VON ROSWITHA VON GANDERSHEIM
DEUTSCH VON TORSTEN SCHWANKE
Praefatio
Mächtig im kaiserlichen und prachtvollen Reichtum an Herrschaft,
Otto, du ewiger König durch milderndes Walten des Vaters,
strahlender Schmuck an des Zepters erhabenem kaiserlichen Ehrensitz,
überragst alle bisherigen Kaiser an Frömmigkeit gänzlich,
welchen die Völker im Kreise von fern und nah allenthalben
fürchten; mit Gaben geschenkt schmückt dich die Römische Weltwelt!
Wende vom winzigen Werk dieses Liedes den Blick nicht verächtlich,
sondern es nehme dein Herz diese dargebotene Lobesgabe an,
die dir der letzte der Herde von Gandersheim opfernd entrichtete,
welche die süße Fürsorge deiner erhabenen Väter gesammelt,
und die fortwährend dir den treuen Dienst sich schuldet zu sein.
Zwar mögen viele der Taten den deinen beschreibend verfassen,
und es werden hernach noch viele geschichtlich gewähren:
aber ein Vorbild davon hat keiner mir dargeboten,
und nicht lehrte zuvor das Geschriebene geschriebene Büchlein;
Grund aber ist des Werkes allein die Frömmigkeit unseres Mutes,
und dies mahnte mich kühn zu wagen das fürchtbare Werk nun.
Denn mich schreckt es genug, dass des Reiches Taten besingend
unvorsichtig ich falschem gefolgt, nicht wahres enthüllt;
doch nicht raten dies tat mir des treulosen Mutes Verrat,
noch aus verachtetem Sinn hat je die Wahrheit getäuscht mich;
sondern die Sache, wie ich sie schrieb, so verhielt sich vollkommen,
sagten mir jene selbst, die mir zum Schreiben sie brachten.
Darum schmähe die kaiserliche Frömmigkeit nicht die Ehre,
die dem demütigen Sinn erwies die fromme Ergebenheit;
und wenn dereinst dir viele Lieder im Lobpreis erwachsen,
welche nachher man schreibt und bewährt als gefällig erachtet:
letzter am Rang sei dennoch nicht dieses kleine Büchlein,
das man im Voraus erwiesen belegt durch kein einziges Vorbild;
und magst du gleich des Oktavian den kaiserlichen Glanz halten,
schmähst du es dennoch nicht, den Titel des Königs zu tragen,
bis, da beschrieben des königlichen Lebens die Ehre,
ordnet das Werk man und ziert es mit würdigem Worte,
dass man des zweiten Zepters kaiserlichen Glanz es benenne.
Prologus ad Ottonem
Otto des Römischen Reichs erglänzendes, edles Gemmelein,
Otto, des verehrungswürdigen Kaisers blühender Glanz,
dem der thrönende König im Himmel, sein ewiger Sohn auch,
reichte die Macht, mächtig im höchsten Scheitel der Dinge:
verschmähe nicht das geringe Werk der geringen Nonne,
das vorzuführen, wenn du dich würdigst zu erinnern,
selbst du mit klaren Augen mir kürzlich zu befehlen geruhtest,
und wenn du siehst, wie mit vielen Flecken es schmutzig geworden,
sei zu so rascher Verzeihung doch willig und milder geneigt.
Wie ich dem Zeigen deiner Befehle viel mehr noch gehorche,
würde mich furchtsam der heilige Befehl nicht drängen dazu,
gäbe es nirgends für mich solch riesiges Vertrauen dazu,
dass ich es wagte, den dürftigen Büchlein der Bauernhaftigkeit
gegenwärtig zu deuten das winzige Werk zur Begutachtung;
der du, da Gott es verleiht, dem Vater im Hofe verbunden,
willig zu gehorchen den väterlichen Ermahnungen selber,
hältst die gleiche Herrlichkeit des weiten Reiches einträchtig,
tragend die zarte Rechte am königlichen Zepter bereitet.
Doch weil ich weiß, dass du hoch erhaben verglichen bist
David, des berühmten Königs Sohn, dem Salomo gleich,
der, da der Vater zugegen, im Geheiß des Heiligen heilig
nahm das ersehnte Reich im väterlichen Frieden entgegen;
hoff ich, dass du mit dessen Beispiel zufriedengestellt wirst;
der, da er rechnend saß auf der erhabenen Höhe des Thrones,
weislich Gesetze der heiligen Satzung gründend im Geiste,
tief ins Verborgene dringender Sachen das Denken versenkt,
jetzt sich erfreut, auch den kleinsten Dingen die Seele zu lockern,
und nicht verschmäht, den Streit zweier Frauen zu lösen mit rechtem
raschem Gerichturteil, befehlend, das Kind der geborenen
wahren Mutter zurückzugeben. Drum flehe ich bittend
dich an, du unser Salomo; und mag dich auch halten
Sorge des treibenden Reiches, mögest du dennoch
lesen im Spiel das jugendliche Werk der eigenen Nonne,
damit in schlecht geformten Worten schlafe der Lärm nun
jeglicher Bauernhaftigkeit, von des kaiserlichen Mundes
Namen und dem von dir verehrten Titel beschützt,
dass sie des tadelswerten Verdienstes den Hauch uns abwehren.
Initium Gesta
Nachdem der König der Könige, der allein herrscht in Ewigkeit,
Wandler der Zeiten von jeglichen Königen aus sich selber,
bot, das Edle der Franken zu übertragen das Reich nun
auf das helle Geschlecht der Sachsen, den Namen empfangend
vom Fels durch des Mutes recht feste Härte im Innern,
Sohn des großen und ehrwürdigen Herzogs Otto,
Heinrich nämlich, empfing als Erster die regierenden Zepter
glücklich lenkend. Wie machtvoll er an der Güte Ehr war,
und mit wie viel Frömmigkeit er unterworfene Völker regierte,
wie auch alle Könige jener Zeit an Verdiensten
überragend, zuletzt gar übertrifft dieses schäbige
Liedchen viel zu verderbtes und winziges Gewebe.
Denn unnachsichtig war er den Bösen, milde den Rechten,
schützend mit höchstem Fleiß die gesetzlichen Rechte des Landes,
gleiche Belohnung gebührend den Verdiensten aller.
Ihm der friedliche König gegeben von Sternen Christus
seines bürgerlichen Lebens durch Zeiten den Frieden;
unter glücklichem Stern hielt er auch die Gipfel des Reiches,
wenn ich nicht irre, der schwindenden Zeit zehn Jahre
samt noch bis sechs, die höchst glücklich verbracht worden sind,
mit ihm regierend der hellen Gemahlin Mathilda,
welcher im Reiche verglichen wird nun keine einzige,
die an Verdiensten sie übertreffen könnte im Höchsten.
Denen die dreifache Gottheit drei Kinder schenkte am Ende,
damit damals, fromm ordnend das glückliche Volk sich,
nach dem Tode Heinrichs, des verehrungswürdigen Königs,
nicht die Scharlatane die Macht des Reiches entrissen,
sondern die Söhne, aus dem Samen des königlichen Bluts,
herrschen im Vaterland sollten in einträchtigem Frieden,
wenngleich ungleiche Ehre den beiden bewahrt blieb,
da dem regierenden Einen zwei untertan sind von den Söhnen.
Unter denen als Erster erglänzte wie Luzifer aufgeht
Otto,strahlend im Glanz der allzu hellen Barmherzigkeit,
den die Gunst des Königs nach gewohnter Frömmigkeit ewig
als Lenker dem gläubigen Volke vorgesehen mit Recht.
