und das Hochland

Grüße euch Höhen mit bewaldeten Wäldern

Grüße euch immergrüne Tannen

Grüße euch weißliche Espenhaine

Grüße euch die mich grüßen

Felder und Bäche und Wälder Lapplands

Bringt mir Gunst Bergwälder

Lapplandwüsten zeigt mir Güte

Mächtiger Tapio sei gnädig

Lass mich durch deine Wälder wandern

Lass mich an deinen Flüssen entlang gleiten

Lass diesen Jäger deine Schneefelder suchen

Wo die Wildelchherden in Menge leben

Wo das springende Rentier verweilt


O Nyrikki Bergheld

Sohn vom Tapio der Wälder

Held mit der scharlachroten Kopfbedeckung

Kerben mache auf dem Weg

Wahrzeichen nach oben in die Berge 

Damit dieser Jäger nicht wandert

Nicht fällt und im Schnee umkommt 

In den Feldern deines Königreichs

Auf Jagd nach den Elchen von Hisi

Der Mitgift vom Stolz von Nordland


Herrin des Waldes Mielikki Waldmutter

In Schönheit geformt

Lass dein Gold reichlich fließen

Lass dein Silber weiter wandern

Für den Helden der nach

Dem wilden Elch deines Königreichs sucht

Bring mir hier deine Schlüssel von Silber

Aus dem goldenen Gürtel um dich

Öffne Tapios reiche Kammern

Und schließe die Waldfestung auf

Während ich hier auf die Beute warte

Während ich den Elch von Lempo jage


Sollte dieser Dienst zu niederträchtig sein

Gib deinen Dienern den Befehl

Sende sofort deine Dienstmädchen

Und befehle es deinem Volk

Du wirst niemals eine Gastgeberin sein

Wenn du nicht in deinem Dienst bist

Mädchen zu Hunderten sind bereit

Tausende die auf dein Gebot warten

Die deine Herden beobachten und pflegen

Kümmern sich um das Spiel deiner Herrschaften


Große und schlanke Waldjungfrau

Tapios geliebte Tochter

Schlag jetzt deine HonigflötenNoten

Spiel auf deiner Waldpfeife

Für das Hören deiner Geliebten

Für deine bezaubernde Waldherrin

Lass sie dein süßes Spiel hören 

Damit sie aus dem Schlaf hervorgeht

Sollte deine Herrin nicht erwachen

Rufe beim Ruf deiner Flötennoten 

Noch einmal und spiele unaufhörlich

Lass die goldene Zunge widerhallen


Der wilde und gewagte Lemminkainen

Standhaft betet auf seiner Reise

Ruft die Götter zum Beistand auf

Eilt durch Felder und Moore

Geht durch grausames Buschholz

Zur Zeche von Hisi

Zu den brennenden Feldern von Lempo

Glitt einen Tag dann einen zweiten

Glitt den ganzen nächsten Tag weiter

Bis er zum GroßenSteinBerg kam

Auf seinen felsigen Gipfel kletterte

Seine Blicke nach Nordwesten richtete 

In Richtung der Moore und Sümpfe des Nordlandes

Dort erschien die TapioVilla

Alle Türen waren goldfarben und

Leuchteten im Sonnenlicht

Durch das Dickicht der Berge

Durch die fernen Felder von Nordland


Lemminkainen sehr ermutigt

Hastete von seiner Station weiter

Durch das Tiefland über das Hochland

Über weite und leere Schneefelder 

Unter schneebedeckten Tannen und Espen

Hastete vorwärts glücklich

Erreicht schnell Tapios Höfe 

Slyly bleibt draußen

An Tapios Fenstern stehen

Und schaut in ihre Villa

Spion vor einigen freundlichen Frauen

Vor ihm ausgestreckte Walddamen

Alle sind in spärliche Gewänder gekleidet 

Sie sind in schmutzige Bettwäsche gekleidet

Sprach der Fremde Lemminkainen

Warum sitzt ihr Waldmütter

In euren alten und einfachen Kleidern

In eurer verschmutzten und zerlumpten Wäsche?

