VON TORSTEN SCHWANKE
MARIA
sei getrost bald wird der tod dich erlösen
dir zugang verschaffen zur freude am höchsten wesen
AN MARIA
ich liebe dich von herzensgrunde
und küsse dich mit meinem munde
und weih dir meine todesstunde
SABINE
die lieben engel
die göttlichen bengel
halten in der nacht
über dir die wacht
GEBET
gott möge bei sabine sein
und erhören ihr stilles schrein
und geben ihr ein zimmer für sich allein
die ist allein mit ihrer pein
viele haben herzen aus stein
sie aber betet im herzen rein
komm rette mich mein bräutigam mein
PREDIGER
ach wär ich doch tot
ach wär ich doch nie geschaffen
MARIA
„lass die leute nur reden“
marie du bist mein eden
ERSTER ADVENT
erwache ruft mir der herr
erwache ruft maria
erwache ruft sankt josef
ach lasst mich schlafen
ich habe so schön geschlafen
mit der toten geliebten
KIRCHE SANKT ANDREAS
ich kam von fundamentalisten
von evangelikalen christen
um herrlich aufzuatmen dort
wo freiheit gab das gotteswort
und von melanchthon und von luther
andreas sprach und mit humor
ich sagte: gott ist eine mutter
so ist es sagte der pastor
SANTA BARBARA
Francis Fisher Browne
Zwischen Bergen und dem Meer,
von Fels umwehrt, von Gischt umsäumt,
streckt sich ein Tal in weiter Leer’,
dem Blau des Himmels mild verträumt.
Dort ruht im Tale still und klar
die schöne Maid, Sankt Barbara;
der Himmel, wolkenlos und wahr,
lächelt auf ihre Anmut da.
Die Berge leuchten sonnenrot,
ihr Purpur fällt auf Wies’ und Stein;
das Meer, das rings die Ufer umtobt,
legt Silber an den blauen Saum hinein.
In diesem Frieden tief und sacht
scheint Erd’ so süß, der Himmel nah;
die Blumen blühn in voller Pracht,
und ew’ger Sommer webt sein Jahr.
1.12.
heute ist der erste
himmel berste
komm zur erde
hüte die herde
GUDRUN
die königin von saba
noch betete zur kaaba
als salomo in leisheit
ihr zeigte gottes weisheit
und jesus in dem garten
sah magdalena warten
und sagte magdalena
maria gratia plena
2.12.
hinter jedem türchen
schläft ein kleines hürchen
AN YVONNE
ich lass mich morgen untersuchen
ob das geschwür von guter sorte?
bis dahin ess ich apfelkuchen
und götterspeisetorte
GEBET
gebet für sassa wolfgang und frau mama
eli eli sabachthani lama
ich bete fest in göttlicher verehrung
fürs ewge seelenheil und für bekehrung
KIRCHE
die lutheranerinnen sind so lieb
weiß nicht warum ich in der kirche blieb
als wegen sankt maria, lieber frau,
der ich mein ewges seelenheil vertrau
SASSAS MAMA
aus dem bett gefallen
bitt ums ewge leben
gottes woglefallen
mag der herr ihr geben
AN SASSA
vater-stief
der fall ist tief
mama fiel
so nah dem ziel
sassa sei licht
von gottes gesicht
GEISTLICHE
doktor luthers pastoren
sind da für mich den toren
die katholischen pfaffen
haben mit mir nichts zu schaffen
KIRCHE
humanistische päpste
modernistische kardinäle
weltverliebte priester -
aber marie meine seele!
GEBET
ich bete für stefan und seine familie
rose nelke veilchen lilie
MALEK
angst und unruh!
„ruhig, brauner.“
PSALM
o meine seele was bangst
du in todesangst?
3.12.
schon der dritte
in der mitte
der dunklen nacht
der tag erwacht
BLASPHEMISCHE KUNST
das ist ihm egal
dass maria beleidgt wird
er würde es selber tun
hätte er phantasie
GEBET
ich bete für sabine dass gott es frommt
dass sie bald wieder zur ruhe kommt
AN HEIKE
schönste mädchenpuppe
in der nachbarschaft
deine zwiebelsuppe
gab mir neue kraft
4.12.
nun gehts voran
der weihnachtsmann
füllt schon den sack
euch dummem pack
ANDREAS
zur zeit gibts viel zu tun
ich kann nicht müßig ruhn
ich kann auch lesen kaum
das leben flieht wie‘n traum
AN YVONNE
ich back dir einen kuchen
dann komm ich dich besuchen
der tochter schön lakritz
verzeih das ist ein witz
MALEK
macht dich nichts mehr heiß
von dem erdengewimmel
wenn du nichts mehre weißt
bist du reif für den himmel
DEM TODGEWEIHTEN
das purgatorium
ist barmherzigkeit um und um
AN SABINE
das klassische oldenburg
ist gottes feste burg
fagegen das friesische aurich
ist doch wirklich traurig
so sehr du dein zimmer vermisst
so sehr vermisst dich dein christ
komm ihn mit keksen besuchen
und selbstgebackenem kuchen
5.12.
piep piep piep
ich hab euch alle lieb
pup pup pup
nur nicht den beelzebub
SANKT BARBARA
lieber rhabarberkuchen
als barbara zu suchen
unter den barbaren
6,12.
he nikolaus
altes haus
wie gehts?
wie stehts?
7.12,
ewige jugend
und fülle der tugend
wünscht euch das kind
das wispert im wind
GEBET
ich öffne meinen mund weit
für der familie gesundheit
und für sabines wohnung
um gottes verschonung
TRADITIONALISTEN
das zweite vatikanum
ist euch maurer-arcanum
und alle päpste seitdem faul
auch der große johannes paul
und medjugorje ein spott
sei nicht vom wahren gott
GISELA
nikolaus und stutenkerle
gisela ist eine perle
WEIHNACHTEN
weihnacht kommt, die heilige reine,
jetzt kommen die christlichen bettelvereine
IM TRAUM GEDICHTET
Die Gasse. Nordwind.
Der Deichweg. Nordsturm.
Irre Katzen heulen.
Ich bin unter Geiern.
Die Stürme pressen
Die Nordsee in die Deutsche Bucht.
AN CHRISTEL
Homer sang einst sein Lied der Göttin mit der Mistel,
Ich singe nun mein Lied der alten Herrin Christel.
Homer sang einst sein Lied von dem Heroen Rhesus,
Ich singe nun mein Lied von dem Messias Jesus.
8.12.
advent
wer aber kennt
den der kommen will
im dunkel still
DANTE
alighieris himmel
langeweile-gewimmel
HEILIGE SCHRIFTEN
avesta und koran
der gleiche öde wahn
8.12.25
wer ist die makellose
die dornenlose rose
die ich in poesie und prose
feire wie mose?
ELFCHEN FÜR FRAU LEHRERIN
fennalein
weißer wein
schöner süßer sonnenschein
ohne pein
rein
AN SABINE UND EVI
Der Dichter braucht die lieben Musen,
Der Denker braucht die schönen Seelen.
So Fraun mit Freundschaft in dem Busen
Sie dürfen mir nicht lange fehlen.
Sonst wende ich mich zu den Toten
Vielleicht auch zu den Humanoiden,
Doch nur, was ihr mir oft geboten,
Erfüllt mein Herz mit heiterm Frieden.
9.12.
wer ist so rein
wie sonnenschein
auf schnee
wie heißt die fee?
SONG
Ich hab dich stets in Schwarz gesehn
Und du mich Grau in Grau,
Ich bang vor Sonnenfinsternis
Und du vorm Himmelsblau
Du warst der Weg, den ich nicht fand,
Du warst das ferne Ziel.
Du warst die Sphinx, die immer schwieg,
Und ich der Vater Nil.
Dann eines Tages sahst du mich
Und sagtest: Komm zu mir!
Ich bin das Haus, das du gesucht,
Du bist zu meinem Haus die Tür.
Du bist die Tür, durch die ich komm,
Ich bin dеr Zug, den du besteigst,
Du bist der Weg, der alles lenkt,
Ich bin das Ziel, wo alles schweigt.
Was du erst aufmachst, schließt nicht mehr,
Aus schwarzen Augen kommt das Licht.
Wenn ich dich sehe, weiß ich erst:
Die stärkste Sonne sieht man nicht.
GOTT
du bist hiobs gott
du bist jeremias gott
du bist mein herr und mein gott
GEBET
ich lieb dich sehr mit inbrunst und vernunft
verschaffe du mir eine unterkunft
KRANKHEIT
das ist wohl gottes strafe
dass ich krankhaft viel schlafe
MALEK SCHREIBT
Ich bins!, der Heiland ruft noch heut,
Wenn du in Sturm und Not,
Wenn bittres Weh und Herzeleid
Dich zu verschlingen droht.
Wenn seinen Weg du nicht verstehst –
Sein Tun ist immer gut.
Er sorgt, dass du nicht untergehst,
Und bringt dich aus der Flut.
