LYRIK 2026 DRITTER TEIL

VON TORSTEN SCHWANKE



HEIKE


In Stuttgart fällt am Sommertag

der Schnee herab mit leisem Schlag,

und in Hannover, welch ein Graus,

fällt riesig Hagel auf das Haus.


Doch Heike steht am Herd bereit,

vergisst des Ungewitters Leid,

kocht Blumenkohl, Kartoffeln fein,

lädt Käse, Kassler dazu ein.


Nun, auf dem Tisch ist alles klar,

die Ordnung bleibt, das ist doch wahr,

ob Hagel tobt, ob Schnee auch fällt,

bei diesem Mahl stimmt mir die Welt.



SANKT VALEA


(Valeria von Limoges)


Valea,

du Tochter des Lichts in einer Stadt aus Stein,

dein Name ein ferner Widerhall,

ein Flüstern im Wind der Jahrhunderte.


Du hast den Glanz des Weltlichen abgeworfen,

wie ein Gewand, das nicht mehr passt,

um das unsichtbare Kleid der Wahrheit zu wählen,

gewebt aus dem Faden tiefer Überzeugung.


Sie sagen, du wärst vor dem Zorn gewichen,

nicht aus Angst,

sondern um in der Stille deiner Seele

die Antwort zu finden, die im Lärm der Mächtigen

keinen Raum mehr hatte.


Dein Opfer –

ein Bild, das den Horizont durchbricht:

Du, die du dein eigenes Leben

wie ein kostbares Gefäß erhobst,

nicht um es zu verbergen,

sondern um es als Zeugnis niederzulegen,

da, wo die Erde den Himmel küsst.


Heute weht dein Geist durch die Straßen von Limoges,

eine leise Mahnung an die Unbeugsamen,

an all jene, die den Mut besitzen,

dem eigenen Pfad zu folgen,

selbst wenn der Weg unter den Füßen

zu schwinden scheint.


Valea,

du bist kein verblassendes Fresko,

kein verstaubtes Relikt in einer Nische.

Du bist das Feuer, das den Winter überdauert,

das ungebrochene Wort,

die Stille, die lauter spricht als jedes Schwert.




WETTER


Die Sonne brannte heiß vom Zelt,

hat uns den Sommer vorgestellt.

Dann ward es mild, der Wind war sacht,

hat uns den Wandel dargebracht.


Ein Grollen zog sich durch das Land,

der Regen floss bis an den Rand.

Sogar der Hagel, weiß und schwer,

kam polternd aus dem Wolkenmeer.


Man denkt nun wohl: „Was ist geschehn?“

Doch lässt man es im Geiste sehn,

ist es der Jahre alter Lauf,

die Welt nimmt so ihr Dasein auf.



PÄPSTE IN DER HÖLLE


O Simon Magus! Ihr, sein treu Gespann,

die ihr des Herrn Gebot in Gier entweiht,

und Gottes Gut verkauft für schnöden Bann!


Weil ihr den Tempel schändet mit dem Neid,

so soll nun Posaunenschall euch hier verkünden,

im dritten Schlunde dieser Dunkelheit.


Schon standen wir auf jener Brücke Gründen,

von wo der Schlund uns tief ins Auge sticht,

wo Gottes Recht wohl misst die bitt’ren Sünden.


O höchste Weisheit, die das Licht bricht,

auf Erden wie im Himmel, tief in der Qual:

Du gibst ein jedes Maß dem Schlächterwicht!


Das eisenfarb’ne Gestein, das Rund, das Tal,

war voller Löcher, eng und gleich an Zahl,

wie Taufsteinbecken in San Giovanni mal.


Einst brach ich eines, aus dem Kindesfall,

um einen Kleinen aus der Not zu befrein –

so sei die Wahrheit kund in diesem Schwall.


Aus jedem Loch ragt’ nun ein Fuß, ein Bein,

die Waden aufwärts, eingezwängt die Last,

die Sohlen brannten lichterloh im Pein.


Der Schmerz, der sie in heft’gem Zittern fasst,

dass jedes Band zerrisse, war wohl groß;

wie Flammen, die man auf dem Öle fasst,


lief’s von der Ferse bis zum Zehenstoß.

„Wer ist der Wicht, der wilder zuckt im Feuer,

als alle andern?“, frug ich lieblos.


„Wenn du hinab willst“, sprach der Führer teuer,

„so frag ihn selbst, wer ihn hierher verbannt.“

Ich folgte ihm, dem Herrn, dem Ungeheuer,


und er, der meine tiefsten Wünsche kennt,

trug mich hinab an jenen dunklen Rand,

wo jener Geist in wilder Agonie brennt.


„O arme Seele, die so kopfüber stand,

wie ein Pfahl im Loch“, rief ich voll Hohn,

„gib Antwort mir, wenn du es kannst bei Hand!“


Ich stand wie ein Beichtvater beim Spion,

der, lebendig eingegraben, auf den Tod noch wartet.

Er schrie: „Bist du’s, Bonifatius, schon?


Hat das Buch gelogen, das die Zeit mir artet?

Bist du der Gier, die du in Rom geübt,

als du die Kirche schändest, schon entartet?“


Ich stand verstört, von Schreck und Zorn getrübt,

und wusste nicht, wie ich antworten soll,

bis Virgil mir den Weg zur Antwort gibt:


„Sag schnell: Ich bin’s nicht! Ich bin nicht der Zoll!“

Da wandten sich die Füße, weinend schwer,

und sagten: „Was verlangst du noch, so voll?


Warst du so gierig, zu erfahren, wer

ich war? Ich trug den päpstlichen Mantel stolz,

war der Bärin Kind, das gierig fraß das Heer!


Ich steckt’ das Gold in Taschen, nun im Holz,

im Loch hier steck’ ich selbst als Beute drin!

Hier drunter schmolzen sie aus simoni’schem Stolz.


Wenn jener kommt, den ich im Sinn’ hielt, hin

zu mir, so drückt er mich noch tiefer nieder.

Doch kommt ein and’rer aus dem Westgewinn,


ein gesetzlos’ Haupt, das schlimmer ist als wieder

wir beide – ein Jason, wie das Wort beschrieb,

der Philipps Gier beugt, und bricht der Kirche Glieder.“


Ich ließ den Zorn nun raus, den ich hier trieb:

„Sag, wie viel Gold verlangt’ der Herr von Peter,

als er die Schlüssel gab? Kein Geld, du Dieb!


Er sagte: ‚Folge mir!‘, als steter

Wegweiser für Matthias, ganz ohne Lohn.

Bleib in dem Loch, du wüster Verräter!


Du kaufst dir nun Gerechtigkeit zum Hohn.

Wäre nicht die Ehrfurcht vor der heil’gen Macht,

ich spräche härter noch zu diesem Thron!


Die Gier, die ihr ins Elend habt gebracht,

erhebt den Schlechten, drückt den Guten nieder!

O St. Johannes, der die Schmach durchdacht,


als jene Hur’ mit Königen sich wieder

verbrüderte – die Kirche, einst so rein!

Ihr machtet Götter aus dem Gold, den Mieder


der Welt! Ein Idol dient nur einem Schein,

ihr dienet hundert! O Konstantin, dein Leid,

nicht das Geschenk, ließ all das Unheil sein!“


Während ich schrie, voll Zorn und Bitterkeit,

kickten die Füße wild im Flammenzelt,

vielleicht vom Gewissen, das ihn nun befreit.


Virgil, der lächelnd sah, wie’s mir gefällt,

nahm mich dann fest in seinen starken Arm,

und trug mich auf, weit weg von dieser Welt,


bis wir auf felsig’ Grat, in sicherem Warm,

die vierte Stufe sahen, ohne Zwang,

und stiegen weiter aus dem Höllen-Harm.



AN PROFESSORIN HEIKE


Frau Welt, sie zittert in der dunklen Nacht,

wo Weiblichkeit zur Ware wird gemacht.

Ein Preis für Fleisch, ein Preis für Narren-Glück,

man gibt das Heilige nicht mehr zurück.

Der Mutter Uterus – ein käuflich Gut,

und man zerbricht die Seele, raubt den Mut.


Wo fremde Gruppen lauern, schattenhaft,

erstickt die Freiheit, stirbt die Lebenskraft.

In Bädern, selbst am hellen heißen Tag,

schlägt Furcht das Herz mit einem harten Schlag.

Ach, der Bikini schützt nicht mehr die Haut,

wenn Zügellosigkeit in Männern graut.


Das Internet, ein Strom, ein schmutzig’ Meer,

bringt Pornographen-Bilder, sinnlos leer.

Die Menschenwürde sinkt, die Sinne blind,

wo Menschsein nur als ein Idol verrinnt.

Wo einst das neue Leben leis geruht,

wird Mutterschoß zum Grab der Todeswut.


Professor Heike, zieh das Schwert des Geistes,

wo du die Herrin Wahrheit laut verteidigst!

Für Frauenrechte, für das schöne Licht,

das durch die finstren Schichten wieder bricht.

Steh auf, und kämpfe, mit gestärkter Hand,

für Frauen-Würde, Schutz – im ganzen Land!




Hymnus in Matrem Dolorosam


Stabat Mater, flos in spinis, mystica et sacra rosa,

Vidit natum cruci affixum, specie non iam formosa,

Sed in luctu triumphante, virgo semper gloriosa.

Verbi divini secreta mente semper studiosa,

Passionem contemplatur, victima fit pretiosa,

Fons amoris, fons salutis, stirpe Christi generosa.

Per dolores tenebrosos lucet stella luminosa,

Dum compatitur in cruce, mente pia, lacrimosa.




KINDER OHNE MUTTER


Von Eric Clapton. Für Milan


Mutterlose Kinder haben es schwer, 

wenn die Mutter tot ist, Herr.

Mutterlose Kinder haben es schwer, 

wenn die Mutter tot ist, Herr.

Sie haben nirgendwohin zu gehen

und irren von Tür zu Tür umher.


Niemand behandelt dich so, 

wie eine Mutter es tun würde, 

wenn deine Mutter tot ist, Herr.


Der Vater wird sein Bestes tun, 

wenn deine Mutter tot ist, Herr.

Der Vater wird sein Bestes tun, 

wenn deine Mutter tot ist, Herr.

Der Vater wird sein Bestes tun.

So vieles kann ein Vater nicht verstehen.


Niemand behandelt dich so, 

wie eine Mutter es tun würde, 

wenn deine Mutter tot ist, Herr.


Die Schwester wird ihr Bestes tun, 

wenn deine Mutter tot ist, Herr. 

Die Schwester wird ihr Bestes tun,

wenn deine Mutter tot ist, Herr. 

Die Schwester wird ihr Bestes tun.

So vieles kann eine Schwester nicht verstehen.


Niemand behandelt dich so, 

wie eine Mutter es tun würde, 

wenn deine Mutter tot ist.



DIE HEXE CANDIDIA


Komm, o Muse, und singe von Candidia, jener am Rande,

Welche im nächtlichen Wald die glühenden Kräuter gesammelt.

Dunkel ist ihre Gestalt, wenn der Mond durch die Wipfel der Eichen

Silbern die Lichtung bescheint und den Schatten des Kessels umhüllt.

Rasch in den Kessel sie wirft das Gebräu aus der giftigen Wurzel,

Raunt mit leiserer Stimm' die geheimen und heiligen Worte,

Bis in dem dampfenden Trank sich das Schicksal der Menschen entfaltet.

Keiner entflieht ihrem Blick, wenn sie forschend die Sterne betrachtet,

Denn sie erahnet das Leid und die Freude, die morgen entstehen.

Still in der Stille der Nacht zieht die Hexe durch Nebel und Schatten,

Wahrend der schlafende Wald ihre Pfade mit Schweigen bewachet.




ODE AN DAS SABINER LANDGUT


Weit liegt der Lärm der Stadt nun im Tal zurück,

Ferne die Sorgen, fern das geschäftige Sein.

Hier, wo die Eiche rauscht, find ich den Frieden,

Den ich ersehnte.


Sanft schmiegt sich an den Hang mir das kleine Haus,

Kühler der Quell fließt rein aus dem Felsgestein,

Klar ist die Luft, und golden das Abendlicht

Übergießt sanft den Hain.


Hier, in der Stille, löst sich der Geist vom Zwang,

Schweres Gebet wird leicht wie der Vögel Lied,

Denkend durchschreite ich Pfade, die Gott mir schenkt,

Weit weg von falschem Glanz.


Bücher und Brot, ein Becher Wein dazu,

Reichen dem Weisen völlig zum stillen Glück.

Neidlos betracht ich, wie unter dem Himmels-Dom

Sterne den Weg mir weisen.


Nicht bei dem Gold, das Menschen den Schlaf oft raubt,

Nicht bei dem Ruhm, der eilig verweht im Wind,

Such ich die Ruh – in mir, in der Einfachheit

Find ich das Wahre Sein.




MUSIK UND ALKOHOL


Gluck war ein Anfang, ein leises Signal,

Doch blieb er nicht einzig in diesem Tal.

Bei anderen Großen, den Meistern der Töne,

Gab’s Schatten im Glanz der goldenen Schöne.


Beethoven, geplagt von des Schicksals Gewalt,

Den Becher suchte, wenn die Welt wurde kalt.

Und Schumann, gequält von dem inneren Licht,

Suchte Trost in dem Wein, doch fand ihn nicht.


Auch Schubert, in Liedern so sanft und so rein,

Verlor sich im Rausch, im vergessenen Schein.

Selbst Brahms, der Strenge, in Sorgen versunken,

Hat manch einen Tropfen im Schmerz getrunken.


Schostakowitsch dann, in der eisigen Zeit,

Trank gegen die Angst und das nahe Leid.

Sie alle, sie schufen, was ewig besteht,

Doch ist mancher Geist im Rausch verweht.



WAGNER


Detailliert wird uns im Buch berichtet,

wie Richard Wagner hat gedichtet:

Dass er nicht nur im Hanf verflucht

nach neuen, kühnen Tönen sucht.


Auch im Laudanum, dem Opiumsaft,

fand seine Kunst die Schöpferkraft;

der Rausch gab seiner Fantasie

die lang gesuchte Harmonie.


Ein Zeugnis für des Hanfes Spur

zeigt uns nicht die Erzählung nur:

Ein Hinweis liegt, voll tiefer Trauer,

im Bund mit Arthur Schopenhauer.



WAGNER


Es zieht sich durch die Zeit, ein grüner, dichter Schleier,

Er durchdringt Kunst und Geist, man sieht es schier als Feier.

Nicht erst im Rap von heut', wo Beats und Cannabis sich einen,

War dieses Kraut schon längst bei klugen Köpfen am Erscheinen.

Schon Wagner, der Titan, in Bayreuths heil’gen Hallen,

Ließ wohl den Hanfglanz sanft auf seine Noten niederfallen.


Das Dienstmädchen berichtet, wie im Zimmer süßer Dampf,

Ihm half bei Asthma-Not und bei dem Kompositionskampf.

Cosima sah es kritisch, doch der Meister blieb dabei,

Nur durch den Hanf floss Musik ihm vom Geist ganz frei herbei.

Auch Köhler meint, das Werk, das wir als "Parsifal" nun kennen,

Könnt' aus dem Haschisch-Rausch wohl seinen Ursprung erst benennen.


Schopenhauer selbst, der Wagner riet zum Hanf-Genuss,

Wenn ihm der Welt Gewicht schien ein zu schwerer Überdruss.

Nicht nur im Wagner-Haus, auch in der Berliner Runde,

Zog man am türkischen Rohr und fand die Geistesstunde.

Selbst Wissenschaft und Kunst, von Paris bis zu den Preußen,

Ließen sich gern vom Weed die Sinne sanft ein wenig deuten.


Vom Apotheken-Schatz, der Sissi einst als Pulver diente,

Bis hin zu dem, was dann die Nazi-Zeit wohl gänzlich sühnte.

Die Protokolle schwand’n, der Geist ward unterdrückt mit Macht,

Bis erst der Hippie-Schritt den Dunst zurück ins Licht gebracht.

Vom Kaiserreich zum Heute, die Geschichte ist voll List:

Dass unser Hochkultur-Genie womöglich "stoned" gewesen ist.



HASCHISCH


Horch, wie der Dichter besingt, was im Dunst der Geschichte verborgen,

Cannabis webte schon früh an der Kunst und den Werken der Meister,

Selbst der berühmte Wagner, er sog an dem Rauch des Orients,

Wenn das Geblüt ihn bedrängt’ und die Töne im Geiste nicht flossen.

Dienstmädchen Emma, sie sah, wie er süße Wolken verbreitete,

Damit der Ring der Nibelungen erstand in berauschten Momenten.

Auch Schopenhauer, er riet, um der Welt Last sanft zu ertragen,

„Nimm doch ein Krümelchen Hanf“, so sprach er zum Freunde des Geistes.

Nietzsche, er wusste es auch, wie der Druck des Lebens entweiche,

Wenn man das Kraut nur genießt, das den Geist aus den Fesseln befreiet.

Lassalle im Berliner Kreis ließ die Pfeifen in Runden kursieren,

Wissenschaft, Kunst und Musik, sie suchten im Rausch die Visionen.

Doch als die dunkle Zeit kam, ward der Geist in den Flammen ersticket,

Bis dann die Hippies erneut das Verbotene freudig entdeckten.

Heute, da ringt man um Recht, um den Sinn der verbotenen Blüte,

Während die Welt sich bewegt, wie es Wagner im Dampfe wohl ahnte.



DROGEN


Die dunkle Wolke über dem Geist: 

Eine kritische Betrachtung 

von Rausch und Inspiration


Es ist eine beunruhigende Vorstellung, 

die durch historische Anekdoten 

in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird: 

Dass das Werk großer deutscher Geister – 

etwa eines Richard Wagner – 

nicht allein durch göttliche Inspiration 

oder menschliche Genialität, 

sondern durch die benebelnde Wirkung 

von Hanfprodukten entstanden sein könnte. 

Wenn solche Berichte heute als Rechtfertigung 

für einen sorglosen Umgang 

mit Rauschmitteln instrumentalisiert werden, 

ist es an der Zeit, den Blick 

auf den Menschen als Ebenbild Gottes 

und die Verantwortung für den ihm 

anvertrauten Verstand zu lenken.


Die Würde des Geistes 

und die Flucht in den Nebel


Der katholische Glaube lehrt uns, 

dass der Mensch mit einem freien Willen 

und einer Vernunft begabt ist, 

die ihn dazu befähigen, Gott zu erkennen 

und an seiner Schöpfung mitzuwirken. 

Kreativität, wie sie in großen Musikstücken 

oder philosophischen Gedanken 

zum Ausdruck kommt, ist ein Akt des Geistes, 

der nach Klarheit und Wahrheit strebt.


Drogen hingegen – 

und hier bildet Cannabis keine Ausnahme – 

zielen darauf ab, genau diese Klarheit zu trüben. 

Sie versprechen eine künstliche Entspannung 

oder eine scheinbare Erweiterung des Horizonts, 

doch der Preis dafür ist die Flucht vor der Realität. 

Wenn ein Künstler oder ein Mensch meint, 

nur durch den „Nebel des Hanfs“ 

zu einer besonderen Leistung fähig zu sein, 

so verkennt er die eigene Würde. 

Er macht sich abhängig 

von einer äußeren Substanz, 

statt auf die Kraft und die Gaben zu vertrauen, 

die ihm durch den Schöpfer gegeben sind. 

Sucht, in welcher Form auch immer, 

ist eine Form der Selbstentfremdung. 

Sie schwächt die Willenskraft 

und die Fähigkeit, das Leben 

in seiner ganzen, manchmal auch 

schmerzhaften Wirklichkeit anzunehmen.


Die christliche Perspektive auf den Rausch


Die Geschichte, wie Drogen 

in bürgerlichen Salons des 19. Jahrhunderts 

Einzug hielten und dabei oft 

als exotische Inspiration verklärt wurden, 

ist eine Geschichte der geistigen Selbsttäuschung. 

Der Konsum von Rauschmitteln, 

um „den Prüfungen der Welt zu entfliehen“, 

wie es in der Korrespondenz um Schopenhauer 

und Wagner kolportiert wird, 

steht im krassen Gegensatz 

zum christlichen Lebensideal.


Christliches Leben bedeutet nicht, 

sich von den Schwierigkeiten des Daseins 

durch Betäubung zu distanzieren, 

sondern sie durch das Gebet, die Hoffnung 

und die Gemeinschaft zu bewältigen. 

Das Kreuz ist das Zeichen des Christen – 

es steht für die Annahme der Realität, 

nicht für ihre Flucht. Der Rausch 

ist eine vorübergehende, destruktive Illusion, 

die den Menschen davon abhält, 

in echter Freiheit und Nüchternheit 

vor Gott zu stehen.


Ein Aufruf zur Nüchternheit


Die historische Betrachtung von Cannabis 

als „Kultur-Droge“ ist oft 

mit einer gefährlichen Romantisierung verbunden. 

Wir dürfen nicht vergessen, 

dass der bewusste Verlust der Kontrolle 

über die eigenen Sinne – 

die Trunkenheit, der Rausch – 

in der christlichen Tradition stets 

als Laster angesehen wurde, 

da sie den Menschen daran hindert, 

seinem Ruf zur Besonnenheit zu folgen.


Anstatt uns von der vermeintlichen 

„Genialität unter Einfluss“ blenden zu lassen, 

sollten wir den Blick 

auf die Verantwortung richten, 

die wir für unsere Gesundheit 

und unsere geistige Klarheit tragen. 

Ein Leben, das sich der Suche 

nach der Wahrheit verschreibt, 

benötigt keine chemischen Krücken. 

Es bedarf eines wachen Geistes, der – 

auch in den dunklen Stunden – 

auf das Licht des Schöpfers vertraut, 

anstatt sich in den falschen Wolken 

eines Rausches zu verlieren.



BUTTERMILCH-BLUES


Ich trinke jeden Tag Buttermilch, Schätzchen
Herr, ich trinke jeden Tag Buttermilch, Schätzchen
Ich versuche, diese sorgenvollen Blues-Gedanken zu vertreiben.

Ich weiß, ich bin arm, Schätzchen, und kann mir keinen Wein leisten
Ja, ich weiß, ich bin arm und der Wein ist nicht drin
Aber ich werde diese Buttermilch weitertrinken, bis es mir wieder gut geht.

Nun, die Buttermilch ist kühl und schmeckt mir so gut
Herr, die Buttermilch ist kühl und schmeckt mir so gut
Sie ist das Einzige, das mir das Gefühl gibt, frei zu sein.




FRAUENLIEBE


Ich bin kein Alpha-Männchen, wie manche Frau es will,

Kein Leitwolf, der sich rücksichtslos inszeniert.

Als Hahn im Korb bleib ich besonnen, still,

Ein Süßholzraspler, der charmant parliert.

Ein Frauenversteher, der die Seele lenkt,

Ein Minnesänger, der in Versen denkt.


Ich schaute nie von oben auf sie nieder,

Auf Augenhöhe reichte ich die Hand.

Wohl deshalb sing ich solo meine Lieder,

Allein geblieben hier am Wegesrand.