Ihr seid zu unordentlich seid zu unordentlich

Zu unansehnlich euer Aussehen

In euren zerlumpten Kleidern

Als ich im Wald lebte

Gab es drei Bergburgen

Eine aus Horn und eine aus Elfenbein

Und die dritte aus Holz

In ihren Wänden waren goldene Fenster

Sechs Fenster in jedem Schloss

Durch diese Fenster entdeckte ich das

Ganze Heer von Tapios Herrenhaus

Sah seine schöne und stattliche Gastgeberin

Sah die schöne Tochter des großen Tapio

Sah Tellervo in ihrer Schönheit

Mit ihrem Zug charmanter Mädchen

Alle waren in goldene Kleidung gekleidet

Alle in Gold und Silber

Dann die königliche Gastgeberin des Waldes

Immer noch die Gastgeberin dieser Wälder

An ihren Armen trug sie goldene Armbänder

Goldene Ringe an ihren Fingern

In ihren Haaren funkelten Juwelen

An ihren Perlen waren goldene Netze

In ihren Ohren waren goldene Ohrringe

An ihrem Hals eine Perlenkette

Und ihre Zöpfe mit Silber geziert


Schöne Gastgeberin des Waldes

Metsolas bezaubernde Geliebte

Wirf deine hässlichen Strohschuhe beiseite 

Wirf die Schuhe aus Birkenrinde weg

Zieh dein schmutziges und zerlumptes Leinen aus

Zieh dein Kleid aus schäbigem Stoff aus

Zieh das helle und festliche Gewand an

Das Kleid der Fröhlichkeit

Während ich innerhalb deiner Grenzen bleibe

Während ich meine Waldbeute suche 

Jage den Elch des bösen Hisi

Hier wird mein Besuch lästig sein

Hier wird dein Gast schlecht gelaunt sein

Auf deinen Feldern warten und in den Wäldern

Jage ich hier den Elch von Lempo

Finde nicht den HisiWaldläufer

Solltest du mir keinen Genuss geben

Soll ich keine Freude noch Ruhe finden

Lang der Vorabend der kein Vergnügen bereitet

Lang der Tag der keine Beute bringt


Zobelbärtiger Gott der Wälder

In deinem Hut und Mantel aus Hermelin

In deiner Robe mit feinsten Fasern

Deck deine Haine mit reichsten Stoffen

Gib den Tannenbäumen Silber glänzend

Deck mit Gold die schlanken Balsambäume

Gib den Fichten Kupfergürtel

Und die silbernen Gürtel den Tannen

Gib den Birken goldene Blumen

Deck ihrer Stiele mit SilberArbeit

Diese war ihre Tracht in früheren Zeiten

Als die Tage und Nächte waren heller

Als die Tannen leuchteten wie Sonnenlicht

Und die Birken wie die Mondstrahlen

Honig atmete durch den Wald

Siedelte sich in den Tälern und Hochländern an

Mit Gewürzen in den Wiesenrändern

Aus dem Tiefland austretendem Öl


Waldtochter schöne Jungfrau 

Goldene Jungfrau schöne Tulikki

Zweite der TapioTöchter

Führe das Spiel innerhalb dieser Grenzen

Zu diesen weit ausgedehnten Schneefeldern

Sollte das Rentier zu träge sein

Sollte sich der Elchhirsch auch bewegen

Schneide eine Birkenrute aus dem Dickicht

Peitsche ihn in seiner Schönheit hierher

Treibe den wilden Elch zu meiner Hürde 

Treibe die lang ersehnte Beute hierher

Zu dem Jäger der zuschaut und

In den HisiWäldern wartet


Wenn das Spiel hierher begonnen hat

Halte sie auf der richtigen Bahn

Halte deine magischen Hände vor ihnen

Bewache sie gut auf beiden Straßenseiten 

Damit der Elch dir nicht entkommt 

Er darf nicht auf einem Nebenweg herumspringen

Vielleicht wandern die Elchhirsche

Durch einen Waldweg

Nimm ihn an den Ohren und am Geweih

Hierher führt der Stolz von Lempo


Wenn der Weg mit Buschholz gefüllt ist

werfen Sie das Buschholz zum Straßenrand

wenn die Äste seinen Weg kreuzen

brechen Sie die Äste in Fragmente

sollte ein Zaun aus Tanne oder Erle

den Weg kreuzen der ihn hierher führt

machen Sie eine Öffnung darin

öffne neun versperrende Zäune

wenn der Weg von Bächen gekreuzt wird

wenn der Weg von Flüssen gestoppt wird

mache eine Brücke aus Seidenstoff

webe scharlachrote Netze

fahre die Hirschherde sanft darüber

führe sie sanft über das Wasser

über die Flüsse deiner Wälder

über die Ströme deiner Herrschaft


Du der Wirt von Tapios Herrenhaus

liebenswürdiger Wirt von Tapiola

zobelbärtiger Gott der Wälder

goldener Herr der Wälder von Nordland

du oh Tapios würdige Gastgeberin

Königin der verschneiten Wälder Mielikki

alte Dame in himmelblauem Gewand

FenlandQueen in scharlachroten Bändern

komme ich um mein Silber auszutauschen

um mein Gold und Silber auszutauschen

Gold habe ich so alt wie Mondlicht

Silber des Zeitalters des Sonnenscheins

in den ersten Jahren wurde gesammelt

in der Hitze und im Schmerz von Schlacht

es wird in meinen Beuteln rosten

bald wird es sich abnutzen und zugrunde gehen

wenn es nicht für den Handel verwendet wird


Lange glitt der Jäger Lemminkäinen

durch das Moor und den Wald

sang seine Lieder durch die Wälder

sang durch drei Gebirgstäler sie

sang die Waldhostess freundlich

sang er auch Tapio freundlich

freundlich alle Waldjungfrauen

alle von Metsolas schönen Töchtern


Jetzt gründen sie die Herden von Lempo

starten den wilden Elch aus seinem Schutz

im Reich des bösen Hisi

Tapios höchster Bergregion

jetzt fahren sie den Waldläufer nach Hause

zu den offenen Höfen von Piru

zu dem Helden der wartet

auf die Jagd nach den Elchen von Juutas


Als die Herde die Burg erreicht hatte

warf Lemminkäinen sein Lasso

über das Geweih des Blauelches

und ließ sich auf Hals und Schultern

des mächtigen Elches von Hisi nieder

Dann streichelte der Jäger Kaukomieli

in Sicherheit den Hals seines Gefangenen

denn der Elch war gut eingesperrt


Daraufhin sprach der kühne Lemminkäinen

voller Freude wie folgt

Stolz der Wälder Königin der Wälder

Metsolas verzauberte Gastgeberin

schöne Walddame Mielikki

Mutterspenderin der Berge

nimm das Gold das ich versprochen habe

komm und nimm das Silber weg

verbreite dein Kopftuch gut vor mir

verbreite hier deinen seidenen Halswickel

unter dem goldenen Schatz

unter dem glänzenden Silber