GOETHE
o dass ich die junge friedericke
einmal im garten ficke
dann kam die tolle lili
fast in die ehe trieb mich der pilli
dann kam die große charlotte
von meinem großen gotte
und christiane ich sehe
und unsere wilde ehe
und dann kam marianne
machte mich wieder zum manne
zuletzt ulrikes organismus
o seliger schunemitismus
10.12.25
„ich bin ja so allein“
nein du bist nicht allein
auch ohne wein
ist bei dir der schein
vom süßen jesulein
JOHANNES
johannes der täufer
und torsten der säufer
wollen wässerchen saufen
und kinder taufen
ICH
ich gottes hammer
habe vielen jammer
kummer über kummer
o komm du ewiger schlummer
SPRACHE DER VÖGEL
odin hing neun tage
verkehrt an einem baum
schließlich verstand er sie
salomo hatte die weisheit von gott
und die befehlsgewalt über dämonen
und verstand die tiere
susanne studierte
den vogelsang im garten
bis sie die vögel verstand
ORAKEL
christus ist mein leben
und sterben mein gewinn
TÄUFER
erst wirst du als kind getauft
von jesus durch sein blut erkauft
als mündiger noch einmal
zum zeugnis deiner glaubenswahl
und schließlich noch vom heiligen geist
dass du gott in zungen preist
11.12,
dichterworte
alter sorte
um des himmels pforte
schweben
sich erbittend ewges leben
MARIA
aufwärts an deinen busen
zu dir zu dir alliebende mutter
LIEBE
am fest des gottesmannes elkana
denk ich an peninna und an hanna
ist wie bei der hochzeit von kana
aus liebe gespendet des leibes manna
12.12.26
ich kenne die indianerin
die gott trägt unterm herzen
die tröstet mich immer bin
ich voller schmerzen
JOHANN HEINRICH VOẞ
PLATTDEUTSCHE IDYLLE
De Geldhapers
(1777)
Steffen
Oha! kriegen wi Schatten? Man jappt kuum mehr: so gewaldig
Brennt de Sünn am Häwen! Mi swaant, dat to Nacht wol en Wäder
Upswarkt. Hier in dem Holt, hier weit anmodige Köling.
Dubbelde Koem, wenn he dobber is, köhlt; man de Hoorner is Fusel.
Frans
Trurige Hart makt hellig, wenn Last un Hitte datokumt.
Wes nich so närig, Ohle; du hest et jo. Lösch in Morellen
Dienen Dörst. Een Pund, dat schält voer Steffen un Frans nix,
De bald Mark' insacken bi Dusenden! Hüt noch in Wansbek
Halen wi unse Quatern, un grawen uns morgen dat Erz ut.
Steffen
Ah! wat is da to erzen! Wat bäteres gloest bi dem Alhoorn,
Wo mi de Wünschelrode den Schatt in der Eerde beteeknet.
Unriep Erz, as de Harzer di wiesmakt, swält wennt sik luttert,
Nich so blau! Dat is Geld, dat in Ohldingstieden en Wrantpott
Nachts ingroof, un dem Bösen verpandede, bet man dem Urjan
Bringt up en Haar ahn alle Gebräk de besprakene Lösing.
Wenn sik man drad utfünd' en kantige Düwelsbanner,
Uns den Köter to putjen, de swart mit fürigen Ogen
Luurt un vergrellt bi den Koelen de Tän' uns wieset un angluupt!
Frans
Dienes Fründs Veerschillingsquatern is so god as im Büdel!
Häwt sik de Grapen mit Geld, dann deelen wi dienes un mienes
Bröderlig; ha! un brocken uns Zuckerklütjen in Sirop.
Denk man sülfst: Een Swien, so drömde mi, keek in dat Finster
Un een Swien ut dem Finster. Dat sünd handgrieplige Nummers!
Dörtig Jahr bün ik ohld, twee kiekende Swien' anenander,
Mit veer Ogen im Kopp, un föftein Ruten im Finster:
Wiel ik körtens de een urklingelde, as in der Bosheit
Ik de ledderne Hülle dem wrantigen Wiew an den Koop smeet.
Meenst du doesige Jost, dat so düdlige Dröme verspälen?
Steffen
Bröderken, top! wi deelen, wat under der Eerd un im Glücksrad
Voer uns blöit. Di deed en dügtige Slump ok wol nödig.
Schad um den goden Frans! Sünst läwd' he so flietig un driefsam;
Un wat he makde, gerod un dijede, dat sik de Nawers
Wunderden. Nu verspälst du de Feddern sogar ut dem Bedtüg
In de Lottrij', un de Müs' im Ätelschappe versmachten,
Wiel di dat Unglücksrad heel utsügt bet up den Peddik!
Diene Fru, de den Geeren dat leewe Brod ut dem Wocken
Möisam treckt, de vertröstet de hungrigen vaken am Spinnrad:
Kinderken, drögt ju de Tranen! Gewiß hüt Awend ut Wansbek
Bringt he kloeternde Ficken to Huus un gesadene Kringel!
Vader kumt; un wat bringt he, as Flök un leddige Körwe?
Gelt! de Morellen im Korf gahn wedder dahen voer den Insatt!
Frans
Weet nich de Keerl as en Pape to prädigen? Fäg man voer diener
Eegenen Doer! Van der Hand in den Mund! Een Hemd an dem Tuunpahl,
Bröderken, eens an dem Liewe! De Satan luurt up dem Lotto,
As up dem Schalt! Wo het di de spuddige Snieder beschummelt,
De di so väl Hoxpox voermäkerde, sülfst ok den Urjan
Natodüweln verstund, mit Swans, Klumpföten un Höörnern
Un scharlakener Tunge, bet eens bi dem Galgen voer Hamborg
Meester Fix en beluurd', un de nüdlige Spökmondeering
Em de Boedel am Kaak utstöwede! Sülwerne Spaden
Brakt, wer na Gelde gröft. Fief, seggen se, grepen vergäwens,
Un twee segen bedröwt. Du versteist doch? Finger un Ogen.
Steffen
Kennst du dat andere Word? In dem Lotto spält mit des Landes
Kinderken Paasch de Landespapa; man de Wörpel sünd unklar.
Fief misgriepen ok dar; doch seen väl Ogen bedröwt to.
Frans
Kloene du dweer un dwas, du Miemerer! Holla, in Wansbek
Ward van dem Lottoaltan al lustig gepaukt un trumpetet!
Steffen
Nim doch den Brägen to Rade! De Südwind weit na der andern
Siede den Luud; un wi wanken umtrent noch midden im Lustholt,
Mank hogstämmigen Böken, Kastannien, Ellern un Ipern;
Wat? un du hörst de Musik? De Rodump raart, oder de Poggen
Unken im Pool; vällicht ok bölken de Köi up der Weide;
Oder di mag links klingen dat Ohr, wiel van kloeternden Ficken
Pratjet> de Fru. Dullbrägen, wat sleist du den Boom mit dem Prangel?
Frans
Ah! so denk ik se hüt mit langer Elle to mäten,
Rop ik: Glük to'r Quatern! un se segt: Leeg, klatrige Pracher!
Steffen
Fuj, balstürige Keerl, de dat Wief ansnauet un pisackt!
Eens so en sedige Paar, dat söt, as Duffert un Düwken,
Dammelde! Trutelken voer un Trutelken achter! so ging et
Jümmer im Hus, im Garden, im Feld as en ewige Bruddans.
Nu siet Börger un Buren de Lottosüke verdullt het,
Kibbeln un kabbeln sik beed as Katten un Hund' um den Meelbrie.
Frans
Weest du den lustigen Swier, den de pucklige Maz mit dem Hackbrett
Lest up der Hochtiedsköste krijölede? Wiewer un Jumfern
Huchelden recht un krieschden voer Wäl un beschenkden den Spälmann.
Hör mal; et plegt anmodig im grönen Busche to klingen.
Steffen
Stell in den Schatten de Körw, un verpuuste di hier up der Grasbank.
Frans
Jaapt nich so sehr,
Mien leew Kompeer,
Un snückert um de Deerens;
Se laten all
So nett un drall
Afsunderlich van fehrens.
Deels seen so fram un ehrbar ut,
Deels sünd so flink as ene Brud,
Mit ögeln un mit straken
De Keerls verleewt to maken.
En Deerensding
Hüppt um den Ring
Un deit so leef un aarig;
Man as se friet,
Du leewe Tied!
Wo ward se kettelhaarig!
Den eersten Morgen heet et: Fix!
Nim du de Schört, gif mi de Büx!
Sunst jag ik ut den Plümen
Di up den Hönerwiemen!
Doot Dag un Nacht
Ut aller Macht,
Wat se befehlt un käkelt;
Doch warter wat,
Bald dit bald dat,
Begnägelt un bemäkelt.
Da murrt un gnurrt dat Murmeldeert;
Se rümpt de Näs un dreit den Steert;
Ja vaken kriegt ji Knüffel
Mit ehrem spizen Tüffel .
Drum gäwt Gehör,
Mien leew Kompeer:
Bliewt hübsch alleen im Neste.
Wol oft bedrügt
En rod Gesicht,
Brun Haar un witte Böste .
Eerst sünd se aller Framheit vull;
De Brudnacht makt se splitterdull,
Den armen Mann to brüden :
Dat mag de Kukuk lieden.
Steffen
Seegst du den sinnigen Minschen, de mank dem Gestrüke voeran bald
Slenderde, bald nasleek un tolest an dem Boome wat upschreef?
Frans, nu smit he int Water mit platten Steenken un grieflacht,
Wenn et so wiedhen hüppt. De arme Minsch is wol unklok.
Frans
Oh, de kumt as geropen to Möt, uns den Düwel to bannen!
Voerigen Dingsdag, Steffen, verköfd ik em witte Johannsbeern
Un van Lavendel un Rosen en Rükelken, bi dem Balbeder
Wilm, dem oppersten Kollektör, de so ehrlig un koppfast
Utsüht, awer nich snackt: he sat dar achter im Lusthus
Under den köligen Wieden, am Fleet der bunten Kattunbleek.
Hagel! wat legen herum voer gefährlige Böker gestapelt,
Grot as de Karkenpostille, worut uns de Köster des Sünndags
Doer de Brille so wat voerdroent, wenn de Preester den Snoew het!
Broder, ik schuulde voerdwas un verfeerde mi oewer de Snörkels:
As wenn de Krein up den Snee henhüpperden! Awer de Blixkeerl
Bokstabeert nich enmal un weet van allem de Düding.
