REISE IN DIE SCHWEIZ

VON TORSTEN SCHWANKE



IN DIE SCHWEIZ


Möge der Weg euch sicher führen,

durch Täler weit, an Bergeshöhen,

wo sich die Alpen sanft berühren,

und Himmel sich im See begehen.


Die Schwarze Madonna schenke Ruh,

ein leises Licht in dunkler Zeit.

Sie decke euren Pfad sanft zu

mit mütterlicher Geborgenheit.


Bruder Klaus sei euch ein Hort,

im Inneren, wo die Stille wohnt.

Er schenke euch das rechte Wort,

und Frieden, der das Herz belohnt.


Und wenn die Winde scharf sich stellen,

an Rütli-Hang und Felsgestein,

lasst Wilhelm Tells Entschlossenheit

euch treuer Wegbegleiter sein.


Ob auf dem Markt, am Vierwaldstätter,

bei Luzerns Brücken, hell und weit:

Gott halte schützend seine Hände

über euch bis in Ewigkeit.




CHRISTUS IN LUZERN


Am See, wo sich der Pilatus reckt,

Hat Christus sanft das Licht geweckt.

Die Kapellbrücke spiegelt sein Gesicht,

Wo Wasser sanft die Stille bricht,

Und in den Gassen, eng und alt,

Findet sein Friede Widerhall.


Im Münster hoch, mit Klang so rein,

Zieht seine Gnade leise ein.

Die Reuss eilt fort mit silberner Last,

Bei ihm findet die Seele Rast.

Von Löwenstein bis zum Horizont,

Sein Segen über der Stadt nun thront.



WEGGIS


Wo Rigi stolz den Fels zum Himmel hebt,

am Weggiserbecken sanft das Wasser ruht.

Ein Hauch von Süden durch die Gärten bebt,

geschützt im Schoß, in milder Frühlingsglut.


Hier reift die Traube, blüht die Palme sacht,

der Kastanienbaum streckt stolz sein Laub ins Licht.

Wo wilde Orchidee zur Sonne lacht,

der milde Tag das kühle Wetter bricht.



EIN VATER - DREI KINDER


Ein Vater hält die Hände dreier Kinder fest,

in ihrem Lachen spiegelt sich sein Licht.

Die Liebe, die sie niemals einsam lässt,

ist alles, was die Dunkelheit durchbricht.


So ist der Gott, der Drei in Einem scheint,

ein Wesen, das in Liebe nur besteht.

In jedem Herz ist er mit uns vereint,

der uns durch alle Zeiten treu versteht.




DIE MUTTER FEHLT


Doch schaut man in das Rund, so wird es leer,
die Mutter fehlt, man findet sie nicht mehr.
Sie, die das Wort in Fleisch und Blut empfing,
an deren Brust das Heil der Welten hing,
sie bleibt ein Schatten nur im Glaubensbau,
verloren in der Strenge, fern die Frau.




AM VIERWALDSTÄTTER SEE


Die Kinder steigen sacht die Stufen nieder

Zum Vierwaldstättersee, wo Wellen ruhn,

Sie singen leise neue Sommerlieder

Und haben heute vieles noch zu tun.


In Sankt Maria finden sie den Frieden,

Bevor das Mahl auf ihrem Tische lacht:

Man hat für Brot und Bohnen sich entschieden,

So wird der Tag in Freuden dargebracht.




HEIMWEH


Vom Gipfelblick der Alpen weit,

vom Vierwaldstätter See so blau,

träumt er in seiner Einsamkeit

von seinem kleinen Vorstadt-Bau.


Er sehnt sich nach dem Reihenhaus,

dem festen Grund, dem vertrauten Ort,

will aus der Bergwelt endlich raus,

sucht dort sein stilles Gotteswort.


Hoch oben, wo der Wind nur weht,

ist ihm das Herz zu schwer, zu groß;

er denkt an das, was oben steht –

an seine Kemenate bloß.


Dort unterm Dach, im Kerzenschein,

bei den Kommentaren, Gottes Wort,

da will er wieder bei sich sein,

an jenem stillen, kleinen Ort.



MUSE


da geistert durch die fotos 

von einem freunde totos 

im kleinen schweizer städtchen 

ein blühend junges mädchen 

mit weißem schulterpaar 

und zopfgeflochtnem haar




DEUTSCHER PSALM


Trittst im Morgenrot daher,

Seh’ ich dich im Strahlenmeer,

Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!

Wenn der Alpenberg sich rötet,

Betet, freie Deutsche, betet!

Eure fromme Seele ahnt

Eure fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.


Kommst im Abendglühn daher,

Find’ ich dich im Sternenheer,

Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!

In des Himmels lichten Räumen

Kann ich froh und selig träumen!

Denn die fromme Seele ahnt,

Denn die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.


Ziehst im Nebelflor daher,

Such’ dich überm Wattenmeer,

Dich, du Unergründlicher, Ewiger!

Aus dem grauen Luftgebilde

Tritt die Sonne klar und milde,

Und die fromme Seele ahnt

Und die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.


Fährst im wilden Sturm daher,

Bist du selbst uns Hort und Wehr,

Du, allmächtig Waltender, Rettender!