damit es sich nicht auf der Erde niederlässt

verstreut im Schnee des Winters


Dann ging der Held ein Sieger

zu den Wohnungen von Pohjola

und richtete diese Worte an Louhi

Ich habe den Elch von Hisi gefangen

in den MetsolaHerrschaften

gib oh Gastgeberin gib deine Tochter

gib mir deine schönste Jungfrau

meine Braut soll im Jenseits sein


Louhi die Gastgeberin des Nordlandes

gab dem Freier diese Antwort

Ich werde dir meine Tochter geben

für deine Frau meine schönste Jungfrau

wenn du für mich ein Zaumzeug

auf das brennende Pferd von Hisi

den schnellen Boten von Lempo legst

auf den HisiEbenen und Weiden


Nichts eingeschüchtert

eilt Lemminkäinen vorwärts

um Louhis zweiten Test der Helden zu erreichen

auf dem Kulturland

auf den heiligen Feldern und Wäldern

Überall suchte heilen sie den Rennfahrer

suchte den feuerlöschenden Hengst

Feuer schoss aus seinen Nasenlöchern

Lemminkäinen furchtloser Jäger

der sein Zaumzeug im Gürtel trug

auf seinen Schultern Zügeln und Halfter

suchte einen Tag und dann einen zweiten

schließlich am dritten Tag

ging er zum HisiBerg

kletterte und kämpfte sich zum Gipfel

nach Osten wandte er seine Blicke

warf seinen Blick auf den Sonnenaufgang

dort sah er den flammenden Renner

auf der Heide zwischen den fernen Bäumen

Lempos feuerlöschender Hengst –

Feuer und vermischter Rauch

schossen aus seinem Mund

seinen Augen und seinen Nasenlöchern


Sprach das gewagte Lemminkäinen

dies ist das Flehen des Helden

Ukko du Gott über mir

du der du alle Gewitterwolken regierst

öffne das Gewölbe des Himmels

öffne Fenster durch den Äther

lass den eisigen Regen fallen

schwebe die schweren Hagelkörner

auf das brennende Pferd von Hisi

auf den feuerlöschenden Hengst


Ukko der gütige Schöpfer

hörte das Gebet von Lemminkäinen

brach die Kuppel des Himmels auseinander

zerriss die Höhen des Himmels

sandte den eisernen Hagel in Duschen

kleiner als die Köpfe von Pferden

größer als die Köpfe von Helden

auf das flammende Ross von Lempo

auf den feuerlöschenden Hengst

auf den Terror des Nordlandes


Lemminkäinen näher tretend

betrachtete das Ross mit Sorgfalt

dann sprach er die Worte die folgen

WunderRoß von mächtigen Hisi

von Lempos Berg flammendes Pferd

bring deinen Mund aus Gold zustimmend

sanft dein Haupt Silber platzieren

in diesem hellen und goldenen Halfter

in diesem silbernen Zaumzeug

Ich werde dich niemals hart behandeln

lass dich niemals zu flott fliegen

auf dem Weg nach Sariola

auf den Spuren von langer Dauer

zur Gastgeberin von Pohjola

zu ihren magischen Höfen und Ställen

werde dich nicht auf deiner Reise festzurren

ich werde dich sanft vorwärts führen

treibe dich mit den Zügeln der Güte

bedecke dich mit seidenen Decken


Dann legte das feuerhaarige

Ross von Juutas

flammendes Pferd des mächtigen Hisi

seine Perle aus glänzendem Silber

in den hellen und goldenen Perlenstand

in den silbernen Zaum

So zügelt der Held Lemminkainen

zähmt Lempos Hengst

flammendes Pferd des bösen Piru

legt die Teile in seinen Feuermund

auf seinen silbernen Kopf das Halfter

besteigt den feuerlöschenden Renner

schwingt seine Weidenpeitsche

eilt auf seiner Reise vorwärts

springt über die Hügel und Berge

stürzt durch die Täler nach Norden

über die schneebedeckten Hügel Lapplands

zu den Höfen von Sariola


Dann trat der Held der schnell abstieg

in den Hof von Louhi

und wandte sich so an die Gastgeberin von Nordland

Ich habe Lempos Feuerpferd gezügelt

ich habe den HisiRennfahrer gefangen

den feuerlöschenden Hengst gefangen

in den Ebenen und Weiden von Piru

ihn in deinen Grenzen geritten

ich habe den Elch von Lempo gefangen

habe getan was du forderst

Gib ich bitte dich jetzt deine Tochter

gib deine schönste Jungfrau

meine Braut für immer zu sein


Louhi Wirtin von Pohjola

machte diese Antwort auf die Werber

Ich will dir nur meine Tochter geben

um dir meine schönste Jungfrau zu geben

die Braut deines für immer zu sein

für mich wenn du den Schwan tötest

im Fluss von Tuoni

schwimmend im schwarzen Todesfluss

im heiligen Strom und im Strudel

du kannst nur eine Armbrust probieren

und einen Pfeil von deinem Köcher


Dann trotzte der rücksichtslose Lemminkäinen

hübscher Held Kaukomieli

der dritten Prüfung des Helden

begann den Wildschwan zu jagen

jagte den langhalsigen anmutigen Schwimmer

in Tuonis kohlschwarzem Fluss

in Manalas unteren Regionen

Schnell reiste der mutige Jäger

eilte mit furchtlosen Schritten davon

zum Fluss Tuoni

zum heiligen Strom und Whirlpool

mit seinem Bogen auf der Schulter

mit seinem Köcher und einem Pfeil


Nasshut blinder und verkrüppelter Hirte

elender Hirte von Pohjola

stand neben dem Fluss des Todeslandes

in der Nähe des heiligen Baches und des Strudels

bewachte Tuonelas Wasser

wartete dort auf Lemminkäinen

hörte dort auf Kaukomieli

wartete lange auf das Kommen des Helden

Schließlich hört er die Schritte des Helden

auf seiner Reise

hört die Schritte von Lemminkäinen

während er näher näher

zum Fluss Tuoni reist

zum Katarakt des Todeslandes

zum heiligen Strom und zum Whirlpool

Schnell schickt der elende Hirte Nasshut

aus dem Todesstrom eine Schlange

wie einen Pfeil von einer Armbrust

zum Herzen von Lemminkäinen

durch die Lebenspunkte des Helden


Lemminkäinen wenig bei Bewusstsein

wusste kaum dass er verletzt war

Er sprach diese Maßnahmen als er starb

Ah Unwürdig ist mein Verhalten

ah Unklug habe ich gehandelt

dass ich meine Mutter nicht beachtet habe

ihren guten Rat nicht befolgt habe

ihre magischen Worte nicht gelernt habe

Oh ich gebe drei Worte für meine Mutter

wie man lebt und sich verneigt um zu leiden