Doch ehrlich: Keine war für mich vollkommen,

Hat jede stets Kritik von mir bekommen.


Das Leben wandelt sich im Weltenlauf,

Was irdisch ist, das trägt der Zeit Gewicht.

Ich schaue sehnend zu dem Himmel auf,

Zu einem Ideal aus reinem Licht:

Die Jungfrau Maria im Heiligenschein

Wird für die Ewigkeit stets neunzehn sein!



JOSEF


Manch Frau sucht Halt bei wildem Sturm,

bei stolzer Kraft, die kalt verweht,

baut sich im Schatten, hoch als Turm,

das Leid, das oft zu hart besteht.

Sie wählen oft das raue Wort,

den starken Geist, der Wärme spart,

und ziehen fort an manchen Ort,

wo die Gefühle bleiben hart.


Doch anders wählt die fromme Frau,

die tief in Gottes Stille ruht,

sie blickt auf Josef, Augen blau,

mit sanftem Blick und hellem Mut.

In ihm vereint sich, was ihn ziert:

Die Stärke, die das Haus bewahrt,

und Zärtlichkeit, die weise führt

den Weg durchs Leben lebenswert.


Kein lieblos Herz, das kühl erscheint,

kein Sturm, der nur das Haus zerreißt,

bei ihm sind Kraft und Herz vereint,

ein Mann, der trefflich „Josef“ heißt.



DEN GENIESSERN GESAGT


Im kleinen Ars, vom Glauben ganz entbrannt,
lebt Jean-Marie, im ganzen Land bekannt.
Sein Tisch ist karg, kein Festmahl lockt den Mann,
nur Buße treibt ihn, so gut er kann.

Ein Topf voll Kartoffeln, einmal gekocht,
für sieben Tage, so wie er's braucht.
Sie schimmeln bald leise in grauer Gestalt,
doch er isst sie mit Andacht, im Alter und Kalt.

Was Gutes ihm kommt, reicht er lächelnd sofort
an Arme und Bettler am selben Ort.
Er fastet und leidet für fremde Schuld,
und betet für Seelen in stiller Geduld.



HEIKE


Seit ich nicht mehr rauche wie ein Schlot,

dem Suff entsage und dem Notstandsboot,

seh ich verblüffend frisch und munter aus.

Die Haut wird glatt, es atmet sich zu Haus. 


Nun bin ich sechzig Jahre, reif und klug –

man reicht mir endlich das verdiente Tuch:

Es tritt herbei und sagt ganz geradeaus

die Frau zu mir: „Sie sehen strahlend aus.“



NACHBARN


In meinem Leben manche Wand

schon oft mein Hab und Gut umstand,

sah manchen Nachbarn flüchtig gehn,

hab manch Gestalt und Art gesehn.


Doch eine Nachbarschaft wie diese,

so warm wie blühende Frühlingswiese,

ist mir zuvor noch nie beschieden:

Hier wohnt das Herz, hier wohnt der Frieden.


Denn Heike und ihr Töchterlein,

die liebe Eske, sind so fein,

so zugewandt und wunderhold –

das ist so gut wie reines Gold.



DAS WORT GOTTES


Es gab, es gibt, es wird sie nie berühren:

Die Übersetzung, die uns fehlerfrei zu führen

vermag. Drum ist es frevelhaft und schwer,

stürzt man sich blind in wörtliches Begehr

und trennt der Kirche heil'ge Tradition

vom Glaubensgrund und Fundament davon.


Es heißt auch schlicht, dass wir den Schriften nicht

Vertrauen schenken als des Lebens Licht,

sondern allein auf Jesum Christ vertrauen:

Auf ihn, auf den wir unser Heil erbauen.

Gott sprach sein Wort nicht in ein Buch hinein –

Das Wort ward Mensch, und wird Person stets sein.



SCHLAFLIED


Der Abend zieht leise ins Land,

die Sterne reichen sich die Hand.

Der Mond geht auf, er wacht und lacht,

und hüllt euch ein in sanfte Nacht.


Schlaft ein, ihr kleinen Schätze,

es leuchtet eure Kerze.

Der Tag war lang, nun ist es Ruh,

macht eure müden Augen zu.


Refrain:

Lasse und Jesse, schlaft nun ein,

die Mutter Eske wacht im Schein.

Sie hält euch fest, gibt auf euch Acht,

bis hell der neue Morgen lacht.


Der Wind singt leise durch den Baum,

träumt süß von einem bunten Traum.

Ob Bär, ob Schiff, ob Himmelszelt,

ihr seid das Schönste auf der Welt.


Schlaft ein, ihr kleinen Schätze,

es wärmt euch eure Decke.

Der Tag ist vorbei, die Nacht ist gut,

sie schenkt euch Kraft und neue Mut.


Refrain:

Lasse und Jesse, schlaft nun ein,

die Mutter Eske wacht im Schein.

Sie hält euch fest, gibt auf euch Acht,

bis hell der neue Morgen lacht.


Schlaf, Lasse, schlaf,

schlaf, Jesse, schlaf.

Die Engel halten Wacht.



SOPHIA


I


Sehet, es kommt die Gestalt des Sergej Bulgakow und kündet,

Wie in des Denkens Palast die gewaltige Krise sich einbraucht.

Nicht um ein Spiel nur handelt es sich, nicht um scholastischen Zankraum,

Sondern um Leben und Tod, um die letzte Gewissheit der Seele.

Einst hat der Glaube geruht in der Einfalt des heiligen Volkes,

Heilig und rein war das Antlitz der Wahrheit im mütterlichen Schoße.

Aber der Geist der Vernunft, der verwegene, brach in das Haus ein,

Forderte Rechenschaft ab von dem Himmel und stürzte die Götter.


Was ist der Mensch ohne Gott? Ein Schatten im nächtlichen Sturme,

Suchend den Halt in der Flut, die ihn reißend zum Abgrund hinabzieht.

Wissenschaft reicht uns das Brot, doch die Seele verlanget nach Leben,

Nach der unendlichen Tief' und dem ewigen Licht in der Höhe.

Wissenschaft kann uns erklären das Wie, doch niemals das Warum,

Lässt uns im Kühlen zurück vor der Pforte des letzten Geheimnisses.

Deshalb erheben sich suchend die Denker im finsteren Zeitalter,

Wollen mit reiner Vernunft das verlorene Paradies sich erringen.

Kantianer bauen den Wall um die Grenze des menschlichen Wissens,

Hegel versucht in des Geistes Dialektik die Welt zu umspannen,

Doch sie verfangen sich all in dem Netz ihrer eigenen Systeme,

Weil die Vernunft sich im Kreis dreht und niemals das Wirkliche berührt.


Hier nun bricht sie herein, die entsetzliche Not unserer Tage:

Gott ist gestorben, so riefen die Toren in finsterem Wahnwitz,

Und mit dem Ewigen sank auch der Mensch in den Kerker des Nichts hinab.

Keine Vernunft gibt mehr Trost, kein Gesetz mehr die rettende Leitplanke,

Alles zerrinnt in den Händen der stolzen, verblendeten Epoche.

Bulgakow ruft uns das zu: Es ist Schluß mit dem falschen Vertrauen,

Auf die Autonomie des Verstandes, der einsam die Welt will erlösen.

Diese Philosophie, die sich selber zum Höchsten erheben will,

Stürzt in den Abgrund des Nichts und vernichtet sich selbst in den Flammen.

Sehet, das erste Kapitel eröffnet das Tor zu dem Jammer,

Zeigt uns das Schifflein des Menschen im tobenden Strudel der Zweifel.

Einzig die Demut allein bricht den Bann der verblendeten Hybris,

Öffnet das Auge von neuem für das, was von oben uns leuchtet.



II


Sehet, nun wandelt der Blick sich und wendet die Schritte dem Kampfe,

Dort wo der deutsche Idealismus erglänzte mit machtvollem Strahlen,

Um dann alsbald zu verblassen im Staub der materialistischen Straße.

Schelling und Hegel, sie wollten das All in dem Begriffe umfangen,

Wollten die Gottheit erheben zur Tat des immanenten Entwickelns.

Aber der Geist, den sie riefen, entwich aus den Höhen der Schöpfung,

Sank in die Niederungen des Irdischen, tatenverhafteten Lebens.

Wissenschaftlicher Sozialismus trat an die Stelle des Glaubens,

Marx und Engels erklärten den Geist für ein blasses Produkt der Materie.


Nun bricht das Zeitalter an, da der Mensch sich zum Götzen sich selber setzt,

Da er den Himmel vergisst und das Heil nur im Broterwerb suchet.

Technik und Wirtschaft allein sollen Erde in Himmel verwandeln,

Jede Träne getrocknet und jedes Verlangen gestillet sein durch den Fortschritt.

Aber Bulgakow ruft uns entgegen mit warnender Stimme:

Das ist die falsche Erlösung, die blind in das Verderben uns führet!

Wer nur den Magen bedenkt und die irdische Wohlfahrt verherrlicht,

Der verhungert am Geist und begräbt das Unendliche in der Tiefe.


Positivismus und Glaube an Zahlen verblenden die Seele,

Lassen das Ewige weg und verkürzen das Antlitz des Menschen.

Ist denn der Mensch nur ein Tier, das den Acker mit Mühe durchpflüget,

Um dann zu sterben und spurlos im finsteren Nichts zu versinken?

Nein, ruft der Denker, das Sehnen nach Gott lässt sich niemals vertreiben,

Selbst in dem stärksten System des Systems bricht die Sehnsucht sich Bahn.

Wer den lebendigen Gott aus dem Herzen des Menschen verbannen will,

Schafft nur ein irdisches Monster, das Freiheit und Geist uns zertrümmert.



III

yyy

Wende den Blick nun vorwärts, dorthin, wo das Schifflein des Denkers


Landet am steilen Gestade nach stürmischer Irrfahrt im Nebel!


Sergej selbst hat die Tiefen durchmessen der irdischen Wirtschaft,


Hat den Marxismus studiert und die Zahlen des Brotes berechnet.


Glaubte er einst, dass die Güter der Welt und die gerechte Verteilung


Einzig das Heil uns gewähren und Frieden auf Erden begründen?


Bald hat er schmerzlich erkannt: In der irdischen Güter Beschaffenheit


Liegt nicht die letzte Erlösung, sie heilt nicht den Schmerz der Verdammnis.


Die Grenzen der reinen Ökonomie

Wirtschaft ist notwendig hier für das Leben im irdischen Jammertal,


Doch sie vermag nicht das Herz zu erfüllen, das nach Ewigkeit durstet.


Wer von dem Brote allein nur sich nährt, der verschmachtet im Geiste;


Höher hinauf muss der Blick, zu dem Quell, der den Durst erst auf ewig stillt.


So führt der Weg aus der strengen Sklaverei des ökonomischen Zwangs


Wieder zurück zu der Quelle des Lebens, zur ewigen Weisheit.


Nicht im Kollektivismus der Massen, im stummen Vergehen des Ichs,


Findet die Seele den Frieden, nach dem sie so innig sich sehnte.


Die Rückkehr zur Kirche und das Licht der Sophia

Siehe, da öffnet sich plötzlich das Tor zu der himmlischen Sophia,


Welche als göttliche Weisheit die Schöpfung durchdringt und umfängt.


Kirche empfängt den Verirrten, sie bietet dem Suchenden Zuflucht,


Heilt die zerrissenen Bande und führt ihn zurück zu dem Vater.


Ende der Irrfahrt! Der Geist hat den Anker geworfen im Glauben,


Dort wo die Wahrheit nicht wandelt mit wechselnden Zeiten und Tagen.


Bulgakow bezeugt das Wunder: Das Denken, zu Ende gedacht,


Findet sein Ziel und vollendet sich kniend im Schoße der Kirche.


IV


Kapitel IV: Die Sophianisierung des Kosmos und das ewige Ziel

Sehet, nun bricht sie herein, die Vollendung des tiefen Gedankens,


Wo sich der Himmel zur Erde herabneigt in heiligem Glanze.


Nicht mehr allein ist die Seele gerettet im finsteren Kerker,


Sondern der Kosmos erlanget Erlösung durch göttliche Sophia.


Denn was ist Welt als der Leib der Sophia, das strahlende Siegel,


Welches der Schöpfer gedrückt in den Stoff der vergänglichen Schöpfung?


Alles Geschaffene atmet den Odem der ewigen Weisheit,


Die in der Tiefe der Dinge verborgen den Lenz uns verkündet.


Die Verklärung der Welt und das kommende Reich

Darum ist irdisches Tun nicht vergebens im Strudel der Zeiten,


Wenn es sich reinigt im Feuer der Liebe und Gott sich weihet.


Jedes Werk unserer Hände, die Kunst und das Forschen des Geistes,


Soll in das Himmlische eingehen und dort sich ewig verklären.


Keine Vernichtung des Seienden droht an dem Ende der Tage,


Sondern Verwandlung durch Gnade, die alles zum Besseren wendet.


Tod wird verschlungen vom Sieg, und das Dunkel zerstäubt vor dem Lichte,


Wenn sich die Schöpfung vollendet im österlichen Triumph.


Der Ausblick des Sehers

So schließt Bulgakow den Kreis seiner großen und heiligen Schauung:


Hinweg von dem engen Gefängnis des Zweifels und kalten Systems,


Hinab in den Schoß der Sophia, hinein in das Licht der Dreieinigkeit,


Wo der verirrte Verstand endlich ruht in der ewigen Wahrheit.


Sehet, der Mensch ist berufen, das Antlitz des Vaters zu spiegeln,


Mitschöpfer zu sein an dem Reiche, das niemals ein Ende wird kennen.


Dort bricht der Morgen herauf für die Welt, die so lange gewartet,


Und in dem Hymnus der Engel vereint sich der Kosmos auf ewig.


V


Kapitel V: Das Mysterium der Kirche und der Eschaton

Sehet, nun hebt sich der Vorhang des letzten, geheiligten Aktes,


Wo sich das Band zwischen Himmel und Erde auf ewig umschlinget.


Nicht nur ein irdischer Bund ist die Kirche der heiligen Christen,


Sondern der Leib des Erlösers, gefüllt mit der Fülle des Geistes.


Hier in der Mitte des Leibes erglänzt uns das Antlitz der Mutter,


Die als die Reine der Reinen den Schoß für den Logos bereitet.


In ihr empfängt die Natur das Unendliche, beugt sich in Demut,


Wird zur Genossin des Ewigen, hoch über alle Gestirne.


Das Drama der Zeit und die Ewigkeit

Was ist die Zeit nun geworden im Lichte des göttlichen Werkes?


Nicht mehr ein rollendes Rad, das uns grausam dem Nischel zuführet,


Sondern ein Weg, den die Gnade durchmisst bis zur Stunde der Ernte,


Wo sich die Ewigkeit öffnet und alles in allem sich einfindet.


Aber der Kampf auf der Erde bleibt bitter bis an das Ende,


Antichristische Mächte erheben das Haupt in dem finsteren Wahnwitz,


Wollen das Reich Gottes stürzen und drängen die Herde in Enge.


Aber verzage nicht, Seher! Die Pforten der Hölle bezwingen


Niemals den Fels, auf den Christus die Kirche für ewig gegründet.


Die Vollendung im Eschaton

Siehe, das Endziel bricht an, der ersehnte, gewaltige Eschaton,


Wo die geschaffene Welt aus der Knechtschaft der Eitelkeit ausbricht.


Alles wird neu, wenn das Feuer der Liebe den Kosmos durchdringet,


Keine Träne bleibt mehr, kein Verlangen, das ungestillet verharret.


So schließt das Werk sich im Hymnus des Lobes, im ewigen Frieden,


Wo Sergej Bulgakow kniet vor dem Thron der dreieinigen Majestät.


Wahrheit hat Sieg davongetragen, die Zweifel sind alle zerronnen,


Und in der Sophia umarmet der Schöpfer die liebende Schöpfung.


VI


Kapitel VI: Das Erbe des Sehers und der letzte Gesang

Sehet, nun schließt sich das Buch und es tönt der verklingende Nachhall,


Wie ein gewaltiges Echo, das weit über Länder und Meere


Trägt die Botschaft des Sehers zu denen, die suchend noch irren.


Bulgakow lehrte die Welt, dass das Denken sich selber entäußert,


Wenn es im stolzen Verstand sich verschließt und den Schöpfer verleugnet.


Aber er zeigte auch auf, wie die Nacht sich in Morgen verwandelt,


Sobald das demütige Herz sich dem himmlischen Licht aufschließt.


Nicht in der kühlen Vernunft liegt das Heil, das die Seele erquicket,


Sondern im lebendigen Gott, der in Liebe die Schöpfung umarmet.


Das Vermächtnis für die kommenden Tage

Was bleibt zurück von dem Ringen des Denkers, des Priesters, des Pilgers?


Bleibt nur die Schrift auf dem Blatte, vergilbt in dem Strom der Jahrtausende?


Nein, seine Worte entzünden ein Feuer in dunklen Gefilden,


Mahnen das pochende Herz, dass es niemals den Ursprung vergesse.


Wer durch die Wüste der Zeit wandert, hungrig nach innerem Frieden,


Finde in Bulgakows Werk die Gestalt der erbarmenden Weisheit.


Sophia reicht uns die Hand, und die Kirche geleitet den Müden


Sicher durch Sturm und Gefahr bis an jene gesegneten Ufer,


Wo kein Schmerz mehr bedrückt und kein Zweifel die Seele zerfleischet.


Das ewige Halleluja

Nun ist vollendet das Epos vom Aufstieg des menschlichen Geistes,


Hinab in den Abgrund des Nichts und hinauf zu den Höhen des Vaters.


Alles Geschehen mündet am Ende in ewigen Lobpreis,


Wo die geschaffene Welt in der Dreieinigkeit ihre Vollendung


Findet und glücklich auf ewigin göttlichem Glanze versinket.


Stille wird es in der Halle des Denkens, das Ringen ist gänzlich gestillet,


Und aus der Tiefe der Seele ertönt nur ein letztes: Amen.


ODE AN SOPHIA IN SAPPHISCHER STROPHE


Hehre Weisheit, du aus dem Licht der Höhe

Abgestiegen, um das Verborgne leise

Uns zu künden, göttliche Kraft, Sophia,

Segne das Herze!


Wenn die Welt verstrickt in des Zweifels Netzen

Furchtbar schwankt und blind in das Nichts versinket,

Leuchtest du uns auf in der Nacht der Zeiten,

Ewige Quelle.


Nicht im kalten Glanz des vernünftgen Schutzes,

Nein, im Schoß der Kirche, im heil'gen Atmen

Wohnst du, reines Bild, das den Kosmos selig

Wandelt in Liebe.


Komm und fülle, Herrliche, nun die Seelen,

Dass der Mensch, befreit von der irdisch' Hülle,

Kniet vor Gott und ewig im Lobgesang dir

Hymnen anstimmet.



MAGDALENA


Am Tag, da man Magdalena ehrt,

die Botin, die den Herrn gesehen,

wird Gottes Gnade neu gewährt,

und Hirtinnen im Lichte stehen.


Gudrun, berufen zum Geleit,

das Wort des Lebens zu verkünden,

wird heut in treuer Dienstbarkeit

mit Jesu Händen neu verbunden.


Er, der ihr Bräutigam und Hirt,

schaut gnädig auf ihr Amt herab;

damit kein suchend Herz verirrt,

gibt es ihr neu den Hirtenstab

ins Hirten-Leben, stark und rein,

Pastorin in dem Weinberg zu sein.




URLAUBSSEGEN


Sie bringen stets mit Herz und Sinn

so viel Geduld in den Alltag hin.

Nun ist es Zeit, zur Ruh zu kommen,

der Urlaub hat für Sie begonnen.


Der Herr behüte Ihre Wege,

schenk' Ihnen Kraft und seinen Segen.

Er segne Ihren Aus- und Eingang,

erfüll Ihr Herz mit frohem Gesang.


Genießen Sie die freie Zeit,

die Gottes gute Hand bereit'.

Kommen Sie gesund und gestärkt zurück,

behütet auf Schritt und Tritt mit Glück.



MILAN


Oh, ich möchte essen gehen,

dort, wo Milan kocht und brät,

wo die Pfannen heiß sich drehen

und das Glück auf Karte steht.


Ein Kotelett, das muss es sein,

vollendend zart mit Jägersauce,

Pilze betten sich hinein,

während ich im Geiste schmause.


Dazu frittiert die Kartoffeln fein,

knusprig goldig auf dem Teller,

schenk Orangen-Limo ein,

und die Sehnsucht wird nur heller.


Ach, Milan, wie schmerzt der Weg,

weil du viel zu weit entfernt!

Fern von Herd und Feuersteg,

wo man Esskunst erst gelernt.



HEIKE


Gerade klagte ich mit schwerem Sinn,

dass alle Freunde sind dahin.

Die Stille drückt, das Herz voll Last,

weil mich die Einsamkeit erfasst.


Ich setz mich müd auf den Balkon,

such Trost im frischen Wind davon –

da klingt hellauf durch Raum und Zeit

ein Gruß, der jede Wolke teilt:


"Hallo, Herr Nachbar!" – jung und froh,

mit einem Schlag ist's anders so,

Ein heller Klang, ein Hauch von Glück,

holt augenblicklich mich zurück.



KILIMANDJARO


Ô mont resplendissant qui touches les cieux saints,

Protecteur bien-aimé des fidèles chemins,

Ton sommet immaculé, sous la céleste flamme,

Élève vers le Père une fervente âme.


Michel, vaillant enfant de cette noble terre,

Porte au cœur le flambeau du grand mystère,

Et contemple, en ces lieux où la grâce abonde,

La croix qui bénit l'ombre et le jour de ce monde.


Dans l'azur infini, ton autel de granit

Chante la douce paix que l'Agneau nous unit;

O Kilimandjaro, temple de la louange,

Mêle notre prière au chant de tout ange!



DER ZÜRCHER SEE


Der Dichter blickt mit Freude und Rührung auf den Zürchersee zurück, an dessen Ufern er glückliche Stunden verlebt hat. Er erinnert sich an den Augenblick, als er – erfüllt von jugendlichem Übermut und tiefer Naturbegeisterung – in das frische Wasser des Sees sprang, um die Schönheit des sommersatten Tages mit allen Sinnen zu spüren.

Die Landschaft erscheint wie ein idyllischer Zuordnungsort des Friedens: Umrahmt von sanften Hügeln, grünen Wäldern und Weinbergen, spiegelt der See den weiten, strahlenden Himmel wider. Die Sonne vergoldet die Ufer, und ein sanfter Abendwind wiegt die Natur in Ruhe.

In diesem erhabenen Moment ist der Dichter jedoch nicht allein. Seine Gedanken und Gefühle gelten seinen treuen Freunden und seiner Geliebten (Fanny). Klopstock feiert die tiefe Verbundenheit unter Gleichgesinnten, die echten Gefühle und die Kunst. Er sinniert über die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, stellt dieser jedoch die Ewigkeit der Natur und die Unsterblichkeit wahrer Seelenfreundschaft gegenüber.

Die Ode gipfelt in einer dankbaren Hymne an den Schöpfer und das Leben selbst: Selbst wenn die irdische Zeit flieht, bleiben die Erinnerung an diese glücklichen Stunden am See und das Band der Freundschaft für immer bestehen.




