CHORÄLE DER QUÄKERIN

VON TORSTEN SCHWANKE


FÜR TILL FLO


„und die Frau aller Völker,

die einst die Jungfrau Mirjam war,

bewahre uns vor Unheil“



I


In Christus gibt es Ost noch West,

kein Süd und auch kein Nord,

nur eine große Liebesgemeinschaft

auf Erden fort und fort.


In Christus finden überall

die Herzen ihren Bund,

sein Dienst ist wie ein golden Band,

das eint der Menschheit Grund.


So reicht euch nun die Hände fest,

gleich welcher Herkunft ihr,

wir sind des lebendigen Gottes Kind –

und darum nah sind wir.


In Christus trifft sich Ost und West,

in ihm Süd, Nord vereint,

die Seelen aller Menschen sind

als eine Welt gemeint.



II


Liebe Freunde, liebe Freunde,

lasst mich sagen, wie ich fühl’,

ihr habt mir so viel geschenkt,

ich hab euch lieb so viel.


Amor, amor,

die Botschaft ist: Liebe nur.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst –

denn Er ist Liebe pur.



III


Ich leg mein Schwert und meinen Schild

am Flussufer nieder,

am Flussufer, am Flussufer,

ich leg mein Schwert und meinen Schild

am Flussufer nieder,

am Flussufer.


Und ich lern den Krieg nicht mehr,

und ich lern den Krieg nicht mehr,

und ich lern den Krieg nicht mehr,

und ich lern den Krieg nicht mehr,

und ich lern den Krieg nicht mehr,

und ich lern den Krieg nicht mehr.


Ich leg die schwere Last nun ab

am Flussufer nieder,

am Flussufer, am Flussufer,

ich leg die schwere Last nun ab

am Flussufer nieder,

am Flussufer.


Refrain

Ich sprech mit dem Fürsten des Friedens

am Flussufer nieder,

am Flussufer, am Flussufer,

ich sprech mit dem Fürsten des Friedens

am Flussufer nieder,

am Flussufer.


Refrain



IV


Schwing herab, o süßer Wagen,

komm und bring mich heim,

schwing herab, o süßer Wagen,

komm und bring mich heim.


Ich blickte über den Jordan hin –

komm und bring mich heim,

ein Heer von Engeln kam zu mir –

komm und bring mich heim.


Refrain

Schwing herab, o süßer Wagen,

komm und bring mich heim,

schwing herab, o süßer Wagen,

komm und bring mich heim.


Wenn du dort bist noch vor mir –

komm und bring mich heim,

sag all meinen Freunden: ich komm nach dir –

komm und bring mich heim.


Refrain



V


In Jesus Christus, Friedenskönig,

in Sturm und Not, in dunkler Zeit,

findet die Seele Trost und Ruhe,

und süße Freude, Seligkeit.


Lasst uns dem großen Retter singen,

der für uns starb aus Lieb’ allein;

dass seine Gnade uns behüte

und stets mit uns im Leben sei.


In unsern Kämpfen, unserm Leiden,

in Stunden schwerer Versuchung,

gibt Christus Kraft uns und Erneuerung

und stärkt das Herz mit neuem Schwung.


Refrain

Wenn wir im Glauben mutig kämpfen

und nicht verzagen, nicht vergehn,

spricht Christus: „Gnade will ich geben,

und heil’ge Kraft euch stets verleihn.“


Refrain



VI


Es ist ein Balsam in Gilead,

der macht die Wunden heil,

es ist ein Balsam in Gilead,

der heilt die kranke Seel’.


Manchmal bin ich voller Zweifel,

mein Werk erscheint mir leer,

doch dann belebt der Heil’ge Geist

mein Herz und stärkt mich sehr.


Refrain

Es ist ein Balsam in Gilead,

der macht die Wunden heil,

es ist ein Balsam in Gilead,

der heilt die kranke Seel’.


Kannst du nicht pred’gen wie Petrus,

nicht beten so wie Paul,

so sag doch von der Liebe Jesu,

die lebt in unsrer Seel’.


Refrain



VII


Hoch auf dem Berge beginnt unsre Geschicht’,

Gottes Licht leuchtet in jedem Gesicht,

ein Funken von Gott lebt in dir und in mir,

wir nennen es hier: Ubuntu – das „Wir“.


Jedes Mal, wenn ich den Geist spür’,

der mein Herz bewegt, will ich beten.

Cada vez que siento el espíritu,

en mi corazón, oraré.


Der Jordanstrom ist kalt und klar,

er kühlt den Leib, doch nicht, was war,

die Seele bleibt lebendig und frei,

vom Hauch des Himmels stets dabei.