in dieser Zeit des schrecklichen Unglücks

wie man die Stiche der Schlangen erträgt

die Qualen des Schilfs des Wassers

aus dem Strom von Tuonela


Alte Mutter die mich geboren hat

die mich von meiner Kindheit an erzogen hat

lerne ich bitte dich wo ich verweile

wo leider dein Sohn lügt

wo dein rücksichtsloser Held leidet

Komm ich bitte dich treue Mutter

komm du schnell du wirst gebraucht

komm befreie mich von der Folter

von den Todeskiefern von Tuoni

von dem heiligen Strom und dem Whirlpool


Nordlands alter und elender Hirte

Nasshut der verachtete Beschützer

der Herden von Sariola

wirft den sterbenden Lemminkäinen

wirft den Helden der Inseln

in Tuonelas Fluss

in den schwärzesten Strom des Todeslandes

in den schlimmsten tödlichen Strudel

Lemminkäinen wild und gewagt

hilflos fällt er auf das Wasser

schwebt die kohlschwarze Strömung hinunter

durch den Katarakt und die Stromschnellen

zu den Gräbern von Tuonela


Dort schneidet der blutbefleckte Sohn des Todeslandes

dort Tuonis Sohn und Held

Lemminkäinen in Stücke

hackt ihn mit seinem mächtigen Beil

bis die geschärfte Axt Feuersteinfunken

von den Felsen in seiner Kammer schlägt

zerhackt den Helden in Fragmente

in fünf ungleiche Teile

wirft jeden Teil zu Tuoni

in Manalas unterstem Königreich

und spricht diese Worte wenn er geendet hat

Schwimm dort wilder Lemminkäinen

fließe weiter in diesem Fluss

jage für immer in diesen Gewässern

mit deiner Armbrust und deinem Pfeil

schieße den Schwan in diesem Reich

schieße unsere Wasservögel willkommen

So stirbt der Held Lemminkäinen

so stirbt der hübsche Kaukomieli

der unermüdliche Verehrer

im Fluss Tuoni im Todesreich Manala




FÜNFTER GESANG


Lemminkäinens gealterte Mutter

in Angst streift über die Inseln

ängstliche Wunder in ihren Gemächern

was das Schicksal von Lemminkäinen

warum ihr Sohn so lange verweilt hat

denkt dass ihrem Helden

in Pohjola etwas Krankes passiert ist

Traurig in der Tat die Qual der Mutter

Wie vergebens wartet sie auf sein Kommen

wie vergebens stellt sie die Frage

wo ihr gewagter Sohn umherstreift

ob zum Tannenberg

ob zum fernen Heideland

oder auf dem Breitseekämme

auf den Fluten und rollenden Gewässern

zu den kämpfenden Armeen des Krieges

zu der Hitze und dem Lärm der Schlacht

durchtränkt von Blut tapferer Helden

Hinweise auf tödliche Kriegsführung


Täglich schaut sich die Frau Kyllikki

in ihrer leer stehenden Kammer um

im Haus von Lemminkäinen

am Hof von Kaukomieli

schaut auf den Abend schaut auf den Morgen

schaut vielleicht auf seine Haarbürste

sieht – leider – die Blutstropfen

die aus den goldenen Borsten sickerten

und die Blutstropfen waren scharlachrot


Dann sprach die schöne Frau Kyllikki

diese Worte in tiefer Angst

Tot oder verwundet ist mein Ehemann

oder bestenfalls voller Ärger

vielleicht verloren in den Wäldern von Nordland

in einem Tal das Helden unbekannt ist

da leider das Blut aus der Bürste

von Lemminkäinen zu fließen scheint –

rote Tropfen aus den Borsten


Daraufhin schaut die besorgte Mutter

auf die blutende Haarbürste

und beginnt dieses Wehklagen

Wehe mir mein Leben ist hart

wehe mir alle Freude ist vergangen

Leider Mein Sohn und Held

tapferer Held der Inseln

Sohn der Not und des Unglücks

Ein trauriges Schicksal hat

mein unglückliches Lemminkäinen überholt

Blut fließt aus seiner Haarbürste

sickert aus ihren goldenen Borsten

und die Tropfen sind scharlachrot


Schnell umklammert sie den Saum ihres Gewandes

auf ihren Arm wirft sie ihre langen Roben

fliegt flott auf ihrer Reise

mit ihrer Kraft eilt sie nach Norden

Berge zittern aus ihren Fußstapfen

Täler erheben sich und Höhen werden gesenkt

Hochland wird bald zu Tiefland

alle Hügel und Täler werden geebnet

Bald gewinnt sie das Dorf Nordland

und fragt schnell nach ihrem Helden

Dies sind die Worte die die Mutter sagt

O du Gastgeberin von Pohjola

wo hast du mein Lemminkäinen?

Erzähl mir von meinem Sohn und Helden


Louhi die Gastgeberin des Nordlandes

gibt der Mutter diese Antwort

Ich weiß nichts über deinen Helden

über den Helden der Inseln

Wo dein Sohn sein mag weiß ich nicht

ich kann die Informationen nicht verleihen

Sobald ich deinem Sohn einen Renner gab

hängte den Renner an seinen Schneeschlitten –

dies ist das letzte von Lemminkäinen

möge ertrunken sein in Wuhne

gefroren im eisigen Ozean

gefallene Beute von Wölfen im Hunger

in einer Bärenhöhle möglicherweise umgekommen


Lemminkäinens Mutter antwortet

Du sprichst nur Unwahrheiten

NordlandWölfe können uns nicht verschlingen

noch töten die Bären Kaukomieli

er kann die Wölfe von Pohya

mit den Fingern seiner linken Hand töten

Bären von Nordland würde er

mit der Magie seines Gesangs zum Schweigen bringen


Gastgeberin von Pohjola sag mir

wohin du meinen Helden geschickt hast

ich werde deine vielen Sammler platzen lassen

werde den magischen Sampo zerstören

wenn du mir nicht wirklich sagst

wo ich mein Lemminkäinen finden kann


Die Gastgeberin von Pohjola sprach

Ich habe deinen Helden gut behandelt nun

mein Hof hat ihn unterhalten

ihm meine seltensten Lebensmittel gegeben

ihn an meinen gut gefüllten Tischen gefüttert

ihn in ein Kupferboot gesetzt

um so zu schwimmen stromab –

dies ist das letzte von Lemminkäinen

kann nicht sagen wohin er gewandert ist

ob im Schaum des Wassers

ob im kochenden Strom

ob im ertrinkenden Whirlpool


Lemminkäinens Mutter antwortet

Du sprichst wieder falsch

sag mir jetzt die Wahrheit ich bitte dich

mach Schluss mit deiner Täuschung

Wo ist jetzt mein Lemminkäinen?

Wohin hast du meinen Helden geschickt

den jungen und gewagten Sohn Kalews?