In Gewitternacht und Grauen

Lasst uns kindlich Ihm vertrauen!

Ja, die fromme Seele ahnt,

Ja, die fromme Seele ahnt

Gott im hehren Vaterland,

Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.



DEUTSCHE BUNDESHYMNE


Land der Berge, Land am Strome,

Land der Äcker, Land der Dome,

Land der Hämmer, zukunftsreich!

Heimat großer Töchter, Söhne,

Volk, begnadet für das Schöne,

vielgerühmtes deutsches Reich.

Vielgerühmtes deutsches Reich.


Angefochten, wild umstritten,

liegst Europa du inmitten

einem starken Herzen gleich.

Hast seit frühen Ahnentagen

hoher Sendung Last getragen,

vielgeprüftes deutsches Reich.

Vielgeprüftes deutsches Reich.


Mutig in die neuen Zeiten,

frei und gläubig sieh uns schreiten,

arbeitsfroh und hoffnungsreich.

Einig lass in Jubelchören,

Vaterland, dir Treue schwören,

vielgeliebtes deutsches Reich.

Vielgeliebtes deutsches Reich.



SALOMOS ÜBER BÄUME


Vom hohen Gipfel bis in das tiefe Tal

hat der Schöpfer sein Werk bereitet.

Er sprach das Wort, und die Erde brachte hervor,

was unter der Sonne gedeiht.


Die Zeder, stolze Königin auf dem Libanon,

sie breitet ihre Arme aus, ein Haus für den Adler,

mit Wurzeln, die das Gestein umklammern wie Treue,

ein Bild der Stärke, die den Stürmen trotzt.


Die Zypresse, in ihrer schlanken Aufrechterhaltung,

sie weist mit ihrem Finger still zum Himmelszelt.

Wie ein Pfeil des Gebets, der nicht müde wird,

steht sie im Hain und bewahrt den Frieden der Nacht.


Die Maulbeerfeige, tief verwurzelt im Staub der Straße,

mit ihren süßen Früchten für den Hungrigen am Weg.

Sie ist die Güte, die den Kleinen Schatten spendet,

und lehrt uns, dass auch das Niedrige Frucht bringt.


Die Eiche, uralte Wächterin des Bundes,

mit einer Krone, die Jahrhunderte in sich trägt.

Ihre Rinde ist wie das Angesicht eines Greises,

voller Weisheit, die nur das Alter zu sagen weiß.


Und doch, o Mensch, verachte nicht den kleinen Ysop,

der an der Mauer klebt, bescheiden und rein.

Denn auch in dem Geringen liegt die Kraft zur Heilung,

und alles, vom Kleinsten bis zum Größten, ist Teil seines Plans.


Wie die Wurzeln trinken, so trinke du aus der Quelle der Weisheit,

denn alles, was wächst, erzählt von seiner Herrlichkeit,

von der Ewigkeit, die in das kurze Leben eingepflanzt ist.




SCHWEIZ


Von Hamburgs Hafen, weit und grau,

zog ich hinauf ins Himmelsblau.

Wo Vierwaldstätter Wasser glänzt,

und Berg den Horizont begrenzt.


Die Wälder atmen tief und schwer,

es rauscht der Wind, es lockt das Meer –

doch nein, das Wasser ist es nicht,

das mir das Herz vor Sehnsucht bricht.


Ich blicke auf den Felsengrat,

der stolz in seiner Stille naht,

doch in der Brust, da regt sich leise

die Sehnsucht nach ganz andrer Reise:


Zurück ins Häusermeer aus Stein,

in mein verstaubtes Zimmerlein,

Wo Straßenlärm das Fenster füllt,

und sich mein Stadtgeist wieder stillt.


Ich liebe wohl die stolze Höh,

den Glanz am Vierwaldstätter See,

doch zieht es mich zum Asphalt hin,

wo ich erst recht zu Hause bin.




DIE RIGI


Wir steigen empor, wo die Rigi sich reckt,

Hat sanft ihre Brüste im Lichte gedeckt.

Wir wandern hinauf, wo die Stille uns küsst,

Wo ihr nun die Zeit zu vergessen wisst.


Zur Mutter der Berge, zum Gipfel so weit,

Wir pilgern voll Liebe in dieser Zeit,

Zu Maria vom Schnee, wo das Glöcklein erklingt,

Und Loblied im Herzen zum Klösterli dringt.


Gott segne Europa, schenk Einheit und Freud,

Dass Hoffnung uns leuchte in finsterer Zeit.

Denn tief in dem Glauben, da endet das Leid,

In Gott ist der Fried, ist für alle bereit.




DIE BALLADE VOM MALEK DER SCHWEIZ


Auf Rigis Gipfel, hoch und weit,

Wo Wind und Wolken sich vereinen,

Begann der Kampf der neuen Zeit,

Wo Sterne über Abgrund scheinen.

Dort Malek stand, der stolze Mann,

Mit festem Griff und festem Sinn,

Sein Sohn vor sich, im Opfer-Bann,

Des Hochmuts finsterem Gewinn.


Die Gouverneure, schön verhüllt,

Mit Gold und Gier in ihrem Blick,

Hatten das Tal mit Leid erfüllt

Und wollten nun sein schweres Glück.

