VON TORSTEN SCHWANKE
DIE LEGENDE DER HEILIGEN BRIGID
Hier ist eine ausführliche Heiligenlegende über Sankt Brigid von Kildare (auch Brigid von Irland, „Maria der Gälen“ genannt), eine der drei Nationalheiligen Irlands.
Die Legende der heiligen Brigid von Kildare: Licht im Schatten der Zeit
Die Geschichte der heiligen Brigid, deren Name „die Erhabene“ bedeutet, bewegt sich an der Grenze zwischen historischer Realität und uraltem keltischem Mythos. Geboren um das Jahr 450 n. Chr. in Faughart (nahe Dundalk), ist ihre Lebensgeschichte eng mit der Christianisierung Irlands verwoben, trägt aber zugleich deutliche Spuren der vorchristlichen Göttin Brigid, die als Schutzherrin des Feuers, der Schmiedekunst, der Heilkunst und der Dichtkunst verehrt wurde.
Die Geburt und frühe Jahre
Brigid war die Tochter von Dubthach, einem mächtigen Häuptling von Leinster, und Brocca, einer christlichen Sklavin aus dem Hofe des Häuptlings. Die Legende besagt, dass sie unter ungewöhnlichen Umständen geboren wurde – weder innerhalb noch außerhalb eines Hauses, weder bei Tag noch bei Nacht, weder an Land noch auf dem Wasser. Sie wurde in einer Türschwelle geboren, als ihre Mutter gerade dabei war, Milch zu tragen.
Schon als Kind zeigte sich ihre außergewöhnliche Großzügigkeit. Es wird berichtet, dass sie als kleines Mädchen den gesamten Vorrat an Butter und Nahrungsmitteln ihres Vaters an die Armen verteilte. Als ihr Vater sie deswegen zur Rede stellte, füllte sich die Speisekammer durch ein Wunder Gottes auf wundersame Weise wieder auf.
Die Berufung zur Heiligkeit
Als Brigid heranwuchs, wurde sie für ihre Schönheit und Güte weithin bekannt. Viele adlige Männer hielten um ihre Hand an, doch Brigid hatte ihre Seele Gott geweiht. Um ihre Freier abzuschrecken, bat sie Gott, ihr die Schönheit zu nehmen, woraufhin ihr eines ihrer Augen verlor oder ihr Gesicht entstellt wurde. Die Legende erzählt weiter, dass ihre Schönheit – nachdem sie ihre Gelübde abgelegt hatte – vollkommen wiederhergestellt wurde.
Die Gründung von Kildare
Nachdem sie die Weihen erhalten hatte, zog sie an einen Ort, der unter einer großen Eiche (irisch: Cill Dara – „Kirche der Eiche“) lag. Dort gründete sie um 480 n. Chr. ein Doppelkloster für Männer und Frauen. Kildare wurde zu einem Zentrum des Lernens, der Kunst und der Spiritualität.
Die berühmteste Einrichtung in Kildare war das ewige Feuer, das Brigid zu Ehren Gottes unterhielt. Neunzehn Nonnen pflegten das Feuer, und nach einer alten Überlieferung durfte kein Mann die Einzäunung des heiligen Feuers betreten.
Die Wunder der Brigid
Brigids Leben ist von einer Vielzahl von Wundern geprägt, die sie als eine Heilige der Natur, der Barmherzigkeit und der Schutzlosen zeigen.
Der Mantel der Brigid: Als sie den König von Leinster um ein Stück Land für ihr Kloster bat, lachte dieser sie aus und sagte, sie könne nur so viel Land haben, wie ihr Mantel bedecken würde. Brigid legte ihren Mantel auf den Boden, und dieser begann zu wachsen und auszudehnen, bis er die gesamten Wiesen von Curragh bedeckte. Der König, erschrocken über diese Macht, schenkte ihr das Land.
Das Wasser zum Bier: An einem Ort, an dem ein Fest stattfand, gab es nicht genug Bier für die Gäste. Brigid, die Gastfreundschaft über alles schätzte, verwandelte das Wasser aus einer Quelle in feinstes Bier, um die Notdurft der Anwesenden zu stillen.
Die Herrin der Tiere: Brigid hatte eine besondere Beziehung zur Tierwelt. Es gibt Erzählungen, wie sie eine Ente zähmte, die ihr auf Schritt und Tritt folgte, und wie sie durch ein einfaches Gebet Wölfe davon abhielt, die Herden der armen Bauern anzugreifen.
Das Sonnenstrahl-Wunder: Einmal, als sie ihre Kleidung zum Trocknen aufhängen wollte, gab es keinen Haken oder keine Leine. In ihrer Einfachheit hängte sie ihren Mantel über einen Sonnenstrahl, der durch die Wand des Hauses drang, und dieser hielt das Gewicht, als sei er ein massiver Balken.
Das Erbe: Zwischen Mythos und Realität
Brigid starb um das Jahr 525 n. Chr. in Kildare. Ihre Verehrung verbreitete sich rasch über ganz Europa.
Es ist heute unbestritten, dass die Figur der heiligen Brigid stark mit der göttlichen Brigid der keltischen Mythologie verschmolzen ist. Beide werden mit der Farbe Weiß, dem Feuer, der Fruchtbarkeit und dem Schutz des Viehs assoziiert. Das Fest der Heiligen (der Imbolc) am 1. Februar markiert nicht nur den Gedenktag der Heiligen, sondern auch den traditionellen Beginn des irischen Frühlings.
Das Brigid-Kreuz
Das wohl bekannteste Symbol ist das Brigid-Kreuz, das aus Binsen geflochten wird. Einer Sage nach flocht sie ein solches Kreuz aus den Streu-Binsen am Bett eines sterbenden heidnischen Häuptlings. Während sie das Kreuz flocht und ihm die Geschichte Christi erklärte, fand er zum Glauben und ließ sich taufen.
„Brigid ist die Flamme, die niemals erlischt; sie ist die Hand, die den Hunger lindert; sie ist die Stimme, die den Frieden in ein Land bringt, das nur Krieg kannte.“
Die Geschichte der heiligen Brigid ist bis heute ein lebendiges Zeugnis für die Verbindung zwischen der Tiefe des Glaubens und der mystischen Kraft der keltischen Landschaft. Sie bleibt die "Mutter der Heiligen Irlands", eine Gestalt, die in ihren Legenden Wärme, Schutz und unerschütterliche Nächstenliebe verkörpert.
Die spirituelle Dimension der heiligen Brigid ist untrennbar mit ihrem Ruf als „Maria der Gälen“ (Maria Hibernorum) verbunden. In den alten Überlieferungen verschwimmen die Grenzen zwischen der christlichen Nonne und der keltischen Göttin, was ihre Legenden besonders mystisch und tiefgründig macht.
Hier sind weitere spirituelle Erzählungen und Mythen, die das Bild der Brigid als eine Brückenbauerin zwischen den Welten zeichnen:
Das Wunder des Kindheits-Ungehorsams: Die Reinheit von Anfang an
Schon als Kleinkind weigerte Brigid sich, die Nahrung anzunehmen, die ihr Vater, der heidnische Häuptling, ihr anbot. Sie erbrach sie, weil sie die Nahrung als „unrein“ empfand, da sie aus den Händen eines Ungläubigen stammte. Die Legende besagt, dass sie daraufhin eine eigene, weiße Kuh mit roten Ohren erhielt, deren Milch sie allein nährte.
Spirituelle Deutung: Diese Geschichte betont ihre angeborene spirituelle Reinheit. In der keltischen Mythologie sind Tiere mit spezifischen Farben oft Boten aus der Anderswelt. Die Kuh symbolisiert hier die nährende, heilige Kraft, die Brigid direkt vom Göttlichen empfing, noch bevor sie offiziell in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wurde.
Die Begegnung mit dem heiligen Patrick
Es wird erzählt, dass Brigid als junges Mädchen dem heiligen Patrick begegnete, der ihre außergewöhnliche spirituelle Reife sofort erkannte. Er soll ihre Berufung gesegnet und prophezeit haben, dass sie das Werk der Christianisierung Irlands auf einzigartige Weise fortsetzen würde.
Spirituelle Deutung: Dies dient als „spirituelle Legitimation“. Die Legende verknüpft die neue christliche Ordnung (Patrick) mit der alten, naturverbundenen Kraft (Brigid), um die Kontinuität der Spiritualität auf der Insel zu unterstreichen.
Die „Heilige Quelle“ und das Wasser der Heilung
Die St. Brigid’s Well (z. B. in Kildare oder im County Clare) ist bis heute ein Ort intensiver spiritueller Praxis. Legenden berichten, dass das Wasser dort nicht nur Durst stillt, sondern das „innere Auge“ öffnet. Wer an diesem Ort betet und die Statue der Heiligen umrundet, kann Heilung von Krankheiten erfahren oder sogar durch das Erblicken eines „heiligen Aals“ im Wasser Glück für die Zukunft erhalten.
Spirituelle Deutung: Wasser ist in der keltischen Spiritualität das Tor zur Anderswelt. Die Praxis des „Umrundens“ (oft im Uhrzeigersinn, dem Lauf der Sonne folgend) zeigt den Fortbestand uralter ritueller Handlungen, die Brigid zur Schutzherrin der Transformation machten.
Das Schwert als Almosen
Eine zutiefst symbolische Erzählung ist die vom Schwert ihres Vaters. Als ihr Vater ihr ein kostbares, verziertes Schwert schenkte, gab Brigid es sofort einem Bettler, damit dieser es gegen Nahrung oder Geld eintauschen konnte. Ihr Vater war zornig, doch Brigid antwortete, dass sie das Eigentum Gottes nicht für weltliche Zierde behalten könne, wenn ein Kind Gottes Hunger leide.
