Sonja: Lehrgedicht über Hundezucht

von Torsten Schwanke



Sonjas Erbe: Die Kunst der Zucht


In Texas’ Glut oder New Yorks Schnee,

Fernab der alten Heimat Spree,

Hält Sonja Wacht mit klugem Geist,

Was deutsche Gründlichkeit beweist.

Sie züchtet nicht für Pracht und Schein,

Es muss der Hund von Adel sein –

Nicht durch das Blut im Stammbaum nur,

Sich zeigend in der Galantur.



Die drei Säulen der Zucht


Wer züchten will, der merke wohl,

Dass Leidenschaft nicht reicht als Zoll.

Drei Dinge sind’s, die Sonja lehrt,

Damit die Zucht sich recht bewährt:



Das Wesen (Temperament):


Ein Hund, der scheut oder grundlos beißt,

Niemals ein guter Zuchthund heißt.

Gelassenheit und fester Mut

Sind wichtiger als blaues Blut.



Die Form (Exterieur):


Der Bau des Leibes, fest und klar,

Muss funktional sein, immerdar.

Gerader Rück’, gesunde Hand,

So führt sie Tiere durch das Land.



Die Gesundheit (Genetik):


Was nützt die Schönheit, wenn der Schmerz

Zu früh bricht eines Tieres Herz?

Die Röntgenbilder, DNA,

Sind Sonjas Werkzeug, fern und nah.



Ein Rat für die Ferne


In den USA, dem weiten Land,

Reicht Sonja jedem den Verstand:

„Verpaare niemals Gleiches mit Gleichem nur,

Betrachte stets die ganze Natur!

Ein Fehler hier, ein Mangel dort,

Man merzt ihn durch den Partner fort.“


Doch eines mahnt sie, laut und frei,

Dass dies die höchste Regel sei:

Ein Züchter trägt die Schuld und Pflicht,

Vom ersten Tag bis zum Todeslicht.

Wer Welpen sät, um Gold zu ernten,

Gehört zu dummen Unbelehrten.



Sonjas Fazit


Ob Shepherd, Dackel oder Dogge groß,

Fall’n sie in Sonjas mütterlichen Schoß.

Mit deutschem Blick und Fleiß vollbracht,

Wird aus dem Hund ein Freund gemacht.



„Zucht ist das Streben nach dem Ideal, 

nicht die bloße Vermehrung der Zahl.“



Die Zucht ist mehr als schöner Schein,

nicht nur zwei Hunde — „passt schon fein“.

Es braucht Verstand, Gefühl und Pflicht,

sonst taugt das ganze Mühen nicht.



Zuchtzulassung — prüfe genau,

nicht jedes Tier ist zuchttauglich schlau.

Gesundheit steht an erster Stell,

prüf Hüfte, Ellenbogen — sorgfältig, schnell.


Auch Gene schaue kritisch an,

damit kein Erbleid wachsen kann.

Ein Wesen ruhig, gefestigt, klar,

kein Angsthund sei zur Zucht je da.


Wer schnell gereizt, wer Aggression,

gehört nicht in die Tradition.

Nur wer im Alltag sicher steht,

ist einer, dessen Linie geht.



Der Rüde — wähle mit Bedacht,

nicht Gleiches wird hier nachgemacht.

Ergänzung sei das weise Ziel,

so stärkt man Form und Wesen viel.


Hat deine Hündin kleine Schwächen,

such einen Rüden — stark in Flächen.

Der Genpool bleibe weit und breit,

Vielfalt bringt Gesundheit mit der Zeit.


Zu enge Linien, das bedenke viel,

führen selten zum guten Ziel.



Vorbereitung auf neues Leben,

lang vor dem Decken Sorgfalt geben.

Gutes Futter, ausgewogen fein,

lässt Mutter stark und kräftig sein.


Impfung, Pflege, wurmfrei sein,

so fließt Schutz in die Welpen ein.

Die erste Milch — ein kostbar Gut,

trägt Abwehrkraft und Lebensmut.



Welpenzeit — die prägende Frist,

Wo jeder Tag entscheidend ist.

Mit sanften Reizen früh vertraut,

wird Widerstandskraft aufgebaut.


Geräusche, Böden, Welt so bunt,

formen den sicheren, klugen Hund.

Wer früh erlebt, was Leben bringt,

geht später ruhig durch jedes Ding.


Check dich selbst — bist du bereit?

Hast du Geduld und wirklich Zeit?

Bist du auch nachts zur Stelle gern,

wenn Welpen rufen nah und fern?


Reicht Geld, wenn Hilfe nötig wird,

wenn Sorge plötzlich dich berührt?

Gibt’s Raum, der sauber, ruhig und klar,

für Mutter und die Welpenschar?


Auch trägst du — das ist größte Pflicht —

Verantwortung ein Leben lang — vergiss es nicht.


Zum Schluss ein Rat, schlicht und wahr:

Ein guter Züchter prüft sogar

die Menschen, die die Welpen sehn —

nicht jeder darf mit ihnen gehn.


Du gibst kein Ding, nicht bloß und schlicht,

du schenkst ein Herz — vergiss das nicht.



Sonjas Napf-Poetik


Ob klein, ob groß, ob Jäger, Hirt,

Wer falsch füttert, der sich verirrt.

Denn jeder Hund nach seiner Art

Braucht andre Kost, mal reich, mal gespart.



Die kleinen Geister (Yorkie, Chihuahua & Co.)


Der Zwerg im Haus, er wirkt so klein,

Doch will er wie ein Wolf doch sein.

Doch Vorsicht mit der Energie,

Zu viel davon verzeiht er nie.



Der Rat:


„Viel Eiweiß braucht der kleine Leib,

Damit er flink und munter bleib’.

Doch achte auf die Krokette klein,

Sonst kriegt er sie nicht in sich rein!“



Die Athleten und Hirten (Schäferhund, Border Collie)


Wer rennt und hütet, Tag für Tag,

Der Proteine gerne mag.