Nur ein Zug fährt auf diesem Gleis,

er bringt uns heim ins Himmelreich,

er fährt hinauf und kommt zurück,

trägt uns in Gottes großes Glück.


Refrain

Jedes Mal, wenn ich den Geist spür’,

der mein Herz bewegt, will ich beten.

Cada vez que siento el espíritu,

en mi corazón, oraré.



VIII


Groß ist deine Treue, o Gott, mein Vater,

kein Schatten des Wandels ist je bei dir;

du bleibst, wie du bist, dein Erbarmen währet,

wie du einst gewesen, so bleibst du mir.


Refrain

Groß ist deine Treue! Groß ist deine Treue!

Morgen für Morgen neu seh’ ich sie;

alles, was ich brauche, gabst du aus Gnade –

groß ist deine Treue, Herr, mir gegenüber nie.


Sommer und Winter und Saat und Ernte,

Sonne, Mond, Sterne am Himmelszelt,

zeugen mit allem, was lebt auf Erden,

von deiner Treue, die ewig hält.


Refrain


Vergebung der Schuld und ein Friede von Dauer,

deine Gegenwart, die mich führt und erfreut,

Kraft für den Tag und Hoffnung für morgen –

Segen in Fülle, zu aller Zeit.


Refrain



IX


Ubuntu

Ostinato:

Ubuntu, Ubuntu

(immer wiederholt)


Kanon:

Ich bin, wer ich bin, durch dich,

wir sind, wer wir sind, durch uns.



X


Es war auf dem Hügel der Vision,

wo ein junger Mensch einst stand,

und dort ließ er erschallen

den Tag des Herrn im Land.

Und dort sah er die Menschen,

fern und nah zugleich vereint,

die gerufen und gesammelt –

und nun sind wir gemeint.


Er sprach einst mit Gelehrten,

sprach auch mit manchem Priester,

doch sie redeten vom Kriege,

nicht von Frieden, nicht von Licht.

Da wandt’ er sich nach innen,

zu dem Lehrer tief im Herz,

zu dem göttlichen Licht Jesu,

das in allen lebt und wirkt.


Doch die Richter wollten’s nicht hören,

sie warfen ihn ins Gefängnis ein,

doch das Wort ging weiter hinaus

in die Welt, in Groß und Klein.

Seid Beispiele, seid Zeichen,

wohin euer Weg euch führt,

antwortet dem göttlichen Funken,

der in jedem Menschen glüht.


Es war auf dem Hügel der Vision,

wo ein junger Mensch einst stand,

und dort ließ er erschallen

den Tag des Herrn im Land.

Und dort sah er die Menschen,

fern und nah zugleich vereint,

die gerufen und gesammelt –

und nun sind wir gemeint.



XI


Mein Leben fließt im Lied dahin,

weit über Erdenschmerzen.

Ein ferner Hymnus füllt den Sinn

und wohnt in meinem Herzen.


Chorus:

Der Friede Christi macht mich neu,

wie Quellgrund, der entsprungen.

Da ich sein Eigen, bleibt er treu,

mein Lied ist nie verklungen.


Kein Sturm erschüttert meine Ruh’,

denn dieser Fels wird halten.

Gehört die Welt der Liebe zu,

wie lässt man Sang erkalten?


Obwohl der Aufruhr um mich grollt,

hör’ ich die Weise klingen.

In meiner Seel’ ein Echo rollt,

wie könnt’ ich da nicht singen?



XII


In einer Welt, die Trennung sät,

voll Unverstand und Leid,

ist es an uns, dass Einigkeit

und Freundschaft stets gedeiht,

so wie es Gott gefällt in Ewigkeit.


Chorus:

Für immer Freunde wollen wir sein,

für immer Freunde sein.

Lasst uns in Liebe tätig sein,

in Freud’ und tiefster Pein.

Wir stehen fest und treu zu zweit,

mit Jesus eins für alle Zeit.


Was uns in dieser Welt entzweit,

ist Furcht und Argwohn nur.

Doch Christi Liebe schenkt uns Heil

auf seiner Friedensspur.

In seiner Liebe leben wir fortan.


(Chorus)


Und Hand in Hand erreichen wir

Verständnis, Glück und Ruh’.

Durch Gottes Gnade schwindet Furcht,

er führt uns darauf zu.

In seiner Liebe leben wir fortan.


(Chorus)



XIII


Friede fließt so wie ein Strom,

fließt durch dich und mich dahin,

fließt hinaus in dürre Wüsten,

gibt Gefang'nen neuen Sinn.


Freude fließt so wie ein Strom,

fließt durch dich und mich dahin,

fließt hinaus in dürre Wüsten,

gibt Gefang'nen neuen Sinn.


