VON TORSTEN SCHWANKE
Die Eiserne Stimme
Vom kalten Norden zieht ein Geist herauf,
Der ohne Zunge lernt, das Wort zu führen.
Die Menschen eilen in den schnellen Lauf,
Um sich im Netz der tausend Lügen zu verlieren.
Der Wandel der Gestirne
Wenn Kupfer rot im Abendlichte brennt,
Und sich der Pfad der alten Meere neigt,
Ein jeder wohl das Zeichen bald erkennt,
Das unterm Eis des Nordens stumm sich zeigt.
Der verborgene Funke
Der neue Funke, aus dem Stein geborst’,
Wird Licht verbreiten ohne Öl und Docht.
Es hungert nicht der künstlich’ neue Forst,
Doch hat der Mensch den eignen Geist verjocht.
Die goldene Waage
Zwei Völker halten an der gold’nen Schnur,
Das Gleichgewicht, das in der Waage ruht.
Sie wandeln ab von alter Götter Spur,
Im Namen des Fortschritts, in heißer Glut.
Der eiserne Adler
Der Eisenadler fliegt zum roten Stern,
Verlässt die Wiege, die ihn einst getragen.
Das neue Ufer liegt so eisig fern,
Wo kühne Geister nach dem Schöpfer fragen.
Die unsichtbare Münze
Das Gold von einst wird unsichtbar und leer,
Auf schwarzen Tafeln tanzt der falsche Schein.
Wenn Stürme tosen über Land und Meer,
Wird nur das Korn der wahre Reichtum sein.
Der Weber des Blutes
Der Mensch entziffert bald der Schöpfung Schrift,
Verändert stumm den Lauf von Blut und Same.
Doch tief im Honig ruht ein altes Gift,
Wenn niemand mehr gedenkt des Todes Name.
Der zornige Himmel
Der Himmel weint aus Staub und Aschetränen,
Die Flut verschlingt, was einst als Ufer galt.
Die stolzen Türme werden sich bald sehnen,
Nach festem Grund und jenem tiefen Wald.
Der Drache am Yangtze
Vom Osten steigt ein Drache aus dem Schlund,
Sein Atem lässt das alte Kupfer beben.
Er macht das ferne Eiland sich zum Grund,
Und wird das Schicksal der Kontinente heben.
Das Licht der Millionen
Wo einst im Osten Stille nur regiert’,
Dort glühen nun die Türme wie der Stahl.
Der Mensch wird durch den leeren Geist geführt,
Im Labyrinth der digitalen Qual.
Die Inseln der Eintracht und des Zorns
Umringt von Wellen, die den Zorn bewahren,
Sucht man den Frieden auf der flachen Hand.
Doch wo die Schiffe sich in Ketten paaren,
Da bricht der Damm im fremden, heißen Sand.
Der neue Seidenweg
Ein Pfad aus Seide, doch aus Stahl gewebt,
Verbindet Wüsten mit dem grünen Land.
Der Geist des alten Kaisers wiederlebt,
In einer Welt, die fest in einer Hand.
Die geteilte Halbinsel
Wo einst der Boden unter Stiefeln schrie,
Wird sich der Draht zum großen Sturm verweben.
Der Norden sucht die kalte Harmonie,
Indes im Süden neue Götter beben.
Das Sinken der alten Pole
Der Adler schaut von seinem fernen Sitz,
Wie fernes Gold den alten Stolz verzehret.
Ein kurzer Schlag, ein schneller Wetterschlitz,
Wo jeder Pfeil nun gegen Westen kehret.
Die Stadt unter dem Ozean
An einer Küste, wo der Monsun sein Lied verlor,
Steigt eine Stadt aus Glas dem Licht entgegen.
Sie hebt aus Salz das letzte Tor empor,
Wenn Wasser flutet auf den trock’nen Wegen.
Der verborgene Weise im Turm
Ein stiller Mann, das Zeichen auf der Stirn,
Regiert das Schicksal durch ein leises Wort.
Er baut die Logik in das menschlich’ Hirn,
Und führt die Massen an den fremden Ort.
Die Stadt ohne Nacht
Wo Millionen Lichter stündlich niemals ruhn,
Wird Dunkelheit ein Gast, den man vergisst.