Spirituelle Deutung: Dies ist ein radikaler spiritueller Akt: die Umwandlung eines Werkzeugs der Gewalt (Schwert) in ein Werkzeug des Lebens (Nahrung). Es unterstreicht ihre Lehre, dass wahre Spiritualität nur in der tätigen Liebe und dem Loslassen von Macht existiert.
Das Brigid-Kreuz: Die Webe-Kunst der Seele
Die Legende des Kreuzes besagt, dass sie es aus Binsen am Bett eines sterbenden heidnischen Fürsten flocht. Während sie die Halme verflocht, erklärte sie ihm die christliche Botschaft. Durch die meditative Handlung des Flechtens beruhigte sich der Geist des Sterbenden, und er fand Frieden.
Spirituelle Deutung: Das Flechten ist eine spirituelle Metapher für die Verbindung von Himmel und Erde. Das Brigid-Kreuz ist kein reines christliches Symbol, sondern ein Schutzsymbol, das die „vier Richtungen“ (die vier Jahreszeiten oder die vier Himmelsrichtungen) in einem Zentrum vereinigt. Es erinnert daran, dass Schutz nicht durch Stärke, sondern durch bewusste, meditative Verbindung entsteht.
Die Feuer-Hüterin: Das ewige Licht
Das „Brigidenfeuer“, das in Kildare über Jahrhunderte von Nonnen gehütet wurde, durfte niemals erlöschen. Es wird berichtet, dass Brigid selbst den Funken vom Himmel empfing.
Spirituelle Deutung: Dieses Feuer repräsentiert die innere Inspiration und den göttlichen Funken im Menschen. Dass es im 13. Jahrhundert verboten wurde (da man es für „abergläubisch“ hielt), zeigt den Konflikt zwischen dem institutionalisierten Glauben und der mystischen, lebendigen spirituellen Erfahrung.
Diese Legenden zeigen Brigid weniger als eine „Statue in einer Kirche“, sondern als eine lebendige Energie, die Heilung, Schutz und vor allem Licht in die dunkelsten Zeiten des Jahres bringt. Sie erinnert uns daran, dass Spiritualität in der Natur, in der Kunst (Poesie) und im Mitgefühl für die Bedürftigen wurzelt.
Die Verschmelzung der keltischen Göttin Brigid mit der christlichen Heiligen Brigid von Kildare ist eines der eindrucksvollsten Beispiele für kulturellen Synkretismus in Europa. In den Legenden der Heiligen finden sich zahlreiche Elemente, die direkt auf die mythologischen Attribute der Göttin zurückzuführen sind.
Hier sind die zentralen Elemente der göttlichen Verehrung, die in die christliche Heiligenlegende eingeflossen sind:
Das „Ewige Feuer“
Das wohl stärkste Bindeglied ist das Feuer.
Göttin: Die keltische Brigid wurde als Göttin des himmlischen Feuers verehrt. In den Überlieferungen wurde sie mit einer Flamme auf dem Haupt dargestellt, die ihre Verbindung zur Inspiration und Schmiedekunst symbolisierte.
Heilige: In Kildare („Kirche der Eiche“) unterhielt die heilige Brigid ein „ewiges Feuer“, das von Nonnen gehütet wurde. Dies war die direkte Fortsetzung des vorchristlichen Kults an derselben Stätte, bei dem das Feuer die göttliche Präsenz und Erleuchtung repräsentierte.
Imbolc und der Frühlingsanfang
Der Gedenktag der Heiligen am 1. Februar ist kein Zufall, sondern die christliche Überlagerung des keltischen Festes Imbolc.
Göttin: Imbolc markiert den Beginn des Frühlings und das Erwachen der Natur. Die Göttin Brigid wurde als jene verehrt, die den Winter vertreibt und das Leben zurückbringt.
Heilige: Die Heilige wird als Lichtgestalt verehrt, die nach den dunklen Wintermonaten Hoffnung und göttliches Licht bringt.
Schutzherrin der Künste und Handwerke
Die Legenden der Heiligen spiegeln die drei Aspekte der dreifachen keltischen Göttin wider (Poesie, Heilkunst, Schmiedekunst):
Heilkunst: Die Heilige Brigid ist eng mit heiligen Quellen (St. Brigid’s Wells) verbunden, an denen Menschen bis heute Heilung suchen.
Poesie & Handwerk: Das Flechten des Brigid-Kreuzes aus Binsen ist eine direkte Verbindung zum alten Wissen um Handwerk und Schutzsymbole. Die Anfertigung dieser Kreuze gilt als meditativer Akt, der an die kreative Kraft der Göttin erinnert.
Die „dreifache“ Natur
In der keltischen Mythologie tritt Brigid oft als dreifache Göttin auf (oft als drei Schwestern mit demselben Namen).
Synkretismus: Während das Christentum die „Heilige Dreifaltigkeit“ (Vater, Sohn, Heiliger Geist) betont, fügte sich Brigids Charakter als „dreifache“ Macht nahtlos in die irisch-christliche Verehrung ein, bei der sie als eine Art göttliche Mittlerin zwischen Himmel und Erde wahrgenommen wurde.
Verbindung zur Natur und den Tieren
Die Legenden der Heiligen Brigid sind ungewöhnlich naturverbunden.
Göttin: Als Erdgöttin oder Tochter von Danu (Mutter Erde) war die Göttin eng mit dem Vieh und dem Wachstum der Ernte verbunden.
Heilige: In vielen Legenden zeigt sich die Heilige als Beschützerin von Tieren (Kühe, Enten) und der Natur. Ihre Fähigkeit, Milch oder Nahrung wundersam zu vermehren, ist eine christliche Adaption der göttlichen Rolle als Versorgerin und Fruchtbarkeitsspenderin.
Fazit: Warum blieb die Göttin erhalten?
Historiker und Mythologen sind sich weitgehend einig, dass der Kult um Brigid in Irland so tief in der Bevölkerung verwurzelt war, dass die Kirche ihn nicht auslöschen konnte. Stattdessen wurde die „Göttin“ zur „Heiligen“ umgedeutet – ein Prozess der Euhemerisierung. So blieb die Verehrung der weiblichen, schöpferischen Urkraft unter einem neuen, christlichen Namen erhalten, während die Symbole – Feuer, Wasser, Frühling und Handwerk – ihre spirituelle Bedeutung für die Menschen behielten.
Die Bezeichnung der heiligen Brigid von Kildare als „Maria der Gälen“ (Muire na nGael) ist einer der bemerkenswertesten Aspekte der irischen Frömmigkeitsgeschichte. Sie beschreibt keine offizielle kirchliche Dogmatik, sondern eine tief verwurzelte spirituelle Nähe, die das Volk Brigid entgegenbringt.
Hier sind die Hintergründe, warum diese Verbindung so stark gewachsen ist:
Die Rolle der „Mutter der Iren“
Der Beiname Muire na nGael unterstreicht Brigids Sonderstellung als weibliche Schutzpatronin. Während die Jungfrau Maria die universelle Muttergottes des Christentums ist, wurde Brigid als die „eigene“, irische Mutterfigur wahrgenommen.
Mildtätigkeit: Ihr Ruf, die Armen zu speisen, Kranke zu heilen und Schutzlosigkeit zu lindern, spiegelte für die Iren die mütterliche Fürsorge Mariens wider.
Volksfrömmigkeit: Es gibt alte Gebetsformen, die diese Verbindung explizit machen, etwa: „Ich bin unter dem Schutze der Gottesmutter Maria und meine geliebte Gefährtin ist Brigida“.
Synkretismus: Vom keltischen Mythos zur christlichen Ikone
Die enge Bindung erklärt sich auch durch die historische Kontinuität vorchristlicher Elemente, die in Brigids Verehrung eingeflossen sind:
Weibliche Urkraft: Die keltische Göttin Brigid wurde bereits als Beschützerin von Geburt, Heilung und Fruchtbarkeit verehrt. Als das Christentum nach Irland kam, verschmolz diese Rolle nahtlos mit dem christlichen Bild der „gütigen Mutter“, wodurch Brigid für die irische Bevölkerung zur lokalen Verkörperung mütterlicher und schöpferischer Gotteskraft wurde.
Licht und Reinheit: Beide, Maria und Brigid, werden als Lichtgestalten wahrgenommen. Das „ewige Feuer“ in Kildare, das für Brigid unterhalten wurde, kann metaphorisch als irisches Gegenstück zur „Leuchte Gottes“ gesehen werden, die Maria in der katholischen Symbolik darstellt.
Brigid als „Gefährtin“
Im Gegensatz zur oft hoch erhobenen Verehrung der Gottesmutter Maria in der offiziellen Lehre, wird Brigid in den irischen Legenden als nahbar und aktiv geschildert. Sie ist diejenige, die:
durch die Lande zieht und bei den Menschen ist,
mit den Bauern melkt und den Hunger lindert,
und als mächtige Äbtissin in einer männlich dominierten Kirche eine Identifikationsfigur für irische Frauen darstellt.
Zusammenfassung
Die Bezeichnung „Maria der Gälen“ ist Ausdruck einer tiefen kulturellen Identifikation. Die Iren haben in Brigid eine Figur gefunden, die die universelle Gnade Mariens mit der vertrauten, heimatlichen Kraft der alten irischen Traditionen verbindet. Sie ist für viele keine fremde Heilige aus der Bibel, sondern die „eigene“ Mutter, die das spirituelle Erbe Irlands bewahrt und im Alltag beschützt.