Glaube fließt so wie ein Strom,

fließt durch dich und mich dahin,

fließt hinaus in dürre Wüsten,

gibt Gefang'nen neuen Sinn.


Hoffnung fließt so wie ein Strom,

fließt durch dich und mich dahin,

fließt hinaus in dürre Wüsten,

gibt Gefang'nen neuen Sinn.


Liebe fließt so wie ein Strom,

fließt durch dich und mich dahin,

fließt hinaus in dürre Wüsten,

gibt Gefang'nen neuen Sinn.



XIV


Heilig, heilig, heilig!

Heilig, heilig, heilig! Herr, Gott allmächtig!

Früh am Morgen steigt unser Lied zu dir empor.

Heilig, heilig, heilig! Gnädig und auch prächtig,

Gott in drei Personen, heil’ger Geisterchor.


Heilig, heilig, heilig! Dir, den alle ehren,

beugt sich die Schar der Erlösten tief und still.

Gold’ne Kronen werfen sie vor dich, den Herren,

der das Lob der Schöpfung stets empfangen will.


Heilig, heilig, heilig! Wenn auch Nacht dich hüllet,

wenn kein sünd’ges Auge deine Pracht erschaut,

du bist heilig, Herr, von Herrlichkeit erfüllet,

rein und voller Liebe, dem man ganz vertraut.


Heilig, heilig, heilig! Deine Herrlichkeiten

sehen wir in Werken auf Erden, Luft und Meer.

Heilig, heilig, heilig! Über alle Zeiten,

Gott in uns’ren Herzen, dir allein die Ehr’.



XV


Wir marschieren in dem Licht von Gott

Wir marschieren in dem Licht von Gott,

wir marschieren in dem Licht von Gott.

Wir marschieren in dem Licht von Gott,

wir marschieren in dem Licht von Gott.


Wir marschieren, wir marschieren, oh,

wir marschieren in dem Licht von Gott.

Wir marschieren, wir marschieren, oh,

wir marschieren in dem Licht von Gott.



XVI


Er hält die ganze Welt in seiner Hand

Er hält die ganze Welt in seiner Hand,

er hält die ganze Welt in seiner Hand,

er hält die ganze Welt in seiner Hand,

ja, er hält die Welt in seiner Hand.


Er hält dich und mich in seiner Hand,

er hält dich und mich in seiner Hand,

er hält dich und mich in seiner Hand,

ja, er hält die Welt in seiner Hand.


Er hält uns alle hier in seiner Hand,

er hält uns alle hier in seiner Hand,

er hält uns alle hier in seiner Hand,

ja, er hält die Welt in seiner Hand.



XVII


Dieses kleine Licht von mir, ich lass es leuchten hell!

Dieses kleine Licht von mir, ich lass es leuchten hell!

Dieses kleine Licht von mir, ich lass es leuchten hell!

Lass es schein’, lass es schein’, lass es schein’!


Strophe 2:

Seh’ ich meinen Nächsten an, ich lass es leuchten hell!

Seh’ ich meinen Nächsten an, ich lass es leuchten hell!

Seh’ ich meinen Nächsten an, ich lass es leuchten hell!

Lass es schein’, lass es schein’, lass es schein’!


Strophe 3:

Überall auf dieser Welt, ich lass es leuchten hell!

Überall auf dieser Welt, ich lass es leuchten hell!

Überall auf dieser Welt, ich lass es leuchten hell!

Lass es schein’, lass es schein’, lass es schein’!


Strophe 4:

Geh’ ich dann nach Haus’ zurück, ich lass es leuchten hell!

Geh’ ich dann nach Haus’ zurück, ich lass es leuchten hell!

Geh’ ich dann nach Haus’ zurück, ich lass es leuchten hell!

Lass es schein’, lass es schein’, lass es schein’!



XVIII


Gottes Feuer brennt in meiner Seel’,

Gottes Feuer macht mich ganz und heil,

Gottes Feuer fegt nun durch die Welt,

Lob Gott, ich hab’ sein Feuer und es brennt in meiner Seel’!

Lob Gott – ja, Halleluja, es brennt in meiner Seel’!


Die Jugend sieht das Licht, das Feuer brennt.

Die jungen Frau’n seh’n das Licht, das Feuer brennt.

Die Ältesten seh’n das Licht, das Feuer brennt.

Die Mütter seh’n das Licht, das Feuer brennt.

Die Väter seh’n das Licht, das Feuer brennt.

Die Freunde seh’n das Licht, das Feuer brennt.



XIX


Heilig, heilig, heilig! Herr, Gott allmächtig!

Früh am Morgen steigt unser Lied zu dir empor.

Heilig, heilig, heilig! Gnädig und auch prächtig,

Gott in drei Personen, heil’ger Geisterchor.