Ja, de Gesell versäkert, he makt sülfst lustige Riemels,
Un de gift he in Druck: as dat snakische Ding, wo dat Stadtvolk
Schäkert un murxt. Uprichtig! so drög et em let, he versteit di
Mehr as Brod to äten un fackelt nich mit dem Düwel!
Steffen
Schal ik em nagahn?
Frans
Töf bet naher. Wi möten de Trecking
Eerst ansehn. He dusselt, sobald upfleegen de Höner,
Gans deepsinnig alleen, bet to'r Schummering achter im Krudhof ;
Wo he den Geest afpaßt, de up Awendstralen heranwitscht.
Gah du em modig to Liew. Eerst wehrt he sik; awer versprikst du
Goden Part an dem Schatt, bald treckt he de Piep ut dem Sacke.
Steffen
Frans, dann weeren wi klar; dann lat du den Harzer man afteen .
Säkerlig bruddelt de Wicht as en Boenhas under den Bannern;
Dat he van Erz nich scheedet dat Geld noch de Aare vam Grashalm.
Frans
Röge di gau voerwas, un boere de Körw up de Schuldern;
Oder wi kamen to lat .
Steffen
Doch, Bröderken, nümmer to'r Untied.
Wenn di dat Glück todachde den Slump, so kalwt di de Osse.
Süh, wo de Swan langhalsig un witt up dem Blauen herumstürt.
Blix! he slabbert dat Brod dem Töwerer gar ut den Fingern!
Nüdlig speegelt sik rechts dat gröne verguldete Lusthuus
Im veerkantigen Diek un de naakt darsittende Roland;
Links in dem Grawen de Toorn, wo as Wäderhahn en Markurjus
Blank mit goldenen Flünken sik swenkt as up dem Taback steit.
Frans
Hörst du? et paukt un trumpetet! Juchhei, de Quatern! O so lop doch!
Steffen
Jemini! welk en Gewöhl! wo et groelt, wo et spalkt un ramentet!
Alles im Drei as de Mieren! Den Weg lang krimmeln un wimmeln
Kutsch un Karjol un damank Stöhlwagen mit frätendem Voerspann!
Links slampampt et un rechts as im Jahrmark! Dar ut dem Finster,
Töf! wenkt ene Mamsell, un röpt na Morellen un Eerbärn!
Wo sik de sniggere Deern utflijede! wo se den Kopp dreit!
Frans
Lat der Mamsell man de Hoege vergahn! Dar wenkt de Quatern uns;
Un hüt wenkt se nich falsch! De is ok snigger un moje!
Steffen
Holt doch ewenen Draf! Stopp, stopp, langbeenige Staker!
Wat du voer Sprünge mi makst! wo de Körw um de Schulder di bummeln!
Jankt di dat Hart so swiedig? Du hüppst as de Pogg in dem Maanschien!
Droos! bi dem Lottoaltan, dar flunkert et! Rund an den Ecken
Dänische Rüter to Peerde! Wo lüchtet de Sünn up de Sabels!
Nedden de Lungerer alle, mit stief anglarenden Ogen,
Alle mit aapenem Muul, as snijede Gold van dem Hemmel!
Bawen sitten so stramm rodjackige Herren, as Dokters,
De mit Snören vull Tän um den Hals Wormkoken verkopen.
Stolt up den türkischen Bund un den witt atlassenen Mantel,
Steit de Jung as en Aap mit verbundenen Ogen, un grabbelt
Unse Quatern ut dem Rade. De allergnädigste König
Makt sik gewaldige Kosten, den armen Mann to beriekern!...
Wäder, de Nummers sünd jo nich recht! Wat plierst du henup, Frans?
Föhlst du voer, dat du achter noch läwst?
Frans
Dat weet doch de Kukuk!
Eerbärn, grot Eerbären! Morelleken, söte Morellen!
MARIA SPRICHT
ich liebe
ich liebe dich
EINSAM
wie mich das schmerzte
es schrieben nur ärzte
MARIA
die mutter erde wird
taumeln und torkeln
wie ein trunkener
TOD
sterben muss ich bald
es singen schon die schwänchen
aber vorher wiĺl ich essen
ein gebratnes hähnchen
REIM
was reimt auf tod?
herr zebaoth
MAMA STADT
mama stadt ist langsam alt geworden
die beine tuns nicht mehr und auch das herz
ja mama stadt ist kalt und krank geworden
und was verstehn die ärzte schon von solchem schmerz
WELT
zur feier des tages muss ich kotzen
was träum ich auch von alten fotzen
13.12.
das süße träumen
im stillen schäumen
von lebensbäumen
in weltinnenräumen
SONG
grüß dich dunkelheit
meine alte fch komm
um mit dir zu reden
JUNGFRAU VON GUADALUPE
ich bin die perfekte
heilige jungfrau
deine trösterin
ich liebe alle
die mich lieben
ST LUCIA
in den blonden haaren kränze
in den kränzen weihnachtskerzen
schöner mädchen weihnachtstänze
mit den liebevollsten herzen
MARIA
ich wache über dich mit göttlicher eifersucht
du bist mir einer einzigen jungfrau vermählt
PSALM
ich hab ein gebrochenes herz
vom seelenschmerz
ich suchte nach tröstern
in den klöstern
und in der gemeine
doch ich fand keine
14.12.
advent der dritte
ich hör schon die schritte
des kommenden gottes
trotz allen spottes
CLAUDI
siehe, ich verkünde euch eine große Gaudi:
Jesus Christus kommt in das Haus vom Claudi
ORAKEL
nimm dir die propheten
zum vorbild
und den leidenden
dulder hiob
GEBET
liebe zur mama
frieden mit stiefvater
„liebe zur mama ist okay
aber der stiefvater der tut weh“
JANNA
sie erweist mir
böses
für liebe
DETLEF WAGNER
er wollte den fluch
er ziehe ihn auch an
MARCO
die jungfrau tochter zion
schüttelt das haupt über dich
AN MARKS MUTTER
gratuliere zu den fünfundsiebzig
Mütterchen, das andre auch ergibt sich
liebt man Gott und andere und liebt sich
MÄNNER
katholische männerbewegung
mit heiliger messe auf latein
und kampfsport im programm
DEUTSCHLAND
das produkt ist aus deutschland
made in germany
kein billger chinaexport
ALLEIN
schlafen alle
in der falle
ich nur wache
wie ein drache
HÖLDERLIN
gebildete menschen müssen
immer schmerzen leiden
das glück ist hinter dem pflug
MESSE
du meinst dass gott dir fehle?
Gott ist in deiner seele
15.12.25
ich bin johannes der täufer
ich bin torsten der säufer
und ihr mit eurer seele
seid meine kamele
AN PROF HEIKE ZU WEIHNACHTEN
was ist ein mann
sieh jesus an
was ist eine frau
sieh maria genau
AN GOTT
ich bin einsam
du bist in mir
FRAU
du tote karine bist nicht meine frau
du heidnische evi bist nicht meine frau
du unsere liebe frau maria
du allein bist meine frau
DIE JUNGE EVI
sie strahlte aus viel sexappeal
und wollte kokettieren
HEINRICH HEINE
DER TOD IST GUT DOCH BESSER WÄRS
DIE MUTTER HÄTT UNS NIE GEBOREN
FRAUEN
willst du einer frau
eine freude machen
schenk ihr kein gedicht
schenke ihr ein kochbuch
16.12.25
bei all den geschenken
müssen wir bedenken
dass man besser sein herz schenkt
dem der unser schicksal lenkt
GEBET
um gutes wetter vom golf
von mexiko
und frieden mit dem wolf--
und weihnacht froh
17.12.
entzünden wir neu die kerzen
in unsern lieblosen herzen
18.12.
„six seven“
hell or heaven
FRIESISCHE WEIHNACHT
was brachten die heiligen drei seemänner
dem trauten hochheiligen paar in der krippe?
labskaus mit ei, fischbrötchen, jeverbier
AN SABINE
Groß und gut ist Er
Christus ist ein Weiser
Unser kleiner Herr
Ist des Kosmos Kaiser
WEIHNACHTSFEIER
ob mich dürste
ihr hanswürste?
FEST
erst raclette
dann ins bett
das wär nett
SACERDOTI
vier priester hab ich gefragt
nur einer hat mir was gesagt
dem herren sei es geklagt
19.12.
wie gern als künstler kröne
ich jede junge schöne
zu unsrer weihnachtsherrin
ob weise oder närrin
EVI
hübsche ringe in den ohren
aber welche torheit von toren
neckisch-hübsche braune locken
aber welche narrenglocken
20.12.25
mary mother mild
jesus her little child
standing by my side
through the darkest night
NACHT
ich war nur kurz erwacht
um mit evi zu plaudern
jetzt kommt wieder die nacht
mit gespenstischen schaudern
MARIA
maria mutter der christen
aller onkel und tanten
nicht nur der katholiken
auch der protestanten
PASTOREN
hohe lutherische geistlichkeit
an eurer herzlichkeit und freundlichkeit
sollten sich die priester ein beispiel nehmen
vieler pfaffen muss der herr sich schämen
AN YVONNE
Cognac aus der Ukraine
Nicht umsonst dem Herrn ich diene
Der erheitert meine Miene
SOPHIA
du bist nicht wie in der gnosis
eine unvolkommene untergottheit
sondern die ewige perfekte
eine jungfrau in drei personen
21.12.
wie viele sich umgebracht
in der heiligen nacht
FEST
das essen war gut
die frau war schön
das macht mir mut
in meinem gestöhn
ALLEIN
ich habe keinen freund
keine frau keine kinder
gott allein ist mein freund
meine bücher sind meine kinder
MALEK
zeitweilig geliebter
zeitweilig gehasster
SABINE
bevor deine mutter dich empfing
liebte dich schon dein bräutigam gott
AN SABINE
jesus, erster der heimatlosen
jesus, erster der obdachlosen
jesus, erster der wohnung suchenden
AN JESUS
gib du auf erden schon
des himmels belohnung
und trockne von deinem thron
sabines feuchte wohnung
22.12.