Die Verehrung der heiligen Brigid als „Maria der Gälen“ hat über die Jahrhunderte eine reiche Tradition an Gebeten, Hymnen und Liedern hervorgebracht. Diese Texte spiegeln sowohl die tiefe kirchliche Frömmigkeit als auch die mystische Naturverbundenheit wider, die ihr Wesen ausmachen.
Historische Hymnen und klassische Gebete
Die Tradition, Brigid in Hymnen zu preisen, reicht bis in das frühe Mittelalter zurück. Schon kurz nach ihrem Tod entstanden Texte, die ihren Status als Schutzpatronin festigten:
Altirische Hymnen: Zu den ältesten Zeugnissen gehören die Hymne von St. Ultan (Brigit Bé Bithmaith – „Brigid, immer hervorragende Frau“) und die Hymne von St. Broccán (beide ca. 7. Jahrhundert). Diese frühen Texte besingen sie als eine Frau von unvergleichlicher spiritueller Kraft und Reinheit.
Traditionelle Kirchenlieder: In der späteren irischen Tradition findet sich häufig ein klassischer Hymnus, der sie als „Maria der Gälen“ anruft. Ein bekanntes Beispiel beginnt mit den Zeilen:
„Far above, enthroned in glory,
Sweetest Saint of Erin’s Isle.
See thy children kneel before thee,
Turn on us a mother’s smile.“
Diese Hymnen betonen Brigids mütterliche Rolle und ihre Aufgabe, die irischen Gläubigen unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen.
Moderne Interpretation und spirituelle Gesänge
In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Brigid als spiritueller Leitfigur weltweit gestiegen, was zu einer neuen Welle von Liedern geführt hat, die die Brücke zwischen der Göttin und der Heiligen schlagen:
Ritualgesänge: Moderne Lieder wie „Imbolc – Lied des Lichts“ oder „Brigid – Lied des Feuers und der Quelle“ greifen die vorchristlichen Elemente ihres Kultes auf. Sie feiern Brigid als Hüterin des Herdfeuers, der Heilkunst und der Inspiration. In diesen Texten wird sie als eine Kraft angerufen, die „Winter in Frühling“ verwandelt und das Licht in der Dunkelheit hütet.
Volkstümliche Erzähllieder: Es gibt auch humorvolle und poetische Texte, die ihre sprichwörtliche Großzügigkeit besingen – etwa die Erzählung von der „heiligen Problemmacherin“, die alles verschenkt, was sie hat, weil sie nicht anders kann, als Gottes Liebe durch Teilen auszudrücken.
Ein Gebet an die „Maria der Gälen“
Wenn du nach einem Text suchst, der ihre Rolle als „Maria der Gälen“ am besten zusammenfasst, ist dieses Gebet oft Teil der irischen Tradition:
„Oh liebe heilige Brigid, Patronin von Irland, wir, deine irischen Kinder, stellen uns unter deinen besonderen Schutz. Du warst die wahre Freundin Gottes und Irlands. Verleihe uns einen Anteil an deiner grenzenlosen Nächstenliebe. Und erbitte für uns durch deine Fürsprache, liebe ‚Maria der Gälen‘, ein Ende wie das deine: voller Frieden und Freude.“
Zentrale Motive in diesen Liedern
Wenn du dich tiefer mit dieser Musik beschäftigen möchtest, wirst du feststellen, dass sich fast alle Stücke auf diese drei Kernbilder konzentrieren:
Das Licht/Feuer: Symbol für Inspiration und den göttlichen Funken.
Der Mantel: Symbol für ihren Schutzraum und ihre grenzenlose Weite.
Die Quelle: Symbol für Heilung und das fließende Leben.
Das Gedicht „Brigit Bé Bithmaith“, das dem heiligen Ultan von Ardbraccan (gest. 657 n. Chr.) zugeschrieben wird, ist eines der ältesten und bedeutendsten Zeugnisse der frühen irischen Literatur. Es feiert Brigid nicht nur als Heilige, sondern als eine überirdische, leuchtende Gestalt.
Hier ist eine deutsche Übersetzung, die versucht, den poetischen Charakter des altirischen Originals einzufangen:
Brigid, immer hervorragende Frau
Brigid, immer hervorragende Frau,
goldener Glanz, strahlendes Licht,
möge sie uns in den ewigen Himmel führen,
die Frau, deren Glanz so hell ist.
Möge sie die Heere der Teufel zerschmettern,
möge sie uns im Kampf unterstützen,
möge sie alle unsere Sorgen vernichten,
die Frau, die den Sieg gewinnt.
Sie ist die Hoffnung der Völker,
die Leuchte der Christen,
die treue Tochter des Königs,
die den Pfad zur Sonne kennt.
Möge sie uns vor dem Alter schützen,
möge sie uns vor jeder Krankheit bewahren,
möge sie unsere Seele segnen,
die heilige, immer hervorragende Brigid.
Das Gedicht wurde ursprünglich in einem sehr rhythmischen Stil verfasst. Es ist faszinierend zu sehen, wie der Autor – ein Bischof – Brigid hier als eine fast archaische Schutzgöttin beschreibt. Sie wird als „Leuchte“ bezeichnet, was ihre Rolle als Hüterin des heiligen Feuers und als geistige Führerin direkt anspricht.
Besonders bemerkenswert ist die Zeile über den „Pfad zur Sonne“. Dies ist ein starkes Symbol, das sowohl christlich als auch vorchristlich gedeutet werden kann: Der Weg zu Gott (dem wahren Licht) und der Weg, den die Sonne am 1. Februar (Imbolc) nimmt, um das Land aus dem Winter in den Frühling zu führen.
Die Hymne des Heiligen Broccán (auch Ní car Brigit genannt) stammt aus dem 7. Jahrhundert. Sie ist deutlich länger und erzählerischer als das Gedicht von St. Ultan. Sie gleicht einer Art „biografischem Lobgesang“, in dem die Wundertaten der Heiligen aufgezählt werden, um ihre Macht und ihre Demut zu preisen.
Hier ist eine deutsche Übersetzung, die den Kern der altirischen Verse wiedergibt:
Die Hymne an die heilige Brigid (von St. Broccán)
Brigid liebt nicht die Welt,
sie liebt nicht die Pracht der Reichen;
sie sucht nicht den Ruhm der Menschen,
sie liebt nur das Werk Gottes.
Sie ist die, die das Land segnet,
die die Hungrigen mit Brot speist,
deren Hand sich öffnet wie eine Quelle,
die niemals versiegt, die niemals ruht.
Sie verwandelte Wasser in köstlichen Trank,
als die Not am Festmahl groß war;
sie heilte die Aussätzigen mit einem Wort,
durch den Segen, der aus ihrem Munde strömt.
Sie flocht das Kreuz aus grünen Binsen,
um den Geist des Sterbenden zu retten;
durch das Geflecht der Halme fand er Frieden,
und die Welt des Lichtes öffnete sich weit.
Sie ist eine Sonne unter den Frauen,
ein leuchtender Stern in der Nacht von Kildare;
ihr Name sei gelobt bis ans Ende der Zeit,
denn sie ist die Stütze der Armen und der Schwachen.
Möge ihr Mantel, der sich einst weitete,
uns alle in seinem Schutz bergen;
denn sie ist die, die Gott auserwählt hat,
die Mutter, die uns zum Himmel führt.
Hintergrund zur Hymne
Diese Hymne dient in der Tradition als eine Art „Lebensbeschreibung in Kurzform“. Broccán greift hier die bekanntesten Wunder auf:
Das Wasser-Wunder: Die Verwandlung von Wasser in Bier bei einem Festmahl.
Die Heilung: Ihre Rolle als Mittlerin der Heilung für Kranke.
Das Binsenkranz-Kreuz: Die legendenhafte Begründung des Glaubens bei einem Sterbenden.
Der Mantel: Das zentrale Symbol ihrer Landnahme und ihres Schutzes.
Interessanterweise betont Broccán immer wieder den Kontrast zwischen weltlichem Reichtum und dem „Reichtum Gottes“. In einer Zeit, in der die soziale Hierarchie (Häuptlinge, Könige) alles bestimmte, war Brigids spirituelle „Anarchie“ – ihr ständiges Verschenken von Besitz und ihr Aufbegehren gegen die gesellschaftliche Ordnung – eine zutiefst revolutionäre Botschaft.
Die Hymne preist sie nicht als eine ferne, statische Heilige, sondern als eine dynamische Kraft, die durch ihr Tun (Heilen, Flechten, Teilen) die Welt verändert.
Hier ist die Übersetzung eines der bekanntesten traditionellen irisch-katholischen Kirchenlieder, das die heilige Brigid explizit als „Maria der Gälen“ anruft. Dieser Hymnus wird in Irland oft am 1. Februar, ihrem Festtag, gesungen.
Um die Poesie und den Rhythmus nachvollziehbar zu machen, findest du hier zunächst die englische Strophe mit dem Refrain und im Anschluss die melodische deutsche Übersetzung.
Far Above Enthroned in Glory
Far above, enthroned in glory,
Sweetest Saint of Erin’s Isle,
See thy children kneel before thee,
Turn on us a mother’s smile.
(Refrain)
O sweet Saint Brigid, Mary of the Gael,
May thy loving mantle o'er us never fail.
Guide our wandering footsteps, keep us in thy care,
Hear thy children pleading in their humble prayer.
Weit droben, in Herrlichkeit thronend
Weit droben, in Herrlichkeit thronend,
lieblichste Heilige von Erins Insel,
sieh deine Kinder vor dir knien,
schenke uns das Lächeln einer Mutter.
(Refrain)
O süße Sankt Brigid, Maria der Gälen,
möge dein liebender Mantel uns niemals fehlen.