Der Mensch in seinem rastlos’ Tun
Verschlingt die Zeit, die in den Adern frisst.
Die sinkende Krone
Am Delta, wo die Ströme sich vermählen,
Wird Marmor müde unter schwerer Last.
Die Mauern werden ihre Sünden zählen,
Wenn Ozean die Tore kühl umfasst.
Die gläsernen Wüsten
Hoch in den Wolken, fern dem Erdenstaub,
Erheben sich die Türme aus Kristall.
Der Bürger wird der eigenen Technik Raub,
Gefangen im metallisch’ Wiederhall.
Der Ruf aus der Enge
In Straßenschluchten, wo der Wind nur klagt,
Entsteht ein Feuer, das nicht Holz verbrennt.
Ein Volk, das sich der alten Ordnung wagt,
Wenn in der Mitte nun der letzte Faden trennt.
Die entvölkerte Scholle
Die Äcker liegen brach im fahlen Licht,
Der Pflug ruht rostig in der alten Furche.
Denn niemand mehr den harten Boden bricht,
Die Saat verfällt in tiefer, stiller Furcht.
Der Ruf der Ahnen
Aus Bergen, fern dem Lärm der Glaspaläste,
Erhebt sich noch ein leiser, alter Klang.
Man hütet dort die letzten, heil’gen Reste,
Vergessen von dem schnellen Weltenzwang.
Die grünen Festungen
Wenn in der Stadt der Hunger laut sich regt,
Flieht man zurück zum kargen, weiten Land.
Dort wird das Rad der Zeit erneut bewegt,
Mit harter Müh’, in rauer, schwiel’ger Hand.
Der Wald kehrt heim
Wo einst der Mensch die Wälder niederbrannte,
Da greift das Grün sich wieder sein Revier.
Verschlungen wird, was man als Grenze kannte,
Das Wild regiert nun dort, wo einst das Tier.
Die Wiederkehr der Riten
Wenn Stahl und Glas ihr Ende finden müssen,
Besinnt man sich auf Wurzel, Stein und Blut.
Die alten Geister grüßen mit den Küssen
Der Ahnen, die man tilgte durch die Flut.
Das heilige Feuer im Tal
Verborgen hinter hohen, kalten Gipfeln,
Da brennt die Fackel, die den Wind nicht scheut.
Man lehrt das Wissen in den grünen Wipfeln,
Das man in Städten längst den Hunden streut.
Die Sprache der stummen Zeichen
Die Schrift der Ahnen, in die Rinde ritzend,
Wird wieder wach, wenn alle Technik schweigt.
Ein jeder wird, an seinem Feuer sitzend,
Verstehen, wie sich Ast zum Stamme neigt.
Der Rat der Ältesten
Kein Bildschirm leuchtet, keine Stimme tönt,
Man hört auf Worte, die das Alter sprach.
Die Welt, die sich durch Eitelkeit verwöhnt,
Erwacht in Demut vor dem alten Dach.
Die kalte Schaltung und der heilige Stein
Im inneren Kern, wo Silizium glüht,
Wird Asche der Ahnen als Leitsatz gestreut.
Das archaische Wissen, das leise erblüht,
Hat das Netz aus dem eigenen Wahnsinn befreit.
Die Runen in der Schaltplatine
Auf Platinen nun Zeichen aus uralter Zeit,
Sie leiten den Blitz, doch sie dienen dem Sinn.
Die Technik wird heilig, von Hochmut befreit,
Das Ende des Strebens zum schnellen Gewinn.
Der Geist im mechanischen Leib
Wenn Eisen das Fleisch und die Seele umschließt,
Die alte Magie in den Drähten nun ruht.
Ein Strom, der wie heiliger Quell nun ergießt,
Das Erbe der Ahnen im goldenen Blut.
Die Versöhnung der Welten
Nicht mehr der Feind ist die Müh’ und das Werk,
Der Mensch baut die Brücke, das Rad und den Geist.
Es schweigt nun die Gier, auf dem höchsten von Berg’,
Wenn das alte Gebot nun die Zukunft verheißt.
Die zerfallene Union
Wo einst der Adler über Kontinente wacht’,
Sind nur noch Splitter, die der Wind verweht.