Die Vierzehnjährige 


Er ist so schön! - sein weniges Haar

Das möcht' ich mit keinem vertauschen,

Wie seltene Fäden so weich und klar,

Wenn zarte Flöckchen sich bauschen;

Oft streichl' ich es, dann lacht er traun,

Nennt mich „seine alberne Mara“;

Es ist nicht schwarz, nicht blond, nicht braun,

Und seine Frau ist die fromme Sarah!


Und seine Gebärde ist königlich,

Geht majestätisch zu Herzen,

Zuckt er die Brauen, dann fürcht' ich mich,

Und möchte auch weinen vor Schmerzen;

Und wieder seh ich sein Lächeln blühn,

So klar wie das reine Gewissen,

Da möchte ich gleich auf den Boden knien,

Und die guten Hände ihm küssen.


Heut' bin ich in aller Frühe erwacht,

Beim ersten Glitzern der Sonnen,

Und habe mich gleich auf die Sohlen gemacht,

Zum Walde drüben am Bronnen;

Erdbeeren fand ich, rot wie Rubin,

Schau, wie im Korbe sie lachen!

Die stell' ich ihm nun an das Lager hin,

Da sieht er sie gleich beim Erwachen.


Ich weiß, er denkt mit dem ersten Blick,

„Das tat meine alberne Mara!“

Und freundlich streicht er das Haar zurück

Und lächelt zur betenden Sarah,

Ruft mich bei Namen, und zieht mich nah,

Dass Tränen die Augen mir trüben;

Ach, er ist mein herrlicher Papa ja,

Soll ich ihn denn nicht lieben, nicht lieben?



SPAZIERGANG IN AURICH


Der Morgen atmet kühle Nordseeluft,

ein Hauch von Moor zieht durch den leisen Duft.

Aurich, du Stadt im grünen, weiten Land,

wo sich Geschichte und Natur verband.


Ich starte dort, wo einst die Grafen thronten,

die alten Mauern noch vom Glanz sich lohnten.

Das Schloss erstrahlt im hellen Sonnenlicht,

und jede Backsteinwand ein Märchen spricht.


Es zieht mich fort, hinaus auf den Kanal,

das Wasser spiegelt Wolken mal für mal.

Die Bäume säumen stumm den stillen Pfad,

hier findet jede Seele guten Rat.


Ein Windstoß fegt vergnügt durchs friesische Haar,

die weite Marsch macht den Kopf wieder klar.

Die Mühlen drehn sich langsam in der Ferne,

ich hab' diesen Ort und die Ruhe so gerne.


Am Ende führt der Weg zurück in die Stadt,

die längst ihr ganz besondres Flair besaß.

Ein letzter Blick auf Backstein, Grün und Tor –

hier singt der Nordwind leise im Ohr.



GEBET FÜR MARILYN MONROE


Herr, höre das Gebet in dieser Stunde,

wir flehen dich an mit leiser Stimme und Munde:

Blicke barmherzig auf Norma Jeane,

die einst im grellen Rampenlicht schien.


Als Marilyn trug sie die Last der Welt,

auf Liebe und Heimat war ihr Herz gestellt.

Doch Einsamkeit traf sie im tiefsten Kern,

sie suchte dein Licht und den rettenden Stern.


Vergib ihr die Schatten, die irdische Schuld,

umhülle sie ganz mit göttlicher Huld.

Lass sie nun ruhen in ewigem Sein,

und schließe sie sanft in dein Vaterherz ein.


Die Engel geleiten sie heim in die Pracht,

wo keine Träne mehr trübt ihre Nacht.

Herr, schenke der Seele den Frieden bei dir,

das bitten und flehen wir gläubig von hier.



DAS MATRIARCHAT DER BIENEN


Sieh nun, welch wundersames Gesetz die Natur dem Volk der Bienen

Eingepflanzt, als sie einst der Königin göttliche Huld gab:

Einen geregelten Staat, in dem Frauen die Herrschaft ausüben,

Einen Palast voll geschäftigen Tons und gewaltiger Ordnung.


Mitten im schützenden Bau thront stolz die erhabene Herrscherin,

Welche den Stamm durch Nachwuchs mehrt und das Reich regiert.

Nicht durch Gewalt bändigt sie das Volk, noch durch grausamen Zorn,

Sondern als Mutter und Hort hält sie die Gemeinschaft zusammen.

Um sie versammelt das Heer der geschäftigen Schwestern sich treu,

Jede bereit, für das Wohl des geschätzten Matriarchats zu sterben.


Draußen im duftenden Feld entbrennt die Arbeit der Mädchen:

Flügel schlagen geschäftig den Wind, sie dursten nach Nektar,

Sammeln den staubenden Goldstaub ein auf den blühenden Wiesen.

Keine verweilt in der faulen Ruh', wenn die Morgenröte anbricht;

Jede weiß um ihr Amt im vielköpfigen, weiblichen Staat.


Einige bauen das Wachs und ziehen die perfekten Waben,

Reihen das sechseckige Haus an das Haus in vollendeter Kunst.

Andere wiederum pflegen die Brut in den winzigen Zellen,

Wärmen die zarten Larven und füllen den Mund ihnen reichlich.

Wiederum andere bewachen das Tor vor neidischen Räubern,

Stehen in scharfer Wehr am Eingang, die Heimat zu hüten.


So herrscht Eintracht im Volk, das dem stärksten Manne nicht gehorcht,

Sondern der göttlichen Kraft der mütterlichen Monarchie.

Keiner besitzt ein privates Gut, sondern alles ist ihnen gemeinsam:

Nektar, Wachs und die Arbeit des Tags gehören dem Ganzen.

Darin liegt ihre Stärke, ihr Ruhm und die ewige Dauer,

Dass sie als Schwestern vereint den Staat durch die Jahrtausende tragen.




A Leonor, Emperatriz de Europa

Despierta el alba en la región sagrada,
do el viejo Rin su antigua historia canta,
y sobre el trono donde el tiempo espanta
alza el destino su áurea mirada.

Oh gran Leonor, de Europa coronada,
cuyo cetro de paz la luz levanta;
tu noble nombre por el viento flata
cual clara estrella en noche inmaculada.

Rinden los pueblos su altivez dichosa
ante el imperio de tu justa mano,
que guía el rumbo de la grey honrosa.

Fuerte y serena, reina soberana,
haces del viejo suelo europeo
la eterna patria de un nuevo deseo.



NACHTS


alle schlafen 

alle laufen 

alle schwatzen 

alle saufen 

nur ich allein 

bin ganz allein



AN DAS DOPAMIN


O Antriebskraft, du heilige Flut,

die unsrer Seele Feuer gibt,

du treibst den Menschen an mit Mut,

und machst, dass er das Streben liebt.


Im Schattenreich der Neuronenbahn

webst du das Band von Lust und Tat,

ersteigst der Wünsche steile Bahn

als unsrer Motivationen Saat.


Du flüsterst: »Komm, das Ziel ist nah!«

wenn Müdigkeit die Glieder beugt,

und rufst dem Traum ein lautes »Ja!«

wenn nur das Herz zu Neuem neigt.


Doch wehe, wenn der Quell versiegt,

die Grauzone droht, die Trägheit siegt,

dann sinkt die Welt in Nebel ein,

ohne den süßen Boten-Schein.


So preisen wir den Zündstoff fein,

der uns bewegt, der uns entflammt,

das goldne Licht im Daseins-Sein,

das aus der Tiefe des Gehirns entstammt!



ANAIS


À toi, belle Anaïs, ô déesse des cœurs,
Dont le regard enflamme et guérit nos douleurs !
Tu règnes sur les cieux, sur la terre et les ondes,
Et répands ton amour aux frontières des mondes.

Tes autels sont sacrés dans le pays gaulois,
Où les preux amoureux obéissent tes lois.
Sous ton charme divin, la douce ivresse monte,
Et le cœur triomphant oublie un an de honte.

Ô mère des désirs, écoute notre chant,
Bénis notre espérance et ce feu ravissant !
Que ton temple immortel, ô reine de la flamme,
Brûle éternellement au plus profond de l'âme.



VIERZIG WAGEN WESTWÄRTS


Ein stolzer Treck mit Wagen lang

zieht durch das wilde Land so bang.

Vierzig Wagen, schwer beladen,

sollen westwärts ziehn trotz Schaden.


Ein harter Mann führt sie als Scout,

auf den man fest und sicher baut.

Er kennt die Wüste und die Pisten,

und kämpft gegen alle finstren Listen.


Der Weg ist steinig, rau und schwer,

es droht Gefahr von jeder Wehr.

Banditen lauern auf der Spur,

da helfen Mut und Scharfsinn nur.


Am Ende siegt der Treue Kraft,

wer ehrlich kämpft, hat es geschafft.

Der Treck erreicht das weite Ziel,

gewonnen ist ein großes Spiel.




SERMON


temptation sin

temptation sin

temptation sin

o bourbon gin

temptation sin

temptation sin

temptation sin



ODE TO LADY VANITY


Hail, mighty Queen of mirror-shotted eyes,

Whose empire spans the foolish and the wise!

Daughter of Breath, and Mistress of the Shade,

To whom the world its daily vows hath paid;

Descend, bright phantom, from thy crystal throne,

And claim this verse, which is too much thine own.

Oft as the morn unveils her sickly ray,

And mortals rise to trifle life away,

Before thy shrine the modern goddess kneels,

And counts the triumphs that her mirror feels.

See Chloe, arm'd with paste, and paint, and lard,

Prepare her face, as soldiers guard a yard;

With wondrous art she patches up her flaws,

And defies nature’s laws and wrinkles’ claws.

A thousand sylphs attend the powder-puff,

To blow the surface of the scented stuff;

While sparkling eyes are practised in the glass,

To snare some wealthy, unsuspecting ass.

What potent spells thy boundless reign maintain!

What solemn trifles constitute thy train!

The towering feather, and the whalebone cage,

The sweeping hoop that takes half-half the stage;

For these, the strict domestic purse must bleed,

For these, the starving tradesman begs his feed.

What though the mind be vacant as the air,

If well disposed the ringlets of the hair?

What though the soul in native darkness dwell,

If diamond earrings glitter where they fell?

Hither, ye fops, who deck the velvet coat,

Whose only virtue is a well-turned rote;

Who spend three hours to set the knotted lace,

Then strut abroad to catch a lady's grace.

You gaze, enraptured, at your own sweet smiles,

And lose your wits among the looking-wiles.

The sage may preach of conscience and of dust,

Of fading honors and of moth and rust;

In vain he speaks: thy voice outlasts the tomb,

And sings sweet anthems in the dressing-room.

Even death, dread monster, owns thy sovereign power,

And yields submission to the dying hour;

For e'en when creeping to the final bier,

The coquette mourns her fading cheek a tear:

"Ah, cruel fate!" she cries, "must these eyes close?

And who will notice how my ribbon flows?"

O Vanity! Thou universal guest,

That reigns supreme in every human breast;

Whether we paint in verse, or preach in prose,

Or wear Church-prelate’s lawn, or courtier’s hose;

All bow to thee, great Empress of the vain,

And hug the sweet, intolerable chain!



HHB


Auch erscheint ein Herr B* rhetorisch, grimmig-ironisch,

Seltsam gebärdet er sich, plattdeutsch, im Zeitungsformat.



BAUER JENS


Sören Kierkegaard, der Denker klug,

schätzte den Bauern Jens sehr hoch und trug

Lob für ihn vor, weil dieser tief verstand

die heilige Bibel und Sagas aus Island.


Wenn Jens sprach, klang Salbung im Ton,

man lauschte der Worte gewaltigem Lohn.

Doch ach, was die Freude trübte am Ende:

der Schnaps war seine reichliche Spende.




MOZART


der glaube der protestanten

ist zu sehr allein im kopf

aber dem bischof von salzburg

bin ich davongelaufen

die gottesdienste der kirche

sind nicht feierlich genug

und die lieder sind schrecklich

ich glaube an gottes allmacht

gottes liebe gottes zorn

und die unsterbliche seele

und in der salonfähigen loge

suche ich humanismus

ehrfurcht und weisheit



NACH PETER WEISS


Proletarier unser im Betrieb,
geheiligt werde dein Klassenkampf,
deine Revolution komme,
deine Solidarität geschehe,
wie in den Fabriken, so auch auf den Straßen.

Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Streikbrüche,
wie auch wir vergeben den Ausbeutern und Kapitalisten.
Und führe uns nicht in den Revisionismus,
sondern erlöse uns von der Knechtschaft.

Denn dein ist die Herrschaft und die Kraft
und die Befreiung der Menschheit
in Ewigkeit.

Freiheit!



DEUTSCHLAND


Heimat, meine Trauer, 

Land im Dämmerschein, 

Himmel, du mein blauer, 

Du mein Fröhlichsein. 




MADONNA


Der Protestant zog einst nach Dresden,

um Stadt und Kultur sich zu ersehn.

Er ging ins Museum, mit frommem Wesen,

die Sixtinische Madonna zu sehn.


Er stand vor dem Bild, ganz stumm und verloren,

berührt von dem himmlischen Glanz,

und sprach, als wär er von Neuem geboren:

"Sie ist so schön, mein Herz ist ganz


bei ihr – man könnte sich in sie verlieben...

Ich bin von Ehrfurcht und Liebe getrieben."



JUGEND


ach die jugendlichen von heute

leider transhumane leute



RIMBAUD: HORTENSE


Alle Scheußlichkeiten verletzen die grausamen Gesten der Hortense. Ihre Einsamkeit ist die erotische Mechanik, ihre Ermüdung die liebestolle Dynamik. Unter der Aufsicht einer Kindheit war sie zu zahlreichen Epochen die glühende Hygiene der Rassen. Ihre Tür steht dem Elend offen. Dort entleibte sich die Moral der heutigen Menschen in ihrer Leidenschaft oder in ihrer Handlung — o welch schrecklicher Schauer der unerfahrenen Lieben auf dem blutigen Boden und im klaren Wasserstoff!




MEDJUGORJE


Im Herzen von Bosniens stiller Nacht,

wo Glaube wie ein ew'ges Feuer wacht,

stand jüngst ein Mensch in Zorn und Schmerz,

mit frevelndem Gedanken, kaltem Herz.


Er schändete das Bild der Mutter rein,

warf Fackeln an den hölzernen Altar hinein.

Ein Satz stand grell und bitter an der Wand:

Getan von eines Protestanten Hand –

„Maria ist der Teufel nur im Rock!

Jesus allein!“ – ein blasphemischer Schock.


Die Flammen loderten, der Rauch zog auf,

die Nacht nahm ihren schmerzlichen Verlauf.

Doch wie reagiert das Volk, das hier vertraut?

Auf das, was Hass und Eifer aufgebaut?


Sie greifen nicht zu Stein, zu Wut, zu Schwert,

sie halten das Gebot, das Christus lehrt.

Sie knien nieder, wo die Asche glimmt,

und beten, während Schmerz das Herz umschlingt.


Die Finger gleiten über Holz und Kette,

ein jedes Ave quillt aus stiller Wette.

Sie bitten für den Irren, der sie schlug,

der Gottes Mutter Hass entgegen trug.


Ein Rosenkranz, aus Tränen und aus Licht,

das dunkle Band des Hasses jetzt zerbricht.

Nicht Feuer brennt, nicht Zorn regiert den Ort –

nur Liebe klingt im letzten, stillen Wort.



MISSA


amicitia

cum Laetitia




GEBET ZUR HEILIGEN MARTHA


Heilige Martha,

die du Jesus in dein Haus und in dein Herz aufgenommen hast,

schenke uns deinen Sinn für den Dienst und deine konkrete Liebe.

Du, die du auch in Trauer und Schmerz geglaubt hast,

stärke unseren Glauben in Zeiten der Prüfung.


Lehre uns, in einfachen Gesten zu lieben,

in unserer Arbeit, Pflege, Küche,

unserer familiären Verantwortung und unseren täglichen Mühen 

Gott zu finden.

Hilf uns, nicht überfordert zu werden,

sondern unsere Augen auf Jesus gerichtet zu halten, wie du es getan hast.


Heilige Martha,

Patronin der Häuser und der Frauen des Glaubens,

wache über unsere Familien, unsere Häuser und unsere Herzen.




Animaux fragiles


(für Jeanine)


1. Strophe

Weißt du, ich bin gar nicht so traurig,

sentimental, das kann man wohl sagen.

Ein bisschen Nebel in den Augen,

bei jedem Lächeln, das ich kann tragen.

Und wenn dieses Leben nur ein Spiel wär,

und man sich über uns nur lustig macht?

Warum sind die Menschen so ernst und schwer?

Wenn Gott existiert, hat er nie gelacht?


Refrain

Du und ich, wir sind verletzliche Tiere,

und dieser Planet ist nur eine Insel,

irgendwo verloren im Sternenmeere.

Doch wir träumen von einem leichten Leben,

und dass wir alt werden Seite an Seite.

Schau, die Sonne scheint, wir sind still ergeben,

meine Hand in deinem Haar, in dieser Weite.


2. Strophe

Zwischen dem Lachen und dem Schmerz,

macht uns das Leben am Ende mürbe.

Man muss die Jugend im Herzen

genießen, bevor sie im Wind verderbe.

Man sagt mir, ich soll mich gut benehmen,

es sei alles nur eine Frage der Balance.

Warum kann ich mich denn nicht erinnern

an einen Tag mit echter Freiheits-Chance?


[Refrain]

Du und ich, wir sind verletzliche Tiere,

und dieser Planet ist nur eine Insel,

irgendwo verloren im Sternenmeere.

Doch wir träumen von einem leichten Leben,

und dass wir alt werden Seite an Seite.

Schau, die Sonne scheint, wir sind still ergeben,

meine Hand in deinem Haar, in dieser Weite.


3. Strophe

Die Nacht streif ich allein durch die Straßen,

doch ich will dich niemals im Stich lassen.

Wisse, wenn ich an etwas erkranke,

ist es nur deine Liebe, die mich trage.


Du und ich, wir sind verletzliche Tiere...



ESKE ZUM GEBURTSTAG


Als Eske im Sommer das Licht erblickt,

die Sonne den Tag mit Glanz geschmückt,

da lachte die Mutter vor Glück so schwer,

und Eskes Seele lachte noch mehr.


Drum ward sie selber zur Sonne auf Erden,

um Wärme in kalte Welt zu bringen,

lässt Freude und helles Licht uns werden

und Vögel im Herzen fröhlich singen.


Ich sah sie jüngst auf dem Sonnenstrahl

ganz leicht und leise spazieren gehen,

im weißen Kleide aus Sonnenlicht,

vollkommen im Sommerwind wehen.



IN DEN AUGEN EMILIAS


In ihrem Viertel im alten Quebec 

Die Straßen scheinen den Akzent zu haben 

Und das Jahr zweitausend Nachbarn 

Die grauen Häuser damals 


Aber der Winter ist gerade ausgebrochen 

Der Saint-Laurent ist ein Gefangener 

Von einem Dezember, der sechs Monate dauern wird 

Wenn Tage Nächte ähneln 


Keine Lichtung, auf die man hoffen kann 

Wer kann glauben, dass der Sommer zu uns zurückkommt?


Ich hatte die Sonne Tag und Nacht in Emilias Augen 

Ich habe mein Leben mit ihrem Lächeln erwärmt 

Ich hatte die Sonne Tag und Nacht in den Augen der Liebe 

Und Emilias Melancholie in der Sonne Lebensfreude wurde


In ihrem Viertel im alten Quebec 

Wenn die Dächer wieder grün werden 

Wenn Kinder trockene Füße haben 

Wir kehren dem Winter den Rücken 


Es ist das Frühlingsfest 

Die große Rückkehr des Heiligen Laurentius 

Es scheint, als würden Menschen aus der Erde kommen 

Aber Emilia gehört nicht mehr mir 

Mir ist zum ersten Mal kalt 

Ich habe weder ihre Wärme noch ihr Licht mehr


Ich hatte die Sonne Tag und Nacht in Emilias Augen 

Ich habe mein Leben mit ihrem Lächeln erwärmt 

Ich hatte die Sonne Tag und Nacht in den Augen der Liebe 

Und Emilias Melancholie wurde in der Sonne Lebensfreude 



REQUIEM FÜR HEIKE K


Ein sanfter Hauch entband sie schwerer Last,

Als Heike ohne Schmerz die Welt verließ.

Sie ging den Weg, der führt ins Paradies,

Heim zu dem Vater, der sie nun umfasst.


Der Glaube trug sie, der im Herzen brennt,

Und schenkte ihr die süße Gottesschau:

Denn jene Stern-Frau, die man Mutter nennt,

Sie leitet sicher durch des Himmels Au.


Maria reicht der treuen Seel‘ die Hand,

Führt sie zum Herrn durch lichten, reinen Raum,

Wo Erdenschmerz in Ruh und Frieden schwand.


Sie schaut nun Jesu Antlitz ohne Schleier,

Vollendet ist der Erden-Tage Traum,

Und ihre Seele singt die ew'ge Feier.



UFOS


As belief switches flip from doubt to light,

We ponder UFOs within our sight.

If secret crafts are found in secret base,

Does faith ignite and spread across the place?

For most, it does not stir; the mind stays cold,

Until the military joins the fold.

With radar tracking and infrared display,

The pilots speak, and scanners clear the way.

The Pentagon confirms the skies are strange,

While flying objects cross their radar range.


What are these things that cross our earthly blue?

Let us make clear that flying objects do.

The government recast the term to UAP,

To hide no truths, nor claim what none can see.

Unidentified they stay, unproven foes,

Though national security may close.

Why silent was the state for years gone by?

Project Blue Book dismissed the open sky.

For decades politicians mocked the theme,

And treated alien reports a dream.

Then Rubio and senators awoke,

As secrecy and ancient stigma broke.

Though Clinton, Obama, and Trump confessed

That skies concealed a force we hadn't guessed,

The state ignored the strange, unmapped array,

Until Mellon leaked the files to light of day.


Were these from space, or secret earthly lands?

The Navy pilots saw them on the sands,

Or rather hovering above the sea,

Where "Tic Tac" crafts defied technology.

Though skeptics call the footage just a trick,

Of angles moving fast to make us sick,

The task force checks the data sensors bear,

And finds unnumbered objects in the air.

With hundreds more reported day by day,

Unsolved accounts still block a simple way.


So should we yield to alien belief?

Reserved openness brings a wise relief.

Extraordinary proofs alone decide,

While foreign drones or top-secret schemes hide.

Yet if they roam, the Fermi Paradox,

In silent cosmic dark, securely locks.

As Cixin Liu's dark forest theory warns,

A lethal missile strikes the world that mourns.

We hide in silence, lest a greater hand

Destroys the fragile safety of our land.


What does the Scripture say of foreign skies?

The Bible hides them from our eager eyes.

It teaches how to walk and how to pray,

While alien worlds remain so far away.

Yet if they breathe and boast a mortal will,

A Savior waits for every creature still.