Lenke unsere irrenden Schritte, nimm uns in deine Obhut,
erhöre das Flehen deiner Kinder in ihrer demütigen Bitte.
Zentrale Motive des Hymnus
Dieser klassische Hymnus bündelt die wichtigsten Aspekte der irischen Volksfrömmigkeit auf sehr engem Raum:
„Erins Insel“ (Erin's Isle): Ein poetischer Name für Irland, der die tiefe patriotische und heimatliche Verbundenheit mit der Heiligen ausdrückt. Sie ist nicht einfach eine universelle Heilige, sondern gehört fest zu dieser bestimmten Landschaft.
„Das Lächeln einer Mutter“: Hier wird die Rolle der Muire na nGael (Maria der Gälen) ganz deutlich. Die Gläubigen bitten nicht um strenge Führung, sondern um mütterliche Milde und Zuneigung, was direkt auf die Marienverehrung anspielt.
„Dein liebender Mantel“: Eine direkte Anspielung auf die berühmteste Legende von Brigid, in der ihr Mantel wundersam anwuchs, um das Land für ihr Kloster in Kildare zu bedecken. Im spirituellen Sinne ist dieser Mantel zum ultimativen Symbol für göttlichen Schutz und Geborgenheit geworden.
SANKT BRIGID
War Sankt Brigid nur die Christianisierung
einer keltischen Göttin Brigid?
Nein: Nach dem traditionellen
katholischen Verständnis
ist Sankt Brigid von Kildare
primär eine christliche Heilige,
nicht nur die Umchristlichung
einer vorchristlichen Göttin.
Die überlieferten Lebensbeschreibungen
stellen Brigid als junge Frau dar,
die sich Gott weiht, ein Kloster
in Kildare begründet
und als geistliche Leiterin wirkt;
zugleich wird Kildare als Zentrum
von Religion und Lernen beschrieben.
Gleichzeitig wird in der Forschung
und in älteren Darstellungen
nicht geleugnet, dass es Spuren
vorchristlicher Vorstellungskraft
in den Legenden geben kann:
Die Quellen selbst räumen ein,
dass bei den Biographien
„eine große Spanne“
für keltische Fantasie
und mittelalterliche Ausschmückungen
mitzudenken ist.
Und Butler (unter Berufung
auf ältere Gelehrte) nennt als Möglichkeit,
dass Echos früherer heidnischer Mythologie
in die Verehrung eingeflossen sein könnten,
wobei sogar über Namensdeutungen
und einen Bezug zu einem Feuerkult
um den 1. Februar spekuliert wird.
Das ist aber etwas anderes
als die Behauptung: „Nur“ Christianisierung.
Der Kern christlicher Verehrung bleibt
bei Brigid die konkrete Heiligenfigur
der frühen irischen Kirche.
IRLAND
Im grünen Land, wo Nebel zieht,
ein schweres Leid den Frieden mied.
Der alte Zwist, er kehrte ein,
in Nordens Land, bei Kerzenschein.
Die Kirche stand, die Hand erhob,
als mancher Gott und Recht verschob.
Sie mahnte sanft zur Liebe Wort,
doch Unheil wuchs an jedem Ort.
Die Priester sahen Leid und Not,
und sahen auch das täglich Brot,
das bitter schmeckte, schwarz und schwer,
in einer Zeit, die friedlos war und leer.
Die IRA, im Untergrund,
tat ihren Zorn in Schrecken kund.
Die Briten hielten fest die Front,
was keinen Frieden je belohnt.
Die Bischöfe riefen: „Haltet ein!
Das Blut darf nicht des Bruders sein!“
Doch manche Seele, tief in Qual,
verlor den Halt, bei jeder Wahl.
So stritt der Glaube, in sich selbst,
zerbrochen an der harten Welt.
Zwischen Gebet und Waffenlärm
blieb Gott oft fern, der Mensch nicht warm.
Verstrickt in Pflicht und tiefem Leid,
sucht man nach Sinn durch alle Zeit.
Der Himmel schweigt, die Erde bebt,
die Hoffnung leise weiterlebt.
DIE MUSENGÖTTIN BRIGID
Im Osten graut das erste Licht,
wenn Brigid sanft die Nacht zerbricht.
Sie wandelt durch das kalte Land,
die Fackel glüht in ihrer Hand,
bringt Leben in erstarrten Schoß,
die Kraft des Frühlings bricht nun los.
Sie ist die Hüterin des Feuers,
der Schmiedekunst, des Abenteuers,
sie webt das Wort, sie heilt den Schmerz,
ein Funke göttlich in dem Herz.
Doch tief im Schatten, still und weit,
ihr Kessel steht seit Ewigkeit.
Aus dunklem Guss, mit Silberzier,
bewahrt er, was wir suchen hier:
Inspiration, kristallner Quell,
er macht den Geist im Dunkeln hell.
Wer aus dem Kessel Tropfen nimmt,
dem zeigt sich, was im Innern glimmt.
Kein Gold der Welt, kein reicher Schatz,
erreicht der Weisheit hohen Platz.
Die Brigid rührt mit weißem Stab,
schenkt uns die Muse, hebt uns ab,
aus stumpfem Sinn und grauer Not,
schenkt uns den Geist statt nur das Brot.
O Göttin, lass den Kessel schäumen,
lass uns in alten Mythen träumen!
Erweck das Wort, die Kunst, das Licht,
das niemals in der Welt zerbricht.
O Brigid, Wandlerin im Schein,
lass Teil der Geisteskraft uns sein.
DIE HEILIGE BRIGID
Im grünen Licht der frühen Zeit,
da steht sie, schlicht im Kleid der Güte.
Vom Funken der Barmherzigkeit
blüht auf der Welt die neue Blüte.
Die heil‘ge Brigid, Mutter mild,
hat Winter in den Lenz geführt,
ein sanftes, doch ein starkes Bild,
das jedes Herz der Erde rührt.
Sie flocht aus Binsen, trocken, braun,
das Kreuz, das Schutz und Segen bringt,
ließ alle Seelen aufwärts schaun,
wo nun ihr Lied der Hoffnung klingt.
Sie öffnete das Haus und Tor,
den Armen Brot, den Kranken Wein,
sie trug das Licht der Sonne vor,
lud müde Welt zum Rasten ein.
In Kildar brennt das ew‘ge Licht,
ein Feu‘r, das nie zu Ende geht.
Es ist der Liebe Zuversicht,
die in dem Wind der Zeiten weht.
O Brigid, Hüterin des Lichts,
du Brücke zwischen Einst und Heute,
du lehrst uns: Aus dem kleinen Nichts
wird Segen für die frommen Leute.
Dein Segen ruht auf Feld und Flur,
auf allem, was das Leben nährt.
Du folgst der heiligen Natur,
hast uns den Weg zur Ruh erklärt.
So bleib uns nah, still im Gebet,
wenn Tag in Dämmrung sinkt,
bis dass die Welt sich weiterdreht
und hell der neue Morgen winkt.
BRIGID – GÖTTIN UND HEILIGE
Ein keltisch Licht, das einst im Norden schien,
Wo grüne Hügel durch die Zeiten ziehn.
Die Göttin Brigid, Pfeil aus hellem Brand,
Sie hütet weise all das irische Land.
Die Dichter singen von der Schmiedekunst,
Des Feuers Glanz erweckt der Götter Gunst.
Sie schützt das Kind, sie heilt mit sanfter Hand,
Verwebt das Schicksal fest mit ihrem Band.
Wenn Imbolc kommt, der Winter weicht zurück,
Erwacht die Erde voller Frühlingsglück.
Denn Brigid eilt, das Licht kommt nun hervor,
Sie öffnet weit des neuen Jahres Tor.
In Kildare baut sie einst ihr kleines Haus,
Die Eiche schaut dort still ins Land hinaus.
Das Kloster wächst, der Glaube zieht dort ein,
Umgeben von dem alten Götterhain.
Das ewige Feuer brennt bei Tag und Nacht,
Von Nonnenhänden liebevoll bewacht.
Die Seelen suchen dort den heil‘gen Ort,
Die Hoffnung trägt man als ein Liedlein fort.
Aus Halmen wird das Kreuz nun kunstvoll fein,
Soll Haus und Hof von Leid und Brand befrein.
Ein Schutzsymbol, das tief im Herzen ruht,
In Liscannor entspringt der Quelle Flut.
Dort pilgern Menschen seit so langer Zeit,
Vergessen für Momente altes Leid.
Sie suchen Trost an diesem heil‘gen Quell,
Wo Brigids Geist erscheint so rein und hell.
So sind verbunden, was einst fern sich schien,
Wenn Mythen nun durch Kirchenmauern ziehn.
Die Schutzpatronin, stark in ihrem Lauf,
Nimmt alle Bitten auf der Reise auf.
IRLAND
Auf grüner Insel, fern und weit,
Da suchen sie die Fröhlichkeit.
Claudia und Evi ziehn hinaus,
Verlassen nun das heimische Haus.
Sankt Patrick schaut vom Hügel nieder,
Sankt Brigid segnet beide wieder.
Doch wer, so fragt man voller Bangen,
Ist mit auf diese Fahrt gegangen?
Kein Mann aus Fleisch und Blut dabei?
Was macht die Reise sorgenfrei?
Doch halt! Ein Schutzgeist, still und lind,
Ist bei den Frauen da im Wind.
Evis Mann, der jüngst entschwand,
Begleitet sie ins grüne Land.
Er wacht als Geist, durch Raum und Zeit,
Für ihrer Reise Sicherheit.