Dieser war älter an Jahren, an Verdiensten auch größer,
tauglich, das Zepter zu führen, da der Vater entschlafen.
Niemand bedarf es, mit Worten des Knaben höchste Rechtschaffenheit
zu besprechen, noch so lobenswertes Verdienst des Kindes,
dem Christus solche Ehre schon jetzt vermehrt an dem Tage,
dass er Rom mit mächtigem Recht beherrscht im Hochmut,
das als ewige Stütze der Erdspitze Haupt war im Odem,
und bezwingt die wilden Völker, da Christus ihm beistand,
die zuvor die heilige Kirche oftmals zerrissen.
Nach ihm Heinrich glücklich geboren wurde als Nritter,
da man den Namen des Vaters dem berühmten Könige gab,
welchen die weise Vorsicht des Herrn und Christus gleichermaßen
würdigt zu wahren als trefflich starken Führer des Volks,
dass als tapferer Krieger, der Kunst des Krieges erlesen,
tapfer die heilige Kirche vor schädigem Feind schütz’ und schirme,
wie die Mauer, die Speeren trotzt, der mächtigste Feindstein.
Nach ihm wächst als der heiligen Kirche Hirte Brun auf,
den das Höchste der ewigen Priestergnade geführt hat;
würdig, zu pflegen das Heil der katholischen Herde;
hinterher machte ihn auch durch des Vaters göttlichen Willen
fromme Fürsorge gar zu dem Dienst von Christus verbunden,
fern entrissen dem Schoß geliebter, fürsorgender Amme,
dass von des Reiches Pracht er entblößt nun ständ’ als Soldat dort,
immer im sternenbesäten Palast des Herrschers regierend.
Aber Christus, des Vaters wahrhaft ewige Weisheit,
ihn, den Knappen und Diener, mit milderem Gnadenlicht hegend,
gab ihm selber die Gaben so herrlicher hoher Sophie,
dass es gänzlich kein Klügerer gibt als ihn auf der Erde
unter sterblichen Weisen der allzu fragilen Gestade.
Als man diese Knaben nach königlicher Art nun erzogen,
fiel es des berühmten Vaters, des Königs Heinrich,
Sinne ein, und er füllte mit Taten geziemend das Wort ein,
dass er, so lange des Lebens er warme Lüfte lebendig
schöpfte, dem Erstgeborenen nun und künftigen König
Otto würdig verlobte die Braut, die freundliche Geliebte,
welche dem eigenen Sprössling sich würdig schickte zu paaren.
Diese wollt’ er im eigenen Reich nicht suchen und finden,
schickte vorsichtige Boten gewiss hinüber das Meerwärts,
hin in der Angler reizendes Land, das köstlich gediehen,
und befahl, dass sie fortan mit gütiger Gabe gesendet
forschten nach Editha, dem sprossenden Kinde des Königs
Aedward, die, als der Vater entschlafen, saß nun im Hofe,
während des Vaters Zepter der Bruder regierend gehalten;
welchen der König gezeugt mit nicht edler Gemahlin des Reiches,
wundersam heller Genossin des adligen Weibes im Schoße,
sondern ein Weib von Genossenschaft wahrlich geringerm Geschlechte.
Welche, die ich in Versen beschreibe, des Königs Nachkommenschaft,
die, so sag’ ich, war allen durch ihren Ruf recht bekannt nun;
mächtig im Adel und blühend im vordersten Glanz von Verdiensten,
hervorgegangen aus höchtstem Stamm der mächtigen Könige.
Der ihr herrlich erhabene Stirn in heiterer Weiße,
leuchtete wunderschön durch der königlichen Gestalt Ehr;
und sie, strahlend im Glanz vollkommener, reiner Barmherzigkeit,
merkte im Vaterland solches Lobes Lärm und Geheiß an,
dass im Urteil des Volkes entschieden ward allenthalben:
Edelste sei sie von allen, die damals lebenden Weiber!
Wenig Wunders, wenn sie im Glanz vorausleuchtet edel,
da ja der heiligen Ahnen Spross sie hervorgebracht hat;
diese darum geboren aus seligem Stamme zu nennen
Oswaldes Königs, dessen Lob der Erdkreis besingt nun,
da er den Tod unterworfen zum heiligsten Namen von Christus.
Aber die Boten des Königs, als endlich ankamen jene
nah dem Bruder der Herrin, die damals saß in der Burg fort,
deckten sie auf ihm, was immer an Geheimnissen jene gebracht an.
Was ihnen ganz sicher bekannt nun wohl gefiel und gefreut hat,
erzählte rasch mit der süßen Stimme der Schwester der Bruder,
und ermahnte sie treu dem treuen König zu folgen,
der sie dem eigenen Sprössling zu paaren begehrt nun.
Als sie ins Herz der Schwester mit Rat und freundlicher Red’ goss
Ottos süße Liebe, des königlichen Gatten im Knaben,
schaffte er Schätze zusammen mit höchstem Aufwand unzählig.
Ast, als sie gesammelt und für recht befunden sich zeigten,
schickte er jene Herrin mit passenden Gefährten sicher
drüben über das Meer mit höchster Ehrenbezeugung,
schenkend ihr Schätze, die allzu prezios und erlesen.
Schickte Adiva daneben als leibliche Schwester mit ihr fort,
welche an Jahren geringer und gleichermaßen an Verdienst,
dass so größer im Ganzen die Ehre gewährt sei dem Otto,
lieben Sohne des Königs, dem hochberühmten Verwandten,
indem er schickte herrlich zwei Mädchen des Blutes zusammen,
dass sie vermähle sich recht mit der Braut, die lieber gefiel ihr.
Aber im ersten Blick schon Editha, die ehrengezeigte,
billig allen gefällig durch Sitte vollkommener Güte,
gilt als würdig dem königlichen Spross sich zu paaren.
Diese gebar ihm das süße und allzu glänzende Kind einst,
Namens Liudulf, der solchem Erzeuger vollkommen gepasst hat,
den das Volk sich mit zärtlicher Liebe geliebt nun verdient hat,
und es wünschte, dass lang sein Leben erhalten sich zeige.
Als dies so stattfand, drängte sich her nun das Ende des Königs
Heinrich, dessen den Tod jedes Geschöpf beklagt tief,
das der Herrschaft und dem Gesetze jener unterworfen.
Nach dessen Tod empfing das Reich der Otto, der erste
Sohn des verehrungswürdigen Königs, und da das Votum
all des Volkes bereits nun antwortet, wird er zum mächtigen
König gesalbt, mit Christus, der reichlich Verleihung verleiht.
Welchem der König des Himmels so große Spende verliehen,
dass er im Ruhm als celeberrimus würdig vor allen
überragte der Taten Gestalten, welche der Ozean umflutet
mit seinen strömenden Wogen ringsum und gewaltig.
Überdies schützt ihn aus solchem Betrug und gefahrlicher Falle
mächtige heilige Rechte vor ungesehenem Verrat fort,
und er schmückt ihn so oft mit so wunderbaren Triumphen,
dass du glaubst, es regiere treu David als König,
glänzend im heileren Recht mit altem, hellem Triumph nun.
Nicht nur zügelt er Völker mit Zügeln der Milde und Güte,
die dem Befehl des Vaters zuvor schon den Nacken geboten,
sondern viel mehr noch erringt er für sich die Völker mit Recht fort,
unterwerfend heidnische Völker den Dienern von Christus,
damit Frieden der heiligen Kirche gefestigt begründet.