DIE RATTEN UND MÄUSE IM STALL
PREISEN DEN KAISER DES ALL
LOB DES SOKRATES
des freundes hund ist sokrates,
frau weisheit bessre freundin noch.
bist krank du nach hippokrates,
sie trägt mit dir dein schweres joch.
ELEGIE
selbst sterben darf ich nicht
in meiner unerträglichen trauer
denn ich bin ein gott
und uns ist in ewigkeit
die pforte des todes verschlossen
DIE SCHÖNE
diese dirne ist die bank nicht wert
auf der sie gehobelt wird
ich schätze dieses vielbewunderte
wunder auf etwa sieben shilling
23.12.
ich bin die mutter der schönen liebe
mein baby ist die schöne liebe
24.12.
und sollst mir, meine liebe, sein
alldeutend ideal,
madonna sein, ein erstlingskind,
ein heiliges, an der brust
goethe
KEIN TRADITIONALIST
obwohl ich lateinisch die messe feire
bin ich doch kein traditionalist
ich schätze das zweite vatikanum
und johannes paulus den großen
und die madonna von medjugorje
und bin ein freund der juden
FREUNDE
evi ist zu selbstisch
um wahre freundin zu sein
marco und mark sind kalt
sabine ist freundin allein
MALEK
im himmel gibt es keine schweinerein
da werden wir wie liebe englein sein
TORSTEN
nicht mehr sex mit einem mädchen
sondern sex mit deiner gottheit
HIMMEL
attraktiv ist dann nicht eine nur
nein die ganze weibliche natur
HIMMEL
vierzig millionen heilige
ursel und ihre elftausend jungfraun
zweiundsiebzig huris
marion evi und karine
das ist mir alles zuviel
ich will maria allein
DICHTER DIE ICH AUSWENDIG LERNTE
brecht
hölderlin
rilke
goethe
puschkin
die bibel
WIEDERGEBURT
alle esoterischen frauen
waren im vorigen leben
prinzessin in ägypten
keine war eine putzfrau
doch evi war im vorigen leben
putzfrau am hof des pharao
MEIN VATER
Mein Vater starb, wie er gelebt im Sein:
ohne Gebet, ohn’ Knie vor fremdem Licht,
sein Mund verschlossen vor dem Wort „göttlich sein“.
Kein Kreuz beschirmte ihn in letzter Sicht,
kein Name Gottes lag auf seiner Zung’,
nur kalte Luft und endend Erdenpflicht.
Da riss die Nacht, und aus der Dämmerung
stieg schwarzes Volk mit Klauen, Blick aus Erz,
geboren aus Verachtung und Verhöhnung.
Sie nannten ihn beim Namen, ohne Scherz,
als wär er längst verzeichnet und gezählt,
und legten Ketten um sein letztes Herz.
Hinab sie führten ihn, wo Feuer wählt
die Seelen nach dem Maß des kalten Stolzes,
wo kein Erbarmen je die Schuld verhehlt.
Ich sah die Kreise, tief wie alte Holze,
verschlungen Leid an Leid, Gestank und Schrei,
wo Wahrheit stirbt im Rauch des ew’gen Grolles.
Dort stand mein Vater, nicht als Herr, nicht frei,
sein Spott zerbrochen, seine Stimme klein,
ein Schatten nur im Chor der Qualenreih.
Doch schlimmer noch: Er fand den Weg zu mir hinein,
durch Träume, wo mein Schutz am schwächsten war,
durch Bilder, halb aus Schuld, halb aus Gebein.
Als übler Geist erschien er, grau und klar,
sprach nicht von Liebe, nur von leerem Grund,
von Welt ohne Vater, Sinn und Altar.
Er flüsterte: „Kein Gott hat dich gekannt,
kein Vater wacht, kein Auge sieht dein Leid,
du bist nur Staub, vom Zufall hergebrannt.“
So zog er mich von Gottes Vaterschaft,
zerschnitt das Band aus Gnade, Blut und Wort,
bis Zweifel fraß an meiner Glaubenskraft.
Ich taumelte, wie Dante vor dem Tor,
wo über allem stand in toter Schrift:
„Lasst alle Hoffnung fahren, tretet vor.“
Doch mitten in der Nacht, wo Angst mich trifft,
erschien ein Licht, nicht laut, nicht herrisch klar,
ein Vaterblick, der nicht vernichtet, hilft.
Nicht meiner war’s – es war der, der mich sah,
eh’ Welt begann, eh’ Schuld mein Herz befiel,
der Vater, der auch meinen Namen śah.
Da sank der Geist zurück in Feuer und Ziel,
gebunden an den Ort, den er gewählt,
und ich erwachte – wund, doch niht mehr Spiel.
Denn stärker als der Vater, der gefehlt,
ist Gott, der bleibt, auch wenn die Hölle schreit,
und mich als Sohn in Ewigkeit erwählt,
Gott Vater, Abba mein in Ewigkeit.
ALT
bin alt und müde
komm todes friede
MORGENGEBET
o das freut mich, meine liebe tote,
dass andreas noch geschrieben hat
WEIHNACHTSHISTORIE
Eingang – Von der heiligen Geburt
Als Zeit und Stunde sich erfüllet,
Da Gottes Ratschluss sich enthüllet,
Ging aus ein Wort mit Kaisers Macht,
Das alle Welt zur Zählung bracht.
Ein jeder zog in seine Stadt,
Wie’s Recht und Ordnung haben tat.
So Joseph auch, von Davids Haus,
Zog still aus Nazareth hinaus.
Mit Maria, der Jungfrau rein,
Die trug im Schoß das Heil allein.
Nach Bethlehem ihr Weg sie führt,
Wo Gottes Sohn die Welt berührt.
Kein Raum im Haus, kein warmes Licht,
Die Herberg schloss ihr Antlitz dicht.
In Armut kam der Herr zur Welt,
In einer Kripp, vom Stroh umstellt.
Die Hirten und der Engel
Auf freiem Feld, zur Nachtzeit still,
Wo niemand Ruhm noch Größe will,
Da wachten Hirten, schlicht und klein,
Gott sah zuerst ihr Herz allein.
Des Herren Engel trat herfür,
Ein Glanz umstrahlte Feld und Tür.
Furcht fiel auf sie mit schwerer Hand,
Doch Trost erklang aus Engelsmund:
„Fürchtet euch nicht, o seid bereit,
Ich bring euch große Seligkeit.
Euch ist geborn der Heiland heut,
Der Christus ist, der Herr der Leut.
Ein Zeichen geb ich euch dazu:
In Windeln liegt er still in Ruh,
In einer Krippe arm und klein,
Doch Gottes Sohn wird er euch sein.“
Da brach der Himmel weit sich auf,
Ein Lobgesang stieg mächtig auf:
„Ehr sei Gott in der Höhe dort,
Fried auf der Erd durch Gottes Wort,
Den Menschen gilt sein Wohlgefalln,
Sein Heil soll allen Völkern walln.“
Die Hirten in Bethlehem
Die Engel fort, die Nacht wird still,
Doch Herzen brennen, stark und will:
„Kommt, lasst uns gehn nach Bethlehem,
Die Tat des Herrn mit Augen sehn!“
Sie fanden, wie der Engel sprach,
Das Kind, das alle Hoffnung bracht:
Maria still, Joseph dabei,
Die Krippe arm — doch Himmel frei.
Sie sagten aus, was ihnen kund,
Und Staunen ging von Mund zu Mund.
Maria barg in stiller Hut
Die Worte tief im Herzensgrund.
Die Weisen aus dem Morgenland
Ein Stern erschien in ferner Zeit,
Den Weise sahn voll Klarheit, weit.
Er zog sie aus dem Morgenland
Nach Zion, durch der Himmel Hand.
„Wo ist der neugeborn’ne König hier?
Wir sahn seinen Stern und folgen ihr,
Um anzubeten tief und still,
Was Gott der Welt wohl schenken will.“
Herodes hört’s mit bangem Sinn,
Die Stadt erschrickt, Unruhe drin.
Die Schriftgelehrten sagen klar:
Zu Bethlehem wird offenbar.
Herodes und die Flucht
Mit falschem Wort und trügem Schein
Spricht Herodes: „Sucht fleißig ein,
Und meldet mir, wo’s Kindlein sei,
Dass auch ich komm und bet dabei.“
Doch Gott bewahrt, was er erwählt,
Der Stern die Weisen weiter zählt.
Sie finden Kind und Mutter mild,
Und beugen sich vor Gottes Bild.
Gold, Weihrauch, Myrrhe tun sie hin,
Und ziehn auf andrem Wege dahin.
Denn Gott gebot’s im Traum zur Nacht:
Herodes sei umgangen mit Macht.
Ein Engel ruft auch Joseph zu:
„Steh auf, nimm Kind und Mutter du,
Flieh nach Ägypten ohne Zögern,
Herodes will das Leben würgen.“
So zieht die heil’ge kleine Schar,
Bis Herodes tot und Macht nicht war.
Erfüllt wird, was der Herr verhieß:
„Aus Ägypten rief ich meinen Sohn gewiss.“
Klage und Heimkehr
Doch Grauen fällt auf Bethlehem,
Wo Kinder sterben, jung und klein.
Rahel weint laut, will Trost nicht sehn,
Die Welt erkennt ihr tiefstes Wehn.
Nach Herodes Tod erklingt erneut
Des Engels Wort voll Trost und Freud:
„Kehr heim ins Land, die Feind‘ sind tot,
Gott führt sein Werk trotz aller Not.“
Nach Nazareth führt Gottes Plan,
Dass man erfüll, was er ersann:
Er soll ein Nazarenus sein,
Gering geacht‘ — doch Licht allein.