MARCO


marco starb und kam ans himmelstor. 

er sagte zu petrus: christus allein - 

ich will keine heiligen sehen! 

gut, sagte petrus. 

alle heiligen traten zur seite. 

marco ging direkt zu jesus. 

der saß auf seinem thron, 

mit dem rücken zu marco. 

als marco zu ihm trat, 

drehte jesus sich um und sagte: 

guten tag mein herr, 

darf ich ihnen meine mutter vorstellen?



WUNDERBARE BROTVERMEHRUNG


Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte.

Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.

Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm:

Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele?

Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. 


Da hob Markus seine Stimme und sagte: O Herr, ich und meine Frau und Kinder, wir essen keinen Fisch!



FAMILIE


Denn auch deine Brüder 

und deines Vaters Haus sind treulos, 

sie schreien Zeter hinter dir her 

aus vollem Halse. 

Darum traue du ihnen nicht, 

wenn sie auch freundlich mit dir reden.




DER PROPHET


Darum, so spricht der Herr: 

Wenn du dich zu mir hältst, 

so will ich mich zu dir halten, 

und du sollst mein Prediger bleiben. 

Und wenn du recht redest 

und nicht leichtfertig, 

so sollst du mein Mund sein. 

Sie sollen sich zu dir kehren, 

doch du kehre dich nicht zu ihnen! 

Denn ich mache dich für dies Volk 

zur festen, ehernen Mauer. 

Wenn sie auch wider dich streiten, 

sollen sie dir doch nichts anhaben; 

denn ich bin bei dir, dass ich dir helfe 

und dich errette, spricht der Herr, 

und ich will dich erretten 

aus der Hand der Bösen und erlösen 

aus der Hand der Tyrannen.



ELENA


In ihrer Jugend, rein und licht,

war sie von göttlichem Gesicht.

Von Anmut, die den Blick gefangen,

wollt man vor ihr in Tränen prangen,

so wunderschön, zum Niederknien fein –

sie schien ein Engel, himmlisch rein.


Doch Jahre zogen durch das Land,

berührten sie mit schwerer Hand.

Die Stirn ward runzlig, faltig schier,

es wuchs die Schwere an dem Tier –

und an dem Leib, voll Fett und Pracht,

hat Zeit ihr Werk an ihr vollbracht.


Denn irdisch Glanz ist flüchtig, flach,

wie Salomo einst weise sprach.

Erst scheint es göttlich, hoch zu ehren,

doch wenn es welkt, ists zu entleeren.

Ist Frische fort und Glanz verweht,

hat sich der Mensch von ihr gedreht.



IN DER GEGENWART DES HERRN


(von Eric Clapton)


Endlich hab ich einen Weg gefunden,

so zu leben, wie nie zuvor.

Weiß, dass meine Gaben schwinden,

doch ich öffne jedes Tor.


Jeder kennt das große Geheimnis,

jeder kennt das Spiel im Chor.

Endlich hab ich einen Weg gefunden,

in dem Glanze dieses Herrn.


Endlich hab ich einen Ort gefunden,

so zu wohnen, wie nie zuvor.

Weiß, dass meine Gaben schwinden,

bald schon öffn‘ ich jedes Tor.


Jeder kennt das große Geheimnis,

jeder kennt das Spiel im Chor.

Endlich hab ich einen Ort gefunden,

in der Gegenwart des Herrn,

in der Gegenwart des Herrn.


Endlich hab ich einen Weg gefunden,

so zu leben, wie nie zuvor.

Weiß, dass meine Gaben schwinden,

doch ich öffne jedes Tor.


Jeder kennt das große Geheimnis,

jeder kennt das Spiel im Chor.

Endlich hab ich einen Weg gefunden,

in dem Glanze dieses Herrn,

in dem Glanze dieses Herrn.




DIE SECHZIGJÄHRIGE


schmachtlöckchen

nackte schulter

spitzenwäsche



UNSTERBLICHKEIT


Der Weise aus der alten Zeit,

Aristoteles, sprach gescheit:

Der Mensch sucht stets die Ewigkeit,

auf dass man ihn nie ganz vergisst –

er pflanzt sich fort im Kindernest

oder setzt auf Nachruhm-Taten,

will ewig glänzen und nicht ermatten.


Doch anders denkt des Glaubens Christ,

für den die Welt vergangen ist:

Er häuft kein irdisch Denkmal an,

worauf man bringt den Namen an.

Die Welt mag ruhig ihn vergessen,

sein Herz ist anders zugemessen.


Er sucht das Heil in Gottes Zelt,

weit fern von dieser kurzen Welt;

sein Blick bricht durch auf Gottes Hand,

sein ewig Heim ist Gottes Land.



LAETITIA CASTA


Die Welt ist oft auf Hülle nur gericht’t,

Laetitia Casta mag das Lärmen nicht.

Sie wünscht sich Tiefe, wo man Schau verlangt,

und dass man nach dem Wesentlichen verlangt.


Einst reichte es, dass die Bardot Brüste zeigte,

vor der die Welt in Anbetung sich neigte;

und heute stehen Sängerinnen bloß,

im bunten Scheinwerfer fast hüllenlos.


Sie will nicht stumme Reizfigur nur sein,

sie will als Schauspielerin sein echt und rein –

als Persönlichkeit, mit Geist und starkem Sinn,

und zeigt, wie wahres Schauspiel ist Gewinn.


*


Laetitia Casta est agacée par ce monde de décence vide,
Où la chair et le sexe mènent un jeu cupide.
Quand Brigitte Bardot montrait un peu son sein,
Le monde était ému du soir jusqu'au matin ;
Aujourd'hui, les chanteuses, presque sans vêtement,
S'exposent sur la scène au regard de l'amant.
Mais elle, en actrice, refuse un tel destin,
Préférant incarner une âme au clair chemin,
Et veut qu'on la respecte en tant que personne entière,
Loin de la vanité d'une idole passagère.



DER PROPHET SOLL VERSTUMMEN


Der Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße. 

Und er redete mit mir und sprach zu mir: 

Geh hin und schließe dich ein in deinem Hause! 

Und du, Menschenkind, siehe, 

Man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, 

Dass du nicht unter die Leute gehen kannst. 

Und ich will dir die Zunge an deinem Gaumen 

Kleben lassen, dass du stumm wirst 

Und sie nicht mehr zurechtweisen kannst; 

Denn sie sind ein Haus des Widerspruchs. 



SCHWERMUT


Im zwanzigsten Jahr des Königs, 

da Wein vor ihm stand, 

hob ich den Wein auf 

und gab ihn dem König; 

und ich sah traurig drein vor ihm. 

Da sprach der König zu mir: 

Warum siehst du so übel drein? 

Du bist doch nicht krank? 

Das ist’s nicht, sondern 

du bist schwermütig. -



ELLA


(frz. Chanson)


Es ist wie eine Art Fröhlichkeit, wie ein Lächeln

Irgendwas liegt in dieser Stimme,

Das uns zu sagen scheint: "Komm!"

Das uns ein seltsames Wohlgefühl verschafft

Es ist wie die ganze Geschichte der Schwarzen,

Die immer zwischen Liebe und Verzweiflung schwankt.

Wie etwas, das in dir drin tanzt

Wenn du es hast, dann hast du’s.


Ella hat es.

Dieses gewisse Etwas,

Das andere nicht haben

Das uns in diesen seltsamen Zustand versetzt.

Ella hat es.

Ella hat es.

Dieses seltsame Etwas in ihrer Stimme

Diese Wonne darin

Diese Himmelsgabe,

Die sie so schön macht.

Ella hat es.

Ella hat es.


Sie hat dieses winzige mehr an Seele.

Diesen undefinierbaren Charme,

Dieses kleine Feuer.



PRINCESS KATE


I


A quiet life in Berkshire’s gentle grace,

Where childhood days pursued a steady pace.

To fair St Andrews on the Scottish shore,

She went to study history and more;

There destiny and royal lineage met,

Where future paths and timeless vows were set.


Through years of patience, trials, and public view,

The steadfast bond of youth and future grew.

The wedding bells across the nation rang,

While joyous crowds and soaring anthems sang.

Then came the quiet grace of mother's love,

Beneath the watchful gentle skies above:

Three precious babes to bless their royal home,

Far from the heavy paths where monarchs roam.


Now duty calls with high and steady grace,

To serve the arts and heal the human race,

With gentle hands that comfort those in need,

And faithful words in every thoughtful deed.

When shadows fell across her quiet way,

And sorrow brought a trial to test the day,

Her anchored faith, through quiet strength and prayer,

Sustained her soul and cast away despair.



II


In Christian faith, young Catherine was raised,

Her worldview shaped, her steadfast spirit praised.

Baptized a child, she sought the sacred rite

Of confirmation in the nation's light,

Just as her royal wedding day drew near,

To join the Church of England, strong and clear.

With family now, she seeks the hallowed space,

In public worship and in private grace.


Through troubled hours, her faith has been a guide,

A steady anchor and a strength inside;

She speaks of spirit as a guiding light,

To steer the soul and keep the pathway right.

Her deep devotion manifests in deeds,

Attending kindly to a nation's needs,

With open heart, compassion to extend,

Where grace and noble public service blend.



FRIEDE MIT ISRAEL


Israel wurde angegriffen, schwer und brutal,

von Hamas aus Gaza – ein reines Trauma, ein Mal.

Ein Massaker geschah, das Schrecken gebracht,

in Angst und in Trauer versank die Nacht.


Doch blieb es nicht dort in dem bitteren Herz:

Vom Libanon zielte Hisbollah mit Schmerz,

Raketen, sie flogen, bedrohten das Land,

aus Jemen und Iran reckt sich feindliche Hand.


Sie feuerten Kugeln, sie brachten den Tod,

bedrohten die Menschen in höchster Not.

Inmitten von Sturm, von Gefahr und von Pein,

sei Israel nimmer im Dunkeln allein.


O Gott, o HERR, wende ab jede Not,

behüte dein Volk vor Verderben und Tod.

Lass Frieden nun kommen, halt schützend die Hand,

schenk Heil und Bewahrung dem heiligen Land!



VENUS UND LAXMI


Weithin schallt der Gesang von dem Wunder der göttlichen Geburt,

die dem schäumenden Salz und der Woge des Meeres entstammt;

Cytherea steigt auf aus den Fluten, die seidene Gischt

schmückt die herrliche Haut, und die Horen empfangen die Reine.


Ebenso rauschet das Meer, das erhabene Milchmeer der Götter,

als mit heftigem Zug der gewaltige Quirl sich bewegt;

Laxmi entsteigt der Flut, auf der Lotusblüte getragen,

bringend den Glanz und das Glück und den Segen der ewigen Welt.



RORY GALLAGHER


When asked once how it felt to stand

As the greatest player in all the land,

With a lightning touch and a fiery hand,

Hendrix smiled and shook his head:

"Go ask Rory Gallagher," he said.


And Eric Clapton joined the praise,

Recalling those electric days,

When inspiration lost its maze;

He said that Rory led him through

His winding journey to the blues.



LÄCHLE


(von Charlie Chaplin)


Lächle, wenn dein Herz auch bricht,

lächle, selbst wenn Schmerz dich sticht.

Ziehen Wolken durch die Nacht,

hast du bald das Glück bewacht –

wenn du lächelst.


Lass die Tränen still entrinnen,

lass die Trauer innen rinnen,

doch das Lächeln bleibe dein:

morgen scheint die Sonne hinein,

wenn du lächelst.


Lass dein Antlitz fröhlich strahlen,

keine Schatten sollst du malen.

Tränen mag das Auge zwar,

doch versuch es immerdar:

lächle, was nützt das Weinen dir?


Sieh, das Leben steht vor der Tür,

zeigt sich wunderbar und wert,

wenn ein Lächeln zu uns kehrt –

wenn du lächelst.



PETER GREEN AND JESUS


A quiet storm upon the strings,

A silver ghost of blues and bends,

He touched the fret where anguish sings,

And sought the place where sorrow ends.


To Peter Green, the night was deep,

A heavy cross of sound and mind,

While weary crowds were lulled to sleep,

He left the flashing lights behind.


He painted fields in hues of pain,

And summoned angels through the wood,

Then walked back out into the rain,

Where silent, patient Jesus stood.


No golden crown, no neon glare,

Just ragged grace and splintered wood,

A savior waiting in the air

To understand the misunderstood.


Two wanderers on a lonely road,

One bore the world, one played the strain,

Together lifting up the load,

And finding music in the pain.



REQUIEM FOR PETER GREEN


Requiem aeternam dona ei, Domine,

And let perpetual light shine upon the weary soul of Peter.

He who walked among the shadows of the mortal coil,

Seeking solace in the weeping strings,

Now seeks the sanctuary of Your eternal grace.

He was a prophet of the bending note,

A man whose fingers translated the sorrow of the earth

Into a language of ghosts and fire—

The Albatross that soared too close to the sun,

Then fell, broken and searching, into the quiet dark.

Lord, look not upon the fractures of his earthly mind,

Nor the heavy burdens that chained his spirit to the dust,

For he was but a vessel of fragile clay,

Longing to sing a pure song back to Heaven.

Kyrie eleison.

Have mercy on the troubled pilgrim.

Receive him into the green pastures of Your peace,

Far from the haunting blues of his mortal pain.

May the choirs of angels take him by the hand,

Guiding him past the veil where no more demons whisper,

Where the tears are wiped away,

And the silence is filled with Your unfathomable love.

In Paradisum deducant angeli.

May the martyrs welcome him upon his arrival,

And lead him into the Holy City, Jerusalem.

Let the restless fingers find their rest at last,

Not upon a fretboard of wood and steel,

But upon the harpstrings of the redeemed,

Playing a melody unending,

Pure and whole,

In the presence of the Lamb.



GEBET


Herr, mach mich stark als Werkzeug für den Frieden,

dem Hassen sei nur Lieb’ und Treu’ beschieden.

Wo man beleidigt, lass verzeihen mich,

damit des Friedens Güte ewig spricht.


Wo Hader herrscht, lass mich den Bund vollziehen,

lass heilend meine sanften Hände blühen.

Wo Irrtum droht, lass Wahrheit hell erstrahlen

und weise suchen eine edle Bahn.


Wo Zweifel quält, lass starken Glauben walten,

und lass die Hoffnung feste Kraft entfalten.

Wo Finsternis die dunklen Schatten regt,

sei Licht entzündet, das die Nacht zerlegt.


Wo Kummer wohnt und tief das Herz beschwert,

sei jede Stunde reich mit Glück geehrt.

Lass mich stets trachten, nicht Trost zu begehren,

sondern den Schmerz der Anderen mit Trost zu nähren.


Nicht, dass man mich versteh, sei mein Bestreben,

nein, andern Menschen Verständnis zu geben.

Nicht, dass man liebe mich auf dieser Erden,

sondern dass ich ein Quell der Liebe werde.


Denn wer sich selbst hingibt, empfängt die Gaben,

die tief in Gott den wahren Ursprung haben.

Wer sich vergisst, der wird sich selbst erst finden,

und wer verzeiht, wird Gnade an sich binden.


Und wer das Sterben wagt im Erden-Hain,

wird ewig wach im lichten Himmel sein.



DIE GRAZIEN


Der Herr sagt: Seht doch, wie hochnäsig sie sind, 

die Frauen Jerusalems! 

Sie recken ihre geschmückten Hälse, 

werfen aufreizende Blicke nach allen Seiten 

und trippeln mit zierlichen Schritten, 

damit ihre Fußspangen klirren. 

Deshalb werde ich ihnen den Kopf entblößen 

und sie öffentlich der Schande preisgeben.

Der Tag kommt, an dem der Herr

ihnen allen Schmuck wegnehmen wird: 

die Fußspangen, die Sonnen und Halbmonde, 

die sie um den Hals tragen, 

Ohrgehänge, Armbänder und Schleier, 

Kopfputz, Fußkettchen und Brustbänder, 

Parfümfläschchen und Amulette, 

Fingerringe und Nasenringe, 

Festkleider, Mäntel, Umschlagtücher, Täschchen

und Spiegel, feinste Leinenhemden, 

Kopftücher und Halstücher. 




DAS VORBILD FÜR DIE JUGEND


Wir brauchen Heiligkeit. Sie bewegt und zieht an. Man kann ihr in der Kirche immer wieder begegnen. Und wo sie gelebt wird, lassen die guten Früchte nicht lange auf sich warten. Und noch etwas: Wir brauchen Antworten, fundierte und vernünftige Antworten auf die Fragen, die die Menschen beschäftigen. Die hl. Teresa von Ávila legte bei ihren Beichtvätern mehr Wert auf Bildung als auf Frömmigkeit.


Die Kirche muss sich an die Jugendlichen wenden, die die christlichen oder nichtchristlichen Familien von morgen bilden werden. Die Jugendlichen brauchen Vorbilder; schon ein einziger junger Priester, der heiligmäßig wirkt, übt auf sie eine enorme Anziehungskraft aus.


Wir brauchen Heiligkeit. Sie bewegt und zieht an. Man kann ihr in der Kirche immer wieder begegnen. Und wo sie gelebt wird, lassen die guten Früchte nicht lange auf sich warten. Und noch etwas: Wir brauchen Antworten, fundierte und vernünftige Antworten auf die Fragen, die die Menschen beschäftigen. Die hl. Teresa von Ávila legte bei ihren Beichtvätern mehr Wert auf Bildung als auf Frömmigkeit.


HYMNE


Dem Morgenrot entgegen,

dem kommenden Geschlecht,

ein Ruf wie Strom von Segen,

ein Wort, das Wahrheit spricht:

Die Jugend baut die Morgen

der Welt von übermorgen,

ob Christ, ob fern vom Licht!

Sie sehnen sich nach Zeichen,

nach reinen, lichten Tagen,

nach Männern, die nicht weichen,

nach Priestern, die im Tragen

der Heiligkeit das Herz entflammen,

die kraftvoll ziehen und versammeln!

O Heiligkeit, du Quelle,

die niemals in sich ruht,

du brennst an jeder Stelle

als unbesiegte Glut!

Wo du in Werken leuchtest,

die dürre Welt befeuchtest,

da reift die reiche Frucht.

Wir rufen nach dem Worte,

das Tiefe nicht verschweigt,

das an der Gnaden-Pforte

vor der Vernunft sich neigt.

Der Glaube sucht den Grund,

erklärt aus hellem Mund.

Wie Teresa forderte dereinst,

was Weisheit und Verstand gebot,

da Bildung mehr als Frömmigkeit, 

so führen Licht und Geist aus aller Not!



Aus den geistlichen Weisungen der Zeugen


(Vgl. die Gedanken zur Seelsorge und zum Glaubenszeugnis)


Lesung


Die Kirche wende ihren Blick und ihre Sorge jenen zu, die das Antlitz von morgen formen: den Jugendlichen. Sie sind es, die in den Familien von heute und morgen das Leben weitergeben, im Glauben oder in der Suche. Doch sie dürfen nicht im Leere stehen; sie verlangen nach Gestalten, die tragen. Ein einziger Priester, dessen Leben von jener lauteren Heiligkeit durchdrungen ist, wird für sie zu einem Magneten des Himmels, der stärker zieht als tausend Worte.


Denn Heiligkeit ist keine ferne Idee, sondern die brennende Gegenwart Gottes mitten unter uns. Sie bewegt, sie reißt mit, sie bricht durch die Mauern der Gleichgültigkeit. Wo sie aufleuchtet, da blüht das Feld der Kirche auf und trägt reiche Ernte.


Darum braucht das suchende Herz von heute mehr denn je die Tiefe: vernünftige, fundierte Antworten auf die brennenden Fragen des Daseins. Schon die heilige Teresa von Ávila lehrte uns die nüchterne Kraft des Geistes, als sie von ihren Seelenführern nicht bloß fromme Andacht, sondern verlässliches Wissen forderte.


Responsorium


V. Lege uns das Wort in den Mund, das den Verstand erleuchtet und das Herz entflammt.


A. Denn Heiligkeit zieht an und lässt die guten Früchte reifen.


V. Gib uns Zeugen der Wahrheit und Hirten nach deinem Herzen.


A. Denn Heiligkeit zieht an und lässt die guten Früchte reifen.


Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.


A. Denn Heiligkeit zieht an und lässt die guten Früchte reifen.



BRITAIN


I


The crown may change as ages roll,

And secular winds may shift the soul.

A socialist dream or a democratic state,

Could alter the realm and bend its fate.


The ancient church may lose its reign,

As modern voices ease the strain.

And streams of faith from eastern shores,

Will open wide new temple doors.


Yet traditions sleep in stone and crown,

Where ancient laws are handed down.

No prophet sees the final page,

That turns for Britain on history's stage.



II


The Lion stands, the Cross remains,

Through shifting times and modern strains.

No socialist wave shall break the throne,

Where ancient faith is carved in stone.


The sacred crown, by grace designed,

Will guide the realm and lead mankind.

With bells of faith from steeple high,

Beneath a steadfast English sky.


The ancient prayers will echo still,

Obedient to the sovereign will.

A Christian realm through endless days,

United in its royal praise.



III


The ancient spires are silenced now,

Where once a king fulfilled his vow.

The golden crown in dust is cast,

A broken relic of the past.


A crimson banner flies on high,

Beneath a grey and weeping sky.

The council rules with iron hand,

And socialist chains weigh down the land.


The minarets replace the cross,

To mark the kingdom's final loss.

No vesper bells, no royal prayer,

Resound through the corrupted air.


A prophecy of dark despair,

Of faith erased and freedoms bare.

Where Albion sleeps in shadows deep,

And reaps the harvest it did reap.



C.S. LEWIS


The cloisters cool, the midnight air,

The heavy scent of stone and tree,

Where Oxford shadows softly wear

The mantle of theology.

They walked where Addison’s green path

Bends 'neath the autumn-laden bough,

To test the skeptic’s stubborn math

And break the proud, resistant brow. 


For Jack beheld the ancient tales—

The dying gods of northern ice,

The balder blooms, the pagan veils—

And saw mere human artifice.

"They are but lies," the scholar cried,

“Breathed soft through silver, false though grand,

Sweet phantoms where our hopes collide,

Cast out from fairyland's dead land.” 


Then Tolkien paused, his pipe aglow,

And spoke of language, myth, and rhyme:

"Not lies," he said, "but seeds we sow,

Echoes of some primeval chime.

The Maker made us in His face,

To sub-create, with loving hands;

Why should His stories lack a place

In forests where His temple stands?


The Christ-myth is the myth that lives,

The singular, transcendent truth:

It happens—not in mental sieves,

But history, taking flesh and youth.

The pagan dreams were groping blind,

To catch a glimpse behind the sun;

God wrote a story for mankind,

And in Judea, it was done." 


The wind arose, a sudden breath

That shook the leaves down like a tear,

A whisper escaping time and death,

To pierce a stubborn heart with fear.

The skeptic stood, his armor riven,

No longer lonely, fierce, or proud—

The darkest mind of all was given

To see the clearing through the cloud. 


From shadow-realm to blazing sun,

The door swung wide, the circle broke;

Two master-minds, forever one,

Beneath the Oxford midnight spoke.

And where the myth and history meet,

The professor knelt, subdued and mild—

The most dejected, joyful, sweet,

And conquered—yet immortal—child.