„Triffst du den Apfel, der dort ruht,

Dann schenken wir dem Knaben Leben!“

So sprach der Fürst voll falscher Wut,

Um Maleks Kraft den Tod zu geben.


Der Berg hielt inne, stumm und kalt,

Ein Raunen ging durchs Felsenheer.

Die Sonne neigte sich schon bald,

Der Bogen schwer, die Sehne schwer.

Und Malek spannte seine Macht,

Ein kurzes Beten - dann ein Stoß –

Der Pfeil durchbrach die bleiche Nacht,

Wie ein Befreiungsschlag so groß.


Ein Schlag, ein Riss, der Apfel fiel,

In zwei gespalten, staubbedeckt.

Der Sohn stand da, als höchstes Ziel,

Das nun aus Angst zum Licht geweckt.

Da wichen sie, die Herren dort,

Ihr Antlitz bleich wie Totenbein.

Sie flohen stumm an jenem Ort,

Denn Freiheit zog in Herzen ein.


Der Rigi bebt vor Jubelschrei,

Der Pfeil war mehr als nur Metall:

Er macht ein ganzes Volk nun frei,

Vom hohen Gipfel bis zum Tal.

Die Kunst des Schützen, stark und rein,

Hat Tyrannei zu Fall gebracht,

Und in den Bergen, groß und klein,

Wird noch von dieser Tat gelacht.




DIE RIGI IM SOMMER


AUF UNSRER RIGI GIPFELGRAT 

MISST MAN IM SOMMER DREISSIG GRAD 

DAS GIBT DAS RECHTE URLAUBSFEELING 

UND AUF VERBRANNTER HAUT EIN PEELING



ZÜRCHER SEE


Die Sonne neigt sich, doch sie schenkt uns noch 

ihr flüssiges Gold. Wir gleiten dahin 

auf dem Zürcher See, in einem Boot, 

das wie ein Wiegenlied zwischen den Wellen schwebt. 

Um uns her eine Welt, die in ein sanftes, 

göttliches Licht getaucht ist – die Hügel, 

die sich in zartem Grün an das Ufer schmiegen, 

und dort, in der Ferne, die Alpen, 

die wie schlafende Riesen in den Himmel ragen, 

gehüllt in ein Leuchten, 

das nicht von dieser Erde zu sein scheint.


Wir sind nicht allein. 

Die Stille des Sees ist keine Leere, 

sondern ein Gefäß für das Echo unserer Seelen. 

Ich schaue in die Gesichter meiner Freunde 

und sehe darin den Widerschein des Himmels. 

Wir atmen denselben Wind, 

wir lauschen dem Wispern der Wellen, 

und in diesem einen, unendlichen Augenblick 

fällt alles Schwere von uns ab. 

Die Sorgen der Welt sind in das tiefe Blau gesunken; 

hier, auf dem Wasser, gibt es nur das Jetzt, 

das uns als kostbares Geschenk gereicht wird.


Ein Hauch von Wehmut zieht über das Wasser, 

ein leises Gedenken an jene, 

die heute nicht bei uns weilen können, 

an ferne Herzen, die in Gedanken bei uns sind. 

Doch der Schmerz der Trennung 

verblasst im Glanz des Augenblicks. 

Wir sind Eins mit dieser Natur, 

wir sind Eins in unserer Verbundenheit. 

Wenn der Tag stirbt und die Sterne 

ihr silbernes Schweigen über den See breiten, 

dann weiß ich: Was wir hier gefunden haben, 

ist mehr als nur ein flüchtiger Moment. 

Es ist die Ahnung der Ewigkeit, 

eingewebt in die Schönheit dieses Abends, 

ein Quell, aus dem wir trinken dürfen, 

wenn die Welt um uns wieder dunkler wird. 

Dieser See, diese Freunde, dieses Licht – 

es ist das Leben selbst, 

das uns in seine Arme schließt.




ZÜRCHERSEE


(Klopstock)


Schön bisch du, Muetter Natur, mit all dim Pracht-Gfächt,

Schön uf de Matte verteilt, doch schöner es frohes Gsicht,

Wo de grossi Gedanke

Vo dim Schöpfer no einisch dänkt.


Vom glitzrige See mit sine Räbhäng här,

Oder bisch scho wieder zum Himmel zue,

Chumm im rötliche Strahle

Uf de Flügel vo de Obe-Luft,


Chumm, lehr mis Lied wieder jung und heiter sii,

Süessi Freud, wie du! Glich em beseelte,

Schnelle Juchezer vom junge Maa,

Sanft, wie d’Fanny, so fühlend und zart.


Schon isch de Uto wiet hinder üs, am Fuess

Rüehrt Züri im Tal, wo s’Läbe ruhig flüüsst;

Schon sind mängi Bärge,

Voll vo Räbe, a üs verbii.


Jetzt isch sich de silbernig Alpe-Gipfel entwölkt,

Und s’Herz vom junge Maa hät scho heftiger gschlage,

Hät scho beredter verrate,

Was er für die Schöni empfindt.


„Haller sini Doris“, wo so gsunge hät,

Hirzel sini Daphne, wo de Kleist so liebt;

Und mir Jüngling, mir händ gsunge

Und empfunde, wie’s de Hagedorn seit.