Der Stolz von gestern, in der tiefen Nacht,
Hat sich gedreht, wie sich das Schicksal dreht.
Das neue Ufer im Westen
Vom großen Ozean das Land verschlungen,
Das Gold der Küste liegt nun tief im Sand.
Die Glocken sind in stummen Hallen verklungen,
Ein fremder Glaube zieht durchs öde Land.
Der Wandel der weiten Ebenen
Die Kornkammer, nun trocken und verlassen,
Der Boden riss, die Flüsse sind versiegt.
Man lernt nun wieder, mit den Händen zu fassen,
Was einst der Geist der fremden Götter wiegt.
Der Rat der neuen Städte
Nicht mehr im Zentrum, wo der Pomp regierte,
Sucht man den Schutz in Festung, Wald und Zelt.
Das Volk, das sich im Stolze einst verirrte,
Findet den Frieden am Rand der alten Welt.
Der neue Keim im Schutt
Wo Rost und Stahl den Boden einst erdrückten,
Dort bricht nun Grün aus harter Erde hervor.
Die Hände, die das Schicksal einst entrückten,
Schmieden den Geist für ein neues Tor.
Die Versammlung der Wanderer
Aus Trümmern der Städte, von Schatten befreit,
Sammelt sich Volk, das den Eigennutz brach.
Sie bauen den Bund in der kommenden Zeit,
Nicht mehr für Gold, sondern unter dem Dach.
Das Licht der bescheidenen Städte
Kein Turm ragt empor, der den Himmel erschreckt,
Die Hütten sind niedrig, die Herzen weit.
Das Feuer der Ahnen, in Steinen versteckt,
Leuchtet als Pfad durch die Dunkelheit.
Der Friede der weiten Horizonte
Wenn Schmerz der Vergangenheit gänzlich verblasst,
Und Wissen und Erde sich freundlich vermählen,
Wird Amerika frei von der goldenen Last,
Die neue Zeit, die wir schweigend erwählen.
Die stumme Rüstung
Das Eisen, das einst den Planeten durchbohrte,
Ruht nun als Mahnmal im staubigen Grund.
Vergessen sind laut und verhasste Worte,
Ein leises Singen erfüllt nun den Mund.
Die goldene Waage der Völker
Kein König, kein Herrscher, kein stolzes Banner,
Lenkt nun das Los, das den Menschen bestimmt.
Es ruhen die Schwerter, es schweigen die Männer,
Wenn das Licht der Erkenntnis die Finsternis nimmt.
Der Garten der Welt
Der Boden erblüht, von Giften befreit,
Die Felder versprechen, was jeder braucht.
Es endet der Raubbau, es endet das Leid,
Während die Hoffnung den Himmel durchtaucht.
Das Zeitalter des einen Geistes
Von Fernost bis Westen, in Einklang vereint,
Wird jedes Gebirge zum Tempel der Ruh’.
Das Antlitz der Erde, von Güte bescheint,
Schließt für den Krieg nun die Tore dazu.
Der Pfad der Erkenntnis
Nicht mehr auf Straßen aus schwarzem Gestein,
Zieht nun der Mensch durch das wogende Gras.
Er suchet das Licht, um im Geiste zu sein,
Und findet im Gehen ein höheres Maß.
Die Sterne als Karte der Seele
Wenn Schiffe den Äther der Sterne nun spüren,
Ist nicht mehr der Raub das treibende Ziel.
Sie lassen sich nur von der Neugier verführen,
Ein Tanz durch den Kosmos, ein heiliges Spiel.
Der ewige Gast der Welt
Er baut keine Mauern, er zieht keine Schranke,
Wo er auch rastet, dort schlägt er sein Zelt.
Ein offener Sinn ist sein einziger Danke,
Demütig wandert er durch diese Welt.
Das Ende der Wege im großen Kreis
An jedem Horizont wartet ein neuer Beginn,
Der Wanderer weiß: Es gibt kein Zurück.
Im Suchen allein liegt der höchste Gewinn,
Das Finden ist nur ein flüchtiges Glück.
Die Stille des Inneren Ozeans
Der Wanderer lässt nun das Laufen sein,
Er setzt sich nieder am Quell der Gedanken.