Wenn du ein drittes Mal täuschst

werde ich dir Seuchen senden nicht nummeriert

ich werde dir gefallene Zerstörung senden

der sichere Tod wird dich überholen


Sprach die Gastgeberin von Pohjola

Dies ist das dritte Mal dass ich antworte

Dies ist die Wahrheit die ich dir sage

Ich habe den KalewHelden

zu den HisiFeldern und Wäldern geschickt

um dort die Elche von Lempo zu jagen

Schickte ihn dann um das Feuerpferd zu fangen

fange den feuerlöschenden Hengst

auf den fernen Ebenen von Juutas

im Reich der grausamen Hisi

Dann sandte ich ihn zum Todesstrom

im Königreich Tuoni

mit seinem Bogen und nur einem Pfeil

um den Schwan als Mitgift

für meine beste und schönste Tochter zu erschießen

habe nichts von deinem Helden gehört

seit er nach Tuonela gegangen ist

möge das Elend gefallen sein

mag in Manala umgekommen sein

ist nicht gekommen um meine Tochter zu fragen

ist nicht gekommen um das Mädchen zu umwerben

seit er gegangen ist um den Todesschwan zu jagen


Jetzt sucht die Mutter ihren Verlorenen

für ihren Sohn weint und zittert sie

wie der Wolf springt sie durch Moorlandschaften

wie der Bär durch Walddickicht

wie das Wildschwein durch die Sümpfe

wie der Hase entlang der Meeresküste

zum Meeresspiegel wie der Igel

wie die Wildente das Wasser schwimmt

wirft den Müll von ihrem Weg

tritt mit Füßen gegen das Buschholz

hält auf ihrer Reise vor nichts

sucht lange nach ihrem Helden

sucht und sucht und findet ihn nicht


Jetzt ist sie die die Bäume die Frage stellt

und der Wald gibt diese Antwort

Wir haben Kümmern schon genug

denken nicht über deine Sache

grausame Schicksale haben wir im Kampf

pitiful unser eigenes Unglück

Wir sind gefällt und in Stücke gehackt

cut in Blöcke für Heldenfantasie

wir werden als Treibstoff verbrannt

niemand kümmert sich darum wie sehr wir leiden


Jetzt wandert die Mutter wieder

sucht wieder ihren längst verlorenen Helden

sucht und sucht und findet ihn nicht

Wege entstehen und kommen ihr entgegen

und sie hinterfragt so die Wege

Wege der Hoffnung die Gott geschaffen hat

habt ihr meine Lemminkäinen gesehen

ist mein Sohn und goldener Held

durch eure vielen Königreiche gereist?


Traurig die vielen Wege antworten

Wir selbst haben genügend Sorgen

können deinen Sohn und Helden nicht beobachten

elend sind die Leben der Wege

tief in der Tat unser eigenes Unglück

wir werden von den Rotwild

von den Wölfen und Bären betreten und Rehböcken

angetrieben von schweren Karrenrädern

durch die Füße von Hunden getreten werden

unter Füßen von Helden getreten Fußwege

für kämpfende Armeen


Sucht wieder die verzweifelte Mutter

sucht ihren längst verlorenen Sohn und Helden

sucht und sucht und findet ihn nicht

findet den Mond in seiner Bahn

fordert den Mond in flehenden Maßnahmen

Golden Moon der Gott stationiert hat

in dem Himmel der Sonne Begleiter

sich hat mein Kaukomieli gesehen

hat sich mein silberner Apfel gesehen

überall in deinen Herrschaften?


So der goldene Mond antwortet

Ich habe Probleme genug

kann deinen gewagten Helden nicht beobachten

Lange die Reise die ich reisen muss

Traurig dass mir das Schicksal widerfahren ist

Mitleidig mein eigenes Unglück

Ganz allein die Nächte um zu wandern

leuchten Sie allein ohne Aufschub

im Winter immer zuschauen

im Sommer sinken und umkommen


Noch immer sucht und wandert die Mutter

sucht und findet ihren Helden nicht

sieht die Sonne am Horizont

und die Mutter fleht ihn so an

Silberne Sonne die Gott geschaffen hat

du der Wärme und Trost gibt

hast du kürzlich meinen Helden gesehen

hast du meine Lemminkäinen gesehen

die in deinen Herrschaften umherwanderten?