MYTHOLOGIE


Man betrachtet Bäume und etikettiert sie genau so,

dass sie als Bäume gelten, indem Wachsen als Wachsen verstanden wird.

Durchzuwandern die Erde, mit feierlichem Schritt einzutreten

über die Fülle der kleinen, den Weltenraum füllenden Kugeln:

Stern ist der Stern, ein Stück Materie, eingesperrt in die Kugel,

welche gezwungen ist, mathematische Bahnen zu ziehen,

mitten im reglementierten, kalten, sinnlosen Raume,

wo man zu jeder Stunde die Atome tödlich zertrennt.


Unter dem Willen, dem wir uns beugen und dem wir gehorchen müssen,

den wir kaum dunkel erahnen, vollziehen sich mächtige Werke,

während die Zeit aus dunklen Anfängen strebt zu ungewissen Zielen.

Wie auf das unbeschriebene Blatt, das mit Zeichen und Linien,

farbig gezeichnet, erscheint in unendlicher Fülle die Formwelt,

manchen als grimmig, doch andern als zart und als schön oder fremd,

wobei jedes nur fern als Verwandte des eigenen Ursprungs

gilt: als die Mücke, der Mensch und der Stein und die Sonne.

Gott hat geschaffen die Felsen, die Bäume, die Erde, die Sterne,

und diese menschenähnlichen Wesen, die wandelnd den Boden

spüren mit Nerven, die kribbeln, berührt von dem Klange und Lichte.

Meeresgewalten, der Wind in den Zweigen, das grünende Gras,

langsam die große, befremdliche Art und die Haltung der Kühe,

Blitze und Donner, die Vögel, die schreiend am Himmel sich kreisen,

Schleim, der aus Schlamm sich emporhebt, um sterbend zu leben –

all dies wird treulich vermerkt und prägt in das Hirn sich

ein als die Spur des Geistes, getragen von innerem Drang.


Doch nicht „Bäume“ sind Bäume, bevor sie benannt und gesehen sind,

nie zuvor so genannt, die den Atem der Sprache entfalteten,

welche ein schwaches Echo, ein undeutliches Bild uns der Welt sind,

weder die Fotografie noch Aufzeichnung, sondern Weissagung,

Urteil und lachende Antwort derer, die tief von den Mahnungen

innerlich wurden bewegt, deren Wandel mit Leben und Sterben

stets von den Sternen, den Bäumen, den Tieren verwandt war:

freie Gefangene, welche die schattigen Gitter durchgruben,

das Vorhergesehene grabend der eigenen Schau aus den Sinnen

spülten die Ader des Geistes. Gewaltige Mächte vollbrachten

dies aus sich selbst, und zurückschauend sah man die Elfen,

welche an listigen Schmieden des Geistes ihr Handwerk vollzogen,

Licht und die Dunkelheit webend am heimlichen Webstuhl zusammen.


Wer erst die Sterne nicht schaut als lebendiges Silber, das plötzlich

aufblüht wie Blumen im Lichte des uralten Liedes,

dessen Nachmusik lang schon das Echo verfolgt, sieht sie niemals.

Es gibt kein Firmament, keine Leere, als juwelenes Zelt nur,

das aus den Mythen gewoben und zierlich mit Elfen geschmückt ist;

keine erhabene Erde als Mutterleib alles Geborens.

Nicht aus Lügen besteht das Herz des Menschen, es schöpft ja

Weisheit vom einzigen Weisen und weiß sich an ihn zu erinnern.

Obgleich er lange schon fremd ist, ist er weder gänzlich verloren

noch ganz verändert; gefallen zwar mag er sein, aber nicht thronlos,

hält er die Fetzen der einst ihm besessenen Herrschaft begründet,

seine Weltherrschaft übend durch schöpferischen Akt:

nicht um das Artefakt, jenen Menschen, den Mitschöpfer selbst

anzubeten, das gebrochene Licht, das sich spaltet vom einen

Weiß in die bunten Gefilde und ewig zu Formen sich eint,

welche von Geist zu Geist wandern. Obwohl wir die Ecken der Welt

füllten mit Kobolden, Elfen, uns wagten, die Götter zu bauen

aus der Dunkelheit, Licht, und den Samen des Drachen zu säen,

war es das Recht, ob missbraucht oder genutzt: Es verfiel nicht.

Wir erschaffen noch immer nach jenem Gesetze, dem wir entstammen.


Ja, „Wunscherfüllungsträume“ wir spinnen, um ängstliche Herzen

und die abscheuliche Welt zu betrügen! Woher denn der Wunsch stammt,

woher die Kraft uns zu träumen, das Schöne vom Hässlichen trennend?

Nicht alle Wünsche sind eitel, und nicht alle Pläne umsonst sind,

denn der Schmerz ist der Schmerz, nicht um seiner selbst erstrebenswert,

sondern qualvoll; ansonsten wäre es lieblos, zu streben,

oder den Willen zu brechen; vom Bösen allein ist gewiss dies:

Das Böse ist.


Gesegnet die ängstlichen Herzen,

welche das Böse verabscheuen, zittern im Schatten und dennoch

sicher das Tor verschließen, die keine Verhandlung begehren,

sondern in engem und bewachtem Raume am Webstuhl

Stoffe verweben, vergoldet vom fernen Tag, auf den hoffend

man unter Schatten vertraut und den Glauben im Herzen bewahrt.


Gesegnet seien die Männer vom Stamme des Noah, die Archen

bauen, wie schwach auch und schlecht sie gefüllt sein mögen, sich stemmen

gegen die Winde, dem schattenhaften Geisterhafen entgegen,

welchen sie ahnend im Glauben erfasst und im Herzen gesehen.


Gesegnet seien die Schöpfer der Legenden mit Reimen

über das Ding, das in keinem Geschichtsbuch zu finden sich jemals

zeigte. Sie haben die Nacht nicht vergessen noch uns verleitet

zur Flucht in organisierte Vergnügungen auf den

Inseln des Lotosglücks, wo die Seelen geopfert, um einen

falschen und maschinell gefertigten Kuss der Verführten

zweimal zu erlangen. Solche Inseln erblickten sie fernab,

und wer sie hört, sei gewarnt. Sie sahen den Tod und das Ende,

doch sie wichen nicht feige zurück, sondern stimmten die Leier

siegreich an und entzündeten Herzen mit legendärem

Feuer, erhellten das Jetzt und das dunkle Vergangene strahlend

durch das Licht jener Sonnen, die kein Mensch jemals erblickte.


O dass ich sänge mit Minnesängern und durch die pulsierende

Saite das Unsichtbare erweckte! Ich wollte der Tiefe

Seefahrer sein, die am steilen Gebirge die schmalen

Planken behauen und auf vager und wandernder Suche

aufbrechen, da mancher den Sagenwesten durchschritten.

Ich wollte mit narrenden Menschen die Botschaft erfahren,

die in der inneren Burg ihr verarmtes und spärliches Gold

hütten und treu es hintragen, um es im Bild eines fernen

Königs zu prägen, im Banner die strahlenden Zeichen zu weben

eines unsichtbaren Herrn.


Ich wandle nicht mit euren Affen,

aufrecht gehend und klug. Vor ihnen der Abgrund sich öffnet,

zu dem der Fortschritt hintreibt, wenn er – Gott sei Dank – einmal

endet und nicht unaufhörlich den gleichen, den unfruchtbaren

Kreislauf mit wechselnden Namen durchwandert. Ich nehme

euren betäubenden, flachen Pfad nicht als Welt an, in der ihr

dies mit jenem benennt, eure unveränderliche Welt, wo

keinen Anteil der Schöpfer im Kleinen am Schaffen besitzt.

Nicht beuge ich mich der Krone aus Eisen, noch werfe ich mein

kleines goldenes Zepter zu Boden.


Im Paradies mag

ferner der Blick vom ewigen Tage abschweifen, um

diesen erleuchteten Tag zu betrachten und Wahrheit aus wahrer

Spiegelung stets zu erneuern. Dann wird er beim Anblick des Landes

erkennen, dass alles so ist, wie es ist, und befreit bleibt:

Weder den Garten noch Gärtner verändert die ewige Rettung,

weder das Spielzeug noch Kinder, noch wird es zerstören.

Niemals das Böse erblickt er, denn Böses liegt fern von

Gottes Gestalt, sondern wohnt in den schiefen und trüben Augen,

nicht im Ursprung, sondern im böswilligen Willen, im schiefen

Klang der Stimme. Im Paradies blickt niemand mehr schief auf

dieses und jenes, und obwohl sie neu sind, so lügen sie nimmer.

Sicherlich werden sie ewig erschaffen, da sie nicht tot sind,

Dichter das Haupt mit den Flammen geschmückt und die makellosen

Finger an Harfen geruht: Dort wählt jeder ewig im All sich.



PROFESSORIN HEIKE


Heike lächelt, wenn ihr Herz leicht ist,
Heike weint, wenn das Herz ihr schwer ist.
Und jetzt ist ihr Herz schwer —
Geh, Muse, und umarme die Traurige.



DER JUNGE AKTIONÄR


Der Tom, der sucht mit klugem Sinn,

sein Geld zu mehren, Gewinn um Gewinn.

Er spricht zum Alten, spottend fast:

„Zertifikate, das ist eure Last!


Für alte Leute sind die gemacht,

die man bald in die Grube gebracht.

Ich hab noch viele Jahre vor mir,

drum wart ich auf Profit – garantiert!


Du aber, Alter, sieh dich nur an,

der bald nur noch im Grabe kann;

ich lebe noch lang, drum wähl ich klug,

für dich schlägt bald der letzte Zug.“



GENDER


Nach dem Bibelkreis im späten Licht,

standen die Männer – Sprit und Hagebau –

sie tranken Bier und sprachen von Gewicht,

von PS, Werkzeug und vom letzten Bau.


Die Frauen saßen auf der Terrasse Raum,

bei stillem Wasser, leicht und unbeschwert,

sie sprachen über Nachbarn und den Traum

von gutem Essen, das die Zeit versüßt, geehrt.


Nur einer stand im Schatten ganz allein:

Der Dichter wusste nicht, wohin der Schritt.

Ihm war die Welt zu grau, zu stumpf, zu klein –

langweilig jeder Satz, er hielt sich nicht.



MALEKS FRÜHSTÜCK


Ein Löffel voll Gesundheit, wunderbar,

das ist Maleks Frühstück, Jahr für Jahr.

Er schüttet Müsli in die Schale,

mit Haferflocken, frisch, zum theorema-losen Mahle.


Doch eines darf im Schälchen niemals fehlen,

will er die guten Nährstoffe sich erwählen:

Ein Schluck voll goldnem Rapsöl – wunderbar!

Das hält den Körper fit und klar.


Denn wegen der Omega-3-Fettsäuren,

greift er zu diesem Öl, dem Teuren,

Es schützt das Herz, stärkt den Verstand,

das ist im Hause gut bekannt.


Gesund und lecker, frisch im Müsli vereint,

wird jeder Morgen von der Sonne bescheint.

So startet Malek kraftvoll in den Tag,

mit allem, was der Körper liebt und mag.



SUPPE


malek und seine geliebte puppe 

aßen französische zwiebelsuppe 

dazu frischen toast vom bäcker 

das war den beiden christen lecker



MOLIÈRE


En ce jour où Molière, au milieu des rieurs,

S'éteignit sur la scène en bravant les douleurs,

Le zèle hypocrite, ennemi de sa gloire,

Voulut nier sa tombe et salir sa mémoire.

Ces superbes prélats, dans leur aveugle orgueil,

Refusèrent un prêtre à son triste cercueil,

Et jetèrent l'injure au grand poète en pleurs,

Punissant son génie et ses nobles rigueurs.

Mais Louis, notre roi, par sa grâce immortelle,

Protégea le grand art et brisa leurquerelle,

Illumina la France de ses rayons doux,

Et couronna Molière au milieu de nous.

O Dieu, de ce grand esprit pardonne la faiblesse,

Accueille au paradis sa vive allègresse,

Et daigne, dans ton ciel, bénir son âme en paix,

Lui qui sut peindre l'homme et l'erreur à jamais.



DER VATER


Ein Vater blickt auf seinen Knaben,

den tiefsten Schatz, den er kann haben.

Ein Kind, geschenkt aus fremdem Haus,

geht ihm vom Herzen gar nicht raus.


Er ist vernarrt in jeden Schritt,

fiebert bei jedem Abenteuer mit.

Wenn jener stolpert, fängt er ihn auf,

sieht voller Staunen zu ihm rauf.

Für ihn gibt es nichts auf der Welt,

das seinen Blick so hell erhellt.


Genau so spricht der Herr der Zeit

von Gottes tiefer Zärtlichkeit.

Nicht ferner Herr auf hohem Thron –

er liebt uns wie sein Kind, sein Sohn.

Vernarrt in uns, ganz nah und rein,

lädt er uns ein, sein Kind zu sein.




EUROPA


Wer ist Europa?

Diese Nymphe mit dem Sternenkranz,

die stolz im hellen Bogen glänzt—

ein Bild von Schein und altem Glanz?

Sie ist, so schallt es durch die Flur,

im strengen Urteil nur

eine Hur!

Verkauft, verraten an die Zeit,

gefangen in der Eitelkeit,

ein käufliches Gebilde ohne Kern,

das sich verliert in fernem Stern.

Und wer herrscht in ihr?

Wer lenkt das Tier?

Es ist ein kleiner Kreis, ein Kreis von Dritten,

geistig verwirrte Sodomiten,

die abseits jeder Wirklichkeit

im Wahn regieren, weit und breit.



TO THE SPIRIT OF BEN JONSON


O Thou, the rugged architect of wit,

Whose master-hand the English speech did fit

With Roman weight, and classical control;

Great spirit of the Tribe, immortal Soul!

Hear an old pilgrim at thy shrine implore

A spark from off thy rich, enduring floor.


Thou who didst scorn the loose and rambling line,

And prized the curb, the metric discipline—

To check the steed, to carve the stanza true,

And keep the master-models in clear view—

Give me thy stern, unyielding sense of form,

To drive the sluggish pen and shape the storm.


Teach me to love the hard, linguistic bone,

To grind the rough and stubborn thought to stone,

To blot the vain, the facile, and the base,

And leave behind no slovenly embrace.

Let not the lazy fancy claim the day,

Nor unchastised rivers drift away;

But grant the check, the judgment, and the bite,

That maketh ready writing clean and bright. 


O Father Ben, whose tavern-bench was crowned

With true companions and a healthy sound,

Look down upon the solitary page

Where I keep watch in this untutored age.

Breathe on the ink a breath of ancient prime,

And seal me of thy tribe, against the time.




VILLON


BALLADE VON DER DICKEN MARGOT


(für Jeanine)


Weil ich die Schöne aus Herzenslust bediene,

haltet ihr mich für einen Schelm und Toren?

Sie ist nach Wunsch mit Reizen wohl versehen;

für ihre Liebe trag ich Schild und Dornen.

Kommt Geld ins Haus, spring' ich zum Krug von vorn,

hol Wein herbei und mache keinen Lärm,

reich Wasser, Käse, Brot und Obst ganz gern.

Zahlen sie gut, sag' ich: „Das sitzt perfekt;

kehrt wieder ein, wenn ihr voll Tatendrang

in diesem Puff haust, den unser Stolz bedeckt.“


Doch großen Kummer gibt es dann und wann,

wenn Margot kommt und sich ins Bett legt, ohne

einen Pfennig; ich seh sie gar nicht an,

mein Herz hasst sie bis aufs Blut, ohne Schonung.

Ihre Robe nehm ich, den Gürtel und den Rock,

und schwöre fest, das soll die Zeche decken.

Sie stemmt die Hände in die Flanken keck,

schreit und schwört bei Christi Tod und Pein,

sie tue das nicht. Da greif' ich mir ein Stück Holz,

hau ihr aufs Nasenbein ein Mal hinein,

in diesem Puff, den unser Stolz bedeckt.


Dann wird Frieden gemacht, und sie lässt einen Wind,

dick und geschwollen wie ein Käfer schwer;

sie boxt mir lachend auf den Scheitel lind,

ruft Hü, hott!, und tritt mich hin und her.

Beide wir schlafen tief wie Bären schwer.

Und beim Erwachen, wenn ihr Bauch so brummt,

reitet sie auf mir, dass ihr Leib nicht verstummt.

Unter ihr stöhn ich, mach mich flach wie Holz,

ihre Wollust bricht mich gänzlich um und um,

in diesem Puff, den unser Stolz bedeckt.


Sturm, Hagel, Frost – mein Brot ist gut gebacken.

Ich bin ein Lump, die Lumpin folgt meinen Mappen.

Wer ist wohl besser? Sie sind wie die Katzen.

Eine wie die andre; da gilt: wie der Topf der Deckel.

Schmutz lieben wir, und Schmutz will uns bekacken;

wir fliehn die Ehre, sie will uns nicht entdecken,

in diesem Puff, den unser Stolz will decken.



AN JANNA ZUM GEBURTSTAG


Liebe Janna, heute strahlt dein Tag,

der dich im Kreis der Lieben zeigt.

Was dir der helle Morgen sagt?

Das Heil, das sich vorm Himmel neigt.


Kein irdisch Gut, kein rasches Glück,

kein bloßer Wunsch nach Leibes-Kraft,

nein, Gottes Lieb’ im Augenblick

ist’s, die das wahre Leben schafft.


Drum feiern wir in Lust und Sinn,

weil solche Gnade uns geschenkt,

und blicken froh und dankbar hin

auf Gott, der dich in Liebe lenkt.



AN MEINE ÄRZTIN


manchmal in meiner einsamkeit 

muss ich vor mich hin lachen, 

weil ich irgendeinen komischen 

gedanken denke, aber 

es tut irgendwie weh, lustig zu sein, 

denn mir ist zum heulen zumute



KÖNIGIN ARIANA


Im Jahre vierhundertundzweiundfünfzig,

als Attilas Sturm durch Italien zog,

lag Aquileia in Trümmern und Schutt,

und Angst wie ein Schatten über die Lande wog.


Als Pilger verkleidet, verschlagen und finster,

erreichte der Hunnenkönig die Stadt,

die damals von König Julius regiert,

der weise und gütig das Zepter besaß.


Beim Schachspiel im Schlosse, da fiel es dem König

wie Schuppen von den Augen, er kannte das Gesicht:

Vor ihm stand der Schrecken der Völker, der Hunne,

und Julius zögerte und furchtete sich nicht.


Sogleich rief der König die edle Gemahlin,

die Königin Ariana, sie eile fortan

mit Kindern und Mägden und all ihren Gütern,

bevor sie der Zorn der Barbaren erkannt'.


Sie flohen aufs Meer durch Gefahren und Wellen,

weit weg von dem blutigen König der Nacht,

während drinnen im Palast das Duell nun begann,

wo Attila den edlen Julius bezwang.


Doch Tiziana Plebani, die Weise der Chronik,

erzählt von dem Mythos, wie Venedig entstand:

Die Königin Ariana erreichte die Lagune

durch tückische Fluten und reißenden Sand.


Auf Treibsand und „velme“, im Schlamm der Gezeiten,

entdeckte ihr Auge festen Boden geschwind –

Dorsoduro, die Insel aus hartem Gestein,

wo die ersten Fundamente der Zukunft nun sind.


Aus Heu und aus Stroh bauten Hütten sie dort,

die Wiege der Stadt, die im Meere erwacht,

und legten den Grundstein für Kirche und Kloster,

wo der Erzengel Raffael die Siedlung bewacht.



AN YVONNE


Yvonne ist ein hilfreicher Engel,
und ihre Tochter eine Venus,
kommt da noch ein kleiner Bengel?
Seid gesegnet von Jesus Nazarenus.



DOCTOR MARIANUS


Una Poenitentia (quondam Margareta nuncupata)


Circumdata choro caelitum nobilis

vix novum hunc animadvertit,

vix praesentem sentit vitam recentem,

iamque sanctae similis est cohorti.

Aspice, ut omni vinculo terreno,

ut vetustate se exuat exuviae,

et ex aethereo amictu

prima prodeat iuventutis vis!

Concede mihi ut eum doceam,

adhuc eum novus novitate sua praestringit dies.


Mater Gloriosa.


Veni! te extolle in altiores sphaeras,

si te praesensit, sequetur.


Doctor Marianus.

(In vultu adorans.)


Ad salutarem conspectum attollite oculos,

omnes poenitentes teneri,

ut ad beatam sortem

grati animi sensu transfiguramini.

Fiat omnis melior sensus

tui ministerii cupidus;

Virgo, Mater, Regina,

Dea, propitia mane!




TAUBSTUMM


jesus heilt die taubheit und stummheit eines mannes.

wie werden wir doch schleichend taub für gottes wort.

und wie beredt sind wir, wenn es um politik geht 

oder wie beredt lästern wir über abwesende menschen, 

aber wie stumm sind wir im reden über gott 

oder gar mit gott! kommt dir das bekannt vor?



VATIKAN


Was ist die Kurie des Vatikans?

Eine eingeschworne Schwulen-Lobby



PROPHETISCHER PRIESTER


(zum Terroranschlag eines Moslems auf die Schwulenparade in Berlin Sommer 2026)


Im Abendland, so war’s bekannt,

stand einst das Christentum in Blüten-Brand.

Doch Scholl-Latour, der kluge Mann,

sah längst, was nun die Welt betrübt ersann:

Des Islam Kraft, so sprach er oft und klar,

ist nur der Christen Schwäche immerdar.


Nun schleudert man dem Abendland entgegen

den Vorwurf, sittlich tief im Schlamm zu legen.

Verachtet wird die westlich-freie Welt,

die ihren eignen Werten abgefallen fällt.

Soll Fulda nun, in Glanz und altem Ruhm,

verlieren ganz sein heilig Christentum?

Spricht der Fronleichnamsprozession

die Parade nackter Leiber Hohn?


Der Priester mahnt: „Man muss hier differenzieren,

darf Täter nicht mit Opfern paritätisch spüren!

Der Terrorismus, brutal und menschenleer,

bringt Mord und Schande über Land und Meer.

Das ist nicht Moral, die überlegen thront,

das ist nur Hass, der in den Herzen wohnt.

Man muss das Handwerk ihnen eilig legen,

sie in die Schranken weisen und bekämpfen deswegen.


Doch alle, die noch stolz sich Christen nennen,

sollen dieses Grauen als ein Zeichen kennen:

Als Warnung und als Ruf vom Himmel hoch,

zur Umkehr, die der Mensch sonst nimmer roch!“



PFARRER ABEL


Es grollt die Klage durch das Land,

ein scharfer Ton, tief unentspannt.

Man blickt mit Sorge und Verdruss

auf das, was jetzt geschehen muss.


Der Bischof sprach von Schmerz und Pein,

wollt nah den Opfern traurig sein,

als wilder Terror grausam schlug

und Schrecken auf die Straßen trug.

Doch andernorts entbrennt der Streit:

War das ein Fest der Fröhlichkeit?

Ein Sündenfest, so wird geschrien,

vor dem die Tugend muss entfliehn.


Man zitiert aus alter Zeit

Scholl-Latours in Deutlichkeit:

Das Kreuz sei müd, der Islam stark,

und Dekadenz zermürbt das Mark.