Sooft sicher er fort zum Kampfe selber gezogen,
gab es kein Volk, so stolz an Kraft auch immer gewesen,
das zu schädigen fähig oder zu überwinden imstande,
gestützt auf des himmlischen Königs Trost und Erbarmen;
auch wich kein Heer zurück vor irgendwelchen der Speere,
es sei denn, missachtend die eigenen königlichen Befehle,
kämpfte es dort, wo der König es eben zu verbieten gedachte.
Aber Herzog Heinrich, der Bruder des Ehrbaren Königs,
war Fürst im Reiche damals in wahrlich ruhigem Stand fort
nach dem König, dem ganzen Volk verehrungswürdig zu Recht;
der sich ehedem rechtlich im liebend gesetzlichen Band ein
Arnulfs Tochter vermählt, der edle Herzog gebar sie,
Judith genannt, mit des Antlitzes glänzendem Funkeln,
und an Leuchtkraft heller noch glänzend vollster Bonität.
Als dies geordnet war, herrschte da Friede von überall her uns
kaum für ein kleines Weilchen und weniger als es das Volk wollt’,
während des Krieges gewiss stummer, gewaltiger Lärm schwieg.
Ach, wie ein ruhiges, lächelndes Zeitalter führte der glückliche
Staat des eigenen Volkes recht gut gesegnet dahin nun,
der viel zu sehr von der Herrschaft des weisen Königs regiert wird,
wenn nicht die böse List des alten Feindes im Verborgnen
unseren heiteren Frieden mit trügendem Ansturm gestört hätt’!
Endlich, nachdem geschlagen der Fremdlinge Speere vollkommen,
wächst plötzlich stark Zwietracht unter den Unsrigen empor nun,
und den treuen Stamm hatte Bürgerkrieg schwerer verletzet
als die gewöhnliche Fülle von ganz verschiedenem Kriege.
Grund von diesem Übel nicht kleiner Schmerzen gewesen
war zuletzt der Konflikt so mancher Zügellosigkeit,
aus denen Heinrich manche Partei mit gütigem Mute
verhieß dem königlichen Bruder das Recht des Knabendiensts,
und ein Teil dem Evurhard, dem Grafen, den Fleiß des Dienens.
Aber als ein jeder den Trost von seinem Herrn begehrt hat,
wuchs von hier aus den Herren selber schwerer Zwist auf.
Schließlich, als der Konflikt recht wahrlich weiter fortschritt,
schickte der besagte Präses schlecht versammelte Legionen
bald zum Schloss von Baduliki, um es einzunehmen,
unverhofft das abschickend unter der nächtlichen Finsternis,
und er führte als Gefangenen den hochgeborenen Bruder
des Königs, Heinrich, mit blutigen Banden die Hände fesselnd,
dessen weiße Händlein, zu Schmuck viel eher passend;
und als er zahllose Schätze von sich zerstreut hatte, führte
er bald das hermännische Kind zu den Seinen mit sich fort,
das wie Genosse des eigenen Herrn und Sohns gebraucht wird.
Als der König dies merkte, im geheimen Herzen traurend,
beweinte er traurig das viel zu elende Werk nun;
kaum den schweren Verlust des lieben Bruders ertragend,
folgt er sogleich dem edlen Tun des Patriarchen Abrahams,
welches erbarmend er tat, als er den Lot dem Feind entriss;
und da mit höchster Anstrengung seine Krieger er wählte,
auch mit der ganzen, unmessbaren Schar des Volkes,
geht er mit königlichem Prunk dem Bruder Trost bringen,
unter schwerster mattem Schmerz und Sorge des Herzens.
Keinen Zögern, wen er zu heilen kam, den Bruder, befreite er,
und die Täter solch großen Frevels verurteilte er,
hängende etliche an das Holz, das für Schelm bereitet,
und die anderen mandierend, das liebe Vaterland zu verlassen.
Als dies wohlgeordnet war nach dem Geheiß des weisen Königs,
brachte hervor des alten Feindes böse List wieder
einen Fund des Frevels, der jenen noch schlimmer an Güte,
allen Geschlechtern zu Schrecken und würdig zu bestauenen.
Als denn der vorgenannte Evurhard heimgekehrt war,
Präses aus der Verbannung, die geliebte Heimat bereisend,
dies ihm gewährt von der milden und günstigen Gunst des Königs,
dem Gislberth, dem Grafen, in Banden der Liebe verbunden,
hatte er Rat gegeben, der dir, o Christus, nicht gefiel war!
Dass sie fingen den gerechten, von Gott gesegneten König,
und was noch mehr: da sie dem Rechten Unrecht antaten,
beraubten sie ihn bald unrechtmäßig des eigenen Reichs fort.
Dies auch den perversen Sinn erfundenen Rat hatten
Heinrich, des Königs Bruder, die treuen Freunde geraten,
mit allzu sehr schmeihelnden Worten ihn übel beleckend,
damit das zuvor angetane Leid nicht gerächt werde,
sondern gehorchend mehr deren unheiligen Wünschen,
empfinge er das Reich zu lenken, verdrängt der Bruder.
Dieser schließlich besiegt von schlecht schmeichelnden Reden,
welch ein Schmerz! versprach er, zu deren Wünschen zu taugen,
und hatte dies bekräftigt mit festen Anfängen;
doch ich hoffe gewiss, dass er dies im Herzen nicht festhielt,
sondern jenen die Zustimmung gab durch Zwang im Leiden.
Die nämlich, gefangen vom Trost der eitlen, schlechten Hoffnung,
hofften, den König, der vordem die Völker beherrschte,
unterzuordnen geschwinder ihrem gebrechlichen Recht fort;
aber der König vom Himmel, der allerbilligste Richter des Orbis,
der als Einziger aller Gedanken erkennt und die Eitelkeit
des sterblichen Herzens vermag zu zerstören durch Macht,
hat das Komplott solch großen Frevels mit Kraft der mächtigen
Rechten zerbrochen, womit er alles Geschaffene schuf dort;
nämlich den Treibern des Christus des Herrn bereiteten Ansturm
wand er zurück auf die Urheber solch würdigen Frevels;
und die dem eigenen Herrn zu stellen bösliche Netze,
wurden aus diesen sie selbst zuerst eingefangen.
Ich rühme mich nicht mehr als erlaubt von so hoher Weisheit,
dass ich zu hoffen vermöchte, in Worten voll zu verkünden,
wieviel von der Gunst der himmlischen Kraft Christus
oftmals diesen selben würdig gesegneten König
hat durchlaufen lassen sicher vielschichtige Betrügereien
und auch die von der feindlichen Seite bereiteten Fallen;
aber ich halte dies auch nicht für das Recht gebrechlichen Weibes,
das in den Geheimnissen friedlicher Zelle des Klosters sich befindet,
dass sie den Krieg diktiere, den zu erkennen sie nicht soll:
dies ist von vollkommenen Männern zu bewahren das Recht fort.
Was Anfang aller und Ende aller Könige auch ist,
dies sage ich allein, was recht ich zu sagen vermag.
Wer gab dem Sinne der Weisheit die Kraft, schwitzend
alles geordnet weislich zu sagen in Worten?
Der Einzige, der stets mächtig Wunder getan hat.
Und der David, den König, so oft aus der feindlichen Treue
Saul entreißend, das Zepter des Reiches ihm gab hin,
hat diesen gleichermaßen David nachfolgenden König
beschützt oft aus tausendfachen Gefahren.