So antwortet die Sonne in Güte

Wahrlich dein Held ist umgekommen

um ein Opfer undankbar zu machen

Lemminkäinen starb und verschwand

in Tuonis tödlichem Fluss

in den Gewässern von Manala

in dem heiligen Strom und Whirlpool

in den Katarakten und Stromschnellen

versank in der ertrinkenden Strömung

in das Reich von Tuonela

in die unteren Regionen von Manala


Lemminkäinens Mutter weint

jammert in den Tiefen der Angst

trauert um das Schicksal von Kaukomieli

hasst zur Schmiede in Nordland

zur Schmiede von Ilmarinen

das sind die Worte die die Mutter sagt

Ilmarinen Metallkünstler

du der du vor langer Zeit geschmiedet hast

schmiede Erde eine konkave Hülle

gestern war es ein Wunder

schmiede du jetzt unsterblicher Schmied

schmiede einen Rechen mit Kupferschaft

schmiede die Zähne aus stärkstem Metall

Zähne in der Länge hundert Faden

und fünfhundert lang den Griff


Ilmarinen tut wie verboten

macht den Rechen in voller Perfektion

Lemminkäinens besorgte Mutter

nimmt den magischen Rechen und eilt

zum Fluss Tuoni und betet

zur Sonne wie folgt

Du oh Sonne von Gott erschaffen

du der du auf deinen Schöpfer strahlst

strahle für mich in der Hitze der Magie

gib mir Wärme und Stärke und Mut

strahle ein drittes Mal voller Kraft

lulle um das böse Volk zu schlafen

still das Volk von Manala

beruhige das ganze Tuoni-Reich


Daraufhin fliegt die Sonne von Ukko

das liebste Kind des Schöpfers

durch die Haine von Nordland

sitzt auf einer geschwungenen Birke

leuchtet ein wenig in Begeisterung

leuchtet wieder in größerem Eifer

leuchtet ein drittes Mal voller Kraft

lullt zu Schlafen sie die bösen Menschen

in der Heimat und im Königreich Manala

immer noch die Helden mit ihren Breitschwertern

lässt die Lanzenträger stehen und wackeln

Stillt den stärksten der Speermänner

stillt Tuonis schreckliches Reich

Jetzt zieht sich die Sonne magisch zurück

schwebt hier und da einen Moment

über Tuonis unglücklichen Schläfern

eilt nach oben zu seiner Station

zu seiner Heimat und seinem Königreich in Jumala


Lemminkäinens treue Mutter

nimmt den Rechen von magischen Metallen

harkt den Grund des TuoniFlusses

harkt den Katarakt und den Whirlpool

harkt den schnellen und kochenden Strom

des heiligen Stroms des Todeslandes

in der Heimat und im Königreich Manala

Harkt sucht lange nach ihrem längst verlorenen Helden

und findet nichts

Jetzt watet sie den Fluss tiefer

bis zu ihrem Gürtel in Schlamm und Wasser

tiefer tiefer harkt den Todesstrom

harkt die tiefsten Höhlen des Flusses

harkt die Strömung auf und ab

bis sie endlich seine Tunika findet schwerherzig

findet seine Jacke

harkt wieder und harkt unaufhörlich

findet die Schuhe und Strümpfe des Helden

sehr beunruhigt findet diese Stützen

jetzt watet sie den Fluss tiefer

harkt die ManalaUntiefen und Untiefen

harkt die Tiefen in jedem Winkel

als sie den Rechen zum dritten Mal

von den Ufern und Gewässern der Tuoni zieht

findet sie im Rechen den Körper

ihres längst verlorenen Lemminkäinen

in den Metallzähnen verwickelt

im Rechen mit Kupfergriff


So wurde der rücksichtslose Lemminkäinen

also der Sohn von Kalevala

vom Grund des Sees und des Flusses Manala geborgen

Es fehlten viele Fragmente

der halbe Kopf eine Hand ein Vorderarm

viele andere kleinere Teile

vor allem das Leben fehlte

Dann sprach die Mutter gut nachdenklich

diese Worte in bitterem Weinen

Aus diesen Fragmenten werde ich

mit meiner Magie meinen Helden zum Leben erwecken


Als der Rabe dies hörte antwortete er

sprach der Mutter diese Maßnahmen

In diesen ist kein Held

du kannst diese Fragmente nicht wiederbeleben

Aale haben sich von seinem Körper ernährt

auf seinen Augen haben sich der Wittling ernährt

wirf die Toten auf die Wasser

auf den Bächen von Tuonela

lass ihn dort ein Walross

oder ein Seehund oder ein Wal 

oder ein Schweinswal werden


Lemminkäinens Mutter

wirft die Toten nicht auf das Wasser

auf den Bächen von Tuonela

sie beginnt wieder mit Hoffnung und Mut

harkt den Fluss in Längsrichtung quer

durch die ManalaTeiche und Höhlen

harkt den halben Kopf einen Vorderarm

findet eine Hand und die Hälfte des Rückgrats

viele andere kleinere Teile

formt ihren Sohn aus allen Fragmenten

formt ihres Lemminkäinen neu

Fleisch zu Fleisch mit Geschick das sie platziert

gibt den Knochen ihre richtigen Stationen

bindet ein Mitglied an das andere

verbindet die Enden abgetrennter Gefäße

zählt die Fäden aller Venolen

strickt die Teile in Apposition

dann bietet die Mutter dieses Gebet an


Suonetar du schlanke Jungfrau

Göttin der Adern der Helden

geschickte Spinnerin der Gefäße

mit deiner schlanken silbernen Spindel

mit deinem Spinnrad aus Kupfer

in Rahmen aus geschmolzenem Silber gesetzt

komm her du wirst gebraucht

bringen Sie die Instrumente zum Ausbessern

stricken Sie die Venen fest zusammen

am Ende verbinden Sie die Venolen gut

in den Wunden die noch offen sind

in den verletzten Gliedern


Sollte diese Hilfe ineffizient sein

es lebt im Äther

in einem mit Silber angereicherten Boot

in einem Kupferboot eine Jungfrau

die dir Hilfe bringen kann

Komm oh Jungfrau aus dem Äther

Jungfrau aus dem Gürtel des Himmels

reihe in diesen Adern o Jungfrau

reihe durch alle diese leblosen Mitglieder

durch die Kanäle der langen Knochen

reihe um jede Form von Gewebe

stellen Sie die Gefäße auf ihren Plätzen

lay das Herz in der richtigen Position

nehmen Sie die Impulse schlagen Sie zusammen

verbinden Sie die kleinste der Venen

und vereinigen Sie mit Geschick die Sehnen

Nehmen Sie jetzt eine schlanke Nadel

Seidenfaden in seiner Öse

die silberne Nadel vorsichtig auftragen

die Wunden sorgfältig zusammennähen


Sollte diese Hilfe ineffizient sein

du o Gott der alles weiß

komm und gib uns deine Hilfe

nutze deinen flottesten Rennfahrer

rufe um deinem stärksten Rennfahrer zu helfen

Komm in deinem scharlachroten Schlitten schnell

fahren Sie durch alle Knochen und Kanäle

fahren Sie durch diese leblosen Gewebe

fahren Sie Ihren Courser durch jedes Gefäß

binden Sie Fleisch und Knochen sicher

in die Gelenke legen Sie feinstes Silber

reinstes Gold in alle Risse


Wo die Haut aufgebrochen ist

wo die Venen auseinandergerissen sind

bessere diese Verletzungen mit Magie

wo das Blut den Körper verlassen hat

gibt es reichlich neuen Blutfluss

wo die Knochen grob gebrochen sind

setze die Teile in voller Vollkommenheit

wo das Fleisch gequetscht und gelockert ist

berühre die Wunden mit magischem Balsam

lass keinen Teil unvollkommen

Knochen und Vene und Nerv und Sehne

Herz und Gehirn und Drüse und Gefäß

Heile wie du allein heilen kannst


Dies sind die Mittel die die Mutter benutzt

so schließt sie sich den leblosen Mitgliedern an

so heilt sie die todesähnlichen Gewebe

so stellt ihr Sohn und Held

sein früheres Leben und Gleichnis wieder her

Alle seine Adern sind miteinander verbunden

alle ihre Enden sind fest verbunden

alle Teile in der Apposition

das Leben kehrt zurück aber die Sprache fehlt

taub und stumm und blind und sinnlos

Jetzt spricht die Mutter wie folgt

Wo kann ich den Balsam beschaffen

wo die Tropfen magischen Honigs

um meinen Sohn und Helden zu salben

um so meine Lemminkäinen zu heilen

damit sein Monat wieder beginnt

möge wieder sein Gesang beginnen

wieder sprechen in Worten des Staunens

wieder seine Beschwörungsformeln singen?