Die Fronleichnamsprozession

schweigt leise im Verfalle schon.


Doch Halt! Man trennt und differenziert:

Der Terror bleibt, was er gebührt –

ein finstrer Wahn, verwerflich, schwer,

der Morden bringt und Blut noch mehr.

Kein Vorbild ist der Mörder Brut,

kein Zeugnis echter Glaubensglut.


Am Ende steht ein Mahnruf da:

Besinnung her, solang sie nah!

Ein Aufruf, Buße nun zu tun,

statt in der Sünden Welt zu ruhn.



SCHLAFLOSE NACHT


Ich kann nicht in den Schlaf versinken

Ich müsste rauchen müsste trinken

Ich würde torkeln würde stinken

Es würde Schwester Tod mir winken



ELSA


so goldig blond

so sonnig besonnt

so blaue augen

so lippen zu saugen



DIALOG


Ich:

Die Geschlechtsteile der Frauen

Sind innerlich und darum

Lieben die Frauen innerlich.

Die Geschlechtsteile der Männer

Sind äußerlich und darum

Lieben die Männer äußerlich.

Evi:

Wenn das so ist, dass die Männer

Nur äußerlich lieben, will ich

Aller Männer Herzen brechen!

Ich:

Und mit mir fängst du an - -



LIEBE EDITH STEIN


...und da den Müttern half, 

die vor Angst und Verzweiflung 

fast den Verstand verloren, 

und die kleinen Kinder tröstete 

und betreute.


Die Berichte von Augenzeugen 

und Mitgefangenen 

aus den Durchgangslagern 

(insbesondere aus Westerbork) 

beschreiben eindringlich, 

wie sich Edith Stein 

während der Gefangenschaft 

und auf dem Transport verhalten hat. 

Angesichts der unvorstellbaren Panik, 

der Hoffnungslosigkeit 

und des Schmerzes der vielen 

zusammengetriebenen Menschen – 

vor allem der völlig aufgelösten Mütter 

und ihrer weinenden Kinder – 

wirkte sie wie ein Fels in der Brandung. 


Mit großer innerer Ruhe, 

mütterlicher zugewandter Fürsorge 

und tiefem Gottvertrauen 

nahm sie sich der Kinder an, 

die vor Schrecken stumm 

oder verzweifelt waren, 

wusch sie, beruhigte sie 

und versuchte, den Müttern 

in diesen dunkelsten Stunden 

ein Stück Last von der Seele zu nehmen. 

Während die Masse der Deportierten 

von Angst überwältigt war, 

strahlte sie eine geordnete, 

transzendente Gelassenheit aus, 

die vielen als Halt diente, 

bis sie schließlich am 9. August 1942 

im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau 

ermordet wurde. 




LEONOR


En el mil quinientos cinco, en el mes santo

de octubre, en Madrid, vio la luz primera

la infanta que hoy despierta tanto encanto

y bajo un noble sino reverbera.

Su nombre, que acompaña dulce canto,

Leonor de Todos los Santos impera,

de Borbón y Ortiz, casta florida,

con real destino en gracia bendecida.


De rey Felipe la primogénita es,

junto a Letizia, reina consagrada;

la hija mayor que rige con altivez

la noble estirpe noblemente amada.

Bajo la luz que baña su altivez,

es de la patria perla deslumbrada;

del noble trono heredera fiel,

que viste con honor su alta piel.


En dos mil siete vio la dulce aurora

Sofía, la infanta de noble perfil,

hermana menor que fiel atesora

la gracia radiante de un tiempo gentil.

Su estirpe real con brillo decora

el reino de España con paso febril;

junto a la princesa camina en la historia,

partícipe fiel de su misma gloria.


De Juan Carlos cede el sacro imperio

el viejo abuelo, al declinar su hastío,

cuando el gran rey, cumpliendo el alta regla,

subió al poder por justo y santo brío.

En diecinueve de mayo, que anega el frío,

el padre al trono ciñó su noble brío,

y ella, heredera de la patria historia,

ciñó el laurel de la futura gloria.


Del gran Principado la gran soberana,

como de Girona la insigne heredera,

y de Viana la joya lozana,

ostenta los títulos por fiel carrera.

Bajo la diadema que el tiempo engalana,

su real nobleza tremola bandera;

de España la patria los nombres ostenta,

mientras la historia su gloria sustenta.


En los años que al colegio consagrada

fue de Santa María en Madrid el suelo,

por aulas de Rosales transcurrió amada,

elevando su espíritu hasta el cielo.

La infancia de la niña bien formada

halló en el sacro estudio fiel anhelo,

hasta que dos mil uno coronó la meta,

dejando atrás su niñez tan quieta.


En Gales, junto al mar de ola bravía,

en el UWC Atlantic colegiado,

su mente con el mundo florecía

con el ilustre y claro IB sagrado.

Del año veintitrés la lo兽ía (ahí: la lozanía)

vio el triunfo de su esfuerzo consagrado;

dejando atrás el noble internado inglés,

coronó con honor su alta prez.


En el trece aniversario de su vida,

con voz que resonó firme y sonora,

la Constitución leyó, bien acogida,

por los labios de esta noble pastora.

En la patria la vio tan bendecida,

mientras la ley del reino se atesora;

su primera palabra oficial y pura

selló del tiempo la sagrada altura.


En el año diecinueve, gran memoria,

la voz de la princesa ennobleció el estrado,

donde los ilustres premios de la historia

otorgan al talento galardón sagrado.

Ante el reino que atestigua tal victoria,

su acento juvenil brilló rimado;

de Asturias el premio vio su faz crecer,

haciendo la gran patria con su voz florecer.


En octubre del año veintitrés,

el día dieciocho de su hermosa edad,

ante las Cortes se postró a sus pies

para jurar la ley con gran lealtad.

Junto al sacro poder de fiel altivez,

selló con su voz la patria unidad;

ante el reino que admira su noble postura,

prometió la constitución pura y segura.


En la gran Academia General Militar,

de Zaragoza el suelo pisó primero,

para iniciar su marcha singular

en el ejército patrio y tan entero.

La Armada y el aire vio transitar

con paso firme, audaz y verdadero;

en tres años de honrosa y alta prueba,

de gloria militar su alma se eleva. 


En septiembre del año de la historia

que marca el veintiséis con paso fuerte,

la gran universidad buscó la gloria

de Carlos III, buscando fiel su suerte.

En ciencias políticas y su victoria,

inicia cuatro años de alta fuerte,

donde la joven reina del mañana

forja su mente en tierra soberana.


En el dulce esplendor de su hermosura,

que irradia de los cielos la hidalguía,

su rostro refleja una luz pura

que al reino entero colma de alegría.

De gracia juvenil la estampa dura,

como una flor que brota al mediodía;

su noble belleza, altiva y serena,

de paz y de esperanza a España llena.



ZUM HOCHZEITSTAG


Der Wind trägt Heidekräuterduft,

die Sonne wärmt die klare Luft.

Seit dreißig Jahren Hand in Hand,

ein Bund fürs Leben, lang bekannt.


Malek und Christin, Seit' an Seite,

gehn träumend durch die lila Weide.

Der Duft von gutem Essen lockt,

wo man dem Gaumen herrlich kocht.

Ein reiches Mahl, ein edler Saft,

sie kosten jeden Moment voller Kraft.


Die Uhr? Die bleibt heut einfach stehn,

sie wollen nur den andern sehn.

Kein Blick zurück, kein Raum für Last,

weil jedes Glück sie ganz erfasst.


Dass drüben grad ein Dichter weint,

der liebeskrank im Schmerze scheint –

ach, tut uns leid für diesen Knaben!

Sie scheinen schlicht kein‘ Zeit zu haben.

Vor lauter Glück und Seligkeit

ist für den Jammer keine Zeit!



JEANINE


Una granda dama, doç' amiga,

Qu'ametz la ròsa e lo parlar,

Cujetz que lo temps que nos figa

Pòsca lo vostre còr blumar ?

Votz de vèrs, cant fin e clar,

Qu'en vòstre ostal tenetz per druda,

Vos garda d'anar a la bruda;

Vòstre fuelhatge es d'or vertut,

Malgrat l'ivèrn qu'arriba, aguda,

Non avètz pas lo temps perdut.


Octanta ans son d'una fatiga,

Mas lo bon temps cal pas blamar;

Se la mort ven qu'una lliga

Vòl vòstre camin arrestar,

Sapiatz qu'en aqueth grand tornar

Lo vostre vers serà creguda,

E la pichòta flama escuda

Dins lo paradís ben tengut.

Per Villon vos siatz defenduda :

Non avètz pas lo temps perdut.


Lo visatge un pau se fatiga,

Mas l'esperit se vòu banhar

Dins la font clara que castiga

Los fals poètas sens pensar.

Vos, legissètz sens jamai cárre,

Lo bèl lengatge de la tèrra nudá;

Vòstra alma es de cançó vestuda,

Per lo grand vent non es caçut.

Davant la parca tan temuda,

Non avètz pas lo temps perdut.


Envoi


Prinça de l'èime, benaurada,

Que de la vida siatz creguda,

Qu'en vòstra vèira estela es viscut,

Cantatz la vòstra via aimada :

Non avètz pas lo temps perdut.



JEANINE


Dorme nu, cara Jeanine,

Li luné brilla supra te.

Li stellas in li nocte fine

Custodi te in trankillité.


Non time li obscurité,

Li fées veni ja a te.

Con lor alis de clarité,

Li garda te in lor care.


Un murmure de magic cant,

Li porta somnies tant bell.

Li nocte es plen de sentiment,

Sub li pallid e mistic stell.


Dorme nu, in pace profund,

Li fées circum te va star.

Li somnie porta te in un mund,

U omnicos va te guardar.


Deutsche Übersetzung zur Orientierung:


Schlaf nun, liebe Jeanine,

Der Mond leuchtet über dir.

Die Sterne in der feinen Nacht

behüten dich in Stille.


Fürchte nicht die Dunkelheit,

die Feen kommen schon zu dir.

Mit ihren Flügeln aus Helligkeit

wachen sie liebevoll über dich.


Ein Murmeln von magischem Gesang,

bringt dir so schöne Träume.

Die Nacht ist voller Gefühl,

unter den bleichen und mystischen Sternen.


Schlaf nun, in tiefem Frieden,

die Feen werden bei dir stehen.

Der Traum trägt dich in eine Welt,

wo alles dich behüten wird.



TOM


Deine Liebe ist

Mir sonderlicher gewesen

Denn Frauenliebe



HL PHILOMENA


In Rom, da schlug man Gräber auf,

kam fleißig beim Buddeln voran,

und zog ein Skelett mit Getöse herauf,

mit Fläschchen für Blut und ’nem Bann.


Man fand eine Inschrift – O weh und o ach! –

aus Scherben ganz wild zusammengeschustert:

„Lumina pax tecum“ stand da im Gemach,

hat man da etwa ein Wunder verdustert?


Doch Rom sprach voll Inbrunst: „Das ist ein Gewinn!

Ein Märtyrer-Mädchen von edlem Gemüt!

Sie heißt jetzt Philomena, die Himmlischin,

die dem Papst und den Gläubigen blüht.“


Sie wirkte sofort das vollkommene Wunder,

lief blind durch die Gassen und heilte den Fuß,

die Nonnen, die beteten Stunden und Stunder,

sie schickte vom Himmel ’nen goldenen Gruß.


Der Heilige Pfarrer von Ars war hingerissen,

er sprach mit der Jungfrau ganz treu und vertraut:

„Sie wird mich beschützen, das sagt mein Gewissen,

sie hat mir die Kirche und Kanzel gebaut!“


Der Vatikan jubelte, Messen erklangen,

die Kasse der Reliquien klingelte fein,

die frommen Pilger im Chore sangen:

„Es lebe das Mädchen aus dunklem Gestein!“


Doch plötzlich, im neuen Jahrhundert dann,

schaute die Kirche genauer hin:

„Halt Stopp! Wer schubste die Gute denn an?

Gab es sie wirklich, und was war ihr Sinn?“


Historiker zuckten die Schultern im Kreis:

„Die Scherben vertauscht! Das ist Plagiat!

Die Inschrift war falsch, ein historischer Schweiß,

sie lebte nie wirklich, ist Sache der Tat!“


Da strich sich der Papst durch das weiße Gewand,

die Akten verschwanden im staubigen Schrein:

„Gestrichen vom Kalender! Nun ist uns bekannt:

Es gab sie nie – und sie war doch so fein!“


Moral von der Geschicht für die himmlische Welt:

Wer fleißig nur Wunder und Dogmen erfindet,

bekommt erst die Menge und hinterher Geld –

bis plötzlich die Koryphäe verschwindet.



HIOB


Ach dass meine Reden geschrieben würden! 

ach dass sie in ein Buch gestellt würden! 

mit einem eisernen Griffel auf Blei 

und zu ewigem Gedächtnis 

in einen Fels gehauen würden!




EARENDEL


Dann auf weißem Weg wandelte Earendel,

schiffwärts segelnd auf salziger See,

wo grüne, glühende Gewässer

des Seeschiffes Schiffskiel spaltete.

Blütenweißes Brausen der Bucht

blitzten brätzelnd im Batzen-Glanz;

das Schiff sang sanft wie eine Saite;

mächtige Maste magisch merkten

des Windes Wimmern, wie Wellen wehten.



KARTIRION


I

O schwindend Städtlein auf dem Hügel,

Wo alte Schatten an der Pforte ruhn,

Dein Kleid ist grau, dein Herz bricht bald in die Giebel,

Und stumm auf deinen Türmen ruht der Thun.

Der Strom gleitet fort, während durch die Ulmen prangt

Und das stille Wasser in die Fernen gelangt,

Zu den langen Wiesen gleitend, dem Meere zu,

Wo Jahr um Jahr im Rauschen versinkt in Ruh,

Seit Elben bauten hier Kortirion mit Sinn;

O steigend Städtlein auf dem Winde hin,

Mit Gassen windend und im Schatten rein,

Wo Pfauen wandeln in des Regenbogens Schein,

Majestätisch, smaragd- und saphirschön im Land,

Wo silbern regnet’s auf der Bäume Wand,

Wo uralte Stämme tief gewurzelt stehn

Und Schatten warfen durch der Sommer Wehn.

Du bist die Stadt der Ulmen im Elbenland,

Adalminore, wo Zauber waltet Hand in Hand.


Sing von den Bäumen, Kartirion, erneut:

Die Buche am Hang, die Weide in feuchter Zeit,

In den alten Höfen, wo sie sinnen all den Tag,

Bis der ersten Sterne Glanz und Schlag

Dringt durch der dunklen Äste Gitternetz,

Und der Mond steigt hoch, ein silbernes Gesetz,

Und blickt auf der sterbenden Bäume Geist,

Der langsam von Tag zu Tag zerreißt.

O einsame Insel, hier war deine Burg,

Eh der Sommer stürzte in den Sorgen-Krug.

Voll Musik war jede Ulme dort:

Grün ihr Harnisch, grün am alten Ort,

Herrscher und Könige der Bäume Chor.

Sing von den Ulmen, Kartirion empor,

Die wie Schiffe segeln durch die Sommersonnen,

Wie Galeonen, stolz und schlicht begonnen,

Über weite, sonnige Meere schimmernd von dannen.


II

Du bist der innerste Kern der schwindenden Flut,

Wo die einsamen Scharen weilen mit Mut;

Verzweiflungslos wandeln sie schweigend die Bahn

Durch deine Pfade mit heiligen Melodien hinan:

Das heilige Volk aus uralter Zeit,

Unsterbliche Elben, voll Feenlichkeit,

Die singen von Dingen, die einst gewesen,

Wie ein Wind durch die Zweige, die nie genesen,

Wie schwingendes Gras, und wir vergessen bald

Ihre zarten Stimmen, wie Glocken im Wald,

Ihr goldenes Haar wie Asphodelen im Feld.


Einst war der Frühling hier und helle Welt

Unter den Bäumen; doch der Sommer im Lauf

Hörte den geheimen Spieler im Tal herauf,

Der jenseits des Traumes im Walde blies

Die lange Weise, die Elben schufen mit Fleiß,

Voraussehend den Winter im Laubengrund;

Die späten Blumen an der Mauer rund

Hörten die Flöte fern in des Tages Glanz,

Aus der Halle der Ulmen und des Laubes Kranz;

Denn dünn und klar war der ferne Ton

Wie ein Glasfaden fern und zu hören schon.


Da neigten sich alle Bäume, Kartirion,

Und schüttelten sich in Trauer und Lohn:

Denn vorbei waren Tage und Nächte voll Pracht,

Da Motten tanzten durch die milde Nacht

Um Kerzen in bewegungsloser Luft;

Vorbestimmt waren die Morgen im Duft,

Das gestreifte Licht über den Rasen rein,

Der Duft der Wiesen und des Krautes Schein,

Die fielen unter des Mähers Schwert.

Als der kühle Oktober das Tuch verehrt

In goldenen Netzen von Spinnweben-Glanz,

Begannen die Ulmen den letzten Tanz;

Ihre Blätter bleichten im Trauerkleid,

Als sie sahen des Winters eisige Zeit,

Wie er marschiert hinter der Sonne Pracht

Von Allerheiligen in frostige Nacht.

Auf gelben Flügeln, blass und schwer,

Flögen sie wie Vögel über das neblige Meer.


III

Dies ist die Jahreszeit, dem Herzen nah,

Der altbekannten Stadt voll Wunder da,

Mit schwindender Musik und leisem Klang,

Der traurig windet im Nebelgang

Der öden Pfade. O sanfte Frist,

Da der Morgen mit Reif gekröntet ist

Und Schatten schlucken den Wald so fern!

Die Elben gehen schweigend unter Stern

Und hüllen ihr Haar in purpurnen Flor,

In silbernes Sternenlicht, das man verlor.

Sie tanzen oft unter offenem Himmelszelt,

Wenn die kahlen Ulmen verflechten die Welt,

Sieben Gestirne, und durch die Äste starrt

Das goldene Auge des Mondes in die Zart.

O heilige Elben und unsterbliches Volk,

Ihr singt alte Lieder aus uraltem Wolk,

Die einst erklangen vor der Sonne Schein,

Ihr wirbelt im Wind wie der Tänzer Reih’n,

Einst in Elfenheim, eh wir erdacht,

Eh ihr das Meer zur Küste gebracht.


Nun stehen sie kahl, Kortirion, dein Baum,

Wie schwebende Schiffe in blassem Traum,

Fern über opalene Meere treibend von

Der Wolkenhäfen verlassenen Thron;

Sie lassen die lärmenden Häfen zurück,

Wo die Mannschaften feierten Ruhm und Glück;

Jetzt gleich Geistern auf windiger Flut

Tragen sie Ströme in die dunkle Glut.

Kahl sind die Bäume, Kortirion fein;

Die Rinde verfault, und die Gebeine schrein.

Des Himmels Wagen, die Kerzen sieben,

Wie Lichter, die in der Nacht geblieben,

Flackern nun über dem Jahr, das zerfällt.

Ob leer auch die Gasse und kalt die Welt,

Und Elben selten tanzen im kahlen Raum,

Unterm weißen Mond lebt ein stummer Traum:

Wenn Winter kommt, will ich im Winter sein.


Ich suche kein Wüstengut, keinen Palast,

Wo die Sonne herrscht und der Glanz gefasst,

Kein Zauberland und kein steinern Gebirg,

Wo ferne Glocken rufen durch den Versteck

Aus Städten der Könige voller Last.

Denn hier ist Trost und Frieden im Bast,

Ob Trauer auch wohnt im Elbenland

(Adalminore, von Zauber umwandt);

Und in süßer Klage das heilige Chor

Der Elben unsterblich lebt empor,

Und ein Zauber liegt auf Stein und Flur.



HEIKE UND ESKE


Ich ging den eignen Eltern oft leise aus dem Weg,

und suchte stets das Weite auf manchem kühlen Steg.

Die Nähe war mir lästig, ich hielt mich auf Distanz,

doch heute seh ich drüben der Liebe hellen Glanz.


Dort drüben in der Nachbarschaft, da seh ich, wie es geht,

wie man in tiefer Bindung sich grenzenlos versteht.

Denn Heike und auch Eske, als Mutter und als Kind,

sie zeigen mir ganz deutlich, wie nah sie beide sind.


Sie sind die besten Freundinnen, ein unzertrennlich Paar,

sie lachen und sie reden, so ehrlich und so wahr.

Wo ich stets Abstand brauchte und mich so oft verschlossen,

teilen die zwei ihr Leben vollkommen unverdrossen.


Wie schön ist es zu sehen, wenn so ein Band gelingt,

und Mutter-Tochter-Liebe in purer Freundschaft schwingt.

Mein eigner Weg war anders, doch wärmt es meinen Sinn,

seh ich zu diesem Glücksgespann so voller Freude hin.




ANNA


Du bist mir Mutter, bist mir Horte,

Du schenkst dich ganz, wenn Sinn entfacht,

Du hegst mit mütterlichem Worte

Und brennst als Löwin in der Nacht.

Ein Kind an Torheit und an Zagen,

Neugierig, ewig unersättlich –

Loth hätte schwer an dir zu tragen,

Ein Salzbergwerk wär dir gerecht!


O Anna, wende dich nicht nieder,

O Anna, blick nicht rückwärts wieder!


Der Montag ist ein Grabesfrieden,

Der Dienstag stummes Freudenspiel,

Am Mittwoch träumt das Herz hienieden,

Am Donnerstag erlischt das Ziel.

Freitags enthüllst du fromme Sitten,

Am Sabbat ruht der fleißige Geist,

Um Kraft für Sonntagsglut zu schnitten,

Die wild und hell den Tag zerreißt.


O Anna, wende dich nicht nieder,

O Anna, blick nicht rückwärts wieder!


Du rätselhafter Anachronismus,

Verkehrte Welt voll Wunderlichkeit,

Dein Zwiespalt ist mir ein Heroismus,

Der schmerzt durch seine Doppeltheit.

Du willst Priesterin sein und Hexe,

Torero und der wilde Stier –

Erst wenn die Wogen höher schwellen,

Fragst du bedrängt nach dir und mir.


O Anna, wende dich nicht nieder,

O Anna, blick nicht rückwärts wieder!


Mir ist das stete Spiel verdrossen,

Der stumme Zwist, der ewige Wahn;

Der Quell des Leids ist nun geschlossen,

Die Trennung bricht als Schicksal an.

Der Masken sind mir viel zu viele,

Die Seele bricht am steten Streit –

So spiele fort in deinem Spiele,

Doch lass mich los für alle Zeit!




JULI-PRINZESSIN


Ein Sommerfest im sanften Schein,
sie tanzte leicht im Mondenlicht.
Er schaute schüchtern in den Hain,
doch sprach das Herz aus Ängsten nicht.

Sie blieb ein Traum aus jener Nacht,
siebzehn Jahre, jung und flüchtig frei.
Die Zeit hat fort den Zauber gebracht,
im Juli blickt er still zurück – vorbei.