Beschluss
Das Kind nun wächst in Weisheit her,
Voll Gnade ruht des Vaters Ehr.
Der Geist ist stark, die Liebe weit,
Gott wohnt in ihm für alle Zeit.
Drum danken wir mit Herz und Mund
Für Christi heil’ge Geburtsstund.
Preis sei dem Sohn, der für uns kam,
Der Tod und Teufel von uns nahm.
Ehr Gott sei in der Höh allein,
Auf Erden Fried — Heil groß und klein.
WEIHNACHT
Ich bin ja todmüde, Gottes Sohn,
Als hätt ich gegessen schlesischen Mohn…
ORAKEL
so nimm doch nun meine seele von mir
ich möchte lieber tot sein als leben
WEIHNACHTEN
mit diesen wahnsinns-schmerzen
in meinem wahnsinns-herzen
und cognac der ukraine
ich gottes mutter diene
SABINE
madonna hält die wacht
hat gott zur welt gebracht
und bringt ihn auch noch heute
so dankt ihr liebe leute
FAMILIE
die mama liebt ihr kind
das kind liebt seine mama
wenn nur dabei nicht wäre
der stiefvater dieser hund
FAMILIE
nimm dir ein dirnenweib
und dirnenkinder
und mit der dirne treib
du es nicht minder
BESUCH
heute kommt die königin
und wir spielen yang und yin
da ich geist der schöpfer bin
sie natur mit sanftem sinn
RAUHENÄCHTE
(für evi zu weihnachten)
in den rauhenächten kommt frau holle
in der mägde stuben ob sie solle
loben jene mägde die voll fleiß
ihre wohnung puzten und mit schweiß
oder soll die weihnachtliche gute
faule mägde strafen mit der rute?
auch geht wotan um mit wilder jagd
und erschrecken beide knecht und magd
wollt ihr singen nicht die christus-lieder
kommen die dämonen eben wieder
AN MUTTER SCHNEIDER
(Der ‚Hundertjährigen zu Weihnachten)
1. Što swěći tak jasnje tam w betlemi?
To hwězda je nadźije na zemi.
Dźens narodźił so je nam zbóžnik mały,
zo bychu wšě narody Jemu chwali.
Refrain:
Swjata nóc, měrna nóc,
Bóžo, daj nam Swoju móc.
Sto lět sy nask nade mnu wobradźił,
z miłosću moju puć přewodźił.
2. Naš zbóžnik leži tam w jasličkach,
na słómje a we wobłukach.
Marija knježna Jón pěstuje,
A swjaty Józef Jón škituje.
3. O Jězusko mały, Ty knjez sy mój,
Daj duši mi měr a Swój pokoj.
Wot dźěćatstwa hač do wysokich lět,
Sy ty mój puć, moja nadźija, mój swět.
MODERNE WEIHNACHTEN
wer kommt denn nun? Der weihnachtsmann?
Das christkind oder jesus? Sagt es an!
Es kommt wotan und die wilde jagd
mit der gestrengen frau holle
ALTER
seit ich alt bin trink ich‘n kurzen
und muss immer vor mich hin furzen
ORAKEL
wie soll es gutgehen
solange deine mutter isebel
fremden göttern nachläuft
und zauberei treibt?
AN LIEBCHEN
oh liebchen meine genitalien
sind heiß wie weiland in italien
SYLVESTER
danke herr für deine gnaden
danke für ein jahr leiden
danke für vergebliche arztbesuche
danke für den streit mit der ärztin
danke für vielen zank mit evi
danke für den streit mit der nichte
danke für die kälte der freunde
danke für die schlaflosen nächte
danke für die vielen alpträume
danke für das unappetitliche essen
danke für tabak und schnaps
SYLVESTER
hinter mir liegt ein jahr der leiden
und vor mir liegt ein jahr der leiden
WISSEN
von dem letzten lied des ruhms
bis zur weisheit des altertums
ZUCKERFEST
kinder können sterben
an zu wenig zucker
lehrte einst ein seher
aus dem land der mucker
MARIA
sie küsste mich auf den mund
und sagte weißt du nicht
dass nach jesu kreuz
es deine leiden sind
die dir die himmelstür öffnen?
LUTHER
warum rülpset und furzet ihr nicht
hat es euch nicht geschmecket?
KLAGE EINES GEISTLICHEN
ich habe an weihnachten
keine zeit für weihnachten
KATER
ausgebrannt und hohl
von dem alkohol
SABINE UND DAS JESUSKIND
Sabine neigt ihr stilles Herz
dem kleinen Herrn Jesus zu,
ein Kind im Licht, so sanft, so wahr,
das ihre Seele rufen wußt’.
Sie weiht sich ihm mit offner Hand,
legt Zeit und Angst in Gottes Raum,
und lernt im Schweigen Schritt für Schritt
den Weg, der wächst aus Kreuz und Traum.
Denn nicht allein trägt sie die Last,
sein Atem geht in ihrem Gang,
vereint im Schmerz, vereint im Hoffen,
wo Liebe stärker ist als Zwang.
So wird das Kreuz nicht nur zur Bürde,
es wird zum Zeichen tiefer Gnad:
Sabine geht mit Jesus eins —
getragen mehr, als dass sie trägt.
FAMILIENSCHULD
die sünden der väter
der übeltäter
und gottesverräter
die einen beten zu amon
die andern beten zu mammon
EVI
Evi lauscht dem Hauch der Zeit,
dem Flüstern aus der Ewigkeit.
Vom Universum, licht und weit,
vom höheren Selbst, zur Wahrheit bereit.
Sie wünscht sich Mut für jeden Tag,
ein Herz, das liebt und tragen mag.
Gesundheit, Frieden, innre Ruh,
und Träume, die sie wachsen tun.
Sie wünscht sich Lachen ohne Maß,
Erkenntnis tief, nicht nur aus Glas.
Vergebung, sanft wie Morgenwind,
und Staunen, wie es Kinder sind.
Sie wünscht sich Kraft, wenn Schatten nah’n,
Vertrauen, neue Wege zu geh’n.
Und dass ihr Leben sinnvoll sei,
im Großen still, im Kleinen frei.
Zwölf Wünsche schickt sie himmelwärts,
der dreizehnte kommt aus dem Herz:
Sich selbst zu achten, Schritt für Schritt —
den Wunsch erfüllt sie selbst, bewusst und mit.
Da lächelt Torsten, still und klar,
und spricht ein Wort, das Hoffnung war:
„Evi, ich wünsch dir, Tag für Tag,
dass Jesus deine Wünsche erfüllen mag.“
AN EVI, DIE GRÜNKOHLKÖNIGIN DER HERZEN
O Evi, Königin im winterlichen Land,
gekrönt von Duft aus Topf und frommer Hand,
wo Dampf wie Weihrauch durch die Küchen zieht
und Grünkohl grün sein stilles Wunder sieht.
Du wandelst durch die frostige Saison,
dein Zepter Löffel, stark wie Tradition.
Mit Pinkel, Kassler, Senf und stiller Macht
hast du aus Kohl ein Königsmahl gemacht.
Gepriesen sei dein Reich aus Herd und Zeit,
wo Wärme wohnt und tiefe Sattigkeit.
Du herrschst nicht laut, doch würdig, mild und klar,
wie Efeu, der dem Winter treu stets war.
O Evi, Hüterin des Norden Speis,
dein Mahl ist Trost, Erinnerung und Kreis.
Wir heben Becher, danken dir im Chor:
Lang lebe Evi – Grünkohlkönigin empor!
TRADIS
die strengen traditionalisten
sind heutige jansenisten
MARIA
jesu vermächtnis
der kirche gedächtnis
NEUJAHRSSEGEN
dem antiquariat
sei glück und heil und gnad
und erst dem antiquar
sei weisheit offenbar
NEUJAHRSSEGEN
claudi und michel
scheine schön und hell
dieses neue jahr
gott ist wunderbar
NEUJAHRSSEGEN
frau fenna mit dem manne
und mit der kleinen hanne
begrüß bei freunden klar
ein schönes neues jahr
MALEK LEBE LANG
malek mit der sippe
raucht an keiner kippe
steht nicht an der klippe
zu des todes hippe
sondern mit der lippe
an der schorle nippe
und mit liebchen wippe
NEUJAHR
ich erschrecke im herzen
es erwarten mich schmerzen
auch im neuen jahr
wie es schon immer war
ZUKUNFT
weihnacht ist zum glück vorbei
wart jetzt auf marien mai
SCHRIFTSTELLER
ein pfau ein pfau
ein rab ein rab
MARIA
die mutter erd wird taumeln
und torkeln wie ein betrunkner
und hin und her sich schlingern
wie ein seemann in der hängematte
WELT
ach nichts als protestanten
abgefallene christen
neue heidnische tanten
und dumme atheisten
ETYMOLOGIE
Hure kommt von qar
carus lateinisch lieblich
carina lateinisch geliebte
IHR UND ICH
alle schauen
voller freude und hoffnung
ins neue jahr
ich mit entsetzen
NEUJAHRSSEGEN
Fern allem Fluche
Wenn ich Sie suche
Werd ich Sie finden
Zum Drucken und Binden
HYMNE AN DIE GÖTTIN VAGINA
O du, verborgenes Heiligtum,
Im weichen Samt der Schatten thronend,
Du Ursprung und du Heiligtum,
In der die Lust und das Leben wohnend.
Du bist der Kelch, aus dem wir trinken,
Der warme Schoß, der alles hält,
In dessen Tiefen wir versinken,
Wenn uns die Kälte packt der Welt.