Doch Fett ist hier der wahre Brennstoff,

Gibt Kraft für jeden harten Wettstoff.



Der Rat:


„Viel Fleisch und Fett für Muskelkraft,

Damit der Hund die Arbeit schafft.

Doch wehe, wenn er rastet nur,

Dann wird er rund – weg die Figur!“



Die sanften Riesen (Dogge, Bernhardiner)


Die Großen wachsen viel zu schnell,

Das schadet Knochen und dem Fell.

Wer hier mit Futter übertreibt,

Dem dann ein lahmes Tier verbleibt.



Der Rat:


„Kalzium und Phosphor – Maß und Ziel,

Von beidem niemals zu viel!

Lass sie langsam, stetig sprießen,

Um langes Leben zu genießen.“



Die Senioren (Der graue Schnauzen-Rat)


Wenn’s Alter in die Glieder zieht

Und sich der Hund nach Ruh umsieht,

Dann muss der Napf viel leichter werden,

Für einen Abend ohne Beschwerden.



Der Rat:


„Wenig Phosphor, leichtes Fleisch,

Das macht die Nieren wieder weich.

Ballaststoffe für den Darm,

Das hält den alten Freund noch warm.“



Sonjas Goldene Regel 


„Egal ob Barf, ob Trockenschmaus,

Such dir das Beste für ihn aus.

Kein Getreide in zu großer Zahl

Ist für den Hund die erste Wahl.

Und schau ihm stets tief in den Blick:

Bleibt er schlank, hast du Geschick!“



Sonjas Apotheke: Kost aus Feld und Meer


Was Mutter Erde uns geschenkt,

Den Hundekörper weise lenkt.

Ein Löffel hier, ein Tröpfchen da,

Macht kranke Hunde wieder klar.



Das Gold des Meeres (Lachsöl & Algen)


Wenn das Fell stumpf glänzt und bricht,

Hilft oft das helle Sonnenlicht –

Doch besser noch von tiefer See

Hilft Fischöl gegen jedes Weh.



Die Wirkung:


Lachsöl:


Omega-Drei für Herz und Haut, 

worauf der Zellbau fest vertraut.


Seealgenmehl:


Für Pigment und Jod im Blut, 

das tut der Schilddrüse so gut.



Die Kraft der Gelenke (Grünlippmuschel)


Die Dogge schwer, der Dackel lang,

Habens oft beim Laufen bang.

Die Muschel aus Neuseelands Pracht

Hat müde Gelenke fit gemacht.



Die Wirkung:


Glykosaminoglykane:


Sie schmieren das Gelenk mit Fleiß,

verhindern Abrieb und Verschleiß.



Das Wunderkraut (Brennnessel & Hagebutte)


Am Wegesrand, da wächst das Glück,

Man schaue nur ein Stück zurück.

Die Hagebutte, rot und rund,

Hält das Immunsystem gesund.


Die Wirkung:


Hagebutte:


Vitamin C im Überfluss, 

für die Abwehr ein Genuss.


Brennnessel:


Sie reinigt Blut und auch die Niere, 

vertreibt die Gifte aus dem Tiere.



Das weiße Heil (Hüttenkäse & Moor)


Wenn der Magen grummelt, spricht,

Und die Verdauung standhält nicht,

Dann hilft Natur mit sanfter Hand,

Bringt den Darm zurück in Stand.


Die Wirkung:


Heilerde/Moor:


Bindet Gifte, festigt Kot, 

hilft dem Hund in seiner Not.


Hüttenkäse:


Leichtes Protein und Bakterien gut, 

gibt dem Darm den neuen Mut.



Sonjas Warnung:


„Doch höre wohl, du Züchtergeist:

Zu viel des Guten Schaden heißt!

Wer wahllos mischt und alles gibt,

Den Hundekörper nur besiegt.“



Sonjas Segen: Die Kost für die werdende Mutter


Trägt die Hündin neues Leben,

Musst du ihr das Beste geben.

Nicht nur mehr, nein, besser speisen,

Um dem Nachwuchs Kraft zu weisen.



Die drei Phasen der Trächtigkeit


Die ersten Wochen (1. bis 4. Woche):


Noch merkt man kaum den Segen an,

Füttere so, wie man es begann.

Doch Folsäure, die ist nun Pflicht,

Damit kein Keim im Leib zerbricht.



Die Mitte (5. bis 7. Woche):


Der Hunger wächst, der Bauch wird rund,

Nun braucht es Kraft für jeden Hund.

Mehr Eiweiß jetzt, doch Fett mit Maß,

Damit sie nicht zu schwer im Gras.



Das Finale (8. bis 9. Woche):


Der Platz im Bauch wird eng und knapp,

Die Portionen fallen kleiner ab.

Doch öfter nun den Napf serviert,

Damit die Kraft sie nicht verliert.



Die natürlichen Zusätze (Sonjas Rezeptur)


Was die Natur der Mutter schenkt,

Damit sie Milch und Leben lenkt:



Himbeerblätter (getrocknet):


„Ein Löffelchen ins Futter rein,

Lässt die Geburt viel leichter sein.

Es lockert Muskeln, stärkt den Fluss,

Ein alter Brauch, ein wahrer Genuss.“



Hochwertiges Lachsöl:


Für die Gehirne, klein und fein,

Muss DHA im Körper sein.



Hüttenkäse & Eigelb (gekocht):


Für Kalzium und für Protein,

War sie im Glanze nur gediehn.



Ein wichtiger Rat am Rande


„Vermeide Lebertran in rauen Mengen,

Das könnte die Organe der Kleinen beengen.

Zu viel Vitamin A ist Gift für die Frucht,

Sei achtsam und weise in deiner Zucht!“



Die Vorboten der Geburt (in Sonjas Versen):


Der Tag X: Wenn das Leben sich regt


Die Spannung steigt, das Warten schwer,

Nun kommt der große Tag daher.