Endlich, als allein, mit nur sehr wenigen Soldaten umringt,
umgeben er war von den feindlichen Scharen von überall her,
und überdies die schlechte Flucht der eigenen Partei
mit traurigem und allzu schmerzlichem Herzen ertrug,
und nicht zu vermessen wagte, wenigen zu glauben,
die ihn nicht verlassen hatten, da die anderen geflohen,
sondern nur meinend, er würde bald schwerlich sterben:
schnell gestützt auf die Kraft des himmlischen Beistands,
wundert er sich, dass er nun die blutige Schar überwindet,
so große, ohne Gefahr des eigenen Lebens Betrug.
Aber wenn zufällig die Seinen, da der linke Kampf wuchs,
er hörte, dass Genossen vom Todeswunde geschlagen,
gebraucht er bald des genannten Königs weinende Anfänge,
die er traurig sprach, mit traurigem Herzen empfindend,
dass das Volk vom Schlage des Engelschwerts untergehen wird:
"Seht, ich, der gesündigt hat", sprach er, "und das Verbrechen beging,
deshalb bin ich endlich der so großen Rache würdig!
Was haben diese getan, die solchen Schaden erlitten?
Jetzt schon, o Christus, erbarme dich, verschone die Erlösten,
dass nicht die Feindesmacht mehr drückt als recht die Unschuld!"
Diese Bitten nun erbarmend die göttliche Macht sich,
schonte der Diener des Königs nach gewohnter Frömmigkeit,
und gab erlösend den ersehnten Triumph über den Feind,
die genannten Grafen vernichtend mit rechtem Examen.
Am selben Tag nämlich, an dem sie, getäuscht von eitler Hoffnung,
hofften, mit ihren Banden zu fesseln den König,
der zu Recht die königlichen Zepter innehatte,
brach unverhofft der Präses Otto hervor,
morgens gewiss mit sich viele Legionen hinbringend,
und betrat den starken Kampf mit tapferem Ringen.
Kein Zögern, geschlagen verging von den Schwertern Evurhard,
Gislberth floh auch und ward von den wilden Wellen versunken.
Aber der König inzwischen kennt so heftige Kriege nicht,
weshalb nicht am abgewandten Ufer des Rheins sitzend,
wusste er zu jener Zeit den Trost so großer Hilfe nicht,
jetzt, da Gott sich erbarmte, ihm plötzlich durch Zufall gesendet.
Schließlich, als er des Kampfs so große Gefahren erfühlte,
nicht sich freuend über den Tod der eigenen Feinde,
sondern mehr traurend im Herzen über so große Männer,
nahm er nicht wenig Klage nach Art des David auf sich,
der über den erschlagenen König Saul fromm trauerte.
Aber als die Sieger froh kamen und sahen
das Antlitz desselben, mit vergossenen Tränen benetzt,
sahen sie die Klage nicht passend zu solchem Triumph an,
sondern dass Dankesworte dem ewigen König geschuldet,
der dann zu erfüllen machte mit treuer Frömmigkeit,
was im Buche des Königs Salomo geschrieben sich offenbart,
der sagt, der Gerechte sei aus der Traurigkeit zu befreien,
und der Ungerechte sogleich für den Gerechten zu geben.
Indem sie mit diesen Reden des Königs Sinn erweichen,
zwingen sie ihn, so große Traurigkeit abzulegen,
und sich nach den Kämpfen den eigenen Dienern fröhlich
zu zeigen, mit der siegreichen Legion sich freuend.
Dieser nun, Mäßigung im Antlitz der Freude zeigend,
aber im Herzen heimlich den tiefen Schmerz bewahrend,
gab aus tiefstem Brustgrund Dankessagung dem Christus,
weil er ihn damals nicht den eigenen Feinden als Beute
hingab, sondern ihn mit der heiligen Rechten beschützt recht.
Seines so großen Titels den hellen Triumph
Nicht sich selbst, doch hat er des Christus Frömmigkeit gewidmet.
Als dies geordnet war, ruhte ein Weilchen die Störung
vom Bürgerkriege, das vom Ringen ermüdete Volk aus.
Aber so hat nicht auch des alten Feindes Betrug End’,
der immer verstrickt versucht, gebrechliche Seinsart
weiter zu stürzen, nach der Tat noch ärgeres raten.
Man sagt, dass Galle der Giftpest, der furchtbaren, tief drang
in die Brust mancher, so dass sie des treuen Regenten
Tod wohl bringen gewollt, den Bruder zum Herrscher
setzend für das Volk; und nicht fürchteten sie, der österlichen
heiligen Tag zu beflecken, wenn dies durch des Gerechten
Blut zu tun möglich gewesen. Doch stimmte nicht zu dem
Übel so großer Missetat das österliche Lamm sich,
welches für uns zur Erlösung sich opferte, sterbend zum Vater;
sondern bald offenbarte er allen den Plan ihrer Missetat,
und so ward des Unschuldigen Blut gut gerettet;
welche als Täter befunden, des Frevels beschuldigt,
nach Maßgabe der Schuld gestraft mit bitteren Bußen:
einige wahrlich gesandt zum Tode durch rechtes Urteil,
einige fern von der geliebten Heimat getrieben.
Nach diesem Heinrich, des edlen Bruders des Königs,
tief im geheimen Herzen berührt von des Christus Gnade,
wandelte mit sich und wälzte mit höchstem Schmerze,
was er je wider das Recht gehandelt, im sinnenden Innern.
Dies auch weinte er oft mit übermäßigem Jammer,
dass er der Reden schlechter Verführung gehorchet,
die ihn betrogen mit trügerisch geschmeichelten Worten.
Doch obgleich er solchen Schmerz im Herzen getragen,
wagte er dennoch durch lange Zeiträume hindurch sich
nicht zu zeigen im Angesicht des königlichen Erben;
sondern abwesend im blühenden Eifer des schmerzeden Mutes
wünschte er, dass ihm die Gabe der Milde vergeben.
Schließlich, besiegt von starker Liebe, entwirft er
plötzlich den Schmerz des Verdachts aus dem Herzen,
komnend in nächtlicher Finsternis, allzu verborgen,
sucht er die Königsstadt auf, in der des ewigen Königs
Geburt festlich zu feiern der fromme Regent hat begonnen;
und abgelegt die geschmückten, preziosen Gewänder,
kostet er schlichten Gewandes und dünneren Stoffes die Hülle,
tritt unter Heiligen Gesängen der ehrwürdigen Nacht ein,
treten mit nackten Fußsohlen ins Heiligtum des Palastes.
Und nicht schreckt ihn der Winter des Wütenden wilde Kälte,
sondern geneigten Antlitzes hingestreckt an den heiligen Altar,
einte das edle Geblüt des Körpers mit kühler Erde,
hoffen mit tiefster Anstrengung des schmerzeden Herzens
hoffend, dass Verzeihung dem Herzog geschenkt sei.
Als der König dies merkte, bezwungen von milder Frömmigkeit,
und gedenk des nahen Festes, das alle verehren,
an dem himmlischen Chöre Frieden der Welt gesungen,
froh über ihren König, geboren von zarter Jungfrau,
dass er frömmig errette die Welt, die dem Tode verfallen,
schmerzte ihn tief um des Tages willen, der Frieden mitbringt,
sich erbarmend des Bruders, der Sünden bekennt im Geständnis,
und er gestattete frömmig ihm, die Gnade zu haben,
jener mit süßer Gabe der vollen Verzeihung erfreut;
nach einigen kurzen Zeiträumen von kleinen Spannen
unterwarf er dem Recht die Scharen der Großen
jener berühmten, überaus stolzen bayerischen Völker,
ihn wahrlich zum machtvollen Herzog berechtigend würdig.
Und nach diesem war ferner kein Zwist mehr unter den Seinen,
da sich die Seelen in brüderlichem Bunde verbunden.