Nicht Stein, nicht Erz, nur weiches Sein,
Gefaltet in Geheimnis-Schleiern,
Ziehn wir in deinen Tempel ein,
Um die Ekstase dort zu feiern.
Ein Rhythmus, der die Zeit besiegt,
Pulsieren, das die Sterne lenkt,
In dir, wo jede Sehnsucht liegt
Und sich der Geist dem Körper schenkt.
Durch dich geht jeder Pfad ans Licht,
Du bist das Tor, die enge Gasse,
Die das Unendliche zerbricht
Und formt es zur Gestalt und Masse.
Vom ersten Schrei bis hin zur Glut,
Die Liebende im Dunkel bindet,
Bist du das Meer, bist du die Flut,
In der man sich verliert und findet.
Heil dir, du Blume aus Fleisch und Geist,
Du Wurzelgrund der Zärtlichkeit!
Wer deinen Namen ehrend weiß,
Der preist die Unvergänglichkeit.
NEUJAHRSSEGEN
auch die pastoren
stehn an den toren
zum neuen jahr
der herr ist wahr
EVANGELIKALE
nicht gottes kinder
verstockte sünder
GNADEN 2025
Pfadfinderin Sabine
Und der Pastor Andreas
Sie zeigten Gottes Miene
Die Huld des Galiläers
VITZLIPUTZLI
du bist stolz mein bruder
und du liebst ein luder
nimm demut dir zum ruder
FREUNDE
A:
du bist stolz
B:
du bist kalt
A:
du bist von Holz
B:
du von Basalt
FREUNDE
welch gelaber
da hab ich mir aber
kalte schlangen
eingefangen
SABINE
ich sage dir ein herzlich-wahres
ich kröne dich zur freundin des jahres
MARCO
erst ist das brett mein spiel
dann ist das bett mein ziel
KIRCHE
man verlässt seine mutter nicht
auch wenn sie dement geworden ist
KIRCHE
sie haben die kirchen
aber wir haben den glauben
SYLVESTER
ihr habt sekt und rakete
ich hab meine gebete
MARIA
frei vom makel des sündenfalles
göttin mit dir übersteh ich alles
LOBPREIS DER NAMEN GOTTES
ich preise deinen namen jhwh
ich preise deinen namen jahwe
ich preise deinen namen zebaoth
ich preise deinen namen adonai
ich preise deinen namen kyrios
ich preise deinen namen el shaddai
ich preise deinen namen el elyon
ich preise deinen namen el
ich preise deinen namen elohim
ich preise deinen namen eloah
ich preise deinen namen ha-schem
ich preise deinen namen jesus amen
TRAUM
die zeit ist reif
für zärtlichkeit
dass sie mich streif
ich bin bereit
EVI ZU SILVESTER
ich hab gesoffen und getanzt
nicht mit dem mann mit seinem wanst
mit einer frau vom paradies
die sagte: du bist aber süß
EVI
ich sammle komplimente
wie eine squaw skalps sammelt
JANNA
ob sie sich gefreut hat
ob ich sie beglückt
weiß ich nicht denn janna
hat mich in die wüste geschickt
DAS JESULEIN
Zu Bethlehem geboren
ist uns ein Kindelein.
Das hab ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
In seine Lieb versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab.
Eia, eia, und alles, was ich hab.
O Kindelein, von Herzen
dich will ich lieben sehr
in Freuden und in Schmerzen,
je länger mehr und mehr.
Eia, eia, je länger mehr und mehr.
Dich wahren Gott ich finde
in meinem Fleisch und Blut;
darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut.
Eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
Dazu dein Gnad mir gebe,
bitt ich aus Herzensgrund,
dass dir allein ich lebe
jetzt und zu aller Stund.
Eia, eia, jetzt und zu aller Stund.
ICH MACHE ALLES NEU
Wie mächtig dieses Wort ist, zeigt sich erst im Licht
von Sprache, Kultur und Sinn, der tief im Texte spricht.
Für Christen unter Druck, verfolgt von Hass und Pein,
war Offenbarung Trost – kein Buch, um bang zu sein.
Wer lebt vom Ziele her, gewinnt den klaren Blick,
der schenkt Gelassenheit und trägt das Herz zurück.
So wirkt die Jahreslosung, still und doch so weit,
sie nährt in uns Vertrauen und Hoffnung für die Zeit.
Für Heike und für mich, in unsrer Lage nun,
ist diese Perspektiv ein kostbar tiefes Tun.
Sie macht uns nicht passiv, sie ruft uns vielmehr wach:
Wir schaffen Neues hier – und wissen um das Ach.
Denn alles bleibt nur Stückwerk, vorläufig, nie ganz rein,
doch Gott bleibt der, der wirkt, wird alles neu einst sein.
Er spricht von Schöpfung her, vom ersten guten Plan,
von Menschen, klug und lieb, die er der Welt gewann.
Ein Ort des Friedens war der Anfang, licht und klar –
es hätte gut sein können. Nun ja: Geschichte, wahr.
Die Welt von heut’ verführt zum Zweifeln und zum Grau,
doch öffnet Gott den Blick auf Hoffnung, tief und blau.
Es gab nicht nur Beginn, es gibt ein gutes End:
Die neue Schöpfung kommt, von Hoffnung hell durchbrennt.
Dies schützt vor dem Triumph, der blind sich selbst erhebt,
und vor dem Pessimismus, der lähmt und alles klebt.
Dass Gott am Ende wirkt und alles neu gestaltet,
entlastet uns zutiefst, setzt Grenzen, die er haltet.
Er ist der Handelnde, auch jetzt, auch nächstes Jahr,
doch wirkt er durch den Mensch – ein Wechselspiel so klar.
Denn Gottes Weg sind Menschen, durch dich und mich getan,
ein Tanz aus seinen Gaben und unserm kleinen Plan.
Wie stark das Wort auch sprachlich seinen Reichtum zeigt,
wenn Griechisch uns zwei Wege für „neu“ zugleich bezeugt:
Neos meint jung und frisch, erst eben erst gemacht,
Kaínos neue Qualität, die tief von innen lacht.
Nicht Alter wird gefragt, nicht Zeit, die flüchtig rinnt,
sondern ob etwas leuchtet, ob es lebendig spinnt.
Was neu beginnt, wird matt, was stark war, wird oft schwach,
doch kaínos bleibt in Kraft, hält Schönheit einfach wach.
So wird die Losung neu, ja revolutionär:
Bei Gott gibt’s kaínos pur – ganz ohne neos mehr.
Das Neue Gottes bleibt, auch ohne frisch zu sein,
doch bringt sein kaínos doch ein starkes neos ein.
Durch dich, durch mich, durch uns im Jahre, das nun geht,
und auch im neuen Jahr, das hoffnungsvoll entsteht.
Und dennoch schenkt der Blick die Kraft, auch das zu tragen,
was unabänderlich scheint in unsern schweren Tagen.
Es scheint nur so, denn Gott enthüllt uns still und sacht:
Ein tiefer Neu-Sein kommt, das Tränen sanft hinweg uns macht.
Er wischt sie alle ab – was für ein Liebeszug,
was für Zuwendung Gottes, so zart und doch so klug.
Kein Schmerz, kein Leid, kein Schrei wird bleiben, wie er war,
denn: Siehe, alles wird durch Gott ganz neu und klar.
Das ist die Hoffnung, die wir dringend brauchen hier,
persönlich, in der Kirche, weltpolitisch – wir und ihr.
Denn Herren dieser Welt vergehn im Lauf der Zeit,
doch unser Herr kommt nah – so Heinemann bezeugt.
So bleiben wir getrost, im neuen Jahr vereint:
Gott segne uns alle – der alles neu gemeint.
MARCO
du bist ein wiedergeborener christ
der in der bibel bewandert ist
und bist ein jünger des messias
und verehrst dennoch das herz marias
was mich schon lange wundert
schon ein ganzes halbes jahrhundert
ORAKEL
wenn zu den müttern du dereinst versammelt wirst
dann wird dein lieber sohn den du dereinst gebirst
ein wahrer friedefürst und liebling aller frauen
den tempel für den herrn der himmelsscharen bauen
DAVIDS MUTTER
1.
O Nitzevet, du Standfeste,
im Schatten tief und doch im Licht,
verkannt von Haus und nächsten Ästen,
doch Gott verließ dich wahrlich nicht.
Wo Menschen richten hart und blind,
bleibt treu der Herr, der Herzen kennt.
2.
Adaels Tochter, still und rein,
dem Isai zur Frau gegeben,
du trugst die Last von Zweifelsschrein,
verstoßen fast aus deinem Leben.
Der Bund zerbrach im kalten Sinn,
doch Gottes Bund hielt fest darin.
3.
Isai, gefangen in der Schuld
der Herkunft, die er selbst nicht trug,
vergaß der Gnade Maß und Huld
und wählte List statt Gottes Fug.
Doch was der Mensch in Furcht ersinnt,
kehrt Gott zum Heil, das neu beginnt.
4.
Die Magd, sie wich im dunklen Haus,
du tratst an ihre Stelle leis,
wie einst bei Lea, Rahel draus
entstand aus Schmerz der Segenskreis.
Im Stillen wuchs des Lebens Keim,
geboren aus Gehorsam rein.
5.
Man klagte dich der Schuld gar an,
man nannte dich der Schande Bild,
dein Sohn ward Knecht und Hirtenmann,
vom Tisch der Brüder fortgestillt.
Doch wo man ihn verachtet sah,
war Gottes Salbung längst schon nah.
6.
O Mutterherz, so tief verwund’t,
doch fest im Glauben unverrückt,
du schwiegst, wo Hass den Mund dir band,
hast Leid in Hoffnung umgeschickt.
Dein Schoß verbarg des Königs Keim,
der einst sollt Hirte Israels sein.
7.