Die Natur hat Zeichen festgesetzt,

Wer sie erkennt, ist gut vernetzt.



I. Der Sturz der Temperatur


Das wichtigste Signal von allen,

Lässt Sonja die Thermometer krallen.

Ein Grad nach unten, tief und klar,

Dann ist die Stunde fast schon da.



Der Rat:


„Sinkt die Wärme unter 37∘ Celsius tief,

Dann wache auf, wer vorher schlief!

In zwölf bis vierundzwanzig Stunden

Hat sich der erste Welp’ gefunden.“



Nestbau und Unruhe


Die Hündin scharrt, sie wühlt im Laken,

Sie schlägt im Körbchen wilde Haken.

Sie sucht die Nähe, dann die Ferne,

In ihren Augen schimmerts Sterne.



Das Zeichen:


Hecheln, Winseln, Ruhelosigkeit –

Die Gebärmutter macht sich nun bereit.

Die Bänder weich, die Flanken hohl,

Bald fühlt die Mutter sich nicht wohl.



Die Verweigerung des Mahls


Wo sonst der Hunger herrisch siegte,

Und sie am Napf die Pfoten wiegte,

Da rührt sie nun kein Futter an,

Weil sie nur eines denken kann.



Der Rat:


„Biet’ frisches Wasser, kühl und rein,

Doch lass das schwere Futter sein.

Der Körper braucht die ganze Kraft,

Damit er die Austreibung schafft.“



Der Schleimpfropf und die Sicht


Ein klarer Fluss, wie Glas so rein,

Zieht in die Scheide nun hinein.

Das Becken sinkt, die Milch schießt ein,

Es kann nicht mehr viel länger sein.



Sonjas goldene Mahnung:


„Doch färbt sich grün der Ausfluss gar,

Ohne dass ein Welpe sichtbar war –

Dann zögre nicht, den Arzt zu rufen,

Bevor das Unheil steigt die Stufen!“



Die ersten Minuten des Lebens:


Der erste Atemzug: Empfang und Pflege


Die Hülle reißt, das Leben springt,

Ein kleiner Schrei im Zimmer klingt.

Doch wenn die Mutter zögert, sacht,

Dann ist der Züchter aufgewacht.



Die Fruchthülle (Der Ausbruch)


Jeder Welp’ im Beutel liegt,

Der ihn im Mutterleib gewiegt.

Reißt die Mutter ihn nicht auf,

Nimmt das Schicksal seinen Lauf.



Sonjas Tat:


„Zieh die Hülle von der Nase,

Schnell und sanft in dieser Phase!

Ein Tuch, ein Griff, das Maul befreit,

Damit der Welpe kräftig schreit.“



Die Abnabelung (Die Trennung)


Die Schnur, die speist, die Schnur, die hält,

Muss nun weichen von der Welt.

Die Mutter beißt sie meist entzwei,

Doch pass auf, dass kein Bruch dabei!



Die Regel:


Zwei Finger breit vom Bauche fern,

Dort trennst du ab den Lebenskern.

Nicht ziehen, reißen, nur massieren,

Oder mit dem Faden fest fixieren.



Der erste Schrei (Die Lunge)


Der Welpe feucht, der Welpe kalt,

Braucht Reibung nun und Lebenshalt.

Nimm ein Handtuch, rau und warm,

Halt ihn sicher im Erdenarm.



Sonjas Methode:


„Rubbel ihn, als gält’ es Leben,

Bis die Flanken sich erheben.

Ein Quieken ist der schönste Klang,

Erstickt den ersten Kummer bang.“



Die drei Gebote für den Start


Wärme ist Leben:


Ein kühler Welpe trinkt nicht mehr,

Sein Herzchen wird dann matt und schwer.

Die Wurfkiste braucht wohlige Glut,

Das tut dem kleinen Körper gut.



Die Plazenta:


Zähl die Nachgeburten genau,

Das weiß jede züchtende Frau.

Bleibt eine drin, droht bittre Not,

Für die Mutter gar der frühe Tod.



Das Wiegen:


Notier das Gramm, notier die Zeit,

Halte das Wurfbuch stets bereit.

Nur wer das Wachstum streng bewacht,

Hat alles für die Zucht bedacht.



Sonjas weiser Schluss:


„Leg ihn der Mutter an die Brust,

Das löscht den Hunger und den Frust.

Die gelbe Milch, das Gold der Welt,

Ist das Einzige, was ihn am Leben hält.“



In Sonjas Zwinger, weit und groß,

lässt die Vielfalt sie nicht los.

Denn jede Rasse, eigen Art,

hat ihre Tücken, weich und hart.

Hier ist ihr Blick auf das Panoptikum,

vom Wirbelwind bis zum Publikum:



Die Rassen im Spiegel der Zucht


Der Deutsche Schäferhund (The Guardian)


Des Landes Stolz, der Treue Pfand,

führt Sonja ihn an fester Hand.

Ein Rücken grade, nicht zu tief,

damit das Gangwerk niemals schief.



Sonjas Urteil:


„Viel Trieb im Kopf, viel Kraft im Bein,

er will kein Sofahüter sein.

Züchte den Mut, nicht nur den Trab,

verlang ihm im Gehorsam alles ab!“



Die Französische Bulldogge (The Clown)


Ein kleiner Kerl mit Fledermausohr,

schleicht sich in jedes Herzens-Tor.

Doch achte auf die Nase fein,

er muss doch frei am Atmen sein!



Der Rat:


„Züchte die Schnauze, nicht das Gesicht,

das flach wie ein Teller die Luft bricht.

Ein Hund, der röchelt, leidet Qual,

Gesundheit sei die erste Wahl.“



Der Golden Retriever (The Family Soul)


Sanftmütig, weich und goldbetupft,

bis er durch jede Pfütze hupft.