Die Welt wird nun innen, statt außen so klein,
Er sprengt alle irdischen, zeitlichen Schranken.
Das Licht hinter den Augenlidern
Kein Sternbild mehr weist ihm den Weg in die Ferne,
Das Feuer entzündet sich tief in der Brust.
Er braucht nicht mehr Sonne, er braucht nicht mehr Sterne,
Erlöst von dem Drang, der erblichen Lust.
Die Karte des Geistes
Er kartiert nun die Welten, die niemand noch sah,
Im Garten der Seele, wo alles gedeiht.
Das Fernste, es rückt ihm nun endlich ganz nah,
Jenseits von Raum und von aller Zeit.
Die Rückkehr zum Ursprung
Das Außen verschwimmt wie ein Schatten im Wind,
Der Mensch ist nun eins mit dem Anbeginn.
Er ruht in sich selbst, wie ein schlafendes Kind,
Und findet im Nichts den vollendeten Sinn.
Die erwachende Wiege
Vom großen Strom bis hin zum Kap der Not,
Erhebt sich Land, das lange fremd bestimmt.
Es bricht die Fesseln, teilt das eigene Brot,
Wenn eine neue Sonne nun die Nacht entnimmt.
Der Reichtum der unberührten Scholle
Das Gold, das tief in roten Erden ruht,
Wird nicht mehr weggeschafft in ferne Hallen.
Die Jugend wächst in frischer, heißer Glut,
Wenn aus den Städten neue Lieder schallen.
Die Städte der gläsernen Savanne
Wo einst die Wüste nur die Stille kannt’,
Entsteh’n nun Zentren voller kühnem Licht.
Ein jeder Mensch reicht dem Nachbarn die Hand,
Und baut das Haus, das niemals mehr zerbricht.
Der Wächter des globalen Gleichgewichts
Wenn alter Stolz im Norden langsam weicht,
Wird Afrika zum Anker dieser Welt.
Das Gleichgewicht, das dort den Frieden reicht,
Ist das, was künftig alles Sein zusammenhält.
Die Taufe im roten Sand
Wo einst der Ahne unter Bäumen sprach,
Erhält nun Christus einen neuen Namen.
Die Lehre zieht in jedes Erden-Dach,
Geflochten aus des alten Waldes Samen.
Das Licht aus dem Süden
Die Kirche, die im Norden müde schwand,
Erhält in Afrika ein neues Kleid.
Ein frischer Geist durchweht das weite Land,
Gewebt aus Hoffnung und aus Einigkeit.
Der Rhythmus der heiligen Gesänge
Nicht mehr in Kälte, streng und starr im Wort,
Wird Gott besungen mit dem Tanz der Füße.
Die Trommel ruft an jedem heil’gen Ort,
Und schickt dem Himmel tausend heiße Grüße.
Die Synthese der Geister
Das Kreuz erhebt sich neben altem Stein,
Die Geister der Ahnen und das Wort vereint.
Ein Glaube wird im neuen Morgen sein,
Der heller als die Wüstensonne scheint.
Der leere Stuhl von Rom
Am Tiberufer, wo die Kuppel schweigt,
Verblasst der Pomp der purpurnen Gewänder.
Die Zeit, die alles Irdische verneigt,
Zieht neue Grenzen durch die alten Länder.
Die Kathedrale aus Licht und Äther
Nicht mehr aus Marmor, schwer und kalt und starr,
Erhebt sich Glaube in ein geistig’ Haus.
Der Dom ist nun das weite Himmelsjahr,
Der Geist geht aus dem alten Stein hinaus.
Der Wächter der uralten Schrift
In tiefen Kammern, fern von Glas und Licht,
Bewahrt man noch das Wort aus alter Zeit.
Doch was dort steht, ist nicht mehr das Gericht,
Sondern ein Schlüssel zur Unendlichkeit.
Die Rückkehr zum einfachen Mahl
Wenn Prunk zerfällt und Gold zu Staube wird,
Besinnt sich Rom auf Brot und Wein und Sein.
Die Herde, die im Kosmos sich verirrt,
Kehrt heim zum Feuer, in den kleinen Schrein.