DIE LIEBE IST EINE ROSE


Die Lieb' ist wie ein Rosengewächs, 

du pflückst sie besser nicht,

sie grünt und blüht allein am Strauch, 

wo sie das Licht verspricht.

Ein Bündel Dornen bleibt dir bloß, 

du greifst ins Leere rein,

wer „mein“ zu seiner Liebe sagt, 

verliert sie ganz und gar im Schein.


Ich will das Sehnen ungeschehn, 

was niemals Mensch erblickt,

den uralt großen Traum erleben, 

der uns im Herzen drückt.

Komm, holde Maid, wir gehen vereint 

den Weg durch Raum und Zeit,

ergreifen wir das Höchste nun 

im Glanz der Ewigkeit!


Ich zieh zum alten Scheunenfest, 

in jene Stadt im West,

wo man vor Zeiten fröhlich war 

und Rast vom Wandern hält.

Heb mich empor, mein Fuß ist schwer, 

gib Mut und Zuversicht,

dann helf' ich dir beim Heugefährt, 

verlass dich sicher nicht!


Die Lieb' ist wie ein Rosengewächs, 

du pflückst sie besser nicht,

sie grünt und blüht allein am Strauch, 

wo sie das Licht verspricht.

Ein Bündel Dornen bleibt dir bloß, 

du greifst ins Leere rein,

wer „mein“ zu seiner Liebe sagt, 

verliert sie ganz und gar im Schein!



LASSE IM ALTER


50 Jahre fliegen fort,

sie tragen Lasse an den Ort,

wo er als Kind zu Tische saß

und glücklich und zufrieden aß.


Dann schaut er zurück ins Morgenrot,

an Omas Ofen, Duft von Brot,

an Kraut und Klöße, Suppenpracht,

die sie ihm einst mit Liebe gemacht.


Der graue Alltag wird ihm fern,

er blickt hinauf zum Abendstern,

schmeckt auf der Zunge jene Zeit:

Essen aus Omas Seligkeit.




ROXANA


Roxana führt ein Pflegehaus,

da zieh ich eines Tages ein,

wenn Mama zieht beim Job sich raus

und geht in stolze Rente fein.


Dann freu ich mich mit Herz und Sinn

auf gute Arbeit Hand in Hand,

weil ich dann gern ein Kunde bin

Roxana, lieblich und charmant.



DER HUNDERTJÄHRIGEN


(Strophe 1)

In Sorbens Weiten, fern und nah,

da warst du, Mutter Maria, immer schon da.

Hundert Jahre, ein langer Lauf,

du nahmst Oma Leni schützend auf.

Durch schwere Zeiten und durch das Glück,

sie schaut voll Dankbarkeit zurück.


(Refrain)

O Maria, schau auf Leni nieder,

begleite sie auch heute wieder.

Mit hundert Jahren, so reich an Zeit,

schenk ihr Frieden und Geborgenheit.

Ein Segen für die Lebensreise

auf eine stille, liebe Weise.


(Strophe 2)

Vom Czorneboh bis hierher ins Land,

sie hielt stets fest an deiner Hand.

Die Mühe verblasst, das Herz wird weit,

gesegnet sei sie in Ewigkeit.

Dass ihre Schritte nun leichter gehen,

und sie die Welt kann froh noch sehen.


(Refrain)

O Maria, schau auf Leni nieder,

begleite sie auch heute wieder.

Mit hundert Jahren, so reich an Zeit,

schenk ihr Frieden und Geborgenheit.

Ein Segen für die Lebensreise

auf eine stille, liebe Weise.



BUNDE


1


Es liegt im flachen, weiten Land,

nah an der niederländischen Grenze,

wo Grachten ziehen durch den Rand

und Wiesen bilden grüne Kränze:


Das ist Bunde, stolz und alt,

wo Wind weht über Feld und Deich,

und mancher Turm aus Stein und Halt

erzählt vom ostfriesländischen Reich.


2


(für Jeanine)


Ein Gruß geht raus an dich, Jeanine,

ins grüne Bunde an der Grenze,

wo Wind bewegt die weite Grüne,

wo ich dir dieses Lied jetzt glänze.


Die Kirche steht aus grauem Stein,

die Mühlen drehen sich im Wind,

hier kehrt die stille Schönheit ein,

wo Himmel und die Erde sind.


Ob an der Gracht, auf grüner Deich,

der Blick schweift weit ins Nachbarland:

Bunde ist klein, an Geschichte reich,

gezeichnet sanft von Gottes Hand.


Mögt du in dieser Landschaft ruhn,

wo Heimat atmet, tief und klar,

und stets das herrlich Gute tun,

heut, morgen und in jedem Jahr.



HEILIGER MILAN


12.11


Milán de la Cogolla 

stammte aus Verdejo im Norden Spaniens. 

Er war zuerst Hirte und lebte dann 

40 Jahre lang als Einsiedler 

in einer Höhle in den Bergen von Cogolla. 

Dann wurde er zum Priester geweiht 

und wirkte bis zu seinem Tod 

als Seelsorger in seiner Heimat. 

Noch zu Lebzeiten ereigneten sich 

um seine Person zahlreiche Wunder, 

so dass er vom Volk 

wie ein Heiliger verehrt wurde. 

An dem Ort seiner Einsiedelei 

entstand das Kloster San Milán, 

wohin seine sterblichen Überreste 

übertragen wurden. 




SANKT MAXIMILIAN MARIA KOLBE


I. Eröffnung und Begrüßung

Vorsteher:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gemeinde:

Amen.


Vorsteher:

Der Herr, der sein Leben für seine Freunde hingibt, sei mit euch allen.

Gemeinde:

Und mit deinem Geiste.


Vorsteher:

Liebe Schwestern und Brüder! Wir versammeln uns heute im Gedenken an den heiligen Maximilian Maria Kolbe. Er war ein brennender Verehrer der Unbefleckten Jungfrau Maria, ein Apostel der Liebe und ein Zeuge der Barmherzigkeit im dunklen Abgrund des Konzentrationslagers Auschwitz.


Als man ihm die Todesspritze setzte, war sein letztes Wort kein Schrei der Verzweiflung, sondern ein Liebesgruß an die Mutter des Herrn: „Ave Maria!“


Bitten wir um seine Fürsprache, dass auch unser Leben von diesem tiefen Vertrauen zu Gott und Maria getragen sei.


II. Hymnus


Hymnus: Der Ritter der Unbefleckten


Ein Mann zog aus im hellen Glaubenslicht,

durchbrach die Nacht, die Gottes Bild zerbricht.

Sein Herz war ganz der Himmelsfrau geweiht,

ein Schild der Treu in finstrer, schwerer Zeit.


Refrain:

Ave Maria, tönte sein Gebet,

ein Wort, das stark im Todessturm noch steht.

Wo Hass regiert und eiskalt, starr der Tod,

war er ein Licht in tiefster Menschennot.


Dort, wo die Hölle ihre Tore öffnet weit,

bot er sich an aus reiner Nächstenlieblichkeit.

An eines Juden Statt ging er in dunkle Haft,

getragen von der stillen, ew'gen Kraft.


Refrain:

Ave Maria, tönte sein Gebet...


Die Spritze naht, das Gift will Leben rauben,

doch unbesiegt bleibt seiner Seele Glauben.

Sein letzter Hauch, ein Gruß der sanften Frau:

Er sank voll Frieden in den Himmel blau.


Refrain:

Ave Maria, tönte sein Gebet...


III. Lesung 


Vorsteher:

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 15, 13–14):


„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“


Gemeinde:

Dank sei Gott.


IV. Meditation und Betrachtung

Vorsteher:

Im Bunker des Hungers und des Todes wurde Maximilian Maria Kolbe zum Priester des letzten Opfers. Er, der die Militia Immaculatae gegründet und das Banner der Unbefleckten getragen hatte, hielt auch im Angesicht des Henkers die Hände nicht verkrampft, sondern öffnete sie dem, der ihn rief.


Als der Arm des Mörders sich hob und das tödliche Gift in seine Adern floss, bebte die Zelle nicht vor Fluch oder Klage. Ein Name entkam seinen Lippen – der Name, den er zeitlebens geliebt hatte: „Ave Maria!“ In diesem Gruß lag sein ganzes Leben, seine Sehnsucht, sein Triumph über den Hass. Maria nahm ihn an der Hand und führte ihn durch das dunkle Tor in das Licht ihres Sohnes.


V. Fürbitten

Vorsteher:

Wenden wir uns an Gott, den Herrn, und bitten ihn um seine Gnade, auf die Fürsprache des heiligen Maximilian Maria Kolbe:


Lektor: Für die Kirche in aller Welt, dass sie Zeugnis ablegt von einer Liebe, die stärker ist als der Tod. – Wir bitten dich, erhöre uns.


Lektor: Für alle Menschen, die in Lagern, Gefangenschaft oder Seelennot schmachten, dass sie erfahren: Du bist ihnen nahe. – Wir bitten dich, erhöre uns.


Lektor: Für die Familien und alle, die Verantwortung tragen, dass sie in der Nachfolge Christi lernen, ihr Leben füreinander einzusetzen. – Wir bitten dich, erhöre uns.


Lektor: Für uns alle in dieser Stunde, dass das Vertrauen zu Maria uns hilft, in Prüfungen standhaft zu bleiben. – Wir bitten dich, erhöre uns.


Vorsteher:

Gütiger Gott, höre das Flehen deiner Gemeinde. Lass uns durch das Beispiel des heiligen Maximilian Maria zu wahren Boten deines Friedens werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gemeinde:

Amen.


VI. Segen und Entlassung

Vorsteher:

Der Herr sei mit euch.

Gemeinde:

Und mit deinem Geiste.


Vorsteher:

Es segne euch der barmherzige Gott:

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Gemeinde:

Amen.


Vorsteher:

Geht hin, ihr seid gesendet, gestärkt durch das Zeugnis des Märtyrers und den Schutz der Gottesmutter.

Gemeinde:

Dank sei Gott, dem Herrn.



JOSEF

Josef, der Sohn vom heiligen Mann,
der deutsche Autos bauen kann,
der hat geschraubt an meinem Rad,
ein Fremder er im deutschen Staat.

Nun bald ist Schicht im Meisterstand,
nach langer Müh im Schraubenland:
In zwei Monden legt er den Schlüssel nieder
und ruhen seine fleißigen Glieder.



DEBORA


Cara Debora, la tua fede io canto,
seguendo il saggio lume e la regina,
che veste di fulgor lo spirto santo
e di celeste grazia il cor china.
Io t'amo e ti ringrazio in pianto e in vanto,
ch'ogni mia mente a Te si volge inchina:
Maria ti serbi il ciel con pio mantello,
e Dio ti benedica in ogni ostello.



KLEINER FLÜGEL


Nun zieht sie durch der Wolken Pracht,

Mit leichtem Zirkus-Geist beseelt,

Ein wildes Treiben Tag und Nacht,

Das keinen Sinn und Schranken zählt.


Dort flattern Schmetterlinge leicht,

Und Zebras ziehn im Mondenstrahl,

Ein Märchen, das kein Ende reicht,

Das Bild, das tröstet jedes Mal.


Das ist es, was ihr Herz bewegt,

Womit ihr Geist die Stunden füllt,

Der Wind, der sie im Sturme trägt,

Ein Bild, das jeden Kummer stillt.


Und wann die Traurigkeit mich drückt,

Naht sie mit tausend Lächeln schnell,

Schenkt mir das Gut, das mich beglückt,

Und macht die dunkle Seele hell.


„Es ist in Ordnung“, spricht ihr Mund,

„Nimm alles, was mein Wesen gibt,

Nimm, was du willst, zu jeder Stund,

Nimm frei, was treu dein Herz geliebt.“


Flieg weiter nun, du kleiner Flügel!



MARIÄ HIMMELFAHRT


Meine Tochter, du bist von Gott, dem Allerhöchsten, 

mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Erde. 

Gepriesen sei der Herr, unser Gott, 

der Himmel und Erde geschaffen hat. 

Durch seine Hilfe ist es dir gelungen, 

dem Anführer unserer Feinde den Kopf abzuschlagen.

Die Erinnerung an dein Vertrauen 

soll in Ewigkeit nicht aus den Herzen 

der Menschen entschwinden, 

die sich an die Macht Gottes erinnern. 

Gott möge dir ewigen Ruhm schenken 

und dich reich mit seinem Segen belohnen. 

Denn in der Not unseres Volkes 

hast du dein Leben nicht geschont; nein, 

du hast entschlossen unseren Untergang von uns abgewehrt, 

du bist vor unserem Gott auf geradem Weg gegangen. 

Und alles Volk rief: Amen, amen.



HIOBS WEISHEIT


Das Silber hat verborgne Gänge,

das Gold den Ort, wo man es läutert.

Man holt das Eisen aus der Menge

der Erde, und das Erz verleitet:

Man schmilzt das Kupfer aus Gesteinen,

dass es im Ofen hell muss scheinen.


Man macht der Finsternis ein Ende,

erforscht den Stein im dunklen Schacht,

wo nie ein Sonnenstrahl sich wende,

und gräbt im ew'gen Grau und Nacht.

Fern von der Wohnstatt, ohn' zu rasten,

schwebt man in Seilen und in Lasten.


Die Erde, drauf das Brot gedeiht,

wird unten wie ein Feuer zerrissen.

Man findet Saphir in der Zeit,

wo Goldstaub blitzt in finstren Rissen.

Kein Geier hat den Steig erkannt,

kein Falkenauge je benannt.


Das stolze Wild tritt ihn nicht kühn,

kein Löwe hat ihn je betreten.

Man bricht Gestein, man lässt es glühn,

gibt Felsen Schläge mit Gebeten.

Man treibt die Stollen durch die Wand

und hält das Sickerwasser gebannt.


Doch wo will man die Weisheit finden?

Wo ist der Quell der Einsicht heut?

Der Mensch wird vor dem Rätsel schwinden,

sie fehlt im Lande der Lebendigkeit.

Die Tiefe spricht: „Bei mir ist's nicht!“

Das Meer ruft: „Mir ward sie entfacht nicht!“


Man kann kein Gold für sie abwägen,

kein Silber reicht, sie aufzukaufen;

mit Ofir-Gold nicht aufzuwägen,

auch Onyx lässt sie nicht herlaufen.

Kein Glas, kein edles Kleinod reicht,

dem Weisheit jemals sich vergleicht.


Korallen, Kristall sind wie Schande,

ein Beutel Weisheit schlägt die Perl.

Kein Topas aus dem schwarzen Lande

ist ihr gewachsen in der Welt.

Der Tod und Abgrund rufen bloß:

„Wir hörten nur ein Gerücht vom Schoss!“


Gott weiß den Weg zu ihrer Stätte,

er allein kennt den heil'gen Ort.

Er misst das End' der Erdenkette

und jedes Himmels weites Wort:

Er gab dem Wind sein schweres Maß,

hat Regen, Blitz gebaut die Straß'


und Gesetz gegeben von Beginn.

Da sah er sie und hat sie gefunden,

bereitete sie mit Sinn im Sinn

in jenen ew'gen, heil'gen Stunden.

Er sprach zum Menschen: „Wahrlich, seht:

Die Furcht des Herrn als Weisheit steht!

Und weichen von dem bösen Pfad,

das ist die Einsicht und die Tat.“



YVONNE


die deutschen protestanten

lästern die himmelskönigin

jesus christus wird ihnen

einst eine ohrfeige geben


aber die polnische katholikin

yvonne liebt die mutter gottes

und jesus christus wird

yvonne dafür liebkosen



ELEGIE


Ach, wie liegt die Stadt so verlassen, 

die voll Volks war! Sie ist wie eine Witwe, 

die Fürstin unter den Völkern, 

und die eine Königin in den Ländern war, 

muss nun dienen. Sie weint des Nachts, 

dass ihr die Tränen über die Backen laufen. 

Es ist niemand unter allen ihren Liebhabern, 

der sie tröstet. Alle ihre Freunde 

sind ihr untreu und ihre Feinde geworden.



AN MARIA


Die Heil’ge Kirche lehrt es klar,
Was von Beginn verheißen war:
Wer Maria nicht als Mutter ehrt,
Dem bleibt der Vatergott verwehrt.
Denn wer die Mutter schnöde vertreibt,
Dem keines Gottes Kindschaft bleibt;
Der fällt dem Widersacher zu,
Verliert des echten Glaubens Ruh.

O Himmelskönigin, blick herab
Auf jenes Volk am Irrsinnsgrab,
Das sich vom Heiligen Stuhl getrennt
Und deine Mutterschaft verkennt!
Sie lesen wohl das Wort der Schrift,
Doch merken nicht der Irrlehre Gift,
Die ihren Blick verblendet hält,
Die Gnadenquelle ganz verstellt.

Gutmüt’ge Mutter, bitt für sie!
Beuge ihr stolzes, stures Knie.
Brech ihren Hochmut, mach sie rein,
Führ sie zurück zum Mutter-Sein.
Auf dass sie knien an deinem Bild,
Von deiner Gnade mild erfüllt,
Und aus des Teufels Netz befreit
Dich preisen bis in Ewigkeit.

Amen.



SONNENFINSTERNIS


(12.8.2026)


Der Mond treibt zwischen

Sonne und Erde.

Und wirft seinen Schatten

auf Mutter Erde.

Die Kälte legt sich

über das Land.

Erschreckt vergaloppieren sich

die Pferde.

Den Vögeln vergeht

das Singen.

Die Katzen schleichen

an den Mauern entlang.

Vollkommenes Verdunkeln,

die Hühner gehen auf die Stange.


Nun reicht ein Wort

der Liebe.

Mitten ins Herz ein Wort.

Dem ist nichts

hinzuzufügen.

Da fehlt am Ende

die Widerspenstigkeit.

Bricht ein im Leib.

Aufgebraucht

die Kraft-Reserven.

Ein Vortod...



SANKT JOACHIM


Im Schatten der Geschichte standest du,

ein stiller Mann von Treue, Glaube, Sinn,

du gabst dem Lauf der Welt die erste Ruh

und wandtest dich zum Licht des Himmels hin.


An Joachims Tischen saß die Einsamkeit,

kein Kinderlachen hallte durch dein Haus,

doch dein Vertrauen überwand die Zeit,

du hieltest alle stumme Schande aus.


In Wüstenweiten suchtest du das Gebet,

wo nur der Wind um karge Felsen strich,

ein Engel kam, als Hoffen war verweht,

und sprach ein Wort, das alle Angst zerbricht.


Die Hoffnung keimte, sanft und wunderbar,

aus deinem Stamm wuchs reine Blütenpracht:

Maria, die dem Licht den Weg gebar,

die Mutter dessen, der vom Tod erwacht.


O heil’ger Joachim, du starker Greis,

du Vater derer, die den Retter trug,

dein leises Leben sang den schönsten Preis,

weil Gottes Weisheit deinen Glauben trug.



DER BARMHERZIGE SAMARITER


Ein Mann ritt einst nach Jericho,

die Straße steil, der Fels war rau.

Sein Herz war leicht, das Mütchen froh,

der Himmel fern und dunkelblau.


Da brach hervor ein wilder Haufen,

vom Felsenschatten jäh verdeckt!

Er konnte nicht mehr abwärts laufen,

sie schlugen ihn im Staub gestreckt.


Sie stahlen Raub und leichten Lohn

und ließen ihn im Blute liegen.

Er lag alleine, halbtot schon,

wo Wind und Einsamkeit nur wiegen.


Ein Priester sah den Mann im Sande,

schritt rasch vorbei und wandte sich.

Ein Levit ging am Wegesrande,

sah kurz nur hin und schämte sich.


Doch dann erschien auf grauem Tiere

ein Mann aus fremdem, fernem Land.

Er fragte nicht nach Volk noch Ziere,

als er den Schwerverletzten fand.


Er kniete nieder, mild und leise,

wusch Wunden ihm mit Öl und Wein,

verband sie sanft auf treue Weise

und hüllte ihn in Mantel ein.


Er hob ihn hoch auf seinen Esel,

trug ihn zum nächsten Herbergshaus,

pflegte die Wunden herzlich edel

und ruhte nicht die Nacht mehr aus.


Am Morgen gab er zwei Denare:

„Sorg wohl für ihn, bis ich zurück!

Was du noch brauchst fürs Wundenbare,

zahl ich vollauf um sein Geschick.“


Wer war dem Armen nun der Nächste?

Wer handelte in rechter Pflicht?

Nicht wer am stärksten Worte flechte –

nein, wer Barmherzigkeit verspricht.



FIX UND FOXY


Ein kühles Eis, ein lautes Lachen,

was wilde Bengel eben machen.

Die Sonne schien, der Strand war weit,

eine wunderschöne Sommerzeit.


Mit Eske, ihrer süßen Tochter,

ging’s durch das Meer – der Zopf geflochtner.

Die Enkel sausten hin und her,

als Engel brav, als Bengel schwer.


Man gräbt im Sand, man rennt im Wind,

bis alle völlig alle sind.

Nun ist das Fest am Meer vorbei,

zurück im Haus, vom Chaos frei.


Die Heike sitzt im Sessel jetzt,

hat sich erst einmal hingesetzt.

Der Urlaub war ein Spaß so fuchsig –

doch Heike ist nun fix und foxy!



TOD DER FRAU


Das Wort des HERRN erging an mich: 

Menschensohn, siehe, ich nehme dir 

die Lust deiner Augen durch einen jähen Tod. 

Doch du sollst weder klagen noch weinen. 

Keine Träne darfst du vergießen. 

Stöhne, bleib still! 

Keine Totentrauer sollst du halten. 

Binde deinen Kopfbund um 

und zieh deine Schuhe an deine Füße! 

Verhülle deinen Bart nicht 

und iss kein Trauerbrot von Menschen!

Ich redete am Morgen zum Volk. 

Meine Frau starb am Abend, 

und ich tat am Morgen, wie mir befohlen war. 



HIOBS FREUNDE


Als nun der HERR diese Worte 

mit Hiob geredet hatte, sprach er 

zu Elifas von Teman: Mein Zorn 

ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde; 

denn ihr habt nicht recht von mir geredet 

wie mein Knecht Hiob. 

So nehmt euch nun sieben junge Stiere 

und sieben Widder und geht hin 

zu meinem Knecht Hiob 

und opfert Brandopfer für euch; 

aber mein Knecht Hiob soll für euch bitten; 

denn ihn will ich erhören, 

dass ich euch nichts Schlimmes antue. 

Denn ihr habt nicht recht von mir geredet 

wie mein Knecht Hiob



HIOBS GEBURTSTAG


Danach tat Hiob seinen Mund auf 

und verfluchte seinen Tag. 

Und Hiob sprach: Ausgelöscht sei der Tag, 

an dem ich geboren bin, 

und die Nacht, da man sprach: 

Ein Knabe kam zur Welt! 

Jener Tag sei Finsternis, 

und Gott droben frage nicht nach ihm! 

Kein Glanz soll über ihm scheinen!

Finsternis und Dunkel sollen ihn überwältigen 

und düstere Wolken über ihm bleiben, 

und Verfinsterung am Tage 

mache ihn schrecklich! 