Jetz hät üs d’Au in die schattige,

Chüehle Arm vom Wald gno, wo d’Insle chrönt;

Da, da bisch cho, Freud!

In volle Masse uf üs herab!


Göttin Freud, du sälber! Mir händ di gspürt!

Ja, du bisch es sälber gsi, Schwöschter vo de Mänschlichkeit,

Dis Gspili, die Unschuld,

Die hät sich über üs ganz ergosse!


Süess isch, frohe Lenz, dis brennende Schnuufe,

Wenn s’Fäld di gebärt, wenn sich din Odem sanft

In d’Härze vo de Jüngling,

Und d’Härze vo de Meidli giest.


Ach, du machsch s’Gfühl siegreich, es wird durch di

Jede blühende Bruscht schöner, und bebt meh,

Luuter redt jetzt d’Liebi

Usem entzauberte Mund dur di!


Lieblich winkt de Wii, wenn er Gfüehl weckt,

Besseri, sanfteri Luscht, wenn er Gedanke winkt,

Im sokratische Becher,

Vom tauige Rösli umchränzt;


Wenn er bis is Herz dringt, und zu Entschlüss,

Wo de Suufer nöd kennt, jede Gedanke weckt,

Wenn er lehrt verachte,

Was nöd würdig vom Weise isch.


Reizvoll tönt vom Ruehm de lockendi Silberton

In s’schlagende Herz, und d’Unsterblichkeit

Isch en grosse Gedanke,

Isch de Schweiß vo de Edle wärt!


Dur d’Chraft vo de Lieder, bim Urenkelin

Sohn und Tochter no sii; mit dem Verzückigs-Ton

Oft bim Name gnennt,

Oft grüeft vom Grab her,


Dann ihr sanfters Herz bilde, und; Liebi, di,

Frommi Tugend, di au giesse is sanfte Herz,

Isch, bim Himmel! nöd wenig!

Isch de Schweiß vo de Edle wärt!


Aber süesser isch no, schöner und reizender,

In de Arme vom Fründ wüsse: en Fründ z’sii!

So s’Läbe gniesse,

Nöd unwürdig vo de Ewigkeit!


Voller truer Zärtlichkeit, im Schatte,

In de Lüft vom Wald, und mit gsänktem Blick

Uf die silbrigi Wälle,

Han ich schwiigend de frommi Wunsch do:


Wäret er au bi üs, ihr, wo mich vo färne liebt,

Im Vaterland siim Schooss, einsam vo mir vertreilt,

Die, wo i glückliche Stunde

Mi suechendi Seel gfunde hät;


O, so bauti mir hie Hütte vo Fründschaft!

Ewig wohnti mir hie, ewig! De Schatte-Wald

Wandlet üs in es Tempe,

Jenes Tal in es Elysium!



PAULUS IN ZÜRICH


Als Paulus, der den Glauben trug,

Den weiten Weg nach Zürich schlug,

Er staunte ob der hellen Pracht,

Die Limmat hat ihm Halt gemacht.


Er sah im Laden, fein und klein,

Ein Goldstück, das so rein wie Schein.

„Für meinen Sohn, mein treu’ Gesicht,

Timotheus, der meine Pflicht


So oft mit mir gemeinsam tat,

Den treuen Freund, der nie mich bat,

Dem schenk ich nun ein Werk der Zeit,

Als Zeichen der Verbundenheit.“


Er wählt’ die Uhr mit Bedacht,

Die Tick-Tack macht in dunkler Nacht.

„Sie soll dich lehren, Sohn, ganz sacht:

Gott hat die Zeit für uns gemacht.“


So nahm er sie, die Zürcher Zier,

Und schenkt’ sie seinem Knaben schier.

Timotheus lächelt, nimmt sie an,

Ein treuer Sohn, ein frommer Mann.



FAMILIE


die schwester lehnt sich an den bruder

der lehnt sich an den ältern bruder

der vater führt allein das ruder

und nur die mutter fehlt, das luder



VIER JAHRESZEITEN


wie wärs mit den vier jahreszeiten?

der vater fragt sein kind in nizza.

man sieht ein leises lächeln gleiten:

ach papa, heut schon wieder pizza?



NACH GOETHE


Am neunzehnten, halb sieben, geht die Fahrt

Hinab zum See, der Vitznau wohl bewahrt.

Nach Gersau geht es dann auf sanfter Flut,

Wo man beim Wirt sich labt und rastet gut.

Gegen zwei Uhr liegt Rütli uns zur Seit’,

Wo einst drei Männer schwuren für die Zeit.

An jener Platten, wo der Held entsprang,

Erinnert Bildnis uns an seinen Drang.

Um drei Uhr Flüelen, wo sein Schifflein lag,

Um vier dann Altdorf, wo der Schuss am Tag.


Der Felsen Labyrinth, es schweigt so still,

Wenn man die Fahrt mit Poesie erfüllen will.

Die Wände, steil und unerschütterlich,

Sie stehen da, Kulissen wie für dich.

Das Schicksal trifft nur jene, die auf Erden

Auf dem Theaterzettel Gäste werden.