Avaren auch oft durch diesen besiegt und bezwungen,
schädigen nach diesem das breite Reich des Otto
nicht mit blutigen Speeren nach gewohnter Art mehr,
und berühren wagen sie nicht die Völker daneben,
viel zu sehr erzittert vom Schrecken des großen Herzogs;
der, weil er waltet der Gesundheit vernünftigen Mutes,
widersteht diesen Ungeheuern und Kriegen der Männer,
schloss uns den Weg zum Wande zu gehen von allen verschlossen.
Überdies als Erster, geschützt durch den Namen des Christus,
kühn mit der Legion des unterworfenen Volkes
suchte er auf die Heimat jenes schäbigen Volkes,
kämpfend gegen den Stamm, der allen zurück stets rebellierte,
nämlich mit Raub von mannigfaltigen Gütern,
welche sich jene gemeinsamen Feinde vordem versammelt,
verwüstend der Welt sehr viele Gebiete,
raubte der Großen Weiber, die süßen Nachkommen auch;
und so kehrte er heim, besiegt die Feinde, sich freuend.
Als dies so stattfand, kam der verfrühte, traurige Tag nun,
welcher den Schmerz der Unsrigen steigerte, ingent,
an dem die strahlende Königin höchster Verdienste
Editha schied von den Stunden des gegenwärtigen Lebens,
dem ihrem Reiche und dienenden Volke bereitend
Traurigkeit auch und qualvollen Schmerz des Herzens
in ihrem Weggang; mit großem Jammer denn flehte
jedes arme Volk, und nicht unverdient,
welche mütterlicher Liebe Frömmigkeit hegte mehr,
als dass sie der Herrscherin Kunst gebrochen im Befehl hätte.
Wem zwar ewige Ruhm- und Seelenruhe von Christus
sowie den Gerechten zurück erstattete Freude
weder ein einziger zweifelte, der der keuschen
Lebens Verdienst kannte, die sanfte Gesinnung erkannte;
doch nach gewohnter Ursache menschlicher Art ist
nicht zu wunders, wenn das Volk bittren Wehklang empfangen,
da ihm so plötzlich solch große Hoffnung entzogen.
Und das Antlitz der Herrin, der überaus Königlichen, liebgewandt,
sowie des unterworfenen Reiches strahlender Glanz wird
der Erde übergeben, im weiten Schoß zu bewahren,
bis es aufsteigt und unkorrumpiert sich erneuert,
was jetzt der Grabhügel schließt, das hochadlige Körperwesen!
Diese also entließ den Knaben, von wenigen oben
schon besprochen, den Liudulf, schwer verwaist im Schmerze,
einzig süßen Nachwuchs des weiblichen Geschlechts auch,
namens Liudgard, strahlend von höchster Bonität,
gleich in Sitten und Antlitz der ehrwürdigen Mutter.
Zu welcher Nachkommenschaft geliebten Stammes gewiss
jeder im Herzen gezogen wird vom großen Gefühle des Volkes,
wegen der höchsten Verdienste der Eltern von beiden.
Aber gerechter und heftiger brannte in süßer Liebe
gegen den königlichen Knaben, den Herrn Liudulf,
ihn umfassend mit aller Speise liebenden Mutes.
Dieser, die natürlichen Sitten gut nachahmend,
war für alle mild in der Süßigkeit des Mutes,
sanftmutig, milde, demütig und allzu treu.
Daher verdiente er auch und empfing würdig als Milde,
Christus dem milde verleihenden, so viel an Gunst
in allen Völkern, die des Vaters Reich verbunden,
dass wer immer auch von seinem winzigen Ruhm ein
Wörtchen vernahm mit bereiterem Ohr im Verborgnen,
hingerissen ganz in die süße Liebe desselben,
ehrend den abwesenden Herrn mit bemühtem Sinne.
Welchen der edle Vater, der König und ehrwürdige Senior,
schwer ertragend den Tod der geliebten Mutter,
mit väterlicher Zuneigung und milder Frömmigkeit
würdig gewiss zu dem hohen Ehrensitz erhob,
machhend, dass er im unterworfenen Reich herrsche.
Auch die Liudgard, verehrungswürdig aus gleicher Ursache,
einzig gehoffte des weiblichen Geschlechts für sie,
pflegt’ und erhob und liebte sie mit gleich großer Frömmigkeit.
Diese verband sie auch mit Konrad in Banden der Liebe,
edel und kriegerisch tapfer, dem allzu gewaltigen Herzog,
welcher Gabe so großer Ehre würdig sich zeigte.
Und damit er seinem Sohn Liudulf unterworfen
täte mit ganz ergebenem, vollkommenem Sinne des Mutes
Herren des fränkischen Volkes, des hochadligen almen,
auch die Primaten der Schwaben gewiss alle miteinander,
bot er der Ida, der gütigen Tochter Herimanns,
hochschön, mit dem gesetzlichen Bund sich zu paaren an,
welcher Fürst in den jenen Gegenden leuchtend gewesen.
Diese auch hat des königlichen Nachwuchses Bündnis
würdig ertragen ob Taten des eigenen Rechtschaffenseins,
und wird geehrt wie die Königin in höchster Verehrung,
wohlan befiehlt der König kraft gewohnter Frömmigkeit;
und nicht wollte derselbe in abgesonderten Orten
sie wohnen lassen, entflammt von der Liebe des Sohns sich,
sondern wie Königin durch das weite Reich sie zu führen,
damit so der geliebte Sohn die winzigen Spenden
lieblicher hoher Frömmigkeit immer zu spüren vermöge,
vereint im Saale des Reiches mit seiner Gemahlin.
Inzwischen herrscht der Italiker König, Lothar,
angesteckt von schwerer Krankheit, entwich von der Welt nun,
welchem der treueste Schatz der Königin in Liebe verbunden,
welche die Tochter des großen Königs Rudolf gewesen,
hervorgegangen aus langem Stamm der mächtigen Könige;
der den hellen Namen diktierte der Väter erhabene
Nobilität, sie würdig benennend Edeltraut (Aethelheith).
Diese auch, glänzend am Glanz der königlichen Gestalt,
und treflich wirkend in Sachen ihrer Person mit Würde,
entsprach mit der Tat dem königlichen Adel.
Wohl an Sinn war sie so vorleuchtend klar und erhaben,
dass sie das verlassene Reich würdig zu regieren vermocht hätt’,
hätte die Rasse nicht gleich den bitteren Verrat diktiert fort.
Schließlich, da verstorben Lothar, den ich eben genannt,
war ein Teil des Volkes, der rückwärts rebellisch gewesen
und mit perverser Gesinnung den eigenen Herren feindselig,
gab des Berengar Reiche zurück in die Herrschaft das Recht dort,
das vom Vater gestorben, gewaltsam entraubt ihm
vormals durch Hugo des Königs Hände geworden.
Welcher, erhoben im herrlich ersehnten Ehrensitze,
aufdeckt, was an Neid im traurigen Herzen er gehegt hat,
während des väterlichen Reiches Schaden er beweinte;
mit der Galle des Herzes, zu bitter im Maße entflammt,
goss er den konjunkten Wahnsinn über Unschuldige aus nun,
unrechtmäßige Gewalt der Königin Edeltraut tuend,
die, da sie regierte, ihm keinen Schaden zugefügt hätt’.
Und nicht raubt er für sich allein den Thron des erhabenen
Saals, sondern zugleich, des Schatzhauses Riegel geöffnet,
alles, was er fand, mit habsüchtiger Rechten er raubte,
Gold mit Gemmen und Schätze von mannigfaltigem Artgut,
auch den hochadligen Kranz des königlichen Stirnschmucks.