Die Gelenke sind hier die Gefahr,

prüf HD und ED jedes Jahr!



Die Warnung:


„Viel Appetit und wenig Stopp,

er frisst sich rund im Galopp.

Halt ihn schlank und halt ihn fit,

dann hält sein Herz beim Wandern mit.“



Der Dackel (The Independent)


Klein der Leib, doch groß der Stolz,

geschnitzt aus einem harten Holz.

Ein Jägerherz im kurzen Bein,

er will der Herr im Hause sein.



Sonjas Kniff:


„Pass auf den Rücken, lang und schmal,

die Bandscheibe ist oft die Qual.

Keine Treppen, viel Muskulatur,

das ist für den Teckel die beste Kur.“



Das Fazit der Züchterin Sonja:


Ob Püdelchen mit feinem Lock’,

oder der Dogge Riesenstock:

Die Rasse ist nur das Gewand,

der Charakter hat den Bestand.


„Verändere nie den Typ der Ahnen,

um falsche Moden nachzuahmen.

Ein Mops muss Mops sein, treu und echt,

doch niemals krank – das wäre schlecht!“



Sonjas goldene Regeln der Welpenerziehung:


Die Schule des Lebens: Kleine Pfoten, große Regeln


Der Welpe zieht ein, das Chaos beginnt,

Er saust durch das Haus wie der Frühlingswind.

Doch wer ihn nur hätschelt und niemals lenkt,

Sich später ein bissiges Schicksal schenkt.



Die Reinlichkeit (Stubenreinheit)


Ein Malheur auf dem Teppich, ein Pfützchen im Flur,

Das ist für den Welpen die ganz normale Natur.

Schimpfen hilft wenig, die Nase hinein?

Das lässt du mal schön, das wäre gemein!



Der Rat:


„Nach dem Schlafen, nach dem Fressen,

Darfst du das Rausgehen nie vergessen!

Lob ihn im Garten, als hätt’ er Gold vollbracht,

Dann ist er in Wochen schon stubenrein gemacht.“



Die Beißhemmung (Zähnchen wie Nadeln)


Er knabbert am Finger, er kaut am Schuh,

Er lässt deiner Wade gar keine Ruh’.

Was im Spiel mit den Geschwistern noch recht,

Ist an Menschenhänden fürchterlich schlecht.



Die Methode:


Ein kurzes „Aua!“, ein Abbruch im Spiel,

Denn Zähne auf Haut sind einfach zu viel.

Gib ihm ein Seil oder Gummi zum Kauen,

Darauf darf er sicher und herzhaft draufhauen.



Das Alleinbleiben (Geduld ist die Zier)


Der Hund ist ein Rudeltier, einsam sein schmerzt,

Doch wird er verlassen, wenn man nicht scherzt.

Wer geht, ohne Abschied, ganz leise und sacht,

Hat aus dem Hund keinen Heuler gemacht.



Sonjas Kniff:


„Zuerst nur Sekunden, dann Minuten dazu,

Verlass das Zimmer mit göttlicher Ruh.

Kommst du zurück, mach kein großes Fest,

Damit du die Trennung als normal sein lässt.“



Die Sozialisierung (Die weite Welt)


In den USA sind die Reize oft laut,

Sorge dafür, dass der Hund ihnen traut!

Autos und Kinder, der Staubsaugerlärm,

Davon soll er lernen, in Hirn und Gedärm.



Das Fazit für den Halter


„Sei nicht sein Knecht, doch sei nicht sein Herr,

Sei sein Mentor, das liebt er viel mehr.

Ein klares ‚Nein‘ und ein freudiges ‚Ja‘,

Dann ist das Glück für euch beide ganz nah.“



Ratgeber für die stürmischen Monate der Hundepubertät:


Wenn die Hormone tanzen: Die Flegeljahre


Gestern noch folgte er treu auf dem Fuß,

Heute ist „Hier!“ für ihn nur ein Verdruss.

Das Gehirn wird umgebaut, die Leitung ist besetzt,

Der brave Gefährte ist völlig gehetzt.



Das Vergessen (Die Amnesie)


„Sitz“ war ein Kinderspiel, „Platz“ war bekannt,

Doch heute schaut er dich an wie eine Wand.

Die Ohren sind Deko, der Blick schweift ins Blau,

Er weiß nicht mehr, bist du Herrchen oder Frau?



Sonjas Rat:


„Schrei nicht herum, das bringt dir nur Spott,

Sei einfach beharrlich, ein Fels und ein Gott.

Geh Schritte zurück, fang beim Ursprung an,

Bis er das Kommando wieder sicher kann.“



Der Freiheitsdrang (Die Schleppleine)


Der Wald riecht nach Wild, die Welt ist so weit,

Für deine Leckerlis hat er keine Zeit.

Ein Satz in Gebüsch, ein Sprint über’s Feld,

Er denkt, er sei jetzt der König der Welt.



Die Methode:


„Die Schleppleine ist nun dein bester Freund,

Damit er die Freiheit nicht völlig verträumt.

Sicherung geht vor, bis der Rückruf sitzt fest,

Bevor er dich einsam im Regen stehn lässt.“



Die Unsicherheit (Gespenster überall)


Die Mülltonne dort, die gestern schon stand,

Ist plötzlich ein Monster im Schatten-Gewand.

Er knurrt und er bellt, er sträubt das Gefieder,

Das Selbstbewusstsein singt traurige Lieder.



Sonjas Kniff:


„Geh ruhig voran, zeig ihm, da ist nichts,

Sei Anker und Ruhe im Dunkel des Lichts.

Lock ihn nicht mit Mitleid, das stärkt nur die Not,

Sondern zeig ihm: Das Monster ist harmlos und tot.“



Sonjas weises Schlusswort


„Geduld ist ein Faden, der oft mal zerreißt,

Wenn der pubertäre Hund dich nur noch verscheißt.