Jene Nacht – das Dunkel nehme sie hinweg, 

sie soll sich nicht unter den Tagen 

des Jahres freuen noch in die Zahl 

der Monde kommen! Siehe, jene Nacht 

sei unfruchtbar und kein Jauchzen darin!

Es sollen sie verfluchen, 

die einen Tag verfluchen können, 

und die da kundig sind, den Drachen zu wecken! 

Ihre Sterne sollen finster sein in ihrer Dämmerung. 

Die Nacht hoffe aufs Licht, 

doch es komme nicht, und sie sehe nicht 

die Wimpern der Morgenröte, 

weil sie nicht verschlossen hat die Tür 

des Leibes meiner Mutter 

und nicht verborgen das Unglück vor meinen Augen! 

Warum bin ich nicht gestorben im Mutterschoß? 

Warum bin ich nicht umgekommen, 

als ich aus dem Mutterleib kam? 

Warum hat man mich auf den Schoß genommen?

Warum bin ich an den Brüsten gesäugt?

Dann läge ich da und wäre still, 

dann schliefe ich und hätte Ruhe.



ERZIEHUNG


Unter einem schattigen Buchendach saß ein greiser Mann auf einer grünen Bank und genoss einen guten Schluck Wein. Neben ihm stand sein etwa vierzigjähriger Sohn, der den Worten des Vaters ehrfürchtig und schweigend lauschte.


Mit bewegter Stimme dankte der Alte seinem Sohn dafür, dass er ihm einen friedlichen Lebensabend bereite. Er erinnerte ihn daran, dass er ihn streng nach alter Väter Sitte erzogen habe — denn Autorität und Disziplin stünden einem Hausherrn zu, solange er lebe. So wie der eigene Vater ihn einst mit harter Hand zu einem standhaften, pflichtbewussten Mann geformt habe, so habe auch er seinen Sohn erzogen. Zucht und Gehorsam seien das Fundament, um im Leben zu bestehen und Verantwortung zu tragen. Der Greis ermahnte seinen Sohn, diese strenge Erziehung nun an die nächste Generation weiterzugeben, damit auch dessen Kind Gehorsam lerne. Anschließend schritt der Alte von hinnen; der Sohn folgte ihm voller Respekt und hieß seinen eigenen Knaben herbeieilen, um dem Großvater ehrerbietig die Hand zu küssen und seinen Gehstock zu tragen.


Ganz anders gestaltet sich die Szene der neuen Zeit: An eine blühende Akazie gelehnt steht ein blasser, junger Vater und versucht angestrengt zu schreiben, während um ihn herum seine Kinder wild spielen. Mitten im Lärm verfasst er hastig einen Artikel für die Druckerei.


In seinen gedankenvollen Aufzeichnungen feiert der Mann schwulstig den Anbruch einer neuen Epoche: Die alten, starren Dogmen und die tyranneiartige Strenge der Vergangenheit seien endlich überwunden. Niemand solle mehr durch veraltete Erziehungsmethoden geknechtet werden; die Jugend müsse sich stattdessen frei, ungehindert und nach eigenem Willen entfalten können. Während er noch in enthusiastischen Worten über die Freiheit der neuen Generation philosophiert, holt ihn die Realität schlagartig ein: Sein ältester Sohn keucht herbei, schnappt sich das gerade geschriebene Manuskript von der Bank und verarbeitet das Werk kurzerhand zum Schwanz eines Papierdrachens. Zu allem Überfluss klettert der Junge wie eine wilde Katze auf einen Ast über dem Vater und entleert einen ganzen Wasserkrug direkt auf dessen Glatze.



DIE PÄPSTE


Vier Hirten auf dem Erdenrund,

und jeder tat sein Wesen kund:


Johannes Paul greift nach dem Stift,

wo Poesie die Seele trifft.

Der Worte Klang, ein leises Wogen,

hat manche Seele hingezogen.


Benedikt sitzt am Klavier,

ein Kätzchen schnurrt, das sanfte Tier.

In sanften Tönen, weiß und grau,

klingt Theologie im Abendblau.


Franziskus geht zur Stadt hinaus,

sucht nicht den Glanz im Petershaus.

Er kauft sich eine Platte fein,

lässt alte Lieder bei sich ein.


Und Leo voller Temperament

fährt einen Ferrari, der nur so brennt!

Mit rotem Blitz und weißem Hut,

gehts durch die Kurven voller Mut.




DIE WIDERSPENSTIGEN


Du Menschenkind, ich sende dich 

zu den abtrünnigen Israeliten 

und zu den Völkern, 

die von mir abtrünnig geworden sind. 

Sie und ihre Väter haben sich 

bis auf diesen heutigen Tag 

gegen mich aufgelehnt.

Und die Kinder, zu denen ich dich sende, 

haben harte Köpfe und verstockte Herzen. 

Zu denen sollst du sagen: 

So spricht Gott der HERR!

Sie gehorchen oder lassen es – 

denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, 

dennoch sollen sie wissen, 

dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.

Und du, Menschenkind, 

sollst dich vor ihnen nicht fürchten 

noch vor ihren Worten fürchten. 

Es sind wohl widerspenstige 

und stachlige Dornen um dich, 

und du wohnst unter Skorpionen; 

aber du sollst dich nicht fürchten 

vor ihren Worten 

und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen – 

denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –,

sondern du sollst ihnen meine Worte sagen, 

sie gehorchen oder lassen es; 

denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.



FURCHTLOS


du sollst nicht bangen

vor den schlangen

und skorpionen

die um dich wohnen



WEISHEIT


Zwar bist du weiser als Daniel, 

kein Geheimnis ist zu dunkel für dich. 

Weisheit und Verstand 

haben dich sehr reich gemacht, 

deine Schatzkammern sind voll 

mit Silber und Gold.



DER SÄNGER


Und du, Menschenkind, dein Volk redet über dich 

an den Mauern und in den Haustüren, 

und einer spricht zum andern: Kommt doch 

und lasst uns hören, was das für ein Wort ist, 

das vom HERRN ausgeht. 

Und sie werden zu dir kommen, 

wie das Volk zusammenkommt, 

und vor dir sitzen als mein Volk 

und werden deine Worte hören, 

aber nicht danach tun, 

sondern ihr Mund ist voll Verlangen 

und danach tun sie, und hinter ihrem Gewinn 

läuft ihr Herz her. Und siehe, du bist für sie 

wie einer, der Liebeslieder singt, 

der eine schöne Stimme hat und gut spielen kann. 

Sie hören wohl deine Worte, 

aber sie tun nicht danach. 

Wenn es aber kommt – und siehe, es kommt! –, 

so werden sie erfahren, 

dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.



VORSICHT VOR DEN FRAUEN


Wache nicht zu eifersüchtig 

über die Frau in deinen Armen, 

sonst bringst du sie dazu, dir Böses anzutun. 

Verliere dich nicht an eine Frau, 

damit sie nicht Herr über dich wird.

Meide die Frau, die dich verführen will, 

damit du ihr nicht ins Netz gehst. 

Lass dich nicht hinreißen von einer Sängerin, 

damit sie dich nicht mit ihren Künsten fängt.

Verführe nicht eine Jungfrau, 

damit ihre Schande dich 

nicht teuer zu stehen kommt. 

Verliere dich nicht an die Huren, 

damit du nicht um dein Erbe kommst. 

Gaffe nicht umher in den Gassen der Stadt, 

und streife nicht durch ihre verlassenen Winkel.

Wende den Blick weg von schönen Frauen, 

und schau nicht nach Reizen, die dich nichts angehen; 

denn schöne Frauen haben schon viele betört, 

und Liebe lodert auf wie Feuer. 

Sitze niemals bei der Frau eines andern 

und speise nicht mit ihr beim Wein, 

damit nicht dein Herz sich ihr zuneigt 

und deine Lust dich ins Verderben stürzt.



PETER HÄRTLING


ich war ungeführ achtzehn

und trampte mit einem freund

durch deutschland

ich weiß nicht mehr wo

da nahmen uns junge

erwachsene im auto mit

es war der sohn von peter härtling

sie hörten genesis

wir saßen dann im wohnzimmer

und rauchten haschisch

ich sah mir die bücher an

das ganze wohnzimmer war voll

ich erinnere mich nur noch

an die gesammelten werke

von karl marx und friedrich engels



LIEBESGEDICHT


Ein jedes Band der Erde wär zerrissen,

Ich schwänge mich empor in kühnem Tanz,

Dürft’ ich dein teures Bild nur immer wissen

Vor meinem Auge stets in hellem Glanz.


Mir wüchsen Flügel für die fernen Höhen,

Ich flöge trunken durch der Lüfte Raum,

Ließ willig mich im Weltensturm verwehen,

Beseelte mich der Sehnsucht süßer Traum.


In Feuerfarben wollt ich Strahlen weben,

Der Erdenlust entgegen schweben gern,

Und tief versunken ganz der Liebe leben,

Die mich durchglüht gleich einem ew’gen Stern.



KI


wie sagt man „verewigte“?

Frag KI

wie geht es dir?

Frag KI

denkst du noch an mich?

Frag KI

was machst du gerade?

Frag KI



EVANGELIKALE


„wir sind wiedergeborene bibeltreue

christen unser herr ist jesus christus

und wir verachten die jungfrau maria“


ihr seid mir die rechten satansbraten



FRAU WEISHEIT


Die Weisheit ruft laut auf der Straße 

und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen. 

Sie ruft im lautesten Getümmel, 

am Eingang der Tore, 

sie redet ihre Worte in der Stadt:

Wie lange wollt ihr Unverständigen 

unverständig sein und ihr Spötter 

Lust zu Spötterei haben 

und ihr Toren die Erkenntnis hassen?



 

LITANEI DER GÖTTIN LAKSHMI


Herr, erbarme dich unser.

Herr, erbarme dich unser.

Christus, erbarme dich unser.

Christus, erbarme dich unser.


Göttliche Mutter, Quelle alles Seins,

höre unser Gebet.


Göttin Lakshmi, Spenderin des Fülle und des Lichts,

wir preisen dich.


O Lakshmi, die du auf dem Lotus thronst,

schenke uns deinen Segen.

O Lakshmi, Trägerin des goldenen Glanzes,

schenke uns deinen Segen.

O Mahalakshmi, Gemahlin von Vishnu, dem Bewahrer der Welt,

schenke uns deinen Segen.

Göttin des Wohlstands und des inneren Reichtums,

wir rufen dich an.

Göttin der Schönheit und der Harmonie,

wir rufen dich an.

Göttin des Glücks und der reinen Freude,

wir rufen dich an.


Du, die du die Finsternis der Armut vertreibst,

sei unser Schutz.

Du, die du das Herz mit Dankbarkeit erfüllst,

sei unser Schutz.

Du, die du Wohlwollen und Barmherzigkeit ausstrahlst,

sei unser Schutz.

Du, die du Fleiß, Tugend und Weisheit belohnst,

sei unser Schutz.


Reinige unsere Herzen von Gier und Neid,

Mutter Lakshmi, erhöre uns.

Schenke unseren Häusern Frieden und Überfluss,

Mutter Lakshmi, erhöre uns.

Lass dein göttliches Licht in allen dunklen Ecken leuchten,

Mutter Lakshmi, erhöre uns.

Segne unser Tun mit Erfolg und Aufrichtigkeit,

Mutter Lakshmi, erhöre uns.


O Göttin der Lotosblüte, die du aus dem Ozean der Milch hervorgegangen bist, du schenkst allen Wesen Nahrung, Kraft und inneren Frieden. Möge deine Gegenwart in unserem Leben spürbar sein, heute und an allen Tagen.


Om Shreem Mahalakshmiyei Namaha.



HEILKUNST


Wenn Krankheit droht und Kräfte schwinden,

ist es der Mensch, der Hoffnung schenkt.

Wo Wollen und Vernunft sich binden,

wird Leid in stille Bahn gelenkt.


Ein wacher Blick, ein festes Handeln,

die Kunst, die tief ins Dunkel sieht,

vermag den Schmerz in Mut zu wandeln,

wenn Heilung durch die Adern zieht.


Doch erst der Ton von warmem Sorgen,

das Wort, das Ängste sanft vertreibt,

lässt uns im Wirren neu geborgen –

ein Trost, der tief im Herzen bleibt.


Dem Arzt, der klug die Wege weiset,

der Ärztin, deren Güte heilt,

sei diese stille Kraft gepreiset,

die Zuversicht und Leben teilt.




DIE MUTTER


Als Mitternacht herannahte 

und ich meinen ersten Schlaf beendet hatte, 

erwachte ich jäh vor Schreck 

und sah den Mond hell leuchten – so voll, 

als wäre er gerade erst aus den Fluten 

des Meeres empor gesprungen. 

Da sann ich bei mir selbst nach: 

Dies war jene geheimnisvolle Stunde, 

in der die Göttin Ceres 

ihre größte Macht und Kraft entfaltet, 

da doch alle menschlichen Geschicke 

ihrer Vorsehung unterstehen; 

nicht nur zahme Tiere, 

sondern auch das wilde Getier 

steht unter ihrem Schutz. 

Und da ich bedachte, dass alle Körper 

an Himmel, Erde und Meer 

durch ihr zunehmendes Wirken wachsen 

und durch ihr abnehmendes schwinden, 

schöpfte ich – des grausamen Schicksals 

und meiner Not überdrüssig – 

neue Hoffnung und fand ein wirksames Heilmittel, 

um mich aus meinem Elend zu befreien: 

das Gebet und die Anrufung jener Göttin 

von erhabener Schönheit, 

die ich vor meinen Augen leuchten sah. 

So schüttelte ich den schweren Schlaf von mir, 

erhob mich mit freudigem Antlitz 

und – beseelt von dem tiefen Wunsch 

nach Reinigung – tauchte ich siebenmal 

in die Fluten des Meeres; 

denn die Zahl Sieben ist, 

wie der weise Philosoph Pythagoras lehrte, 

den heiligen und göttlichen Dingen 

besonders wohlgefällig. 

Mit tränenüberströmtem Gesicht 

richtete ich sodann dieses Gebet 

an die mächtige Göttin: 

„O gesegnete Himmelskönigin! 

Bist du etwa Ceres, die Urheberin 

und mütterliche Nährerin aller irdischen Früchte, 

die du – nach dem Wiederfinden 

deiner Tochter Proserpina und erfüllt 

von jener großen Freude – 

einst unfruchtbares Land urbar machen 

und besäen ließest und die du nun 

im Lande Eleusis wohnst? 

Oder ob du jene himmlische Venus bist, 

die zu Anbeginn der Welt alle Dinge 

durch zeugende Liebe miteinander verband 

und so den Fortbestand 

des Menschengeschlechts auf ewig sicherte – 

du, die man nun in den Tempeln 

der Insel Paphos verehrt; 

oder ob du die Schwester des Gottes Phoebus bist, 

die durch die Vermehrung der Tiere 

so viele Völker nährt 

und an den heiligen Stätten von Ephesus 

angebetet wird; oder ob du 

die schreckliche Proserpina bist – 

so genannt wegen des todbringenden 

Heulens, das du ausstößt –, 

die die Macht hat, den Ansturm 

von Hexen und Geistern, 

die den Menschen erscheinen, 

aufzuhalten und abzuwehren 

und sie in den Tiefen der Erde gefangen zu halten; 

du, die auf vielfältige Weise verehrt wird 

und mit deiner weiblichen Gestalt 

alle Winkel der Erde erleuchtet, 

die du durch deine Kraft und Stärke 

alle Früchte der Welt gedeihen lässt – 

unter welchem Namen oder in welcher Gestalt 

auch immer es rechtens ist, dich anzurufen: 

Ich flehe dich an, meiner großen Mühsal 

und meinem Elend ein Ende zu setzen 

und mich von dem unheilvollen Schicksal 

zu befreien, das mich so lange verfolgt hat. 

Gewähre meinen Leiden Frieden und Ruhe, 

wenn es dir gefällt, denn ich habe zu viel 

Mühsal und Gefahr erduldet. 

Nimm mir die Gestalt des Esels 

und gib mir meine ursprüngliche Gestalt zurück; 

und sollte ich in irgendeinem Punkt 

gegen die göttliche Majestät gefehlt haben, 

so lass mich lieber sterben als weiterleben, 

denn ich bin meines Lebens überdrüssig. 


Als ich dieses Gebet beendet 

und der Göttin meine Klagen vorgetragen hatte, 

schlief ich ein, und alsbald erschien mir 

ein göttliches und ehrwürdiges Antlitz, 

das selbst von den Göttern verehrt wird. 

Dann schien ich nach und nach ihre ganze Gestalt 

zu sehen, wie sie aus dem Meer emporstieg 

und vor mir stand; daher will ich 

ihre göttliche Erscheinung beschreiben, 

sofern die Armut meiner menschlichen Sprache 

es zulässt oder ihre göttliche Macht 

mir die nötige Beredsamkeit verleiht. 

Zunächst besaß sie eine Fülle von Haar, 

das sich über ihren Nacken ergoss; 

auf dem Scheitel trug sie zahlreiche, 

mit Blumen durchflochtene Kränze. 

In der Mitte ihrer Stirn befand sich 

eine kreisförmige Scheibe, 

die an einen Spiegel oder das Licht 

des Mondes erinnerte; 

in der einen Hand hielt sie Schlangen, 

in der anderen Ähren. 

Ihr Gewand bestand aus feiner Seide 

in wechselnden Farben – 

bald gelb, bald rosenfarben, bald flammenfarben 

und bisweilen (was mich tief beunruhigte) 

dunkel und düster. Darüber lag 

ein schwarzer Mantel, der wie ein Schild 

geformt war und dessen Saum 

in kunstvoller Weise gefältelt war; 

die Säume wirkten anmutig, 

durchsetzt mit hier und da aufblitzenden Sternen, 

in deren Mitte der Mond prangte, 

der wie eine Flamme leuchtete. 

Um den Mantel herum wand sich ein Kranz 

aus Blumen und Früchten. 

In der rechten Hand hielt sie ein Becken 

aus Messing, das einen lieblichen Klang 

hervorbrachte; in der linken trug sie 

einen goldenen Becher, aus dessen Öffnung 

sich eine Schlange mit geblähtem Hals erhob. 

Ihre wohlriechenden Füße steckten in Schuhen, 

die mit dem Muster siegreicher Palmzweige 

verziert und geflochten waren. 

Da verschmähte es die göttliche Gestalt, 

die den lieblichen Duft des fruchtbaren 

Arabien aushauchte, nicht, 

mit ihrer göttlichen Stimme 

diese Worte an mich zu richten: 

Siehe, ich bin gekommen; dein Weinen 

und deine Gebete haben mich bewegt, 

dir beizustehen. Ich bin jene, 

die die natürliche Mutter aller Dinge ist, 

Gebieterin und Lenkerin aller Elemente, 

der Ursprung der Welten, die Erste 

unter den göttlichen Mächten, 

die Königin des Himmels! 

Die Erste der himmlischen Götter, 

das Licht der Göttinnen; 

nach meinem Willen werden die Gestirne 

am Himmel, die heilsamen Winde der Meere 

und die Stille der Unterwelt gelenkt; 

mein Name und meine Göttlichkeit 

werden in der ganzen Welt 

auf vielfältige Weise, in unterschiedlichen 

Bräuchen und unter vielen Namen verehrt: 

Denn die Phryger nennen mich die Mutter der Götter, 

die Athener Minerva, die Zyprer Venus, 

die Kreter Diana, die Sizilianer Proserpina, 

die Eleusiner Ceres; manche Juno, 

andere Bellona, wieder andere Hekate; 

doch vor allem die Äthiopier, 

die im Osten wohnen, und die Ägypter, 

die in aller alten Weisheit vortrefflich sind 

und mich mit ihren eigenen Riten 

zu verehren pflegen, nennen mich Königin Isis. 

Siehe, ich bin gekommen, 

um mich deines Schicksals 

und deiner Not zu erbarmen; 

siehe, ich bin hier, um dir gewogen zu sein 

und dir zu helfen. Lass ab von deinem Weinen 

und Wehklagen, lege allen Kummer ab, 

denn siehe, der heilbringende Tag, 

den meine Vorsehung bestimmt hat, ist da; 

sei also bereit, meinem Gebot zu folgen. 

Dieser Tag, der auf diese Nacht folgt, 

ist meinem Dienst durch ewige 

religiöse Ordnung geweiht; meine Priester 

und Diener pflegen – sobald sich 

die Stürme des Meeres gelegt haben – 

in meinem Namen ein neues Schiff 

als Erstlingsgabe meiner Schifffahrt darzubringen. 

Ich gebiete dir, das Opfer 

in keiner Weise zu entweihen 

oder zu missachten; denn auf meine Weisung hin 

wird der Hohepriester am morgigen Tag 

in der Prozession einen Rosenkranz 

in der Hand tragen, in der er auch 

das Sistrum hält. Folge du dem Zug 

inmitten des Volkes, und wenn du 

zum Priester gelangst, so tue, 

als wolltest du seine Hand küssen, 

doch greife dabei nach den Rosen; 

dadurch werde ich die Haut und Gestalt 

eines Esels von dir nehmen – ein Tier, 

das ich lange Zeit verabscheut und verachtet habe. 

Vor allem aber hüte dich davor, 

an der Ausführbarkeit dieses Vorhabens 

zu zweifeln oder zu fürchten, 

es sei zu schwierig; denn in derselben Stunde, 

in der ich zu dir kam, habe ich dem Priester 

im Traum befohlen, was er zu tun hat, 

und das ganze Volk wird auf mein Geheiß 

gezwungen sein, dir Platz zu machen 

und zu schweigen! Glaube auch nicht, 

dass inmitten solch prächtiger 

und freudvoller Feierlichkeiten 

und in einer so guten Gesellschaft 

irgendjemand Anstoß an deiner hässlichen 

und entstellten Gestalt nehmen 

oder es wagen würde, deine plötzliche 

Rückverwandlung in einen Menschen 

zu tadeln oder sich gar ein böses Urteil 

darüber zu bilden. Wisse zudem gewiss, 

dass der Rest deines Lebens 

bis zur Stunde deines Todes mir geweiht 

und untertan sein wird! 

Betrachte es nicht als Last, mir stets zu dienen, 

da du ja durch mein Wirken 

und meine Wohltat wieder zum Menschen wirst: 

Du wirst in dieser Welt ein gesegnetes 

und ruhmreiches Leben unter meiner Führung 

und meinem Schutz führen. 

Und wenn du in die Unterwelt hinabsteigst, 

wo du mich in jener Tiefe – 

inmitten der Finsternis des Acheron 

und herrschend in den Abgründen des Styx – 

in jenem Glanz erblicken wirst, 

in dem du mich jetzt vor dir siehst, 

dann wirst du mich als jene verehren, 

die dir wohlgesinnt war. 

Sollte ich zudem wahrnehmen, 

dass du meinem Gebot gehorchst, 

meiner Religion ergeben bist 

und meine göttliche Gnade verdienst, 

so wisse, dass ich deine Tage 

über das Maß hinaus verlängern werde, 

das die Schicksalsgöttinnen bestimmt 

und die Gestirne am Himmel festgesetzt haben.

Nachdem die göttliche Erscheinung 

diese Worte gesprochen hatte, entschwand sie.