Und nicht ließ er vom Schmuck ein winziges Teilchen zurück dort,
und nicht fürchtete er, sie zu berauben der eigenen Diener,
sowie der königlichen Personen würdigen Dienste,
und der königlichen Macht – oh jammernde Rede!
Zuletzt auch des Gehens gleichermaßen wie des Bleibens,
wohin sie wollte, verweigert er unrecht jegliche Freiheit.
Zu bewahren dem Grafen, der seinen Befehlen gefolgt ist,
der, gefangen von Befehlen des Unrecht befehlenden Königs,
nicht fürchtete, die eigene Herrin ohne Schuld des Vergehens,
eingeschlossen in kargen Kämmerlein des Lagers zu wahren,
ringsum verbreitete Scharen von Wächtern drumherum habend,
wie es Sitte ist, Personen von schuldigen Sündern zu wahren.
Aber der den Petrus aus den Banden des Herodes erlöst hat,
diesem, wann immer er wollte, half er mit miltem Erbarmen.
Wahrlich, während sie an Sorgen im Gemüte angstvoll wäre,
und keine Hoffnung auf sicheren Trost vorhanden gewesen,
weint der Präses Adelhard das mitleidwürdige Faktum
und kaum das schwere Leid der geliebten Herrin ertragend,
sendet er ihr bald einen geheimen Boten herbei fort,
und ermuntert mit eifrigem Rat, die Flucht zu ergreifen,
und die Stadt zu suchen, gebaut aus gut festen Mauern,
die als Haupt ihres eigenen Pontifikats bekannt war;
hier befehlend die sichersten Plätze des sicheren Schutzes,
dass ihr würdiger Dienst auch geboten werde von jenen.
Als nun der königlichen Ratschläge schlagende Ohren
die edle Königin erfreuter von gütigen Botschaften
wünscht sie, befreit zu werden von harten Banden;
was sie tun sollte, weiß sie doch nicht, da keine Tür offen war,
welche, während die Wächter vom tiefen Schlaf waren gedrückt,
sie in nächtlichen Stunden zu entweichen gelassen hätt’.
Aber auch keine Person zum Zwecke des Dienstes besaß sie,
unterworfen ihr in kerkerlichen Gewölben,
die im Erfüllen ihrer Befehle eifrig gewesen,
wär's nicht das obengenannte Mädchen allein und
außerdem ein Priester von lobenswertem Leben.
Als sie diesen stetig alle Klagen erzählte,
die sie im bitteren Munde traurig umwälzte im Sinn,
schien es nach des gemeinsamen Votums Gefallen jenen,
die Sache wenden sich besser, wenn sie im Verborgnen
unter der Erde eine geheime Grube grabend verfertigten,
durch welche sie aus harten Banden zu entkommen vermöchten.
Dies so ganz sicher vollendet zu sein bekannt ist
rasch, mit des gütigen Christus zugegenem Beistand.
Denn die Grube mit Vorsicht nah am Plazet bereitet,
kommt die Nacht, geeignet für die neue Freiheit, heran nun,
in der, während der Schlaf des Volkes Glieder durchkroch fort,
nur mit den beiden Genossen die frohgemute Königin
fliehend der Wächter Listen entkommen war allen,
und den Wegraum zur Zeit der Nacht allein sie durchmachte,
soviel eben mit zarten Fußsohlen sie vermochte zu wandern.
Aber bald als das finstere Licht dem Dunkel gewichen,
und der Pol zu bleichen begann vor den Strahlen der Sonne,
versteckt sie sich vorsichtiger in geheimen Höhlen,
nun wandelt sie in den Wäldern, versteckt sich nun in den Furchen
zwischen reifender Ähren des wachsenden Korns von der Ceres,
bis die Nacht, zurückkehrend, gekleidet in übliches Dunkel,
wieder den Nebel deckt mit finsterem Wolkenschleier:
da bestrebte sie sich, den begonnenen Weg zu durchlaufen.
Schließlich, da die Wächter sie nicht auffinden konnten,
erzählten sie das Faktum dem zitternden Boten, dem Grafen,
welchem die Sorge geboten war, die Herrin zu wahren.
Dieser, getroffen vom schweren Schrecken des furchtsamen Herzens,
schreitet mit vielen Genossen, sie zu durchforschen;
und als es fehlte, und er nicht mehr erkennen konnte,
wohin die strahlendste Königin ihren Schritt hingesetzt hat,
brachte er die Sache furchtsam dem König Berengar bei.
Dieser auch sogleich verwandelt in übergroße Wut,
schickt ringsum plötzlich seine Zöglinge aus dort,
befehlend ihnen, kein Örtlein zu übergehen,
sondern vorsichtig jegliche Schlupfwinkel zu durchkämmen,
ob vielleicht die Königin in irgendwelchen Verstecken verborgen,
und er selbst folgt mit starker Legion der Schar nach,
wie einer, der wilde Feinde im Kriege bezwingen will,
und mit raschem Lauf durchstrich er die Ährenselbe,
in deren gebogenen Furchen damals die Herrin verborgen
war, die er suchte, unter den Flügeln der Ceres bedeckt hätt’.
Nämlich dorthin und hierher den Platz durchzulaufen im Eifer,
In welcher liegend nicht kleinen Schrecken sie schwer gedrückt ward,
und obgleich sie auseinanderzureißen die Halme ringsum
strebend erlangte mit jeglicher Handausdehnung im Spieß sich,
fand er sie dennoch nicht, die Christi Gnade beschützt hat.
Aber als verwirrt er zurückgekehrt, und zu mühsalvoll matt ward,
kommt Adelhard gleich der geehrte Präses heran dorthin,
und führt hinein die Herrin mit glücklichem Herzen ins Innere
mitten in seiner Mauern der Stadt gut festen Gefilde,
und hier dient er ihr würdig mit aller Verehrung und Ehre,
bis sie größeren Schmuck durch Christi erbarmendes Walten
des Reiches empfing, das ehedem traurig sie losließ.
Schließlich etliche Unsrige damals als Zeugen erfahren,
dass die Königin ohne den teuren Herrn war verblieben,
dessen süßeste Milde sie kosten durften, da damals
sie durch Italien zogen, um Rom zu erreichen im Zuge,
wurden rezitiert ihres manigfachen Frömmigkeit Dienste
öfter dem großen König dem Otto damals am Ende,
augustalis aber des Römischen Reichs nun am Ende,
sagend, dass keine andere stehe als würdig im Talam
unter des eigenen Bettes königliche Führung zu treten
nach des toten Gebiets, das alle beweinen, Edilthas.
Und der König, erfreut an der Süßigkeit solchen Berichts nun,
wälzte im stillen Gemüt durch lange Perioden der Zeiten,
wie er sich diese Königin binden könne mit Bündnis,
welche von Listen des Königs in solcher Furcht war umgeben.
Kam auch in den Sinn, dass der vorgenannte Regent dort,
der einst vertrieben aus vaterländischen Fluren
und durch dessen Hilfe schneller, erbarmender, wiedergebracht war,
undankbar nun sein würde zu Gaben solch großer Barmherzigkeit;
daher sah er sogleich sich einen passenden Zugang bereitet,
italisches Reich ihrem Recht zu unterwerfen.