Kleine Biene du Honigvogel

Herr aller Waldblumen

flieg weg und sammle Honig

bring mir die Waldsüße

gefunden in Metsolas reichen Gärten

und in Tapios duftenden Wiesen

aus den Blütenblättern der Blumen

aus den blühenden Kräuter und Gräser

so um die Qual meines Helden zu heilen

so um seine Wunden des Bösen zu heilen


Daraufhin fliegt der Honigvogel

auf Flügeln der Schnelligkeit weg

in Metsolas reiche Gärten

in Tapios Blumenwiesen

sammelt Süße von den Wiesen

destilliert mit der Zunge den Honig

aus den Tassen mit sieben Blumen

aus der Blüte unzähliger Gräser

schnell von Metsola zurückkehrend

fliegend summend vorwärts schießend

mit seinen Winglets honigbeladen

mit dem Vorrat an süßesten Gerüchen

zur Mutter bringt er den Balsam

Lemminkäinens besorgte Mutter

nimmt den Balsam der magischen Tugenden

und salbt den verletzten Helden

heilt seine Wunden und beruhigt seine Angst

aber der Balsam ist ineffizient

denn ihr Sohn ist taub und sprachlos


Dann spricht die Mutter wieder

Kleine Biene mein Honigvogel

flieg weg in eine Richtung

flieg über die sieben Ozeane

im achten eine magische Insel

wo der Honig verzaubert ist

zu den fernen TuriSchlössern

zu den Kammern von Palwoinen

dort ist der Honig wirksam

dort der wundertätige Balsam

Dies kann den verwundeten Helden heilen

bring mir diese magische Salbe

damit ich seine Augenlider salben kann

kann seine verletzten Sinne wiederherstellen


Daraufhin flog der Honigvogel

über sieben Ozeane

zur alten verzauberten Insel

fliegt eines Tages und dann eines zweiten

auf dem Grün setzt sich nicht ab

ruht nicht auf den Blumen

fliegt einen dritten Tag flott weiter

bis ihn ein dritter Tag abends

auf die Insel im Ozean bringt

auf die Wiesen die reich an Honig sind

auf den Katarakt und den Feuerfluss

auf den heiligen Strom und den Whirlpool


Dort bereitete sich der Honig vor

dort destillierte der magische Balsam

in den winzigen irdenen Gefäßen

in den brünierten Kupferkesseln

kleiner als der Fingerhut eines Mädchens

kleiner als die Fingerspitzen

Treu sammelt das beschäftigte Insekt

den verzauberten Honig

aus den magischen TuriCuplets

in den Kammern von Palwoinen


Die Zeit war nur wenig vergangen

bevor die Biene laut summte

fliegend flott honigbeladen

in seinen Armen befanden sich sieben Gefäße

sieben die Gefäße auf jeder Schulter

alle waren mit Honigbalsam gefüllt

mit dem Balsam magischer Tugenden


Lemminkäinens unermüdliche Mutter

salbt schnell ihren sprachlosen Helden

mit dem magischen TuriBalsam

mit dem Balsam von sieben Tugenden

neun Mal wenn sie ihn

mit dem Honig von Palwoinen salbt

mit dem wundertätigen Balsam

aber der Balsam ist ineffizient

denn der Held ist immer noch sprachlos

Dann spricht die Mutter wieder

Honigbiene du Äthervogel

flieg ein drittes Mal auf deiner Reise

flieg weg zum hohen Jumala

flieg du zum siebten Himmel

Schatz dort wirst du reichlich

Balsam des höchsten Tugend finden

nur vom Schöpfer benutzt

nur aus dem Atem von Ukko gemacht

Gott salbt seine treuen Kinder

mit dem Honig seiner Weisheit

wenn sie die Schmerzen der Trauer spüren

wenn sie den Mächten des Bösen begegnen

Tauche deine Winglets in diesen Honig

tränke dein Gefieder in seiner Süße

hierher bringe den alles ausreichenden

Balsam des großen Schöpfers

dies wird immer noch die Qual meines Helden sein

dies wird seine verwundeten Gewebe heilen

dies wird seine lange verlorene Vision wiederherstellen

Die Hügel von Nordland werden

mit der Magie seines Gesangs wiedergegeben

mit seiner wunderbaren Verzauberung


So antwortete die Honigbiene

Ich kann niemals in den Himmel fliegen

in den siebten Himmel

in die ferne Heimat von Ukko

mit diesen Flügeln von geringer Tugend


Lemminkäinens Mutter antwortete

Du kannst sicher in den Himmel fliegen

zum siebten Himmel

über den Mond unter dem Sonnenschein

durch das trübe und ferne Sternenlicht

Am ersten Tag wenn du nach oben fliegst

wirst du in der Nähe des Mondes eintauchen Himmel

fächere die Stirn von Kootamoinen auf

am zweiten kannst du dich

auf den Schultern von Otava ausruhen

am dritten Tag höher fliegend

ruhe auf den sieben Sternchen

auf den Köpfen von Hetewanè

Kurz die Reise die dir übrig bleibt

unbeträchtlich die Entfernung

zur Heimat des mächtigen Ukko

zu den Wohnungen der Seligen


Daraufhin erhebt sich die Biene

die von der Erde schnell nach oben fliegt

eilt mit anmutiger Bewegung weiter

durch ihre winzigen Flügel die himmlisch getragen werden

auf den Pfaden goldener Mondstrahlen

berührt die hellen Grenzen des Mondes

fächert die Stirn von Kootamoinen

ruht auf Otavas Schultern

hastet zu den sieben Sternchen

zu den Köpfen von Hetewanè

fliegt zum Schloss des Schöpfers

zu der Heimat des großzügigen Ukko

findet das Heilmittel vorbereiten

findet den Balsam des Lebens destillieren

in den silberfarbenen Kesseln

in den reinsten goldenen Kesseln

auf der einen Seite herzberuhigender Honig

auf der zweiten Seite Balsam der Freude

auf der dritten Seite lebensspendender Balsam

Hier wählt die magische Biene

den süßen lebensspendenden Balsam aus

sammelt auch herzzerreißenden Honig

schwer beladen eilt nach Hause


Die Zeit war ein Stück weit gereist

bevor die beschäftigte Biene summend