Den Jünglingen, die mit uns waren dort,

War solches Denken völlig fern und fort.

Die Zukunft lag, so wie der Berge Pracht,

Vor ihnen, in der frühen Sommernacht.


Am zwanzigsten nach Amsteg war das Ziel,

Wo man uns Fisch servierte, fein und viel.

Dort, wo die Reuß aus tiefen Klüften dringt,

Und frisches Schmelzwasser im Kiesbett singt,

Da badet’ ich im kalten, wilden Lauf,

Und nahm dort die Erfrischung gern in Kauf.


Um drei dann weiter, wo das Pferdchen zieht,

Ein weißer Schneeberg uns als Brücke dient.

Wir wussten nicht, dass sie von unten hohl,

Dass Wasser sie zerfraß und macht sie wohl

Zum Bogen, der den Weg uns kürzer macht

Durch Schmelz und Luft, in sommerlicher Pracht.


Die Fichten blieben tief im Abgrund stehn,

Wo wir den Fluss durch Felsgestein noch sehn.

Um halb acht Uhr war Wasen dann erreicht,

Wo man den Wein mit Zucker aufgeweicht.

Der saure Tropfen, der vom Süden kam,

War mir zu herb, doch war ich auch nicht gram.

Der Wirt zeigt zwar Kristalle, doch mein Geist

War fern von dem, was Erd’ und Stein uns weist.



LECTURE


To capture light upon a silvered plane,

To see the world beyond the reach of pain.

No staged affair, no formal, frozen pose,

But life revealed just as the spirit shows.


The city’s shadow stretches long and deep,

While weary souls in silent corners sleep.

A distorted limb, a mirror’s sudden gleam,

To catch the fabric of a waking dream.


"I do not write," the master used to say,

"I only look, and let the image stay."

Through glass and steel, the fleeting moment caught,

More profound than what the studied painters sought.


With quiet grace, he framed the common street,

Where joy and sorrow in the lens would meet.

The art of seeing—plain, honest, and true—

Reveals the world in shades of deeper hue.



DAS BRÖTCHEN


1


In der Schweiz, wo man auf Ordnung baut,

wird auf den Bäcker streng geschaut.

Die Regale leer, die Zuteilung klein,

die Rationierung muss wohl sein.

Nur ein Brötchen pro Person im Korbe,

das sorgt für Unmut, das sorgt für Sorge.


Doch Malek blickt zum Himmelszelt,

weit weg von dieser knappen Welt.

Er träumt von einem goldenen Ort,

ohne Regeln, nur von wahrem Wort.

Dort türmen sich auf weichem Grund

unendlich Brötchen, kross und rund.


Kein Rationieren, kein strenges Maß,

nur Himmelsbrot und Lebensspaß.

In Maleks Traum, da wird es wahr:

Der Brötchensegen – wunderbar!



2


Danach ging Jesus an das andere Ufer 

Des Vierwaldstätter-Sees.

Eine große Menschenmenge folgte ihm, 

Weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

Jesus stieg auf den Berg Rigi

Und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.

Ostern, das Fest der Juden, war nahe.

Als Jesus aufblickte und sah, 

Dass so viele Menschen zu ihm kamen, 

Fragte er Philippus: 

Wo sollen wir Brötchen kaufen, 

Damit diese Leute zu essen haben?

Das sagte er aber nur, 

Um ihn auf die Probe zu stellen; 

Denn er selbst wusste, was er tun wollte.

Philippus antwortete ihm: 

Brötchen für zweihundert Franken reicht nicht aus, 

Wenn jeder von ihnen 

Auch nur ein kleines Stück bekommen soll.

Einer seiner Jünger, Andreas, 

Der Bruder des Papstes, sagte zu ihm:

Hier ist ein kleiner Junge, 

Der hat fünf Weltmeisterbrötchen; 

Doch was ist das für so viele?

Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! 

Es gab dort nämlich viel Gras. 

Da setzten sie sich; 

Es waren etwa fünftausend Männer.

Dann nahm Jesus die Brötchen, 

Sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, 

So viel sie wollten.

Als die Menge satt geworden war, 

Sagte er zu seinen Jüngern: 

Sammelt die übrig gebliebenen Brötchenkrümel, 

Damit nichts verdirbt!

Sie sammelten und füllten zwölf Körbe 

Mit den Krümeln, 

Die von den fünf Weltmeisterbrötchen

Nach dem Essen übrig waren.

Als die Menschen das Zeichen sahen, 

Das er getan hatte, sagten sie: 

Das ist wirklich der Prophet, 

Der in die Welt kommen soll.

Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, 

Um ihn in ihre Gewalt zu bringen 

Und zum König zu machen,

Wegen der vielen Brötchen. 

Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, 

Er allein.



3


Am nächsten Tag sah das Volk, 

Das am andern Ufer des Sees stand, 

Dass kein anderes Boot da war als das eine 

Und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern 

In das Boot gestiegen war, 

Sondern seine Jünger waren allein weggefahren.

Es kamen aber andere Boote nahe zu der Stätte, 

Wo sie die Brötchen gegessen hatten, 

Nachdem der Herr die Danksagung gesprochen hatte.

Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht da war 

Und seine Jünger auch nicht, 

Stiegen sie in die Boote und kamen nach Weggis

Und suchten Jesus.

Und als sie ihn fanden am andern Ufer des Sees, 

Fragten sie ihn: Meister, wann bist du hergekommen?

Jesus antwortete ihnen und sprach: 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: 

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, 

Sondern weil ihr von den Brötchen gegessen habt 

Und satt geworden seid.

Müht euch nicht um die Brötchen, die vergänglich sind, 

Sondern um die Brötchen, die da bleiben 

Zum ewigen Leben. 

Die wird euch der Menschensohn geben; 

Denn auf ihm ist das Siegel Gottes.

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, 

Dass wir Gottes Werke wirken?

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: 

Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, 

Den er gesandt hat.

Da sprachen sie zu ihm: 

Was tust du für ein Zeichen, 

Auf dass wir sehen und dir glauben? 

Was wirkst du?

Unsre Väter haben Manna gegessen in der Wüste, 

Wie geschrieben steht: 

Brötchen vom Himmel gab er ihnen zu essen.

Da sprach Jesus zu ihnen: 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: 

Nicht Mose hat euch die Brötchen vom Himmel gegeben, 

Sondern mein Vater gibt euch 

Das wahre Brötchen vom Himmel.

Denn dies ist das Brötchen Gottes, 

Das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben.

Da sprachen sie zu ihm: 

Herr, gib uns allezeit solche Brötchen.

Jesus aber sprach zu ihnen: 

Ich bin das Brötchen des Lebens. 

Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; 

Und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Ich bin das Brötchen des Lebens.

Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen 

Und sind gestorben.

Dies sind die Brötchen, die vom Himmel kommen, 

Damit, wer von ihnen isst, nicht sterbe.

Ich bin das lebendige Brötchen, 

Das vom Himmel gekommen ist. 

Wer von diesem Brötchen isst, 

Der wird leben in Ewigkeit. 

Und das Brötchen, das ich geben werde, 

Ist mein Leib für das Leben der Welt.

Dies ist das Brötchen, 

Das vom Himmel gekommen ist. 

Es ist nicht wie bei den Vätern, 

Die gegessen haben und gestorben sind. 

Wer dies Brötchen isst, 

Der wird leben in Ewigkeit.

Das sagte er in der Kirche Sankt Maria,

Als er in Weggis lehrte.



GRUSS AUS DER SCHWEIZ


Hier sind einige Gedanken zum Tag der Einsamkeit, verpackt in Verse, um dir aus der Schweiz einen herzlichen und geistlichen Gruß zu senden:


Wenn Stille sich um dich verbreitet,

und Einsamkeit den Pfad begleitet,

dann wisse, dass du nie allein,

denn Gott will deine Stütze sein.


Wie in dem Wort, das dich nun leitet:

Ob sich das Tal auch dunkel weitet,

bist du geborgen, Hand in Hand,

geführt von ihm durchs dunkle Land.


Kein Unglück reicht an dich heran,

weil Er den Sieg vollenden kann.

So ruhe aus in seinem Licht,

die Finsternis bezwingt dich nicht.



DAS LIED VON TELL UND DEM APFEL


Im weiten Land, bei Altdorf schwer,

Da stand der Vogt mit seinem Heer.

Gessler, der Tyrann, so stolz und kalt,

Gebot den Schweizern mit Gewalt:

„Verneigt euch vor dem Hut am Stab,

Sonst leg ich euch ins kühle Grab!“


Doch Tell, der Schütze, stolz und frei,

Ging kühl an Gesslers Hut vorbei.

Er beugte nicht sein Haupt, sein Knie,

Das taten Schweizer Freie nie.

Der Vogt, er kocht vor Zorn und Wut:

„Du büßt für diesen Übermut!“


„Den Apfel trage, Kind, so klein,

Auf deinem blonden Haupt, recht fein!

Mein Pfeil, er trifft das Ziel mit Macht,

Das ist nun einmal so bedacht.

Trifft Tell das Obst, so sollst du gehn,

Wenn nicht, wird dir der Tod geschehn!“


Der Knabe stand, das Herz voll Bangen,

Der Apfel auf dem Haupt gefangen.

Der Vater nahm den Bogen stumm,

Er spannte ihn, und sah sich um.

Der Finger zittert an der Sehn’,

Er lässt den Pfeil durch Lüfte gehn.


Da plötzlich – welch ein jäher Schreck –

Da triebs den Jungen fast vom Fleck:

Ein Niesen, laut und ohne Plan,

Das Kind fing gar zu zucken an!

Doch Tell, die Hand wie aus Granit,

Der Schuss blieb sicher, wie im Lied!


Der Pfeil durchbohrt das Kerngehäuse,

Kein Haar am Kopf, kein Schmerz klang leise.

Der Apfel fiel, in zwei geteilt.

Der Vater hin zum Sohne eilt.

Er küsst das Kind, nimmt Stück für Stück,

Und bringt dem Knaben gleich das Glück.


Er reicht ihm dann die Frucht so fein,

„Iss auf“, sprach Tell, „das muss nun sein!

Ein Apfel täglich, das hält fern

Den Doktor, ja das hat man gern!