Doch atme tief durch, bleib ruhig und klar,

In ein paar Monaten ist das Beste erst wahr!“



Sonjas Ideen für die geistige Fitness:


Kopfarbeit statt Dauerlauf: Spiele für schlaue Nasen


Wer nur den Ball wirft, züchtet sich Junkies heran,

Die niemals mehr ruhen, sosehr man es sann.

Doch wer den Geist fordert, die Nase, den Sinn,

Der findet im müden Hund noch Gewinn.



Die verlorene Beute 


Ein Handschuh, ein Schlüssel, im Grase versteckt,

Hat im Hund schon den Detektivgeist geweckt.

Er soll nicht nur rennen, er soll sich konzentrieren,

Und auf seiner Fährte die Spur nicht verlieren.



Der Rat:


„Lass ihn erst warten, leg das Ding sacht’ ab,

Dann schick ihn mit ‚Such!‘ in den Schnüffeltrab.

Findet er’s wieder, dann feier ihn sehr,

Das stärkt sein Vertrauen und freut ihn noch mehr.“



Das Hütchenspiel 


Drei Becher am Boden, ein Leckerli drin,

Das fordert Geduld und den schärfsten Sinn.

Er darf nicht nur pföteln, er muss es genau

Mit der Nase uns zeigen – das macht ihn schlau.



Die Methode:


„Vertausche die Becher, ganz langsam und fix,

Der Welpe schaut zu bei deinen Tricks.

Nur wenn er verharrt und die Nase dran hält,

Bekommt er den Keks, den er sich erwählt.“



Der Socken-Schatz 


Ein alter Socken, ein Knoten darein,

Dazwischen soll Käse oder Trockenfleisch sein.

Er muss es entwirren, mit Zähnen und Pfote,

Das ist für das Hirn eine beste Note.



Sonjas Kniff:


„Lass ihn ruhig knubbeln, lass ihn ruhig ziehn,

So muss er sich um sein Essen bemühn.

Frustrationstoleranz lernt er dabei,

Geduld ist die Tugend – nicht die Raserei.“



Die wichtigste Regel


„Zehn Minuten Denken sind wie Stunden zu Fuß,

Mach rechtzeitig Schluss mit dem spielerischen Gruß.

Wenn er am besten ist, hörst du schnell auf,

So freut er sich morgen auf den nächsten Lauf.“



Plädoyer für die Stille:


Die Kunst des Nichtstuns: Das Fach „Ruhe“


Mancher denkt, der Hund sei glücklich nur,

rast er stundenlang über die Flur.

Doch Sonja schüttelt weise das Haupt:

„Wer niemals ruht, dem wird die Kraft geraubt.“



Die Decke als Anker (Place Training)


Ein Ort, der nur ihm gehört, ganz allein,

dort soll er der König der Stille sein.

Kein Spielzeug, kein Trubel, kein fliegender Ball,

nur Atmen und Schlummern in jedem Fall.



Der Rat:


„Schick ihn auf den Platz, sanft aber bestimmt,

bis er die Ruhe als Schicksal annimmt.

Belohne das Liegen, das Gähnen, den Blick,

das ist für den Alltag das größte Geschick.“



Die innere Uhr


Ein Hund, der stets fragt: „Was machen wir nun?“,

findet selten die Muße, mal gar nichts zu tun.

Wer feste Zeiten für Schläfchen benennt,

züchtet einen Hund, der das Warten auch kennt.



Die Methode:


„Nach dem Toben folgt stets die Rast,

damit du ein ausgeglichenes Tier bei dir hast.

Ignoriere das Betteln, das Pföteln, den Charme,

halt dein Herz konsequent und die Nerven warm.“



Das Vorbild am Ende der Leine


Ein hektischer Mensch, der nur rennt und nur eilt,

hat selten ein Tier, das gelassen verweilt.

Der Hund ist ein Spiegel, er liest dein Geblüt,

er merkt, wenn dein Innres vor Unruhe glüht.



Sonjas Kniff:


„Setz dich auf die Bank, schau dem Wind einfach zu,

schenk dir und dem Hunde die göttliche Ruh.

Nicht jeder Reiz muss beantwortet sein,

manchmal ist Schweigen der schönste Verein.“



Das Fazit der Züchterin Sonja:


„Ein Welpe braucht Schlaf, zwanzig Stunden am Tag,

egal wie sehr er auch spielen mag.

Erziehe zur Ruhe mit Geduld und mit Zeit,

dann seid ihr für jedes Abenteuer bereit.“



Sonjas Anleitung für das magische Wort der Ruhe:


Das Wort der Stille: Der unsichtbare Anker


Ein Wort, ein Duft, ein leiser Klang,

macht den wilden Geist wieder bang –

nein, nicht ängstlich, sondern sacht,

wird die Ruhe im Hund entfacht.



Die Wahl des Zeichens


Wähle ein Wort, das du selten benutzt,

das nicht im Alltag durch Zank verschmutzt.

„Easy“, „Chill“ oder „Ruhe“ ganz leis’,

führt den Hund aus dem Teufelskreis.



Der Rat:


„Es muss wie ein Hauch aus den Lippen entfliehn,

kein Befehl, der versucht, am Willen zu ziehn.

Ein Signal, das wie Samt auf die Ohren sich legt,

und den Puls des Begleiters ganz langsam bewegt.“



Der Aufbau (Die Konditionierung)


Man übt es nicht, wenn der Hund gerade tobt,

oder wenn er im Garten die Nachbarn belobt.

Man nutzt den Moment, wenn er eh schon fast pennt,

und er das Gefühl der Entspannung schon kennt.



Die Methode:


„Wenn er tief seufzt und die Augen schon schwer,

dann flüstre das Wort ganz sachte daher.