zu der ängstlichen Mutter kam die wartete

In seinen Armen hundert Becher

und tausend andere Gefäße

gefüllt mit Honig gefüllt mit Balsam

gefüllt mit dem Balsam des Schöpfers


Lemminkäinens Mutter

nimmt sie schnell auf die Zunge und testet sie

findet einen Balsam der völlig ausreicht

Dann sprach die Mutter wie folgt

Ich habe den lang ersehnten Balsam gefunden

das Heilmittel von Ukko gefunden

wo mit Gott sein Volk salbt

ihnen Leben und Glauben und Weisheit gibt

ihre Wunden heilt und ihre Qual stillt

macht dass sie stark gegen Versuchungen sind

und schützen sie vor den Übeltätern


Nun gut die Mutter salbt

heilt ihren Sohn den Zaubersänger

Augen und Ohren und Zunge und Tempel

bricht und schneidet und näht salbt

berührt und die Lebensblutzentren

spricht diese Worte von Magie Import

to der schlafende Lemminkäinen

Wach auf erhebe dich aus deinem Schlaf

aus den schlimmsten Bedingungen

aus deinem Zustand des schrecklichen Unglücks


Langsam weckt der Sohn und Held

erhebt sich aus den Tiefen des Schlummers

spricht wieder in magischen Akzenten

dies sind die ersten Worte des Sängers

Lange habe ich tatsächlich geschlafen

lange unbewusst von Existenz

aber mein Schlaf war voller Süße

Süße den Schlaf in Tuonela

wisse weder Freude noch Trauer


Dies ist die Antwort seiner Mutter

Längere noch ich habe schlummert

wäre es nicht für mich deine Mutter

Sag mir nun mein geliebter Sohn

mir sagen dass ich dich gut hören kann

Wer hat mich zu Manala gelockt

zum Fluss von Tuoni

zum tödlichen Strom und Whirlpool?


Dann gab der Held Lemminkäinen

seiner Mutter diese Antwort

Nasshut der heruntergekommene Hirte

der Herden von Sariola

blind und halt und arm und elend

und dem ich einen Gefallen getan habe

aus dem Schlummerland von Neid

sandte Nasshut mich nach Manala

zum Fluss Tuoni

sandte eine Schlange aus dem Wasser

sandte einen Addierer aus dem Todesstrom

durch das Herz von Lemminkäinen

Ich erkannte die Schlange nicht

konnte die Schlangensprache nicht sprechen

tat nicht kennen den Stich der Addierer


Sprach noch einmal die alte Mutter

O du Sohn kleiner Einsicht

sinnloser Held Narrenmagier

du hast dich zwischen deiner Magie gerühmt

um die weisen Zauberer zu verzaubern

An den düsteren Ufern Lapplands

hast du gedacht Helden

von den Grenzen Pohyolas zu verbannen

Wusstest nicht den Stich der Schlangen

kannstest nicht das Schilf des Wassers

noch den magischen Wortschützer

Lerne den Ursprung der Schlangen

woher das Gift des Addierers stammt


In den Fluten wurde die Schlange geboren

aus dem Mark der grauen Ente

aus dem Gehirn der Meeresschwalben

Suoyatar hatte Speichel gemacht

warf ihn auf die Wellen des Ozeans

Strömungen trieben ihn nach außen weiter

leuchtete sanft die Sonne darauf

durch Winde sanft geschaukelt

sanft durch Wind und Wasser gesäugt

von den Wellen wurde landeinwärts getrieben

gelandet von den wogenden Wellen

So die Schlange was von Übel

füllend die ganze Welt mit Mühe

in dem erstellt wurde Wasser

geboren aus Suoyatar seinem Schöpfer


Dann wiegte die Mutter des Helden

ihren Sohn um sich auszuruhen und zu trösten

wiegte ihn zu seinem früheren Wesen

zu seinem früheren Leben und Geist

zu größeren magischen Kräften

klüger schöner als je zuvor

wuchs der Held der Inseln

Aber sein Herz war voller Schwierigkeiten

und seine Mutter immer wachsam

fragte nach der Ursache seiner Niedergeschlagenheit

Dies ist Lemminkäinens Antwort

Dies ist die Ursache all meiner Trauer

In die Ferne wandert mein Herz

alle meine Gedanken wandern für immer

zu den blühenden Jungfrauen des Nordlands

zu den Mädchen der geflochtenen Locken

Nordlands hässliche Gastgeberin Louhi

wird mir ihre Tochter nicht geben

die schönste Jungfrau von Pohjola

bis ich den Schwan des Manas töte

mit meinem Bogen und nur einem Pfeil

im Fluss von Tuoni


Lemminkäinens Mutter antwortet

im heiligen Strom und im Whirlpool

Lassen Sie den Schwan in Sicherheit weiter schwimmen

geben Sie dem Wasservogel seine Freiheit

im Fluss von Manala

im Strudel von Tuoni

lassen Sie die Jungfrau im Nordland

mit ihrem Charme und ihrer verblassenden Schönheit

mit ihrer liebevollen und treuen Mutter

Geh auf einmal nach Kalevala

zu deinen nativen Feldern und Brachen

rühme deinen Vermögen alles ausreichend

lob vor allem deinen Schöpfer

Ukko gab dir Hilfe wenn nötig

wärst du von deinem Schöpfer gerettet

von deinem langen und hoffnungslosen Schlummer

in den Gewässern von Tuoni

in den Kammern von Manala

Ich konnte dich ohne Hilfe nicht retten

konnte nicht die geringste Hilfe geben

Gott allein der allwissende Ukko

der erste und letzte der Schöpfer

kann die Toten und Sterbenden wiederbeleben

kann sein würdiges Volk

vor den Gewässern von Manala schützen

aus dem tödlichen Strom und Whirlpool

im Königreich Tuoni


Lemminkäinen erfüllt von Weisheit

mit seiner liebevollen und treuen Mutter

beeilte sich sofort auf seiner Reise

zu seiner fernen Heimat und Verwandtschaft

zu den WäinöläFeldern und Wiesen

zu den Ebenen von Kalevala


*


Hier verlasse ich mein Kaukomieli

verlasse meinen Helden Lemminkäinen

lange lasse ich ihn von meinem Gesang ab

wende mein Lied anderen Helden zu

sende es auf andere Wege

singe eine andere goldene Legende