IRLAND
Ein Reisesegen für Evi und Claudia
Auf Wegen, die durch grüne Weiten führen,
wo Klippen hoch den Ozean berühren,
da möge Gottes Segen euch begleiten,
durch ferne Lande, durch die stillen Zeiten.
Sankt Patrick, der das Licht ins Land gebracht,
behüte euch bei Tag und in der Nacht.
Sein Stab sei euch ein Wegweiser, ein Halt,
auf Pfaden durch die Heide, durch den Wald.
Sankt Brigid, die den Segen sanft verteilt,
sei bei euch, wenn die Zeit im Fluge eilt.
Ihr Mantel schütze euch vor Wind und Regen,
auf allen irischen und weiten Wegen.
Ob in der Stadt, ob an der wilden Küste,
ob ihr die Stille sucht, die weite, wüste –
euch begleite stets das Glück der grünen Insel,
im Sonnenstrahl, im Spiel der Wolkenpinsel.
BALLADE ÜBER ST. COLUMBA
Im Norden, wo der Wind das Meer erzwingt,
Wo Nebel sich auf raue Felsen legen,
Ein Lied von alten Zeiten leise klingt,
Von einem Mann, der ging auf Gottes Wegen.
In Donegal, vom Glanz des Adels schwer,
Wuchs Columcille auf, ein Kind des Lichts.
Doch zog es ihn vom Prunk zum Glauben her,
Denn weltlich Gut bedeutete ihm nichts.
Er schrieb die Psalmen, kunstvoll, fein und klar,
Ein Buch der Wahrheit, wertvoll und begehrt.
Doch Stolz und Streit, sie wurden zur Gefahr,
Ein Krieg entbrannte, der das Land versehrt.
Viel Blut floss rot ob eines Wortes Streit,
Der Heil‘ge sah den Abgrund, tief und schwarz.
Er fand im Herzen Buße für die Zeit,
Und Gott gab ihm des Glaubens festen Harz.
„Verlass das Land, das du in Schmerz gebracht,
Such dir ein Ufer, wo mein Wort noch schweigt.“
So brach er auf, durch Sturm und dunkle Nacht,
Bis er sich Ionas bleichem Sande neigt.
Mit zwölf Gefährten, schlicht im kleinen Boot,
Erreichte er das Eiland in der Flut.
Er teilte mit den Armen täglich Brot
Und heilte Wunden mit des Glaubens Glut.
Dort baute er, mit Steinen, Holz, Gebet,
Ein Zentrum, das die Geister neu entfacht.
Ein Leuchtturm, der in wilden Stürmen steht,
Der keltisch-christlich Wissen gut bewacht.
Er zähmte, so man spricht, das wilde Tier,
Im Fluss Ness schrie er: „Halt in deiner Macht!“
Der Unhold wich, gesühnt ob sein Revier,
Die heil‘ge Hand hat Frieden ihm gebracht.
Die Jahre zogen, weiß das Haar nun schien,
Auf Iona fand er Rast im Abendlicht.
Er sah den Tag im sanften Blau entfliehn,
Die Feder ruhte, nun war Schluss der Pflicht.
Er segnete die Insel, still und weit,
Den Ort, der ihm zur zweiten Heimat ward.
Er ging hinüber in die Ewigkeit,
Nach einer langen, gottgefäll‘gen Fahrt.
So steht noch heute, wo das Meer sich bricht,
Die Stille Ionas unter Gottes Stern.
Columba lebt in jedem Wort, im Licht,
Ein treuer Knecht, dem Schöpfer ewig fern.
BALLADE VON COLUMBA BEI DEN PIKTEN
Im Schatten nebelgrauer Berge stand
Der König Brude, stolz in seinem Zelt.
Die Pikten herrschten über dieses Land,
Ein Volk, das sich die alten Runen hält.
Kein Fremder wagte sich an jenes Tor,
Die Druiden schürten Angst mit Zauberhand.
Doch einer trat aus hoher Brandung vor:
Columba, der den Glauben in sich fand.
Die Tore blieben starr und fest verschlossen,
Die Riegel hielten gegen Menschenkraft.
Doch als Columba betet, unverdrossen,
Hat Gottes Wille Stille sich verschafft.
Der Stahl gab nach, der Eichenbalken sprang,
Das Unmögliche ward vor ihnen wahr.
Durchs dunkle Tor ein Psalmgebet erklang,
Der Heilige stellt sich dem König dar.
Die Druiden tobten, ihre Flüche laut,
Sie wollten ihn im Feuerpech verzehren.
Doch er auf Gottes Schutz allein vertraut,
Ließ sich von ihrem Zorn nicht weiter stören.
„Ich komme nicht als Feind, ich bringe Licht“,
So sprach er ruhig in die dunkle Runde.
Er lehrte sie von Christi Zuversicht,
Ein neues Leben strömte aus dem Munde.
Das dunkle Herz des Piktenkönigs wich,
Er sah im Fremden keine List und Tücke.
Der Segen floss, der Schatten langsam schlich,
Er öffnete dem neuen Wort die Brücke.
Vom Tay bis hoch zu Inverness’ Gestaden,
Begann das Kreuz in Stein sich einzureihen.
Der Heil‘ge hat der Völker Not beladen
Und konnte Geister von der Angst befreien.
Kein Schwert hat hier die neue Lehre bracht,
Kein Blut floss für die Taufe in den Seen.
Allein das Wort, das durch den Dust gewacht,
Ließ alte Götter sanft im Nebel gehen.
So wurde aus dem fremden, wilden Clan
Ein Volk, das nun an Hoffnung neu genesen.
Der Heil‘ge legte, fern von Stolz und Wahn,
Den Grundstein, der noch heute fest gewesen.
BALLADE VON ST. COLUMBA UND LOCH NESS
Am Ufer, wo der Fluss sich windet,
Wo tief das dunkle Wasser schwillt,
Wo Nebel sich im Schilf entwindet,
Hat sich ein altes Leid enthüllt.
Ein Volk, am Ufer, schwarz in Trauer,
Begrub den Sohn, der jäh verschwand,
Verschlungen in der Fluten Schauer,
Gerissen in den Schlund der Wand.
St. Columba, auf der Reise Pfad,
Hielt an mit strengem, frommem Blick.
Er sah des Todes dunkle Saat,
Das Leid, das blieb als letztes Stück.
„Wer schwamm dort aus?“, so fragt der Strenge,
„Wer wagte es, den Strom zu freveln?“
Sie zeigten auf die graue Menge,
Auf dunkle Tiefen, kalte Nebel.
„Der Kelpie“, rief ein alter Mann,
„Das Ungeheuer, wild und groß,
Es zieht den Schwimmer in den Bann,
Es reißt ihn in den Abgrund los!“
Doch Columba, unerschrocken, kühn,
Wies seinen Jünger Luigne an:
„Durchschwimm den Fluss, lass Zweifel fliehn,
Hol uns das Boot, auf, geh voran!“
Der Jünger zögerte, doch schritt,
Er glitt hinein ins kalte Nass.
Da schlug die Welle, starr vor Wut,
Ein Schatten stieg aus tiefem Maß.
Ein Brüllen, das den Fels erzittern ließ,
Ein Leib, der aus der Tiefe brach,
Als ob der Abgrund sich entließ,
Dem armen Jünger hinterher, im Bach.
Da hob der Heil‘ge seine Hand,
Ein Zeichen, hell in Gottes Licht.
Er sprach das Wort mit festem Band,
Das jedes böse Werk zerbricht:
„Halt ein! Kehr um! Berühr ihn nicht!
Vom Pfad des Lebens weiche fern!“
Da wich die Kreatur ins Licht,
Wie von unsichtbarem Seil zu hörn.
Das Wasser glättete sich sacht,
Die Bestie floh in dunkle Gruft.
Ein Wunder war vollbracht mit Macht,
Stille erfüllt die kalte Luft.
Die Heiden schauten staunend auf,
Ihr Glaube wand sich zum Gebet,
Und Columba zog auf seinen Lauf,
Dort, wo der Fluss am Ness besteht.
BALLADE VON ST COLUMBA UND DEM HEILIGEN BUCH
In Ionas Stille, fern vom Meer,
Wo Sturm und Brandung toben,
Schrieb Columba nieder, was so schwer,
Was Gott ihm ließ geloben.
Das Wort des Herrn auf Pergament,
Mit Tinte, tief wie Nacht,
Ein Buch, das keine Grenze kennt,
Mit heiliger Sorgfalt bedacht.
Sein Feind, König Finnian, voll Gier,
Begehrte den Schatz für sich,
„Das Buch gehört nicht länger dir,
Gib es heraus, das forder ich!“
Doch Columba weigerte sich standhaft,
Das Wort war sein Lebenssinn,
Es gab ihm Kraft und Seelenzuflucht,
Er gab es nicht leichtfertig hin.
Es kam zum Streit, zu blut’ger Schlacht,
Die Clans in den Waffenklang,
Tausende fielen in dunkler Nacht,
Ein grausamer Todesgesang.
Der Preis war hoch, das Buch bewahrt,
Doch schwer wog die Schuld im Geist,
„Ich habe verbrannt des Lebens Art“,
Der Reue Schmerz ihn nun vereist.
Ein Bußgelübde, schwer wie Blei,
Er musste das Land verlassen,
„Geh übers Meer, sei endlich frei,
Lass hinter dir die Gassen!“
Er nahm sein Buch, sein treues Licht,
Und fuhr gen Norden hin,
Wo schottisch Land im Nebel bricht,
Mit dem Worte als Lebensgewinn.
Auf Iona baut’ er sein Kloster auf,
Das Licht in der Finsternis,
Das Buch nahm seinen heiligen Lauf,
Es blieb, was er niemals verließ.