Kombiniere es gern mit ’nem Duft, wie Lavendel,

so wird aus dem Hund ein schwingendes Pendel.“



Die Verknüpfung


Hundertmal flüstern in tiefster Rast,

bis du das Wort fest verankert hast.

Erst wenn es sitzt, wenn die Ruhe erscheint,

wird es in Stress-Momenten zum Freund.



Sonjas Kniff:


„Zieht er an der Leine, ist er aufgeregt,

das Signal nun die Wogen der Unruhe legt.

Es löscht nicht das Feuer, doch es dämmt die Glut,

das tut dem Gehirn und dem Halter gut.“



Das Fazit zur Entspannung


„Ein Signal ist kein Zauber, der alles sofort heilt,

es funktioniert nur, wenn man lange dran weilt.

Wer Ruhe sät, wird Gelassenheit ernten,

das gehört zu den wichtigsten Züchter-Werten.“



Philosophie in Sonjas Versen:



Die Philosophen auf vier Pfoten: 

Warum man sich „Hund“ nannte


In Griechenlands Gassen, vor langer Zeit,

machte sich eine Lehre der Tugend bereit.

Die Männer, sie lebten im Staube, im Licht,

und brauchten den Prunk der Paläste nicht.



Die Schamlosigkeit (Parrhesia)


Ein Hund, der schert sich um Sitte nicht viel,

er lebt, wie er ist – das war auch ihr Ziel.

Sie bellten die Wahrheit den Mächtigen zu,

und ließen die Heuchler nicht in Ruh.



Der Grund:


„Wie der Hund auf der Gasse, so lebten sie frei,

an Reichtum und Ehre ging ihr Stolz nur vorbei.

Sie nannten sich Hunde, mit Trotz und mit List,

weil Natürlichkeit besser als Heuchelei ist.“



Die Genügsamkeit (Autarkie)


Ein Hund braucht kein Gold, kein seidnes Gewand,

ihm reicht ein Knochen, ein Platz im Sand.

Diogenes lebte im Fass, karg und rund,

und sagte: „Ich lerne vom weisen Hund.“



Das Vorbild:


„Er schläft, wo er liegt, er isst, was er fand,

er kennt keine Furcht vor dem hohen Stand.

Die Freiheit des Geistes, so schlicht und so rein,

sollte die Nahrung der Kyniker sein.“



Die Treue und der Biss


Ein Hund erkennt Freunde, er bellt gegen Diebe,

er schenkt seinem Herrn eine ehrliche Liebe.

Doch wer die Wahrheit zu stehlen probiert,

wird von den Zähnen des Geistes markiert.



Sonjas kynisches Fazit


„Man nannte sie Hunde, um sie zu verspotten,

doch sie blieben bei ihren natürlichen Rotten.

Sie zeigten der Welt: Wer wenig begehrt,

ist reicher als jener, der Schätze verehrt.“



Sonjas Rückblick auf die Hunde des Olymps:


Hunde unter blauem Himmel: Das Erbe der Hellenen


In Marmor gehauen, auf Vasen gemalt,

hat die Treue des Hundes schon damals gestrahlt.

Nicht nur für Denker im staubigen Kleid,

auch für Helden und Jäger stand er bereit.



Molosser (Die Wächter der Berge)


Aus Epirus’ Bergen, gewaltig und schwer,

kamen die Ahnen der Doggen daher.

Sie schützten die Herden vor Wolf und vor Bär,

und im Kriege fürchtete man sie noch mehr.



Sonjas Urteil:


„Ein Hund wie ein Fels, mit Mut in der Brust,

zur Verteidigung fähig, mit Kraft und mit Lust.

Die Molosser waren der Urtyp der Macht,

für den Schutz von Haus und Hof gemacht.“



Die Jagd (Xenophons Gesetz)


Der Feldherr Xenophon schrieb es schon auf:

Wie züchtet man Hunde für den schnellen Lauf?

Die „Kyngetikos“ – sein Werk über die Jagd,

hat die Regeln der Zucht erst richtig entfacht.



Der Rat:


„Schlank muss er sein, mit tiefem Gebälk,

die Rute wie Federn, niemals zu welk.

Er soll auf die Fährte mit Eifer sich stürzen,

und dem Jäger die Wartezeit sichtlich verkürzen.“



Argos: Die Treue bis in den Tod


Wer kennt nicht die Sage vom Helden Odysseus?

Nach zwanzig Jahren der Irrtums-Genüsse,

erkennt ihn kein Mensch, nur sein alter Hund,

Argos, der Kranke, tut die Freude noch kund.



Die Moral:


„Er wedelt ein Mal, dann bricht sein Herz,

vergessen sind Alter und einsamer Schmerz.

Die Griechen wussten: Ein Hund vergisst nie,

er schenkt uns die reinste Lebens-Magie.“



Sonjas kynologische Erkenntnis


„Die Griechen erfanden den Namen der Zucht,

sie sahen im Hunde des Geistes Frucht.

Ob Krieger, ob Jäger, ob kleiner Begleiter,

sie machten die Seele der Menschen viel heiter.“



Sonjas Blick auf die Hunde des römischen Imperiums:


Cave Canem: Die Hunde unter der Toga


Vom Forum Romanum bis zum Limes-Wall,

hörte man Hunde mit kräftigem Schall.

Die Römer, sie liebten die Ordnung, die Pracht,

und haben den Hund zum Beamten gemacht.



Der Wächter der Schwelle (Cave Canem)


In Pompejis Fluren, im Mosaik-Stein,

liest man die Warnung: „Tritt nicht einfach ein!“

Ein Hund an der Kette, ein Bild voller Macht,

hat über das Atrium der Bürger gewacht.



Der Rat:


„Nicht groß nur im Leibe, auch scharf im Verstand,

so hielten die Römer den Hund an der Wand.