Heilig, heilig, heilig! Alle Heil’gen beten,

werfen gold’ne Kronen vor das gläserne Meer.

Cherubim und Seraphim, die vor dich traten,

du warst, du bist, bleibst Gott auf ewig mehr.


Heilig, heilig, heilig! Wenn die Nacht dich hüllet,

wenn kein sünd’ges Auge deine Pracht erschaut,

du bist heilig, Herr, von Herrlichkeit erfüllet,

rein und voller Liebe, dem man ganz vertraut.


Heilig, heilig, heilig! Herr, Gott allmächtig!

Alles Werk soll preisen dich in Erd’ und Luft und Meer.

Heilig, heilig, heilig! Gnädig und auch prächtig,

Gott in jedem Menschen, dir allein die Ehr’.



XX


Seligstes Wissen: Jesus ist mein!

Köstlicher Vorgeschmack, göttlicher Schein.

Erbe des Heils, erkauft durch sein Blut,

neu nun geboren, in seinem Geist ruht.


Chorus:

Das ist meine Geschichte, das ist mein Lied,

Preisen den Heiland, der Liebe mir gibt.

Das ist meine Geschichte, das ist mein Lied,

Preisen den Heiland, der Liebe mir gibt.


Völlige Hingabe, Ruhe und Glück,

himmlische Schau kehrt ins Auge zurück.

Engel steigen nieder, bringen von oben

Echos der Gnade, die wir nun loben.


(Chorus)


Vollkommen eins mit ihm, alles ist still,

ich bin in Jesus, wie er es will.

Wachend und wartend, den Blick nach oben,

voll seiner Güte, ihn ewig zu loben.



XXI


Die Welt ist wie ein Puzzle, das aus Teilen besteht,

mit Grenzen und Mauern, wo Unfrieden weht.

Doch die Welt ist ein Ort nur, ein einziges Land,

und jeder Fremde dort ist in Gottes Hand,

der uns ruft, Freunde zu sein.


Chorus:

Und wir sind Freunde für immer, Freunde für immer,

uns’re Arbeit auf Erden hat gerade erst begonnen.

Durch den Schmerz und die Freude steh’n wir zusammen,

wir sind Freunde für immer, wir sind eins.


All der Stacheldraht kann uns niemals trennen,

nur die Furcht lässt uns Zäune und Mauern benennen.

Doch ein Geist, der uns reicht die versöhnende Hand,

kommt von Gott und führt uns in ein neues Land,

wo wir als Freunde leben.


(Chorus)


Es ist ein schlichter Glaube, der uns alle verbindet,

mit einer Liebe, die niemals entschwindet.

Und gemeinsam reichen wir uns die Hand,

umspannen die Welt als ein enges Band.

Wir sind des Herrn und leben als Freunde.



XXII


Gott sei die Ehre, denn Großes geschah!

Aus Liebe zu uns war sein Sohn uns so nah.

Er gab sein Leben, als Sühne für Schuld,

und öffnet die Pforte durch Gnade und Huld.


Chorus:

Preist den Herrn! Preist den Herrn!

Hört die Welt seine Stimm’!

Preist den Herrn! Preist den Herrn!

Freut euch alle in ihm!

O kommt zu dem Vater durch Jesus, den Sohn,

und gebt ihm die Ehre, er herrscht auf dem Thron!


Was er uns gelehrt hat, wie groß ist die Pracht,

was er durch den Sohn uns an Freude gebracht!

Doch reiner und höher und größer wird sein

das Staunen, seh’n wir in sein Antlitz hinein.



XXIII


Ein Licht ist im Herzen des Menschen zu seh’n,

das Licht war schon da, als die Welt sollt’ entsteh’n.

Im Türken, im Juden, da leuchtet es hell,

es leuchtet in dir und in mir an der Quell’.


Chorus:

Wandle im Licht, wo immer du auch bist,

wandle im Licht, wo immer du auch bist.

„In der Lederhose, das Haar wild und dicht,

so wandle ich herrlich im Glanz von dem Licht“, sagte Fox.


„Hier hast du ein’ Revolver, kämpfst du für den Herrn?“

„Doch Schwert und Pistole hält den Teufel nicht fern.“

„Willst du schwören beim Buche?“ – „Nein“, sagte er frei,

„weil die Wahrheit mir heil’ger als Texte doch sei.“


(Chorus)


Ein Meer voller Dunkel, ich ertrank in der Nacht,

bis das Meer aus Licht mich zum Strahlen gebracht.

Sperrt mich ins Gefängnis, doch das Licht bleibt stets frei,

„ich wandle im Glanz von dem Licht“, sagte er dabei.