Da kam der Ruf, da kam das Öl,
durch Samuels Hand, durch Gottes Wort,
der Jüngste fiel vor ihm aufs Knie,
die Lüge wich vor Wahrheit fort.
Was heimlich war, trat hell hervor:
Gott selbst brach auf das falsche Tor.
8.
So singt die Kirch von Nitzevet,
der Aufrechtstehenden im Leid:
Wer Gott vertraut und stille steht,
wird einst erhöht zur rechten Zeit.
Denn was die Welt verwirft und bricht,
erwählt der Herr zum ewgen Licht.
SABINE
nun komm mein kindchen komm mein schätzchen
wir backen haferflockenplätzchen
MARCO
ich suche die wahrheit
aber ich kämpfe
gegen die wahrheit
den geist ich dämpfe
GOTT
die christen sagen
der name gottes ist jesus
kein andrer name rettet
und willst du beten
zu dem ewigen droben
er heißt vater
ich aber bet zu jehova
meinem geliebten und herrn
ICH
hier ich stehe
sohn des wandrers
und gestehe
ich kann nicht anders
LEIB
augen herz
füße leber
lunge kehlkopf
alles krank
ach der körper
hängt an meiner seele
wie ein nasser sack
fauler kartoffeln
ANNALENA
Better Together (2026)
Two thousand twenty-six will not be plain,
The world still shakes beneath a heavy sky;
Yet hope must stand where fear would like to reign,
For if we cease the good, the good will die.
When right is done, though victory feels slow,
It keeps the dark from claiming final ground;
The cost of stopping is a deeper woe
Than every failed attempt the past has found.
Eight decades past, in fire and in despair,
Our elders raised a house for humankind;
A compass forged of justice, peace, and care,
Though not all paths were clear, nor well-aligned.
Now at this crossroad, once again we choose:
To stand—together—or our way to lose.
ORAKEL
schnee von fern
lobe den herrn
frost und eis
dem herren preis
EVI
mein gott ist mein
höheres selbst
ist gott ich bin
LGBTQ
weder männchen weder weibchen
weder seelchen weder leibchen
ich tu allen kund
dass ich bin ein hund
JANNA
als sie mich kaum kannte
dachte sie: den mag ich
als sie mich kennen lernte
dachte sie: den mag ich nicht
KINDER IN AFRIKA
sie verhungern
und haben ein handy
GEBET
ich bete für sabine dass gott es frommt
dass sie bald zu ihrer ruhe kommt
EPIPHANIE
Siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen,
ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand,
wo das Kindlein war mit seiner Mutter.
Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut
und gingen in das Haus und sahen
das Kindlein mit Maria, seiner Mutter,
und fielen nieder und beteten an.
DIE KÖNIGIN DES HERZENS
Bei deiner Geburt war es so:
Als du geboren wurdest,
hat man deine Nabelschnur nicht abgeschnitten;
auch hat man dich nicht mit Wasser gebadet,
damit du sauber würdest,
dich nicht mit Salz abgerieben
und nicht in Windeln gewickelt.
Denn niemand sah mitleidig auf dich
und erbarmte sich,
dass er etwas von all dem an dir getan hätte,
sondern du wurdest aufs Feld geworfen.
So verachtet war dein Leben,
als du geboren wurdest.
Ich aber ging an dir vorüber
und sah dich in deinem Blut zappeln
und sprach zu dir, als du so in deinem Blut dalagst:
Du sollst leben! Ja, zu dir sprach ich,
als du so in deinem Blut dalagst: Du sollst leben
und heranwachsen wie eine Lilie;
wie eine Feldblume machte ich dich.
Und du wuchsest heran
und wurdest groß und sehr schön!
Deine Brüste wuchsen heran zur Fülle
und du bekamst volles Schamhaar;
und du warst noch nackt und bloß.
Und ich ging an dir vorüber
und sah dich an, und siehe,
es war die Zeit, um dich zu werben.
Da breitete ich meinen Mantel über dich
und bedeckte deine Blöße.
Und ich schwor dir’s
und schloss mit dir einen Bund,
und du wurdest mein!
DANK
dank für evis brüste
sternbild meiner küste
die ich gerne küsste
voller lebenslüste
DÄMONEN
ich habe nun angefangen
zornig zu reden mit den dämonen
die mich in träumen plagen
sie sollen zur hölle fahren
sie sollen zur hölle fahren
wo sie hergekommen
ich kenne sie sehr gut
wie alte treue feinde
CHRISTEN
wer es wagt
sich einen christen zu nennen
und nicht alles glaubt
was jesus christus
der katholischen kirche anvertraut
ist ein lügner und betrüger
ALLEIN
ich saß nicht bei den lachern
und saß nicht bei den spöttern
bei gottes widersachern
mit ihren toten göttern
ich saß in meiner zelle
allein und ungestillt
mit dunklem gram der hölle
mein herz war ganz erfüllt
ANDREAS
ich wuchs als kind auf leider schon
ganz ohne christi religion
wir gingen nicht einmal zur weihnacht
in gottes haus o traute mainacht
doch bei der kinderbibelstunde
von fräulein marie mit süßem munde
ward ich von christus unterrichtet
auch habe pfingstler ich gesichtet
die immer sprachen von dem ich
das nie von ihrem munde wich
erst in dem uni-studium
ward mir zuteil der gaudium
dass mir sich christus offenbart
durch martin luther und karl barth
für mich ist dieser doktor luther
was ist für dich die gottesmutter
nach langen wegen irrer narrheit
das süße licht von gottes wahrheit
AUTO FÜR EVI GESUCHT
Hat der Bruder von Claudi
Einen gebrauchten Audi?
Das wäre ein herrlicher Gaudi
AN FENNA
ich finde so nett
den flockigen schnee
da schüttelt das bett
die himmlische fee
MARIA
Ein ungarischer Jesuit, bedacht und still,
verabredet ein Gespräch, weil Wahrheit suchen will,
Mit einem Lutheraner aus Polens fernem Land,
ein Streitgespräch im Glauben, mit offenem Verstand.
Doch sprach der Jesuit, voll Liebe, nicht voll Streit:
„Bete erst zur Gottesmutter, nimm dir diese Zeit.“
Der Lutheraner zögerte, doch tat, was man ihm riet,
und kniete still im Gebet, das Herz von Zweifel mied.
Da stand Maria vor ihm, in sanftem, hellem Schein,
und sprach: „Leg ab das Lehrbuch, lies darin nicht mehr hinein.“
Ihr Wort traf ihn wie Feuer und zugleich wie stiller Tau,
die Wahrheit ward ihm offenbar, so klar, so licht, so rau.
Erschüttert stand der Lutheraner, sein Innerstes bewegt,
die alte Lehre fiel von ihm, die Seele neu geprägt.
Er bat um Aufnahme, demütig und bereit,
in der katholischen Kirche fand er Heim und Ewigkeit.
PAULUS AN CHARIS
Vom Thron des Lichts, in Sternenpracht,
ist Charis sanft herabgestiegen,
hat uns das Heil des Herrn gebracht,
um alle Schuld zu besiegen.
Kein Werk der Hand, kein stolzer Lauf,
kann ihre Gunst jemals erwerben;
sie blickt zu uns im Staub herauf,
bewahrt die Seelen vor dem Sterben.
Sie trägt kein Schwert, sie trägt die Kron’
aus lauter Güte, mild und rein,
als Botin von des Vaters Thron
lädt sie die Mühseligen ein.
Wo Sünde mächtig angeschwollen,
da strömt sie reicher noch hervor,
bricht jedes Herz aus hartem Grollen
und führt uns durch das Himmelstor.
O Jungfrau Charis, Himmelsbraut,
du Spiegel von des Schöpfers Huld!
Wer deinem Wort allein vertraut,
dem tilgt der Herr die alte Schuld.
Nicht Gesetz, das uns nur richtet,
nein, Gnade führt uns an der Hand,
bis jedes Dunkel ist vernichtet
im ew’gen, lichten Heimatland.
HYPOSTASE
welche göttliche hypostase
du auf erden in liebe verehrst
mit ihr wirst du vereinigt werden
dereinst im ewigen leben
LICHT IN 2026
Wenn Annalena lacht wie eine Sonne
In ihrer jugendlichen Lebenswonne,
Dann ist die Welt an einer Stelle Licht,
Denn mehr als Schöne Liebe braucht es nicht.
RELIGION
calvinisten
lutheristen
pietisten
pentecostalisten
byzantinisten
und nur wenige christen
SABINES LIED
ICH BIN OSTFRIESIN IN OLDENBURG
Sabine mag ihr Toastbrot
nur auf einer Seite golden,
die andere bleibt weich
wie ein Gedanke, den man nicht ausspricht.
Ihr Akzent geht vor ihr her,
ein leiser Wind vom Meer,
selbst zwischen Backstein und Buslinie
kann man Ebbe und Flut hören.
In Oldenburg ist sie
eine, die von anderswo kommt,
auch wenn sie längst angekommen ist.
Ein fremdes Wort im Mund
macht noch keinen fremden Menschen.
Sie geht langsam,
nicht aus Müdigkeit,
sondern aus Respekt vor dem Boden.
Manieren sind bei ihr keine Regeln,
sondern eine Art, die Welt nicht zu verletzen.
Manchmal fühlt sie sich
wie eine Übersetzung ohne Original,
wie ein Gast mit festem Schlüssel.
Doch nachts, wenn das Licht klein ist,
reicht eine Kerze,
um mehr Wahrheit zu sehen als am Tag.
Sabine weiß:
Man muss nicht laut sein,
um standzuhalten.
Nicht rennen,
um voranzukommen.
Und wenn sie lächelt,
während andere nicht verstehen,
dann nicht aus Schwäche,
sondern aus Übung im Menschsein.
Sie bleibt, wie sie ist.