Die Seiten erzählten von Gottes Hand,
Vom Frieden, den er einst verlor,
Er trug ihn in das ferne Land,
Und öffnete das Himmelstor.
So blieb das Buch ein heiliges Zeichen,
Für Columba in Müh’ und Not,
Dass auch die stolzen Könige weichen,
Vor der Wahrheit, die niemals droht.
Denn wenn der Zorn die Welt verzehrt,
Und Schwerter die Seelen entzwei’,
Ist es das Wort, das uns belehrt,
Und macht den Reuigen frei.
BALLADE VON DER SCHLACHT UM DAS BUCH
Im irischen Grün, wo die Eichen sich wiegen,
Wo König und Mönch sich im Geiste noch schlagen,
Da gab es ein Ringen, ein wütendes Siegen,
Das bis heute hallt durch die alten Sagen.
Es ging nicht um Gold, nicht um Land oder Thron,
Es ging um die Feder, das Pergament-Blatt,
Um Columbas Werk, seinen heiligen Lohn,
Das Finnian nun forderte, schamlos und satt.
„Das Buch, das du schufst“, so sprach der Fürst kühl,
„Es gehört nach dem Recht nun dem Kloster allein!
Gib her die Abschrift, verleugne dein Gefühl,
Sonst wird meine Rache dein Untergang sein!“
Doch Columba, das Herz in dem Glauben entbrannt,
Hielt fest seine Handschrift, die er selbst einst erdacht.
Er wusste, das Wort war nun in seiner Hand,
Ein Schatz, der aus Gottes Erbarmen erwacht.
Der Zorn brach hervor, ein Sturm überm Land,
Die Clans riefen „Waffen!“ zum blutigen Streit.
Man traf sich bei Cúl Dreimhne, dort am Sand,
Die Rüstung geschmiedet für die Ewigkeit.
Die Schwerter sie blitzten, der Schildhieb erklang,
Es brachen die Speere im hasserfüllten Tanz,
Der Boden trank Blut den ganzen Tag lang,
Und verloren ging mancher Krieger in Glanz.
Die Schlacht war ein Gemetzel, ein dunkles Gebot,
Die Raben sie kreisten am schicksalhaften Ort.
Doch als sich legte die Wut und die Not,
Da blieb nur die Stille, und verloren war das Wort.
Denn dreitausend Seelen, sie lagen im Gras,
Gefallen für ein Buch, das in Pergament ruht.
Da sank Columba, befreit von dem Hass,
Angesichts dieser Opfer, so sinnlos und gut.
Die Reue sie traf ihn wie eisiger Wind,
Ein Geistvoller Mann, nun vom Mörder-Geist schwer.
„Ich bin wie ein verlorenes, sündiges Kind,
Ich zieh’ über das Wasser, weit übers Meer!“
Er verließ seine Heimat, sein geliebtes Land,
Verbannung war Buße für das blutige Feld.
Mit dem Buch in der Tasche, mit zitternder Hand,
Zog er aus, um den Frieden zu bringen der Welt.
So lehrt uns die Sage vom Cúl Dreimhne-Tag:
Dass Wahrheit nicht durch Gewalt wird bewahrt.
Denn jeder, der stürmisch den Sieg in sich trug,
Wird wandern in Reue, auf einsamer Fahrt.
Das Buch blieb erhalten, ein zeugendes Licht,
Doch der Preis war das Leben der Brüder im Streit.
Die Ballade vergisst diese Wahrheit nicht:
Der Friede ist kostbarer als Gold oder Zeit.
WIE ST PATRICK DEN IREN DIE DREIFALTIGKEIT AN EINEM KLEEBLATT ERKLÄRTE
Auf dem grünen Hügel,
dort, wo der Wind die Gräser beugt,
stand Patrick,
den Blick auf die Erde gesenkt,
im Herzen den Funken einer neuen Lehre.
Vor ihm die Menschen –
gewohnt an die Vielfalt der Götter,
an das Flüstern im Hain,
an das Tosen im Sturm.
Sie fragten,
und ihre Augen waren voll Fragen:
Wie soll Einer drei sein?
Wie soll das Unendliche in eine Form sich fügen?
Er bückte sich,
seine Hand griff in das junge Grün,
fand ein Blatt,
ein bescheidenes Kleeblatt,
und hielt es in den Himmel.
Drei kleine Blätter,
aus einem Stiel entsprossen,
einzeln in ihrer Gestalt,
eins in ihrem Wesen.
Er sprach kein Wort von Dogmen,
kein Wort von dunklen Büchern.
Er zeigte nur das Blatt,
die Schöpfung als Spiegel der Wahrheit:
Seht:
Drei sind sie,
doch eines ist das Blatt.
Drei sind die Wege,
doch eines ist das Licht.
Das Volk schwieg,
der Wind trug das Bild über die Wiesen,
und in jenem Moment,
als das Sonnenlicht die zarten Adern durchleuchtete,
verstanden sie –
nicht mit dem Verstand,
sondern mit dem Herzen,
das nun das Symbol als Heimat erkannte.
Hymne an die heilige Brigida
Heilige Brigida, du Reine,
Patronin unsrer Insel du,
Bewahr uns vor dem falschen Scheine,
Schenk Demut uns und sanfte Ruh!
Wach über unser Eiland treu,
Breit deinen Mantel segnend aus,
Wie einst am Curragh – einst wie neu
Beschirmst du unser Vaterhaus.
Erbitt uns Segen von dem Herrn,
Dass seine Heiligen uns nah,
Was fürchten wir? Wir haben gern
St. Patrick und dich, Brigida!
Mach Heilige noch heilger noch,
Die Reinen rein, bewahr uns heut;
Mit deinem Schutz, wir wissen doch,
Dass uns des Segens Fülle freut.
Bet für uns, heilige Maid,
Für deine Insel, tief vertraut.
Bewahr uns vor der Sünden Leid,
Vor dem, was uns den Geist verbaut.
Stärk unsern Glauben, mach uns fest,
Lass uns in der Geduld bestehn,
Und lehr uns, dass, wer Gutes lässt,
Den Siegeskranz nur wird sehn.
Bet für uns, Brigida, wir dein
Geschlecht, das dich als Mutter ehrt;
Führ uns in Gottes Himmel ein,
Wo St. Patrick auf uns begehrt.
Wir kämpfen für den ewgen Lohn,
Ertragen Not, um einst zu siegen,
Denn wer das Böse überwand,
Wird durch den Kampf den Sieg erfliegen.
Gegrüßet seist du, Maria.
Lobpreis der heiligen Brigida
Ich singe Brigidas Lobpreis,
Sie ist der Segen der Erde.
Sie ist der Quell des Lichts,
Dass Friede uns nun werde.
Eine Frau der milden Gaben,
Des Feuers helle Glut,
Sie heilt die Not der Armen,
Mit sanftem, frohem Mut.
O Brigida, du Weise,
Du Hüterin der Nacht,
Führ uns auf rechter Reise,
Durch deine Schutzesmacht.
Wie einst das Korn gediehen,
Auf ihrem fruchtbar Land,
Lass Hoffnung uns erblühen,
Durch deine milde Hand.
Heilig sei der Name,
Der uns das Leben schenkt,
Dass Brigida als Dame,
Uns stets in Gnaden lenkt.
Hymne an Brigid
O Brigid, Hüterin der heiligen Flamme,
Du Tochter des Dagda, aus altem Stamme.
Du Herrin der Schmiede, des Ambosses Schlag,
Du leitest den Funken durch den dunkelsten Tag.
Du bist die Dichterin, die Weisen mit Sinn,
Du bringst uns das Wort, du trägst die Welt hin.
Du bist die Heilerin, das Wasser, der Quell,
Mach unsere Herzen und den Geist uns nun hell.
An den neun Stufen, am heiligen Ort,
Wir rufen dich an, wir finden das Wort.
Beim Feuer der Inspiration, das in uns brennt,
Das jede Seele als deine erkennt.
Komm, Brigid, komm mit der Frühlingszeit,
Mach unser Leben für dein Wirken bereit.
O Flamme der Erde, o Hauch aus dem Licht,
Du bist die Kraft, die das Dunkel durchbricht.
Brigida, sei jetzt bei uns
Brigida, sei jetzt bei uns,
Komm herab, du heiliges Licht.
Lass uns spüren deine Nähe,
Wenn das Dunkel leise bricht.
In der Stille unsres Herzens,
In der Flamme, die da brennt,
Sei die Kraft, die uns verwandelt,
Die das Wesen beim Namen nennt.
Dichterin in unsren Worten,
Heilerin in unsrer Not,
Schmiedin unsrer Wandlungsfähigkeit,
Brich das starre, kalte Brot.
Brigida, sei jetzt bei uns,
Webe uns in deinen Kreis.
Hülle uns in deinen Mantel,
Dass der Geist nun werde heiß.
IN DOVER
The salt-spray clings to Evelyn in Dover,
Watching the gray tides rise to cross over,
Beyond the white cliffs where the ghosts of the sea
Keep watch for the soul of her dead, blessed lover.
DUBLIN
In Dublin’s streets where shadows play,
Evelyn and Claudia found their way.
From Germany’s heart to the Liffey’s tide,
With stories waiting to reside.
The cobblestones hum beneath their feet,
Where ancient stone and the modern meet.
They walk through Temple Bar’s bright light,
And chase the stars into the night.
Through Trinity’s gate and the quiet square,
They breathe in the crisp and salty air.
Two souls abroad, so bold and free,
Across the blue of the Irish Sea.
A bridge between the lands they know,
And places where the wildflowers grow.