Als das im Gespräch der Vater erzählt er erforscht hat,
Liebe des Vaters, die wahre Hoffnung des Stamms, Liudulf,
nicht an das Seine gedacht, des Vaters Geschäfte berücksichtigend,
mit sehr wenigen Seinen im Verborgenen wieder zusammen,
suchte Italien auf, und mit tapferer Hand durchdrang es,
mahnend das Volk, dem Befehl des Vaters den Nacken zu beugen;
bald kehrt er wieder, verherrlichten Triumph ohne Kampf ihm bringend.
Als das der König erfahren, dem Volk erzählend, der Otto,
klatschte dem Sohne im Herzen freudig und liebend,
der um seinetwillen in solcher Gefahr nun kühn
unterworfene wildes Volk in Unruhe stürzte.
Und damit solche Mühsal der Liebe nicht frustriert werde,
sucht er selbst das Volk in Eile auf, die genannte,
während nicht kleine Schar des eigenen Volkes ihn begleitet,
geschmückt mit mannigfaltigem Schmuck der königlichen Pracht her,
ging er hinein in die Strome, gefasst von den hohen Alpen.
Als Berengar dies erforscht und im Schreck erstarret,
regt er den Krieg nicht gegen den König, tritt ihm nicht entgegen,
sondern bringt sich zu retten ins passende Schloss gleich,
in sichern und festen Plätzen gestellt in der Burg fern.
Aber der berühmte König unsrer, stolz auf die Tugend,
kühn genug durchwanderte unbekannte Stunden und Fluren,
fing die Herrin von Pavia des italischen Reiches.
Als diese sicher gefangen, in Art einer Reihenbildung
kommen die Großen herbei, den frischen König ersuchend,
und sie stritten, sich selbst dem großen Recht zu unterwerfen,
welche nach Sitte er aufnahm mit gütigem Mute,
versprechend ihnen das Geschenk seiner Milde und Huld,
falls sie nach diesem ihm dienten mit gläubigem Sinne.
Als das so stattfand, im häufigen Nachdenken des Herzes
der Königin gedenkt er sehr schön der Aedelheith,
gewiss königliches Antlitz wann immer zu schauen begehrend,
dessen Frömmigkeit er gelernt.
Worauf geheime Befehle sogleich gehandelt,
die von dem Frieden sowie von der süßesten Liebe
unter dem Zeichen des festen Glaubens sie verkündet hat ihm.
Dies auch mit schmeichelnden Reden ermuntert er flehend,
dass sie im raschen Lauf Pavia, die volkreiche
Stadt, suche, die mit bitterer Traurigkeit sie verlassen,
wo, während heiliger König fröhliche Frömmigkeit ewige reicht,
sie nun den erhabenen Ehrensitz fröhlich erreicht,
wo sie vordem den Schmerz erlitten im tiefen Ertragen.
Diesen gütigen Befehlen gehorchte die milde Königin,
und wohin befohlen sie war, ging sie mit den Begleitern,
vielen Keilen der unterworfenen Völker im Zuge.
Als der König dies merkte, auf dessen Geheiß sie gekommen,
befahl er den lieben Bruder Heinrich den Seinen
gegen diese zu gehen, zurückzusegeln am Ufer des Pado,
damit den zu erhebenden Glanz der Herrin der Schätze
gefügter Dienst des großen Herzogs mit Zierde bekleide.
Dieser der Sitte des Sinnes und Befehls des Älteren folgend,
zieht gewiss aus mit der königlichen Legion her,
sucht das Lager der Königin, freudig die verehrte,
in welchem sie mit vielen Genossen damals residierte,
gefördert mit höchster Ehrenbezeugung von jenen,
bis er sie dem königlichen Antlitz vorstellte ganz recht.
Welche dem König sogleich sehr lieblich erschien und erfreute,
wird gewählt als des eigenen Reiches würdigste Gemahlin.
Dann der König, sich sehend durch Neuigkeit der Sache gehalten,
dass nicht zur heimatlichen Küste er zurückkehrt im Drange,
gefiel es, den lieben Sohn Liudulf vorauszuschicken,
damit das tapfere Volk der Sachsen zu ihm fliege
und das Reich unter so gutem Patron stehe gewiss,
der den Befehlen des Vaters mit frömmigem Mute gehorchend,
kehrt zur Heimat zurück und die Sorge des Reiches empfängt,
alles klug und überaus weislich vollendend,
was damals in der Heimat zu tun gefordert gewesen.
Unterdessen Herzog Heinrich, der geehrte Bruder des Königs,
tat in Italien mit des höchsten Mutes Anstrengung
Werk zum königlichen Dienst im passenden Maße,
nicht das Amt des lieben Bruders allein nur,
sondern noch mehr das Recht des Dieners mit gütigem Eifer.
Daher nicht unverdient gefiel er dem König sehr selber,
ist auch der Königin verbunden in brüderlicher Liebe,
und mit frommer Zuneigung war er von ihr geliebt auch.
Dann durchwandelte der König von überall her das italienische Reich,
unterwerfend dem eigenen Recht die Primaten des Reiches,
als dies auch vollendet war nach des Votums Geredet,
damit Berengar nicht das Reich ihm raube von neuem,
konnte er mit nicht wenigen aus der gewählten Schar
in Pavia als weiser Herzog residieren befehlen,
welchem die ehrwürdige Verbindung der eigenen Tochter er gab;
er selbst sogleich kehrte zurück mit der hellen Gemahlin,
beabsichtigend, den Sitz der Heimat in Eile zu suchen.
Den das sich freuende Volk empfing als Ankommenden sogleich,
süßen Dank über den Äther streuend zum Hochthron,
der sich erbarmend seines Volkes nach gewohnter Frömmigkeit,
wenfromm gewählt er hat, den König mit Frieden zurückführt.
Als diese Freude so in würdigen Dingen gefeiert,
kam Herzog Konrad zurück mit dem Frieden gereist,
führend Berengar her, den oben erinnerten Mann,
gefangen durch Kunst seines tiefen Sinnes, so arg,
dass er willig kam, sich König Otto zu unterwenden.
Dann derselbe König, der immer weislich gehandelt,
nahm diesen König gewiss mit würdiger Ehre entgegen,
wiederherstellend ihm die Gipfel des geraubten Reiches
dieses wahrlich nur unter der Bedingung gewiss,
dass er nach diesem keinen der Gründe widerspreche
seines weithin furchtbaren Reiches für viele zu eigen!
Dass wie Untertan er des Befehls eifrig gewesen.
Dies auch beschloss er maximal mit sorgenden Reden,
dass nach diesem er Milde regiere das Volk selbst,
welches er vordem zu schroff im bitteren Mächten gefasst.
Der sich als bereit verstellend zum Erfüllen des Auftrags,
eilig er sich entfernend, die Heimat fröhlich erreichte.
Aber da er ergriffen den hochadligen Scheitel des Reiches,
wurde, geplagt von der sinistren Überredung der etlichen,
bald unglücklich schwereres Joch dem Volke tragend,
schaffte er mit starker Gewalt aus Verachtung geschaffenes Recht sich,
bezeugend, dass er das Reich mit großem Preis käuflich erwirb,
und nicht zu tadeln sei, wenn er das Recht der Ahnen gebrochen,
sondern eher Otto als Verdienst der Schuld angerechnet,
der ja alle Primaten des Volkes verkaufte.
Als diese Sache bald zum selben König gelangte,
entflammt gerechter Zorn gegen den Berengar heftig,
trauernd über die Schmerzen des Mitleid verdienenden Volkes,
und er strebte, in Besseres den Zustand der Dinge zu wandern.
Und er tät's schneller, gestützt auf Christi Bewahrung,
bliebe nicht Ursache übrig der finsteren Fortuna.