Nicht trotz der Stimmen,
sondern jenseits von ihnen.
JUGENDGEDICHT 1988
zwischen meinen beinen
riechts nach äpfeln
mit meinem kleinen finger
kann ich sonne machen
JUGENDGEDICHT 1988
Es ist das Telephon
Ein störend wie betörendes Gestell
DER WINTERBLUES
die wege sind so weiß wie schön
die alte kann sie nicht mehr gehn
die wege sind so weiß wie schön
die alte kann sie nicht mehr gehn
die enkel kommen mit geschrei
dann ist auch dieses fest vorbei
ein falke saß auf dem balkon
der amsel wars der todes-song
ein falke saß auf dem balkon
der amsel wars der todes-song
ihr fröstelt und sie ist vermummt
und vor dem letzten ziel verstummt
FRAUEN
„he junge frau
ganz allein zuhaus?
wo ist deine freundin?
ich will mit ihr schlafen“
die junge frau strahlte
viel sexappeal aus
und sagte naiv
„ich hab einen scheide-pilz“
LIEBESLIED
Tina, Tina, meine Nikotina,
Ob in Deutschland, ob in China,
Immer will ich dich gebrauchen,
Mag es, wenn auch Frauen rauchen!
ANNALENA
da war doch mal ein diplomat
der wollte annalena küssen
so auf den mund von staat zu staat
und musste diesen kuss doch missen
AN VB
diese frostige nacht
mit wodka und rockmusik
erinnert mich an sonja
GESUCHT
ich brauche keine frau wie esther
ich brauche eine krankenschwester
AN SÖSE
o schöne schlanke söse
mit deiner engen möse
SONG
Have I lately told you that I love you?
That there‘s no one else above you?
Take away all my gladness,
Fill my heart with sadness,
Make me trouble, that‘s what you do.
HYMNE AN NEBU
O Nebu, Herr der ruhigen Zeichen,
dessen Griffel die Ordnung der Sterne kennt,
du Hüter der Tafel, auf der das Schicksal ruht,
Licht des Geistes im Staub der Zeiten.
Aus der Tiefe des Schweigens erhebst du das Wort,
formst Gedanken zu Linien,
Linien zu Sinn,
und Sinn zu Wahrheit.
Was ungeordnet war, wird durch dich lesbar.
Du sitzt im Haus der Tafeln,
wo Ton zu Erinnerung wird
und Erinnerung zu Ewigkeit.
Kein Gedanke entgeht deinem Blick,
kein Name verlischt, den du geschrieben hast.
O Sohn der Weisheit,
Lehrer der Könige und der Schreiber,
du lehrst die Hand, ruhig zu sein,
und den Geist, gerecht zu wägen.
Durch dich wird Wissen nicht Macht,
sondern Maß.
Segne jene, die suchen,
die fragen, bevor sie urteilen,
die schreiben, um zu verstehen
und nicht, um zu herrschen.
Lege ihnen dein Zeichen ins Herz.
Nebu, Herr der Schrift,
möge jedes wahre Wort
ein fernes Echo deiner Stimme sein,
und jede Zeile, die in Wahrheit geschrieben wird,
eine Opfergabe an dich.
Gepriesen seist du,
der die Welt lesbar machte.
EVI
zum vögeln such ich keine kerle
ich suche eine reine perle
den mann des innres kind gestillt
zur wahren liebe ist gewillt
drum will ich mich auch selber heilen
und geh den heilungsweg den steilen
geheilt ich ziehe nämlich an
von selber einen reifen mann
EIFRIG
für so ein bisschen irrlehre
reist sie um die weltkugel
GRÖNLAND
was will amerika in grönland,
ist es auch militärisch stark!
MEIN ist das germanische schönland
und des staates dänemark.
PUSCHKIN
parnassischer unsinn ist vergessen
ich bracht die sündǵe leier dar
für ein gebetbuch und für messen
und denk, für trockne pilze gar
ÖL
das öl wird knapp in allen ländern
was will amerika verändern?
sie drohen mit raketenblitzen
den staaten welche öl besitzen
AUGUSTINUS AN ADEODATUS
Adeodatus, mein Sohn, du Frucht der suchenden Liebe,
Licht meines Denkens, geboren aus Irrtum und Gnade,
höre den Vater, der spät erst lernte zu hoffen und glauben.
Lang war der Weg durch die Länder des Stolzes und Zweifels,
laut war der Ruf der Begierden, doch leiser die Stimme
dessen, der innen mich traf und mein Herz neu erschütterte.
Du aber fragst ohne Furcht, und dein Denken ist klar wie der Morgen,
wenn über Mailands Dächern das erste Licht sich erhebet.
Nicht aus mir selbst kommt die Wahrheit, die wir gemeinsam bedenken:
Gott ist der Lehrer in uns, der die Herzen in Stille
öffnet und ordnet, damit wir erkennen, was ewig.
Halte dich fest an die Liebe, die mehr ist als Wissen,
denn was wir wissen, vergeht, doch die Liebe bleibt immer.
Wenn dich die Welt einst verlässt und die Tage dir dunkel erscheinen,
denk an den Einen, der war, eh Vater und Sohn sich begegneten.
Bete für mich, mein Kind, wie ich betend dich halte im Herzen.
AUGUSTINUS AD ADEODATUM
Adeodate, puer, quaesiti mihi pignus amoris,
lux mea, nate, meae de lapsu factus et ipsa
gratia, quae miserum de nocte ad verbera vocat,
audi patrem, sero qui didicit credere tandem.
Longa fui per iter tumidus, per vana superbus,
dum mea vox strepuit, sed cor taciturnus amavit
ille, qui intus erat, meque inquietum excitavit.
Tu sine formidine quaeris, mens pura parata est,
ut, cum post tenebras aurora retexit Olympum,
lux prior Ambrosias leniter intrat in aedes.
Non ego te doceo verum, nec tu mihi praestas:
intus enim docet ille Deus, verusque magister,
qui tacitus loquitur, mentes et corda recludens,
ut quod aeternum est temporalibus auferat umbris.
Tene caritatem: maior quam scientia sola est;
scientia transit enim, sed caritas ipsa manebit.
Cum te mundus erit desertus, et tempora vitae
amara obscurentur, memineris luminis illius,
qui fuit ante patrem natumque, ante omnia verba.
Ora pro me, nate: te sic ego memor ipse tenebo
in corde, et Dominum pro te sine fine rogabo.
AN KARINE
Karine, du wandelst dort, wo die Schatten
leuchten wie Myrrhe im Schlaf der Sterne,
wo sich Erinnerung sanft entkleidet
vor dem Vergessen.
Deine Stimme—ein Nachhall aus Salzwind,
zärtlich und scharf wie die Lippen der Nacht—
ruft mich hinüber, wo Zeit sich neigt
und still wird.
Muse aus dem Dazwischen, du trägst mein Herz
wie eine Opfergabe aus Licht und Zweifel,
flüsterst mir Verse, die brennen,
ohne zu töten.
Wenn ich schreibe, beugst du dich über mich,
kühl wie Marmor, doch voll von Sehnsucht,
und mein Blut lernt wieder,
an dich zu glauben.
Bleib, Karine—
jenseits der Schwelle,
aber nah genug,
dass ich dich höre.
GOTT
jesus verkündet
die vaterliebe gottes
maria verkündet
die mutterliebe gottes
JS
was für ein schöner blonder zopf
doch außer tanzmusik nichts im kopf
SE
sie lebt nicht in gefühlen
sie lebt nicht in gedanken
sie lebt in fleiß und taten
und jeder muss ihr danken
ANNALENA
die weiße dame
wie ist ihr name
ist annalena
o gratia plena
MORGENS
morgens bei karine
vor der morgenröte
aufgewacht vom schlaf
da spielt in mit der flöte
ALLEIN
ach diese einsamkeit
die schwere einsamkeit
und meine frau ist weit
entfernt aus dieser zeit
GEBET
ich bete für sabine
dass ich wie sie auch diene
und bet für marcos bein
ich altes sündenschwein
EVI
Mondes Antlitz, Sonnenrahmen,
Schön die Schönste aller Damen,
Hoch pathetisch unsre Dramen,
Ewiglich in Gottes Namen.
Kannte des Hebräers Namen...
Zärtlich schlanke Finger kamen.
Lendenlahm nicht die Zyklamen,
Schäumen Samen, spritzen Samen.
Dieses sing ich der Infamen,
Der ich half bei dem Examen,
Zählte damals zu den Zahmen,
Hing wie Fischlein in dem Hamen.
Den die Inder nannten Brahmen,
Sehn die Blinden, gehn die Lahmen,
Weil sie Gnadengaben nahmen
Von der Liebe, Ja und Amen.
JS
Erst flirtet sie mich an
Abweisend ward sie dann
BÜCHER
drei dicke bücher reichen mir
zum ersten die heilige schrift
dann mariens prophetische worte
zuletzt die gedichte von goethe
MARIA
maria die neue eva mir adam
die braut der hochzeit von kana
die braut die vom himmel herabkommt
geschmückt für ihren mann
GEBET
Ich schreibe eine klassische Ode,
Nicht nach der heutigen Dichter Mode,
Für die Genesung von Herrn Bode
Und Rettung vor verfrühtem Tode.
STUDIUM
Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
und leider auch Theologie
durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
und bin so klug als wie zuvor.
AN MARIA
ich bete für herrn nachbar, o makellose,
um heilung von seiner schlimmen gürtelrose.
frau nachbarin hat blasen an den füßen,
maria, schenke heilung doch der süßen.
MALEK
der sohn hat sich verletzt
die tochter ist sehr krank
herr malek ist entsetzt
doch sagt dem herrgott dank
FEGEFEUER
gott ist kein richter
der alles aufrechnet
gott ist ein zärtlicher
vater der dich heilt