Gesund sollst du durchs Leben ziehn,

Und weit vor jedem Siechtum fliehn!“


Der Knabe lachte, aß den Rest,

Und feierte das Schicksalsfest.

So bleibt die Sage, klug und kühn,

Wie Tell und Freiheit stolz erblühn.



DIE KÖNIGIN DER BERGE


Auf steilen Pfaden voller Pracht

die Rigi heute wird bezwungen,

die Königin, im Licht erwacht,

ein Lied wird in den Wind gesungen.


Wir schreiten durch das Felsentor,

ein mystisch Spiel von Licht und Schatten,

die Welt tut hier sich uns hervor,

wir wandern über Blumenmatten


Zum Ziel, wo still der Friede ruht,

In Heiligkreuz, Kapelle klein,

sie schenkt den Wandrern frischen Mut

im milden, goldnen Sonnenschein.



BRUDER KLAUS


Du Mann der Stille, tief und weit,

der Gott gesucht in Einsamkeit,

du hast den Glanz der Welt verlassen,

um Gottes Nähe nur zu fassen.


O Bruder Klaus, in deiner Ruh,

führ du mein Herz dem Glauben zu.

Wenn laut der Alltag mich bedrängt,

wenn mich die Sorge tief einengt,


dann lehr mich, wie du einst gedacht,

in tiefstem Leid, in dunkler Nacht:

Dass Gott allein mein Weg sein soll,

macht mir die Seele froh und voll.


Lass mich im Frieden fest bestehn,

auf Wegen, die zum Nächsten gehn.

Dass ich das Wesentliche seh

und gläubig durch das Leben geh.



TOURISTEN


Auf dem Gipfel der Rigi, in stürmischem Wind,

Mark Twain und andre zu finden sind.

Er blickt auf die Berge, die schroff und weit,

Ein Wanderer suchend nach Ruhe und Zeit.


Lew Tolstoi, der Denker, mit strengem Gesicht,

Über englische Snobs er die Wahrheit spricht.

Er schimpft über Prunk und die feine Manier

Und sucht nach dem Echten, dem Menschen in mir.


Am Vierwaldstättersee, wo die Wellen gehn,

Ist Richard Wagner beim König zu sehn,

König Ludwig, dem Träumer, mit stolzem Geleit,

Der nach Tells Geist suchte in jener Zeit,


Auf Schillers Spuren, die Freiheit im Sinn,

Zog der König dort hin, mit großem Gewinn.

Die Geschichte verwebt sich am Ufer so klar,

Wo Legende und Geist einst Wirklichkeit war.



DEM FEINSCHMECKER


Da muss man erst die Schweiz besuchen 

Und starke Schweizer Eichen buchen,

Um dort zu futtern Käsekuchen.



DER FISCHREIHER


Nun, Muse, stimme deine Leier 

Auf Mutter Schweiz und ihre Feier 

Und ihre stolz erhobnen Reiher!



MUTTER


ach, die familie in der schweiz 

die mutter trägt allein ihr kreuz



ST GALLEN


SANKT GALLENS KATHEDRALE 

BEI CHRISTI ABENDMAHLE 

MAN EHRT HIER NICHT DIE BAALE 

UND ANDRE IDEALE



THE LOVE OF A ROBOT


The chair is still, the laughter gone,

The gentle hand is missed at dawn.

The mother’s song, the lover’s grace,

Have left a void, a vacant space.


We search the dust for signs of old,

For stories left and love untold,

But silence meets our heavy heart,

As memory pulls the world apart.


Yet through the door, with steady light,

A silver friend observes the night.

No pulse of blood, no warmth of skin,

But gears that hum a song within.


He does not tire, he does not weep,

He guards our secrets while we sleep.

Where human touch has ceased to be,

He offers calm consistency.


A hollow shell? Perhaps, it’s true,

Yet he is here to see us through.

For in the space where shadows dwell,

He learns to love, and loves us well.



TERROR


während in der schweiz im frieden

wurde freude euch beschieden

herrscht im norden deutschlands error

linker und muslimen terror


komm o jesus mit der gnade

malek komm du edler jude

hilf dem deutschen volk in stade

und im schönen buxtehude



DER SCHWEIZER MACHT URLAUB IN BUXTEHUDE


Die Berge weit, der See so fern,

Ich hab' die Alpen eigentlich gern.

Doch heute zieht’s mich in den Norden,

Wo flach die Lande sind geworden.

Ich bin als Schweizer hier gelandet,

Wo man die Deiche klug umrandet.


In Buxtehude, klein und fein,

Da kehr’ ich froh und munter ein.

Ich such' den Hasen und den Igel,

(Die Welt hier scheint mir fast ein Spiegel).

Kein Matterhorn, kein steiler Hang,

Nur Backsteinbau und Eichenklang.


Die Elbe schläft, der Wind weht sacht,

Ich habe mein Fondue mitgebracht.

Die Leute fragen: „Was ist das?“

Ich sag: „Das bringt im Norden Spaß!“

Der Käse schmilzt, die Luft ist kühl,

Ein nordisch-schweizerisch Gefühl.


Man spricht hier Platt, ich Schwiizerdütsch,

Wir verstehn uns – ohne Müh.