Denn als des eigenen Reiches Blüte an Glanz allüberall war,
als er sich freute, in allen günstigen Dingen zu leuchten,
brachte hervor des alten Erneuerer lodernder Feindstein
Täuschungskomplott, das durch alle Zeiten zu klagen,
jetzt schon den friedlichen Reichesbezirk zu stören versuchend.
Dies um so schneller zu vollbringen der Bösling,
hatte er erst die Regenten des Reiches alle verwirrt,
hoffend, dass bald der Untergang des Volkes entstehe.
Schließlich, des berühmten Königs Sohn, der Liudulf,
als er erkannte mit Zeichen der Freundschaft gar gut passender,
wie sehr der Liebe des perfekten Glaubens liebte
Heinrich, des Königs Bruder, die treue Königin,
und dass sie sich ganz hingegeben dem Streben des Glaubens,
wird er berührt vom Stachel inneren Schmerzes im Dunkel,
heiß nicht brennend vor Zorn, noch welkend an Galle des Hasses,
sondern über dem schwundenen liebenden Sinn der Erzeugerin
aus der Verstecke des kranken Herzens Seufzer hinziehend;
getäuscht von den Schlechtigkeiten vieler Überredungen,
fürchtete sich des gebrechlichen Sinnes Sitte gehorchend,
dass er nach diesem des Ehrensitzes Gaben nicht nutzen
dürfte, den würdigen, sondern vielleicht den zweiten Ort tragen.
Welches zu tun Christus niemals dulden würde, der gerechte,
stünde das Reich im Frieden des rechten Schutzes geruhet.
Aber da unterm traurigen Antlitz dem Vater so oft er
wird gezeigt betrübt, nicht gewohnt heiterer Art man,
gibt es welche, getäuscht von der Schlange des Betrugs schlau...
[Lücke im Text]
...Sondern um von hier aus die königliche Ehre des Vaters zu steigern.
Als der treue König diese erkannten aus dem Gedeihen,
froh über die Süße des Geistes des Sohnes gänzlich,
schickt er ihm dies mit sogleich abgesandten Schriften entgegen:
"Auf der Zeitalter Ewigkeit bleibe der Allmächtigen Lobpreis,
der gab, dass du in so großen Günstigen dich erfreust,
und Dank sei auch dir gegeben, geliebtester Sohn,
den zu bestehen ich kenne ganz und gar als den treuen;
denn du hast nicht unklare Zeichen des Glaubens gegeben,
als du, das Wachsen unseres Reiches begehrend durch dich,
uns des eigenen Ruhms ganze Zierde der Arbeit bezeichnete.
Darum ich gütig empfangend, was du weislich gehandelt,
in umgekehrter Weise entgolten mit Würde das Gegenbild,
selbst dieses Reich dir vertrauend zu regieren vollkommen,
das du dem unterworfenen Herrschaftsrecht du bestellt hast.
Und ich befehle dir, geliebter, mit väterlichen Befehlen,
dass du das Volk, das du mit siegreicher Rechten besiegtest,
ohne Verzug mit dir machst festzuhalten den Bund,
gebaut mit dem Furcht erregenden Eid des Gehorsams."
Als der geehrte Herzog Liudulf diese Dekrete las,
fröhlicher durch die Botschaft solch hoher Frömmigkeit,
bindet er mit festem Eide dem Befehl gehorchend sich
an des Vaters Gehorsam das Volk zu lenken mit Würde.
Als dies wohlgeordnet war, mit höchstem Bunde des Friedens,
brennend, des abwesenden Vaters Antlitz verdient zu haben,
besiegt von der süßen Liebe der lieben Gemahlin
und des Zwillingsnachwuchses, weit nach dem Rücken gelassen,
hinter sich gelassen, gefiel es, das Ziel der Heimat zu wenden,
wo nach des schweren harten Exils drückender Last
er endlich des Vaterlands Ruhe zu fassen vermöchte.
Und damit schnell er ohne Zögern erfülle dies alles,
sollte die gewünschte Fahrt keine Last verlangsamen,
befahl er, die eigenen Schätze im Sammelruf vorauszuschicken,
und des eigenen Antlitzes ganze Schar vorauszugehen,
die er zum Zweck des Krieges dorthin mit sich geführt hat,
versprechend, dass er selbst, das Leben begleitend, eintreffe
an den Grenzen des Vaterlands nach Spannen kurzer Zeiträume.
Dies auch mit Worten des honigsüßen Mundes bezeichnet,
in welchen Burgen, in welchen gewünschten Örtlein
würdige Gastmahlskosten für ihn sollten bereitet sein.
Bewegt von diesem Gerücht, des ersehnten der Unsrigen,
freuten sie sich mit dem Gefühl des inneren Herzens,
jede schwere Last des Kummers und all den Schmerz,
den sie früher wegen des abwesenden Senioren getragen,
aus dem Mute werfend, gemeinsam alle
fanden es als die Ursache des obersten Ruhms und der Freude,
wenn sie nach wenigen Tagen Kurs zu empfangen im Lichte,
gemäß den verkündeten frohen Voraussagen des Rufes...
...Ebenso tragend das Zepter des Hauptes und prächtige Diadem
sowie allen Schmuck der königlichen Kleidung als Anzug,
empfing sie des größeren Ehrensitzes Zierde geschmückt,
bald darauf mit dem höchsten August gleich segnend verbunden.
Bisher des berühmten Königs Otto des Mutes
Gesta besang ich mit schlanker Muse modulierend.
Nun sind es Dinge, die geschrieben werden müssen, die derselbe
Augustus tat, den Thron im Scheitel der Dinge haltend;
zu berühren, was zu fürchten ich habe, verboten vom weiblichen
Geschlecht; auch soll es nicht mit schäbigem Wort umgewälzt sein,
wie der Unbesiegte durch harten Streit des Krieges
erreichte in Orten an Meeresufern gebaute Burgen,
welche Beringar samt seiner Gemahlin besessen,
und ihn, von dem vollzogenen Eid gezwungen dazu,
sandte in die Verbannung samt der elenden Gemahlin Willa;
wie auch vom spitzigen Stachel des rechten Eifers getroffen
den obersten Pontifex, der perverses Ding vollbrachte
und seinen häufigen Mahnungen nicht zu weichen gewürdigt,
des apostolischen Stuhls beraubt zu werden veranlasste,
einen anderen einsetzend, des Namens des Rektors würdig;
wie auch, wenn das Reich in ruhigem Frieden geruht hat,
die Unsrigen suchend, dorthin und wieder zurückgekehrt,
sowie beider Ruhm der Herrschaften haltend,
dessen Nachwuchs nach ihm schon kommend darnach,
nämlich den Otto, vom Euter der Amme den König,
zu den Fasces der augustalen Ehre erhob
und durch sein Beispiel würdig zu segnen veranlasst hat.
Dies also vermag nicht durch unsere Anfänge erklärt zu sein,
sondern sucht eine Reihung, die bei weitem edler ist.
Daher ich, von der Schwere so großer Dinge verboten,
treibe nicht weiter; ich setze vorsichtig das Ende,
dass ich nach diesem im begonnenen Werk nicht schlecht besiegt untergehe.
Als dies so beendet und in Summe wiederholt ist,
ist die große Frömmigkeit des ewigen Königs zu erflehen,
durch die der Fromme unsere Augusten gewähre zu führen
jederzeit der gegenwärtigen Lebens glückliche Zeit,
und stets gestützt auf alle Wünsche glücklich gelingend,
schütze er die Kirche als Wächter in viele Jahre hinein,
uns gnadenvolleren Trost spendend. Amen.