Evelyn and Claudia, side by side,
With Dublin’s spirit as their guide.
SUMMER IN THE SOUTH OF IRELAND
The fuchsia bleeds its velvet red
Along the boreen’s winding spine,
Where summer sun, in gold-leaf spread,
Makes liquid amber of the brine.
They walk where salt and clover meet,
Two shadows on the limestone grey,
With wild thyme crushed beneath their feet
To scent the heat of mid-July.
The Kerry hills in humped repose
Drink deep the haze of shimmering blue,
While in the gorse, a light wind blows
To brush the gold against the dew.
No word is needed in the heat,
The hum of bees, the distant bay—
The rhythm of the heart’s own beat
Is all they need to mark the day.
The shadows stretch, the light grows thin,
The Atlantic turns to beaten brass,
As evening pulls the silence in
Across the tangle of the grass.
They stand as part of slope and stone,
Two daughters of the coastal loam,
At peace with all the wild unknown
That calls them gently, slowly, home.
ENGLAND
Two German women bask in golden light,
Aboard a ship, a peaceful, sunny sight,
Within the realm where Princess Kate shines bright.
And soon in Ireland, views grow even more divine,
Where greater beauty waits to peer and shine!
DREAM
In a dream last night, from England's shore,
German Evelyn wrote to me once more,
Saying she had arrived at the midnight hour,
With the strike of the clock and the midnight power.
Did she truly write, across land and sea?
Is a message waiting from her, for me?
KIRCHE IN IRLAND
für Claudia
Die Kirche in Erin, einst heilig und stark,
verlor ihren Glanz und das göttliche Mark.
Wo Priester und Mönche an Knaben sich schändeten,
wo Nonnen den Müttern die Kindlein entwendeten,
da starben Vertrauen und Frömmigkeit ab,
und Sitte und Glaube versanken im Grab.
Das Volk, das einst treu auf dem Felsen stand,
beschließt nun die Eh‘ im modernen Verband:
Ein Bund nun von Mann zu Mann besteht,
und Abtreibung frei durch die Lande geht.
Die einstige Weisung vom ewigen Throne
verstummt in dem Lärm der erneuerten Zone.
Doch schau, durch den Schatten der sterbenden Zeit
bricht leise ein Keim aus der Dunkelheit:
Die Jugend von Irland, suchend und rein,
kehrt wieder bei Jesus und Maria ein.
Sie finden die Wahrheit, sie finden das Licht,
das niemals in Ewigkeit bricht.
BLESSED CARINA
Evelyn and Claudia, standing tall,
Beneath the quiet German sky,
With memories of the shared recall
And gentle days that drifted by.
Though paths may wind and seas divide,
And distant borders soon appear,
They walk with fortune by their side,
With one sweet presence ever near.
For blessed Carina left a grace,
A silent gift of strength and light,
That lingers in each resting place
And shields them through the changing night.
To England’s green and rolling hills,
To Ireland’s wild and misty shore,
The ancient, sacred blessing thrills,
A steady guide forevermore.
TO EVELYN
I dreamt of Evelyn's two dogs last night:
The large dog bounded in tempestuous glee,
While the small hound revealed a sudden flight,
And winged its feathered path to welcome me.
Oh God, where now do sleeping spirits go?
Where rest the souls of dogs who passed away?
Amid the starry dark, I do not know,
Nor what remains when all has turned to clay.
LIMMERICK
There once were two friends from Berlin,
Fair Claudia and fair Evelyn.
On an Irish-bound hike,
They loved every dyke,
And the ancient green hills they walked in.
LIMMERICK
In Germany, vegans eat sushi,
While Irish girls dine on potato and cress.
Though different our plate,
We join up with fate,
And share in this tasty distress!
MAHLZEIT
der alte mann isst pizza
der junge mann isst sushi
gemüse isst in nizza
miss pussy und miss mouschy
EVIS GEBET
Vater,
du hast meinen Mann zu dir genommen.
Wir sind ein Stück unseres Lebens miteinander gegangen.
Wir haben vieles miteinander geteilt,
Freud und Leid, frohe und schwere Stunden.
Es war schön, wenn es auch nicht immer leicht war.
Dafür danke ich dir.
Nun hat mein Mann zuerst das Ziel erreicht.
Ich bleibe alleine zurück.
Lohne ihm alle Liebe und Treue mi ewiger Freude;
mir aber die Kraft zu sagen:
Dein Wille geschehe,
auch wenn dein Weg unbegreiflich ist.
Und lass uns Himmel mit dir vereint sein.
Maria, Trösterin der Betrübten, bitte für uns.
Amen
AN CLAUDIA
gibt es in irland salzige butter?
und was gibt es sonst noch für futter,
fragt deine hundertjährige mutter
AN CLAUDIA
O Claudia, bring sie mir heil zurück,
die liebe Evelyn, mein treues Glück!
Vergiss die weite irische grüne Weide,
bring sie gesund und gut gelaunt, zur Freude
von uns nach Haus, geschwind und ohne Wende,
auf dass mein langes Sehnen endlich ende!
Ballad of the Harlot Evelyn Roe
1.
In the month when the cherries are starting to fade,
Under the weeping willows,
A grave was dug for a young, poor maid,
Far from her childhood pillows.
The vicar spoke words, but the wind blew cold,
And nobody wept for her story told,
For Evelyn Roe was her name.
2.
She came from the city of stone and smoke,
Where the chimneys scrape the sky,
Where the spirit of man is crushed and broke,
And the river flows sluggish and high.
She sold her white body for copper and bread,
To buy a soft pillow to rest her head,
Evelyn Roe was her name.
3.
The gentlemen came in their velvet and wool,
With silver and coin in their hand,
Their pockets were heavy, their bellies were full,
The lords of this Christian land.
They used her at night and they spat in the street,
When morning compelled them to part and to meet,
Far away from the girl called Roe.
4.
A fever set in when the autumn turned chill,
With coughs that tore deep in her chest.
The hospital doctor wrote down on his quill:
"This body can find its long rest."
They carried her out on a battered old bier,
Without any flowers and without any tear,
For Evelyn Roe was dead.
5.
Now the grass grows tall where they laid her down,
Unmarked by a cross or a stone.
She cost not a coin to the wealthy town,
She sleeps in the dark all alone.
But sleep well, poor Evelyn, out in the rain,
You’ve finished with hunger, you’ve finished with pain,
And forgotten is Evelyn Roe.
The Legend of the Whore Evelyn Roe
When spring arrived and the sea was blue,
She found no rest anymore;
Then came aboard with the very last boat
The young Evelyn Roe!
She wore a hair-shirt upon her frame,
Whose beauty was more than of earth—
She wore no other gold or trinkets
Than her wondrously rich hair!
"Mr. Captain, let me sail with you to the Holy Land,
I must go to Jesus Christ!"
"You shall sail along, woman, because we are fools
And you are so magnificent!"
"May He reward you! I am just a poor woman,
My soul belongs to the Lord Jesus Christ!"
"Then give us your sweet body,
For the Lord whom you love can never pay for it,
Because He has died!"
They sailed away in sun and wind
And loved Evelyn Roe—
She ate her bread and drank her wine
And wept the whole time too!
They danced by night, they danced by day,
They neglected to steer the ship—
Evelyn Roe was so shy and so soft,
And they were harder than stone!
She spring departed—the summer waned,
She walked by night in a tattered shoe
From yardarm to yardarm and stared into the grey
And searched for a silent shore,
The poor Evelyn Roe!
They danced by night, they danced by day.
Then she grew exhausted like the sick and frail.
"Mr. Captain, when do we arrive
In the Lord's holy city?"
The captain lay in her lap
And kissed and laughed aloud at that:
"And if anyone is to blame that we never get there:
It is Evelyn Roe."
They danced by night, they danced by day.
Then she grew as exhausted as a corpse.
And from the captain down to the youngest cabin boy,
They all had enough of her.
She wore a silk gown upon her frame
That was diseased and full of welts,
And wore upon her disfigured brow
A dirt-matted tangle of hair.
"Never do I see you, Lord Jesus Christ,
With my sinful body—
You must not go to a whore,
And I am such a poor woman!"
She walked for a long time from yardarm to yardarm
And her heart and her feet caused her pain;
She walked by night when no one saw—
She walked by night into the sea!
That was in the chilly January—
She swam a long way upward
And only in March or in April
Do the blossoms break open!
She yielded herself to the dark waves
And they washed her white and pure—
Now she will surely be before the captain
In the holy land!
When she came to heaven in the spring,
Peter slammed the door in her face:
"God has told me: 'I will not have
The whore Evelyn Roe!'"
Yet when she came to hell,
They bolted the doors shut;
The devil screamed: "I will not have
he pious Evelyn Roe!"
Then she walked through wind and starry space
And wandered on endlessly—
Late in the evening through the fields
I saw her walking already,
She often staggered, she never stood still,
The poor Evelyn Roe!
HAIL TO OUR LADY OF SLIGO
Our Lady of Sligo, serene and so fair,
Whose spirit brings comfort and grace everywhere,
We honor your presence, steadfast and profound,
Where beauty and warmth in your legacy are found.
To Claudia, Evelyn, and Anja as well,
Whose kindness and laughter make daily life swell:
May blessings surround you, and joy light your way,
With peace in your hearts through the dawn of each day.
We offer our thanks for the friendship you bring,
A treasure more precious than crowns worn by king;
Through distance or closeness, in shadow and sun,
Our lives are so brightened by hearts knit as one.
M.
A Mhuire mhín, a bhrídeach na glóire,
I gcúirt na n-aingeal is tú an t-stór.