Der Sieg ohne Schwert
Kein Heer marschiert, kein Banner wird entrollt,
Und doch beugt sich die Welt vor stillem Schein.
Der Papst, in Demut, aus dem Pomp gewollt,
Bringt Frieden in die Herzen, klein und rein.
Das Ende der Zweifler
Die Wissenschaft, die einst den Geist vermaß,
Beugt nun das Haupt vor dem, was sie nicht kennt.
Der Stuhl Petri erblüht im grünen Gras,
Wenn man die Liebe endlich beim Namen nennt.
Die goldene Umkehr
Vom fernen Rom, das nun die Welt verbindet,
Geht eine Kraft aus, die den Hass verzehrt.
Wer suchend dort die wahre Antwort findet,
Der weiß, dass jedes Leben sich vermehrt.
Das Reich der stillen Einheit
Der Triumph ist vollbracht, der Streit verweht,
Ein einziger Glaube spannt das Himmelszelt.
Wo einst die Welt in dunkler Nacht vergeht,
Wird nun durch Gnade neu bestimmt die Welt.
Die Sprache, die alle verstehen
Nicht mehr in Lettern, die das Herz verschließen,
Wird nun die Wahrheit in den Geist gelegt.
Wie Ströme, die ins offne Meer ergießen,
Wird sie von jedem Atemzug bewegt.
Das Kreuz im Gefüge der Sterne
Was einst als Lehre auf der Erde galt,
Erscheint nun eingeprägt im Weltenraum.
Das Maß der Liebe, das die Not anmalt,
Ist Fundament vom großen, weiten Traum.
Die Einheit in der Vielfalt der Geister
Wie Licht, das durch das Prisma sich bricht,
Erstrahlt die Wahrheit in der Völker Schar.
Es gibt nur ein und dasselbe Licht,
Das jedem Wesen leuchtet, hell und klar.
Die Brücke zum Unendlichen
Der katholische Geist, nun weit und offen,
Umschließt das Kleine wie das Sternenzelt.
Auf dieses Ziel haben die Weisen gehofft:
Die Heilung der zerstückelten Welt.
Das Echo der Schöpfung
Was einst im Anfang als ein Wort erklang,
Vibriert nun durch den Äther, fein und rein.
Der ganze Kosmos stimmt den Lobgesang,
Und jeder Stern will nun ein Zeuge sein.
Die Überwindung der Zeit
Das Gestern, Heute und das ferne Morgen
Verschmelzen in der Wahrheit hellem Blick.
Der Mensch ist nun befreit von alten Sorgen,
Die Ewigkeit kehrt in den Augenblick.
Das Sakrament der Weiten
Wo immer Geist in dunkler Leere wacht,
Wird dort das Brot der Liebe neu gereicht.
Die Wahrheit hat die Finsternis verlacht,
Wenn alles Trennende dem Einen weicht.
Die Krönung des wandernden Geistes
Der Wanderer, der einst die Sterne maß,
Findet den Gott, den er im Geiste trug.
Die Wahrheit wächst nun aus dem kleinsten Gras,
Und endet dort, wo das Sein den Kreis wohl schlug.
Die Königin auf dem Thron der Natur
Nicht auf einem Thron aus Gold und aus Stein,
Sondern gekrönt mit den Sternen der Nacht.
Sie zieht in die Herzen der Menschen nun ein,
In der Sanftheit, die alle Stürme bewacht.
Das Blau des Himmels im Staub der Welt
Ihr Mantel, gewebt aus dem Blau der Sphären,
Breitet sich schützend über das Leid.
Sie lehrt die Völker, den Frieden zu mehren,
Und heilt die Wunden der vergangenen Zeit.
Die Mutter der neuen Schöpfung
Wo Hass und Hochmut die Erde verzehrten,
Pflanzt sie den Samen der Liebe und Ruh’.
Die Kinder der Erde, die einst sich verirrten,
Finden die Pforte der Hoffnung nun zu.
Die Herrschaft der Gnade
Kein Zepter aus Stahl, kein Befehl, der erzwingt,
Nur das Lächeln, das alle Grenzen zerbricht.
Wenn die Welt ihr den Dank in die Stille nun singt,
Wird alles Sein von ihrem Antlitz durchlicht’.