Ein Wächter, der niemals Bestechung annimmt,

ist das, was für Hausherren heute noch stimmt.“



Die Legionärshunde (Canes Pugnaces)


In den Kriegen des Nordens, im gallischen Wald,

machte der römische Kampfhund nicht halt.

Mit Halsband aus Stacheln, gepanzert und kühn,

sah man sie gegen die Barbaren ziehn.



Das Merkmal:


„Die Knochen wie Eisen, die Kiefer wie Stahl,

für Feinde Romas waren sie eine Qual.

Doch im Lager, beim Feuer, da waren sie sacht,

und haben den Soldaten die Heimat gebracht.“



Der Luxus der Matronen (Canes Melitenses)


Doch nicht nur der Krieg und die Wache war Pflicht,

Rom kannte auch Hunde für sanfteres Licht.

Kleine Hunde aus Malta, in Seide gehüllt,

haben die Schoßplätze der Damen erfüllt.



Sonja:


„Die Römer waren klug, doch hier irrten sie sehr,

Tollwut bekämpft man mit Hygiene viel mehr!

Doch eines bleibt wahr seit der römischen Zeit:

Ein guter Hund schenkt dir Geborgenheit.“



Sonjas biblischer Rückblick:


Zwischen Demut und Dienst: 

Der Hund im Alten Bund


In Kanaans Wüste, auf staubigem Pfad,

fand man den Hund nur beim Abfallrad.

Er war nicht das Kuscheltier, weich und gepflegt,

sondern ein Wesen, das Misstraun erregt.



Das Bild des Unreinen


Das Gesetz des Mose, es war streng und klar,

der Hund nicht das Opfer am Altar war.

Er galt als unrein, als wild und als frei,

ein Geist aus der Gasse, ohne Treue dabei.



Der Grund:


Man nannte sich ‚Hund‘, wollt man Demut zeigen,

vor Königen tief sich im Staube zu beugen.

Ein ‚toter Hund‘ war das ärmste Gesicht,

mehr wert war der Mensch im göttlichen Licht.“



Die Wächter der Herde (Hiob)


Doch wer genau liest, der findet sie doch,

die Hunde im Dienst unter’m Hirtenjoch.

Selbst Hiob erwähnt sie, in Not und in Pein,

sie sollten die Wächter der Schafe wohl sein.


Das Zeichen:

„Sie hielten den Wolf von der Hürde fern,

im Dienste des Hirten, im Dienste des Herrn.

Hier zeigt sich der Nutzen, die Arbeit, die Kraft,

die auch in der Bibel schon Ordnung geschafft.“



Tobit und der treue Gefährte


Nur einmal, ganz leise, im Buch Tobit steht,

wie ein Hund mit dem Jüngling auf Reisen geht.

Er folgt ihm und Engeln, er wedelt und rennt,

als einziger Freund, der die Treue noch kennt.



„Hütet euch vor den Hunden!“ 


„Doch meint die Schrift nicht das Tier an sich,

sie meint jene Menschen, die beißen wie ich...

nein, wie jene, die tückisch und ohne Verstand,

Unfrieden stiften im heiligen Land.

Ein gut erzogner Hund, das sage ich frei,

ist göttliche Gabe, ganz ohne Scheu!“



Bericht aus der Zeit der Ritter und Mönche:


Klöster, Keiler, Edelfräulein: 

Der Hund im Mittelalter


Vom Jagdhorn gerufen, im Kreuzgang gepflegt,

hat sich die Liebe zum Hunde bewegt.

Es war eine Zeit der Extreme und Pracht,

in der man den Hund zum Gefährten gemacht.



Die klösterliche Zucht (Die Wiege der Rassen)


Die Mönche, sie schrieben nicht nur Gebete,

sie schauten auch, wer im Zwinger dort träte.

Der Hubertushund, so schwarz und so schwer,

kommt aus den Ardennen, von Gottvater her.



Sonjas Rat:


„Die Mönche besaßen die Ruhe, die Zeit,

zur Selektion waren sie damals bereit.

Sie züchteten Hunde mit Nase und Sinn,

im dienenden Handwerk lag ihr Gewinn.“



Die Jagd als Adelspflicht (Parforce)


Auf Burgen, da hielt man die Meute bereit,

für Könige war die Jagd heil‘ge Zeit.

Der Leithund, der Windhund, der Saupacker kühn,

mussten mit Reitern durch Wälder nun ziehn.



Das Gesetz:


„Ein Hund war so viel wie ein Pferd oft schon wert,

wer ihn wohl behütet, der wird auch geehrt.

Das ‚Livre de Chasse‘ hat die Regeln genannt,

wie man Hunde pflegt im gesamten Land.“



Der Schoßhund (Trost der Damen)


In kalten Gemächern, auf zugigem Stein,

da durften die Kleinen die Wärmequelle sein.

Sie fingen die Flöhe, sie schenkten das Licht,

und wichen dem Fräulein vom Schoße nicht.



Sonjas weiser Schluss:


„Im Mittelalter lernte man sacht:

Ein Hund wird durch seine Aufgabe gemacht.

Ob Mönch oder Ritter, sie wussten genau:

Ein guter Hund macht den Besitzer erst schlau!“



Hildegard von Bingen, die Äbtissin so weise,

beschrieb auch den Hund auf ihre eigene Weise.

In ihrer „Physica“, im Kloster am Rhein,

bezog sie das Tier in die Schöpfung mit ein.

Für Sonja ist Hildegard wie eine Ahnenfigur –

eine Frau mit Verstand für die Kraft der Natur.



Hildegards Segen: Die Naturheilkunde für den Hund


Ging es dem Jagdhund des Grafen mal schlecht,

war Hildegards Wissen den Leuten recht.

Sie sah in dem Hunde ein feuriges Blut,

das dem Menschen oft spiegelt, was er selber tut.



Das Wesen des Hundes (Physiologie)


Hildegard schrieb, dass der Hund durch die Wärme

vertreibt aus dem Menschen das Leid und Gelärme.