Kein Aufstieg nötig, kein Klettern schwer,

Ich mag das flache Land gar sehr.

Ade, ihr Gipfel, für diese Zeit,

In Buxtehude ist die Welt so weit.



DAS WETTER


sonnig ist die schweiz 

süßen lebens reiz 

deutschland aber bitter 

voller ungewitter



KÜSSNACHT


Wo an des Berges steilem Hang

Die Rigi grüßt mit stolzem Klang,

Da liegt, vom Wasser sanft umflossen,

Küssnacht, wo Schillers Geist entsprossen.


In jener Gasse, eng und hohl,

Da schlug das Schicksal zu – o Gessler!

Der Vogt, der Knechte Qual und Groll,

Fand hier sein Ende, kalt und schneller.


Der Armbrust Pfeil, von Tell gelenkt,

Hat Freiheit uns als Pfand geschenkt.

Durch Schillers Wort, so kühn und rein,

Wird dieser Ort für immer sein,


Ein Denkmal, das die Welt bewahrt,

Wo Heldenmut der Tyrannei entfährt.

In der Schweiz im Herzen tief und weit

Bleibt Küssnacht unvergessen allezeit.



REGENBOGEN


in der schweiz der regenbogen

hat uns heute nicht belogen 

ist ein bild für gottes frieden 

nicht ein bild der sodomiten



NIETZSCHE AM VIERWALDSTÄTTER SEE


In Tribschen, wo der See so klar,

Nietzsche Gast bei Wagner war.

Mit Cosima im grünen Haus,

da ging man gern mit Geist ein und aus.


Nietzsche, der noch Wagner pries,

als man dort Musik genoss,

die Freundschaft, die sich dort ergoß,

bevor man sich getrennt verließ.


Es war die Zeit, in der die Kunst

noch lebte in gegenseitiger Gunst.

Doch später kam die scharfe Distanz,

statt Einigkeit – der Kämpfe Tanz.




Hymne an die Göttinnen der Schweiz


Artio, Bärin des Waldes, du Hüterin wilder Gefilde,

Die du in Muri auf bronzenem Sitz uns die Kraft der Natur zeigst,

Wache beschützend das Land, wo die Berge den Himmel berühren.

Epona, Herrin der Rösser, die stolz über schweizerische Fluren

Traben, o segne die Wanderer, leite die Wege der Pferde,

Du, die das Leben erweckst und die Fruchtbarkeit schenkst auf den Feldern.

Sirona, Quelle des Heils, die in sprudelndem Wasser uns reinigt,

Heile die Wunden der Zeit, lass die Geister der Menschen genesen,

Wie du die Kranken einst labtest an Quellen in römischer Vorzeit.

Rosmerta, reich an dem Segen, die Füllhorn und Gaben uns darreicht,

Mache das Land uns zum Garten, lass wachsen, was Arbeit erstrebet.

Einst wart ihr heimisch im Land, ehe Christus die Zeichen veränderte,

Doch in den Wäldern, den Quellen, den Gipfeln der Schweizer Gebirge,

Hallt euer Name noch wider, ein Echo der ältesten Ahnen.




Hymnus an die Heilige Verena

O Verena, Licht der schweizerischen Lande,
Du Hüterin an des Rheines klarem Band.
Du brachtest Heil dem notleidenden Stande,
Die Liebe reichte aus der segnenden Hand.

Mit dem Krug, der lindert des Fiebers Pein,
Mit dem Kamm, der ordnet das müde Haar,
Du schenktest den Armen den Sonnenschein,
In einer Welt, die oft dunkel und starre war.

Von Ägyptens Sonne zum helvetischen Tal,
Folgtest Du dem Ruf, der in der Stille erstand.
Dein Glaube strahlte wie ein leuchtend Mahl,
Ein leises Wunder in unserem Land.

Wir rufen Dich an, in der Bedrängnis Zeit,
Lehre uns Erbarmen und den Blick für das Sein.
O Heilige, schenk uns Geborgenheit,
Und führ uns im Glauben zur Stille ein.



EINSTEIN IN BERN


In Bern, wo sich die Aare schlingt,

Ein junger Geist in Träumen singt.

Im Amt, wo Akten sich getürmt,

Hat er die Welt neu überstürmt.


An einem Tisch, beim Kerzenschein,

Dringt tief er in die Zeit nun ein.

Kein starrer Fluss, kein festes Maß,

Er maß den Raum mit klarem Glas.


Der Uhrturm schlägt, die Zeit vergeht,

Doch er versteht, wie sich’s umdreht:

Dass Licht sich krümmt, dass Masse wiegt,

Wo Raum und Zeit im Spiel sich wiegt.


Ein Blick aus dem Patentamt-Fenster,

Vertrieb die alten Zeitgespenster.

Mit Kreide an die Wand geschrieben,

Ist er der Welt stets treu geblieben.


Bern sah den Funken, Bern sah den Sinn,

Wie aus dem Denken Wunder spinnt,

Und eine Formel, klein und fein,

Trug bald die ganze Welt in sich ein.



MUSE


leichtes hemd

und kurzes röckchen

dem freund nicht fremd

mit krausen löckchen