Do ghlór mar cheol ar an tsruthán ciúin,
Do chroí mar ghrian i lár an lae chiúin.
Óir lonrúil, a Mháthair an tSlánaitheora,
Glac mo ghuí, a rún na glóire.
Ón dorchadas saolta tug tú an solas,
Mo chosaint i gcónaí, a Bhanríon na n-eolach.
*
O sanfte Maria, Braut der Herrlichkeit,
im Hof der Engel bist du der Schatz.
Deine Stimme wie Musik am stillen Bach,
dein Herz wie die Sonne am ruhigen Tag.
Strahlendes Gold, o Mutter des Erlösers,
nimm mein Gebet an, du Geheimnis der Herrlichkeit.
Aus der Dunkelheit des Lebens brachtest du das Licht,
mein Schutz immerdar, o Königin der Wissenden.
THREE WOMEN
In Irish verse where legends gleam,
A trio wakes a waking dream:
Saint Brigid comes in Anja’s guise,
With holy warmth and hearth-lit eyes.
Then Claudia walks as Mary mild,
Of Gaeldom's shore, a sacred child,
While Evelyn, of ancient grace,
Rules as the Faerie Queen of Thrace.
And lo! These three of old renown
From myth and mist have wandered down—
With gentle words and smiling grace,
All three salute me face to face!
EPIGRAMM
Torsten bleibt im deutschen Land,
Evi zieht an irischen Strand,
Karine aber, selig, zart,
Wohnt in der ewigen Gegenwart.
THE GULF STREAM
Two women I see standing on Ireland's strand,
While here on the Frisian coast I stand.
The Gulf Stream separates and binds us together,
This is the realm of the All-Life forever.
ODE ON SANCT PATRICK‘S CATHEDRAL IN DUBLIN
I.
Beside the murmuring Poddle's hidden stream,
Where centuries dissolve in sacred shade,
Rise ancient towers, a gothic, stony dream
In Dublin's heart by faith and time arrayed.
For centuries your storied walls have stood,
A silent witness to an isle's embrace,
Where saints and scholars, carved in stone and wood,
Breathe quiet reverence through this hallowed space.
II.
Beneath your vaults where soaring arches spring,
The ghosts of history linger in the air;
Here Swift once ruled, with pen a sharper sting,
And poured his passion into endless prayer.
His final slumber in the floor is sealed,
A bitter satirist at peace at last,
While all around, the vibrant stones revealed
The heavy echoes of a storied past.
III.
Through stained-glass windows, angled sunbeams pour
In ruby, sapphire, and a golden glow,
Illuminating flags upon the floor
Where generations walked so long ago.
The choral anthems rise like incense sweet,
To brush the timbered roof in sweet accord,
And draw the weary traveler off the street
To find a moment with the quiet Lord.
IV.
Stand fast, majestic guardian of the west,
Through rain and wind and shifting tides of time;
In you, the weary pilgrim finds his rest,
In your grand bells, a centuries-old chime.
O Dublin's crown, of faith and stone and art,
You live forever in the nation's heart.
SHORT HISTORY OF CATHOLIC IRELAND
Early Christianity and the Golden Age (5th–12th Centuries)
Christianity took root in Ireland during the 5th century, famously catalyzed by Saint Patrick around 432 AD. Unlike much of the collapsing Roman Empire, Ireland developed a unique monastic culture.
Monastic Centers: Monasteries like those in Clonmacnoise, Glendalough, and Skellig Michael became centers of learning, art, and theology.
The "Island of Saints and Scholars": Irish monks preserved classical and theological texts, sending missionaries across Britain and continental Europe (such as St. Columba in Iona and St. Columbanus in Gaul) during the Early Middle Ages.
The Synod of Cashel (1101) & Synod of Ráth Breasail (1111):
These councils reorganized the Irish Church into a diocesan structure aligned more closely with continental European norms, shifting power away from traditional monastic clans toward bishops and archbishops.
Norman Conquest and Religious Divergence (12th–16th Centuries)
The Papal Bull Laudabiliter (1155): Pope Adrian IV purportedly granted English King Henry II overlordship of Ireland to bring the Irish Church into tighter conformity with Rome.
The Anglo-Norman Invasion (1169): The arrival of Strongbow and Anglo-Norman forces established the Lordship of Ireland. This created a dual church structure: the English-controlled towns used English liturgy and appointments, while the Gaelic Irish areas maintained distinct monastic traditions.
The Reformation Parliament (1536): When King Henry VIII broke with Rome, the Irish Parliament declared him Supreme Head of the Church of Ireland. Unlike in England, the broader population and the Gaelic nobility largely rejected the Protestant Reformation, cementing Catholicism as a central pillar of Irish identity and resistance to English rule.
Penal Laws and Counter-Reformation (17th–18th Centuries)
The failure of the Tudor and Stuart conquests to Protestantize the island led to centuries of religious conflict, dispossession, and persecution.
Cromwellian Conquest (1649–1653): Oliver Cromwell's military campaign resulted in massive massacres, land confiscations for Catholic landowners, and the near-total suppression of public Catholic worship.
The Penal Laws (Late 17th–18th Centuries): A draconian series of legislative measures barred Catholics from holding public office, voting, owning land above a certain value, entering the professions, or receiving formal Catholic education. Despite this, Catholicism survived underground through clandestine "hedge schools" and illicit mass gatherings at mass rocks.
Emancipation, Famine, and the Devotional Revolution (19th Century)
Catholic Emancipation (1829): Led by Daniel O'Connell through mass mobilization and the Catholic Association, Parliament passed the Roman Catholic Relief Act, allowing Catholics to sit in Parliament and hold public office.
The Great Famine (An Gorta Mór, 1845–1852): The famine decimated the Catholic peasantry, resulting in over a million deaths and triggering mass emigration to North America and Britain, which rapidly spread Irish Catholicism globally.
The Devotional Revolution (Mid-to-Late 19th Century): Under Cardinal Paul Cullen, the Irish Church underwent a massive transformation. Church attendance soared, Roman liturgical practices replaced folk traditions, and the clergy established a pervasive institutional network of schools, hospitals, and parishes.
Independence and the 20th Century
The Irish Free State (1922): Following the War of Independence and the Anglo-Irish Treaty, 26 counties gained independence. The resulting constitution and political culture were heavily influenced by Catholic social teaching, leading to strict constitutional bans on divorce, contraception, and abortion, alongside church control over education and healthcare.
The Papal Visit (1979): Pope John Paul II’s visit drew an estimated 2.7 million people—nearly a third of the island's population—representing the zenith of traditional Catholic influence in modern Ireland.
TWO WAYS
Claudia’s Path
She seeks the quiet grace of sacred stone,
Where ancient prayers are never made alone.
In candlelight and hymns that softly rise,
She meets the warmth in holy Mary's eyes,
And finds a peaceful, steady, faithful hand
Within the priests who shepherd all the land.
Evelyn’s Path
She leaves the road to tread the mossy fern,
Where earth's deep secrets slowly start to burn.
Among the standing stones of ancient lore,
She listens to the druids' steps of yore,
And worships wild wind, river, hill, and tree—
The living spirit of a boundless sea.
SPRUCH
Engelland irrt sich
Irrland ist voller Engel
RAIN
In Northern Germany it rains;
In Sligo, Northern Ireland, it rains;
In my heart, it rains tears.
ODE TO THE CELTIC GODDESS ANU
I
Ancient mother of the rolling hills,
Whose grace inspires and softly stills,
Anu, keeper of the sacred earth,
Guardian of harvest, growth, and birth.
High upon the double-breasted peaks,
It is your voice the wandering spirit seeks,
Rising like mist from the emerald green,
Unseen presence, eternal queen.
II
From ancient bogs to the fertile plains,
You wash the world with gentle rains,
Nurturing life in the dark, rich soil,
Blessing the weaver, the flock, the toil.
Milk of the stars that feeds the land,
Poured from the hollow of your divine hand,
Sacred vessel of abundance and grace,
Time cannot fade your timeless face.
III
We call to you when the shadows fall,
And hear your whisper through forest and hall,
Reminding our hearts of where we belong—
A quiet echo, a timeless song.
Mother of shadows, mother of light,
Shield us through the encroaching night,
Grant us peace in the sacred view,
O eternal goddess, mother Anu.
BLESSINGS
Beneath the velvet cloak of night,
Where ancient shadows veil the gleam,
Two guardians of contrasting light
Descend into an Irish dream.
The black-haired queen of midnight skies,
Wild Lilith, walks the dewy fern,
With starlight burning in her eyes
Where fierce, untamed devotions burn.
Beside her steps the angel Michael,
In burnished mail of heaven's grace,
With quiet strength to break each spell
And shield a sacred resting place.
They bend above where Evelyn sleeps
In emerald Erin's quiet air,
While every gentle spirit keeps
A vigil round her slumber there.
With dark abyss and blazing wing,
In velvet hush, they softly bless—
A night where heaven and shadow sing
To wrap her soul in tenderness.
GOODBYE
Goodbye, green shores, and mist-encircled hills,
Where ancient music haunts the rushing rills;
A last, long look upon the stone and strand,
As tears fall silent for the motherland.
Though distant oceans draw the exile’s feet,
Where wild waves crash and foreign billows beat,
Thy name shall linger, sacred and profound,
Deep in the heart, like consecrated ground.
To thee, O Mary, Queen of wave and isle,
We yield our sorrows and our hope’s sweet smile;
From rugged valley to the shining sea,
Our land of sorrow lifts its heart to thee.
Be thou our shield when gathering tempests lower,
Guide Erin's children through the trial hour;
Take all our coasts, our homes, our kindred hands,
And bind us safe in heaven’s eternal bands.