Seine Treue ist Balsam, sein Wesen ist Licht,

doch auch seine Leiden vergaß sie wohl nicht.



Sonjas Zitat aus der Klosterschule:


„Der Hund hat vom Menschen viel Sitten gelernt,

ist aber vom Hochmut weit eher entfernt.

Seine Sinne sind scharf, sein Instinkt ist noch rein,

so soll er dem Menschen ein Vorbild auch sein.“



Kräuterkraft für Pfote und Fell


Hatte der Hund eine Wunde am Bein,

mussten die Gaben der Wiese hinein.

Hildegard nutzte, was Gott uns geschenkt,

und hat so die Heilung in Bahnen gelenkt.



Die Heilmittel:


Wermut:


„Wenn Würmer den Leib des Gefährten verzehren,

kann Wermut im Futter die Plage beschweren.“


Rainfarn:


„Gegen Ungeziefer im dichten Fell,

hilft der Sud aus dem Farn oft wunderbar schnell.“


Fenchel:


„Grummelt der Magen und bläht sich der Bauch,

hilft Fenchel dem Hunde, dem Herrchen auch.“



Der Hund als Seelentröster


Hildegard wusste um die heilende Kraft,

die das Streicheln des Hundes im Inneren schafft.

Wer traurig ist, einsam, vom Schicksal geplagt,

findet Trost beim Begleiter, der niemals verzagt.



Das Fazit der weisen Frau


„Alles, was lebt, ist in Gott nur verwoben,

den Hund und den Menschen, man soll beide loben.

Doch pflege den Körper mit Kräutern und Geist,

damit sich die Schöpfung als dauerhaft weist.“



Im Hospiz des Heiligen Bernhard, im ewigen Eis,

erbrachte die Zucht den lebend‘gen Beweis:

Dass der Hund nicht nur jagt oder Häuser bewacht,

sondern Retter ist in der dunkelsten Nacht.



Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard


Sonja blickt ehrfürchtig auf diesen Ort,

denn dort herrschte das helfende, schützende Wort.

Seit dem elften Jahrhundert, so sagt man es frei,

waren die Hunde den Mönchen treu.



Die Wächter im Nebel


Zuerst waren sie Wächter, groß und massiv,

wenn der Fremde am Tore im Schneesturm rief.

Doch bald merkten die Brüder mit staunendem Blick:

Die Hunde finden den Weg stets zurück!



Der Instinkt:


„Sie spüren den Pfad unter metertiefem Schnee,

sie wittern die Gefahr, noch bevor ich sie seh.

Mit tiefem Brustkorb und kräftigem Bein,

brachen sie Pfade für Wanderer ein.“



Barry – Der Held aller Hunde


Einen Namen muss jeder Züchter wohl kennen,

man wird ihn auf ewig den „Heiligen“ nennen.

Barry, der Retter, vierzig Menschen zum Glück

brachte er aus dem Tode ins Leben zurück.



Sonjas Zucht-Notiz:


„Doch Barry war damals viel schlanker und klein,

er musste ja flink in den Schneemassen sein.

Die Riesen von heute, so schwer und so breit,

hätten damals verloren im Kampf mit der Zeit.“



Das Fass am Halse 


Das Fässchen mit Schnaps, das man heute so liebt,

es dies am Pass wohl so niemals gibt.

Es war die Fantasie eines Malers, ganz schlicht,

doch die Mönche, sie widersprachen ihm nicht.



Die Wahrheit:


„Ein Schluck Alkohol bei der Kälte? O weh!

Das führt nur zum schnelleren Tod im Schnee.

Was die Hunde wirklich trugen, war Wärme und Trost,

und ein dickes Fell gegen beißenden Frost.“



Sonjas kynologische Mahnung


„Die Mönche lernten durch Schaden und Leid:

Ein schwerer Hund passt nicht in die Berg-Einsamkeit.

Wer Schönheit will züchten und Masse dazu,

nimmt dem Arbeitshund seine dienende Ruh.“



„Schutzengeln auf vier Pfoten“



Il Grigio: Der graue Schatten von Turin


In Turin, wo die Gassen oft dunkel und rau,

lebte Don Bosco, der Kindern half, schlau.

Doch Feinde des Guten, sie lauerten dort,

sie wollten ihn jagen von seinem Ort.



Die erste Begegnung


Eines Abends, im Wald oder einsamen Pfad,

trat ein riesiger Hund zu dem Priester herab.

Grau war sein Fell und gewaltig sein Blick,

er wich von Don Bosco kein Stück mehr zurück.



Sonjas Zucht-Blick:


„Man sagt, ein Molosser, ein Wolfshund vielleicht,

hat hier seine Pfote dem Heil'gen gereicht.

Ein Hund ohne Züchter, ein Hund ohne Herrn,

erschien wie aus Wolken, vom hellsten Stern.“



Der Retter in der Not


Ob Meuchelmörder mit Dolch oder Strick,

der Graue verjagte sie alle mit Geschick.

Er knurrte nur leise, er bleckte den Zahn,

und schlug die Banditen in die Fluchtbahn.



Das Wunderbare:


„Er kam, wenn Gefahr drohte, pünktlich und schnell,

verschwand wieder lautlos, war die Lage erst hell.

Man bot ihm das Futter, man bot ihm das Brot,

doch er rührte nichts an – er half nur in Not.“



Der Abschied des Geistes


Als die Jahre vergingen, die Gefahr war gebannt,

erschien er zum letzten Mal in Don Boscos Land.

Er legte den Kopf auf des Priesters Knie,

und verschwand in die Nacht – man sah ihn nie.



Eine Lehre für jeden Züchter


„Züchte den Charakter, die Seele, das Herz,

das schützt den Besitzer vor Sorge und Schmerz.

Doch wisse: Ein Hund wie der Graue, so rein,

kann nur ein Geschenk Gottes sein.“